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Benutzername: Wuschel
Wohnort: Nußloch
Über mich:
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 131 Bewertungen
Bewertung vom 19.03.2019
Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


ausgezeichnet

Meinung:

Hört ihr mich seufzen? Ich fand es ja total interessant, wie ein Buch wieder so eine Wirkung auf Menschen haben kann. Die Meinungen auseinander gehen können. Was ich zu dem Buch sage? Ich feier es, so viel steht fest.

Besonders gut gefiel mir, dass die Autorin sich wirklich Zeit gelassen hat um die Charaktere und die Welt zu zeichnen. Wo manch einer die Hände über dem Kopf zusammen schlägt, weil er der Meinung ist, dass einfach nichts passiert, komme ich ins Träumen. In diesem ersten Band der Tetralogie erfährt man eigentlich nur einen Teil des großen Ganzen. Der Leser lernt Ophelia kennen, die zu Anfang sehr introvertiert wirkt. Sie ist es auch, das steht außer Frage, doch auch sie kann einen Punkt erreichen, an dem sie auf den Tisch haut. Wohl kommen diese recht selten vor, aber in solchen Momenten zeigen sich Wesenszüge, die ich so nicht erwartet hätte. Gerade das macht sie in meinen Augen sehr sympatisch. Zudem habe ich schon oft genug mit gefiebert, wenn sie mal den Mund nicht aufbekam. 

Wer mir ebenfalls sehr gut gefiel waren die Mechanikerin und der Page. Sie waren vermutlich eine der wenigen Menschen am Pol, die keinen zwielichtigen Eindruck hinterließen, wie es bei den meisten einfach Standard war. Thorn hingegen konnte keinen Platz in meinem Herzen finden, zumindest keinen großen. Zwar scheinen er und seine Tante gegen Ende hin etwas menschlicher zu wirken, aber dennoch bin ich den Beiden gegenüber sehr skeptisch. Ebenfalls sehr beeindruckend fand ich die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Charaktere. So konnten die Animisten diverse Dinge wie Reparaturen vornehmen, Papier aufbereiten oder eben Ophelias Gabe das Lesen. Auf die Bewohner vom Pol, die sich noch einmal ganz extrem unterscheiden, möchte ich erst gar nicht eingehen, denn das sollte man als Leser schon selbst erkunden. Wobei ich der Meinung bin, dass es hier noch die einen oder anderen Geheimnisse zu entdecken gibt.

Was mir noch ein bisschen fehlt, ist die Entstehung der Archen. Vielleicht kommt diese Erklärung auch noch im Detail, wenn man mehr über die jeweiligen Familiengeister erfährt, welche bisher auch nicht weiter erklärt wurden. Bedenkt man aber, dass es weitere drei Bücher zu füllen gilt, kann ich darüber auch gut hinwegsehen. Schließlich möchte ich noch etwas erleben und neue Dinge entdecken. Beispielsweise die Entstehung der Clans und warum das Leben auf dem Pol so ganz anders ist als auf Anima.

Den Vergleich mit Harry Potter kann ich absolut nicht nach vollziehen, da die Thematik eine ganz andere ist. Die magischen Aspekte - bzw. die übernatürlichen Dinge - sind wohl stark vertreten, aber weit vom Harry Potter Universum entfernt. Aufgrund der Sprachwahl und diversem Anderen würde ich die Spiegelreisenden tendenziell eher als Jugendbuch einordnen, während Potter in meinen Augen eher Richtung Kinderbuch tendiert, zumindest die anfänglichen Bände.

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Die Autorin schafft es mit ihren subtilen Beschreibungen mir Bilder in den Kopf zu pflanzen, die ich so selten erlebt habe. Durch die Wortwahl und die Art der Protagonisten, hat sich bei mir eine Welt manifestiert, die an eine Mischung aus Steampunk und den Damen der Barockzeit erinnern könnte. Der Schreibstil war schön wie auch flüssig zu lesen. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den Juli, wenn ich wieder am Leben von Ophelia teilnehmen darf.

Fazit:

Ein sehr gelungener Auftakt mit einer schönen Wortwahl sowie toller Aufmachung.

Bewertung vom 19.03.2019
Thalamus
Poznanski, Ursula

Thalamus


weniger gut

Meinung:
Wer mein Rezension zu "Aquila" gelesen hat, der erinnert sich sicher noch, dass ich etwas hin und her gerissen war, da mir die Atmosphäre und gewisse andere Dinge gefehlt habe bzw. ich sie nicht empfinden konnte, wie ich es wollte oder sollte. Kann ja mal vorkommen, dachte ich.  Dann las ich "Thalamus". Das klingt jetzt total kleinlich, aber das Erste, das mich nervte war schon die Tatsache, dass Timo seinen Unfall mit einem Roller hatte und nicht mit einem Motorrad. Wer auch immer diesen Klappentext verbrochen hat, möge einfach das nächste mal den Allrounder-Begriff "Moped" wählen, danke. Die Monate kann ich ebenfalls nicht nach vollziehen, denn bereits einige Wochen nach seiner Operation scheint der junge Mann zu genesen und in die Reha verlegt zu werden. So fühlt es sich zumindest beim Lesen an.

