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Archer1

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Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 06.01.2026
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


sehr gut

Sophia DeWinter hat nur eine Chance, ihrem Arbeitgeber, dem geheimnisvollen Sammler, an den sie magisch gebunden ist, zu entkommen. Sie muss es zu den Ordeals der Killmarth Academy schaffen. Mit viel Glück, etwas Trickserei und ihrer Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen, gelingt ihr das auch. Was ihr nicht bewusst war: Die Ordeals sind magische Prüfungen auf Leben und Tod und von den etwa 50 Hoffnungsvollen, die Studierende werden möchten, werden es nur 20 schaffen, aufgenommen zu werden. Eigentlich soll jeder für sich kämpfen, doch Sophia schließt bald Bündnisse und sie verliebt sich in Alden Locke, ihren Konkurrenten. Doch gefährlicher noch als die Liebe und die Prüfungen sind gefährliche Wesen, die Jagd auf alle Magiebegabten machen ...

Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Der Schreibstil nimmt gleich gefangen, die Ideen sind mega, die Charaktere ansprechend. Die Ordeals - so eine Art Hungergames auf Hochschulniveau - waren gefährlich und fingernägelgefährdend. Ich mochte auch die Charakterisierung der vorkommenden Leute und dass Alden eine echte green flag ist. Was ich jetzt so im Nachhinein, nachdem ich die Ereignisse kenne, nicht so nachvollziehen kann, ist allgemein die Todesgefahr, der die Möchtegernstudierenden ausgesetzt werden. Warum die Leute töten? Man könnte sie bei der Gefahr, die den Magiebegabten droht, trotz allem noch irgendwo einsetzen - und wenn es nur als Kanonenfutter ist. Ich empfinde das als Verschwendung von Leben, Magie und Intelligenz. Auch dass sich scheinbar von Seiten des Lehrkörpers niemand um den Mörder auf dem Campus kümmerte, scheint mir unlogisch. Trotzdem hat das Buch Spaß gemacht und war ein mega Einstieg ins Lesejahr 2026 und ich bin gespannt, wie sich der 2. Band entwickeln wird.

Bewertung vom 28.12.2025
Le, Vanessa

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)


gut

Nhika stammt aus einem Volk, das überfallen und vertrieben wurde, und sie ist eine Heartsooth, das heißt, sie kann mit ihrer Gabe Menschen heilen oder töten. Da Leute wie sie gejagt werden, ist sie vorsichtig - dennoch wird sie eines Tages gefangen. Die reiche Familie Congmi kauft sie frei - oder zumindest wird sie frei sein, wenn sie den Congmis helfen kann. Der Patriarch der Industriellenfamilie wurde ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma. Nhika soll ihn heilen, damit er erzählen kann, was passiert ist. Je länger Nhika bei der Familie lebt und versucht, den Mann zu heilen, desto tiefer gerät sie nicht nur in ein Mordkomplott, sondern nähert sich auch dem mysteriösen Arzthelfer Ven Kochin.

Fantasy plus Mordermittlungen plus Steampunk Vibes, womit im Klappentext geworben wurde? Call me in! Ich konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Leider erwies sich nach einem recht rasanten Einstieg, dass die Geschichte etwas langatmig wurde. Das liegt daran, dass wahnsinnig viel über medizinische Techniken - eben die Gabe des Heartsoothing - bzw. klassische Medizin geschrieben wird. Dann erwies sich auch recht schnell, wer der Täter sein musste, ohne dass es wirkliche Ermittlungen gegeben hätte. Was mich jedoch mehr störte, waren manchmal komische Übersetzungen wie zum Beispiel das "meißeln" für diese Gabe, aber auch Nhikas völlig irrationales Verhalten in der Mitte der Geschichte. Sie geht da mit jemanden mit, obwohl der gerade gedroht hatte, sie zu töten, nur weil er gewisse Fähigkeiten hatte, die der ihren ähnelten. Ein Mann, von dem sie bis zu diesem Zeitpunkt nur wie Dreck behandelt wurde und mit dem sie eine Minute zuvor noch auf Leben und Tod gekämpft hatte. Sorry, das finde ich völlig absurd und das hat mir dann auch viel verdorben am Lesespaß. Das Ende kam dann mit einem Knall und da es "The Last Bloodcarver 1" heißt, gehe ich von mindestens einem weiteren Teil aus, aber für mich hätte das auch ein richtiger Abschluss sein können und ich bin mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolge.

