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KittysKiste

Bewertungen

Insgesamt 119 Bewertungen
Bewertung vom 29.08.2025
Zeißler, Elvira

Die Wortweberin - Frost und Flammen


sehr gut

Nachdem nun endlich scheinbar alle Geheimnisse aus dem Weg geräumt sind, müssen sich Chiara, Cadrim und ihre Gefährten Lexor und seinen Intrigen stellen, was ich anfangs noch richtig spannend und interessant fand. Doch dann kam eine neue Gefahr dazu, mit der ich zwar nicht gerechnet habe, die mich aber auch nicht so richtig von den Socken reißen konnte. Dennoch ließ sich auch dieser Band wieder gut weglesen, beziehungsweise hören, und ich mochte die Chemie zwischen Chiara und Cadrim, ihre Verbundenheit und trotz allem, was vorher geschehen ist, trotz der Lügen und Geheimnisse, ihr Vertrauen ineinander. Ebenfalls mochte ich den Aspekt mit dem mentalen Reisen, wenn man das so nennen kann, der Drachenmagie und dass die Kampfszenen nicht wahnsinnig in die Länge gezogen wurden. Auch das epische Finale fand ich in diesem letzten Band wirklich großartig, super romantisch und zudem hat es die Reihe wirklich zufriedenstellend abgeschlossen.

In die Charaktere habe ich mich auch hier immer weiter verliebt, gerade in Chiara und Cadrim, die einfach nur großartig sind. Chiara ist aufopfernd, gerechtigkeitsliebend und überhaupt nicht überheblich, wie die Prinzessin, die sie spielen sollte und an Cadrim habe ich seinen Beschützerinstinkt geliebt, egal ob für Chiara oder sein Volk. Und natürlich durften auch Wilhem und Malik wieder nicht fehlen. Ich hätte sie auch nicht missen wollen. Allerdings sterben auch ein paar Charaktere, egal, ob man diese vorher mochte oder nicht. Dafür tritt aber Prinzessin Isidia nach lange Zeit wieder auf den Plan, allerdings nicht unbedingt mit guten Absichten. Außerdem lernt man in diesem Band auch Chiaras Mutter und Schwester kennen, da dieser ebenfalls aus deren Sicht erzählt wird.

Alles in allem bekommt man hier einen wirklich tollen und runden Abschluss einer romantischen, teilweise actionreichen, spannenden und hin und wieder sogar relativ spicy Fantasy-Trilogie. Ich bin jedenfalls wirklich begeistert und kann die ganze Reihe absolut weiterempfehlen, was ich vorher nicht unbedingt gedacht hätte, weil ich selbst ohne große Erwartungen an sie herangegangen bin.

Bewertung vom 28.08.2025
Zeißler, Elvira

Geheimnisse und Glut / Die Wortweberin Bd.2


sehr gut

Endlich sind Chiara und Cadrim in Laran angekommen und schon verhält er sich ihr gegenüber kalt und abweisend, was Chiara überhaupt nicht verstehen kann. Doch dann treten, neben der großen, aber doch irgendwie vorhersehbaren Enthüllung vom Ende des ersten Bandes, weitere Geheimnisse zu Tage, mit denen auch ich nicht gerechnet hatte. Ebenfalls ist Chiaras Geheimnis noch immer ein großes Problem, schließlich werden ihre Gefühle für Cadrim immer stärker.

Dabei ist dieser Band schon irgendwie ein typischer Mittelband, in welchem auf das große Finale hingearbeitet wird. Dennoch passiert hier ziemlich viel, es wurde wieder ziemlich spannend und fesselnd. Jedenfalls habe ich auch ihn in Nullkommanichts förmlich inhaliert. Zwar gestaltet sich die Liebesgeschichte in ungefähr der ersten Hälfte des Buches noch eher kühl und es geschieht, wenn überhaupt, dies nur in Chiaras Fantasy, aber später wurde es doch hin und wieder ziemlich heiß. Ich jedenfalls fand auch dieses Buch wieder teilweise recht spicy für einen Romantasy Roman. Aber natürlich gibt es auch noch eine Menge andere Themen. Es gibt eine Menge Magie, die mal etwas anders ist, Verheißungen, die ich nicht so ganz verstanden habe und viele Gefahren, die ich hingegen ziemlich gut gesponnen fand. Am meisten aber mochte ich die Liebesgeschichte zwischen Chiara und Cadrim und gerade das Ende war wirklich herzerwärmend.

