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Benutzername: Knopf
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Bewertungen

Insgesamt 150 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2021
Das Buch des Totengräbers
Pötzsch, Oliver

Das Buch des Totengräbers


ausgezeichnet

Als Schülerin habe ich Geschichtsstunden gehasst. Aber mittlerweile finde ich sie interessant. Wobei gutgemachte Sendungen im Fernsehen viel dazu begetragen haben. Besuche in geschichtsträchtigen Städten und in den letzten Jahren einige historische Romane.
Von Oliver Pötzsch hatte ich erst ein oder zwei Bücher gelesen, aber jetzt mit dem Buch des Totengräbers hat er genau meinen Geschmack getroffen.
Wien im Jahre 1893. Leopold von Herzfeldt hat nach einem Vorfall Graz verlassen, wo er als Richter tätig war. Nun tritt er seine Stelle als Inspektor in Wien an und macht sich gleich total unbeliebt bei seinen neuen Kollegen. Unaufgefordert erscheint er an einem Tatort(eine gepfählte Frauenleiche) und will zu Recht, Spuren und Hinweise retten und dokumentieren. Nur sind diese Methoden noch unbekannt und Leo tritt dermaßen arrogant damit auf, das kann nicht gutgehen!
Von diesem Fall wird er auch gleich abgezogen und zum Zentralfriedhof beordert. Dort gab es wohl einen Scheintoten, Grabschändung und dann wurde dem Leichnam auch noch der Kopf gestohlen. Hier begegnen sich Leopold von Herzfeldt und der Totengräber Augustin Rothmayer zum ersten Mal. Und dann ist der Tote auch noch ein Mitglied aus der berühmten Strauß Familie
Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, welches man dem ungestümen Inspektor nicht zutraut. Also Archivarbeiten!
Von Herzfeldt ermittelt weiter, mit Hilfe von Julia ( aus dem Telefonbüro) und Augustin Rothmayer. Er verrennt sich in falschen Ideen, gerät in Gefahr und sieht ein, dass man mit Arroganz nicht weiterkommt.
Der Schreibstil von Oliver Pötzsch ist sehr flüssig, die Handlung spannend geschrieben und die Personen sehr gut beschrieben. Wobei der größte Teil sympathisch rüberkommt.
Ich freue mich auf weitere Fälle dieses ungleichen Gespanns und auf weitere geschichtliche Hintergründe des Wiens im ausklingenden 19.Jahrhundert

Bewertung vom 27.07.2021
Die Verlorenen
Beckett, Simon

Die Verlorenen


gut

Neben der David Hunter Reihe erschien nun der 1.Band einer neuen Reihe von Simon Beckett: Die Verlorenen.
Der Ermittler Jonah Colley spielt hier die Hauptrolle. Ihm hat das Leben schon arg mitgespielt. Vor 10 Jahren verschwand sein 4 jähriger Sohn Theo spurlos vom Spielplatz. Jonah wollte ihn zwar beaufsichtigen, schlief aber kurz ein. Er ging von einer Entführung aus, die Ermittlungen wiesen aber mehr auf einen Unfall hin. Seine Ehe ging wegen dieser Tragödie endgültig in die Brüche und auch die Freundschaft zu seinem allerbesten Freund Gavin zerbrach.
Plötzlich meldet sich dieser telefonisch bei Jonah und bestellt ihn zum Slaughter Quai, ohne Angabe von Gründen, nur, dass Gavin niemandem vertrauen kann, außer Jonah.
Dieser zögert, aber die alte Freundschaft siegt und er fährt zum angegebenen Ort. Dort findet er seinen Freund erschlagen vor, außerdem noch drei weitere Personen eingewickelt in Folie, eine lebt zwar noch und kann ihm etwas zuflüstern, aber dann wird er selbst niedergeschlagen.
Nun gerät er selbst in Verdacht.
Der Schreibstil von Simon Beckett ist auch in diesem Buch wieder sehr flüssig und gut zu lesen. Die Handlung ist spannend, allerdings oft unglaubwürdig und mir gelang es ziemlich früh, den Täter zu ermitteln. Jonah Colley trägt mindestens genauso viel Blessuren davon, wie Horst Schimanski in seinen besten Zeiten. Als Angehöriger einer Spezialeinheit würde er im RL niemals so handeln. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt beim Lesen. Einige Sachen blieben zum Schluß unaufgeklärt oder wurden nicht mehr erwähnt.
Ich werde dem nächsten Teil auf jeden Fall eine Chance geben.

