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Benutzername: Kirschbluetensommer
Wohnort: Friedensau
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Bewertungen

Insgesamt 7 Bewertungen
Bewertung vom 31.03.2019
Der Gesang der Bienen
Dorweiler, Ralf H.

Der Gesang der Bienen


gut

Seyfried ist Zeidler - eine Art mittelalterlicher Imker. Er führt ein ruhiges Leben mit seiner Frau Elsbeth und den gemeinsamen Kindern. Die Ruhe wird empfindlich gestört, als seine Frau überraschend zum Tod verurteilt wird. Seyfried sieht nur eine Möglichkeit, seine Frau zu retten: Er muss nach Bingen zur Nonne Hildegard. Nur sie kann Elsbeth noch retten.


Die Geschichte um Seyfried und Elsbeth wird spannend und flüssig erzählt. Kleinere Spannungsmomente treten immer wieder auf und lassen die Handlung nie langweilig werden. Ich war jedenfalls von Anfang bis Ende gefesselt - auch wenn das Erzähltempo zwischendurch etwas langsamer wurde. Irritiert hatte mich anfang die mittelalterliche Schreibweise der Namen, andererseits fand ich dies für den historischen Kontext auch ganz passend.

Besonders fasziniert haben mich die ganzen Informationen rund um das Thema Bienen. Ich habe mich noch nie mit den mittelalterlichen Zeidlern auseinander gesetzt und fand es daher sehr spannend und interessant, hier nun mehr darüber zu erfahren. Erschreckend war für mich auch, welche unmittelbaren Auswirkungen das Bienensterben für die damalige Zeit hatte. Damals haben die Menschen durch das fehlende Wachs für die Kerzen das Bienensterben sofort gemerkt.

Bei den Charakteren hätte ich mir noch mehr Tiefgang gewünscht - einzig Hildegard wird komplex dargestellt. An Hildegard habe ich mich anfangs gerieben - ich kam mit ihrer Art nicht gleich klar, aber gerade dadurch wurde sie für mich zur spannendsten Figur im gesamten Buch. Neben ihr verblassten sämtliche andere Charaktere - besonders Seyfried und Anna sind für mich im Vergleich mit Hildegard gerade zu blass.

Im Buch selbst werden viele Nebenstränge angefangen, aber nicht alle werden gut auserzählt. Sie finden zwar alle zu einem Ende, aber vieles ging mir zu schnell. Auch das eigentliche Ende der Haupterzählung war mir zu schnell und zu einfach. Da hätte ich mir ein offeneres Ende gewünscht und dafür lieber noch einen zweiten Band, wo dann die noch losen Enden neu verknüpft werden. So hätte man aber gut noch hundert Seiten mehr füllen können, um alle Erzählstränge zu einem gut auserzählten Ende zusammen zu führen oder ein paar Stränge hätten sonst auch weggelassen werden können.

Alles in allem habe ich mich aber durch das Buch gut unterhalten gefühlt und ich habe wieder einiges Neues über die damalige Zeit gelernt. Ich vergebe daher dem Buch 3,5 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.03.2019
Im Schatten der Vergangenheit
Büchle, Elisabeth

Im Schatten der Vergangenheit


ausgezeichnet

Als Hanna nach einem Kurzurlaub zu ihrer Familie in die neue Wohnung zurück kommt, ist ihre Familie spurlos verschwunden. Nichts deutet darauf hin, dass ihr Vater, ihre Stiefmutter und die beiden Halbgeschwister jemals dort in dem Haus gewohnt hätten. Als Hanna von mehreren Männern bedroht und verfolgt wird, überschlagen sich die Ereignisse und eine rasante Flucht von Deutschland in die USA beginnt. Wird Hanna ihre Familie wiedersehen?


Wie auch in ihren anderen Büchern überzeugt Elisabeth Büchle mit ihrem rasanten Erzähltempo und der liebevollen Beschreibung der einzelnen Charaktere. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen - der Spannungsbogen war von Anfang bis Ende hoch. Die zahlreichen Wendungen waren für mich unvorhersehbar und machten das Miträtseln schwierig. Das macht für mich ein spannendes Buch aus!

Interessant war für mich auch die Verknüpfung zwischen dem Ku-Klux-Klan und der heutigen Zeit. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie auch heute noch im 21. Jahrhundert Menschen aufgrund ihrer Rasse diskriminiert und sogar umgebracht werden - und das in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt!

