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Benutzername: Krimihexe
Wohnort: Hamm Westfalen
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Bewertungen

Insgesamt 137 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2019
Alles okay
LaCour, Nina

Alles okay


ausgezeichnet

Marin wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Großvater auf. Dieser erwähnt ihre Mutter nie und hat auch keine Babybilder von ihr. Sonst ist ihre Welt in Ordnung, nicht zuletzt wegen ihrer besten Freundin Mable und deren Eltern, die sie wie eine Tochter in die Familie aufgenommen haben.

Als ihr Großvater stirbt, stürzt ihre Welt zusammen und sie macht sich ohne Gepäck auf den Weg tausende Kilometer weit weg, um zu studieren und Abstand zu ihrem alten Leben zu bekommen. Auf Nachrichten von Mable reagiert sie nicht. Sie funktioniert wie eine Marionette. In den Weihnachtsferien ist sie ganz allein in dem eiskalten Wohnheim und dann steht Mable vor der Tür und bittet sie zurück zu kommen.

Die Beziehung von Marin und Mable ist speziell und wird in vielen Rückblenden thematisiert. Eine Geschichte wie ein Orkan, sie überrollt einen mit ihrer Melancholie und man möchte Marin einfach nur in den Arm nehmen. Trotz Belanglosigkeiten steckt man schon bald tief in Marins Traurigkeit und wird voll von den berührenden Worten abgeholt. Verstehen muss man Marins Verhalten nicht immer. Ich hätte mir ein ausführlicheres Ende gewünscht, mehr von der Weihnachtsfeier. Der Schreibstil ist toll, eine Geschichte, nicht nur für Teenager.

Bewertung vom 07.10.2019
Die geilste Lücke im Lebenslauf
Martin, Nick; Vetter, Anita

Die geilste Lücke im Lebenslauf


ausgezeichnet

Nick kündigt seinen Job und geht nach langer Planung auf Weltreise, die eigentlich nur ein Jahr dauern soll, daraus werden dann 6 Jahre.



Man muss kein Abenteurer sein, um sich in die Geschichte und den Autor zu verlieben. Der Schreibstil ist super, klar und realistisch, so dass ich eingetaucht bin in eine andere Welt und viele Orte und Länder kennengelernt habe, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Ich habe die Erlebnisse geteilt, die fremden Speisen und Gewürze gerochen und den Schmerz und die Freude gefühlt, als wäre ich in jeder Minute dabei gewesen. Nicht einfach nur ein Reisebericht, sondern die Lebenseinstellung von einem sympathischen mutigen jungen Mann.

Ich war ja sehr überrascht darüber, wie unfreundlich und unlustig wir Deutschen eigentlich sind, von vielen Völkern könnten wir uns in der Hinsicht mal eine Scheibe abschneiden.

Diese Geschichte wird bei mir noch lange nachhallen und vielleicht sehe ich Nick ja mal persönlich auf einem seiner Vorträge. Ich kann nur sagen, ich habe mich super unterhalten gefühlt und werde das Buch allen Freunden und der Familie empfehlen, ach was, ich werde es allen Leuten empfehlen, die lesen können. Das Buch hat auf jeden Fall 10 Sterne verdient.

Bewertung vom 29.09.2019
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
Skybäck, Frida

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse


sehr gut

Die Schwedin Charlotte erbt überraschend eine alte Buchhandlung in London von ihrer Tante, die sie gar nicht kannte. Als sie nach London kommt, um sich einen Überblick zu verschaffen, begegnen ihr die beiden Angestellten Martinique und Sam mit Misstrauen, da sie befürchten, Charlotte könnte die Buchhandlung verkaufen. Nach anfänglichen Missverständnissen sind ihr die Menschen dort ans Herz gewachsen und sie beginnt in der Buchhandlung auszuhelfen und sich einen Überblick der Finanzen zu verschaffen. Vor allem der Mieter William, ein erfolgloser Schriftsteller, hat es Charlotte angetan.

Nette Story, am Anfang allerdings etwas schwerfällig, ab Seite 150 hat es mich dann gepackt und ich habe mit Schmunzeln die Geschichte von dem Riverside Bookshop verfolgt, die erst durch die Buchhandlung ans Lesen gekommen ist. Charlotte hätte ich am liebsten einige Male geschüttelt, weil sie den Mund nicht aufgemacht hat weder über die Finanzen geredet noch über ihre eigene Situation, wo so oft es nötig gewesen wäre, man muss schon etwas Geduld haben, um die Menschen zu verstehen. Wirklich realistisch ist die Geschichte nicht, aber nett zu lesen, vor allem, wenn man Bücher und Buchhandlungen mag.