Bewertung vom 23.12.2025
Henning, Sarah

The Blackgate Invitation


sehr gut

Ruby und Wren sind Schwestern, finanziell nicht gerade sicher aufgestellt, und arbeiten deshalb auf einem Jahrmarkt. Da tritt die exzentrische ältere Dame Mrs Blackgate auf sie zu und macht ihnen ein Angebot, das sie nicht ablehnen können: Sie erhalten 4000 Dollar, wenn sie für einen Abend lang ihre Enkelinnen im geheimnisvollen Hegemony Manor spielen. Wie könnten die beiden da Nein sagen? Doch als sie erst kurz beim Manor eingetroffen sind, stirbt unter mysteriösen Umständen die Dame des Hauses. Als wäre das nicht genug, verschwindet Mrs Blackgate und das Haus schottet sich von der Außenwelt ab - magisch. Echte Magie! Ruby und Wren müssen irgendwie zusehen, dass die Magier ihnen nicht auf die Schliche kommen und noch wichtiger: dass sie die nächsten drei Tage überleben ...

Das war eine spannende Prämisse und die Autorin hat auch vieles richtig gemacht. Ein sehr eigenwilliges und faszinierendes Magiesystem entwickelt, klischeehafte, aber dennoch interessante Charaktere in die Geschichte geworfen und viel zum Rätseln mitgegeben. Das hat mir gut gefallen. Auch die Beziehungen untereinander fand ich gut. Das Einzige, was ich ein bisschen bemängeln muss, ist, dass so ab der Mitte des Buches ein bisschen die Luft raus war, es dauerte eine Weile, bis sie wieder Fahrt aufnahm. Der Schluss hingegen war ein bisschen wie High Noon und das Ende erscheint trotz einiger vorheriger Grausamkeiten versöhnlich. Auch cool: Das scheint mir ein Einzelband zu sein, was ich als Bonus ansehe. Empfehlenswert für alle, die klassische Krimis und Fantasy und ein bisschen Romantasy mögen. Die werden hier gut bedient.

Bewertung vom 22.12.2025
Pearson, Mary E.

The Last Wish of Bristol Keats


sehr gut

Die Gefahr für Bristol und alle, die sie im Reich der Elfen kennen- und liebengelernt hat, spitzt sich dank Kormick zu. Dieser hat ausgerechnet ihre Mutter an seiner Seite, die hier als Bestie verschrien ist. Und Bristol kann wegen der Zecke in ihrem Körper noch immer nicht ihre volle Magie abrufen, dabei bräuchten sie jetzt ganz dringend jemanden, der Portale öffnen und schließen kann. Die Bedrohung durch Kormick und seine Untoten, die von ihrer Mutter befehligt werden, spitzt sich zu. Nicht nur lässt er wichtige Verbündete umbringen, er droht auch dem ganzen Reich, es zu vernichten, wenn es ein anderer während der Königswahl wagt, sich neben ihm aufstellen zu lassen. Und dann sind da noch die Probleme, die durch mangelnde Kommunikation entstehen ...


Ich bin ehrlich etwas enttäuscht. In diesem Teil werden Probleme aufgebaut und aufgebaut, eine gewisse Spannung durchzieht sämtliche Handlungen, weil man mit immer mehr Konflikten konfrontiert wird, die sich entwickeln. Und dann macht es irgendwann "Puff!" und die Kämpfe lösen sich vielleicht nicht in Wohlgefallen auf, erscheinen aber doch zu leicht konstruiert, nachdem man so darauf hingefiebert hat. Aber das ist nicht das Schlimmste - am verheerendsten sehe ich, dass einem zum Schluss ein echtes Happy End und Wohlbefinden verwehrt wird. Ich habe nichts gegen bittersüße Enden, wenn es gut gemacht ist, aber bei aller Liebe: So schön der Schreibstil ist (zum Niederknien!), so wunderbar detailliert und liebevoll die Welt aufgebaut wurde - das Ende geht (zumindest für mich) gar nicht. Das haben weder Bristol, ihre Schwestern noch wir verdient. Schade. 3.5/5 Punkten.

