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Benutzername: Wuschel
Wohnort: Nußloch
Über mich:
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 102 Bewertungen
Bewertung vom 13.12.2018
Wo alles beginnt / Hazel Wood Bd.1
Albert, Melissa

Wo alles beginnt / Hazel Wood Bd.1


weniger gut

Beschreibung:

Alice wächst in dem Glauben auf, dass sie und ihre Mutter vom Unglück verfolgt werden. Doch als ihre Großmutter stirbt, eine ihr unbekannte mysteriöse Märchenerzählerin, soll der Fluch gebannt sein. Urplötzlich verschwindet Ella, die Mutter von Alice und alles was sie ihr ausrichtet ist "Halt dich fern von Hazel Wood". Da Alice ihrer Mutter jedoch nirgendwo finden kann, sieht sieh nur einen Weg um Erfolg zu haben und zwar genau das zu tun, was sie nicht soll. Sie reist nach Hazel Wood.

Meinung:

Also warum man das Buch jetzt feiert, kann ich so gar nicht nach vollziehen. Die Geschichte ist interessant, ja, aber irgendwie war es das dann auch schon. Für mich bedeutet Märchen jetzt auch nicht, dass ich einen Prinz in schillernder Rüstung brauche, der die Prinzessin rettet. Ganz und gar nicht. Was ich brauche ist etwas für das ich einstehen kann. Rotkäppchen, die ihre Oma versorgt und darum in den Wald geht, trotz der Gefahren. Hänsel und Gretel, die den Weg nach hause finden wollen. Von mir aus auch die Prinzessin, die sich nach einem normalen Leben sehnt.

Im Prinzip ist "Hazel Wood" wohl eher letzteres, aber - wie soll ich sagen - ohne Hand und Fuß. Das Buch umfasst etwa 350 Seiten. Davon lernen wir auf 100 Seiten die Geschichte kennen - also Personen, was bisher geschah, im Zwischenteil macht dann der Teenager genau das was er nicht soll und das Ende soll dann alles auflösen, das Bild quasi abrunden. Tut es aber nicht.

In meinen Augen war die Geschichte einfach viel zu weich gezeichnet. Die Charaktere bekamen keine wirkliche Form und Atmosphäre war ebenfalls nicht greifbar. Wohl war die Geschichte ganz nett, wenn man nicht viel denken wollte, aber weiter brachte sie es bei mir dann doch nicht. Nehmen wir doch mal den berühmten Märchenwald. Egal ob da jetzt Feen herumschwirren, die Sonne im morgenfrischen Tau glitzert und der Bach plätschert oder eben die Bäume dunkle Schatten werfen, während Getier durch die Dunkelheit raschelt - der Märchenwald hat Charakter! Er nimmt einen ein. Solche Dinge haben in diesem Buch einfach gefehlt. So saß ich eben neben dem Bach und habe ihm beim Plätschern zugehört. Viele Situationen schienen verworren, aber dennoch waren sie total durchschaubar.

Ich würde auch unglaublich gern etwas über die Charaktere erzählen, aber ich wüsste einfach nicht was. Am tollsten fand ich Finch. Seine Leidenschaft für das Thema kam unglaublich gut rüber. Auch eine andere Charaktere fand ich ganz großartig, die ich leider jetzt nicht wirklich erwähnen kann, da sie erst gegen Ende auftaucht - und mehr eine Nebenrolle hat. Man hätte so viel mehr aus dieser Geschichte machen können, denke ich, aber leider hat man irgendwann mal einen falschen Abzweig genommen und dann den Weg zurück nicht gefunden. Sehr schade, aber naja, soll vorkommen.

Fazit:

Ein Buch, von dem ich mir viel mehr erhofft hatte als ich letzten Ende bekam. Unterhaltsam ja, überzeugend nein.

Bewertung vom 05.12.2018
Der Schlot
Winkelmann, Andreas

Der Schlot


gut

Meinung:

Wieder eines dieser Bücher, bei dem ich nach den richtigen Worten suchen muss. Auf der einen Seite gefiel es mir gut. Die Grundidee hinter der Story war klasse, aber aufgrund der mir nicht zugänglichen Protagonisten, kam ich nicht so richtig an. Egal wie oft ich darüber nachdenke, versuche es für mich in Form zu bringen. Irgendwas hat für mich nicht gepasst.