Der restliche Klappentext ist glücklicherweise recht passend gewählt und drückt für mich aus, dass Timo sehr hilflos ist, da er noch so stark unter den Folgen des Unfalls leidet. Leider kam genau das im Buch nicht rüber. Zwar legte die Autorin das Augenmerk auf diese Hilflosigkeit, in dem sie dies immer wieder betont, aber wie sagte Romy in der Leserunde so schön: "Ich leide nicht an Demenz. Ich hab mit bekommen, dass Timo nicht reden kann."
Vermutlich hätte ich das auch gar nicht so schlimm gefunden, da ich wusste was Ursula Poznanski mit ihrem Handeln bezweckt, aber leider war es das auch schon. Sie schaffte es nicht den Charakteren eine Form zu geben, eine Persönlichkeit. Von der Atmosphäre fange ich erst gar nicht an.

Nach knapp 300 Seiten erfuhren wir was tatsächlich vor sich ging - das werde ich natürlich jetzt nicht erzählen - und uns war regelrecht bang, da wir noch etwa 150 Seiten bis zum Schluss hatten. Vielleicht hätte ich das Ende auch besser empfunden, wenn ich mehr Bezug zu den Darstellern gehabt hätte, aber zum einen kam dann alles ganz plötzlich und zum anderen komplett übertrieben. Ich meine, die Geschichte hat wirklich Potential und auch die Grundidee - weshalb sich alles so entwickelt - fand ich sogar sehr ansprechend, aber die Umsetzung zum Ende hin, fand ich einfach nur traurig, da es in meinen Augen einfach alles kaputt machte.

Normal würde ich sagen, dass es ein schönes Buch für zwischen durch ist, wenn man nicht viel denken will, aber das mit dem "schön" würde ich nach dem Beenden dann doch streichen. Es war nicht schlecht, aber einfach zu wenig um mich gänzlich zu überzeugen. In der Gruppe wurde wohl der Schreibstil der Autorin noch bemängelt, was ich so nicht komplett nach vollziehen kann. Die Seiten flogen einfach so dahin. Da es sich um einen Jugend-Thriller handelt, kann ich auch absolut verstehen, dass die Geschichte nicht in einer Zombieapokalypse endet - um es mal übertrieben zu schreiben, aber ich hätte dem ganzen einfach etwas mehr Charakter gewünscht. Oder um es einmal anders zu formulieren: Die Protagonisten habe ich so sehr ins Herz geschlossen, dass mir ihr Ableben so egal gewesen wäre, wie ein kippender Sack Reis in China.

Fazit:
Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen und den Hype darum kann ich ebenfalls nicht nach vollziehen.

Bewertung vom 11.03.2019
Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3 (eBook, ePUB)
Moström, Jonas

Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3 (eBook, ePUB)


gut

Zuerst möchte ich mal sagen, dass ich echt genervt bin. Natürlich war ich nicht auf der Verlagsseite. Dem wohl einzigen Ort, der mir gesagt hätte, dass es sich um eine Reihe handelt. Als ich mich für das Buch entschied, fand ich darüber kein Wort. So erging es mir auch beim Lesen, denn immer wieder ging es um verschiedene Aspekte der anderen beiden Bücher. Diese waren wohl nicht relevant für den Fall, aber dennoch hatte ich immer wieder ein Fragezeichen im Gesicht. Da es sicher Möglichkeiten gegeben hätte, das besser zu recherchieren, möchte ich es bei meiner Wertung außen vor lassen, aber es nervt mich dennoch. Man könnte doch einfach bei der Buchbeschreibung einfach einen kurzen Satz vorweg schreiben. Das wär mir auf jeden Fall lieber als eine Leserstimme des WDR2.

Bei der Story an sich, bin ich etwas hin und her gerissen. Zum einen merkt man hier deutlich, dass die Charaktere bereits zuvor gezeichnet wurden. Nathalie wird von Zweifeln, Vorwürfen und irgendwelchen Disputen in der Familie geplagt. Granstam wirkt einfach nur fertig. Wie er es schafft überhaupt eine höhere Position zu begleiten erscheint mir rätselhaft, davon abgesehen, dass er scheinbar ein echtes psychisches Problem hat, welches wohl in den anderen Büchern näher erörtert wird. Johan bekommt man auch kaum zu fassen, da er wohl eine besondere Verbindung zu Nathalie hat. Welche das sein soll, weiß ich nicht, nur das sie sich eben auch privat gelegentlich unterhalten. Von all den anderen Personen fange ich erst gar nicht an und fasse zusammen, dass mir außer Tim, dem Nerd, eigentlich keiner wirklich sympatisch war bzw. ich einfach nichts mit ihnen anfangen konnte.

