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Benutzername: Krimihexe
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Bewertungen

Insgesamt 157 Bewertungen
Bewertung vom 09.08.2020
Hagebuttenblut / Charlie Lager Bd.2
Bengtsdotter, Lina

Hagebuttenblut / Charlie Lager Bd.2


ausgezeichnet

Charlie kann nicht so ganz vom Alkohol lassen und wird vom Chef genötigt erstmal Urlaub zu nehmen, was sie dann nach einigem hin und her auch tut. Durch einen aktuellen Fall erfährt Charlie von der vor 35 Jahren verschwundenen 16-jährigen Francesca, die mit ihrer Familie einen Urlaubssitz in Charlies Heimatort Gullspång hatte. Sie fährt hin und verbeißt sich in dem Fall, von dem viele Menschen möchten, dass das Gras, welches drüber gewachsen ist, nicht wieder ausgegraben wird. Sie trifft Johan wieder und ist mit ihm durch ihre Recherchen in großer Gefahr.

Die Geschichte hat für mich einen hohen Spannungsbogen dadurch, dass man unbedingt wissen möchte, was mit Francesca passiert ist und ich war sicher, die Auflösung am Ende der Geschichte zu erfahren. Es gibt 2 Zeitebenen, die Gegenwart mit Charlie und die Vergangenheit aus der Sicht der 16-jährigen Francesca. Das Ende ist überraschend und offen, was auf einen weiteren Teil schließen lässt, den ich ganz sicher lesen werde. Für alle, die interessiert sind, empfehle ich unbedingt erst Löwenzahnkind zu lesen, da sind zu viele Fragen offen sind.

Bewertung vom 27.07.2020
Verschollen in Palma
Kallentoft, Mons

Verschollen in Palma


sehr gut

Von einem Tag auf den anderen ändert sich für den Schweden Tim Blanck das ganze Leben. Seine 16jährige Tochter verschwindet während eines Urlaubs auf Mallorca mit 2 Freundinnen, spurlos. Tim bleibt als Privatdetektiv auf der Insel und sucht seit nunmehr 3 Jahren nach Emme. Seine Ehe steht auch der Kippe, aber er kann nicht loslassen und sucht weiterhin exzessiv nach seiner Tochter. Nebenher muss er auch noch seine Aufträge erledigen, die er von seinem Arbeitgeber, einer großen Detektei, erhält.

Dieses Buch ist für mich sehr schwer zu bewerten. Tim Blanck ist ein durchaus sympathischer unbequemer Charakter. Er ist ein einsamer Wolf, ständig getrieben, findet kaum Schlaf, ist immer auf dem Sprung, vertraut zu Rech niemandem. Dies war mein erster Mallorca-Krimi, was mir sehr sauer aufgestoßen ist, dass anscheinend kaum jemand von der Polizei oder hochrangigen Regierungsbeamten nicht bestechlich ist. Das macht die Arbeit von Tim doppelt schwer, da scheinbar alle Leute mit denen er spricht, lügen.

Ich konnte der Story ganz gut folgen, aber es fehlte teilweise der rote Faden. Es gibt immer wieder Rückblicke, die aber sofort als solche erkennbar sind. Ich würde eine Fortsetzung, wenn denn eine geplant ist, nicht mehr lesen wollen.

Bewertung vom 19.07.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


gut

Hulda steht kurz vor der Rente und ist ein Einzelkämpfer, ihr Chef möchte sie lieber heute als morgen loswerden und bietet ihr an, entweder sofort ihren Schreibtisch frei zu machen oder sich noch einen ungelösten Fall auszusuchen, dem sie die nächsten 2 Wochen nachgehen kann. Hulda entscheidet sich für einen Fall, der ca. ein Jahr zurückliegt. Eine junge Asylbewerberin hat Selbstmord begangen, daran hat Hulda von Anfang an nicht geglaubt, diesen Fall aber auch nicht bearbeitet. Sie beginnt Befragungen und einige Leute fühlen sich auf die Füße getreten, doch Hulda hat sich festgebissen.

Der Schreibstil ist toll, Hulda ist sehr fähig und auch durchaus sympathisch, jedoch sehr schwierig. Sie ist ein absoluter Einzelgänger, der sich im Umgang mit anderen Menschen schwertut. Die düstere melancholische Stimmung erinnert mich doch sehr an die Wallander-Serie von Henning Mankell, das war mein Einstieg der skandinavischen Krimis und ich habe sie geliebt. Wallander ist auch ein Einzelgänger, allerdings doch sehr viel sympathischer als Hulda, die doch sehr verbittert rüberkommt. Nachdem wie ihr Leben bislang verlaufen ist, ist das auch kein Wunder, dass sie mies drauf ist. Keine schöne Kindheit und als Erwachsene noch ihr Kind verloren, von den Kollegen gemoppt, ein komplett freudloses Leben.