In die Geschichte selbst fand ich eigentlich ganz gut. Die Eckdaten zwischen Henry und Manuela lasen sich gelegentlich, als hätte man einen Vorgängerband verpasst. Letztendlich ist es auch so, wie ich fest stellen musste. Zusätzlich kam ich in meinen Zeitgefüge etwas durcheinander. Erst war die Rede von morgens, dann war plötzlich schon mittags und zu guter letzt, war es dann zu dunkel. In meinem Kopf war es zu diesem Zeitpunkt jedoch höchstens Mittag. Also entweder ist bei mir da was schief gelaufen, oder es lag am Buch. 

Auch von der Spannung her, fand ich es jetzt nicht unbedingt so fesselnd, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es war angenehm zu lesen, bis auf einige Stellen, bei denen ich mir wirklich fragte: Warum?!
Beispielsweise kam ein Mädchen auf eine (Krankenhaus)Station. Der dortige Polizist fragte, ob sie denn keinen Ärger bekäme, wenn sie so spät noch auf den Beinen sei. Keine Seite weiter, sagt selbiges Mädchen, dass er bitte keine Schwester rufen solle, da sie sonst Ärger bekäme, weil sie noch auf den Beinen ist. Das kam gefühlt mehrfach vor, was ich für meinen Teil nicht gerade prickelnd fand. Seiten kann man auch sinnvoller füllen, sorry.

Im Nachhinein, würde ich auch wirklich behaupten, dass es an den Personen selbst lag. Manuela kannte ich zu kurz, um wegen ihres Verschwinden mit fiebern zu können. Henry ebenfalls. Und der Rest, naja, Nebencharaktere, für mich. Dann gäbe es noch die Mädchen. Eliza und Nada, welche vor ihrem eigenen Tot flohen. Meine persönlichen Highlights in diesem Buch. Richtig gut gefiel mir, als sie ihre Geschichten erzählten. Das ging mir ans Herz, ich war voll bei den Mädels.

Das große Finale, was soll ich sagen, es war irgendwie vorhersehbar. Schon allein, da dem Buch die Überraschungen und Wendungen fehlte, war es genau das was für den Schluss passte. Das macht ihn jetzt nicht zwingend schlecht. Im Gesamten betrachtet vermutlich sogar gut. Da ich aber mehr oder weniger von allem etwas enttäuscht war, eben auch vom Schluss. Vielleicht hätte ich mehr Bezug zu alle dem gefunden, wenn ich die vorherigen Bücher gelesen hätte, auf die des Öfteren angespielt wurde. Wer weiß. Leider war hier wohl meine eigenen Recherche mangelhaft, da ich  - wie bereits erwähnt - erst im Nachhinein von weiteren Bänden erfahren habe. Vielleicht war es für mich auch nur der falsche Zeitpunkt. Vielleicht kann mich ja ein anderes Buch des Autors mehr überzeugen.

Außerdem möchte ich gern noch etwas erwähnen, ohne es im Buch selbst zu werten. Die Mantrailer haben ihre Nase normal nicht auf dem Boden, sondern in der Luft. Die Hautpartikel sowie andere Geruchsstoffe, die wir unterwegs verlieren, landen ja nicht einfach - plumps - auf dem Boden. Einen sehr schönen Artikel zu dem Thema finden die interessierten Leser bei "Die tut nichts" *klick*. Ich finde nur diesen Mythos, vor allem in Büchern, immer recht amüsant, wenn es dann heißt, dass der Mantrailer mit der Nase auf dem Boden einer Spur nach ging. Darum wollte ich das einfach mal kurz klar gestellt haben.

Fazit:

Eine interessante Geschichte, die mich wohl nicht überzeugen konnte, aber die dennoch gut unterhält.

