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Suska

Bewertungen

Insgesamt 55 Bewertungen
Bewertung vom 15.07.2022
Die Flucht / Vollendet Bd.1
Shusterman, Neal

Die Flucht / Vollendet Bd.1


ausgezeichnet

Sehr düster und grausam, aber unterhaltsam

Connor ist 16 Jahre alt, als seine Eltern sich entscheiden, ihn „umwandeln“ zu lassen. Eine gängige und für den betroffenen grausame Praxis, in der alle Teile des Umgewandelten – Organe, Körperteile, Haut, Haare, Gewebe, einfach alles – anderen Menschen gespendet werden. Sofort und nicht erst nach dem Tod des Umgewandelten. Eine rückwärtige Abtreibung, die als Kompromiss aus einem brutalen Krieg hervorgegangen ist. Connor muss sich entscheiden? Flucht oder Umwandlung? Auf seinem Weg trifft er weitere betroffene, u.a. Risa, ein Waisenkind, das ebenfalls umgewandelt werden soll.

Das Thema ist schon sehr harter Tobak und absolut nichts für schwache Nerven. Da muss man auch erst mal drauf kommen. Und genau diese Grausamkeit macht auch die Faszination aus. Ist ja nur ein Buch. Oder? In allen Dystopien steckt ja ein Quäntchen Realität und hier geht es um die gesellschaftlich durchaus brisanten Themen Abtreibung und Organspende.

Für mich ist diese Dystopie gelungen. Die Handlung ist spannend, flüssig, man bekommt unterschiedliche Perspektiven der verschiedenen Protagonisten, das Ende ist schlüssig und trotzdem freut man sich auf die Folgebände, denn es gibt insgesamt 4 Teile. Spannender Auftakt, in dem die Betroffenen aus dem bestehenden System fliehen. Wie lange sie brauchen, um es zu stürzen, wird sich zeigen, ich vermute, so bis Band 4. Bin gespannt, was dazwischen passiert.

Bewertung vom 15.07.2022
Solange es Liebe gibt
Münzer, Hanni

Solange es Liebe gibt


sehr gut

„Solange es Liebe gibt“ erzählt die Geschichten von Julie und ihrer Großmutter Klara. 1932: Klara wächst in Bayern auf. Ohne ihre Mutter fühlt sie sich einsam, Vater und Brüder behandeln sie schlecht. Sie verliebt sich unsterblich in den jungen Kaffee-Erben Friedrich, der sie jedoch kaum beachtet. Um sich seine Liebe zu sichern, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. 2010: Julie muss nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre bayerische Heimat. Sie soll die Kaffeemanufaktur übernehmen. Hier trifft sie auf ihre herrische Großmutter Klara und auf so manches Familiengeheimnis.

Dieses Buch gehört zur „Schmetterlinge“ Reihe, kann aber unabhängig von den anderen 2 Büchern gelesen werden. Außerdem ist es das erste Buch der Reihe.

Ich fand die Geschichte um die einsame Klara, die für die Liebe Grenzen überschreitet und später herrisch und ungenießbar wird, durchaus interessant. Auch das Setting rund um die Kaffemanufaktur ist gut gelungen. Ein dramatisches und sentimentales Buch, das zwischendurch für Gänsehaut sorgt.

Bewertung vom 15.07.2022
Bornholmer Falle / Sarah Pirohl ermittelt Bd.2 (eBook, ePUB)
Peters, Katharina

Bornholmer Falle / Sarah Pirohl ermittelt Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Düsterer Krimi

Die Polizistin Sarah Pirohl hat sich nach einem Vorfall in Rostock nach Bornholm versetzen lassen. Ihr erster Fall hier hat es in sich: Ein Junge aus Berlin, der zuletzt auf Bornholm gesichtet wurde, wird vermisst, ein weiterer wird ermordet. Sie beginnt zu ermitteln und stößt auf so einige Geheimnisse.

Bornholmer Falle ist der zweite Teil der Bornholm Serie. Als ich zu Lesen anfing, war mir das nicht bewusst, habe es aber schnell gemerkt, da sich die Geschichte immer wieder auf Band 1 bezieht. Das hat es etwas schwieriger gemacht, die Geschichte zu durchschauen, war aber für den Lesespaß an sich nicht störend. Man bekommt nach und nach ganz gut mit, was passiert ist. Und eins ist sicher: Die Vergangenheit verfolgt Sarah auch auf Bornholm.

