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Benutzername: Wuschel
Wohnort: Nußloch
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Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 173 Bewertungen
Bewertung vom 15.10.2019
Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv
Taylor, Jodi

Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv


sehr gut

Beschreibung:

Madeleine "Max" Maxwell wird Archäologin, weil sie mit der Gegenwart nicht viel anfangen kann. Sie interessiert die Geschichte, denn diese ist weitaus spannender als der ganze Kram, der gerade vor sich geht. Prinzipiell findet sie ihren Job auch ganz cool, wenn auch etwas trocken und da ruft plötzlich ihre ehemalige Lehrerin an mit dem Jobangebot ihres Lebens, denn wer könnte schon nein sagen, wenn er tatsächlich Antworten auf die Fragen liefern könnte, die sich so viele über die Vergangenheit stellen, zudem noch live und in Farbe?

Meinung:

Ha, bei dem Buch weiß ich wirklich nicht wo ich anfangen soll. Zum einen gefiel mir schon, dass die Autorin zu Anfang darauf hinweist, dass es sich bei dem Projekt um Fiktion handle und die Historiker bitte die Füße still halten sollen. Wunderbar! Denn auch ich gehöre nicht zu der Fraktion Leser, welcher die Inhalte eines Buches auf Herz und Nieren nach ihrer Richtigkeit überprüft; lediglich bei Details, die mich schlauer wirken lassen, möglicherweise. (Für alle, die es brauchen, die fügen hier bitte einen großen Zwinker-Smiley ein!) Entsprechend amüsiert ging ich an das Buch und dieser Zustand hielt an.

Ich habe gelacht, gekichert und irgendwann fragte mein Freund schon gar nicht mehr, wenn ich irgendwelchen seltsamen Töne von mir gab. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite voll dabei. Okay, manche Dinge konnte ich mir nur mäßig vorstellen, beispielsweise diverse Hologramm-Präsentationen, aber dennoch war es einfach mitreißend geschrieben. Die historischen Ereignisse, welche erforscht wurden, wurden zwar erläutert, aber man möchte dabei nicht zwingend ein Nickerchen halten. Für Liebhaber von historischen Romanen, in denen - zumindest meinem Verständnis nach - die Geschichte und deren Details eine große Rolle spielen, sollten dies hier nicht zwingend erwarten, da es doch eher oberflächlich behandelt wird.

Die Liebesgeschichte fand ich auch ganz okay, da sie zwar sehr präsent war, aber nicht im Mittelpunkt stand. Natürlich ärgerte ich mich über die Dämlichkeit der Protagonisten und die Unfähigkeit zur Kommunikation in so mancherlei Situation, aber irgendwann werde vielleicht sogar ich damit leben können, dass es in Büchern, die Herz beinhalten eben immer etwas Drama braucht. Bisher gefällt mir der Verlauf der gesamten Handlung auch recht gut und ich bin gespannt was Band zwei, der sicher irgendwann folgen wird, zu bieten hat. Die Autorin schaffte es den Verlauf der Geschichte schlüssig nieder zuschreiben.

Was ich mir für die Zukunft wünschen würde, wäre etwas mehr über Vergangenheit von Maxwell, da ich diese zwar sehr sympathisch finde, aber oftmals werden Dinge erwähnt wie ihre Familienverhältnisse und da fehlt mir etwas Tiefe. Ihr Verhalten in manchen Situationen und ihre Vergangenheit werden oft einfach Umschrieben. Ein bisschen nach dem Motto: Ist halt so. Gerade das finde ich schade, denn es fühlt sich an, als hätte Jodi zwar schön gezeichnet, aber vergessen ihr ein Gesicht zu geben.

Ansonsten fand ich das Buch einfach super unterhaltsam und obwohl ich inzwischen nicht mehr so ein großer Fan von Reihen bin, bin ich schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird und Frau Taylor es tatsächlich schafft den Faden bei zu behalten, denn genau das ist für mich die große Kunst in Sachen Zeitreisegeschichten. Der Schreibstil ist einfach locker flockig und zumeist sehr bildhaft.

Fazit:

Ein sehr unterhaltsamer Zeitreise-Roman, der super gut zu lesen ist und ganz klar Lust auf mehr macht; dazu noch eine Brise Herz beinhaltet.

Bewertung vom 13.10.2019
Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2 (eBook, ePUB)
Raabe, Marc

Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2 (eBook, ePUB)


gut

Beschreibung:

Während der Berlinale Eröffnung wird plötzlich ein Snuff-Film eingespielt, in welchem die Tochter des Bürgermeisters die Hauptrolle spielt, die in den Aufnahmen getötet wird. Tom Babylon und Sita Johanns ermitteln ob es sich dabei um eine schauspielerische Darstellung oder bitteren Ernst handelt. Leider scheint der Bürgermeister nicht gerade erfreut und hält sich sehr bedeckt. Lediglich die Zahl "19" scheint im Mittelpunkt zu stehen und ein brauchbarer Hinweis zu sein. Kurz darauf wird ein weiterer, recht prominenter,  Geschäftsmann Berlins ermordet. Während die Ermittler sich durch Bürokratie und Geheimniskrämereien wühlen, stellt Sita fest, dass auch sie mit dieser mysteriösen Zahl schon in Verbindungen kam, welche Erinnerungen an einen schrecklichen Vorfall in ihrer eigenen Jugend wieder hoch kochen lassen.