Bewertung vom 30.11.2018
Wolfssucht
Bendzko, Nora

Wolfssucht


ausgezeichnet

Beschreibung:

Nach dem tragischen Tot ihrer Eltern, muss Irina in jungen Jahren mit ansehen, wie ihre Schwester Leonore brutal ermordet wird. So wächst sie bei ihrer Großmutter im benachbarten Dorf auf, doch dort findet sie keinen Anschluss. Man munkelt, sie sei verflucht. Lediglich der Jäger Skandar umwirbt die junge Irina, die ihm jedoch nicht geben möchte, was er sich wünscht. Immer mehr zieht es sie in den Wald. In den Wald wo das Grauen wartet. Das Monster, das ihre Schwester auf dem Gewissen hat.

Meinung:

Ich habe die vergangenen Jahre nun schon einige Märchenadaptionen gelesen und muss sagen, bisher war dies eine der Besten. Denn wir großen Kinder wünschen uns ab und an auch ein bisschen Märchen.  Durch die knackige Länge von knapp über 100 Seiten, kann man die Geschichte auch mal schnell an einem Wochenende wegatmen. Genau das habe ich nämlich getan.

Recht zu Anfang musste ich schon etwas schmunzeln, weil mich die Geschichte an den Film "Red Riding Hood" erinnerte. Letzten Endes lief es dann auf eine andere Story raus, zum Glück, die aber in keinster Weise schlechter war. Im Grunde würde ich sie sogar als ebenbürtig bezeichnen. Hier sei erwähnt, dass ich den Film damals richtig gut fand.

Ich würde ja jetzt super gerne auf die korrekten Aspekte einer Kurzgeschichte eingehen und ob diese erfüllt wurden, aber ganz ehrlich? Viel zu lange her! Für mich war es einfach die perfekte Länge und es wurde gesagt, was gesagt werden musste. Atmosphärisch hat mich die Autorin schon auf den ersten Seiten direkt abgeholt und auch sonst konnte ich mir die schlicht gezeichnete Umgebung, Situation und Personen sehr gut vorstellen. Ich bekam genug Input um mir alles vorstellen zu können, aber auch genug Freiraum um mir meine eigenen Gedanken zu machen. Der Schreibstil war ebenfalls angenehm zu lesen.

Zu guter Letzt möchte ich auch noch erwähnen: Nora Bendzko konnte mich tatsächlich überraschen! Mit viel hätte ich gerechnet, aber nicht mit diesem Ende und dieser Auflösung. Happy End kann schließlich jeder.
Es wird auf jeden Fall nicht das letzte Werk der Autorin sein, denn wie meine Recherche ergab, hat sich die junge Dame nämlich auf "Galgenmärchen" spezialisiert. Ich für meinen Teil, freue mich schon riesig. 

Fazit:

Ein tolles Märchen für Erwachsene und gerade richtig für die düsteren Wintermonate.

Bewertung vom 21.11.2018
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11
Maurer, Jörg

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11


ausgezeichnet

Beschreibung:

Das Team Jennerwein beschließt, dass es an der Zeit ist abzuschalten. So vereinbaren sie ein gemütliches Treffen auf der Jennerwein'schen Hütte, bei Brotzeit, Glühwein und ohne Arbeit. Doch wie lange schaffen die eingefleischten Ermittler es die Finger von Ermittlungen zu lassen? Doch selbst im Nebel seiner Erkältung, erkennt Hubertus Jennerwein, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, nur leider ist es dann schon fast zu spät.

Meinung:

Ich hab mir dann schon mal den Erscheinungstermin des 12ten Bandes im Kalender vorgemerkt und lese bis dahin dann noch Band 1-9. Tschüssi! Achso, ja, das Buch war gut!

Ja, ja, immer diese blöden Sprüche. Nur was soll ich sagen? Es hat mich so unglaublich gut unterhalten, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Die Art von Jörg Maurer, das ist einfach Liebe. Anders kann ich es nicht beschreiben. Wohl lag das Buch ein paar Tage länger im Regal als geplant, danach noch mal 24 Stunden auf dem Esstisch, aber wie bei jedem guten Wein, muss er eben erst mal richtig Atmen um sein ganzes Aroma zu entfalten und so war der Genuss des neuen Jennerweins auch absolut gegeben.