Diese Reihe ist außerdem mit der Reihe um Hannah Jacob verwoben, die ich auch nicht kenne. Offenbar habe ich da einiges nachzuholen. Auch das hat mich aber hier nicht sonderlich gestört.

Der Fall ist spannend, der Spannungsbogen baut sich immer weiter auf und das Ende löst zwar einige Fragen, lässt aber einen Cliffhanger offen, der Lust auf den dritten Band macht.

Bewertung vom 14.07.2022
Das Mädchen mit dem Drachen (eBook, ePUB)
Colombani, Laetitia

Das Mädchen mit dem Drachen (eBook, ePUB)


sehr gut

Erschütternder Einblick in die Kultur Indiens

Léna hat in ihrer Heimat Frankreich Schreckliches erlebt und ihren Partner verloren. Sie reist nach Indien, um über den Verlust hinwegzukommen. Dort sieht sie jeden Tag ein kleines Mädchen am Strand mit ihrem improvisierten Drachen spielen. Eines Morgens wird Léna beim Schwimmen von einer Welle erfasst und ertrinkt beinahe. Das kleine Mädchen – Lalita – rettet ihr gemeinsam mit Preeti, einer Anführerin einer Selbstverteidigungstruppe, das Leben. Léna beschließt daraufhin, Lalita eine Zukunft zu ermöglichen und ihr das Lesen und Schreiben beizubringen. Und sie geht noch weiter: Sie möchte im Dorf eine Schule gründen und noch mehr Kindern Bildung schenken.

Das Buch ist schonungslos. Als europäische Frau kann man die Zustände, die heute noch in Indien herrschen, nur erahnen. Oder Bücher dazu lesen. Die Autorin erzählt die Geschichte eine mutigen Frau, die ihren Weg geht. Sie erzählt aber auch von den teils unmenschlichen Zuständen in Indien, vom Kastensystem, Armut, Kinderarbeit, Bildungsverweigerung und Zwangsehen. Noch immer, in unserer heutigen Zeit. Das so detailliert zu lesen, hat mich schockiert, auch wenn ich eine Ahnung hatte, was in Indien zum Teil Alltag ist. Die kleine Lalita und ihr Leben zu begleiten war teilweise kaum zu ertragen.

Wer bereits Bücher von Laetitia Colombani gelesen hat und aufmerksam war, kennt Lalita bereits aus „Der Zopf“, denn hier wird die Geschichte ihrer Mutter erzählt, die ihre Haare in einem indischen Tempel opfert, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

Das Buch hat mich sehr berührt. Ein etwas fader Beigeschmack bleibt allerdings, denn es wird hier im Buch die Geschichte einer weißen Europäerin geschildert, die ihre Lebensweise und ihre Auffassung in einem indischen Dorf mit eigener Kultur etablieren möchte. Ein heldenhaftes Vorhaben durchaus, aber doch sehr einseitig geschildert. Trotzdem durchaus beindruckende Lektüre.

Bewertung vom 14.07.2022
Violas Versteck / Tom Babylon Bd.4 (eBook, ePUB)
Raabe, Marc

Violas Versteck / Tom Babylon Bd.4 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Gelungener letzter Teil

Endlich! Lange habe ich darauf gewartet, jetzt ist endlich Teil 4 der Tom Babylon Reihe da. Und wie es aussieht, auch der letzte Teil, wobei der Autor sich da selbst noch nicht so sicher ist.

Am Ende des letzten Bandes entdeckte Tom einen Hinweis darauf, dass seine Schwester Viola am Leben ist. Genau so, wie er er immer geahnt hat. Kurz darauf kommt sein Vater bei einem Unfall ums Leben. Zufall? Tom glaubt nein. Und macht sich auf den Weg zu Viola. Kurz darauf wacht er in einem Krankenhaus auf und kann sich nicht an die letzten Tage erinnern. Was ist passiert?

Um diesen Band zu lesen, sollte man die vorherigen drei auch kennen, denn sie bauen aufeinander auf. Der Autor wählt wieder unterschiedliche Perspektiven und Zeitsprünge, die mich teilweise vor eine kleine Herausforderung gestellt haben, mitzukommen. Dieser Erzählstil hat aber auch die Spannung sehr weit oben gehalten. Die Geschichte wird schnell vorangetrieben, die Kapitel sind kurz und enden gern mit einem kleinen Cliffhanger – ideal, um den Lesefluss voranzutreiben.