Bewertung vom 15.12.2025
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


sehr gut

Nach einer nicht näher beschriebenen globalen Katastrophe ist die dreiundzwanzigjährige Raven gezwungen, sich als Kopfgeldjägerin zu verdingen, auch wenn sie weiß, dass alle Leute, die sie fängt, nach Endlock kommen. Endlock ist ein Gefängnis und gleichzeitig Endstation, da kommt - egal welches Verbrechen begangen wurde - nie wieder jemand raus. Die Gefangenen werden gegen Bezahlung zur Jagd verkauft, das heißt, jeder, der genügend Geld hat, darf sie töten. Als ihr Bruder Jed nach Endlock kommt, zögert Raven nicht und lässt sich ebenfalls festnehmen, auch wenn sie mit Rebellen den Plan eines Ausbruchs hat. In Endlock kämpft sie nicht nur um ihr Überleben und das anderer, sondern kommt auch dem Wachmann Vale näher.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, besonders wenn man bedenkt, dass es sich um Debüt handelt. Es ist gut geschrieben, hat fesselnde Passagen und sympathische Charaktere, mit denen man mitfiebert. Gut und erschütternd umgesetzt sind gerade die Szenen, in denen sich die Jäger ihre "Beute" aussuchen. Das Schlimme ist, dass man sich heutzutage gut vorstellen kann, wie das im real life durchgeführt wird. Allerdings gibt es auch einige Versatzstücke aus anderen, bekannten Dystopien, die recht auffällig waren. Und wenn man bedenkt, dass Raven für viele der Eingesperrten verantwortlich war, hatte sie relativ wenig von anderen Gefangenen auszustehen. Um die Story voranzutreiben, gab es ein paar relativ uneleganten Lösungen, mit denen ich nicht so glücklich war und die Liebe von Vale kommt ein bisschen instamäßig rüber. Dafür jedoch war er eine wandelnde green flag, was ich in Jugendbüchern immer zu schätzen weiß. Alles in allem habe ich mit ein paar Abstrichen das Buch sehr gern gelesen und bin gespannt auf die Fortführung.

Bewertung vom 07.12.2025
Dabos, Christelle

Die Spur der Vertrauten


gut

In einer Welt, in der keine Individualität existiert und jeder Mensch dank seines Instinkts quasi einer Klasse zugeordnet wird, verschwinden immer wieder Jugendliche und niemanden scheint es zu kümmern. Claire jedoch bemerkt es. Und auch Goliath, dem Schützer, fällt es auf. Ihm fehlt noch ein gerettetes Leben, um in eine höhere Klasse aufzusteigen und so schließen sich Claire und Goliath zusammen. Ihnen gelingt es, hinter die Ursachen des Verschwindens zu kommen und sie steigen nicht nur auf, Claire wird sogar als Heldin gefeiert und muss auf Tournee gehen. Doch damit gelangt ihr Geheimnis in immer größere Gefahr - und auch Goliath muss sich fragen, ob das Leben in einem endlosen "Wir" das wahre ist ...

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, von denen manche nicht sofort klar sind. Und um ehrlich zu sein, geht es mir ein bisschen wie damals in der Schule, als die DeutschlehrerInnen stets fragten: Was wollte uns die DichterInnen/AutorInnen damit sagen? Ich habe keine Ahnung. Die Handlung plätschert endlos dahin und präsentiert uns zwar eine in einem alternativen 90iger Szenario angesiedelte Dystopie, bietet aber weder Lösungen noch Tiefe an. Es kam mir wie ein endloser Stream of Consciousness vor; nicht unbedingt uninteressant, aber so dermaßen zäh und ohne Weiterentwicklung, dass ich gefühlt Jahre für das Buch gebraucht habe. Und wie gesagt: Das Ende lässt mich einfach so im Regen stehen. Für einen Mehrteiler wäre das okay, für ein Standalone finde ich es unbefriedigend. 2.5/5 Punkten.

Bewertung vom 01.12.2025
McDonnell, C. K.