Auch die Charaktere fand ich weiterhin großartig geschrieben. Während ich Chiara und Cadrim wirklich immer mehr ins Herz geschlossen habe, genauso wie Wilhelm und Malik, fand ich König Lexor immer furchtbarer und unsympathischer. Ebenfalls ist Jenna richtig toll geschrieben, aber nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Es passen die Charaktere jedenfalls alle an ihren Platz.

Alles in allem mochte ich auch diesen Band wieder und er hat mich wirklich neugierig auf den Abschluss der Trilogie gemacht, zumal es scheinbar wieder romantischer wird. Wer also mit der Reihe bereits begonnen hat, kann ruhig gleich mit Band zwei weitermachen.

Bewertung vom 27.08.2025
Zeißler, Elvira

Schall und Schein / Die Wortweberin Bd.1


sehr gut

Selten habe ich einen Fantasyroman an nur einem Tag durchgelesen, beziehungsweise durchgehört und das hat schon einiges zu sagen. Jedenfalls hat mich dieser erste Band der Trilogie rund um die Wortweberin Chiara echt begeistert und von Seite eins an durchaus mitgerissen.

Dieser ist flüssig, super packend und bildlich geschrieben. Ebenso wird die Geschichte von Seite zu Seite immer spannender, wobei man eine wirklich schön gezeichnete Fantasywelt vorgesetzt bekommt, welche nicht zu überladen und dadurch leicht verständlich ist. Und obwohl es sich hier größtenteils um eine Art Roadtrip nur in einem Highfantasy Setting handelt, da Chiara die meiste Zeit erst mit Leuten aus dem Palast und dann mit Cadrim und dessen Leuten unterwegs ist, so geschieht wahnsinnig viel, was immer wieder für interessante Szenen und einige Wendungen geführt hat. So begegnet man mit ihr ganz unterschiedlichen anderen Charaktere, trifft auf diverse Wesen und Gefahren. Außerdem wird es zwischendrin sogar etwas spicy. Nur das Ende fand ich etwas vorhersehbar, vor allem, wenn man die Klappentexte zu Band zwei und drei schon gelesen hat. Das sollte man auf jeden Fall lassen, wenn man diesbezüglich nicht gespoilert werden möchte. Ansonsten macht das Ende aber auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Band.

Zudem fand ich die Charaktere allesamt richtig gut geschrieben. Chiara ist mir mit ihrer wahnsinnig freundlichen und hilfsbereiten Art von Anfang an ans Herz gewachsen und auch Cadrim fand ich echt sexy und obwohl er echt grummelig ist, manchmal sogar etwas fies wirkt, ist er eigentlich ein cooler Typ. Am meisten mochte ich allerdings Wilhelm, der sich immer sehr um Chiara kümmert und sie beschützt.

Alles in allem mochte ich den Auftakt zu dieser Reihe wirklich sehr und habe ihn förmlich verschlungen, vor allem, weil ich die Protagonisten so sehr mochte und darauf hingefiebert habe, dass sie endlich in Laran erreichen. Aber auch alles, was bis dahin geschieht, konnte mich sehr unterhalten und war echt spannend.

Bewertung vom 26.08.2025
Hoover, Colleen

All das Ungesagte zwischen uns


sehr gut

Wieder einmal wurde ein Buch von Colleen Hoover verfilmt, welches ich bis dato noch nicht gelesen hatte, weshalb ich das schnell noch vor Erscheinen des Filmes nachgeholt habe und das Erste, was mir zu diesem Buch einfällt, ist, dass es gleichzeitig dramatisch und zuckersüß ist.