Bewertung vom 10.05.2021
Die kleine Bücherei in der Church Lane
Lucas, Rachael

Die kleine Bücherei in der Church Lane


gut

Lucy Evans braucht eine Auszeit. Sie sieht sich im Moment nicht in der Lage weiter zu unterrichten. Also mietet sie sich in einem kleinen Haus in Codswolds ein, einzige Auflage, sie möchte sich etwas um Bunty kümmern, die betagte Schwiegermutter der Vermieterin. Doch Bunty benötigt und möchte keine Hilfe, was sie auch immer wieder kundtut. Die alte Dame stellt sich für Lucky als wunderbare Quelle für ihre Recherchen heraus. Denn auch wenn sie nicht unterrichten möchte, Untätigkeit kann sie sich nicht erlauben. Als Geschichtslehrerin interessiert sie sich für die Vergangenheit von Little Maudley und deren Bewohner während des 2.Weltkrieges.
Lucy wird gleich herzlich im Dorf aufgenommen, sie bringt sich im Gemeinwohl ein und unterstützt den Umbau der alten roten Telefonzelle zu einem offenen Bücherschrank (hier die kleine Bücherei). Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, auch wenn die beiden Erwachsenen sich zieren wie zwei Teenager bei der ersten großen Liebe.
Das Buch war flüssig zu lesen und war eine nette Geschichte für Zwischendurch. Mir war alles zu viel heile Welt (wie viele Zugezogeen werden im realen Leben geschnitten!), der Hauptstraße um die kleine Bücherei wurde oft nur am Rande weiterverfolgt und leider fehlt mir die hist.Hintergründe, welche bestimmt sehr interessant sind.
Das Buch gehört aber nicht zu meinen bevorzugten Lesegewohnheiten, sodass ich es neutral mit 3,5* bewerten möchte.

Bewertung vom 24.04.2021
Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1
Jensen, Svea

Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1


gut

Nordwesttod von Svea Jensen ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, welche in St.Peter-Ording spielt. Die Münchnerin Anna Wagner vom LKA hat sich nach Kiel versetzen lassen, aus verschiedenen privaten und dienstlichen Gründen. Sie soll eine neue Abteilung aufbauen, welche sich um Vermißtenfälle kümmert. Gleich ihr erster Fall führt sie nach St.Peter-Ording, an welches sie schöne Erinnerung aus ihrer Kindheit hat.
Hier trifft sie auf den neuen Dienststellenleiter Hendrik Norberg. Eigentlich ist er überqualifiziert, denn er hat diese Stelle angenommen, um sich besser und näher um seine Tochter kümmern zu können, nachdem seine Frau vor kurzem verstorben ist. Er vermißt schon etwas sein früheres Aufgabengebiet.
Das spurlos Verschwinden der Naturschützerin Nina läßt auch ihn nicht unberührt und so tut er sich mit Anna Wagner zusammen, um den Fall aufzuklären.
Die Protagonisten machen alle einen sympathischen Eindruck, die Beschreibungen der Landschaft machen Lust auf einen Nordsee Urlaub und der Fall wird ruhig und unaufgeregt geklärt. Der Krimi ist spannend und solide aufgebaut; er läßt sich angenehm lesen.

Bewertung vom 30.03.2021
Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8
Etzold, Veit

Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8


sehr gut

Bei Höllenkind handelt es sich um den achten Fall der Clara-Vidalis- Reihe. Nachdem beim letzten Fall einiges schief gelaufen und der Lockvogel übergelaufen ist, müssen beim LKA Berlin Konsequenzen gezogen werden und nicht alle Entscheidungsträger stehen zu ihren Fehlentscheidungen. Also trifft es Clara Vidalis, welche vorläufig suspendiert wird. Sie nutzt die dienstliche Auszeit und startet mit ihrer Freundin Sophie in einen Kurzurlaub nach Florenz. Die entspannte Zeit währt nicht lange, denn sie wird vom Vatikan um Hilfe gebeten. Bei einer Hochzeit in der sixtinischen Kapelle bricht die Braut blutüberströmt tot zusammen. Bei ihr handelt es sich um die Tochter aus einer alten Adelsfamilie. Einerseits sollen die Ursache und die Hintergründe geklärt werden, andererseits soll natürlich nichts in die Öffentlichkeit gelangen. Clara findet aber Mittel und Wege, wie sie die Todesursachen doch noch herausbekommt.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, auch wenn die Handlung realitätsfern ist. Mich stört das nicht, ich bin bei Thrillern mehr auf ein schlüssiges Ergebnis aus. Was hat der Nebenschauplätze mit den Sexsklavinnen auf sich? In welcher Verbindung steht Beatrice, eine der Sklavinnen, zu den Adelsfamilien? Am Ende klärt es sich, aber bis dahin passieren noch einige Morde.
Das Buch ist nichts für schwache, zartbesaitete Leser*innen. Das Leben der Sexsklavinnen und die brutalen Morde werden oft sehr ausführlich beschrieben. Der Spannungsbogen wird hochgehalten. Leider wurde dieser für mich unterbrochen, wenn es um die, oft ausschweifenden Beschreibungen von italienischer Kunst und Literatur ging. Es gehörte zur Handlung dazu, aber in abgeschwächter Form wäre es für mich auch gut gewesen.
Ich lese gerne mal einen Vatikanthriller und fand Rom und Florenz bei meinen Städtereisen faszinierend. Deshalb hatte ich unterhaltsame Lesestunden mit diesem Thriller und sehe über die zu ausführlichen Erklärungen hinweg.
Da es auch hier wieder ein offenes Ende gibt, bin ich schon auf weitere Fälle gespannt.

Bewertung vom 23.03.2021
Leichenblume / Heloise Kaldan Bd.1
Hancock, Anne Mette

Leichenblume / Heloise Kaldan Bd.1


sehr gut

Ich bin nur holprig in die Geschichte hineingekommen. Zu viele Stränge mit zu wenig Angaben. Da sich aber der Schreibstil gut lesen läßt, habe ich dem Buch noch eine längere Chance eingeräumt.

Die Journalistin Heloise Kaldan bekommt Briefe von einer ihr nicht persönlich bekannten Frau. Sie weiß aber, dass die Absenderin eine untergetauchte, gesuchte Mörderin ist. Allerdings weiß sie nicht, warum diese Anne so viel persönliches Wissen über ihr Privatleben hat. Da bei ihrer letzten Recherche etwas arg schief gelaufen ist und sie diese ihrem Kollegen weitergeben mußte, konzentriert sie sich nun auf Nachforschungen bezüglich der Briefe und der Absenderin.

Zeitgleich bekommt Kommissar Erik Schäfer einen Hinweis auf Anne und ihren möglichen Unterschlupf in Frankreich. So bleibt es nicht aus, dass sich die Wege von Heloise und Erik kreuzen. Sie verstehen sich gut, tauschen sich aus, aber ermitteln trotzdem oft getrennt.

Die Geschichte entwickelt sich gut, nimmt an Spannung auf und langsam kommen die einzelnen Stränge zusammen. Ich habe mir aber nach Beendigung des Buches die ersten ca. 70 Seiten noch einmal durchgelesen. So waren sie nicht mehr so verwirrend für mich.

Ein Ermittlergespann aus Journalistin und Kommissar ist nicht unbedingt neu, aber diese beiden sind sich sympathisch und arbeiten größtenteils zusammen, außerdem führen beide ein normales Privatleben.

Ich kann nicht behaupten, dass sie zu meinen Lieblingsermittlern aufsteigen und ich fiebere nicht dem nächsten Fall entgegen, aber wenn er mir mal in die Hände fällt, werde ich ihn auch garantiert lesen.