Meinung:

Nachdem mich "Schlüssel 17" sehr begeistern konnte, war ich dann von diesem Buch doch eher enttäuscht. Bei mir kam keinerlei Thriller-Feeling auf. Es erinnerte mich mehr an einen Krimi. Die Flashbacks von Sita fand ich beinah besser gelungen und spannender als den Rest. Ich möchte das Buch jetzt keineswegs in der Luft zerpflücken, denn es hat mich gut unterhalten, das steht außer Frage, aber ich hätte schlichtweg mehr erwartet. Möglicherweise, und das möchte ich nicht unerwähnt lassen, liegt es auch an mir, denn ich habe aktuell ein bisschen das Gefühl an Übersättigung zu leiden, weshalb mir die Geschichte etwas trist vorkam.

Aufgrund der involvierten Charaktere wie dem Bürgermeister, diversen anderen Geschäftsleuten usw., war der Fall gefühlt sehr "politisch" angehaucht. Auch das war nicht tragisch, aber eher trocken. So bestand das "außergewöhnliche" Verhalten von Tom Babylon nicht unbedingt darin auf eigene Faust oder unkonventionelle Art zu ermitteln, wie ich es aufgrund des vorherigen Buches erwartet hatte, sonder er ignorierte schlichtweg oftmals die Anweisungen des Chefs. Wobei auch hier die Situation sich vertrackt anfühlte. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll ohne der Geschichte zu viel vorweg zu nehmen. Es fühlte sich einfach nicht wirklich richtig an und sehr gestellt, zudem teilweise etwas vollgestopft. Auf der einen Seite schleicht alles vor sich hin und dann kommen wieder Stellen, an denen man kaum mehr weiß wo oben und unten ist. Ich denke, das trifft es ganz gut. 

Der Schreibstil war wie gewohnt schön zu lesen und ich flog zumeist über die Seiten. Irgendwann hatte ich für mich das Thema "Spannung" abgehakt und lies mich auf den "Krimi" ein, was das ganze dann schon viel angenehmer machte. Wie schon geschrieben, gefielen mir besonders die Erinnerungen von Sita, da sie sich authentisch anfühlten und spannend waren. Gekonnt wurden die beiden Geschichten (Vergangenheit und Gegenwart) gegen Ende hin miteinander verknüpft, so dass es ein rundes Bild gab - mehr oder weniger. Die Auflösung fand ich okay. Sie hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen, aber irgendwie - es kam eben alles so von jetzt auf nachher, während zuvor alles eher ruhig ablief; hoppla die hopp.

Ich werde auf jeden Fall vorerst an der Reihe dran bleiben, da mich hier besonders die Rückblicke immer wieder sehr reizen und die parallel verlaufenden Geschichten, aber beim nächsten Mal sind die Erwartungen einfach etwas geringer halten. Außerdem mag ich die Charaktere sehr gern. Wie gesagt, das Buch hat mich gut unterhalten, aber jetzt nicht so gefesselt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wem "Schlüssel 17" gefallen hat, der macht auf jeden Fall nichts verkehrt auch dieses Buch zu lesen. Ich denke, man könnte diesen Band auch unabhängig vom ersten lese, aber raten würde ich es nicht, da meiner Meinung nach schon einiges - beispielsweise das Thema mit Toms Schwester - fehlen würde.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Krimi mit Luft nach oben und sympatischen Charakteren.

Bewertung vom 30.09.2019
Melmoth
Perry, Sarah

Melmoth


ausgezeichnet

Beschreibung:

Helen Franklin lebt seit etlichen Jahren im eigens auferlegten Exil in Prag. Eines Tages spricht ihr Freund Karel sie auf ein gefundenes Manuskript an. Er ist komplett aufgelöst, wirkt fahrig. Er gibt ihr einen Teil des Manuskripts. Die Geschichte des jungen Josef Hofmann und seiner Begegnung mit Melmoth, der Zeugin, auf ewig dazu verdammt auf Erden zu wandeln, einsam und allein. Doch Helen fängt an überall die Zeichen zu sehen. Alles scheint mit ihr, ihrer Vergangenheit und Melmoth in Verbindung zu stehen. Jedes Schriftstück, das Helen in die Hand nimmt, scheint mit dieser mysteriösen Frau in Schwarz zusammenzuhängen. Gibt es Melmoth wirklich und wenn ja, wer ist sie wirklich?