Die Geschichte wird dabei aus zwei Perspektiven erzählt, nämlich einmal aus der der vierunddreißigjährigen Morgan, die nach einem plötzlichen Verlust auch noch mit einer wirklich fiesen Offenbarung klarkommen muss. Gleichzeitig kommt sie einem Mann immer näher, dem sie vielleicht nicht so nahe kommen sollte.

Auf der anderen Seite ist da Morgans sechzehnjährige Tochter Clara, welche denselben Verlust durchstehen muss, das in einer Phase, wo sich sowieso schon alles ändert. Hier spielen viele verschiedene Themen eine Rolle, unter anderem natürlich der Verlust selbst, aber auch die erste Liebe, die Probleme, die mit der Pubertät auf Mütter und ihre Töchter zukommen sowie Schuldgefühle und Zweifel. Besonders hat mir dabei die Beziehung zwischen Clara und ihrem Freund Miller gefallen, weil sie einfach super süß miteinander umgehen, selbst, wenn sie sich mal streiten. Sämtliche Szenen zwischen den beiden fand ich einfach nur großartig und habe sie wahnsinnig genossen. Aber auch Morgans Part fand ich wirklich schön, wenn auch nicht ganz so spannend, wie den von Clara, weil ihre Geschichte nicht wahnsinnig besonders war, aber trotzdem echt schön. Zudem fand ich die Beziehung zwischen Morgan und Clara sehr interessant und realistisch gezeichnet, die Streitereien, die langsame Absondern Claras und auch das ganze Gefühlschaos. Die Geschichte ist jedenfalls insgesamt einerseits tragisch, weil sowohl Morgan als auch Clara einiges durchmachen müssen, andererseits aber auch so oft super süß, mit richtig tollen, herzerwärmenden Szenen.

Auch die Charaktere mochte ich hier sehr, denn diese sind sehr lebendig geschrieben und auch, wenn mich Claras Verhalten manchmal echt genervt hat, so war dieses für ein junges Mädchen mitten in der Pubertät einfach normal, zumal sie auch noch einiges durchzustehen hat. Ebenso mochte ich Morgan wirklich gern und konnte ihre Verzweiflung über die aktuelle Situation in ihrem Leben als auch den Problemen mit Clara absolut nachvollziehen. Ebenfalls fand ich Miller und Jonah super toll. Miller, weil er so viel Geduld mit Clara hat, scheinbar immer genau das Richtige tut und super witzig ist. Jonah, weil er für Morgan da ist, sich gleichzeitig aber auch zurücknimmt, obwohl er in sie verliebt ist.

Alles in allem war dieser Roman wieder einmal ein typischer Hoover, wenn man hier auch gleich zwei Liebesgeschichten in einem bekommt und gleichzeitig auch noch eine Coming-of-Age Geschichte. Dieser war super gut und flüssig geschrieben, emotional und, wie schon öfter erwähnt, zuckersüß. Jetzt freue ich mich jedenfalls auf den Film und hoffe, dass dieser gut umgesetzt wurde.

Bewertung vom 24.08.2025
Kent, Rina

God of Pain - Verbotene Liebe


sehr gut

Ich hätte es ja kaum gedacht, aber dieser zweite Band der Reihe konnte mich doch tatsächlich zu großen Teilen begeistern, denn dieser war wirklich super spicy und gleichzeitig hatte er einiges an Spannung zu bieten. Er ist aber auch wieder extrem brutal, die Liebesgeschichte nicht sanft und romantisch und die Sexszenen nichts für schwache Nerven. Aber hey, immerhin geht es hier um Dark Romance und dieses Genre darf das.

Annika und Creighton sind aber auch ein sehr interessantes Paar, sie die Tochter eines Mafia-Bosses, er adoptiert, mit einer geheimnisvollen und gleichzeitig spannenden Hintergrundgeschichte. Trotzdem spürt man eine gewisse Anziehungskraft zwischen den beiden, welche nicht nur sexueller Natur ist und dennoch steht natürlich dieses Thema mit im Vordergrund, wobei es richtig rund geht. Allerdings ist es hier einvernehmlich, wenn es auch nicht immer so wirkt. Das muss man natürlich nicht mögen, ist aber dennoch echt prickelnd. Außerdem gibt es verschiedene Rivalitäten, Anschläge aufeinander und einen Rachefeldzug, der zusätzlich für einige Spannung sorgt.