Die Verknüpfung aus Krimi, Thriller und Liebesgeschichte ist der Autorin sehr gut gelungen. Die Hauptfiguren konnte ich schnell in mein Herz schließen - Chris und Hanna sind wunderbar gezeichnet. Wären sie real, würde ich sie gerne mal auf einen Kaffee treffen. Besonders Hanna war mir sehr sympathisch.

Mit der einen oder anderen Nebenfigur musste ich erst warm werden. Besonders mit Kevin hatte ich so meine Schwierigkeiten, aber zum Schluss mochte ich ihn sehr. Mit Helen hingegen ist es mir bis zum Ende nicht gelungen, mich mit ihr anzufreunden. Sie blieb mir irgendwie fremd.

Alles in allem gefällt mir das Buch sehr gut. Ich habe mich mal wieder wunderbar unterhalten gefühlt und kann das Buch nur jedem weiter empfehlen, der spannende und rasant erzählte Geschichten mag...

Bewertung vom 24.03.2018
Lebendig!
Herbst, Michael

Lebendig!


sehr gut

Was bedeutet Christsein eigentlich? Für viele erschöpft es sich bereits darin, an Weihnachten in die Kirche zu gehen oder an Hochzeiten und Ähnlichem den kirchlichen Service in Anspruch zu nehmen. Im großen Alltag spielt aber Glaube oft keine Rolle. Dabei ist Christsein doch viel mehr: Es bedeutet in erster Linie Jünger sein - also bei Jesus in die Lehre zu gehen. Und wie das funktioniert und welche Auswirkungen das auf die Arbeit, den Umgang mit Geld, auf das Eheleben uvm. hat, führt der Autor in diesem Buch in sechs größeren Abschnitten aus.


Der Schreibstil ist flüssig, wirkt aber - insbesondere in den ersten Kapiteln des Buches - etwas trocken. Nur selten werden anfangs Beispiele verwendet, um die Inhalte aufzulockern. Das macht es anfangs etwas mühsam, dem Autor zu folgen. Das wird aber im Lauf des Buches besser und insbesondere der letzte Abschnitt wird durch die Nacherzählung biblischer Geschichten sehr locker inhaltlich aufbereitet.

Da ich viele christliche Bücher lese, war mir vieles schon bekannt. Nichtsdestotrotz ist mir manches dadurch wieder neu bewusst und wichtig geworden. Ich empfinde das Buch als eine Bereicherung für mein Glaubensleben. Es hat mich zum Nachdenken gebracht.

Das Cover ist schön gestaltet und wird als Hardcover-Ausgabe mit dem Lesebändchen richtig edel und hochwertig.

Insgesamt fand ich das Buch sehr gut und kann es nur wärmstens weiter empfehlen!

Bewertung vom 15.03.2018
Mehr als nur ein Traum
Büchle, Elisabeth

Mehr als nur ein Traum


sehr gut

Felicitas hat als jüdisches Kind das Dritte Reich überlebt. Als erwachsene Frau führt ein unerwartetes Erbe sie in die USA und mitten in die Rassenunruhen der 60er Jahre. Sie freundet sich in ihrer neuen Heimat schnell mit den Afroamerikanern an. Das stößt nicht nur auf Gegenliebe. Bald muss sie sich mit dem Ku-Klux-Klan und einigen rätselhaften Vorgängen auseinandersetzen.

Elisabeth Büchle entführt ihre Leser mit diesem Roman in die USA der 60er Jahre. Geschickt verknüpft sie die verschiedenen Brennpunkte der damaligen Zeit miteinander: Vietnamkrieg (inklusive Drogen und Prostitution) und die Rassenunruhen in den USA. Gekonnt lässt sie die spannungsvolle Atmosphäre der damaligen Zeit vor den inneren Augen der Leser auferstehen. Die akribische Recherche ist dem Buch anzumerken - man fühlt sich regelrecht in die damalige Zeit hineinversetzt. Besonders gut gefallen haben mir auch die Zitate von Martin Luther King am Anfang jedes Teils.

Berührt haben mich auch die deutlichen Parallelen zwischen den USA und dem Dritten Reich. Es ist schlimm zu sehen wie Menschen ausgegrenzt und als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, nur weil sie eine andere Herkunft oder Hautfarbe haben.

Die Sprache ist gewohnt lebendig und mitreißend. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen - so hoch ist der Spannungsbogen. Insbesondere durch einige Rätsel der Geschichte wird die Spannung aufrecht erhalten.

