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Benutzername: Monina83
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 161 Bewertungen
Bewertung vom 14.12.2018
Venturia (Band 1): Juwelen und Verfall
Meißner, Regina

Venturia (Band 1): Juwelen und Verfall


sehr gut

Meine Meinung:

Da ich die Prinzessinnen-Reihe von Regina Meißner liebe, musste ich natürlich auch dieses Buch unbedingt haben. Überhaupt liebe ich gerade Geschichten über Königreiche, Prinzessinnen und Magie, deshalb freute ich mich sehr aufs Lesen.

Zu Beginn lernt man Tiana kennen und ich muss gestehen, irgendwie war sie mir nicht sympathisch. Von Anfang an ist sie unzufrieden und beschwert sich über ihren goldenen Käfig, wobei ich nicht so recht verstand, worin eigentlich ihr Problem lag. Natürlich hat man als Prinzessin gewisse Pflichten, aber für mich war es nicht so deutlich ersichtlich, wo die Grenzen für sie lagen, was sie so eingeengt hat.

Auch das ganze Geheimnis um die Venturen wurde mir zu wenig „aufgebauscht“. Es wurde mehr beiläufig erwähnt und obwohl sich Tiana ein bisschen mit dem Thema Magie beschäftigt, war mir das doch etwas zu wenig. Ich hätte da auf einen richtigen Paukenschlag gehofft, eine Spannung, die sich stetig aufbaut, so dass man unbedingt wissen möchte, was dahinter steckt. Meiner Meinung nach hätte die Autorin hier noch mehr Hinweise einstreuen sollen, immer wieder versteckte Informationen, damit sich sowohl für Tiana, als auch den Leser langsam ein Bild ergibt. Immerhin ist es ja strengstens verboten, über Magie zu sprechen, da muss doch auch etwas dahinterstecken. Für mich wurde dieses Geheimnis leider zu wenig ausgereizt.

Als dann die Sache mit den Bällen aufkam, bekam ich etwas mehr Verständnis für die junge Prinzessin. Wer möchte schon mit 17 Jahren dazu gezwungen werden, sich einen Ehemann auszusuchen. Und als ich dann die Bewerber kennenlernte, tja, da wollte ich wie Tiana am liebsten gemeinsam mit ihr weglaufen. Durch den Ball kam jedoch für mich endlich eine interessante Komponente in die Geschichte, da man ja aufgrund des Klappentextes weiß, dass etwas passiert und ich freute mich richtig darauf.

Doch auch jetzt platzte die erwartete Bombe nicht. Vielleicht bin ich inzwischen bei Fantasy-Geschichten etwas zu kritisch, aber mir fehlte das Drama, das Gänsehautfeeling die große Enthüllung. Zwar gibt es ein paar sehr schöne und interessante Wendungen, die mir wirklich gut gefielen und sehr viel Potenzial haben, aber für mich waren sie leider nicht genug in Szene gesetzt. Sie wurden eher einfach so in die Geschichte hineingeflochten, anstatt mit einem Knall serviert. Trotz allem muss ich sagen, dass mir die Entwicklung der Story sehr gut gefiel. Das letzte Drittel riss mich dann wirklich richtig mit, da es endlich auch etwas Spannung gibt, ein paar Wow-Momente und tolle Überraschungen. Wohin das Ganze führen wird, bleibt für mich am Ende offen, was ich jedoch sehr gut fand, denn jetzt kann Regina Meißner das Potenzial vielleicht doch noch voll ausschöpfen.



Fazit:

Mit „Venturia – Juwelen und Verfall“ startet Autorin Regina Meißner sehr ruhig in eine neue Reihe. Vor allem zu Beginn konnte ich wenig Verständnis und Sympathie für Tiana aufbringen und verstand ihr Dilemma nicht. Es gab zwar tolle Wendungen in der Geschichte, die waren mir jedoch nicht gut genug in Szene gesetzt. Erst im letzten Drittel konnte mich die Autorin wirklich abholen und mitreißen. Ich denke, die Geschichte hat jede Menge Potenzial, das jedoch in diesem ersten Band leider noch nicht ausgeschöpft wurde.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Punkte von 5.

Bewertung vom 10.12.2018
Planspiel Beta-Atlantis
Loewe, Hedy

Planspiel Beta-Atlantis


ausgezeichnet

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn lernt man Captain Skye kennen und ich hatte wirklich das Gefühl, in der Vergangenheit gelandet zu sein: Es gibt Schiffe und Flotten und von Technik und Fortschritt scheint auf Beta-Atlantis nichts spürbar zu sein. Doch das gehört alles zum Experiment, denn eigentlich ist es ein riesiges Spiel, das auch über Computer geregelt wird. Für mich war es anfangs etwas schwer, mir die Welt vorzustellen, gerade wegen dem, was „Spiel“ und was „Realität“ ist. Ich hatte da so meine Schwierigkeiten die beiden auseinanderzuhalten und auch die Rollen der verschiedenen Charaktere zu sortieren. Deshalb war der Einstieg für mich nicht ganz so einfach. Vor allem, da auch noch viele verschiedene Charaktere eine wichtige Rolle spielen und die Sichtweise, aus der die Geschichte erzählt wird, häufig wechselt. Doch hat man mal alles sortiert, ist das Buch wirklich genial aufgemacht. Gerade das Wechselspiel aus „Experiment“, also Fiktion und Wirklichkeit fand ich sehr spannend. Es war richtig interessant, wie Hedy Loewe ihre Schachfiguren in Position bringt.