Außerdem gruselig fand ich die ständigen Beschreibungen von Nathalies Outfit und das sie einfach die falschen Schuhe trägt um mal eben an einer Verfolgungsjagd teil zu nehmen. Ganz ehrlich....wenn ich ein Buch über die Ermittlung eines Mörders lese, der jederzeit wieder zuschlagen könnte, dann interessiert es mich reichlich wenig ob die Protagonistin gerade Versage, H&M oder gar silberne High Heels trägt. Hinzu kommen noch ihr bangen bezüglich des Sorgerechts, dem Tot ihres Vaters - der für mich ebenfalls ein großes Fragezeichen darstellt-, wie auch die Probleme, welche sie in ihrer Familie hat.

Die Story an sich gefiel mir ganz gut und war auch schön ausgearbeitet. Gelegentliche Kapitel aus der Sicht des Täters, als dieser noch ein Kind war, geben einen schönen Einblick warum er ist wie er ist. Auch die Tatsache, dass etliche Bewohner Upsalas ins Profil passen sowie auf das Phantombild mit ihren markanten Gesichtszügen. Das hatte einen gewissen Unterhaltungswert, weil es von einer gewissen Ironie begleitet wurde - schließlich tragen die Studenten ebenfalls gerne dunkle Kapuzenpullis und Fjallräven ist eine sehr beliebte Marke. Aufgrund dieser Tatsachen, hätte es einfach jeder sein können, was die Ermittlungen zu einem kleinen Erlebnis macht. Ich denke auch nicht, dass es zu viel spoilert das hier zu erwähnen, denn schnell wird dem Leser eben dies klar. Außerdem gibt es dann in der Auflösung eine schöne Überraschung.

Ob diese jedoch für mich alles raus reißt weiß ich bisher nicht. Obwohl ich eine persönliche Note bei Ermittlern mag, so fand ich diese hier eher anstrengen, eben weil mir die Bezüge zur Vergangenheit fehlen. Bevor ich mich an die Rezi setzte, lies ich auch einige Tag ins Land ziehen um mir meiner Gefühle und Gedanken zu dem Buch klar zu werden, aber auf einen richtigen Nenner kam ich bisher nicht. Das Lesevergnügen wurde für mich ganz klar gewaltig ausgebremst durch dieses ganze "nebenher".  Die Idee hinter dem Fall, den Gründen sowie der Ermittlungsarbeit selbst fand ich sehr gelungen.

Fazit:

Ein ruhiger Krimi mit viel Nebenhandlung und meiner Meinung nach, sollte man die Vorgängerbände gelesen haben um richtig mit zu kommen.

Bewertung vom 01.03.2019
Der Atlas der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.4
Riggs, Ransom

Der Atlas der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.4


sehr gut

Wer die letzten beiden Bände der Trilogie nicht so gut fand, der sollte erst recht nach dem vierten Band greifen. Wieder geht die Geschichte nahtlos weiter und wir treffen altbekannte Gesichter. Doch dieses Mal wollen sie nicht die Welt retten. Dieses mal entdecken sie eine ganz neue Welt. Ein Road Trip der ganz besonderen Art!

In meinen Augen würde diesen Teil mit dem ersten Band gleich stellen was Spannung und Handlung angeht. Wir lernen viel neues kennen. Die Geschichte dümpelt nicht einfach nur vor sich hin, wie man bei den mittleren Teilen oftmals das Gefühl hatte. Der Funke springt hier ganz klar wieder über. Bezüglich der Zeitschleifen war ich wieder einmal etwas verwirrt, aber das ist ja nichts neues. Da in Amerika sowieso alles anders zu sein scheint, als man es zuvor gewohnt war, passt das aber ganz gut. Wobei ich Hoffnung hege, dass auch für diese Schleifen eine Erklärung im extra Band "Die Legenden der besonderen Kinder" zu finden ist, den ich bisher noch nicht gelesen habe.

Im Vergleich zu den europäischen Zeitschleifen und Besonderen, wo außer im Arce, die Meisten wohl gesonnen sind, muss man dort stets auf der Hut sein. Zwar ist auch dort die Gefahr vor Hollows und Wights weitestgehend gebannt, doch die Bewohner waren die lange Zeit auf sich selbst gestellt und so sind sie auch. Unberechenbar und gefährlich. Das war den Kindern leider nicht ganz so bewusst, als sie zu ihrer großen Reise quer durch Amerika aufbrachen. Recht schnell passen sie sich in den meisten Situationen an und schaffen es immer wieder ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Sogar gute Taten vollbringen sie.

Eine deutliche Entwicklung ist auf jeden Fall zu spüren. Der Jahrhundert lange Krieg ging nicht spurlos an den Protagonisten vorbei. Sie wurden ganz klar um ein gutes Stück reifer, auch wenn sie ihren jugendlichen Leichtsinn nicht gänzlich ablegen konnte. Bei Jacob ist das sowieso kein Wunder, denn er ist ja noch Teenager. Gerade zum Schluss hin kommt genau dieser Dickkopf bei ihm sehr gut zur Geltung. Bei allen kann man den Drang nach Unabhängigkeit deutlich spüren, denn nach allen den Änderungen, die sie bisher geschaffen haben, wollen sie nun noch mehr verändern. Die Welt zu einem besseren Ort machen - ohne die Bevormundung der Ymbryne.