Die Charaktere sind gut herausgearbeitet. Felicity wirkt mit ihrer tollpatschigen Art sehr liebenswürdig und sympathisch. Sie ist eindeutig die Sympathieträgerin - genauso auch einige der Nebencharaktere wie bspw. Birdie. Andere Charaktere hingegen geben dem Leser Rätsel auf. Sie wirken wenig durchschaubar und haben Geheimnisse. Dies trägt aber ebenfalls zur Spannung im Buch bei.

Ein kleines Manko hat dieses wunderbare Buch für mich trotzdem: MIr fehlte ein bisschen die Leichtigkeit wie ich sie von anderen Büchern der Autorin kenne. Die sonst sehr schlagfertigen, spritzigen und witzigen Dialoge waren für mich dieses Mal nicht so stark wie sonst. Das mag sicherlich auch der ernsten Thematik und an den gewählten Charakteren liegen, dennoch waren gerade diese Dialoge für mich so ein "Markenzeichen" der Büchle-Romane. Daher war ich etwas enttäuscht darüber, dass sie hier etwas zu kurz kommen.

Im Großen und Ganzen ist das Buch aber ein äußerst gelungener Roman, der den Leser in die jüngere Geschichte der USA entführt. Die spannungsvolle Geschichte sorgt für viele schöne Lesestunden, die leider nur allzu schnell vorübergehen. Ich kann das Buch jedenfalls nur wärmstens weiterempfehlen.

Bewertung vom 31.01.2018
Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10
Läckberg, Camilla

Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10


gut

Ein kleines Mädchen wird vermisst. Fieberhaft suchen die Bewohner von Fjällbacka nach ihr. Vor 30 Jahren verschwand schon einmal ein kleines Mädchen von demselben Hof und eine der beiden Verdächtigen von damals ist gerade zurück gekehrt. Haben die beiden Täterinnen von damals wieder zugeschlagen?

Das Buch ist sehr spannend geschrieben - ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Spannungsbogen bleibt dabei konstant aufrechterhalten und lässt bis zum Ende nicht nach - wie es sich für einen guten Krimi gehört.

Die Geschichte an und für sich ist sehr komplex - besonders auch durch die vielen Charaktere, die am Geschehen beteiligt sind. Es ist vermutlich etwas leichter, wenn man schon von vorherigen Bänden die Ermittler kennt. Für mich war es der erste Band. Ich habe einige Zeit gebraucht, um die Charaktere kennen zu lernen und sie zuordnen zu können, aber das fand ich wiederum gerade faszinierend an diesem Roman. Ich habe mich dadurch "herausgefordert" gefühlt und das mag ich an Büchern - besonders an Krimis. Durch die vielen Charaktere ist auch die Zahl der möglichen Täter hoch. Die Auflösung geht langsam voran, sodass die Tätersuche spannend bleibt und die Zahl der Verdächtigen konstant hoch bleibt. Das macht den Krimiplot weniger vorhersehbar - zumindest was die Taten angeht.

Schade fand ich es dafür, dass andere Handlungsstränge, die ebenfalls das Ende betreffen, ziemlich vorhersehbar waren ab der Mitte des Buches. Ein Plot hatte zudem so gut wie gar nichts mit dem Rest des Buches zu tun - außer vielleicht der Verbindung ganz am Ende und einigen Parallelen, die man zu heute ziehen kann. Das war mir aber zu wenig. Das Buch hätte auch ohne diesen Plot funktioniert.

Der Showdown am Ende war für mich absehbar - wenn auch nicht die Auflösung des Falles! Die Auflösung hat bei mir durchaus nochmal für Überraschungen gesorgt, aber die Geschehnisse rund um den fulminanten Showdown waren für mich etwas zuviel des Guten.

Die Verknüpfung der Flüchtlingsfrage mit dem Thema Hexenjagd fand ich gelungen und gut. Das Buch ermöglicht dem Leser einen neuen Zugang zur Flüchtlingsthematik und macht nachdenklich. Die Autorin hat dieses Thema gut in die Handlung integriert.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es war sehr spannend und gut durchdacht, allerdings konnte es mich nicht völlig überzeugen - besonders nicht gegen Ende. Ich hätte mir - vor allem gegen Ende - etwas weniger Durchschaubarkeit gewünscht und stattdessen vielleicht lieber noch eine überraschende Wendung mehr, daher vergebe ich dem Buch 3,5 Sterne.