Meinung:

Nachdem mir „Nach mir die Flut“ von Sarah Perry schon so gut gefallen hat, war mir schnell klar, dass ich auch dieses Buch lesen muss und was soll ich sagen?! Dieses Buch hat mich dermaßen viele Emotionen durchleben lassen, dass ist nicht mehr normal. Ich würde jetzt nicht mal behaupten, dass die Charaktere sehr tiefgründig gezeichnet sind, aber dennoch fühlte ich mich total mitgenommen. Die oft etwas skurrilen Dialoge, die ich mir so im Leben nicht vorstellen könnte, machten dennoch Sinn für mich. Selbst beim Schreiben klingt es alles so widersprüchlich in mir nach, dass ich schon kaum wage es in Worte zu fassen und doch begeisterte mich dieses Buch. Die Atmosphäre war düster, beklemmend und oft hatte man Schwierigkeiten die Realität von der Fiktion zu unterscheiden. Nicht übertragen ins wirkliche Leben, eher in der Geschichte selbst.

(Unklar ob der Absatz Spoiler enthält! Mein Freund sagt „nein“, aber vorsichtshalber mal: Achtung!)
Bis zum Schluss blieb für mich unklar, was bzw. wer denn nun eigentlich diese „Melmoth“ ist und wirklich verstanden habe ich es vermutlich immer noch nicht. Dennoch gab mir dieses Buch eine Lehre mit auf den Weg. Ob es das ist, was die Autorin vermitteln will, ist fraglich und vielleicht liege ich auch komplett daneben, doch gab mir die Geschichte von Helen Franklin folgendes zu verstehen: Man muss, egal wie groß die Sünde ist, die man begeht, lernen sich selbst zu verzeihen, anderen zu verzeihen und, allem voran, sollte man nie die Hoffnung aufgeben. Das Geschehene ist geschehen und es ist keinem damit geholfen, sich ein Leben lang selbst zu geiseln. Eigentlich Dinge, die man auch so wissen sollte, aber trotzdem hat die Autorin mir diese Botschaft auf ganz großartige Weise mit dieser Geschichte vermittelt.

Wie ich es bereits aus dem vorherigen Buch der Autorin gewohnt war, legte sie einen sehr schönen Schreibstil an den Tag. Mit wenigen Worten, die dennoch so ausführlich waren, erzählte sie mir in zügigem Tempo und dennoch auf gemächliche Art die Geschichte von Melmoth und Helen Franklin. Oftmals wollte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen und tat es meist nur um in die Sonne zu blicken; der tristen Umgebung der Geschichte zu entfliehen. Einmal Durchatmen bevor die Reise weiter ging. Ihr seht, wieder diese Widersprüche, aber ich kann einfach nicht anders, denn nur so macht es Sinn für mich. So empfand ich dieses Buch. Desto mehr ich von dieser Autorin lese, desto mehr möchte ich noch von ihr lesen. Sie schafft es mich tatsächlich mehrere Tage nach dem Beenden des Buches noch zum Denken anzuregen, zu Beschäftigen und mir Material zum Verdauen zu geben. Durch die Manuskripte, Schriftstücke und Geschichten über Melmoth hat sie eine Netz aus Geschichten gewebt und diese mit der von Helen verstrickt, dass es einfach unglaublich fesselnd war.

Fazit:

Eine Roman, der meiner Meinung nach stark zum Denken anregt, basierend auf einer Legende, die düsterer nicht sein könnte.

Bewertung vom 30.08.2019
Ich bin Circe (eBook, ePUB)
Miller, Madeline

Ich bin Circe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Beschreibung:
Circe ist die göttliche Tochter des Titanen Helios und der Nymphe Perse, doch im Vergleich zu ihren Geschwistern ist sie weit weniger göttlich. Ihr Stimme ist leise und zaghaft. Ihre Erscheinung unscheinbar. Außerdem erscheint sie oft gleichermaßen unterwürfig wie temperamentvoll. Mit Anbetungen hat sich nichts am Hut und Menschen begegnet sie gerne auf Augenhöhe. Aufgrund dessen wird sie auf eine einsame Insel verbannt, was ihr sehr gelegen kommt, denn dort kann sie endlich ihr wahres Wesen entfalten. Sie beschäftigt sich mit den Kräutern der Natur, der Magie der Pflanzen und scheint ihren Frieden zu finden. Die Jahrhunderte ziehen ins Land. Trotz ihrer Verbannung muss sie sich mit dem Minotaurus, dem Seeungeheuer Scylla und anderen Tücken der Welt auseinander setzten. Irgendwann wird sie vor die Entscheidung gestellt ob sie lieber weiter den Gottheiten angehören möchte oder den Menschen, die sie über die ihre lange Lebensspanne so sehr lieben gelernt hat.

Meinung:
Was für ein Erlebnis! Ich bin ja immer etwas kritisch, ob mir solche Bücher nicht zu, äh, schwer sind. Doch ich bin absolut begeistert! Diese Abenteuer, diese Welt - einfach grandios. Ich habe mich direkt zuhause gefühlt. Die Seiten flogen einfach so dahin. Der leichte Schreibstil, die bildhafte Darstellung und die Erzählweise von Circe zogen mich einfach in ihren Bann.

