Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: ikopiko
Wohnort: Hesel
Über mich:
Danksagungen: 18 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 176 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2018
Die Fliederinsel
Lott, Sylvia

Die Fliederinsel


sehr gut

Wären nicht Sylvia Lotts Romane eine Art Pflichtlektüre für mich, hätte ich auch allein des romantischen, maritimen Covers wegen zu diesem Buch gegriffen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen auf der dänischen Insel Fünen. Celia macht auf Fünen Urlaub. In einer Nische findet sie ein Bild von einem Fliederstrauch und dass dieses anscheinend versteckt war, macht sie neugierig. Ihre Vermieterin ist leicht geschockt ob des Fundes und beginnt, Cella ihre Familiengeschichte zu erzählen, die eng mit diesem Bild in Verbindung steht.

Ruth und Jakob Liebermann sind Juden. 1938 ist abzusehen, was Hitlers Pläne mit den Juden sind. Ruth und Jakob fliehen nach Dänemark, auf die Insel Fünen.

Auch wenn das Geld knapp ist und sie Sorge um ihre Zukunft und ihre Angehörigen haben, verbringen sie dort eine überwiegend schöne Zeit. Ruth beginnt zu malen, besonders wenn der Flieder blüht, und kann das Paar oft nur damit über Wasser halten. Jakob findet als Schriftsteller nur schwer Arbeit. Und immer wieder steckt die Angst vor den Nazis im Nacken.

Schließlich ist Ruth schwanger und trotz aller Sorgen und Ängste sind Ruth und Jakob glücklich mit ihrer Ingrid. Aber der Krieg ist noch nicht zu Ende und wieder steht eine Flucht an …

Sylvia Lott hat mit „Die Fliederinsel“ einen sehr berührenden Roman geschrieben. Die Protagonisten sind sehr glaubhaft und lebhaft skizziert. Besonders die Geschite von Ruth und Jakob wird auf sehr realistische Weise erzählt.

Auch wenn Ruth und Jakob eine schwere Zeit durchleben, schreibt die Autorin in lockerem Ton, sodass ein Wohlgefühlt bleibt.

Bewertung vom 13.07.2018
Winterrosenzeit
Martin, Ricarda

Winterrosenzeit


sehr gut

Es ist das Deutschland der sechziger Jahre. Hans-Peter lebt mit Mutter und Stiefvater in einem kleinen Dorf in der Schwäbischen Alb. Modernes verirrt sich hierher noch nicht. Alles ist altbacken und spießig. Hans-Peter gilt mit seinen langen Haaren und den Jeans schon fast als Rebell. Dann noch die verrückte englische Musik …

Hans-Peter spart all sein Geld und reist zu einem Beatles-Konzert nach London. Hier öffnet sich eine völlig neue Welt für ihn. Er fühlt sich frei. Und er lernt Ginny kennen. Beide verlieben sich spontan ineinander.

Ginny stammt aus einem alten Adelsgeschlecht, das keine guten Erfahrungen mit den Deutschen gemacht hat. Die Familie züchtet Rosen und Ginny liebt ihren Beruf. Ihre Heimat will sie nicht verlassen. Aber ist der deutsche Hans-Peter auf dem Gut erwünscht?

Ginny und Hans-Peter geben ihre Liebe nicht auf und fördern damit dunkle Familiengeheimnisse zu Tage.

Titel und Cover des Buches „Winterrosenzeit“ lassen anmuten, dass es sich hier um einen seichten Liebesroman handelt. Aber es ist viel mehr. Zeitweise rückt die Liebesgeschichte sogar in den Hintergrund und die Spannung nimmt überhand.

Ricarda Martin hat einen einzigartigen Schreibstil, der mich auch bei unangenehmen Szenen ein wohliges Gefühl behalten lässt. Ganz nach dem Motto: Es wird schon wieder gut. Dies mindert keineswegs die Spannung, aber ich vertraue der Autorin.

Einen Stern Abzug gibt es von mir, weil ich Hans-Peter oft als naiv empfand. Die Zeiten waren anders, aber ich habe den Protagonisten immer mit meinen Eltern verglichen, die im gleichen Alter waren und anders gehandelt hätten.