Bewertung vom 13.01.2018
Wo du richtig bist
Sjödin, Tomas

Wo du richtig bist


gut

Tomas Sjödin berichtet in seinem neuesten Buch von seiner persönlichen Suche nach dem Platz im Leben. Als Vorbild dient ihm dabei die Geschichte von Thomas, dem Zwilling, aus der Bibel. Er geht ihm nach - auf den Spuren, die aus der Bibel und Legenden übermittelt sind und begibt sich nicht nur auf den Thomasweg, sondern auch nach Indien und kommt dabei zu nachdenkenswerten Gedanken.

Das Buch ist dabei mehr Autobiographie als Sachbuch. Wer hier einen Ratgeber mit dem ultimativen Tipp erwartet, ist schief gewickelt. Sjödin erzählt in erster Linie von persönlichen Erfahrungen und leitet von diesen Erfahrungen her allgemeine Erkenntnisse ab. So kommt er bspw. zu der Erkenntnis, dass Zweifel einen Stillstand bedeutet, während der Glaube Fortschritt ist.

Ein wichtiger Gedanke in seinem Buch ist zudem, dass jeder Mensch Stärken und Träume hat und dass es die Aufgabe insbesondere der Gemeinde ist, diese hervorzulocken und dafür aufmerksam zu sein.

Durch die zahlreichen persönlichen Geschichten lässt sich das Buch gut lesen. Allerdings ist es mir für ein Sachbuch aus einem christlichen Verlag noch zu allgemein gehalten. Es fehlt mir der theologische Tiefgang, den ich bei Max Lucado oder John Ortberg gefunden hätte. Die Thomas-Geschichte aus der Bibel gibt einiges her, aber darauf hat sich der Autor leider nicht beschränkt, sondern baut sein Buch größtenteils auf den Legenden und Apokryphen von Thomas auf. Das fand ich schade. So könnte das Buch fast auch in einem säkularen Verlag erscheinen, da man viele der Ratschläge auch schon aus säkularen Kreisen kennt. Da habe ich mehr erwartet. Deshalb erhält das Buch auch nur 3,5 von 5 Sterne von mir - abgerundet auf 3.

Bewertung vom 30.09.2017
Unter dem Mitternachtsmond
Büchle, Elisabeth

Unter dem Mitternachtsmond


ausgezeichnet

Patrick zieht mit seinem Sohn Leo in ein altes Gutshaus, das recht abgelegen ist. Nach dem Tod seiner Frau hat Patrick Angst, dass auch Leo etwas zustoßen könnte. Doch sie wohnen dort nicht alleine - neben dem Besitzer Waldemar, teilen sie sich das Haus auch noch mit der unkonventionellen Künstlerin Debora, die auch noch mit ein paar Geheimnissen aufwartet...

Wie kann Heilung entstehen? Zu dieser Frage entwirft die Autorin, Elisabeth Büchle, ein eigenes Szenario um zwei Erwachsene und ein Kind, die alle schon Verletzungen erlitten haben und Narben mit sich herumtragen.

Auch wenn die Thematik des Buches ernst ist, schafft es die Autorin wieder einmal mit gewohnter Leichtigkeit, die Geschichte zu entfalten und über aller Ernsthaftigkeit nicht zu trübsinnig werden zu lassen. Es gibt mehr als eine Stelle im Buch, die den Leser laut auflachen lassen werden. Ihr großer Sinn für Humor und ihre Situationskomik heitern den Leser gekonnt auf und bringen ihn zum Lachen.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Auch wenn das Buch relativ wenige Seiten umfasst, entsteht doch bereits auf den ersten Seiten ein gutes Bild von den Charakteren, die in ihrer Wesensart zwar sehr unterschiedlich sind, sich aber dennoch gut ergänzen und zueinander passen. Ihr Handeln ist - insbesondere vom Ende des Buches her gesehen - schlüssig und stimmig.

Der Spannungsbogen ist am Anfang relativ hoch, lässt in der Mitte etwas nach, nur um gegen Ende wieder an Fahrt zuzunehmen. Das Lesen wird aber zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern bleibt fesselnd.

Einziges Manko dieses Buches ist der Seitenumfang - er hätte wesentlich länger ausfallen dürfen, dann hätten sich die Charaktere vielleicht auch nicht ganz so sehr beeilen müssen, um zueinander zu finden. Im Großen und Ganzen war aber das Tempo der Entwicklung der Charaktere stimmig - nur an einer einzigen Stelle war es mir anfangs etwas zu schnell, auch wenn der Rest des Buches diesen Eindruck dann wieder relativiert hat. Dies ist aber auch schon Meckern auf hohem Niveau.

Wer eine wunderbar schöne Geschichte lesen möchte, die einen abtauchen und den Stress des Alltags vergessen lässt, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.