Schon als Kind schaute ich gerne Filme über die griechischen Mythologien. Im Alter wurde ich vorsichtiger, denn irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass dies einfach zu hoch für mich sei. Beim Lesen dieses Buches stellte ich jedoch fest, dass es gar nicht so wenig war, das ich noch wusste. So kam mir bei dem Namen Ikarus direkt die Geschichte des Jungen in den Sinn, die mich früher so traurig stimmte. Bei Scylla dachte ich an Seeungeheuer, die etliche unschuldige Seemänner auf dem Gewissen hatte und die Geschichte des Minotaurus, sowie sie Madeline Miller erzählte, lies mich erschaudern und ehrfürchtig die Seiten umblättern. Circe fand ich als Charaktere sehr interessant, auch wenn ich bisher lediglich die Geschichte mit der Insel und den Schweinen kannte. Für mich war sie stets eher ein bleicher Schatten, was sich mit diesem Buch jedoch ganz klar geändert hat, denn nun hat sich etlich Facetten und ein Gesicht.

Sehr gelungen fand ich auch die Einführung als Circe noch am Hof ihres Vaters lebte. Hier hätte die Autorin durchaus zig Gottheiten aufführen können, beschränkte sich jedoch darauf diese einfach als Tanten und Onkel zu benennen. Trotzdem bekommt man noch mehr als genug bekannte wie auch unbekannte namentlich genannt. Ebenfalls sehr schön fand ich das Glossar am Ende, in welchem Miller auch die Parallelen zu Homers Odysee erwähnt. Wer Spannung von der ersten bis letzten Seite erwartet, der ist hier leider fehlt am Platz. Geliefert wird eine unterhaltsame, teilweise ironische sowie abenteuerliche Biografie von Circe, aber ohne jeglichen Lehrbuch-Charakter. Natürlich ist es es auch für Jugendliche schön zu lesen, aber beim besten Willen nicht auf dem Niveau von beispielsweise "Percy Jackson". Zudem werden die Taten nicht zwingend beschönigt, sodass es eben auch mal zum Blutvergießen kommt.

Für mich war dieses Buch ein gelungener Ausflug in die alten griechischen Mythen. Zu Charakteren, die teils bekannt und teils unbekannt waren. Die ich dadurch besser oder überhaupt erst kennen lernen durfte. Die etwas mehr als 500 Seiten zogen an mir vorbei wie nichts. Erfüllt von Gefühl, Atmosphäre, Intrigen, Liebe und ganz viel Circe.

Fazit:
Eine wunderbare und atmosphärische Neuerzählung von Circes Gesichte, die es sich zu lesen lohnt.

Bewertung vom 26.08.2019
Harz
Riel, Ane

Harz


sehr gut

Ich spar es mir jetzt darüber zu sinnieren, ob es ein Thriller war oder nicht, denn ein reines Drama ist es definitiv auch nicht. Mehr als dieses Genre-Wirrwarr, ärgert mich wieder dieser Klappentext, denn so manche Dinge daraus suche ich heute noch. Das es sich bei der Geschichte um ein unterschwelliges Familiendrama handelte, wusste ich zuvor schon aus einer anderen Rezension und genau das war es auch, was mich an dem Buch sehr interessierte, denn aus dieser las ich heraus, dass es sich bei dem Buch um die Geschichte einer Familie handelt, die nicht so ganz der gesellschaftlichen Norm entspricht. Wer möchte sowas denn bitte nicht lesen?

Wie der Verlag schon auf der Buchseite wirbt, erzählt Ane Riel, diese Geschichte, über eine verkehrte Welt, in der Liebe Obsession wird, ganz meisterhaft. Obwohl das Werk nur knapp 300 Seiten umfasst, schafft es die Autorin einem Bilder in den Kopf zu pflanzen, die man da wahrlich nicht haben möchte. Doch es gibt auch schöne Seiten, denn der Ort, an dem die Haaders leben, war nicht immer voller Dinge. Dort gibt es Wald, Meer, Tiere, und einst war dort auch Platz für Liebe - die Liebe zur Natur, die man förmlich spüren konnte.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Haarder zum einen direkt aus der Sicht der kleinen Liv und zum anderen aus Sicht der dritten Person. Sehr befremdlich sind vor allem die Erzählungen des Mädchens, da sie gefühlt oftmals so falsch und weltfremd sind. Auf der anderen Seite sind gewisse Ansichten sogar schlüssig, besonders wenn man das Umfeld und die Gesamtsituation bedenkt. Die Kapitel aus Sicht der dritten Person drehen sich meist um die Kindheit und Geschichte von Jens Haarder, seiner Familie und deren Leben auf der Halbinsel "Kopf". Gerade diese Kapitel geben die Basis für das landschaftliche Idyll - oder eben für das was später einmal daraus wird.