Die Protagonisten gefielen mir auch auf Anhieb wirklich gut. Sie scheinen sofort in gut und böse eingeteilt werden zu können, aber irgendwie hege ich den Verdacht, dass es am Ende dann doch nicht so einfach sein wird. Jedenfalls habe ich schon meinen Favoriten: Captain Skye Collins. Ein Typ zum Verlieben. Zwar scheint er unnahbar zu sein, aber er gehört definitiv zu den Guten und das merkt man sofort. Er kümmert sich um seine Mannschaft und schaut auch bei Ungerechtigkeiten nicht weg. Dabei hat er stets ein sehr feines Gespür und merkt deshalb auch schnell, dass sich im Spiel etwas verändert hat, auch, wenn er es noch nicht richtig greifen kann. Er ist klug, einfühlsam und hat das Herz auf dem richtigen Fleck. Also genau der richtige Mann für mich ;)

Doch auch Juniya ist sehr geheimnisvoll und interessant. Über ihre Vergangenheit erfährt man nur wenig und auch, warum sie auf Beta-Atlantis ist. Trotzdem ahnt man sofort, dass da mehr dahintersteckt und ich freue mich schon darauf, das große Ganze zu entdecken. Auch die Liebesgeschichte mochte ich. Es ist nicht sofort Liebe auf den ersten Blick und es wird auch wenig davon gesprochen, dass die beiden sich über alles lieben, sondern die Gefühle entwickeln sich langsam und können deshalb gut nachvollzogen werden.

Neben den beiden Hauptdarstellern gibt es aber auch jede Menge andere spannende Charaktere. Vor allem die Ichtyos haben es mir sehr angetan. Da hat Hedy Loewe wirklich mal eine neue interessante Spezies erschaffen und ich sog jedes Detail sofort in mich auf. Ich fragte mich unweigerlich, wie wohl das Zusammenleben mit ihnen sein würde und ob das Experiment gelingen könnte. Irgendwo hat das Ganze trotz dem Fantasyanteil doch auch eine gewisse Verbindung zu unserem Leben. Schließlich gibt es immer wieder Menschen, die sich anderen überlegen fühlen und sich deshalb einfach deren Land nehmen wollen. Ich fand es jedenfalls toll, dass mich die Story hinter dem Buch auch etwas zum Nachdenken gebracht hat.

Während in diesem ersten Band erst einmal alle Schachfiguren in Stellung gebracht werden, spitzen sich die Ereignisse immer mehr zu und am Ende ist man sich sicher, dass es in den Folgebänden noch ordentlich „krachen wird“. Trotz allem hatte das Buch für mich keinerlei Längen, die Spannung baut sich stetig auf und die vielen Entwicklungen und Beziehungen zwischen den Charakteren sorgen zusätzlich dazu, dass man an den Seiten klebt, weil man einfach wissen möchte, was noch passiert bzw. wie es weitergeht. Ich war jedenfalls viel zu schnell durch und bin vor allem nach dem Ende schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

Bewertung vom 27.11.2018
Die Magie der Farben
Hohn, Stefanie

Die Magie der Farben


ausgezeichnet

Das Cover ist ein echter Hingucker, was nicht zuletzt an dem kräftigen Grünton liegt, welcher mich magisch angezogen hat. Doch auch der Klappentext klingt richtig interessant, so dass ich einfach zu diesem Buch greifen musste.

Paul Tissu ist ein 50jähriger Mann, der den Tag über gemeinsam mit seiner Frau in seinem Stoffladen arbeitet, den er von seinen Eltern geerbt hat, der nachts jedoch heimlich seiner wahren Leidenschaft nachgeht: Der Malerei.

Die Malerei hat überhaupt einen sehr hohen Stellenwert in diesem Buch. Stefanie Hohn beschreibt Pauls Liebe zu den Farben so lebendig, dass man sie aus jedem Satz herauslesen kann. Schon seit seiner Kindheit ist das Malen geradezu ein Zwang, den er jedoch nicht einfach so ausleben kann, da die Kunst in seiner Familie nicht angesehen ist. Für seine Eltern ist von Anfang an klar, dass er einmal ihren Stoffladen übernehmen wird. Deshalb kommt ein Kunststudium auch nicht in Frage. Paul fügt sich diesen Wünschen, ohne großartig für seinen Traum zu kämpfen. Überhaupt wächst er zu einem sehr angepassten, jungen Mann heran, der nie nach Höherem strebt. Er denkt, er wüsste, wo sein Platz ist und fügt sich stumm diesem Schicksal. Mir war er dadurch nicht unsympathisch, aber ich fand es trotzdem fast ein bisschen traurig, dass er nicht mehr für sich wollte.