Bewertung vom 12.07.2018
Im Licht des Augenblicks
Stein, Garth

Im Licht des Augenblicks


gut

Trevor blickt zurück auf seine Jugend und ein großes Familiengeheimnis. Als er vierzehn Jahre alt war, nahm sein Vater ihn mit nach Ridell House. Dieses riesige, heruntergekommene Haus liegt abgelegen in den Wäldern und war einst Statussymbol der vermögenden Familie. Jetzt leben dort nur noch sein dementer Opa und seine Tante, die zwar nett ist, aber aus der er nicht schlau wird.

Trevor möchte dieses interessante Haus auskundschaften. Es gibt viele Zimmer, Geheimgänge und alte Dokumente. Und es gibt Geister! Aber auf seine Fragen bekommt er vom kläglichen Rest der Familie keine Antworten.

Irgendwann wird auch er das lang gehütete Familiengeheimnis lüften.

„Im Licht des Augenblicks“ von Garth Stein hat mich leider nicht überzeugen können.

Die Story an sich ist spannend. Ein so altes, verwinkeltes Haus mit Geschichte muss für einen Teenager ein Paradies zum Entdecken sein. Die verschrobene Verwandtschaft will kennengelernt werden. Tolle Ferien sind vorprogrammiert. Mit den Geistern kommt auch noch Übersinnliches hinzu – eigentlich eine Handlung für meinen Geschmack. Dennoch hat sie mich nicht gepackt.

Der Roman spielt in der Gegenwart und der Vergangenheit von Trevor. Viele Passagen hatten deutliche Längen, die ich immer öfter nur noch überflogen habe. Oft wusste ich auch nicht mehr, was wirklich passiert ist und was dazugedichtet wurde. Garth Steins Schreibstil spricht mich leider nicht an.

Bewertung vom 11.07.2018
Shark Club - Eine Liebe so ewig wie das Meer
Taylor, Ann Kidd

Shark Club - Eine Liebe so ewig wie das Meer


sehr gut

Maeve ist zwölf, als sie von einem Hai gebissen wird. Während die meisten Menschen nun wohl Angst oder Abneigung den Tieren gegenüber entwickeln würden, fängt Maeve an, sie zu lieben. Ihr ganzes Leben beginnt sich um Haie zu drehen. Als Meeresbiologin erforscht sie Haie und freundet sich fast mit welchen an. Dabei arbeitet sie mit Nicholas zusammen, der Rochen erforscht. Es entwickelt sich mehr als Freundschaft.

An ihrem dreißigsten Geburtstag besucht Maeve ihre Großmutter in deren Hotel. Am Strand, an dem sie einst gebissen wurde, erinnert sie sich an Daniel, ihren besten Freund in Kindertagen und ihre große erste Liebe. Daniel hat sie hintergangen, aber trotzdem hegt sie noch Gefühle für ihn. Als dieser dann tatsächlich im Hotel ihrer Oma arbeitet, gerät Maeve in ein Gefühlschaos.

„Shark Club“ lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zu Beginn des Buches gab es für ich zu viel „Fisch“. Als dies anfing mich zu langweilen, traf Maeve jedoch auf Daniel und es wurde interessanter.

Neben dieser Liebesgeschichte gibt es auch viel Spannung in diesem Roman. Maeve ist einer Bande auf der Spur, die Haie verstümmelt um deren Flossen zu bekommen.

Bewertung vom 06.07.2018
Heidezorn
Hanke, Kathrin; Kröger, Claudia

Heidezorn


sehr gut

In Lüneburg treibt ein brutaler Frauenmörder sein Unwesen. Von Beginn der Ermittlungen an erinnern die Morde Kommissarin Katharina von Hagemann an die Taten von „Munich-Jack“. Der so genannte Maximilian war ihr Freund, bis sie von seinem wahren Ich erfuhr. Aber eigentlich kann er nicht der Täter sein, denn er sitzt noch im Gefängnis.

Katharinas Nerven liegen blank. Sie hat Angst, dass Maximilian, der den Fall vor Gericht neu aufrollen lässt, die ihr gegenüber ausgestoßenen Drohungen wahr macht. Ihre Kollegen können diese Angst nicht nachvollziehen. Katharina fühlt sich allein.

„Heidezorn“ ist der fünfte Lüneburg-Krimi des Autorenduos Kathrin Hanke und Claudia Kröger. Schon das Cover, das einen alten Weidezaun und Bluttropfen vor dunklem Himmel zeigt, deutet auf Spannung hin. Und der Krimi hält, was das Cover verspricht.