Dieses Buch hat mich mit so vielen Empfindungen zurück gelassen, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Selbst beim Lesen war es eine reine Achterbahnfahrt. Gerade durch unsere Leserunde war es interessant, da immer mal wieder ein anderer Blickwinkel geboten wurde. Der eine sprach von Ignoranz, während der nächste einwarf, dass es mit Frust oder Schuldgefühlen zusammen hängen könnte. Die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig und es bleibt massig Platz für Interpretationen. Dennoch ist er wirklich erschüttert, was dies mit Menschen anstellen kann.

Fazit:
Ein ganz anderer Thriller über das Schicksal einer Familie, die in ihrer ganz eigenen Welt lebt.

Bewertung vom 26.08.2019
Nimael 1
Frey, Tobias

Nimael 1


sehr gut

Beschreibung:
Eigentlich ist Nimael ein ganz normaler junger Mann. Voller Ehrgeiz widmet er sich seinem Studium, lebt quasi von der Hand in den Mund und teilt dennoch die wenigen Dinge, die er hat. Doch plötzlich schleicht ein Fremder, den er noch nie gesehen hat um ihn herum. Keiner kann sich erklären was er von ihm will, bis er kurz darauf mit weiteren 8 Studentinnen entführt wird. Zuerst denk Nimael, dass es sich bei allem um ein perfides Spiel von irgendwelchen machgierigen Irren handelt, aber bald kommt er dahinter, dass dies noch viel tiefer geht als man sich vorstellen kann und das Schicksal der ganzen Menschheit davon abhängt.

Meinung:
Ein wundervoller Einstieg. Nicht zu langatmig, nicht zu übereilt, genau passend. Gerade das Ende macht ganz klar Lust auf mehr. Die Charaktere hat man bereits ins Herz geschlossen, sodass man das Bangen beginnt. Die Beschreibungen sind bildhaft und werfen einen direkt in die Geschichte. Der Autor legt zum einen Humor an den Tag, aber auf der anderen Seite auch ganz viel Ernsthaftigkeit, was mir gut gefiel. Ich finde man sollte auch in ernsten Situationen mal lachen können, sie jedoch nicht ins Lächerliche ziehen. Der Fantasy-Anteil hält sich in diesem Band noch eher in Grenzen, ist jedoch vorhanden.

(Möglicher Spoiler in diesem Absatz?!) Für mich war die Liebesgeschichte der wohl schlimmste Teil der Geschichte, da diese zwar sehr schön war, aber irgendwie teilweise recht unnatürlich wirkte. Zudem war sie allgegenwärtig. Es klingt jetzt echt hart, und mich hat es beim Lesen selbst schockiert, aber gelegentlich habe ich Nimaels "ach so großer Liebe" den Tot an den Hals gewünscht. Es hätte sogar gut in die Geschichte gepasst, wenn ich das mal so sagen darf. Okay, war das jetzt gespoilert? Entscheidet selbst. Jedoch finde ich, dass es eventuell den hitzköpfigen - oder müsste es trotzköpfigen? - Nimael etwas auf den Boden der Tatsachen gebracht hätte, da durch seine provokante Art manchmal wirklich anstrengend ist, auch wenn er meist nur an die anderen denkt.

Ich freue mich auf jeden Fall zu erfahren wie die Geschichte weitergehen wird und hoffe, dass ich noch etliche Werke des Debüt Autoren Tobias Frey lesen darf. Seine Art gefällt mir bisher recht gut und auch die Gestaltung der Welt ist sehr interessant. Wünschen würde ich mir vielleicht noch eine Karte des Felsens selbst, da dieser recht komplex ist, aber wer weiß was der Autor noch für uns Leser in Petto hat.

Fazit:
Gelungenes Debüt, das definitiv Lust auf mehr macht!

Bewertung vom 22.08.2019
ATME! (eBook, ePUB)
Merchant, Judith

ATME! (eBook, ePUB)


sehr gut

Beschreibung:
Ben ist weg. Er ist nicht erreichbar. Dabei ist er doch immer erreichbar.
Bei einem Shopping Auflug verschwindet Ben, Niles wahrhaftig große und einzige Liebe, plötzlich spurlos. Sofort sucht sie ihn. Sie ist sich sicher, dass etwas passiert sein muss, denn anders kann es nicht sein, aber keiner will ihr glauben. Keiner, der ihm nahe steht, will ihr helfen. Doch plötzlich schein Flo, die fast EX-Frau von Ben, voll und ganz hinter Nile zu stehen. Nile traut ihr jedoch nicht. Nile traut niemandem. Und Sinn macht das ganze schon gar nicht, aber sicher ist, dass Ben etwas passiert sein muss!

Meinung:
Was für ein Buch! Da ist der Name wirklich Programm. Ich weiß wirklich nicht ob ich es lieben oder hassen sollen, aber von Anfang. Dieser Thriller ist wirklich ein absoluter Pageturner für mich gewesen. Direkt auf den ersten Seiten ist klar, dass Nile einen - wenn auch politisch nicht ganz korrekt - echten Schatten weg hat. Obwohl man die Person kaum kennt, meint man sie schon immer zu kennen. Man kann mitfühlen, aber weiß zeitgleich auch, dass diese Gefühle falsch sind. Die Autorin hatte mich ab der ersten Sekunde.