Aurelie lernt er schon während seiner Schulzeit kennen und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Doch auch hier hält er sich brav im Hintergrund. Das Mädchen scheint ihm immer unerreichbar. Selbst, als sie von sich aus auf ihn zugeht, spielt er nur die Rolle des guten Freundes und bleibt immer in der zweiten Reihe und das obwohl man stets herauslesen kann, wie sehr er Aurelie liebt, ja, sie geradezu vergöttert. Einerseits verstand ich Paul da sehr gut: Er hebt sie auf ein Podest, auf das er selbst einfach nicht passt. Andererseits macht ihn das auch richtig blind gegenüber Aurelie, wie sie wirklich ist, was sie fühlt und welche Signale sie sendet. Das fand ich geradezu tragisch und es brachte eine melancholische Stimmung in das Buch, die jedoch nicht zu erdrückend ist, so dass sich das Buch trotzdem gut lesen lässt.

Ich fand es richtig schön, welchen Gegensatz Stefanie Hohn mit ihren beiden Protagonisten erschafft: Da ist einerseits der ernste, vernünftige und bodenständige Paul und andererseits die lebensfrohe, fröhliche und etwas verrückte Aurelie. So sieht man es zumindest, wenn man nur die Oberflächlichkeiten betrachtet. Doch das Buch geht viel tiefer und wenn man sich darauf einlässt und hinter die Fassade blickt, bekommt man eine sehr emotionale und berührende Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Es geht um Träume, um Leidenschaft, das Schicksal, Entscheidungen, um Schuld und Wiedergutmachung, um Freundschaft, Liebe, Erwartungen, Enttäuschungen und die Frage, was man am Ende aus seinem Leben macht. Mich hat die Autorin mit ihrem Buch wirklich sehr bewegt und am Ende sogar zum Weinen gebracht, so sehr konnte ich mich hineinfühlen.

Fazit:
Mit „Die Magie der Farben“ hat Stefanie Hohn ein Buch geschaffen, das mich sehr bewegt hat. Blickt man hinter die Fassade der Protagonisten bekommt man so viel mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte. Es geht um Träume, um Leidenschaft, das Schicksal, Entscheidungen, um Schuld und Wiedergutmachung, um Freundschaft, Liebe, Erwartungen, Enttäuschungen und die Frage, was man am Ende aus seinem Leben macht. Ein sehr tiefgründiges und emotionales Werk, das mich am Schluss sogar zum Weinen gebracht hat.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Bewertung vom 25.11.2018
Das Schicksal des Winters
London, Lilly

Das Schicksal des Winters


sehr gut

Meine Meinung:

Zu Beginn des Buches erhält man eine kleine Einführung in das Thema Elfen, Märchen und Wechselbälger und da diese Themen eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, fand ich es toll, dass man vorab ein paar Informationen bekommt.

Im Anschluss springt man direkt in das Leben von Maila und lernt ihre beiden Elfen Röckchen und Flöckchen kennen, von denen ich sofort richtig begeistert war. Diese beiden sind so wundervoll. Sie sind einzigartig und liebenswert und bringen einiges an Humor in die Geschichte, was sicher daran liegt, dass die beiden ganz unterschiedlich sind und sich immer wieder in die Haare kriegen.

Auch Maila selbst ist eine ganz außergewöhnliche Protagonistin. Ich liebe ja starke Heldinnen, aber diese junge Frau setzt noch einen drauf. Sie hat ein wirklich gutes Herz, was sie von Anfang an beweist. Selbst als sie verflucht wird, denkt sie zuerst an andere und dann an sich. Und dabei muss sie immer wieder Rückschläge einstecken und trotzdem geht sie weiter ihrer wichtigen Aufgabe nach. Selbstverständlich hinterlässt das seine Spuren auf Mailas Seele und doch ist sie in meinen Augen eine bemerkenswert starke junge Frau und ich konnte gar nicht anders, als sie zu bewundern. Lilly London hat mit ihr wirklich eine einzigartige Persönlichkeit geschaffen, der man gerne nacheifern möchte.

Ko, den männlichen Part, konnte ich dagegen nicht so ganz greifen. Er hatte für mich zu viele Geheimnisse, blieb etwas blass und undurchsichtig. Obwohl er einen guten Gegenpart zu Maila bildet, war ich bis zum Ende nicht so ganz von ihm überzeugt.

Die Geschichte selbst ist sehr vielfältig. Zum einen ist sie vor allem durch Flöckchen und Röckchen sehr humorvoll und auch durch die Begegnungen von Ko und Maila bekommt sie eine Leichtigkeit und macht richtig Spaß. Zum anderen hat sie aber auch eine sehr ernste und fast schon düstere Seite. Mir gefiel dieses Gleichgewicht sehr gut, weil der Humor die Schwermütigkeit wieder ausgleicht, so dass die Geschichte nicht zu deprimierend wird, aber doch auch ernste Seiten aufzeigt. Eigentlich hätte ich ja erwartet, hier einfach eine locker-leichte Liebesgeschichte zu bekommen, doch dieses Buch bietet viel, viel mehr.

