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Benutzername: Wuschel
Wohnort: Nußloch
Über mich:
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 73 Bewertungen
Bewertung vom 14.09.2018
Night Stalker
Bryndza, Robert

Night Stalker


ausgezeichnet

Beschreibung:
Während einer Hitzewelle, die London seit etlichen Tagen plagt, wird Erika Foster zu einem Tatort gerufen. Ein bekannter Arzt wird aufgefunden. Alles deutet auf ein missglücktes Liebesspiel unter Männern hin. Doch Erika lässt sich nicht davon abhalten die Wahrheit ans Licht zu bringen. Als schließlich weitere Opfer auftauchen und kein Tatverdächtiger in Sicht zu sein scheint, könnte man meinen, dass der Fall zum Scheitern verurteilt ist. Die Opfer haben nichts miteinander gemein, außer dass es sich um alleinstehende Männer handelt – und einen ihnen unbekannten Killer.

Meinung:
Wie bereits im ersten Teil angemerkt, scheint der Autor zwanghaft irgendwas beweisen zu wollen. Dieses Mal war es wohl nicht das Klischee der Reichen, die durch ihr Vermögen alles vertuschen können. Ich hatte mehr das Gefühl, dass er auf die Homophobie bzw. mangelnde Toleranz von gleichgeschlechtigen Beziehungen anspielt. Ob das stimmt weiß ich natürlich nicht. Doch wirkte vieles für mich oft künstlich und gestellt.

Glücklicherweise wurde dieses Mal nicht die „böser schwarzer Cop“ Karte gezogen. Leider wurde aber auch nicht weiter auf Erikas Privatleben eingegangen, sodass man eigentlich in dieser Hinsicht auch nicht schlauer ist als vorher – was für mich einer der Gründe war, weshalb ich mich auf das Buch gefreut hatte. Natürlich rappelt sie sich ein wenig auf, aber sie bleibt die Gleiche wie zuvor. Auch sonst fehlte der Feinschliff an den Charaktere etwas und wurde eher oberflächlich gehalten.

Die Geschichte war in drei Stränge unterteilt, wodurch recht schnell klar war, wer der Mörder ist. Nur die Frage des „warum“ blieb offen. Zu Anfang war das auch noch recht interessant zu verfolgen, doch desto weiter die Geschichte fortschritt, desto – sorry – langweiliger wurde es. Viele Situationen waren viel zu vorhersehbar, leider. Was ich interessant fand war die Figur, die hinter „Zar“ steckte. Eine virtuelle Person, der „Night Stalker“ (der Killer) vertraute und anvertraute. Aufgrund dessen konnte ich sein Handeln am Ende überhaupt nicht verstehen, wodurch er mir ebenfalls unsympathisch wurde.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen, wie ich es bereits vom Vorgänger her kannte. Die Spannung würde ich jetzt eher als mittelmäßig bezeichnen. Wie schon mehrfach in Rezensionen erwähnt, finde ich die Spannung beim Krimi eher zweitrangig, weil ich denke, dass der Weg das Ziel ist, aber leider hat mich das Gesamtpaket in dem Fall nur eher mittelmäßig überzeugen können.

Fazit:
Ich werde zukünftig die Finger von Büchern des Autors lassen, da er mich in zwei Büchern nur mäßig überzeugen konnte und vieles sehr gestellt wirkt – auch wenn die Grundidee gut war.

Bewertung vom 13.09.2018
Die Ring-Chroniken 1 - Begabt
Lenaris, Erin

Die Ring-Chroniken 1 - Begabt


ausgezeichnet

Beschreibung:
Die Welt ist nicht mehr wie wir sie kennen. Trockenheit und beißende Hitze hat sich über einen Großteil der Erde gelegt. Das Wasser muss streng kontrolliert werden und genau darum gibt es ein Unternehmen, welches diese Aufgabe übernimmt. Die jungen Bewohner des Rauring, wie auch die 16 jährige Emony, arbeiten von Kindesbeinen an darauf hin, dort eine Ausbildung machen zu dürfen um ihren Familien Wohlstand zu bringen, denn Wasser ist ein kostbares und teures Gut. Emony hat jedoch eine ganz besondere Gabe, die ihre Lügen offenbart. Bereits zu Zeiten im Rauring hatte sie ein seltsames Gefühl gegenüber der Regierung bzw. dem leitenden Unternehmen. Als sie es schafft eine Ausbildungsstelle zu bekommen stellt sie schnell fest, dass sie kaum einem Menschen trauen kann und das Lügennetz wesentlich größer als sie zuvor vermutet hatte.