Das Ende des Buches lässt darauf vermuten, dass es weitere Bände zur Reihe der besonderen Kinder geben wird. Zwar ist die Geschichte in sich abgeschlossen, aber dennoch kann problemlos daran angeknüpft werden. Es ist deutlich zu spüren, dass auch Rasom Riggs seine Charaktere nicht mehr gehen lassen möchte und weiter auf seine geschaffene Welt aufbauen. Ich für meinen Teil hoffe nur, dass er dieses Niveau auch beibehalten wird. Ansonsten kann ich über "Der Atlas der besonderen Kinder" nur sagen, dass er sich auf jeden Fall wieder zu lesen lohnt. Zwar ist der Titel im Verhältnis zur Story nicht gerade schlüssig, aber das ist wohl das kleinste Übel.

Riggs schafft es hier wieder den Leser von der ersten bis zu letzten Seite mit zunehmen. Ohne unnötige Längen, mit abenteuerlichen Erzählungen und neuen Geheimnissen, die es für den Leser zu lüften gilt. Auch wenn ich einer weiteren Fortsetzung etwas kritisch entgegen sehe, so bin ich dennoch gespannt was noch folgen wird, denn ich habe die Charaktere wirklich sehr ins Herz geschlossen sowie die Welt der Besonderen.

Fazit:
Definitiv wieder sehr lesenswert. Wer sich für "Die Insel der besonderen Kinder" begeistern konnte, der greift hier auf jeden Fall zum richtigen Buch!

Bewertung vom 26.02.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Als ich das Buch dann endlich in Händen hielt, fühlte ich mich extrem grantig, weil ich erst noch ein anderes Buch zu Ende lesen musste. Doch dann, dann war es endlich soweit und ganz ehrlich? Ich glaube, dass ich schon lange kein Buch mehr in dieser Geschwindigkeit verschlungen habe. Jetzt mal zum wesentlichen: Es wundert mich, dass die Bindung des Buches der Spannung, die es beinhaltet, überhaupt stand hält. (Ja, der war flach.)

Das Buch ist nicht in typische Kapitel unterteilt, sondern lediglich dem jeweiligen Erzähler zu geordnet. Doch das ist nicht der Anfang. Am Anfang erwartet den Leser einen Zeitungsartikel über die vermisste Studentin Lena. Es folgt ein Eintrag, welcher nicht zugeordnet werden kann. Dies ergibt sich erst im Laufe der Geschichte, die daraufhin beginnt. Zuerst erlebt der Leser "die Unfallnacht" mit, welche sich später als die Nacht der Flucht entpuppt. Während sich alle Beteiligten akklimatisieren vergehen weitere zwei Wochen und dort beginnt die eigentliche Geschichte mit gekonnt eingewebten Rückblicken, die langsam die wirklichen Geschehnisse offenbaren und dem Ganzen eine Form geben.

Durch die eigene Art der jeweiligen Charaktere fiel es mir beim Lesen auch keineswegs schwer der entsprechenden Person zu folgen oder sie von den anderen zu unterscheiden, obwohl stets aus der Ich-Perspektive berichtet wurde. Am besten gefiel mir die 13 jährige Hannah. Durch die geregelten Abläufe und strengen Regeln, mit denen sie aufwuchs, ist sie sehr diszipliniert. Auch ihre altkluge Art lies mich des Öfteren schmunzeln, denn dumm ist sie keineswegs, obwohl sie keinerlei Schulbildung genossen hat. (Wobei man sich hier auch streiten kann, denn laut diversen Berichten, schneiden Kinder, welche zuhause oder auf Reisen von ihren Eltern unterrichtet werden oft besser im Abschuss ab, als der Standard-Schüler.)

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Matthias, der Vater von Lena, der kleinen Hannah sehr ähnlich ist - oder gilt das anders rum, weil er der Ältere ist?! Hm. Auf jeden Fall waren Parallelen zu erkennen. Es machte oft den Anschein, dass eventuell der Vater sogar hinter all dem stecken könnte, da er stets bemüht war sein Kind zu schützen und es in den Himmel zu heben als das vorbildlichste Wesen auf Gottes Erden, während die Presse etwas ganz anderes erzählte. Auch die anderen Charaktere sind sehr schön gezeichnet und wirken durch die Bank weg sympatisch sowie authentisch.

Hier möchte ich anmerken, dass Romy Hausmann ganze Arbeit geleistet hat, denn oft habe ich versucht zu überlegen, wer denn nun hinter dem Ganzen stecken könnte, aber das Buch zog mich so sehr in seinen Bann, dass ich oftmals gar nicht zum Denken kam. Schaffte ich es dann doch mal in einer ruhigen Minute, dann wurden alles im folgenden Kapitel zunichte gemacht. Zudem sah ich mich oft dazu gezwungen noch mindestens zwei weitere Kapitel zu lesen, denn die Autorin war so freundlich das vorherige mit einem richtig bösen Cliffhanger zu beenden, welcher sich nicht anders auflösen lies. Auch wenn ich das Wort nicht sonderlich mag, bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen, dass "Liebes Kind" ein absoluter Pageturner ist.
Physische Gewalt kam zwar durchaus vor, doch das meiste spielte sich definitiv auf psychischer Ebene ab. Das merkt man ganz gut an flüchtenden Mutter und ihrem Verhalten in der darauf folgenden Zeit.