Besonders der innere Zwiespalt von Maila wurde von der Autorin sehr gut hervorgehoben. Die Frage, wie weit man aus Rache gehen darf, ob man gegen sein Schicksal ankämpfen kann und ob ein Opfer gerechtfertig ist, um andere zu retten. Es hat mich wirklich sehr nachdenklich gemacht, denn auch, wenn es ein Märchen ist, lässt sich doch auch einiges auf das reale Leben übertragen, was ich sehr schön fand. Ich mag es sehr, wenn mich Bücher zum Nachdenken bringen und das tut „Das Schicksal des Winters“ definitiv.

Während Lilly London viel Zeit und Mühe für die Entwicklung von Maila aufwendet und sowohl der innere Zwiespalt, als auch die Begegnung zwischen Ko und der jungen Frau viel Raum in der Geschichte einnehmen, werden andere Aspekte nur kurz angerissen und gingen mir auch etwas zu schnell. Für die ein oder andere Begebenheit hätte ich mir persönlich eine andere Lösung gewünscht, aber da das nur Nebenaspekte waren, kann man darüber gut hinwegsehen.

In dieser Märchenadaption gibt es nicht nur Parallelen zum Originalmärchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen, sondern auch zur „Eiskönigin“ von Disney. Eine wirklich spannende Mischung.

Fazit:

Mit „Das Schicksal des Winters“ hat Lilly London eine wirklich schöne Märchenadaption geschaffen. Sie hat sowohl eine ernste, als auch eine humorvolle Seite, so dass es ein tolles Gleichgewicht gibt. Die Autorin versteht es sehr gut, tiefgründige und einzigartige Charaktere zu erschaffen und sie in eine spannende und interessante Handlung einzuweben. Mich konnte sie mit ein paar wenigen Ausnahmen, mit ihrer Geschichten wirklich überzeugen. Wer Märchenadaptionen mag, darf sich diese auf keinen Fall entgehen lassen.
Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Bewertung vom 09.11.2018
Götterherz (Band 1)
Pfeiffer, B. E.

Götterherz (Band 1)


sehr gut

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, obwohl es gerade zu einem Trend zu werden scheint, Geschichten über Götter zu schreiben und ich solchen Trends gegenüber meist sehr skeptisch bin, liebe ich doch Geschichten über die Mythologie. Deshalb musste ich dieses Buch von B.E. Pfeiffer auch unbedingt lesen.

Die Idee ist auch wirklich großartig. Ich mochte es total, dass die Autorin die Götterwelt mal ein bisschen auf den Kopf stellt und jedem eine neue, etwas andere Rolle zuschreibt. In allen Filmen und Büchern, die ich bis jetzt gelesen und gesehen habe, ist Zeus immer der Gute, der Göttervater, der alle zusammen- und die Welt im Gleichgewicht hält. Da fand ich es einmal richtig erfrischend, dass B.E. Pfeiffer mit diesem Klischee bricht und er mal nicht als strahlender Held hervorgeht. Das macht die Geschichte auf jeden Fall originell und gefiel mir deshalb richtig gut.

Auch die Liebesgeschichte konnte ich unter den gegebenen Umständen besser nachvollziehen und akzeptieren. Ich bin da ja häufig skeptisch, wenn es darum geht, dass zwei Menschen füreinander bestimmt sind oder allzu schnell von Liebe sprechen. Doch diesen Umstand hat die Autorin durch ihre Geschichte geschickt ausgehebelt und damit selbst mir den Wind aus den Segeln genommen, so dass ich tatsächlich mit den beiden mitfiebern konnte und mir ein Happy End gewünscht habe.

Der Schreibstil ist dabei immer schön locker, leicht und trotz der verschiedenen Götternamen kann man das Buch flüssig lesen, da diese ja schon bekannt sind.

Einzig die Action hat mir mal wieder etwas gefehlt. Gerade in den ersten beiden Dritteln des Buches geht die Geschichte meiner Meinung nach nur sehr schleppend voran. Man lernt alle kennen und bekommt viele Hintergrundinformationen, die natürlich auch wichtig sind, aber gerade aus dieser Story hätte man in meinen Augen mehr herausholen können. Die Handlung wäre perfekt für unvorhersehbare Überraschungen gewesen, doch alles läuft auf den vorher aufgebauten Showdown hinaus, der dann leider auch ohne allzugroße Wendungen abläuft.

Fazit:

Die Idee zu „Götterherz“ konnte mich richtig begeistern, vor allem, da die Autorin auch mit üblichen Klischees bricht und ihre Geschichte so aufbaut, dass ich auch die Lovestory nachvollziehen und sogar mitfiebern konnte. Leider hätte ich mich gerade durch die Handlung einiges an Action erwartet, die leider ausblieb bzw. nur in geregelten Bahnen verlief. Das Buch ließ sich zwar sehr gut lesen, hätte in meinen Augen aber noch mehr Potenzial gehabt.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Bewertung vom 31.10.2018
Die Töchter von Tarlington Manor (eBook, ePUB)
Bern, Tanja

Die Töchter von Tarlington Manor (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meine Meinung:

Casey kam mir anfangs sehr verloren vor. Sie jobt in einem Café und erhält dort kaum Wertschätzung. Auch ihr Verdienst reicht gerade so. Eigentlich träumt sie ja von einem Geschichtsstudium, hat den Schritt dahin aber noch nicht geschafft. Ich hatte irgendwie das Gefühl, als wüsste die junge Frau nicht so recht, wo sie hin wollte. Das Einzige, das feststeht: Sie liebt Irland, wobei sie die Insel noch nie selber besucht hat, sondern diese eher aus der Entfernung anschmachtet. Diese Faszination konnte ich gut nachvollziehen. Man muss einen Ort nicht zwangsläufig gesehen haben, um sich danach zu sehnen. Sehr gut gefiel mir auch ihre Beziehung zu ihrem Großvater. Er scheint ihr Halt zu bieten und sie in allem zu unterstützen. Es ist schön, wenn man solche Menschen an seiner Seite hat.
Als Casey schließlich auf Brayden trifft, war ich doch etwas skeptisch. Ich bin nicht so der Fan von diesen „Liebe auf den ersten Blick“-Geschichten und wenn die Protagonisten so schnell von tiefen Gefühlen reden. Da in diesem Buch das Augenmerk aber nur am Rande auf der Lovestory liegt, konnte ich damit ganz gut umgehen.
Den Hauptteil der Geschichte nimmt nämlich Aeryns Leben ein. Casey liest in ihrem Tagebuch und dadurch taucht man direkt in die Vergangenheit ein, die man dann aus Aeryns Sicht lesen kann. Und ich liebte die Reise nach Irland in das Jahr 1846. Obwohl das Mädchen ein karges und entbehrungsreiches Leben führt ist sie nicht unglücklich. Sie liebt ihren Vater und versucht ihn bei der Arbeit auf dem Feld zu unterstützen. Erst als sie Padraig kennenlernt, erlebt sie, dass es mehr gibt, als den täglichen Kampf ums Überleben. Mit ihm nimmt das Leben der jungen Frau plötzlich eine Wendung und ich fieberte wirklich sehr mit ihr mit. Dabei muss ich gestehen, dass ich fast die Geschichte aus Caseys Sicht überblättert hätte, so sehr war ich von Aeryns Leben fasziniert und wollte gerne mehr darüber erfahren. Auch die Ereignisse um die Hungersnot in Irland haben mich sehr bewegt. Es war erschreckend, was dort zu dieser Zeit passiert ist und wie viele Leute leiden musste. Dadurch, dass Tanja Bern diese Begebenheiten in eine fiktive Geschichte eingewebt hat und die Protagonistin davon direkt betroffen ist, werden diese noch lebendiger und man fühlt richtig mit. Ich war ehrlich betroffen und habe mich im Nachhinein mit diesem historischen Ereignis noch länger beschäftigt.
Ja, diese Geschichte ist wirklich voller Gefühl. Vor allem aus Aeryns Sicht wurden diese sehr lebendig. Da geht es um Liebe, um Vergebung, um Freundschaft und Zusammenhalt, um Mitgefühl und Hilfe, um Selbstlosigkeit, um Verrat und Verzweiflung, ums nackte Überleben, darum jemanden gehen zu lassen und für jemanden am Leben zu bleiben, ums Kämpfen und darum, seinen Weg zu gehen. Wie schon oben erwähnt war ich richtig ergriffen von dieser Geschichte und vor allem auch wegen der versteckten Botschaften. Ich liebe es, wenn es zwischen den Zeilen noch so viel mehr zu lesen gibt und genau das ist in diesem Buch der Fall. Tanja Bern hat mich mit ihrer Geschichte wirklich gefangen genommen und am Ende musste ich sogar ein paar Tränen vergießen, so sehr haben mich die Ereignisse ergriffen. Doch genau das macht für mich ein gutes Buch aus.
Auch mit Caseys Geschichte konnte ich mich am Schluss noch anfreunden, denn durch ihre Reise in die Vergangenheit fand die junge Frau schließlich auch zu sich selbst, was mir als Entwicklung für diesen Charakter sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Mit „Die Töchter von Tarlingtion Manor“ hat Tanja Bern eine wirklich ergreifende Geschichte geschaffen. Die Reise in die Vergangenheit hat mich von Anfang an mitgenommen und Aeryns Leben in Irland zu Zeiten der großen Hungersnot hat mich total ergriffen. Ich konnte die Gefühle zu jeder Zeit nachvollziehen und war so berührt, dass ich am Ende sogar ein paar Tränen vergossen habe. Ein wundervolles Buch.
Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Bewertung vom 31.10.2018
Das Spiel ist eröffnet / Warcross Bd.1
Lu, Marie

Das Spiel ist eröffnet / Warcross Bd.1


sehr gut

Meine Meinung:

Marie Lu hat mich bereits mit ihrer Legend-Reihe begeistert, mit der Young-Elites-Reihe wurde ich jedoch zu einem richtigen Fangirl. Seitdem möchte ich einfach alles von dieser Autorin lesen, deshalb war auch „Warcross“ für mich ein absolutes Muss.