Meinung:
Eine absolut grandiose Jugend-Dystopie in meinen Augen. Auch nicht ganz so oberflächlich, wie andere ihrer Art. Das soll keineswegs heißen, dass diese schlecht sind, aber von den zwei Spitzenreitern, die ich kenne (Panem und die Bestimmung) muss ich sagen, dass mir diese am besten gefällt. Trotz etlicher Parallelen ist es ganz anders! Mir fiel es unglaublich leicht mich in diese neue Welt einzufinden. Ob es am vergangenen Sommer lag? Ich weiß es nicht. Das Einzige was ich zwischendurch etwas nervig fand, war die die unglaubliche Verliebtheit der Protagonistin. Tja, es ist eben doch ein Jugendbuch. Spaß bei Seite. Es war sehr ausgewogen und die Autorin hat im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen getroffen. Das kann nicht jeder.
Erin Lenaris hält sich ehrlich gesagt auch gar nicht lange mit Beschreibungen auf, sondern hat diese wunderbar in den Verlauf gepackt. So kommt keine Langeweile auf, man steht aber plötzlich mitten in der siedend heißen Wüste. Die Charaktere hat sie einfach toll gestaltet. Man hat von allem ein bisschen was. Den Klassenclown, den ich das eine oder andere Mal wirklich gerne an die Wand klatschen wollte. Die Heldin, die jede Lüge erkennen kann. Und noch viele mehr. Sie waren alle liebevoll gezeichnet.

Durch den lockeren Schreibstil machte das Lesen doppelt so viel Spaß. Es gibt etliche Überraschungen, selbst wenn man manchmal meint, dass einen nichts mehr überraschen kann. Viele Dinge haben mich erschreckt. Nicht weil sie so furchtbar waren, sondern eher, weil sie nicht abwegig erscheinen. Die Kontrolle über die Menschen, ihren Standort, ihr tun. Tja, vielleicht sind die Handys nur der Anfang? Standen wir nicht dieses Jahr kurz davor, dass wir keine Pflanzen mehr gießen dürften oder anderen Verboten, wegen der bestehenden Hitze? Nur so am Rande.

Bisher ist nur der erste Band der Ring-Chroniken erschienen und noch kein Datum für die Veröffentlichung des zweiten Bandes bekannt. Das lässt Bedenken aufkommen, oder? Weit gefehlt! Das Ende ist Balsam für gebrochene Cliffhanger Herzen. Ich hatte die letzten Seiten richtig Angst und wollte gar nicht fertig lesen, doch sie war unbegründet. Ein absolut runder Abschluss mit dem ich leben kann. Sicher bleiben Fragen offen, sich bin ich neugierig auf viele Dinge, doch ich konnte es beruhigt auf die Seite legen ohne die Wände hoch gehen zu wollen.

Zitat:
„Die Firma besetzt uns von innen!“ Emony, Seite 65


Fazit:
Eine unglaublich ergreifende und unterhaltsame Dystopie über die mögliche Welt von morgen!

Bewertung vom 12.09.2018
Scarlett
Remington, Laurel

Scarlett


ausgezeichnet

Beschreibung:
Scarlett ist der Star auf dem Blog ihrer Mutter. Seither kapselt sie sich von allem weltlichen ab, in der Hoffnung aus der Schusslinie zu kommen. Leider bringt ihr das nichts außer Einsamkeit. Als sie zufällig ein handgeschriebenes Kochbuch bei der Nachbarin entdeckt, überkommt sie die Lust es einfach mal auszuprobieren. Lange bleibt sie nicht allein damit, denn einige Klassenkameradinnen schließen sich ihr an und die alte Rosemary wird zur Mentorin. Nicht nur die Welt wird dadurch etwas süßer, bunter und schöner, auch mit Scarletts Mutter scheint eine Verwandlung vorzugehen.