Ich habe die Tom Babylon Reihe sehr geliebt und bin ein großer Fan. Wer Krimis und Thriller liebt, sollte diese Reihe nicht verpassen!

Bewertung vom 14.07.2022
Q
Dalcher, Christina

Q


sehr gut

Erschreckend

Elena lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann in einer Welt, in der jeder Mensch eine Q-Wert besitzt. Ist dieser hoch, ist alles gut – man hat Privilegien, die Kinder gehen auf gute Schulen, man ist in der Gesellschaft angesehen. Aber wehe, der Wert fällt. Dann beginnt die Abwärtsspirale. Und was Elena sich nie hat träumen lassen, passiert – ihre Tochter wird herabgestuft. Wie wird Elena sich dem System, das ihr bisher so viel Gutes getan hat, nun widersetzen, um ihre Tochter zu retten?

So richtig erschreckend und aufwühlend sind Dystopien dann, wenn man sich das Szenario vorstellen kann, wenn gar nicht so abwegig ist, was da beschrieben ist. Und genau so ist es in diesem Buch, denn dass Menschen nach ihren Leistungen beurteilt werden und ihren Platz in der Gesellschaft bekommen, das ist nun mal so. Wenn man das weiterspinnt, ist man ganz schnell in der Welt, die die Autorin hier beschreibt. Und auch die Konsequenzen sind nicht so abwegig und auch durchaus existent.

Das Ende war ebenfalls aufwühlend. Etwas konstruiert vielleicht, und ich hätte es mir anders gewünscht. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an!

Bewertung vom 03.01.2022
Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
Gier, Kerstin

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann


ausgezeichnet

Irrwitzig und fantasievoll

Kerstin Gier hat es wieder getan. Nach der Silber-Reihe startet sie nun mit „Vergissmeinnicht“ eine neue Fantasy-Jugendbuchreihe.

Wir lernen Quinn, den beliebten, coolen Jungen, und Matilda, das etwas merkwürdige Mädchen kennen. Matilda ist ein bisschen (mehr) in Quinn verschossen, der sie aber nur nervig findet und ständig mit ihren Cousinen verwechselt. Eines nachts hat Quinn einen Unfall und seitdem passieren merkwürdige Dinge. Statuen sprechen. Seine Sinne schärfen sich. Und was will der Mann mit Hut? In seiner Not vertraut Quinn sich Matilda an und das Abenteuer beginnt.

Wir haben hier um ein typisches Jugendbuch, das mich hervorragend unterhalten hat. Die Figuren sind sehr liebevoll und fantasievoll ausgedacht und beschrieben. Es gibt einige witzige Charaktere zu entdecken und Quinn und Matilda erleben so einige irrwitzige Geschichten zusammen.

Es handelt sich natürlich im den Auftakt einer Serie, das heißt, am Ende bleiben mehr Fragen offen, als beantwortet werden. Ich habe definitiv Lust darauf, den nächsten Band zu lesen!

Bewertung vom 17.12.2021
In ewiger Freundschaft / Oliver von Bodenstein Bd.10 (eBook, ePUB)
Neuhaus, Nele

In ewiger Freundschaft / Oliver von Bodenstein Bd.10 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ich bin ein großer Nele Neuhaus Fan. Klar, dass ich sehnsüchtig auf den neuen Taunus Krimi gewartet habe. Nun ist er endlich da und hat mir wieder einmal sehr gut gefallen.

Pia wird zum Haus einer Frau gerufen, die vermisst wird. Im Haus findet sie deren verwirrten, dementen Vater und wir misstrauisch. Die Spurensicherung findet schließlich in der Küche Spuren eines Blutbades. Die Sache wird spannend, als sich herausstellt, dass die vermisste Frau bis vor kurzem Programmleiterin in dem Verlag war, in dem Pias Exmann Henning seine Krimis verlegen lässt. Nach ihrer Entlassung wollte die nun Vermisste dem Verlag schaden. Ist das die Erklärung für ihr Verschwinden? Schnell finden die Ermittler heraus, dass es einen alten Freundeskreis rund um die Frau gibt – alle in der Bücherszene, und alle haben ein Geheimnis, das wohl gehütet ist. Bis jetzt.