Die Atmosphäre hat durch die Erlebnisse in der Hütte etwas düsteres und beklemmendes, das sich über die ganze Geschichte legt. Das Einzige was ich in etwa mutmaßen konnte, war die möglich Entwicklung zu dem Fund in der Hütte in Verbindung mit der Unfallnacht, die aber erst gegen Ende offenbart wird. Wer jedoch letztendlich hinter allem steckte überraschte mich komplett. Und bevor ich jetzt einen eigenen Roman mit dieser Rezi schreibe, komme ich jetzt wirklich langsam mal zum Ende. Ich bin schlichtweg begeistert und hoffe noch etliche solcher Prachtstücke von Frau Hausmann lesen zu dürfen.

Bewertung vom 26.02.2019
Red Rising Bd.1 (2 MP3-CDs)
Brown, Pierce

Red Rising Bd.1 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

Obwohl Marco Sven Reinbold laut Beschreibung recht bekannt sein soll, muss ich gestehen, dass ihn mit nichts in Verbindung bringe. Was nicht zwingend schlecht ist, denn spontan könnte ich mir niemand Besseres für dieses Hörbuch vorstellen. Selten habe ich solch eine Stimmgewalt erlebt. Er hat die Frauen wie die Männer einfach mords gut gesprochen, die verschiedenen Situationen super betont und als Darrow ist er einfach der Hammer. Einfach überwältigend!

Zu Anfang hatte ich ein wenig Bedenken, ob ich mich in die Welt gut einfinden könnte, da mir meine bessere Hälfte schon recht viel davon erzählt hat - er ging ja nicht davon aus, dass mich die Werke interessieren und ich bin immer so verdammt neugierig. Die ganzen "Schichten" klangen für mich zuvor recht wirr, dann noch die Welten übergreifenden Schauplätze. Doch weit gefehlt! Ich war direkt mitten drin statt nur dabei. Der Autor schafft es auf sehr charmante Art den Leser - oder meinem Fall den Hörer - in diese neue Welt einzuführen. Die Regeln, den Aufbau sowie die Hierarchie zu erklären, aber ohne das es langweilig oder gar verwirrend wird.

Manchmal frage ich mich wirklich, wie Autoren auf solche Ideen kommen. Diese komplexen Systeme hinter all dem. Die Politik im Hintergrund. Oder in diesem Fall kurz: Das Prinzip der Weltengesellschaft. Menschen, die Gott spielen, aber dennoch in gewisser Weise unterwürfig sind, denn sie unterwerfen sich den Regeln. Doch das wäre jetzt zu viel des Guten, das weiter auszuführen. Die Charaktere die Brown gezeichnet hat sind, neben der Welt, ebenfalls sehr authentisch und einnehmend. Man weiß nie wem man gerade trauen kann und wem nicht. Stets stellte ich mir die Frage ob Darrow nur eine Marionette in einem großen Theater ist.

Dennoch hat man einige von ihnen am Ende unglaublich gern. Das ist viel Wert, denn die Reise ist nach dieser Geschichte noch nicht vorbei. Darrow macht es sich zum Ziel die Regierung zu stürzen, doch bis es soweit ist, erlebt der Leser die Zeit im Institut mit, welche wahrlich nicht einfach ist. Meine Güte, wie oft habe ich gebangt und bekam Schweißausbrüche. Die Atmosphäre ist recht düster und erinnert stellenweise eher an das Mittelalter während der Zeit im Institut. Die skrupellose Art der Goldenen erledigt dann den Rest, sowie so manchen Protagonisten - an dieser Stelle hört ihr mich laut Schluchzen.

Alles in allem bleibt eigentlich nicht viel zu sagen - zumindest ohne zu spoilern, denn dieses Buch beinhaltet alles was ein gelungener Einstieg in die Geschichte benötigt. Wer Darrow ist, wer er sein könnte und wie er dazu wird, was er dann schlussendlich ist. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und zeigt wie verdorben die Menschheit sein kann, wenn es um ihr eigenes Wohl geht. Die komplexe Gestaltung der Welt sowie ihrer Charaktere hat mich absolut begeistert. Obwohl ich kein Freund von übermäßigen Kämpfen und Schlachten in Büchern bin, hatte ich hier nur mäßig Probleme der Handlung zu folgen.

Was mich anfangs etwas verwirrte waren die vorkommenden "Grav-Stiefel", gelesen als "Graf-Stiefel". Sollte es ein Statussymbol sein? Was war das? Für alle, die das Buch noch hören möchten: Das hat nichts mit einem Graf zu tun, sondern kommt von dem Wort Gravitation. Durch diese Stiefel können die Nutzer durch die Gegend schweben/ fliegen. Dies wird einem dann recht schnell beim hören klar, dass es wenig mit dem Adel zu tun hat, aber die eigentliche Bedeutung konnte ich mir dann erst ableiten, als mein Freund die Hände über dem Kopf zusammen schlagen wollte aufgrund der Übersetzung. Vorher war ich einfach der Meinung, dass die Bezeichnung tatsächlich mit dem besser gestellten Rang zu tun hat und mir nichts weiter dabei gedacht. Irgendwas ist eben immer. Was ihn, also meine bessere Hälfte, sehr amüsierte, dass ich immer wieder darauf rum gehackt habe, dass die Geschichte doch eine gewisse schnulzige Note hat. Nicht im Übermaß und erträglich, jedoch hatte ich das so nicht erwartet.