Meinung:
Ganz ehrlich? Ich sollte mehr ganz klar mehr Kinderbücher lesen! Obwohl das Ende mit die Tränen in die Augen trieb, so war diese Geschichte einfach nur absolut bezaubernd. Ich wollte ja schon unterstellen, dass die Charaktere wirklich extrem erwachsen wirken für ihr Alter, wurde aber dann darauf hingewiesen, dass sie das irgendwie alle tun. Man nehme doch nur mal TKKG, 3? und Co. Da ist was Wahres dran.

Das Buch ist für Leser ab 10 Jahren, aber mich hat es mit über 30 noch begeistert. Ich fand so unglaublich schön, wie Scarlett endlich etwas von ihrer Befangenheit ablegt, die sie aufgrund ihrer Mutter hatte. Die urige Nachbarin, deren Schicksal sie prägte, aber dennoch ließ sie sich auf die jungen Mädchen ein. Die Geschichte zeigt in meinen Augen unglaublich gut, wie schön es ist, wenn man etwas teilen kann. Sei es das Essen, eine gemeinsame Aktivität, Zeit miteinander verbringen, einfach etwas Wertvolles teilen. Interessant war auch die Darstellung der verschiedenen Social Media Facetten. Zum einen die böse Mama, die alles über ihr liebes Frau Töchterchen bloggt. Auf der anderen Seite jedoch, was sie damit letzten Endes erreicht haben.

Dank des hinreißenden Schreibstils konnte ich förmlich durch die Geschichte fliegen. Mit den Charakteren lachen und weinen. Gerne hätte ich ja Scarletts Mutter in der einen oder anderen Situation zusammen geschissen. Binnen eines Tages war der Kuchen gegessen, äh, die Geschichte gelesen.

Fazit:
Ein absolut lesenswertes Buch über Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Menschlichkeit und all die anderen Dinge, die eigentlich viel wichtiger für uns sein sollten, als wir sie nehmen.

Bewertung vom 11.09.2018
Die Prophezeiung des magischen Steins (eBook, ePUB)
Rother, Stephan M.

Die Prophezeiung des magischen Steins (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Beschreibung:
Der Bardenlehrling Dafydd wird ausgesandt da Krieg droht, doch als er plötzlich über die schrullige Hexe Morgat und den singenden Stein stolpert, steht seine Welt Kopf. So brechen der Barde und sein Lehrling die Reise ab. Doch kaum endet seine kleine Reise, beginnt auch schon das größte Abenteuer seines Lebens, denn durch den Stein erhält er eine Aufgabe. Die Aufgabe den Frieden zu bringen. Gemeinsam mit Prinzessin Livia, dem Barden Palatin, einem Gnom, einem Zwerg sowie der Hexe, folgt er seiner Bestimmung. Wird eins mit dem Stein.

Meinung:
Als ich mit dem Buch begann, hatte ich echt das Bedürfnis zu gähnen. Immer das Gleiche. Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und dann kam Morgat mit dem Zwerg. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll. Es hat so unglaublich viel Spaß gemacht, die Gruppe auf ihrer Reise zu begleiten. Zudem ist die Geschichte nicht unnötig in die Länge gezogen oder gar unrund aufgrund der Kürze. Am Ende war ich wirklich sehr positiv überrascht. Aktuell habe ich keine Infos dazu gefunden, ob es eine Fortsetzung geben wird, aber ehrlich gesagt braucht es die auch nicht. Reihen gibt es ja schon zu genüge.

Was mir persönlich etwas gefehlt hat, war ein Inhaltsverzeichnis bzw. Kapitelunterteilung, also im eBook. Da das Buch aber keine richtigen Kapitel hat, ist es eben wie es ist. Es sei einfach mal erwähnt, fließt in meinen Augen aber nicht in die Wertung ein. Ebenfalls wäre eine kleine Weltkarte hübsch gewesen.