Was mir bisher richtig positiv aufgefallen ist, dass Maurer einfach einige Handlungen nebeneinander laufen lassen kann, ohne das Langeweile oder Verwirrung aufkommt und man am Ende nicht mal wirklich merkt, ob diese Personen relevant waren oder nicht. Okay, also man merkt es schon, aber in der Geschichte selbst nicht. Sie sind da, sie unterhalten einen, aber sind auf keinen Fall störend. In meinen Augen hat es etwas erfrischendes. Der Schreibstil des Autors tut sein übriges. Ich fühlte mich direkt abgeholt.

Etwas schade fand ich, dass die Informantin dann komplett vom Schirm verschwunden ist, oder ich hab es einfach nur verpennt, vor lauter Jennerwein anhimmeln. Ansonsten fand ich das Konstrukt und die Umsetzung des Regiokrimis wieder sehr gelungen. Dieser ganze Schnee, eine Hütte ohne Strom und ohne Wasser, herrlich! Das wäre so mein persönlicher Traum. Amüsant fand ich die eingestreuten Informationen über die Tricks der Snowboarder sowie Anekdoten über deren eigene Philosophie, wobei es nicht hätte mehr sein dürfen.

Obwohl ich ja kein großer Fan von Actioneinlagen in Büchern bin, störte mich die gegen Ende hin weniger. Die etwas aufregenderen Szenen wurden so gut bebildert und von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, dass ich sie mir gut vorstellen konnte, ohne das Stress aufkam. Zwar hab ich kein Problem mit Action in Filmen, aber diese über das gelesene Wort zu erfassen fällt mir oft nicht leicht.

Fazit:

Ein winterlicher Regiokrimi, der mir wieder richtig gut gefallen hat.

Bewertung vom 16.11.2018
Bluthaus / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.2
Fölck, Romy

Bluthaus / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.2


weniger gut

Meinung:

Wieder einmal stellt sich mir die Frage: Wo fange ich an? Ich bin ehrlich. Mir ist die Autorin sehr sympatisch, weshalb es mir wirklich schwer fällt, diese Rezension zu schreiben, denn ich hatte mir von "Bluthaus" mindestens so viel versprochen, wie mir damals "Totenweg" bot, aber weit gefehlt. Die Enttäuschung war groß.



Beginnen wir doch mal beim Namen. Das Buch nennt sich "Bluthaus". Dürfte inzwischen jeder mitbekommen haben. Doch stellt sich mir die Frage: Warum nennt man es dann nicht so!? Als Frida von dem Haus erfährt bzw. dessen Namen, trifft sie auf eine Dame, die es "Bluthus" betitelt. In dem Moment hat es gepasst, da diese Dame Dialekt sprach, aber in der restlichen Story war es einfach nur unpassend. Was soll das denn? In meinen Augen hätte man das Buch dann entweder "Bluthus" bezeichnen sollen oder eben auch im Buch das exakte Wort verwenden. Schließlich wird auch sonst in dem Buch auf Dialekt oder ähnliches verzichtet. Für mich absolut nicht nachvollziehbar!



Die Geschichte selbst empfand ich dieses Mal, leider, eher langweilig. Diverse Verbindungen, wie beispielsweise wer das Coldcase Mädchen ist und was es mit diesem ominösen Urlaub auf sich hat, war mir bereits nach 100 Seiten klar bzw. ich war mir dessen recht sicher. Die falschen Fährten waren in diesem Buch sehr rar bis gar nicht vorhanden. Obwohl der eigentliche Täter erst spät bekannt gegeben wurde, hat die Auflösung nicht gerade dazu geführt, dass es mich vom Hocker gerissen hat.