Bewertung vom 25.09.2019
kochen.
Paul, Stevan

kochen.


ausgezeichnet

Dieses Kochbuch stellt natürlich alles in den Schatten, was ich jemals an Kochbüchern hatte. Es ist richtig dick und schwer, der Schnitt ist dunkelblau und der Einband ist aus Stoff, also es macht nicht nur inhaltlich viel her, sondern auch optisch.

Die Kapitel sind so aufgebaut, wie man es von anderen Kochbüchern auch kennt, Vorspeise, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Käse, Saucen und Desserts. Es gibt aber in dem Buch auch Zusatzkapitel, wie Kochtechniken z.B. Temperatur und Binden, Geschmack z.B. Säure und Gewürze, Warenkunde z.B. Bierübersicht und alkoholfreie Speisenbegleitung, also alles in allem noch viel Info um die Rezepte herum.

Die Bilder der jeweiligen Rezepte sind super schön gestaltet, so dass man mit dem Kochen sofort loslegen will. Jedes Rezept ist noch unterteilt in mehreren kleinen Rezepten, das Fleisch und das Gemüse wie auch die Sauce sind jeweils extra aufgeführt, was vieles erleichtert, man hat sofort alles auf einen Blick. Zu jedem Rezept gibt es unten nochmal Tipps und Varianten, was ich persönlich richtig toll finde, da habe ich Infos, wie ich das Rezept abwandeln kann.

Gekocht habe schon einiges wie die Maissuppe (das hat man meistens im Haus) oder den Fisch mit Tomaten und Kichererbsen oder auch das vegetarische Bulgur. Super finde ich, dass die Rezepte sicher jedem gelingen und sie nicht zu exotisch sind, aber auch nicht zu einfach und langweilig. Ich freue mich immer, wenn ich das Buch in meinem Regal sehe und kann stundenlang darin blättern und finde immer noch wieder was, was ich noch nicht gelesen habe. Ich kann dieses Werk wirklich jedem empfehlen, egal ob Kochanfänger oder Profi.

Bewertung vom 20.09.2019
Messer / Harry Hole Bd.12
Nesbø, Jo

Messer / Harry Hole Bd.12


ausgezeichnet

Harry Hole ist ganz unten. Job verloren, von seiner Frau Rakel vor die Tür gesetzt, fängt er wieder an zu trinken. Nun will er den Vergewaltiger Svein Finne zur Strecke bringen, der seiner Meinung nach für einen furchtbaren Rache-Mord verantwortlich ist. Nach einer durchzechten Nacht kann sich Harry an nichts erinnern und hat Blut an seiner Hose. Ein schwerer Schicksalsschlag lässt ihn fast zusammenbrechen und nur die exzessive Suche nach dem Täter lässt ihn noch weitermachen.

Nach einem etwas holprigen Anfang, lässt sich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ständig gibt es neue Spuren, neue Verdächtige, Wendungen um Wendungen, Intrigen, Geheimnisse, die nicht aufgedeckt werden sollen und schließlich eine Auflösung, die man keinesfalls erwartet und nicht ahnen kann. Schließlich gibt es ein Bauernopfer, was eigentlich kein Opfer ist und ein Täter, der ein Opfer seiner Emotionen ist. Harry ist ein einsamer Wolf, der unfreundlich und betrunken den Menschen in seinem Leben den Umgang nicht gerade leicht macht und das macht ihn allerdings für einige Frauen in seinem Umfeld umso attraktiver.

Jo Nesbo hat mit dem 12. Teil eine großartige spannende Geschichte geschrieben und ich kann es kaum erwarten den 13. Teil zu lesen.