Wie bereits erwähnt, dachte ich zu Anfang, dass es langweilig werden könne. Ein einfacher Schreibstil. Schön zu lesen. Unspektakulär.
Dann liest man aber eine Weile und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Was der Autor hier an Charakteren Vielfalt gezeichnet hat ist einfach überragend. Schon als die Hexe das erste Mal den Mund aufmacht muss man schmunzeln. Sie ist in meinen Augen die absolute Lieblingsfigur. Etwas verstrahlt, ein bisschen überdreht, trocken wie die Wüste, aber dennoch ernstzunehmend. Den Zwerg fand ich eigentlich auch ganz cool, ich finde alle Zwerge cool, solang er ruhig war. Was sich Stephan M. Rother hierbei gedacht hat ist mir absolut unklar. So hätte ich mir vielleicht einen Elb vorgestellt, aber einen Zwerg? Nein, wirklich nicht. Die restlichen Charaktere haben einfach gut gepasst. Wie bereits gesagt, hat es unglaublich Spaß gemacht mit dieser Truppe auf eine Reise zu gehen.

Die gewöhnlich übertriebenen Kampfszenen in High Fantasy Geschichten hielten sich in Grenzen. Viel basiert auf der Geschichte des Landes. Manchmal kam ich etwas durcheinander mit den ganzen Königen – die Gesichte selbst spielt zur Zeit des 28ten Königs, falls ich das nicht auch durcheinander bringe. Landschaftlich würde ich es nicht als bildgewaltig bezeichnen, aber dennoch als anschaulich. Gerade der Norden sowie der Elbenwald konnte ich mir unglaublich gut vorstellen.

Fazit:
Eine absolut fantasievolle Reise, die man erlebt haben sollte. 4,5 von 5

Bewertung vom 03.09.2018
The House - Du warst nie wirklich sicher
Lelic, Simon

The House - Du warst nie wirklich sicher


gut

Beschreibung:
Das junge Paar Jack und Syd beschließen ein Haus zu kaufen. Endlich eine Familie zu gründen. Entgegen aller Erwartungen bekommen sie sogar einen Zuschlag. Einziges Manko: Das Inventar muss übernommen werden. Doch die Freude währt nicht lang, denn auch wenn die beiden dem seltsamen Geruch auf die Schliche kamen, so waren da noch die Geräusche. Dieser Knoten in der Magengrube. Schlussendlich noch die Leiche hinter dem Haus. Alles schien sich gegen sie zu verschwören.

Meinung:
Zuerst Mal muss ich sagen, dass der Stil des Buches mir unglaublich gut gefiel. Eine Mischung aus Brief und Tagebuch, wechselnd aus der Sicht von Jack und Sydney. Der Leser wird mitunter direkt angesprochen. Ganz klar mal was anderes und erfrischend.

Bei den Protagonisten weiß ich nicht recht was ich von ihnen halten soll. Ebenfalls vom Ende. Ich hatte das Gefühl, dass ich zu Anfang regelrecht in einen Bann gezogen wurde. Die Kapitel flogen förmlich dahin und es kam ein gewisser Gänsehaut Faktor auf. All diese seltsamen Dinge, die in diesem Haus vor sich zu gehen scheinen. Dann erfuhr ich etliches über die Vergangenheit der Protagonisten, was der Geschichte einen gewissen Schliff gab. Auch das Gefühl bzw. Verständnis für die Charaktere wurde verbessert, wobei das hauptsächlich Syd betraf. Zum Ende hin erwartete ich dann eigentlich nur noch die Auflösung.

Diese war, wie soll ich es sagen. Sie war nicht schlecht, aber man hätte mehr raus holen können. Es gab zwar noch eine kleine Überraschung für den Leser, aber diese beinhaltete dann noch einen kleinen Fehler, der das Lesevergnügen für den einen oder anderen beinträchtigen könnte. Für mich hat dieser jetzt keine große Rolle gespielt, denn ehrlich gesagt wäre ich auch ohne dieses „übertriebene“ Happy End zufrieden gewesen.

Jack und Syd sind meiner Meinung nach nicht ganz so einfach einzuschätzen. Er macht einen absolut peniblen und geradlinigen Eindruck, während sie scheinbar am liebsten mit dem Kopf durch die Wand würde - impulsiv. Diese Kontroversen unter einem Dach, holla. Doch sie scheinen sich ganz gut zu ergänzen. Macht es zumindest den Anschein. Während des Lesens war ich mir da aber nicht immer so sicher, da beide eine tief verankerte Gemeinsamkeit haben: Misstrauen. Mitunter einer der Gründe für meiner Formulierung betreffend dem Ende.