Es gibt mehrere Erzählstränge, die hinterher zusammenführen. Die Polizeiarbeit, bei der Hulda auf sich allein gestellt ist, verläuft zäh. Sie trifft falsche Entscheidungen, kann den Fall aber lösen. Der Schluss mit dem man so nicht rechnet ist ein Knaller. Das Buch ist Teil einer Trilogie, wobei die nächsten beiden Teile Huldas Vorgeschichte ist, ob es so gewollt ist oder in falscher Reihenfolge übersetzt wurde, ist fraglich. Ich werde die nächsten beiden Teile nicht mehr lesen.

Bewertung vom 16.07.2020
Der Gepäckträger
Rawlings, David

Der Gepäckträger


sehr gut

Drei unterschiedliche Menschen im gleichen Flugzeug, alle drei fühlen sich unwohl, da sie verschiedenen Gründen nicht gern an ihrem Zielort ankommen möchten. Gilian will zur Hochzeit ihrer Nichte, kann aber ihre Schwester kaum ertragen. David muss eine Präsentation halten, wovon sein Job abhängt und Michael bewirbt sich für ein Sportstipendium, möchte aber viel lieber Kunst studieren.

Die drei stehen unter großem Druck und bei ihrer Ankunft vertauschen sie ihre Koffer, was bedeutet, Gilian muss ihre Kleid für die Hochzeit haben, David seine Präsentationsmappe und Michael seine Sportschuhe. Beim Versuch ihre Koffer wieder zu bekommen, gibt ein Wiedersehen mit dem Gepäckträger, der ihnen auf schmerzhafte Weise zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Ich habe mir das Buch komplett anders vorgestellt, aber es ist ja tatsächlich so, dass jeder in seinem Leben mehr oder weniger Gepäck anhäuft und schwer daran zu tragen hat. Die Protagonisten sind gezwungen sich mit ihren derzeitigen Problemen bzw. mit ihrem ganzen Leben auseinanderzusetzen und nur sie können dann glücklicher weiterleben. Der nette Gepäckträger hält ihnen einen Spiegel vor Augen, der auch sehr viel Schmerz wiedergibt.
Diese Geschichte ist eher eine philosophische Abhandlung, die unweigerlich dazu führt, sich mit seinem eigenen Leben zu beschäftigen.

Bewertung vom 12.07.2020
Der Fahrer / Kerner und Oswald Bd.3
Winkelmann, Andreas

Der Fahrer / Kerner und Oswald Bd.3


sehr gut

Jens Kerner wird von seinem Team in einem Hotel mit einer
Geburtstagsparty überrascht, die seine Kollegin Becca organisiert hat. Als sein
Bruder vor ihm steht, mit dem er seit ca. 30 Jahren keinen Kontakt mehr hatte,
ist ihm die Feierlaune vergangen und er landet auf dem Heimweg direkt an einem
Tatort. Eine Frau wurde entführt und auf dem Auto steht mit Leuchtfarbe #findemich.
Der Täter veröffentlicht auf Instagram Fotos von der jungen verängstigten Frau
und stellt der Polizei ein Ultimatum. Es hat den Anschein als hätte er es auf
die Polizei und besonders auf Jens Kerner abgesehen. Da sie keine Hinweise
haben, können sie die Frau innerhalb der Frist nicht befreien und finden sie
tot mit grüner Leuchtfarbe im Gesicht. Bald darauf verschwindet wieder eine
junge Frau und der gemeinsame Nenner ist MyDriver, ein neuer Fahrdienst in der
Stadt, den man per App buchen kann. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.



Dies ist der dritte Teil mit Jens Kerner, die anderen beiden
kenne ich nicht und habe mich aber trotzdem gut zurecht gefunden. Der
Schreibstil ist gut und die Geschichte spannend erzählt. Die Charaktere
sympathisch und glaubhaft.



Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und irgendwann
kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es werden immer wieder falsche
Spuren gelegt, die sich dann als haltlos herausstellen. Trotz einiger kleiner
logischer Schwächen, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und das Ende war
eine Überraschung.