Ring the Bells


ausgezeichnet

Es ist kurz vor Weihnachten und die Stranger Times könnte direkt mal pünktlich mit dem Drucken anfangen - wenn sie denn könnte. Die Pressen stehen still, nichts geht mehr. Jemand hat sich ins System gehackt, doch das ist noch das geringste Problem unserer Chaosredaktion. Denn jemand anders hat beschlossen, Urchaos zu verursachen und einen alten, vergessenen Gott beschworen. Zalas jedoch kann nur wieder mächtig werden, wenn Leute an ihn glauben. So kann er zwar töten und Unruhe stiften, aber wahre Macht, wer hat die heutzutage schon? Richtig. Taylor Swift - und der Weihnachtsmann. Und Taylor Swift macht sich gerade rar in Manchester ...

Ich liebe die Stranger Times und ihre schräge Besatzung. Und McDonnel lässt sich auch wie üblich jede Menge Unsinn einfallen, mit dem er Weihnachten beinahe zum Ausfallen bringt. Natürlich geschieht das auf die irrsinnigste und verrückteste Weise, die man sich vorstellen kann. Doch dieses Mal schlägt er zwischendurch auch leise Töne an: Mit Mannys Hintergrundgeschichte führt er uns in den Krieg und lässt den Kontrast zwischen Lachen und Weinen zwischen Glockengeläut und Whiskeyduft aufleben. Ich habe viel gelacht, spekuliert, düsteren Gedanken nachgehangen und meinen Lieblingscharakter Banecroft gefeiert, der hier mal en passant fluchend, mit schlechter Körperpflege und eloquent versucht, die Welt zu retten. Lediglich mit dem Ende war ich ein bisschen unzufrieden, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Nivea. Neapel. Neumond. Ach, ihr wisst schon. 4.5/5 Punkten.

Bewertung vom 29.11.2025
Mirow, Benedict

Joshua Jackelby


sehr gut

Die Freunde Joshua und Leroy arbeiten als Waterloo Boys am gleichnamigen Bahnhof als Zeitungsjungen und helfen in ihrer spärlichen Freizeit ihrer Freundin Charlie beim Kohleausfahren. Ihr Leben ist hart, sie schlafen in einem Verschlag und verdienen nur wenige Cent am Tag. Joshua träumt davon, berittener Bote der Königin zu sein und rettet eines Tages einen Hundewelpen aus der Themse. Eines Abends werden die Freunde Zeugen eines Überfalls auf einen Professor, dem die Pläne für eine Flugmaschine gestohlen wurden. Als sie sich auf die Suche nach den Dieben begeben, legen sie sich nicht nur mit einer kriminellen Jugendbande an, sondern geraten auch durch höchste Kreise in Lebensgefahr.

Ich mochte die Freunde und wie sie im Hörspiel dargestellt wurden, obwohl mir Joshua manchmal ein bisschen auf den Geist ging, weil er manchmal so lange brauchte, um etwas zu verstehen. Auch die Geschichte hinter der Geschichte schien mir richtig gut recherchiert zu sein. Das Leben der Ärmsten und allgemein im viktorianischen Zeitalter entstand gut beim Hören vor dem inneren Auge. Die SprecherInnen waren fantastisch! Was mir weniger gefallen hat, war, dass manchmal die Geschichte ein bisschen abgehackt wirkte, als wäre es wichtig, Szene an Szene zu reihen, und nicht, sie rund und geschmeidig in Form zu bringen. Noch mehr gestört hat mich aber am Schluss diese abstoßende Königinnentreue. Gerade in einem Jugendbuch wäre es angebracht, die wahre Natur von Königshäusern klar zu machen. Sie waren niemals WohltäterInnen, sondern haben immer ihr eigenes Volk und andere Völker ausgebeutet. Als überzeugter Kingslayer war es mir ein Graus, Queen Viktoria so zelebriert zu hören. 3.5/5 Punkten.

Bewertung vom 29.11.2025
Izquierdo, Andreas

Über die Toten nur Gutes / Ein Trauerredner ermittelt Bd.1


gut

Mads Madsen ist ein achtundzwanzigjähriger Trauerredner und lebt mit seinem älteren Vater zusammen. Seine Mutter ist seit zwanzig Jahren tot, seine älteren Geschwister lange ausgezogen und erfolgreich in ihren Karrieren. Sein bester Freund ist Bestattungsunternehmer, seine beste Freundin Bobby, eine kleine Hündin. Eines Tages erfährt er, dass ein Freund aus Kindheitstagen umgekommen ist. Er hat lange nichts mehr von Patrick gehört und fängt an, sich nach den Todesumständen zu erkundigen. Damit sticht er in ein Wespennest und plötzlich wimmelt es rechts und links von ihm von Toten und mafiösen Machenschaften.