Fazit:
Aufgrund seiner Kürze würde ich das Buch als gute Unterhaltung für zwischendurch bezeichnen, aber wirklich vom Hocker gerissen hat es mich dann doch nicht. Die Grundidee war super, genauso wie der Start, doch je näher das Ende rückte umso lauer wurde die Brise.

Bewertung vom 31.08.2018
Der geheime Name
Winterfeld, Daniela

Der geheime Name


weniger gut

Beschreibung:
„Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ - Rumpelstilzchen, Gebrüder Grimm, lang ist’s her!

Die 19 jährige Fina ist seit sie denken kann mit ihrer Mutter auf der Flucht. Irgendwann beschließt das junge Mädchen, dass sie endlich zur Ruhe kommen möchte und nimmt reiß aus. Lange schon träumt Fina davon ihre Großmutter zu besuchen, also macht sie sich auf den Weg in die Lüneburger Heide. Dort erwartet sie neben ihrer Großmutter auch eine wunderbare Landschaft aus Feldern, Wiesen, einem urigen Wald und geheimnisvollen Moor. Sie lernt auf skurrile Weise einen jungen Mann kennen, der ihr etliche Rätsel aufgibt, denn er scheint die Welt außerhalb des Waldes nicht zu kennen. Während sich die beiden immer näher kommen, schmiedet das geheime Wesen, das von Finas Mutter betrogen wurde, einen perfiden Plan das ihm endlich seinen Lohn bringen soll.
Meinung:
„Märchenadaption, hurra!“
Leider nicht so ganz. Wohl waren der Ansatz und die Grundidee echt gut, aber die Umsetzung war es nicht. Die Charaktere sind einfach nicht greifbar. Mehr als einmal musste ich mir an den Kopf langen, wegen der Handlungen von Fina oder ihrer Eltern. Vermutlich ist Mora so ziemlich die authentischste und sympathischste Person in der ganzen Geschichte, dafür ist er extrem weltfremd. In vielerlei Hinsicht gab es Anlehnungen an das alte Märchen, was keineswegs schlimm ist, aber es wirkte zwanghaft.

Selbst der angenehme Schreibstil konnte die langatmigen Szenen nicht mehr retten. Ich habe auch keineswegs etwas gegen Liebesszenen, aber beim Lesen hatte ich oft das Bedürfnis einige Seiten weiter blättern. Etliche Male findet sich der Leser in ein und derselben Situation. Gerne würde ich jetzt darauf eingehen, einfach um zu verdeutlichen wie ich das meine, aber das wäre Spoiler. Kurz: Es hatte was von Ringelpiez ohne anfassen.

Der Anfang las sich noch recht viel versprechend, dann flaute es ab und ich hatte Hoffnung auf das Ende. Dieses jedoch kam Schlag auf Fall mit Rolle und Looping. Die Auflösung war aus meiner Sicht einfach nur katastrophal, dabei hatte ich wirklich Hoffnung. Darüber kann jeder denken wie er will, aber für mich war das so. Märchenfeeling kam an sich auch nicht wirklich auf.

Fazit:
Leider ganz anders als erwartet, darum gibt es von meiner Seite keine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 31.08.2018
Rebellin der Nacht / Silberschwingen Bd.2 (eBook, ePUB)
Bold, Emily

Rebellin der Nacht / Silberschwingen Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Achtung!
Es handelt sich um den 2. Band einer Reihe, der nicht unabhängig gelesen werden kann!

Beschreibung:
Nach ihrer Flucht findet Thorn die restlichen Mitglieder der Shades. Gemeinsam entkommen sie dank weiteren Rebellen vor dem Londoner Orden, der ihnen bereits auf den Fersen ist. Selbst Lucien will inzwischen Köpfe rollen sehen. Währenddessen findet Thorn mit ihrer Familie in Glastonbury Zuflucht und ergründet die sagenumwobene Geschichte von König Arthur. Doch so sicher wie sie denken, sind sie nicht. Alsbald stehen sich die beiden Familien wieder gegenüber.