Was die Charaktere angeht, so fand ich Creighton am interessantesten. Er, der viel schläft und gerne isst, wirkt eigentlich gar nicht so extrem, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Gerade seine sexuellen Vorlieben sind echt gewöhnungsbedürftig, was auch Annika schnell zu spüren bekommt. Gleichzeitig steckt noch ein kleiner, verletzter Junge in ihm, der ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Trotzdem kann er für Annika auch wenigstens ein bisschen Normalität und Romantik aufbringen. Sie fand ich aber auch echt süß, manchmal, gerade am Anfang noch, vielleicht etwas naiv, aber sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte auch weiter, wird selbstbewusster und härter.

Alles in allem war dieser Band wieder einmal echt unterhaltsam, sehr spicy und brutal, aber im Gegensatz zu Band eins auch noch spannender und vor allem wirkte die Liebesgeschichte für mich realistischer und nachvollziehbarer. Mir hat das Buch jedenfalls ganz gut gefallen und ich hoffe, dass die nachfolgenden Bände mindestens genauso gut werden.

Bewertung vom 22.08.2025
Zweig, Stefan

Schachnovelle


sehr gut

Ich muss zugeben, ich habe von diesem Klassiker nicht viel erwartet, habe ihn nur gelesen, weil ich dachte, man müsste ihn einmal gelesen haben und doch hat er mich durchaus mitgerissen und ich habe ihn letztendlich auch an einem Tag komplett durchgelesen. Das Buch ist aber auch sehr dünn und lässt sich, trotz des eher antik anmutenden Schreibstils, sehr schnell und flüssig weglesen.

Ein unbekannter Erzähler erzählt hier vom Aufeinandertreffen eines jungen Schachprofis und des Dr. B. auf einem Schiff von New York nach Buenos Aires, wo man in erster Linie die Geschichten der beiden vollkommen verschiedenen Charaktere erfährt. Während Czentovic nämlich ein Naturtalent im Schach ist, ansonsten aber ein eher einfach gestrickter Charakter, ist Dr. B. durch einen gewissen Zwang zu einem Meister in diesem Spiel geworden. Dazu kommt, dass Czentovic spielt, weil er nichts anderes kann, Dr. B. hingegen, weil er nicht anders kann. Dieser kleine Unterschied zeigt sich bei einem Schachspiel zwischen den beiden auf besagten Schiff, welches zu einem spannungsgeladenen Krimi wird, der Dr. B. bis an seine Grenzen bringt.

Diese Geschichte wird durchaus packend erzählt und ich konnte das Buch kaum weglegen. Gerade die Geschichte des Dr. B. hat mich sehr beeindruckt, weil er aus der Not heraus, um sich abzulenken, erst recht in eine Abwärtsspirale gerät. Zudem muss man, um die Geschichte zu verstehen, kein Schach spielen, es nicht einmal verstehen, dafür bekommt man einen guten Einblick in die menschliche Psyche.

Alles in allem ist dieser Klassiker besser, als ich erwartet habe. Er hat mich nun nicht unbedingt komplett umgehauen, aber er war kurz, knackig und unterhaltsam, mit einem gewissen, philosophischen Unterton.

Bewertung vom 20.08.2025
Kylling, Mimi

My Haunted Heart - Ich sehe dich / Haunted Love Bd.1


ausgezeichnet

Nach langer Zeit habe ich hiermit endlich wieder ein Buch gelesen, welches mich absolut packen konnte und welches ich kaum aus den Händen legen konnte, weil mich die Geschichte so sehr in ihren Bann gezogen hat.