Wie schon in den ersten Bänden, ist der Schreibstil fesselnd und flüssig. Es wird mal aus Sicht der Kommissare und aus der des Täters berichtet. Der Leser wird so von allen Seiten informiert.

Die Spannung wurde bis zum Ende gehalten. Die Lösung war für mich nicht vorhersehbar.

Bewertung vom 20.06.2018
Die Blütensammlerin / Maierhofen Bd.3
Durst-Benning, Petra

Die Blütensammlerin / Maierhofen Bd.3


ausgezeichnet

Christine wurde von ihrem Mann verlassen. Mit dieser Situation hat sie sich inzwischen mehr schlecht als recht abgefunden. Doch ihr Mann ist noch nicht fertig mit ihr. Entweder soll sie ihn auszahlen, oder das gemeinsame Haus wird verkauft. Christine liebt ihr Haus. Also braucht sie Geld.

Unterstützt von ihren Freundinnen errichtet sie in ihrem Haus ein Bed & Breakfast. Liebevoll verwöhnt sie ihre Gäste. Als in Maierhofen ein Kochwettbewerb ausgerichtet wird, organisiert sie ein Single-Team. Nun ziehen die unterschiedlichsten Gäste bei ihr ein um gemeinsam zu kochen. Natürlich knistert es dabei nicht nur in Töpfen und Pfannen.

Ich besuche nun bereits das dritte Mal das traumhafte Maierhofen. Dieses Mal dreht sich alles um Christine, die Blütensammlerin, und ihre Single-Kochgruppe.

Die Autorin ist ihrem Motto treu geblieben. Es geht wieder um Achtsamkeit, Freundschaft, Wertschätzung. Das umfasst sie mit ihrem lockeren, weichen Schreibstil, der einen warm ums Herz werden lässt. Ich fand aber, dass in diesem dritten Band zu wenig Maierhofen vorkam. Darum ziehe ich einen halben Punkt ab.

Bewertung vom 23.05.2018
Das Weihnachtsdorf / Maierhofen Bd.2
Durst-Benning, Petra

Das Weihnachtsdorf / Maierhofen Bd.2


ausgezeichnet

Maierhofen ruht sich nicht auf seinem Erfolg aus, den es mit dem „Kräuter der Provinz“-Festival hatte.

Viel hat sich seit dem Sommer im Genießerdorf getan. Es gab neue Freundschaften, junge Liebe, eine Trennung und viele neue Ideen rund um den regionalen Genuss.

Nun soll ein Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt werden. Aber keinen mit CD-Gedudel und „Blink-Blink“, sondern einer, wie aus der guten, alten Zeit. Die Besucher sollen entschleunigen und sich auf Weihnachten einstellen. Und natürlich dürfen regionale Köstlichkeiten nicht fehlen.

Für das Weihnachtsfest hat jeder seine eigenen Pläne. Aber letztlich kommt es meist anders, als man denkt. Und in Maierhofen halten alle zusammen.

Nach „Kräuter der Provinz“ erzählt Petra Durst-Benning die Geschichte des Dorfes und seiner Einwohner weiter. Wieder ist es in erster Linie eine „Heile-Welt-Geschichte“, aber gerade dies tut der Seele so gut. Besonders in der hektischen Weihnachtszeit sollte man einen Gang zurückschalten und sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zurückbesinnen.

Bewertung vom 14.05.2018
Kräuter der Provinz / Maierhofen Bd.1
Durst-Benning, Petra

Kräuter der Provinz / Maierhofen Bd.1


ausgezeichnet

Maierhofen ist ein wunderhübsches, schwäbisches Dorf. Nur leider ist es zu weit weg von den Bergen. Kein Tourismus, keine Arbeit, kaum Freizeitangebote - das Dorf stirbt aus. Bürgermeisterin Theresa liebt ihr Dorf und will dies auf keinen Fall zulassen. Sie engagiert eine Fachfrau und gemeinsam mit ihr und den Dorfbewohnern will sie Maierhofen wieder attraktivieren.

Plan ist, die hausgemachten Spezialitäten zu vermarkten und ein Genießerdorf entstehen zu lassen. Nicht Quantität, sondern Qualität soll das Dorf ausmachen.