Meinung:
Nachdem mich der erste Band eher durchschnittlich begeistern konnte, war es in diesem Band schon etwas besser. Dennoch gab es einige künstliche Längen. Doch sie seien verziehen, da ich inzwischen gelernt habe, dass dies scheinbar einfach der Stil der Autorin ist. Emotional, viel Herz und all das ganze Zeug. So bin ich zukünftig darauf vorbereitet. Zurück zum Buch!

Trotz des ganzen Herzschmerz, Verrat und der unglaublich komplizierten Familienbande unter den Silberschwingen, war es eine schön zu lesende Geschichte. In meinen Augen hätte man das Ganze auch einfach in ein Buch packen können, da es ja aber eher für Jugendliche ist, gibt es vielleicht ein ungeschriebenes Gesetzt, dass die Seitenzahl auf unter 500 beschränkt.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut, wobei ich tatsächlich zu verschiedenen Nebencharakteren mehr Bezug fand, als zur eigentlichen Hauptperson Thorn. Meinen Hut ziehe ich jedoch vor ihr, da sie in diesen ganzen sich überschlagenden Situationen nicht zusammenbricht, sondern immer wieder aufrafft.

Richtig gut gefiel mir das Ende. Zwar nicht für jeden ein Happy End, aber meiner Sicht für alle gut gelöst. Den alten Traditionen in gewisser Weise treu, aber trotzdem revolutionär. Auch die Geschichte der Silberschwingen bzw. der Halbwesen war sehr schön durchdacht und erzählt. Gefühlt war die Atmosphäre etwas düsterer als im ersten Band, was wunderbar gepasst hat.

Fazit:
Wieder ein sehr schönes Leseerlebnis und ein toller Abschluss der Geschichte!

Bewertung vom 15.08.2018
Das Paar aus Haus Nr. 9
Everett, Felicity

Das Paar aus Haus Nr. 9


weniger gut

Beschreibung:
Sara und Neil bekommen neue Nachbarn. Dabei handelt es sich um die Künstlerfamilie Lou, Gavin und ihre Kinder. Schnell freunden sie sich an und auch die Kleinsten scheinen sich blendend zu verstehen. Der einzige Unterschied: Ihr Lebensstil. Typisch Künstler leben sie in den Tag hinein, für ihre Kunst und überhaupt scheinen die Beiden meist einfach über den Dingen zu stehen, während bei Sara alles geordnet und strukturiert abläuft. Sara findet schnell Gefallen daran und möchte ihr eigenes Spießerleben über Bord werfen.

Meinung:
Die Geschichte als solches fand ich unglaublich interessant. Auch zu lesen war sie wirklich angenehm. Doch ehrlich gesagt, hat für mich einiges nicht gepasst. Ich könnte nicht mal genau sagen was es war.

Beginnen wir mal mit dem Anfang. Ich konnte absolut nachvollziehen, dass Sara so gehandelt hat und auch ihre Beweggründe. Wer möchte nicht mal aus seinem eigenen Leben ausbrechen?! Vermutlich kennt das so ziemlich jeder. Doch sämtliche Freunde dann links liegen zu lassen, war schon schwach. Auch die Tatsache, dass sich plötzlich das ganze Leben nur noch um einen „Stern“ dreht? In meinen Augen sehr unglaubwürdig, wobei die Autorin – gefühlt – sehr viel Wert auf Authentizität gelegt hat. Man liest wie viel Herzblut in diesem Werk stecken, aber dennoch ist es ein wenig als wäre zu viel Weichspüler drüber gelaufen. Die Charaktere wirken im einen Moment stark und aussagekräftig, kurze Zeit später wieder schwammig, verwaschen – unnahbar. Vielleicht täuscht mich auch mein Eindruck und das soll so sein. Wirklich warm wurde ich mit keiner der dargestellten Personen.

Was mich an der Handlung störte war, dass immer wieder Situationen auftraten, die einen quasi in den Bann zogen. Ich wollte unbedingt wissen wie es sich genau in dem Moment weiter entwickelt. Dabei sein. Dann kam ein Bruch und der Leser befand sich beispielsweise am nächsten Tag oder sonst wo. Das nahm mir immer wieder ein wenig den Wind aus den Segeln. So oft hatte ich das Gefühl, dass JETZT etwas passiert, aber nichts war‘s. Letztendlich lies ich mich einfach, ohne große Erwartungen, von der Geschichte berieseln.