Ansonsten kann und will ich gar nicht mehr zu Geschichte sagen, denn irgendwie würde das gefühlt zu viel vorweg nehmen. Wer sich für das Buch interessiert, der sollte meiner Meinung nach, die Leseprobe anschauen, da wie schon gesagt, die Protagonistin wirklich sehr speziell ist. Ich denke, dass es sicher Leser gibt, die genau damit nicht klar kommen. Auch ich hatte teilweise meine Probleme, aber irgendwie machte ihr Charakter auch gerade der Reiz an alle dem aus - und somit lag ich mit meiner Überlegung für das Ende auch gar nicht so falsch. Es war zwar weniger überraschend, aber ganz ehrlich: Dieses Buch hat mich dermaßen auf Trab gehalten und super gut unterhalten, da war es mir so gerade recht.

Da ich direkt einen Draht zur Geschichte hatte, flogen Zeilen und Worte einfach nur so dahin. Die recht kurz gehaltenen Kapitel führten dann zu dem Effekt: Eins geht noch! Tja, und dann war es auch schon wieder vorbei. Anfangs war ich sogar skeptisch, weil ich das Gefühl hatte, es sei jetzt das dritte Buch in diesem Jahr, welches diese Schiene fährt, aber dem war nicht so. Zwar war es ähnlich, aber dennoch komplett anders. Viel rasanter und packender. Jesses, ich fühle mich gerade komisch, weil ich hier so ein Loblied texte, aber es hat mir - obwohl es wirklich nichts besonderes ist - richtig gut gefallen. Auf der einen Seite wirkte es fast stressig, aber irgendwie war der Wunsch nach Antworten so groß, dass dieser Stress einfach an mir abperlte.

Höchst interessant fand ich parallel dazu den Aspekt, dass hier wirklich gut vor Augen geführt wird, wie sich Angststörungen, Panik oder psychische Krankheiten auf den Betroffenen auswirken können. Da ich selbst schon von diversen Panikattacken betroffen war, fand ich diese sehr gut und authentisch beschrieben. Vielleicht ist es auch für andere Leser aus der Sicht interessant, um sich besser in Betroffene versetzten zu können, denn ich denke, dass dies oftmals nicht gerade einfach ist - oder eben diverse Probleme unterschätzt werden. Wo das hinführen kann, zeigt die Geschichte recht gut, wenngleich es dann doch eher dem Worstcase-Szenario ähnelt.

Fazit:
Ein kurzweiliger, rasanter und packender Thriller über eine Frau, die definitiv nicht einfach ist - Leseprobe empfohlen.

Bewertung vom 19.08.2019
Blackout. Das Hörspiel, 3 MP3-CDs
Elsberg, Marc

Blackout. Das Hörspiel, 3 MP3-CDs


sehr gut

Beschreibung:
Während Europa ohne Strom ums Überleben kämpft, entdeckt der Italiener Piero Manzano Hinweise, die darauf deuten, dass die Ausfälle gewollt sind. Er hat seine liebe Mühe sich Gehör zu verschaffen und gerade als er der Meinung ist, dass der Europool-Kommissar Bollard dies tut und vertraut, werden dubiose E-Mails auf seinem Rechner gefunden, die darauf deuten, dass er selbst in dieses Chaos verwickelt ist.

Meinung:
Wow! Einfach nur wow! Dieses Hörspiel ist eine Meisterleistung! Die Vertonung ist optimal auf einander abgestimmt, die Geschichte wird passend vermittelt, ebenso wie die Atmosphäre. Okay, in den etwas gefühlvolleren Szenen hat man das Gefühl, dass Dietmar Wunder gleich einen kleinen Softporno einspricht, aber so hatte ich wenigstens auch ein bisschen was zum Lachen, während die Welt dabei war unterzugehen.

Das Buch von Marc Elsberg habe ich bisher nicht gelesen und wusste darum nur grob um was es sich bei der Geschichte dreht. Die Entwicklungen fand ich einfach und schlüssig erklärt. Die Funktionen von Kraftwerken, der Netzbetreiber und all dies. Ebenfalls sehr logisch und nachvollziehbar waren für mich der Erläuterungen zum Ende hin, als es darum ging die Welt wieder zum Laufen zu bringen. Als kleiner Dystopie-Fan habe ich mich schon häufig mit Gedankenspielen über diverse Dinge beschäftigt, aber in diesem Buch werden Dinge erwähnt, an die hätte ich im Leben nicht gedacht. So kam es des Öfteren auch zu dem „Ich klatsch mir die Hand an die Stirn und denke Ja, klar!“-Moment beim Hören des Buches bzw. des Hörspieles. Marc Elsberg hat wirklich kaum Möglichkeiten ausgelassen vor Augen zu führen wie fatal die Folgen eines solchen Blackouts für die Bevölkerung sind, vor allem wenn diese gleich ganz Europa betreffen.