Neben dem Kriminalfall steht in diesem Buch die Verlagsszene im Mittelpunkt. Ein spannender Ansatz irgendwie, verdient die Autorin doch genau in dieser Szene ihr Geld. Ich fand die Hintergründe sehr informativ, vor allem zu Ablauf, wie ein Buch erscheint – Verlag, Lektor, Agent. Eine Welt, in die man als Leser eher selten eintaucht, denn man hält am Ende ja nur das Endergebnis in der Hand.
Irgendwie witzig, aber auch verwirrend fand ich den Ansatz, das Henning im Buch Krimis über die Fälle des K11 schreibt – also Krimis über die Krimis. Manchmal fiel es mir nicht so leicht, da noch durchzusteigen. Henning steht erst am Anfang seiner Karriere und dadurch werden auch die ersten Taunuskrimis wieder ins Gedächtnis gerufen und die Figuren erinnern sich an ihre Fälle.

Neben den Ermittlungen wird auch das Privatleben der Akteure wieder thematisiert. Vor allem Oliver von Bodenstein hat in diesem Band einiges auszustehen.

Ich hatte wieder sehr viel Lesespaß, wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Wie gewohnt gab es immer wieder neue Wendungen, neue Verdächtige und neue Erkenntnisse, die alles auf den Kopf stellen. Fesselnd bis zum Schluss!

Bewertung vom 25.10.2021
Keine Panik, ist nur Technik
Ait Si Abbou, Kenza

Keine Panik, ist nur Technik


sehr gut

Dieses Buch hat mich sofort interessiert, als ich es entdeckt habe. Technik ist doch kompliziert, oder? Dabei ist sie auf unseren Alltag nicht mehr wegzudenken. Und genau das setzt die Autorin am und erklärt viele Bereiche der Technik auf möglichst einfache und verständliche Art und Weise was es mit der Technik, die uns in unserem Alltag so begegnet, so auf sich hat. Spannend fand ich auch den Part zur künstlichen Intelligenz, den genau das erscheint vielen Menschen unheimlich und schwer greifbar. Aber auch die Schattenseiten der Technik werden beleuchtet, wie einfach es zum Beispiel ist, Menschen zu überwachen ( z.B. Social Scoring in China).

Natürlich handelt es sich am Ende aber noch immer um ein Buch über Technik und kommt daher ohne Fachbegriffe nicht aus. Manchmal fand ich es schwer, dran zu bleiben bzw alle Informationen zu verarbeiten. Es ist kein Roman, der sich einfach so wegliest, sondern ein Sachbuch, den man auch Zeit geben muss.

Bewertung vom 21.07.2021
Träume der Provence
Beyer, Anja Saskia

Träume der Provence


gut

Anja Saskia Beyer ist dafür bekannt, ihre Leser in jedem ihrer Bücher in eine neue Gegend zu entführen. Diesmal geht es nach Frankreich, in die Provence. Marie lebt mit ihrem Sohn Robin in Berlin. Als sie ihren Job verliert, muss sie sich damit abfinden, das Haus, in dem sie schon mit ihrer Mutter gelebt hat, aufzugeben. Außerdem leidet Robin an einer Autoimmunerkrankung, deren Behandlung in Amerika möglich, aber teuer ist. Da findet Robin auf dem Dachboden ein Foto eines alten Gemäldes, da seine Großmutter zeigt und auch ihr gehören soll. Maries Freund Bennett bestätigt, dass der Künstler durchaus bekannt ist und das Original viel Geld wert sein könnte. Kurzerhand machen die Drei sich auf den Weg nach Frankreich, wo der Künstler gelebt haben soll und wo auch Maries Mutter einmal als junges Mädchen gelebt hat.

Die Autorin entführt die Leser nicht nur in die Provence der Gegenwart, sondern auch der Vergangenheit. Sie erzählt aus der Zeit in den 60er Jahren, als Maries Mutter hier lebte und den Künstler kennen gelernt hat. Nach und nach erfährt man, was sich damals zugetragen hat, während Marie in der Gegenwart auf der Suche nach dem Gemälde ist und noch viel mehr als das findet.

Anja Saskia Beyer schreibt Wohlfühlromane, und so ist es auch hier. Man erfährt einiges über die Provence und fühlt sich wie im Urlaub. Klar, dass die Handlung zum Teil sehr kitschig ist, etwas übertrieben hier und da. Leider aber auch sehr in die Länge gezogen, die Suche nach dem Gemälde zieht sich und es passiert gefühlt seitenweise nichts, außer Grübeleien. Marie ging mir ab und an auf die Nerven mit ihrer Art. Leider geht es mir bei der Autorin häufiger so.

Ein Urlaubsroman mit Wohlfühlfaktor, mehr aber auch nicht.