Auch vom Schreibstil her, konnte mich die Autorin dieses Mal nicht richtig mit nehmen. Wohl war es flüssig zu lesen, mal von der "Bluthus"-Stolperfalle abgesehen, aber manche Situationen waren dann einfach nicht durchdacht oder gefühlt lieblos dargestellt. Beispielsweise als Frida auf der Halbinsel ankommt und an einer Pizzeria hält, die sich "neben einem gemütlichen Hotel" befindet. Zuvor wird aber erwähnt, dass Frida an diesem Ort noch nie war. Woher weiß sie denn, dass das Hotel gemütlich ist? Das mag wohl kleinlich wirken, aber wenn man besseres gewohnt ist, dann stimmt mich das als Leser schon traurig und es ist frustrierend.



In "Totenweg" drehte sich so manches um die am Ende stehende Ehe von Haverkorn. Diese wurde zwar nicht wieder aufgegriffen, sondern nur am Rande gestreift, dennoch hatte er nun ein anderes Familiendrama an der Backe. Das ist zwar ganz nett, aber in dem Fall ging es mir wirklich auf die Nerven. Wieso muss man dem Kerl jetzt noch mehr Mist andichten? Reichen seine bisherigen Probleme nicht? Für mich fühlte sich das eher an wie zwanghaftes Seiten füllen. Denn auch die Ermittlungen an sich waren sehr abgespeckt, wodurch im Gesamten nur mäßige Spannung aufkam. Die Geschichte plätscherte eben so vor sich hin. Dann lieber noch etwas mehr über die gescheiterte Ehe.



Zusammenfassend würde ich sagen, dass es mir die meiste Freude bereitet hat, das Buch mit zwei anderen Mädels zu lesen, als die Geschichte selbst. Es tut mir auch in der Seele weh, dass so zu sagen, aber so ist es nun mal. Ich habe Hoffnung in den dritte Teil. Das ursprünglich ungleiche Team, Frida und Haverkorn, harmonierte in den wenigen Szenen, in welchen sie zusammen auftraten, so sehr miteinander, dass sie gar nicht mehr ungleich waren. Die Atmosphäre war bei weitem nicht so ausgeprägt wie ich es mir gewünscht hätte bzw. wie sie in der Elbmarsch war.



Fazit:

Mich konnte die lang ersehnte Fortsetzung leider gar nicht überzeugen.

Bewertung vom 13.11.2018
Straßburger Geheimnisse / Kommissar Sturni Bd.1
Böhm, Stefan

Straßburger Geheimnisse / Kommissar Sturni Bd.1


gut

Beschreibung:

Als Sturni, der Leiter der Mordkommission in Straßburg, sein freies Wochenende mit seinem Sohn genießt, klingelt sein Telefon. Bei der Gedenkfeier des Altbundeskanzlers,  kam es zu einem Todesfall im europäischen Parlament. Da es sich auch noch um den Kabinettchef des Präsidenten der Europäischen Kommission handelt, bleibt Sturni nichts anders übrig als auszurücken. Die Obduktion ergibt, dass es sich um einen Mord handeln muss, denn der Mann wurde eindeutig vergiftet. So bleibt Sturni nichts anderes übrig als seine Nase tiefer in die politischen Angelegenheiten zu stecken, als es ihm eigentlich lieb ist, denn von Politik hat er weder Ahnung, noch will er was davon wissen.

Meinung:

Ich lese ja unglaublich gerne Debüts deutscher Autoren und habe im vergangenen Jahr schon etliche davon genossen, aber hier war es dann doch eher mäßig. Das Problem war für mich gar nicht die Geschichte selbst, denn die war gut. Die Auflösung am Ende hat mir sehr gut gefallen. Was jedoch in meinen Augen ganz fürchterlich war, dass Stefan Böhm gefühlt an die hundert Mal erwähnt wie grausam die Trennung von seiner Frau für Sturni war, er außerdem ganz dringend mal auf seine Linie achten sollte, und so weiter. Das kann man mir in einem Buch gerne zwei Mal erzählen, aber die Fülle an Wiederholungen in diesem Buch war für mich zuviel.

Hier sei gesagt: Weniger ist manchmal mehr! 