Im ersten Kapitel begleitet man Emika auf einer Kopfgeldjagd und erfährt nach und nach von ihrem Leben, aber auch von ihrer Vergangenheit. Marie Lu hat einfach immer ein Händchen für ungewöhnliche Charaktere und das beginnt bei Emika bei ihren regenbogenfarbenen Haaren und endet bei ihrer Liebe fürs Hacken. Obwohl sie es im Leben wirklich alles andere als leicht hatte und hat, geht sie ihren Weg und zerfließt nicht in Selbstmitleid. Sie ist klug, selbstbewusst, stark, mit dem Herz auf dem richtigen Fleck und einer vernünftigen Denkweise. Ich hab einfach ein Faible für die Protagonistinnen von Marie Lu und auch Emika macht da keine Ausnahme.

Dadurch, dass man anfangs sehr viel von Emika und ihrem Leben und den Grundsätzen von Warcross erfährt, dauerte es in meinen Augen ziemlich lange, bis die eigentliche Story anläuft. Ich habe immer darauf gewartet, dass die Protagonistin sich endlich auf die Suche nach dem ominösen Hacker macht. Doch die Warcross-Meisterschaft und damit das eigentliche „Spiel“ laufen erst im letzten Drittel ab. Zum einen ist das sicher auch positiv, so haben auch Nicht-Gamer (wie ich) Freude an der Geschichte, aber dadurch kommt auch erst zum Ende hin wirklich Spannung auf. Das heißt jedoch nicht, dass die Informationen vorher unwichtig oder weniger interessant sind, im Gegenteil, das Buch liest sich trotzdem sehr gut, nur so richtig mitgerissen hat es mich wirklich erst im letzten Drittel.

Aber Marie Lu wäre nicht Marie Lu, wenn sie nicht noch einen Trumpf oder mehrere Trümpfe in der Hand hätte. Zum Ende hin lässt sie schließlich eine Bombe platzen, die mich wirklich sehr überrascht hat. Zwar hatte ich schon, als Fan von Marie Lus Geschichten, damit gerechnet, dass noch eine überraschende Wendung kommen würde, aber dass es letzten Endes in diese Richtung gehen würde, damit hatte ich mal wieder nicht gerechnet. Zum Schluss hin überschlagen sich nämlich die Ereignisse noch einmal und ich habe tatsächlich den Atem angehalten, weil ich so mitgerissen wurde. Leider endet das Buch dann mit diesem großen Paukenschlag und jetzt sitze ich hier und möchte doch einfach nur wissen, wie es weitergeht.



Fazit:

Zu Recht bin ich inzwischen ein großer Fan von Marie Lus Geschichten. Ihre Protagonistinnen haben immer etwas Besonderes und ich habe inzwischen ein richtiges Faible für diese starken und ungewöhnlichen Frauen entwickelt. Leider läuft die Story dieses Mal etwas langsam an, so dass mich erst das letzte Drittel richtig mitgerissen hat. Das hatte es dann aber auch wirklich in sich und die Autorin lässt gleich mehrere Bomben platzen, die mich dann erst einmal sprachlos zurückließen. Ich bin wirklich sehr gespannt, was in den Folgebänden noch auf mich zukommt.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Bewertung vom 30.09.2018
Unter Verdacht / Die Schwestern von Mitford Manor Bd.1
Fellowes, Jessica

Unter Verdacht / Die Schwestern von Mitford Manor Bd.1


sehr gut

Meine Meinung:

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem man die Krankenschwester Florence Nightingale Shore auf ihrer letzten Zugfahrt begleitet, ohne dass man jedoch erfährt, was wirklich passiert ist. Florence fand ich sofort sehr interessant und war richtig traurig, dass sie sterben würde. Trotzdem hat mich die Autorin mit diesem Prolog auch richtig neugierig auf die weitere Geschichte gemacht.

Danach springt man in das Leben von Louisa und erfährt mehr über sie, ihre Familie und ihre Lebensumstände. Die junge Frau hat es wirklich nicht leicht, war mir aber auf Anhieb sehr sympathisch. Sie leidet sehr unter ihrer häuslichen Situation und versucht deshalb aus eigenem Antrieb einen Ausweg zu finden. Obwohl man das durchaus als selbstbewusst ansehen kann, ist Louisa doch eher zurückhaltend und unscheinbar und alles andere als die typische Heldin. Das passt jedoch in meinen Augen super zurzeit, in der das Buch spielt und deshalb auch perfekt in die Geschichte.

Die Story ist immer in der 3. Person geschrieben. Mal erfährt man, wie es Louisa ergeht, dann taucht man aber auch wieder in das Leben von Guy, einem der Ermittler ein oder erfährt etwas über die Vergangenheit von Florence, so dass ein schönes rundes Bild der Geschichte entsteht. Durch diesen Schreibstil taucht man zwar nicht ganz so tief in die Gedankenwelt der Protagonisten ein, was jedoch in diesem Fall für mich kein Problem darstellte, da es weniger um die Emotionen geht, als viel mehr um die Geschichte selbst.