Bewertung vom 08.07.2020
Das Dorf der toten Seelen
Sten, Camilla

Das Dorf der toten Seelen


sehr gut

Vor über 60 Jahren verschwanden aus einem abgelegenen Grubenort alle 900 Bewohner, nur ein Baby wurde im alten Schulhaus gefunden, es wusste aber kein Außenstehender, zu welcher Familie das Baby gehörte. Über dieses Verschwinden ranken viele Geschichten und Silvertjärn ist seitdem eine Geisterstadt. Alice möchte nach Abschluss der Filmhochschule einen Dokumentarfilm über Silvertjärn drehen, vor allem weil ihre Großmutter Margarete dort aufgewachsen ist, sie lebte allerdings beim Verschwinden der Anwohner schon in Stockholm und hat nie erfahren, was mit ihrer jüngeren Schwester und ihren Eltern passiert ist. Um Sponsoren für dieses Filmprojekt zu bekommen, plant Alice vor Ort ein paar Fotos zu machen und einige Filmausnahmen zu drehen. Sie wird dabei von dem Kameramann Robert, ihrer Jungendfreundin Emmi, ihrem guten Freund Max und Tove, der Enkelin des im Schulhauses gefundenen Säuglings, begleitet. Die jungen Leute wollen 6 Tage in Silvertjärn verbringen und sich einen Eindruck des Ortes verschaffen. Der verlassene Ort erweist sich als Albtraum, unterdrücktes Lachen ist zu hören. Tove verschwindet, als sie sich den Knöchel verstaucht hat und bald darauf gibt es eine Leiche. Da es kein Netz gibt, kann auch niemand Hilfe benachrichtigen.

Gute gruselige Unterhaltung. Der Schreibstil ist super und ich konnte der Geschichte schnell folgen und das Buch kaum aus der Hand legen. Man möchte einfach erfahren, was damals passiert ist und was heute vor sich geht und was oder wer dahinter steckt. Die Story hat 2 Zeitstränge, einmal 1959 und einmal heute. Diese Geschichte hat mir einige Male Gänsehaut beschert.

Das Ende fand ich wenig überzeugend, um nicht zu sagen sehr enttäuschend und einige Aussagen geben so gar keinen Sinn, daher einen Sternabzug.

Bewertung vom 29.06.2020
Im grausamen Licht der Sonne
Singh, Nalini

Im grausamen Licht der Sonne


ausgezeichnet

Anahera kommt nach 8 Jahren in London nach dem Tod ihres Ehemannes in ihre Heimatstadt Golden Cove, einem kleinen Ort in Neuseeland, zurück. Ihre kleine Hütte wird wieder bewohnbar gemacht und sie sieht nach so langer Zeit die Freunde ihrer Kindheit wieder. Dann verschwindet eine hübsche junge Frau, Miri arbeitete als Aushilfe bei Anas Freundin Josey. Der verschlossene Polizist Will ist erst seit 3 Monaten in Golden Cove und daher noch ein Außenseiter, aber bestrebt, Miri zu finden. Suchmanschaften durchkämmen die umliegenden Wälder und Strände. Miriama war allgemein beliebt und mit dem Arzt Dominik de Souza liiert, der ihr einen Heiratsantrag machen wollte. Vor 15 Jahren verschwanden 3 Touristinnen in der Gegend und wurden nie gefunden, damals ging man von Wanderunfällen aus. In diesem kleinen Ort kennt jeder jeden, was Fluch und Segen sein kann. Nachdem Miri nicht gefunden wird, ist jeder verdächtig und vor allem die Männer rücken in den Fokus von Wills Ermittlungen. Jeder scheint hier Geheimnisse zu haben.

Der Schreibstil ist ungewöhnlich, geht aber unter die Haut. Zuerst haben mich die vielen Namen verwirrt, war aber nach einigen Seiten kein Problem mehr. Die Beschreibungen der rauhen Landschaft von Neuseeland sind atemberaubend. Die Protagonisten Ana und Will sind beide sehr starke Persönlichkeiten, interessant, verschlossen, zurückhaltend, verletzlich und doch empfindsam.

Durchhalten lohnt sich, ab Seite 150 hat es mich gepackt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Auflösung ist keine Überraschung und doch ein Schock. Ich könnte mir vorstellen, dass es noch mehr Geschichten mit Ana und Will geben könnte und würde diese auch mit Freuden lesen.