Was ich zudem als störend empfand, waren die französischen Worte, welche die Geschichte spickten. Natürlich ist der Schauplatz in Straßburg und es handelt sich um die dortige Landessprache. Lese ich aber ein Buch, das in deutsch verfasst ist und plötzlich stolper ich darüber, dass er einen starken "café" braucht, stellen sich mir die Nackenhaare. Danke, aber: Nein, Danke! Bei manchen Dingen, wie Sekt beispielsweise, war der Autor so gütig und hat dann noch im nächsten Satz erwähnt um was es eigentlich ging. 

Gut gefallen hat mir der Input über die Funktionen der einzelnen erwähnten Politiker, die Verstrickungen im Hintergrund sowie die Art der Aufklärung und die länderübergreifende Zusammenarbeit. Diverse Eindrücke von Straßburg durfte ich ebenfalls sammeln, da diese recht detailliert beschrieben wurden. Außerdem konnte ich diese auch teilweise nachvollziehen, durch einen kurzen Ausflug vor einigen Jahren. Mit den Charaktere selbst wurde ich nur mäßig warm. Vielleicht kommt das ja dann im nächsten Band.

Fazit:

Ein netter Krimi mit viel Politik und Familiendrama, der noch ganz viel Luft nach oben hat.

Bewertung vom 13.11.2018
Die Blutlinie - Folge 03, 1 Audio-CD
Mcfadyen, Cody

Die Blutlinie - Folge 03, 1 Audio-CD


sehr gut

Klappentext:

Mit perfiden Mitteln terrorisiert Serienkiller „Jack Junior“ Smoky und ihre Kollegen. Doch damit gibt er mehr über sich preis, als ihm lieb sein kann. Smoky Barrett hat ein untrügliches Gespür für die Schwächen ihres Gegners – und dreht den Spieß einfach um…

Meinung:

Erinnert ihr euch noch an den Hund? Den Hund von Leo? Nein? Dann lest das Buch oder hört das Hörspiel. Hier wurde mir wieder sehr gut vor Augen geführt, was Hörspiele so besonders macht. Ich hatte eine Gänsehaut von Kopf bis Fuß als Leo mit Smoky telefonierte und erzählte was passiert ist. Wirklich absolut bewegend. Solch eine Wirkung hatte das Buch definitiv nicht bei mir.

Was ich etwas anstrengend fand bei den CDs: Jedes Mal kommt am Anfang die Erzählung von Smoky; wie sie nun aussieht, was ihr widerfahren ist, wer sie ist. Quasi als Intro. Das ist zwar ganz nett gemacht, aber ich muss mir das echt nicht vier Mal anhören - oder aktuell drei Mal. Gähn.

Ansonsten bleibe ich dabei, dass es wirklich ganz hervorragend umgesetzt wurde. Die Geschichte selbst würde ich mit dem letzten Teil und dem daraus folgenden Abschluss aufgreifen.

Fazit:

Auf geht's zum großen Finale!

Bewertung vom 08.11.2018
Blue Blue Eyes / Lost Souls Ltd. Bd.1
Gabathuler, Alice

Blue Blue Eyes / Lost Souls Ltd. Bd.1


sehr gut

Beschreibung:
Lost Souls Ltd. ist ein kleines Unternehmen, das im Untergrund agiert und es sich zur Aufgabe gemacht hat Seelen zu retten. Die Personen hinter der Organisation sind selbst Opfer schwerer Verbrechen gewesen und wollen nun andere Jugendliche davor bewahren. Der junge Fotograf Ayden, der kaputte Rockstar Nathan und der Verwandlungskünstler Raix wollen die 18 jährige Kata vor dem selben Schicksal bewahren, als sie herausfinden, dass ein Bombenangriff auf ihre Adoptiveltern geplant ist. Doch Kata wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Einer Geschichte, an die sie sich selbst nicht mehr erinnert; dem Geheimnis ihrer blauen Augen. Während das traumatisierte Mädchen versucht die Wahrheit herauszufinden, gerät sie zwischen die Fronten eines Kleinkriegs, welcher ihr Leben in Gefahr bringt.

Meinung:
Nachdem es sich gerade anbot das Buch zu lesen, hab ich das auch mal gemacht, denn der gute Josia hatte zur Leserunde aufgerufen. Da mir die Autorin schon vor einer Weile von ihm empfohlen wurde, landete das Buch auf der Wunschliste. Von dort zog es dann ins Regal ein und lag dort seit Ostern. Also, wenn nicht jetzt, wann dann? Genug geplaudert - zum Buch!


