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Bücherwurm

Bewertungen

Insgesamt 326 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
Licht, Kira

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands


sehr gut

In „A Spark of Time – Treffen in den Highlands“ spitzt sich die emotionale und inhaltliche Handlung der Reihe weiter zu. Seit Monaten versucht Lilly verzweifelt, Damien von seinem immer stärker werdenden Wahn zu befreien: der festen Überzeugung, dass sein totgeglaubter Vater noch ein letztes Ass im Ärmel hat und zurückkehren könnte. Während Damien sich zunehmend von sich selbst entfernt, zerbricht schließlich auch die Beziehung der beiden.

Als Collin MacLeod auftaucht und Lilly und Damien erpresst, mit ihm ins Jahr 1745 in die schottischen Highlands zu reisen, scheint sich Damiens Befürchtung plötzlich zu bestätigen: Collin droht damit, Damiens Vater zurückzuholen, wenn sie ihm nicht helfen, eine wertvolle Perle zu retten.

Kurzerhand reisen sie gemeinsam in die Vergangenheit nach Schottland. Doch in den winterlichen Highlands läuft nicht alles nach Plan, und Collin entpuppt sich als deutlich vielschichtiger, als sein grausames Auftreten zunächst vermuten ließ. Zwischen Lilly und ihm entwickelt sich eine spürbare Nähe, die für mich emotional gut nachvollziehbar war.

Für mich ist dies der bislang beste Band der Reihe. Das winterliche Highland-Setting kurz vor Weihnachten, das alte Schloss und die schottischen Bräuche haben eine wunderbar dichte Atmosphäre geschaffen, die perfekt zur Lesezeit gepasst hat. Alles wirkte gut recherchiert, und gerade die Einblicke in die Kultur und Traditionen Schottlands fand ich besonders spannend. Auch die Handlung konnte mit Überraschungen punkten und war nicht immer vorhersehbar.

Erzählt wird erneut aus wechselnden Perspektiven von Lilly und Damien. Überraschenderweise blieb Damien diesmal jedoch recht blass. Obwohl er bisher mein Lieblingscharakter war, wirkte er emotional sehr durcheinander, fast an den Rand gedrängt, und viele seiner Handlungen konnte ich nur schwer nachvollziehen. Lilly hingegen hat mich positiv überrascht: Trotz der emotionalen Verwirrung und der Trennung von Damien blieb sie stark und handelte nachvollziehbar.

Collin war für mich eine der interessantesten Figuren dieses Bandes. Bis zuletzt habe ich mich gefragt, was wirklich hinter ihm steckt, wie ehrlich er ist und welche Geheimnisse er noch verbirgt. Dennoch konnte ich die Anziehung zwischen ihm und Lilly gut nachempfinden und habe ihn schnell ins Herz geschlossen, in der Hoffnung, dass er mich im nächsten Band nicht enttäuscht.

Ein kleiner, aber deutlicher Kritikpunkt: Dass alle drei Zeitreisenden völlig unbedacht Utensilien aus dem 21. Jahrhundert wie Zahnbürsten mitnehmen und dadurch fast auffliegen, wirkte auf mich schlicht unlogisch und unnötig.

Der Band endete mit einem fiesen Cliffhanger und vielen offenen Fragen, was die Vorfreude auf den nächsten Teil enorm steigert. Insgesamt ein atmosphärisch starker, emotionaler und spannender Roman mit kleinen Schwächen, der die Reihe für meinen Geschmack auf ein neues Level hebt.

Bewertung vom 11.01.2026
Moody, Alexandra

Rival Darling


ausgezeichnet

"Rival Darling" ist eine süße, winterliche Sportsromance, die ich regelrecht weggesuchtet habe. Die Geschichte dreht sich um Violet und Reed, die auf rivalisierende Schulen gehen, und wird in wechselnden Kapiteln aus beiden Perspektiven erzählt, was mir besonders gut gefallen hat, da man so beiden Figuren sehr nahekommt.

Reed ist der Kapitän der Eishockeymannschaft seiner Schule und hat einen extrem schlechten Ruf, den er bewusst für sich nutzt. Schnell wird jedoch klar, dass hinter dem Bad-Boy-Image eigentlich eine absolute Green Flag steckt und ich habe ihn direkt ins Herz geschlossen. Er benutzt diese Fassade vor allem, um sich selbst zu schützen, doch Violet schlägt wie ein Blitz bei ihm ein und er verliebt sich im Prinzip sofort in sie.

Violet lebt erst seit Kurzem bei ihrem Onkel und ihrer Cousine, da ihre Mutter beruflich nach Europa musste. Dort verbringt sie nun ihr Abschlussjahr an einer neuen Schule. Nachdem sie ihren Freund Jeremy – Kapitän des Eishockeyteams ihrer Schule – dabei erwischt, wie er auf einer Party mit einer anderen rummacht, macht sie Schluss. Jeremy akzeptiert das allerdings nicht und lässt sie nicht in Ruhe. Eigentlich will sie nie wieder einen Sportler Daten, aber um Jeremy loszuwerden, geht Violet eine Fake-Dating-Vereinbarung mit Reed ein. Wie zu erwarten bleiben echte Gefühle dabei natürlich nicht aus.

Die Geschichte ist zuckersüß, perfekt für die Winterzeit und mit viel Charme und leichtem Witz geschrieben. Besonders gefallen haben mir auch die vielen Nebenfiguren, wie Violets Cousine oder Reeds Brüder, die der Story Wärme und Humor verleihen.