Diese beginnt noch ziemlich ruhig und man könnte denken, es wird, obwohl gleich am Anfang eine Trauerfeier stattfindet, eine gemütliche Kleinstadt-Romanze. Doch falsch gedacht. Was man hier bekommt, ist nämlich eine zutiefst emotionale Liebesgeschichte mit einem gebrochenen, männlichen Charakter, der für mich irgendwie den Mittelpunkt der ganzen Geschichte gebildet hat, obwohl eigentlich Flora die Protagonistin ist. Er ist einerseits typisch Mann, der seine wahren Gefühle versteckt, der harte Ex-Soldat, der andern droht und ihnen Angst einjagt. Andererseits versteckt er innen drinnen selbst ganz viele Ängste, Angst vor Fehlern, Angst, nicht richtig zu sein und Angst vor der Zukunft. Dabei spielen viele verschiedene Themen eine Rolle, zu aller erst PTBS, was unter anderem zu Suizidgedanken führt, aber auch Krankheit und in gewissem Maße auch Stalking, wobei ich dieses Thema absolut nicht schlimm in diesem Buch fand.

Die Liebesgeschichte selbst fand ich aber auch großartig geschrieben, voller Verständnis von Seiten Floras, selbst, als andere sich einmischen, ihr von einer Beziehung mit Swayer abraten und ihn als gefährlich ansehen. Ihre Hingabe habe ich bewundert und wie sie ihn immer wieder verteidigt, ihn auffängt und am Leben hält, ist sehr realistisch und ohne unnötigen Kitsch geschrieben, nachvollziehbar und sehr menschlich. Vor allem fand ich schön, wie sie mit dem Thema Briefe umgeht, worüber ich nicht zu viel verraten möchte. Allerdings gibt es diesbezüglich auch ein kleines Logikproblem, was ich aber auch nicht weiter bewerten möchte. Das Ende der Geschichte fand ich ebenfalls großartig, denn es ist ein bittersüßes Happy End, bei welchem sich die Autorin keine unrealistische Lösung für ein bestehendes Problem herbeifantasiert hat.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich dieses Buch wirklich toll fand, die Geschichte sehr schön, emotional und obwohl sie lange Zeit teilweise echt düster ist, ist sie doch auch irgendwie lebensbejahend. Ebenso mochte ich die Charaktere, selbst die, die nicht unbedingt Sympathieträger sind, weil sie einfach gut und nachvollziehbar geschrieben sind. Und auch den Schreibstil fand ich super, mal ganz ohne Gendern, außer in den Anmerkungen.

Bewertung vom 18.08.2025
Kent, Rina

God of Malice - Gefährliche Liebe


gut

Manchmal fällt es mir echt schwer, ein Buch zu bewerten und so ging es mir auch bei diesem hier, denn eigentlich war die Geschichte teilweise echt abstoßend und gerade Killian fand ich einfach nur furchtbar. Dennoch hatte sie etwas, was mich durchaus begeistern konnte.

Bereits der Anfang des Buches zeigt, womit man es hier zu tun bekommt und das ist nichts Romantisches, sondern Stalking, Bedrohungen, sexueller Missbrauch und überhaupt ein sehr harter Umgang miteinander. Dazu kommt, dass Killian Glyndon scheinbar überhaupt nicht ernst nimmt, sie drangsaliert und wie ein Spielzeug behandelt. Dabei muss man bedenken, dass er anders ist, vielleicht Autismus hat, wobei diese Entwicklungsstörung aber echt negativ dargestellt wird, was sie eigentlich gar nicht ist. Killian ist nämlich für mich ein Psychopath, der angeblich keine Gefühle hat, sich aber von einer bestimmten Aussage seines Vaters dann doch angegriffen fühlt. Irgendwie habe ich das nicht so richtig verstanden. Für mich ist er jedenfalls ein sehr zwielichtiger Charakter und ich konnte bis zum Ende nicht nachvollziehen, wie sich Glyndon in ihn verlieben kann.

Andererseits fand ich die Geschichte durchaus interessant, unterhaltsam und obwohl ich sowohl die sexuellen Vorlieben der beiden Protagonisten als auch ihre Gefühle füreinander, nicht so ganz nachvollziehen kann, so fand ich sie dennoch recht prickelnd geschrieben. Jedenfalls habe ich immer irgendwie zwischen Wut, Ekel und einer gewissen Anziehung geschwankt. Auch Glyndon fand ich als Charakter echt gut geschrieben, eigentlich ein nettes Mädchen, aber mit verborgenen Gelüsten, die erst Killian aus ihr herauskitzelt.