In die Story kam ich gut. Zu Anfang musste ich aufmerksam dabei bleiben, da die Autorin direkt zur Sache kommt. Die Charaktere lernt man erst im Laufe der Geschichte kennen - und lieben! Bereits auf den ersten Seiten fiel mir dieser träumerische, leicht poetische Unterton im Schreibstil auf. Da es um junge Menschen geht, fand ich das sehr passend. Das soll nicht heißen, dass Erwachsene nicht träumen, aber ich denke, dass man mit 18 noch anders träumte, als mit 30 Jahren. Und Kata hatte einen Traum. Sie wollte ausbrechen aus ihrem alten Leben, pünktlich zur Volljährigkeit.

Durch den auch sonst angenehmen Schreibstil, flog ich nach dem ersten Kennenlernen förmlich durch die Geschichte. Immer wieder ändert die Autorin die Perspektive, so dass man als Leser aus jedem Winkel des Geschehens etwas mit bekommt. Klingt verwirrend, ist es aber nicht. Vor allem die Idee hinter der "Lost Soul Ltd." gefiel mir besonders gut. So hat jeder der Jungs auch seine eigene Geschichte, die man aber nicht in diesem Band erfährt, sondern nur ein wenig Input bekommt. Es soll ja spannend bleiben, nicht wahr?!

Diese ist, mal so am Rande erwähnt, ist zu Hülle und Fülle in dem Buch vorhanden. Durch die unbekannten Charaktere, die Bombe und die ganzen Geheimnisse, welche in die Geschichte verstrickt sind, bleibt der Bogen, meiner Meinung nach, durchweg gespannt. Obwohl es Ansätze zu diversen Liebesgeschichten unter den Protagonisten gibt, blieben mir diese glücklicherweise erspart. Außerdem hätte alles andere auch die Authentizität geraubt. Es gab keine unnötige Längen oder ewig lange Ausschweifungen. Alice Gabathuler hat in meinen Augen genau das Richtige Mittelmaß getroffen - auch wenn sie damit meine Wunschliste um weitere drei Bücher vergrößert hat.


Fazit:
​Ein absolut zu empfehlendes Buch mit einer tollen Idee und guter Umsetzung!


Zitat:
"Sie verließ das Nest, um herauszufinden, was sich hinter der Tür ihrer Seele verbarg. Vielleicht lernte sie dabei zu fliegen. Es musste ja nicht gleich der schillernde Flug eines Paradiesvogels sein. Auch Spatzen flatterten durch die Lüfte und für den Anfang reichte ein Flugzeug." - Seite 12

Bewertung vom 07.11.2018
Die Blutlinie - Folge 02
Mcfadyen, Cody

Die Blutlinie - Folge 02


sehr gut

Klappentext:

Jack Junior – so nennt sich der Mörder, der sich als Nachfahre Jack the Rippers ausgibt. Er zieht eine blutige Spur durch San Francisco. Doch eine DVD liefert Smoky Barrett Hinweise darauf, dass der Mann nicht alleine handelt: Es scheint einen Komplizen zu geben…

Meinung:

Auch in diesem Teil wieder ein sehr gelungenes Ende. Überzeugende Darsteller. Grandiose Story.

Natürlich gibt es wieder einen Cliffhanger. Überraschung.
Bei dieser CD fällt mir auch ein gutes Beispiel ein, für mein "Problem" mit den in die Länge gezogenen Situationen, welches ich zuvor nicht beschreiben konnte. Es war eine sehr traurige Szene, die sogar mir die Tränen in die Augen trieb. Diese wurde von Klaviermusik begleitet und die Musik lief noch ein Stück weiter, um es beim Hörer noch nachwirken zu lassen. Was auch vollkommen okay ist, und war, aber durch die Länge dieser Szene, ging bei mir ein Ventil auf, die Luft ging raus und ich war emotional gesehen einfach auf Null gestellt. Möglicherweise war das auch gewollt, aber ich fand es etwas schade, denn so musste ich wieder neu anfangen meine Gefühlswelt auf die Geschichte auszurichten. Ich hoffe, dass war jetzt eine irgendwie plausible sowie nach vollziehbare Erklärung für mein "Problem".