Bewertung vom 06.06.2020
Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11
McDermid, Val

Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11


sehr gut

Der neue Fall führt auf das Gelände eines katholischen Mädchenwaisenheims, dort werden bei Bauarbeiten insgesamt 40 Skelette gefunden, die dort über Jahrzehnte vergraben wurden. Das Team der Einsatztruppe der Polizei aus Yorkshire übernimmt die Ermittlungen, leider ohne Tony Hill und Carol Jordan, die beide gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, sie sind allerdings beide Sympathiträger. Tony verbüßt eine mehrjährige Haftstrafe und schreibt in Haft ein neues Buch und Carol hat gekündigt und lässt sich wegen ihrer Posttraumatischen Belastungsstörung behandeln und überwindet ihre Alkoholsucht.

Dies ist nun der 11. Teil der Serie und Val McDermid legt wieder eine spannende Geschichte hin. Die Autorin kann es aber auch besser. Die Story ist etwas verwirrend, viele Namen muss man sich merken und die rote Linie, die durch die Geschichte führt, ist nicht immer sichtbar. Tony und Carol tragen nach wie vor die Story und ihre Probleme machen sie nur noch menschlicher. Allein das Ende entschädigt dann doch für die teilweise verwirrende Handlung. Paula McIntyre entpuppt sich als taffe Ermittlerin und gefällt mir sehr gut. Ich hoffe, dass ich noch mehr von ihr lesen werde.

Da Tony und Carol aufgrund der vergangenen Ereignisse nicht in den Polizeidienst zurückkehren können, bin ich gespannt, ob es einen 12. Teil geben wird. Freuen würde mich das.

Bewertung vom 28.04.2020
VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
Douglas, Claire

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis


gut

Kirsty wagt nach dem Selbstmordversuch ihres Mannes mit ihrer Familie einen Neuanfang. Sie zieht mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in ein altes Pfarrhaus in einem Dorf in Wales. Sie wollen mit Kirstys Mutter zusammen eine Pension eröffnen. In dem Dorf sind sie nicht gerade willkommen, da es noch andere Interessenten für das Pfarrhaus gab.

Die Renovierungsarbeiten gehen schleppend, allerdings finden sich einige Gäste ein. Vor der Tür liegen täglich verwelkte Blumen und alle Beteiligten reagieren gereizt. Kirstys Cousine Selena, mit der sie viele Jahre keinen Kontakt hatte, kommt in die Pension, nachdem sie ihren Ehemann verlassen hat. Kirsty möchte ihre Cousine nicht im Haus haben und alte Wunden reißen auf. Der vermeintliche Neuanfang gerät immer mehr zum Albtraum.
Der Schreibstil ist flüssig und die Story insgesamt gut zu lesen. Mir war die Geschichte allerdings etwas sehr verworren. Niemand sagt die Wahrheit und keiner reagiert der jeweiligen Situation angemessen. Die Charaktere sind nicht glaubwürdig und unausgegoren. Lediglich das Ende ist eine nette Überraschung.

Bewertung vom 19.04.2020
Meine Inselbuchhandlung / Sehnsuchtsorte Bd.10
Dittrich, Petra; Moritz, Rainer

Meine Inselbuchhandlung / Sehnsuchtsorte Bd.10


sehr gut

Zunächst erfährt der Leser einiges über das Leben der Autorin von Kindheit an. Ihre Jahre in Berlin und ihre Sehnsucht nach der Heimat nach vielen Jahren in der Großstadt. Wie die Idee der eigenen Buchhandlung entstand und auch umgesetzt wurde.

Die Autorin macht viel Werbung für Rügen und für Autoren, die Bücher über die Insel geschrieben haben. Die Insel ist ganz bestimmt einen Besuch wert. Petra Dittrich ist mit Hingabe Buchhändlerin und die Beratung der Kunden ist ihr ein Anliegen, ganz süß auch die Geschichten der Kinder, die immer gerne kommen und mit Zaubersteinen glücklich gemacht werden und eine ganz besondere Betreuung erfahren, bis das richtige Buch gefunden ist.

Die Geschichten über die verschiedenen Lesungen, die dann nachts noch mit viel Rotwein gefeiert werden, haben mich besonders amüsiert. Einige Buchempfehlungen der Autorin habe ich mir schon zu Herzen genommen.
Nette kurzweilige Unterhaltung, vom Alltag der Buchhandlung erfährt man jedoch wenig. Allerdings macht das Buch Lust diese tolle Buchhandlung auf Rügen zu besuchen.