Bewertung vom 17.03.2021
Lockvogel
Prammer, Theresa

Lockvogel


sehr gut

Antonia 'Toni' Lorenz möchte Schauspielerin werden und besucht in Wien das Konservatorium, zusammen mit ihrer Freundin Lena. Von dieser bekommt sie den dringenden Rat eine Detektei aufzusuchen. Denn ihr Ex'Freund' Felix hat sich vor einem Monat verdrückt, mitsamt dem Geldvermögen und dem Schmuck von Tonis Großmutter. Deren Wertanlage für ein schönes Leben in der noblen Seniorenresidenz.
Als Toni den Privatdetektiv Edgar Brehm, einen ehemaligen Polizisten, aufsucht, hat sie wenig Hoffnung und noch weniger Geld um die Honoraransprüche zu bezahlen.
Sie bekommt mit, wie dieser gerade einen lukrativen Auftrag erhält, aber durch gesundheitliche Probleme stark beeinträchtigt ist, diesen auszuführen. Sie bietet sich als Hilfskraft an, eigentlich für Büroarbeiten, übernimmt aber immer mehr die eigentlichen detektivischen Arbeiten und fliegt dadurch, bzw. durch zu viele Fehlstunden fast aus dem Konservatorium. Die Ermittlungen führen sie ins Filmgewerbe, da kommt ihr ihr schauspielerisches Talent zu Hilfe.
Toni, das kleine Persönchen, ist sehr selbstbewusst, wenn es darum geht, etwas durchzusetzen, gleichzeitig geht sie sehr naiv an viele Sachen heran und begibt sich in noch mehr Gefahren. Sie ist sehr sympathisch und empathisch. Man muß sie einfach gernhaben. Das erkennt auch Edgar und möchte ihr unbedingt helfen, diesen Felix zu finden. Toni und Edgar ergänzen sich gut und respektieren ihre Gegensätze.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und spannend, die Handlung ist fast unblutig, die Protagonisten sympathisch, teilweise humorvoll, ein Wohlfühlkrimi. Es würde mich freuen, noch einmal etwas mit diesem ungleichen Gespann zu lesen, denn ich habe die Lesestunden mit diesem Buch sehr genossen.

Bewertung vom 12.03.2021
Mordsand / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.4
Fölck, Romy

Mordsand / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.4


sehr gut

Frida Paulsens Leben verläuft gerade in friedlichen, angenehmen Bahnen. Sie wohnt mit ihren Eltern, in einer getrennten Wohnung, auf dem Paulsenhof. Mit Torben, dem Rechtsmediziner führt sie eine Fernbeziehung und ihre Freunde Milan und Jo möchten gerne den großen Stall mieten und zu einem Boxclub umbauen. So käme wieder Leben auf den Hof.
Da wird Frida zu einem Skelettfund auf Bargsand gerufen. Ca. 30 Jahre lag dieses vergraben im Schlick. Frida und ihr Kollege Bjarne Haverkorn von der Mordkommission in Itzehoe stehen erst einmal vor einem Rätsel. Als am nächsten Morgen auf der Nachbarinsel Füürsand auch noch der Leichnam von Kirsten, einem Hamburger Bauunternehmer gefunden wird, wird es noch komplizierter. Gehören die beiden Todesfälle irgendwie zusammen? Denn nach der Untersuchung des Skeletts und einer Altersschätzung müßten die beiden Männer ungefähr vom gleichen Geburtsjahr sein.
Romy Fölck hat mit Mordsand den vierten Band der Krimireihe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geschrieben. Wieder im gewohnt flüssigen, spannenden Schreibstil. Für die Mordermittlungen braucht man keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Fällen, aber um die persönlichen Strukturen besser zu verstehen, sind diese Vorkenntnisse schon wichtig. Besonders in der Hinsicht, dass sie einen großen Teil des Buches einnehmen.
Leider gibt es auch einen ernsten Teil in dieser Geschichte. Immer wieder gibt es Rückblendungen auf einen düsteren Teil der DDR Geschichte. Den Jugendwerkhof in Torgau; eingebaut als Erinnerungen eines der Jungen, welche dort in den 80er Jahren einsaßen.
Skelettfund, Mord, Privates und die Tagebucheinträge wurden von der Autorin zu einem spannenden, lesenswerten Kriminalroman zusammengefügt. Viele Spuren, einige verdächtige Personen lassen den Leser miträtseln. Leider gibt es bei den Ermittlungen einen einschneidenden Unfall bei einer der Hauptpersonen. Wie sich deren Gesundheitszustand entwickelt, erfahren wir hoffentlich im nächsten Band, welcher bereits ' in der Mache' ist.
Ich freue mich schon drauf, denn ich lese gerne Kriminalreihen, bei denen das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz kommt und diese auch noch menschlich geblieben sind.