Ansonsten fand ich auch den zweiten Teil des Hörspiels ganz hervorragend. Was ich bisher noch nicht erwähnt habe: Zu Anfang war ich kritisch, wie es sich mit den Hintergrundgeräuschen verhält, denn das ist ja der wesentliche Unterschied zu einem Hörbuch. Manche sind eher grenzwertig umgesetzt. Die Geräusche zu laut, die Stimmen zu leise. Da ist eine Gefahr auf Ohrenleiden vorprogrammiert. Doch auch hier: Alles bestens! Beim Hören über die Kopfhörer musste ich sogar manchmal Pause drücken um mich zu vergewissern, dass ich nichts wichtiges in meiner Umwelt verpasse, weil die Geräusche teilweise so subtil eingearbeitet sind, dass die Unterschiede zwischen Buch und Realität verschwimmen.

Richtig schlimm ist ja, dass ich von Anfang überlege wer denn der Mörder war und mir so überhaupt nicht sicher bin. Neue Erkenntnisse in der Geschichte machen das nicht gerade besser. Es ist und bleibt einfach spannend. Darum tingle ich jetzt direkt mal zur nächsten CD. Bisher ist mir noch nichts aufgefallen, bei dem ich sagen würde, dass es fehlt oder inakzeptabel umgesetzt wurde.

Fazit:

Ich bleibe dabei, dass es mir gefällt und ich bin schon sehr gespannt was die zweite Hälfte zu bieten hat!

Bewertung vom 07.11.2018
Der Fluch / Aura Trilogie Bd.3
Benedict, Clara

Der Fluch / Aura Trilogie Bd.3


sehr gut

Was für ein großartiges Finale!
Zuerst hatte ich ja Bedenken, weil Band zwei wirklich ein fieses Ende hatte – über das ich mich mit dem Klappentext von diesem Buch hinweg getröstet habe. Es war aber eine durchweg positive Überraschung. Zwischendurch hatte ich wieder das Bedürfnis die eine oder andere Charaktere zu schütteln, vielleicht ihr auch mal eine Ohrfeige zu verpassen, aber vermutlich gehört das für mich einfach in dieser Geschichte dazu. Zum Ende hin, hat es ja dann wieder gepasst und ich möchte Clara Benedict an dieser Stelle dafür danken, dass sie diese wunderbare Überraschung in petto hatte. Wie gewohnt war es außerdem packend sowie fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite!

Der „Bossfight“ ging einfach unter die Haut. Man konnte mit jedem absolut mitfühlen. Am liebsten wollte ich selbst eingreifen.  Richtig toll! War ich oft nicht einer Meinung, was so manche Entscheidungen der Protagonisten anging, so haben mich die letzten Entscheidungen absolut gefreut. Nicht nur, dass es kein gekünsteltes Happy End war, bei dem man sich denkt: „War ja klar….“. Eher dieses, dass es eigentlich kein richtiges Happy End gibt. Also irgendwie schon, aber eben nicht richtig. Eine gesunde Mischung eben.

Für meinen Teil, hoffe ich sehr, dass die Autorin ihrem Stil treu bleibt – auch wenn er mir gern den letzten Nerv raubt. Vermutlich hat ihr täglicher Umgang mit kleinen Monstern, oder auch bekannt als „Kinder“  oder „Teenies“ ihr das gewisse Know-How gegeben, wie man diese in Büchern auch authentisch rüber bringt. Auch das ihre Charaktere nicht aalglatte oder klischeehaft gestaltet sind, gefiel mir durchweg gut, schließlich haben wir doch alle Ecken und Kanten. Gerade in Jugendbüchern oder dem Fantasygenre fehlt mir das oft mal - oder es kommt sehr gekünstelt rüber.

Fazit:

Ein glorreicher Abschluss des Romantasy-Debüts von Clara Benedict.