Bewertung vom 09.09.2019
Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2
Raabe, Marc

Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2


ausgezeichnet

Der Eröffnungsfilm auf der Berlinale entpuppt sich als Schocker. Ein Snuff-Film sorgt im Publikum für Entsetzen und die Zuschauer stürmen aus dem Theater. Als das Opfer des Snuff-Films als Tochter des Bürgermeisters erkannt wird, werden Tom Babylon vom LKA und Sita Johanns als Polizeipsychologin für die Ermittlungen angefordert. Trotz der Unsicherheit ist jedem klar, dass der Snuff-Film ein echtes Verbrechen darstellt. Bei ihren Ermittlungen stoßen Tom und Sita auf eine Mauer des Schweigens, der Bürgermeister und sein näheres Umfeld hat einiges zu verbergen. Als noch ein Mord geschieht und 2 Mädchen verschwinden, sehen Tom und Sita in den Gesichtern der Befragten nackte Angst. Eine junge Zeugin sieht so aus wie Toms verschwundene Schwester, die Spur verliert sich allerdings. Die Verbrechen haben einen Bezug zur ehemaligen DDR und wie auch schon im ersten Band spielt eine Zahl die tragende Rolle.

Man sollte schon den ersten Teil der Serie gelesen haben, um alles zu verstehen und der Geschichte komplett folgen zu können. Der zweite Teil ist sogar noch spannender als der erste und flüssiger geschrieben.

Während der erste Teil sich auf Toms Vergangenheit und Geheimnisse beschränkt, geht es in dem zweiten Teil um Sitas Vergangenheit, auch sie hat einiges zu verbergen. Wie auch im ersten Teil spielt die Geschichte auf 2 Zeitebenen. Marc Raabe versteht es rasant mit einigen Wendungen durch die Story zu galoppieren ohne den Spannungsbogen zu unterbrechen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Besonders gelungen ist hier der Cliffhänger am Ende, so dass wir uns bis zum dritten Teil gedulden müssen.

Bewertung vom 11.08.2019
Der Kinderflüsterer
North, Alex

Der Kinderflüsterer


sehr gut

20 Jahre sitzt Frank Carter schon in Haft an dem Mord an 4 kleinen Jungen, der 5. zu der Zeit vermisste Junge wird nie gefunden. DI Pete Willis besucht Frank Carter immer noch jedes Jahr, da er hofft nach all dieser Zeit noch Hinweise auf den Verbleib von Tony zu bekommen.

Als der 6-jährige Neil Spencer nicht nach Hause kommt, geht die Polizei erstmal von einem normalen Entführungsfall aus, als die der Mutter allerdings nach einigen einfällt, dass Neil behauptete, es habe ihm ein Monster an seinem Fenster etwas zugeflüstert, ist die Polizei sicher, Frank Carter hat einen Komplizen oder Nachahmer.

Als Nebenhandlung lernen wir Tom kennen, der mit seinem Sohn Jake, nach dem Tod der Ehefrau, versucht klar zu kommen. Um einen Neuanfang zu starten, ziehen beide in den Stadtteil, wo Neil verschwunden ist. Das neue Zuhause entpuppt sich als Geisterhaus und der empfindsame Jake hört Stimmen - Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht. Spielst du draußen ganz allein, findest du bald nicht mehr heim. Bleibt dein Fenster unverschlossen , hörst du ihn gleich daran klopfen. Denn jedes Kind, das einsam ist, holt der Flüsterer ganz gewiss -.

Diesen Autoren sollte man sich merken, super flüssiger Schreibstil und die Gabe den Lesern eine permanente Gänsehaut zu bescheren. Im Laufe der Geschichte ergeben sich viele Fragen, die dann am Ende fast alle aufgeklärt werden. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und zu allem kann baut man eine Beziehung auf und leidet mit. Sehr gruselige Elemente, die dafür sorgen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Das letzte Drittel war etwas enttäuschend, da hätte man sicher mehr rausholen können, aber das ändert nichts am Lesevergnügen, was einem das Buch beschert.

Bewertung vom 31.07.2019
Die letzte Witwe / Georgia Bd.7
Slaughter, Karin

Die letzte Witwe / Georgia Bd.7


sehr gut

Sara Linton und Will Trenton befinden sich bei einem Familienessen bei Saras Eltern, als sie eine Explosion in der Nähe hören. Um zu helfen, machen sie sich beide sofort auf den Weg, werden aber wegen eines Autounfalls gestoppt. Sara und Will helfen den Unfallopfern, darunter befinden sich allerdings Mitglieder einer Verbrecherorganisation und Will wird verletzt und muss mit ansehen, wie Sara entführt wird. Die Täter haben auch die Wissenschaftlerin Michele Spivey 4 Wochen zuvor entführt. Da keine Lösegeldforderung einging, ist das Motiv unklar.