Bewertung vom 30.01.2021
Die siebte Zeugin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.1
Schwiecker, Florian;Tsokos, Michael

Die siebte Zeugin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.1


gut

Rocco Engelhardt ist Strafverteidiger und bekommt eines Tages den Auftrag Nikolas Nölting zu verteidigen. Dabei ist sein Mandant eindeutig schuldig. Er hat in einer Bäckerei um sich geschossen und dabei zwei Menschen leicht verletzt und einen getötet. Nikolaus Nölting wurde verhaftet und schweigt seit dem.

Auch Rocco Engelhardt findet keinen Weg zu ihm und bekommt keine Hinweise von seinem Mandanten. Durch Beobachtungen, Hinweise und starker Unterstützung seiner Mitarbeiter, Kollegen und Freunde erfährt er, dass die Tochter des Angeklagten: Lily mit dem Angelman Syndrom geboren wurde und vom Vater  abgöttisch geliebt wird. Dieser würde alles für sein Kind tun. Auch töten? Wenn ja, warum? Kannten sich Mörder und Opfer?

Der Fall wird gut geschildert, hauptsächlich im Gerichtssaal, anhand von Zeugenaussagen. Und wer ist wohl die 7.Zeugin?

Aber auch die Recherchen von Tobias Baumann und die Sicht des Gerichtsmediziners Justus Jarmer werden gut beschrieben. Alles ist schlüssig und das Buch ist leicht zu lesen; eingeteilt in kurze Kapitel. Leider fehlen die richtigen Gänsehautmomente, auch bei Schußszenen oder anderen Gewaltszenen konnte ich drüberweglesen, als ob es sich um ein Kaffeekränzchen handeln würde.

Eine gute Idee zu seicht umgesetzt, aber flüssig zu lesen. 

Bewertung vom 30.01.2021
Böses Blut / Cormoran Strike Bd.5
Galbraith, Robert

Böses Blut / Cormoran Strike Bd.5


ausgezeichnet

Böses Blut ist bereits der 5.Band mit dem sympathischen Ermittlerduo Cormoran Strike und Robin Ellacott. Ich kannte bisher nur den ersten Band und war nun erstaunt, wie weit sich die Privatleben der beiden Protagonisten entwickelt haben, aber ich habe keine wichtigen Informationen vermißt, da diese immer wieder einflossen. Mittlerweile sind die beiden gleichwertige Partner der Detektei und beschäftigen mehrere Ermittler und eine Bürokraft. Da sie gut im Geschäft sind, bearbeiten sie mehrere Fälle parallel und ihre Warteliste füllt sich.

Dann bekommen sie einen interessanten Auftrag. Vor 40 Jahren verschwand die Ärztin Margit Bamborough. Ohne eine Spur zu hinterlassen? Ihre Tochter möchte endlich Gewissheit haben und Strike und Robin nehmen die Ermittlungen in diesem Coldcase auf. Die Unterlagen der beiden früheren Ermittler stellen sich als Herausforderung heraus. Der eine hatte psychische Probleme und flüchtete sich in astrologische Deutungen. Diese werden vom Autor/der Autorin sehr ausführlich dargestellt und auch Strike und Robin nehmen dieses Thema öfter auf. Mich persönlich haben diese Abschnitte leider immer wieder aus dem ansonsten flüssigen Leserhythmus gebracht und dafür gibt es ein Sternchen Abzug.

Viele der beteiligten Personen von vor 40 Jahren sind bereits verstorben, nicht auffindbar oder geistig nicht mehr auf der Höhe, aber durch viel Kleinarbeit und Hartnäckigkeit gelingt es den beiden auch diesen Fall aufzuklären. Mit einem sehr überraschendem Ende. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, bei dem auch viel im Privatleben der beiden passiert und Strike einige Schachteln Zigaretten in die Luft pustet.

Das Buch hat fast 1200 Seiten, welche aber durch den flüssigen Schreibstil und der durchdachten Handlung gut zu bewältigen sind. Bis auf die erwähnten Längen fand ich das ganze Buch sehr gelungen, eine ausgewogene Mischung der detektivischen Arbeit und den privaten Aspekten. Die vielen Namen stellen ab und zu eine Herausforderung dar. Ich freue mich auf neue weitere spannende Fälle und werde die Zeit mit den Vorgängerbänden überbrücken.