Auch die Emotionen wurden unglaublich gut vermittelt. Mehr als einmal wollte ich beim Autofahren ins Lenkrad beißen, weil ich mit den Protagonisten fieberte – oder wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel. Trotz allem hat Herr Elsberg die möglichen Folgen und Ausschreitungen noch recht human gestaltet, denn betrachte ich die heutige Gesellschaft, dann gehe ich sogar fast davon aus, dass es noch schlimmer werden würde, da das mehrheitliche Anspruchsdenken schon sehr ausgeprägt ist – und ja, das ist definitiv eine Kritik an der Gesellschaft. Wer sich angesprochen fühlt sollte vielleicht einfach mal das Buch lesen und darüber nachdenken.

Doch für mich gab es auch ein großes Manko. So gut wie die Geschichte geschrieben ist, die Zusammenhänge verknüpft, so beging der Autor aus meiner Sicht einen Fehler, den sie fast alle machen. Zwar wurde es gegen Ende hin offensichtlich, dass es nicht das direkte Verschulden der Attentäter war, aber dennoch ist es für mich nicht nachvollziehbar. Da ich das wirklich nicht schreiben kann ohne zu spoilern, möchte ich einfach mal darauf hinweisen, dass es keinen Sinn macht, wenn gewisse Leute ihre Augen und Ohren quasi überall haben, es dann aber nicht mitbekommen,  wenn ihnen jemand ganz gewaltig in die Suppe spuckt – oder sollte ich sagen, den Kochtopf weg nimmt?

Das war es eigentlich auch schon. Mehr zu meckern habe ich gar nicht. Das Hörspiel war für mich super unterhaltsam, beängstigend und überhaupt habe ich eine ganze Palette an Gefühlen in den knapp 19 Stunden des Hören durchlebt. Wer also das Buch nicht lesen möchte, das Hörbuch nicht hören möchte, dem kann ich ganz klar das Hörspiel empfehlen. Eine Geschichte, die zum Denken anregt. Eine Geschichte die unter die Haut geht. Eine Geschichte, bei der man darauf wartet plötzlich selbst im Dunkeln zu sitzen.

Fazit:
Spannend, emotional, erschreckend - ganz klare Empfehlung!

Bewertung vom 16.08.2019
Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2
Dabos, Christelle

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2


ausgezeichnet

Endlich war es soweit. Endlich durfte ich Ophelia und all die tollen Menschen am Pol weiter begleiten. Es traf dann auch genau das ein, das ich erwartet hatte: Ich bekam Informationen! Diverse neue Details über die Spaltung der Erde wurden preisgegeben, ein bisschen in der Vergangenheit gewühlt und überhaupt – herrlich! Was ich etwas schade fand, dass der Klappentext soweit in die Geschichte greift, denn bis Faruk die junge Leserin überhaupt mit der Suche beauftragt neigt sich das Buch schon ganz schön dem Ende zu. Mich hat das jetzt nicht sonderlich gestört, aber ich vergesse ja auch immer recht schnell was eigentlich drin stand, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Leser gibt, die da durchaus knatschig werden können. Der Schreibstil war auf jeden Fall wieder sehr einnehmend, leicht, fluffig und schön zu lesen.

Bereits im ersten Band kam ich ins Schwärmen aufgrund der bildhaften Art von Christelle Dabos. Hier hat sie sich nun übertroffen. Vielleicht nicht unbedingt mit ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen vom Pol – diese waren dann eher subtil gehalten, aber die Atmosphäre, die sie mit ihren Worten aufbaut, hat mir das eine oder andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Den Pol hatte ich sowieso mehr düster und beklemmend in Erinnerung, trotz all des Prunks und obwohl beschrieben wird, dass die Sonne zeitweise nicht wirklich untergeht, hatte ich stets ein eher tristes Grau vor Augen. Ganz im Gegensatz zu den Beschreibungen der Arche Anima und ihrer Bewohner, welche ich mir fröhlich bunt vorstelle – und vielleicht ein kleines bisschen anstrengend.

Eigentlich darf ich das gar nicht laut sagen, aber gegen Ende hin, war es sogar wirklich schwer nicht zumindest ein Tränchen zu verdrücken. Diese ganze Geschichte um Ophelia ist einfach so unglaublich mitreißend. Besonders schlimm empfinde ich jedes Mal diese Bevormundung, die an ihr vorgenommen wird. Sei es Thorn, ihre Familie, der Hof – immer scheint jemand zu meinen, dass er ihr irgendetwas vorschreiben muss. Das hat mich oftmals so unglaublich wütend gemacht, dass ich am liebsten in meinen Schal gebissen hätte. Umso mehr freute ich mich über Ophelias Charakterstärken und ihren (heimlichen) Dickkopf. Außerdem sehr gut gefiel mir, dass es nicht zum Stillstand kam. Die Charaktere wurden weiterentwickelt. Gerade Thorn hat gezeigt, dass er doch nicht so ein unterkühlter Steinbrocken ist, wie er nach außen gibt und auch sonst erlebt der Leser die eine oder andere Überraschung.