Alles in allem ist dieser Roman echt gut und flüssig geschrieben, die Geschichte unterhaltsam, aber auch echt krass und nicht immer mein Fall, dennoch konnte sie mich irgendwie halten und ich wollte auch immer wissen, wie es mit Glyndon und Killian weitergeht. Ich habe sogar Lust, die Reihe weiterzulesen, beziehungsweise zu hören.

Bewertung vom 15.08.2025
Buck, Vera

Runas Schweigen


gut

Eigentlich hat mich dieses Buch nie wirklich interessiert, bis es dieses dann als Mängelexemplar zu kaufen gab und die Buchkaufsucht zugeschlagen hat. Kein Wunder, dass es deshalb auch so lange ungelesen im Regal stand. Nun war es aber Zeit für die Lektüre dieses doch schon besonderen Werkes, welches ich einerseits schon interessant und streckenweise recht spannend fand, welches aber gerade am Anfang leider lange brauchte, um in Fahrt zu kommen und auch ansonsten einige Dinge an sich hatte, die mir nicht so gut gefallen haben.

Man begibt sich mit diesem Roman ins Paris des Jahres 1884, wo der junge Medizinstudent Jori versucht, Heilung für seine heimliche Liebe Pauline zu finden. Ihn begleitet man dann auch größtenteils durch die Geschichte, wobei es sehr medizinisch wird, aber nicht so, wie wir es heute kennen, sondern teilweise auf sehr makabere, teils schon bösartige Weise. Gerade Dr. Charcot war dabei ein Beispiel für Machtgehabe und fehlende Liebe für den Mitmenschen, was mich extrem sauer und traurig gemacht hat, zumal der Roman sich sehr an der Realität entlang schlängelt. Vieles, was man hier erfährt, gab es zu dieser Zeit wirklich und obwohl ich davon bereits wusste, hat es mich teilweise sprachlos gemacht.

Jori ist dabei ein Charakter, von dem ich nicht so richtig wusste, was ich von ihm halten soll. Einerseits will er unbedingt Pauline retten, will wirklich heilen und scheint eigentlich kein schlechter Kerl zu sein. Andererseits scheint er manchmal etwas schwer von Begriff und macht vieles mit, was er eigentlich nicht tun sollte. Dennoch zeigt er wenigstens ein Gewissen und im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter. Auch zu Runa entwickelt er eine fast schon liebevolle Beziehung.

Doch wer denkt, dass Jori, der eigentlich Johann Richard Hell heißt, die einzige wichtige Person in diesem Buch ist, der täuscht sich, denn dieses wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, allesamt aus der personellen Sicht, bis auf einen Fall, was im Endeffekt eine tiefere Bedeutung hat. Aber kommen wir erst einmal zu den anderen Charakteren.

Da ist zum Beispiel der ehemalige Polizist Lecoq, der sich selbst als Verbrecher betitelt, aber durch einen alten Bekannten auf einen Fall angesetzt wird, der ihn, ohne, dass er es selbst merkt, immer mehr in die Machenschaften rund um Jori, die Salpêtrière und Runa verwickelt. Außerdem gibt es die beiden Kinder Isabelle und Frédéric, die sich mehr oder weniger mit Lecoq anfreunden und ihm helfen. Und dann ist da noch Maxime, der einzige Ich-Erzähler in diesem Buch, der mit der eigentlichen Geschichte gar nicht so viel zu tun hat, aber dennoch im Großen und Ganzen eine wichtige Rolle spielt. Hier will ich aber nicht zu viel verraten.