Zu Beginn erfährt man sehr viel über Louisas Leben und beginnt damit erst spät mit der Ermittlungsarbeit. Zwar ist die Protagonistin selbst auch sehr interessant und das Buch war trotzdem nie langweilig, doch manchmal hätte ich mir schon etwas mehr Spannung und Aufregung gewünscht. Die Hinweise auf den Mörder sind anfangs winzig und tröpfeln nur ganz langsam in die Geschichte ein. Ehrlich gesagt hätte ich erwartet, dass sich eigentlich alles nur um den Fall und die Ermittlungen dreht. Stattdessen geht es auch viel um das Leben der Mitfords und der Protagonisten. Ich persönlich fand das nicht schlimm, da ich sehr gerne auch historische Romane lese und das Geschehen der Figuren verfolge. Doch wer einen spannenden Krimi erwartet, könnte hier vielleicht etwas enttäuscht sein.

Das Setting gefiel mir wirklich sehr gut. Ein altes Herrenhaus, in dem eine adelige Familie lebt, das es sogar wirklich gibt. So etwas fasziniert mich immer. Es ist toll, wie die Autorin Jessica Fellowes hier Fiktives mit der Wirklichkeit verknüpft und historische Figuren in eine erfundene Geschichte hineinwebt. Das ist ihr wirklich ausgesprochen gut gelungen.

Auch die Suche nach dem Mörder gestaltet sich als schwieriger, als man denkt. Geschickt führt die Autorin ihre Leser immer wieder auf falsche Spuren, so dass ich bis zum Ende eigentlich keine Ahnung hatte, wer Florence wirklich getötet hat. Es machte wirklich Spaß gemeinsam mit den Protagonisten auf die Suche nach des Rätsels Lösung zu gehen und ich liebe es, wenn man am Ende dann doch noch einmal überrascht wird. Richtig klasse.

Fazit:

Insgesamt ist „Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht“ eine schöne Mischung aus historischem Roman und Krimi. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Spannung und weniger Alltag der Protagonisten gewünscht, doch die Verwebung von Fiktion und Wirklichkeit hat mich dafür wieder entschädigt. Ich freue mich schon sehr auf weitere Abenteuer von Louisa und den Mitford Schwestern. Die Reihe werde ich auf jeden Fall weiter verfolgen.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Bewertung vom 28.09.2018
Wächter der Runen (Band 1)
Bloom, J. K.

Wächter der Runen (Band 1)


ausgezeichnet

Meine Meinung:

Sehr spannend fand ich es, dass die Geschichte aus Sicht eines männlichen Protagonisten beginnt. Das hat man wirklich nicht oft und gerade weil es so ungewöhnlich ist, mochte ich es. Finn ist mir auch sofort sympathisch. Er mimt zwar den knallharten Kopfgeldjäger, aber man merkt gleich, dass er auch Werte und ein Gewissen hat. Das scheint zwar nicht immer zu seinem Job zu passen, aber er geht seinen Weg.

Das Buch wird jedoch nicht nur aus Finns Perspektive erzählt, sondern abwechselnd auch aus der von Ravanea. Da die Wege die Protagonisten erst nach einiger Zeit zusammenführt, finde ich es super, dass man vorher die Gelegenheit bekommt, beide kennenzulernen. Allerdings hält die Autorin J. K. Bloom sich vorerst bedeckt, zuviel vom Geheimnis von Ravanea bekanntzugeben. Man kann also nur Spekulationen anstellen, wieso das Imperium so ein Interesse an dem Mädchen hat und bleibt erst einmal auf dem Wissensstand von Finn. Gemeinsam mit ihm wird nach und nach dann das Rätsel gelöst. Ich muss gestehen, ich bin fast vor Neugier geplatzt und konnte mir nicht so recht erklären, was denn dahinterstecken könnte. Das hat mich natürlich an die Seiten geklebt, da ich endlich mehr erfahren wollte.

Überhaupt hatte das Buch für mich keinerlei Längen, sondern war von Anfang bis Ende sehr spannend. Anfangs geht es natürlich viel um Finns inneren Zwiespalt und seine Zweifel. Ich finde, J.K. Bloom ist es sehr gut gelungen, diese authentisch darzustellen und ihnen genau das richtige Maß an Zeit einzuräumen, so dass sie den Leser nicht irgendwann genervt haben. Hier das richtige Gleichgewicht zu finden, ist meiner Meinung nach sehr schwierig, deshalb freu ich mich umso mehr, dass es der Autorin gelungen ist.

Die Idee mit den Runen hat mich von Anfang an sehr fasziniert. Jeder kann mit ihrer Hilfe Magie wirken und besondere Kräfte erlangen, ohne, dass diese angeboren sein müssen. Doch die Geschichte ist noch viel größer, als man zu Beginn denkt, denn es steckt eine richtige Legende hinter den Runen. Die erfährt man jedoch erst nach und nach. Ich liebe es ja, wenn es eine richtige Hintergrundgeschichte gibt und genau das ist hier der Fall. Am Ende hat man dann nämlich einen ganz anderen Blick auf all die Geschehnisse und das bedeutet, dass die Story im Folgeband noch einmal eine andere Richtung einschlagen und es spannend bleiben wird.