Bewertung vom 26.02.2019
Narbenkind / Victoria Bergman Trilogie Bd.2
Sund, Erik A.

Narbenkind / Victoria Bergman Trilogie Bd.2


weniger gut

Klappentext:
Jeanette Kihlbergs Ermittlungen in einer Mordserie an Jungen in Stockholm werden vorübergehend auf Eis gelegt, als ein ranghoher Geschäftsmann auf bestialische Weise getötet wird. Man geht von einem Racheakt aus – doch Rache wofür? Psychologin Sofia Zetterlund soll ein Täterprofil erstellen, aber dann geschehen weitere Morde. Und diese scheinen in Verbindung mit Victoria Bergman zu stehen. Während die Ermittlungen nach Dänemark führen, hat Sofia immer häufiger Bewusstseinsstörungen 

Meinung:
Eigentlich kann ich mich mit mit der Rezension wirklich kurz fassen, denn im Grunde war das Buch etwa 450 Seiten lang einfach nur gefüllt mit nichts und dann gab es noch so etwa 50 Seiten, die interessant waren. Die Geschichte an sich ist noch unstrukturierter als der Vorgängerband, die Charaktere werden nicht sympatischer. Die Wendung - oder sollte ich es Offenbarung nenne? - am Ende war dann wohl der interessanteste Teil. Zum einen etwas überraschend, zum anderen die zweite logische Lösung.

Letzteres sollte man dann wohl sogar positiv anrechnen, denn Logik scheint teilweise einfach Mangelware zu sein. Ein Setting in dem Sinne gibt es nämlich nicht. Beim "Krähenmädchen" beschwerte ich mich, dass Jeanette übertrieben ehrgeizig wirkt, aber in der Familie nichts auf die Reihe bekommt. Hier war es so, dass man die Familie einfach mal erwähnte - ganz nach dem Motto: Jetzt erwähnen wir sie mal wieder, weil wir das schon so lange nicht mehr getan haben.

Interessant waren die Einblicke in Victorias Vergangenheit, die sich immer mehr aufdröselt, doch von Ordnung keine Spur. Das wäre an sich auch kein Problem, denn wer etwas aufzuarbeiten hat, der fängt auch nicht bei Null an. Unser Hirn ist schließlich mit gewissen Schutzmechanismen versehen. Doch in der Summe wirkte vieles einfach zu konstruiert. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu unterbelichtet um den tieferen Sinn verstehen zu können, aber ehrlich gesagt, kann ich die überwiegend positiven Meinungen zu der Reihe absolut nicht nach vollziehen.

Zwar gefällt mir die Idee hinter dem was mir die Autoren hier auftischen verdammt gut, aber die Umsetzung ist in meinen Augen katastrophal. In Band zwei bestand die eigentliche Handlung hauptsächlich aus Ringelpietz und Verstrickung in noch mehr Widersprüche. Das nahm mir immer mehr die Lust am Lesen. Wohl fand ich den ersten Band nicht ganz so toll, aber "Narbenkind" ist bisher die Krönung.

Fazit:
Ich bin froh, dass die Reihe nur noch einen weiteren Band beinhaltet und hoffe, dass er nicht ganz so zäh ist wie der Mittelteil.

Bewertung vom 18.02.2019
Das Lazarus-Syndrom (eBook, ePUB)
Breuer, Guido M.

Das Lazarus-Syndrom (eBook, ePUB)


weniger gut

Beschreibung:

Nachdem Dr. Johannes Krafft, genannt "Joe the Butcher", seine Familie verliert ist er ein gebrochener Mann. Er säuft bis zum umfallen und schafft es kau mehr am Leben teil zu nehmen. Er legt sein Amt im Lehrstuhl nieder. Seine neue Arbeit beschränkt sich darauf als ambulanter Operateur für die Organspende-Organisation DSO tätig zu sein. Doch als die Zahl der plötzlichen Spender auffallend steigt, sein ehemaliger Freund eines unerklärlichen Todes stirbt und er ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät, fängt er an Fragen zu stellen. Schnell merkt er, dass er kaum mehr jemandem trauen kann und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Meinung:

Jo, wo fange ich an?! An sich war die Geschichte gut. Die Idee dahinter war einfach genial. Die Umsetzung hätte dann doch besser sein können. Die meiste Zeit ist der Leser nämlich damit beschäftigt, dass er Herrn Dr. Krafft dabei begleitet, wie er versucht Alkohol aufzutreiben, sein Leben noch weiter Richtung Abgrund zu verfrachten oder sich die Hände ausgiebig mit kaltem Wasser zu waschen. Er hätte vermutlich sympatisch sein können und irgendwie ist er das ja auch, denn er scheint gutes im Sinn zu haben. Doch er scheint so unwirklich. Verschließt sich allem. Auch dem Ermittler, der ihm doch einfach nur Fragen stellen will, tritt er komplett aggressiv entgegen. Keine Seltenheit, aber irgendwie wirkten etlich Szenen einfach nur falsch und gestellt.