Am Wichtigsten ist aber die Figur, die hier im Mittelpunkt steht und das ist natürlich Runa selbst, von der man anfangs gar nicht allzu viel erfährt und die mehr wie ein großes Rätsel wirkt. Dieses Mädchen ist besonders, scheint aggressiv und unnahbar, redet nicht und interagiert auch nicht wirklich. Dafür aber gibt es an verschiedenen Orten mysteriöse Botschaften, welche nach und nach mehr und mehr Sinn ergeben und ein Stück weit erklären, warum Runa so ist, wie sie ist. Leider wird aber nie alles ganz aufgeklärt und es bleiben am Ende viele Fragen offen, was ich echt schade fand.

Alles in allem begann dieser Roman sehr langsam. Schon allein, bis Runa tatsächlich auftauchte, dauerte es um die hundert Seiten und selbst dann kam die Geschichte nur allmählich in Fahrt. Irgendwann wurde es allerdings echt spannend und ich habe auf eine allumfassende Auflösung hin gefiebert, was es mit Runa und ihrem Verhalten auf sich hat, was eben nicht so kam, wie erwartet. Dafür war das Buch aber wirklich gut geschrieben und bis auf das Medizinische und die französischen Namen ließ es sich flüssig lesen. Ob ich es empfehlen würde, kann ich aber nicht wirklich sagen, da es eben nicht schlecht war, mich aber auch nicht umgehauen hat. Dennoch wird die Geschichte sicher in meinem Kopf bleiben, weil sie doch recht einprägsam und besonders ist.

Bewertung vom 09.08.2025
Lancali

i fell in love with hope


gut

Oje, das war mal eine holperige Reise durch eine eigentlich gut gemeinte, emotionale Geschichte über Freundschaft, Tod und Hoffnung, die niemals stirbt. Denn leider konnte mich diese, gerade noch am Anfang, lange Zeit nicht wirklich für sich einnehmen.

Das lag vor allem an dem zwar einerseits wunderschönen, sehr poetischen Schreibstil, dem dafür aber die Bildhaftigkeit absolut verloren gegangen ist. So ist es mir wahnsinnig schwergefallen, mir ein Bild vom Setting und den Charakteren zu machen. Gleichzeitig war die Geschichte dadurch sehr unübersichtlich und verwirrend. Manchmal ist weniger halt doch mehr. Andererseits hat sich die Geschichte zwischendurch immer mal wieder gezogen, was wohl auch daran lag, dass sie echt verwirrend war und ich deshalb öfters mal den Faden verloren habe. Dennoch war die Geschichte sehr emotional, voller Abenteuer vierer Jugendlichen, die dem Tode geweiht sind, sich davon aber nicht unterkriegen lassen wollen. Ebenso fand ich die Idee des neutralen Erzählers sehr interessant, doch teilweise auch etwas verwirrend. Erst am Ende erfährt man nämlich, worum, beziehungsweise um wen, es sich bei Sam tatsächlich handelt. Bis dahin ist gerade seine/ihre Figur aber sehr undurchsichtig.

Die anderen Charaktere waren aber allesamt wirklich gut geschrieben. Ich mochte vor allem die lebhafte, aufgeschlossene Sony sehr. Sie ist sozusagen die Anführerin der Clique, weil sie aber auch eine Führungsnatur besitzt, immer die richtigen Worte auf den Lippen und trotz fehlendem Lungenflügel nicht zu stoppen. Das komplette Gegenteil ist der mürrische, aber sehr poetische Neo, der unter seinem strengen Vater und an Magersucht leidet. Coeur ist ein großer, eigentlich starker Junge mit einem sehr lieben, wenn auch kaputten Herzen. Er ist der Ruhepol der Clique. Zu diesem Team kommt Hikari, bei welcher nie wirklich erwähnt wird, an welcher Krankheit sie leidet. Doch nach und nach erfährt man, was mit ihr los ist und vor allem kommt es zwischen ihr und Sam zu einer Art Liebesgeschichte.

Alles in allem hätte dieses Buch super werden können, doch leider hat sich die Autorin mit ihrem zu gewollt poetischen Schreibstil selbst manipuliert und damit für zu viel Verwirrung gesorgt. Und dennoch hat mich die Geschichte letztendlich nicht in Ruhe gelassen und ich musste sie einfach zu Ende hören, zumal sie auch gut vertont wurde.