Lange habe ich darüber nachgedacht was mich wohl im kommenden Band erwarten könnte und offen gestanden bin ich auch schon wirklich schon verdammt neugierig wie es weiter geht. Doch auf einen richtigen Nenner komme ich nicht. Auf jeden Fall erwarte ich einen Ausflug auf eine weitere Arche, neue Eindrücke, aber hoffe auf alte Gesichter wieder zusehen. Zum Glück lässt dieser nicht mehr ganz so lange auf sich warten. Gespannt bin ich ob wieder so eine schöne Illustration den Anfang macht, denn in Band zwei wird man von einer Karte der Himmelsburg sowie einem kleinen Stammbaum der Pol Bewohner begrüßt. Gerade die Karte fand ich toll, da ich mir so bildlich vorstellen konnte welche Strecken dazwischen lagen. Durch diverse Zeitangaben der Autorin, wie lange man beispielsweise vom Frauentrakt in den Mondscheinpalast mit den Aufzügen benötigt, wird einem das Ausmaß erst richtig bewusst.

Fazit:
Richtig tolle Reihe mit einer schönen Wortwahl sowie toller Aufmachung.

Bewertung vom 12.08.2019
Verrückt nach Karten

Verrückt nach Karten


gut

Puh, was soll ich sagen? Dieses Buch lies mich auf jeden Fall wieder merken, dass Buch nicht gleich Buch ist. Lesen einfach zwischen Tür und Angel? Nein, keine Chance. Die letzten Seiten habe ich dann versucht auf den Campingplatz die vergangene Woche zu lesen. Das war dann auch möglich, nachdem ich mir Oropax verpflanzt hatte. Für mich war es keine einfache Lektüre, denn blöderweise schweifte ich mit den Autoren oftmals einfach ab. Sie erzählten von Büchern, die ihre Inspirationen waren; von Ihren Macken, dass sie beispielsweise keinerlei Orientierung haben und oft schweifte ich mit ab. 

Für mich waren die größte Herausforderungen wohl die benannten Werke, denn ganz ehrlich?! Die meisten davon kannte ich gar nicht. Glücklich war ich dann als Autoren wie David Mitchell oder Cressida Cowell  zu Wort kamen und einfach von ihrem Werdegang erzählten bzw. der Entstehung ihrer Welten, denn diese kannte ich zumindest vom hören. Vor allem von "Drachenzähmen leicht gemacht" bin ich großer Fan, wenn auch das Buch noch ungelesen im Regal steht. Es war toll zu lesen, wie die Autorin auf ihre Ideen kam, was dahinter steckt - einfach faszinierend. Ebenfalls sehr interessant war das Kapitel von Miraphora Mina, welche als Grafikdesignerin bei großen Projekten wie Harry Potter und Co. mitgewirkt hat. 

Etliche andere Verfasser hinterließen in meinem Kopf leider nur große Fragezeichen, da ich kaum bis gar keinen Bezug zu ihnen hatte. Hinzu kam erschwerend, dass man deutliche Unterschiede im Schreibstil hat, sodass ich mich jedes Mal neu einfinden musste. Das Buch ist zudem in verschiedene Teile unterteilt. Von "Täuschend echt", "Literarische Karten", "Karten erstellen" und "Karten lesen" wird alles geboten. Toll, dachte ich mir, hier erfahre ich wie man eben solche Karten erstellt. Oder eine Karte richtig liest, aber entweder bin ich dann zu doof um das raus zu lesen oder es wurde tatsächlich nicht erwähnt, was ich extrem schade fand. Die Verfasser erzählen zwar von ihren Ideen, wie sie diese umsetzen, aber nichts über Dinge wie glaubwürdiger Maßstab und dessen Anwendung. Es wird höchstens mal erwähnt. 

Für mich war das Buch eine reine Berg und Tal Fahrt, da es mich auf der einen Seite total begeisterte, schon allein durch die zahlreichen Illustrationen und verschiedenen Hintergründe. Und zeitweise etwas frustrierte, weil es so nichtssagend war. Wer sich viel mit Autoren, Illustratoren und auch Literatur im Allgemeinen, es muss nicht nur Fantasy sein, auseinander setzt, der hat hier sicher seine wahre Freude. Dennoch bin ich froh einen Blick in das Buch geworfen zu haben. Ich möchte es auch wirklich nicht schlecht reden. Einige der Karten und Texte haben mich neugierig werden lassen auf andere Werke, was ich definitiv als Gewinn verzeichnen würde. 

Fazit:

Gut unterhalten hat es mich, war aber ganz klar nichts für zwischen durch. Ich hatte mir zwar mehr erhofft, bin aber dennoch froh über dieses interessante und schön anzusehende Werk.