Überhaupt gibt es so manche Überraschung. Ein paar davon kann man gut vorausahnen, andere treffen einen dagegen völlig unvorbereitet. Dieses Buch läuft also nicht unbedingt nach dem altbekannten Schema ab. Es ist nicht klar einzuordnen, wer gut und wer böse ist. Man muss sich immer selbst seine Gedanken zu den einzelnen Charakteren machen und die Motive dieser hinterfragen. Am Ende denkt man zwar, man hat die Lösung, aber ich glaube auch im zweiten Band hält die Autorin für uns noch einiges parat. Das Ende hat mich jedenfalls richtig begeistert und zeigt mir, dass nach wie vor alles offen ist.

Fazit:

Dieses Buch hat mich wirklich vom Anfang bis zum Ende mitgerissen. Es lebt von vielschichtigen Charakteren, die sich nicht so einfach in Schubladen stecken lassen, von deren Gedanken und Entwicklungen, aber auch von der fantastischen Idee der Runen, die noch so viel tiefer geht, als man zu Beginn denkt. So manche Überraschung und die Suche nach Antworten halten den Leser permanent am Buch, so dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Am Ende möchte ich nur eins: Ganz schnell die Fortsetzung in den Händen halten.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Bewertung vom 13.09.2018
Der Dämonenprinz und ich
Becking, Johanna B.

Der Dämonenprinz und ich


ausgezeichnet

Der Klappentext klang zu genial, um dieses Buch nicht zu lesen, deshalb stürzte ich mich auch sofort in dieses Leseabenteuer.

Schon als die Geschichte mit „ich fluchte …“ begann, war ich ihr total verfallen. Die Protagonistin ist wirklich alles andere als ein „everybodys darling“. Ich denke, Chloe würde super in die Sparte „Badass-Heldin“ passen. Sie flucht und pfeift auf „Dinge, die man tut oder eben nicht tut“, sie ist taff und kämpferisch und trieft teilweise nur so vor Sarkasmus. Ja, die Protagonistin ist wirklich herrlich erfrischend und doch hat sie natürlich das Herz am richtigen Fleck, was man vor allem daran merkt, dass sie sich zu 100 % für ihre Freunde einsetzt. Was soll ich sagen, ich mochte Chloe auf Anhieb und freute mich sehr auf ihr Abenteuer.

Es geht auch relativ schnell zur Sache, denn schon auf den ersten Seiten läuft Mason ihr über den Weg und beauftragt sie, denjenigen zu finden, der ihn töten möchte. Damit kommt gleich jede Menge Spannung in die Geschichte und an allen Ecken und Enden warten Gefahren auf die beiden. So wird es nie langweilig und es gibt auch keinerlei Längen in dem Buch. Jedes Detail scheint wichtig zu sein, jeder Charakter spielt eine Rolle in der Geschichte.

Doch nicht nur die spannende Jagd auf den möglichen Mörder macht dieses Buch zu einem echten Pageturner, sondern auch die Welt, die Johanna B. Becking erschaffen hat: Da gibt es depressive Engel, Feen, die im Müll wühlen und Vampire, die zu dummen Lehmhaufen mutieren. Hier gibt es wirklich kein typisches Klischee, sondern eine Welt voller bekannter Wesen, die jedoch so ganz anders sind, als man es erwarten würde. Ich hatte wirklich richtig viel Spaß beim Kennenlernen dieser einzigartigen, verrückten Welt.

Was mir zusätzlich gut gefallen hat ist, dass Johanna B. Becking nicht nur mit den Klischees bricht, auch sonst ist ihre Welt alles andere als kitschig. Da gibt es nicht die verbotene Liebe oder das ständige Hin und Her zwischen den Protagonisten. Jeder weiß, was er will und nimmt sich das einfach. Zusätzlich geht die Autorin nicht zimperlich mit den Figuren in der Geschichte um. Nein, hier ist nichts rosarot oder in Zuckerwatte gepackt und auch das fand ich einfach nur erfrischend und absolut herrlich.

Leider war ich jedoch viel zu schnell durch mit dieser Geschichte. Das liegt zum einen vielleicht daran, dass Johanna B. Becking auf große Ausschmückungen und Lückenfüller verzichtet, zum anderen aber sicher auch daran, dass dieses Buch so kurzweilig ist und einfach nur Spaß macht. Am Ende ist die Story zwar in sich geschlossen, lässt aber auch Platz für eine Fortsetzung. Ich finde ja, dass es ein großartiger Auftakt für ein Serial rund um die Halbdämonin Chloe Sanchez wäre und hoffe von ganzem Herzen auf einen zweiten Teil.

Fazit:

Was soll ich zu dem Buch sagen: Wow, einfach nur wow. Johanna B. Becking hat mit „Der Dämonenprinz und ich“ ein wirklich herrlich erfrischendes, humorvolles, spannendes und kreatives Werk geschaffen. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen und habe mich sowohl in diese außergewöhnliche Welt, die mit allen Klischees bricht, als auch in die einzigartigen Protagonisten verliebt. Ich wünsche mir wirklich von Herzen, dass es doch eine Fortsetzung dazu geben wird.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.