Die vermutlich authentischste Person in der Geschichte ist seine Freundin Uli und die kleine Yvonne. Es ist übrigens verdammt seltsam, wenn man seinen eigenen Namen immer wieder in einem Buch liest. Vor allem wenn diese Person dann auch noch ein Kind ist. Nur so am Rande. Als auf jeden Fall dann mal Schwung in die Story kommt und Joe beginnt etwas zu tun, hat man bereits die erste Hälfte des Buchs gelesen. Von da an überschlagen sich die Ereignisse. Zudem entwickelt sich zusätzlich eine gewisse Vertrautheit zwischen dem Polizist, dessen Namen ich wieder einmal vergessen habe, und Joe, binnen eines Wimpernschlags. Ich verweise auf den letzten Satz des letzten Absatzes. 

Ihr seht, das Buch hat mich sichtlich begeistert. Nicht!
Die Grundidee gefiel mir, wie schon erwähnt, verdammt gut, aber wurde leider nur mangelhaft umgesetzt. Als der Autor anfing Joe auf die Spur der Organ-Mafia zu schicken, freute ich  mich schon richtig darauf, was der Arzt mit den Informationen anfangen könne und wie er bei den "Ermittlungen" vorgeht. Doch erst musste er mal eine Falsche Whiskey killen, sich mit der Katze unterhalten - was er übrigens auch sehr gerne tat - und seinen Rausch ausschlafen. Danach stritt er sich mit verschiedenen Personen, über teilweise ganz andere Themen, und es ging wieder zurück zur Falsche. All das wäre vermutlich gar nicht das Problem gewesen, denn es zeigt lediglich auf, dass Joe auch nur ein Mensch ist. Doch aufgrund seiner Fähigkeiten, die er eigentlich haben sollte, erwartete ich einfach mehr. Beispielsweise ein sachliches Gespräch über die Fakten. Das kam, glaube ich, vielleicht einmal vor und dabei ging es lediglich um die Statistik über den Anstiegs der Organspenden in der letzten Zeit. Bei knapp 300 Seiten Buch in meinen Augen kein nennenswerter Schnitt.

Ich möchte das Buch jetzt auch gar nicht in der Luft zerrissenen, denn es hatte durchaus einen gewissen Unterhaltungsfaktor, war angenehm zu lesen und nicht langweilig. Diese Abfolge von neurotischen Handlungen, wie dem Hände waschen, lies mich dann sogar gelegentlich schmunzeln. Dennoch finde ich es einfach verdammt schade, dass man aus einem Buch, das so viel Potential gehabt hätte, einfach so wenig raus holt. Von dem Ende fange ich erst gar nicht an. Davon abgesehen, dass sich plötzlich alles förmlich überschlägt, fand ich es einfach extrem plump.

Fazit:

Ein Buch mit ganz viel verschenktem Potential.

Bewertung vom 18.02.2019
Doctor Who - Und stumme Sterne ziehn vorüber, 4 Audio-CDs
Abnett, Dan

Doctor Who - Und stumme Sterne ziehn vorüber, 4 Audio-CDs


gut

Doctor Who. Ein Mann der mein frühes Erwachsenen Alter prägte. Die erste Sendung, die ich sogar auf englisch schaute, da es sie zu dem Zeitpunkt noch nicht komplett auf deutsch gab. Als ich dann sah, dass es auch Bücher sowie Hörbücher gibt, kam ich natürlich nicht drum rum das Angebot auf ein Rezensionsexemplar des Lübbe Verlags anzunehmen. Und...

...das klingt jetzt echt hart, aber ich war extrem enttäuscht. Klingt vermutlich auch schlimmer als es ist, deswegen mal weiter zum Wesentlichen. Die Kombination aus Buch und der Lesung des Doctors elfter Synchronstimme lassen ja die Hormone schon beim dran denken in Wallung kommen. Doch recht schnell hatte ich das Gefühl, dass die Kombination doch nicht das wahre ist. Die quirlige Art des Doctors geht teilweise komplett unter. Die Geschichte strahlt durch die ruhige und kontrollierte Stimme von Tobias Nath fast schon etwas meditatives aus. Ferner fand ich die Dialoge sehr grenz wertig. "Sagte der Doktor" war ein recht häufiger Bestandteil der Lektüre, so dass man das Gefühl hatte den Aufsatz eines Kindes vorgelesen zu bekommen.  Nicht ständig, doch phasenweise war es wirklich extrem. Ob mir das beim Lesen so aufgefallen wäre, kann ich nicht sagen. 