Dieser Roman von Petra Durst-Benning hat mich mitten ins Herz getroffen. Am liebsten hätte ich die Koffer gepackt und wäre nach Maierhofen gezogen.

Sicherlich ist die Geschichte sehr fiktiv mit viel „heiler Welt“. Aber genau das habe ich gerade gebraucht. Alles ist ländlich, selbstproduzierte Spezialitäten werden angeboten, alle halten zusammen … Utopisch, aber wunderschön!

Dieses wird eines der wenigen Bücher sein, das ich mehrfach lese.

Bewertung vom 30.04.2018
Nora und die Novemberrosen
Krätschmar, Tania

Nora und die Novemberrosen


ausgezeichnet

Nora lebt mit ihrer siebenjährigen Tochter Fanny und drei Senioren in einer WG. Ihr Leben geht geregelte Bahnen. Ihren Job in einem Baumarkt –Pflanzenabteilung- hasst sie, doch sie braucht das Geld. Dabei ist sie Gärtnerin mit Leib und Seele und würde viel lieber gesunde Pflanzen hegen und pflegen, statt überzüchtete Massenproduktionen zu verkaufen.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Nora wird entlassen und der WG droht ein Auszug aus der Bleibe. Wie soll es weitergehen?

Durch Zufall stößt die kleine Truppe auf ein verwildertes Grundstück in der Mark Brandenburg. Es muss sich um ein Kinderheim oder eine Gärtnerei gehandelt haben. Um sich abzulenken, aber auch um den Pflanzen etwas Gutes zu tun, fahren Nora, Fanny und die Senioren regelmäßig hierher und schaffen sich ein kleines Paradies. Bis die Behörden auf sie aufmerksam werden …

Als Naturfreund haben mich Titel und Cover des Buches gleich angesprochen.

Mit ihrem anschaulichen und leicht zu lesenden Schreibstil hat mich die Autorin mit in „ihre“ Gärtnerei genommen. Die verfallenen Gewächshäuser, undurchdringliches Gestrüpp und wuchernde Rosen meinte ich vor mit zu sehen.

Die Geschichte hat Charme, ist spannend und eine tolle Feierabendlektüre.

Bewertung vom 25.04.2018
Eisheide
Hanke, Kathrin; Kröger, Claudia

Eisheide


sehr gut

Katharina von Hagemann lebt im Gefühlschaos. Ihr gefällt ihr Chef, Kommissar Benjamin, ausgesprochen gut. Tatsächlich ist sie aber die Freundin seines Zwillingsbruders Bene. Noch ist zwischen ihr und ihrem Chef nichts gelaufen, sie fühlt sich aber zu ihm hingezogen.

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Benjamin spurlos. Zunächst macht sich niemand große Sorgen. Benjamin war nicht immer der Vorzeige-Kommissar. In früheren Jahren war er bereits „untergetaucht“. Als er aber nach Tagen nicht auftaucht, wird doch allen mulmig. Als dann bekannt wird, dass ein ehemaliger Straftäter, der Benjamin Rache geschworen hatte, aus dem Gefängnis entlassen wurde, sind alle auf der Suche.

Für Katharina ist diese Vorweihnachtszeit eine der schlimmsten ihres Lebens. Sie erhält einen anonymen Brief, der bestätigt: Benjamin wurde entführt. Ihre daraus resultierende gereizte Stimmung ist nicht förderlich für ihre Beziehung zu Bene.

Da ich bereits alle Vorgängerbände dieses Krimis kenne, fiel mit der Einstieg in die Geschichte sehr leicht.

Die eigentliche Kriminalgeschichte, die Entführung des Kommissars Benjamin Rehder, war sehr spannend. Mir war bis zum Schluss nicht klar, wer der Entführer ist und was damit bezweckt wird.

Obwohl es sich um einen Krimi handelt, hat jedoch Katharinas Gefühlschaos sehr viel Platz eingenommen. Ihre Unentschiedenheit hat mich zunehmend genervt.

Für das Erzähltalent der Autorinnen und den Spannungsbogen würde ich die volle Punktzahl geben. Da mir jedoch zu viel Tamtam um Katharinas Beziehungsprobleme gemacht wurde, ziehe ich einen Stern ab.