Die Geschichte wird aus 2 Perspektiven erzählt, da sich Sara und Will an verschiedenen Orten aufhalten. Sara wird von einer Gruppe perfider Weltverbesserer festgehalten und Will lässt sich als Undercover Agent einschleusen. Die Geschichte ist spannend und beunruhigend düster und böse. Die ganze Zeit habe ich gehofft und gebangt, dass alles gut ausgeht und war drauf und dran, das Ende zuerst zu lesen, da ich es gar nicht abwarten konnte, zu erfahren, wie es weitergeht.

Ich habe bisher alle Bücher der beiden Serien von Karen Slaughter gelesen und auch einige Einzelbände und war immer sehr begeistert. Bei dieser Geschichte ist die Handlung teilweise so gar nicht glaubwürdig und wirkt etwas konstruiert, Saras Mutter wird sehr unsympathisch dargestellt und auch Will Chefin Amanda benimmt sich verantwortungslos, was irgendwie stört, aber das Lesevergnügen nicht schmälert.

Ich mag Sara und Will sehr und bleibe Fan. Ihre Bücher – Ein Teil von ihr und Die gute Tochter – haben mir besser gefallen und ich hoffe auf viele neue Geschichten von Karin Slaughter.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.07.2019
Die junge Frau und die Nacht
Musso, Guillaume

Die junge Frau und die Nacht


sehr gut

Schriftsteller Thomas kommt aus den USA zum Klassentreffen in seine Heimatstadt Antibes zurück. Seine große Liebe Vinca verschwand vor 25 Jahren vom Internatsgelände und wurde nie wieder gesehen. Gleichzeitig mit Vinca verschwand ein Lehrer namens Alexis. Thomas hat mit dieser Sache nie abgeschlossen und scheint sich in einer Zeitschleife zu befinden. Sein Freund Maxime und er haben aus Verzweiflung, Wut und jugendlichem Übereifer eine Tat begangen, deren Aufklärung sie immer noch fürchten. Jemand verfasst kleine Botschaften und sinnt auf Rache, was Thomas und Maxime zutiefst beunruhigt. Wem kann er noch trauen ?

Der Schreibstil ist flüssig und wenn man sich mit den Zeitsprüngen angefreundet hat, kann man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Thomas ist der Hauptcharakter und alle anderen Akteure bleiben eher blass und spielen nur eine Nebenrolle. Thomas versucht sich als Privatdetektiv und gräbt nach und nach Dinge aus, die für einige Leute unangenehm werden könnten.

Es gibt immer wieder Wendungen, die für den Leser nicht nachvollzierbar sind und Verwirrung stiften. Als Leser macht es Spaß mit zu rätseln, die Auflösung schafft man aber sicher nicht.
Die Geschichte verspricht schon spannende und auch mitunter humorvolle Unterhaltung, ist aber im meiner Meinung konfus und unrealistisch. Für Musso-Fans sicher ein Muß, ich habe allerdings schon besser Bücher von ihm gelesen.

Bewertung vom 02.07.2019
Something in the Water - Im Sog des Verbrechens
Steadman, Catherine

Something in the Water - Im Sog des Verbrechens


sehr gut

Erin und Mark, ein nettes glückliches Paar planen ihre Hochzeit. Eigentlich kann kaum was schiefgehen. Wann fing es an so komplett schief zu laufen ? War es als Mark seinen Job verlor oder fing es schon vorher an oder erst in den Flitterwochen an den Traumstränden in der Karibik ? Erin geht aus Liebe zu Mark während der Flitterwochen mit zum Gerätetauchen. Sie machen einen atemberaubenden Fund der sich zunächst als Segen später jedoch als Fluch herausstellt, der das ganze Leben des Paares auf den Kopf stellt. Nichts ist danach mehr wie es war.

Diese Geschichte baut sich langsam auf und hat absolutes Suchtpotential. Wie geht es aus ? Kann es schlimmer werden, was passiert als nächstes ? Trotz einiger Längen ist dieser Krimi ein absoluter Lesegenuß. Beginnend mit dem Ende, was den Leser allerdings nicht schlauer macht, sondern eher noch Fragen aufwirft. Einige logische Schwächen der Geschichte muss man dann schon in Kauf nehmen, aber es lohnt sich.