Das Ende fand ich ebenfalls etwas lau. Man erfährt noch ein wenig was aus den Protagonisten wurde, aber auch wieder nur Bruchstücke. Sehr gut gefiel mir jedoch die Darstellung darüber was es heißt, die Verantwortung für eine Familie zu tragen. Welche Risiken eine Freundschaft und/ oder blindes Vertrauen bergen können. Vor allem aber was eine wahre Freundschaft ausmacht. So habe ich das Buch mit extrem gemischten Gefühlen beendet. Salopp gesagt: Wem’s gefällt…

Fazit:
Das Buch hat mich mäßig unterhalten und Spannung war eher Mangelware.

Bewertung vom 14.08.2018
Der Kampf der Zwerge / Zwillingsblut Bd.1
Lambertus, Hendrik

Der Kampf der Zwerge / Zwillingsblut Bd.1


ausgezeichnet

Beschreibung:
Der Kettenfürst regiert über die Welt, der Friede scheint schon lange Vergangenheit zu sein. Der Orakelspruch scheint der letzte Weg zu sein: Die Zwillinge müssen die Ketten sprengen und den Fürst stürzten!
Doch wie zuverlässig ist so eine Prophezeiung und wie sollte man sie deuten? So werden die Zwillinge von Geburt an auf ihre große Aufgabe vorbereitet. Während die Welt immer mehr der Knechtschaft unterliegt, macht sich die Winterseherin auf den Weg um die Zwillinge zu mobilisieren. Doch abschließend hat das Orakel leider vergessen zu klären, ob nun die Elben oder die Zwergen den Fürst bezwingen. Da sich aber alle hervorragend in Ihren Fähigkeiten ergänzen, begeben sie sich einfach gemeinsam auf die Reise.

Meinung:
Herrlich!
Ich bin ja bei High Fantasy immer sehr skeptisch. Vermutlich liegt es daran, dass ich bei „Herr der Ringe“ seit Jahren nicht über das eine Kapitel hinaus komme, weil es mir einfach zu langatmig ist. Bitte nicht falsch verstehen, denn ich liebe es wenn die Welten schön aufgebaut sind. Details in die Geschichte einfließen. Das gehört absolut dazu, aber bei „HdR“ war es mir etwas zu viel und außerdem kannte ich die Filme schon. Ähm, aber falsche Baustelle. Hier könnte ich jedoch gekonnt erwähnen, als ob das genauso gewollte wäre, dass mir der Stil von Hendrik Lambertus in der Hinsicht unglaublich gut gefallen hat. Er hat eine so tolle Welt auf die Beine gestellt und auch immer wieder selbst gezeichnete Karten in das Buch integriert, sodass man seine Reise immer nachvollziehen konnte. Auch der Text war unglaublich bildgewaltig, aber eben nicht langatmig. Ehrlich gesagt, war die Geschichte viel zu schnell zu Ende, weil ich so hindurch flog.

Die Charaktere waren ebenfalls sehr liebevoll gezeichnet. Man muss sie einfach gern haben. Okay, es gibt ein paar Miesepeter, die nicht so toll sind, aber das soll ja so. Das es ja schon immer verschiedene Völker der Elben gab – Waldelben, Hochlandelben, und wie sie nicht alle heißen – ist ja nichts Neues, aber hier finde ich, hat der Autor etwas Neues geschaffen, da er den Völkern einfach Farben zugeordnet hat, die entsprechend zu ihren Fähigkeiten passen.
Ebenfalls gibt es verschiedene Zwergen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Was natürlich nicht vergessen werden darf zu erwähnen: Der Autor hat Humor! Zumindest musste ich mehr als einmal schmunzeln beim Lesen. Die Geschichte als solches gefiel mir übrigens auch gut. Bevor ihr nun ewig lest und ich nicht zum Punkt komme. Wir lernen die wichtigsten Charaktere kennen. Bekommen Schnappatmung, weil man nicht weiß, ob es so mancher Charakter überleben wird. Und dann gibt es noch ein kleines Sahnehäubchen – eigentlich mitunter der Hauptteil der Geschichte – man erfährt wie die Welt zu dem wurde, was sie heute ist. Trotz dem Schatten, der durch den Kettenfürst über allem liegt, bin ich der Meinung, dass das Buch unglaublich emotional ist. Trotz allem ist es keine Haudraufgeschichte, zu denen sich High Fantasy Geschichten gefühlt recht häufig entwickeln. Durchaus kamen diverse Kampfszenen vor, aber alles mit Maß und Ziel. Die Geschichte bleibt zwar offen, aber trotzdem ergibt die Handlung bis zum Ende ein schönes Bild, sodass man guten Gewissens abschließen kann um auf die Fortsetzung zu warten.