Ja, ich bin etwas ratlos. Eigentlich hatte ich einen Krimi erwartet, stattdessen bekam ich eher einen Familienroman präsentiert, der sich nicht zwischen Klamauk und Drama entscheiden konnte. Es gab cosy Anwandlungen mit Papa und Bingoabenden (am Morgen), aber auch brutale Szenen und reihenweise Tote. Dazu war vieles vorhersehbar, gerade was den stillen Herrn Bernardi anging, und eine Deus ex machina in Form von Fietjes neuer Freundin hatte auch einen Auftritt.

Positiv am Buch: recht schnell zu lesen.

Negativ am Buch: recht schnell zu vergessen.

2.5/5 Punkten.

Bewertung vom 29.11.2025
Dippel, Julia

Velvet Falls, but the Gods forgot to die / Velvet-Dilogie Bd.1


schlecht

Velvet ist eine Dämonenreiterin, das heißt, in ihrem Inneren lebt ein Dämon, den sie irgendwann bezwungen hat, und ihr Job ist es, Dämonen zu töten. Eigentlich wollte sie in der Hexenakademie aufgenommen werden, doch in ihrer Vergangenheit ist etwas vorgefallen, das ihr diesen Weg verbaut hat. Jetzt erfährt sie dank ihrer dämonischen Visionen, dass die Götter getötet werden sollen. Um das zu verhindern, braucht sie das Blut von sieben Göttersöhnen. Leider sind die nicht so einfach aufzuspüren - mit Ausnahme von einem: Kashmere Sinclaire, ihr Ex-Freund. Velvet würde sich (zu Recht) lieber einen Arm amputieren, als mit diesem Mafiaboss Kontakt aufzunehmen, doch sie hat leider keine andere Wahl, denn sie braucht seine Hilfe.

Das Positive vorneweg: Die Autorin kann schreiben und hat coole Ideen. Leider neigt sie dann dazu, ihre coolen Ideen in den Sand zu setzen, weil sie ein Faible für dermaßen Red-Flag-Loveinterests hat, dass einem normalen Menschen das Grausen kommt. Und sie sich auch viel zu sehr auf ihre Charaktere stützt, ohne diese in irgendeiner Form weiterzuentwickeln. So liest man also ein 500-Seiten-Buch mit einem Plot, der zum Schluss überhaupt keinen Sinn mehr ergibt, Hauptsache, es werden ständig die beiden Hauptpersonen in Kontakt gebracht. Dabei ist es äußerst unangenehm, über Kash zu lesen, weil der eigentlich eher der Prota einer (Dark) Mafiaromance sein sollte. Aber anscheinend ist es egal, dass er ungebeten Gedanken von anderen liest, dass er sich ständig abfällig über die Prota äußert, dass er eifersüchtig ist, obwohl er kein Recht dazu hat, dass er über die Bedürfnisse und Äußerungen der Prota hinwegstiefelt. Ich weiß ja, dass die Autorin auf diese Art von Red Flags steht, aber ich hoffe immer wieder so sehr, dass sie vielleicht ein einziges Mal anständige Männer auf ihre Welten loslässt.

Ich verstehe nicht, wie man es sexy finden kann, wenn ein rasend eifersüchtiger Typ seinem fast unsterblichen (Götter)Bruder mehrmals ein Messer in den Leib rammt, um ihm Schmerzen zu bereiten. Wie man demselben Typen alles verzeihen kann, obwohl er alles falsch gemacht hat, wie man diesen Typen sexy finden kann, wenn er den eigenen Lehrling bedroht. Das ist alles schon schlimm genug, aber am schlimmsten ist, dass das ganze Hin und Her um das Götterblut völlig sinnlos war. Und sich dieser Typ als ein absoluter Verräter und widerlicher Opportunist herausgestellt hat. Wie üblich ist das aber alles nicht so wild, weil der Kerl hooooottttt as hell ist. Na dann.