Die Geschichte selbst gefiel mir sehr gut. Da bereits der Klappentext recht wenig verrät möchte ich auch gar nicht groß darauf eingehen. Der Doctor und sein Team haben die Situation auf jeden Fall schnell durchschaut und eine passable Lösung parat. Was mich hier jedoch störte war der Wechsel zwischen den Schauplätzen. Zum einen im Dorf und zum anderen außerhalb des Dorfs. Leider ist der Übergang im Hörbuch zwischen diesen Orten fließend, so dass ich gern mal ins Schleudern kam. Natürlich wurde es durch die Nennung der dort befindlichen Personen immer wieder richtig gestellt, dennoch empfand ich das beim Hören nicht unbedingt angenehm.

Gegen Ende hin schaffte es Nath dann doch noch etwas Leben in die Geschichte zu bringen, quasi zum großen Finale. Lieber spät als nie. Die neue Welt hat der Autor auf jeden Fall sehr gut gezeichnet sowie die Charaktere. Letztendlich denke ich, dass mir die Geschichte in geschriebener Form vermutlich besser gefallen hätte. Das es sich bei der Lesung um eine gekürzte Fassung handelte, habe ich nicht gemerkt, was ja gerne mal der Fall ist. Für mich steht zukünftig auf jeden Fall fest, dass mir keine Doctor Who Hörbucher mehr ins Haus kommen, welche von David Nath gelesen werden. Er soll dann doch bitte einfach der Doctor bleiben und jemand anders soll mir eine Geschichte erzählen. Zeitweise war es sogar schwer Rory und den Doctor von einander zu unterscheiden. 

Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Idee und Geschichte sehr toll waren. Es war durchweg spannend, wenn auch gelegentlich durch den fließenden Ortswechsel etwas verwirrend. Leider verbinde ich dann doch eine quirligere Atmosphäre mit dem Doctor aus der Serie, so dass ich mir die teils ruhige Stimmung oder Vermittlung der Geschichte  - was sich logischerweise auch auf die Charaktere auswirkte, etwas weniger gefiel.

Fazit:
Ein schöner Ausflug in die Welt von Doctor Who, die aus meiner Sicht leider nur mäßig als Hörbuch umgesetzt wurde.

Bewertung vom 18.02.2019
Die Bibliothek der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.3
Riggs, Ransom

Die Bibliothek der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.3


sehr gut

Auch hier fand wieder ein nathloser Übergang zum Vorgänger statt. Da inzwischen einige Tage vergangen waren, musste ich erst einmal überlegen was denn eigentlich passiert war, dennoch fand ich mich schnell wieder ein. Gefühlt waren es dieses Mal ein paar Bilder weniger, welche die Geschichte schmückten, aber das fand ich nicht tragisch. Endlich verstand ich dann auch die Zeitschleifen etwas besser, da diese hier eine recht große Rolle spielen.

Über die Charaktere kann ich hier leider weniger berichten, da der Leser hier hauptsächlich mit Emma und Jacob unterwegs ist. Dafür kommen ein paar neue, mit unter zwielichtige, Gestalten hinzu. Diese empfand ich als unterhaltsam, teilweise beängstigend und trauen sollte man am besten sowieso niemandem. Was die Atmosphäre angeht, so fand ich diese wieder sehr gelungen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Riggs seitenweise drum rum schreiben kann - ohne das etwas passiert, man aber nicht das Gefühl von Langeweile empfindet.

Wie ich bereits einer Freundin neulich erzählte, sollte man in den Büchern keine überragende Spannung erwarten, denn ich finde, dass es diese so nicht gibt. Doch die Art, wie die Geschichte erzählt wird und zudem die Charaktere, die ich schon ins Herz geschlossen hatte, runden das ganze einfach sehr gut ab. Dazu kommt dann noch der nie versiegende Humor der Kinder, ihr Einfallsreichtum sowie ihre Abenteuerlust. Vor allem aber der Ehrgeiz ihr Freunde bzw. Familie zu retten.

Bereits in den vorherigen Bänden wurde die Gefängnis Zeitschleife angesprochen und als Leser konnte ich mir so gar nichts darunter vorstellen. Inzwischen würde ich behaupten, dass es kein Ort ist an dem man Urlaub machen möchte, aber die Einblicke waren definitiv interessant. Ebenfalls die Entwicklungen von Jacobs Fähigkeiten waren einfach phänomenal. Irgendwo las ich mal, dass es jemand übertrieben fand. Heute würde ich vermutlich fragen, mit welcher Begründung, denn ich finde, dass dies schon sehr authentisch rüber gebracht wurde. Natürlich lernt er schnell, schneller als wir das Lesen oder schreiben, aber man sollte auch bedenken, dass diese Fähigkeiten in seinen Genen steckt, beispielsweise wie atmen.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass mir dieses Buch wieder richtig gut gefallen hat. Das Ende war einfach großartig und ein wirklich gelungener Abschluss für die "Triologie". Eine Triologie, die ja keine mehr ist, denn in Kürze wird der vierte Band erscheinen und ehrlich gesagt bin ich schon richtig gespannt was mich dort erwarten wird.

Fazit:
Für all jene, die die besonderen Kinder (noch) nicht kennen, sich für eine Welt in Welt Geschichte und für ein bisschen Fantasy begeistern können, ist diese Reihe ein klare Leseempfehlung.