Fazit:
Ein wunderbares Debüt, das mich total begeistert hat. Ich freue mich schon riesig darauf zu erfahren wie es weiter geht. Man merkt wie viel Freude dem Autor die Geschichte selbst bereitet hat. Herrlich!

Bewertung vom 08.08.2018
Der Verrat / Aura Trilogie Bd.2 (eBook, ePUB)
Benedict, Clara

Der Verrat / Aura Trilogie Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

!Achtung! - > Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe, der NICHT unabhängig gelesen werden kann.

Beschreibung:
Als Hannah die Augen öffnet befindet sie sich in einem sterilen Raum. Verwundert darüber, dass sie überhaupt lebt, bekommt sie beiläufig erklärt, dass ihr neuer Name „Gwen“ lautet und sie sich verstecken muss. Verstecken an der Akademie. Der Ort, der Former aussandte um sie zu töten. Da sie im Vergleich zu den anderen Schülern um einiges stärker ist, fällt es ihr gar nicht so leicht unterzutauchen in der Masse. Als sie dann urplötzlich noch der Meinung ist, dass Jan, der durch ihre Kraft starb, vor sich stehen zu sehen, weiß sie gar nicht mehr wo ihr der Kopf steht.

Meinung:
Der Schreibstil war wie gewohnt schön zu lesen. Auch die neuen Charaktere haben mir gut gefallen. Allen vor weg die neue Hannah alias Gwen. Sie wurde zwar zum Ende hin wieder etwas anstrengend, aber dieses Mal wusste ich um die Gründe. Man bekommt schon gern mal Mitleid mit ihr – oder möchte sie für ihre Art ohrfeigen. Dennoch meistert sie die Situation recht gut und ist auch ein gutes Stück erwachsener geworden. Etwas das mir bei mehrteiligen Büchern immer sehr gut gefällt oder besser gesagt: inzwischen sogar wichtig ist.

Raphael ist und bleibt ein kleines Mysterium. Ich bin der Meinung, dass er damals einfach mal den Platz mit Jan getauscht hatte. Wer sich nämlich noch an so manche Situation im ersten Band erinnert, der weißt, dass es dort eine Szene gab in der man das Gefühl hatte, dass Jan nicht der Selbe ist – auch die damalig Abschiedsszene war sehr auffällig. Doch ich schweife ab. Ich finde es etwas schade, wie die Geschichte für ihn verlaufen ist, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Autorin sicher noch die eine oder andere Überraschung in Petto hat für den Abschlussband.

Ich hoffe ebenfalls einige von den anderen Charakteren im nächsten Band wieder zu treffen. Schade fand ich, dass der berüchtigte Dr. Levander etwas kurz kam. Doch ich vermute mal, dass er seinen großen Auftritt dann im Finale bekommt.
Wer in „Aura: Die Gabe“ schon das Gefühl hatte, dass „die Gabe“ etwas Besonderes sei, der sollte sich darauf einstellen, dass dies nun noch übertroffen wird. Hier lüftet Clara Benedict etliche neue Geheimisse um und über die Former sowie deren eigentlichen Fähigkeiten.

Was in meinen Augen auch sehr schön betont wird, ist wie viel Zusammenhalt und Freundschaft wert sein kann. Wie viel mehr man mit einem Miteinander erreichen kann. Sei es für die Guten oder für die Schlechten. Erschreckend hingegen fand ich, dass sich Menschen so einfach manipulieren lassen. Natürlich ist es eine fiktive Geschichte, doch wenn wir ehrlich sind, würde es dennoch bei dem Großteil von uns funktionieren.

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die in meinen Augen sogar einen Ticken besser war als das Debüt. 4,5 von 5