Kleiner Kritikpunkt: Manchmal hat mich Violet ein wenig genervt, und manches Drama hätte für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen. Trotzdem war die Geschichte durchgehend sehr unterhaltsam, weshalb das für mich kaum ins Gewicht fällt.

Ich freue mich jetzt schon extrem auf die Fortsetzung - dann wird es um Reeds Zwillingsbruder gehen.

Bewertung vom 11.01.2026
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


sehr gut

In "The Ordeals" von Rachel Greenlaw begleitet man die magisch begabte Sophia, eine Illusionistin, die nichts sehnlicher will, als ihrem bisherigen Leben zu entkommen und an der berüchtigten Killmarth-Akademie aufgenommen zu werden. Doch schon die Aufnahmeprüfung fordert zahlreiche Todesopfer und macht unmissverständlich klar: Killmarth ist kein Ort für Schwache und Vertrauen ist hier ein Luxus, den man sich kaum leisten kann.

An der Akademie angekommen, wird schnell deutlich, dass unter den Anwärtern ein Mörder sein Unwesen treibt, der gezielt versucht, die Konkurrenz weiter auszudünnen. Inmitten dieser düsteren, von Misstrauen geprägten Atmosphäre schließt sich Sophia mit dem Botaniker Alden zusammen. Eine Verbindung, die ihr im Nachgang emotional näher geht, als sie eigentlich zulassen möchte.

Der Roman ließ sich sehr locker und flüssig lesen und lebte besonders von seiner beklemmenden Stimmung. Die ständige Unsicherheit darüber, wer die nächsten Ordeals überlebt, und das Gefühl, keiner Figur wirklich trauen zu können, sorgten bei mir für anhaltende Spannung. Emotional hat mich die Geschichte stark gepackt, vor allem die langsam entstehende Beziehung zwischen Sophia und Alden. Das Prickeln zwischen den beiden war für mich von Anfang an spürbar, ohne dass die Liebesgeschichte jemals zu sehr in den Vordergrund rückte, was mir besonders gut gefallen hat.

Positiv hervorzuheben ist auch Sophias Werdegang innerhalb ihrer magischen Ausbildung sowie das raue, gnadenlose Setting der Akademie. Allerdings hätte ich mir stellenweise einen ausgeprägteren Weltenbau gewünscht. Gerade die Ordeals selbst wirkten für meinen Geschmack manchmal etwas zu flach und hätten konzeptionell mehr Tiefe vertragen können. Auch die Handlung erschien mir stellenweise etwas eindimensional.

Das Ende wartet mit einem bösen Cliffhanger auf und ich musste mich von einer lieb gewonnenen Figur verabschieden. "The Ordeals" macht deutlich, dass niemand sicher ist – weder moralisch noch physisch. Besonders spannend fand ich zudem Sophias Herkunft, die sich erst nach und nach offenbarte und einen weiteren interessanten Handlungsstrang eröffnet.

Trotz kleiner Schwächen hat mich der Roman positiv überrascht, da vieles nicht vorhersehbar war. Insgesamt ein spannender Auftakt mit düsterer Atmosphäre und viel Potenzial für die Fortsetzung. Ich freue mich schon jetzt sehr auf Band 2.

Bewertung vom 06.01.2026
Maura, Catharina

The Unwanted Marriage


gut

Nach den ersten beiden Bänden der Forced-Marriage-Romance-Reihe von Catharina Maura war meine Vorfreude auf Fayes und Dions Geschichte groß – auch wenn meine innere Feministin weiterhin die Stirn runzelt, weil das gesamte Setting mit arrangierten Hochzeiten so wirkt, als sei es aus einer anderen Zeit gefallen. Doch wie schon zuvor gelang es der Autorin, mich mit einem flüssigen, einnehmenden Stil in die Welt der Windsors zu ziehen. Und trotz aller Kritikpunkte konnte ich das Buch einfach nicht loslassen.

Im Mittelpunkt steht diesmal Dion, der dritte Windsor-Bruder, der wie seine Geschwister durch die Großmutter in eine arrangierte Ehe gedrängt wird. Leider wirkte er auf mich jedoch wie eine Steigerung der bereits bekannten Männerfiguren: autoritär, besitzergreifend, von Machtfantasien getrieben. Sein Reichtum scheint ihn über Moral und Gesetz zu stellen, und dieses Narrativ "Als Windsor ist alles erlaubt" hat mich zunehmend abgestoßen, zumal seine Familie ihn schalten und walten ließ und zuletzt sogar proaktiv unterstützte. Besonders problematisch fand ich die Normalisierung von Selbstjustiz, Gewaltandrohung und rücksichtsloser Loyalität. Für mich stellte sich da die Frage: Welches Vorbild wird hier jungen Leser*innen vermittelt?

Faye wiederum ist zwischen einem gewalttätigen Vater und dem dominanten Dion gefangen. Auch wenn sie im Verlauf der Handlung selbstbewusster wird, beginnt sie, Dions zweifelhafte Methoden zu übernehmen, statt rechtliche Wege zu gehen. Das hat mich eher erschreckt als begeistert. Hinzu kam sehr viel Spice inklusive wiederkehrender Phrasen wie „mein braves Mädchen“, die irgendwann nur noch ermüdend auf mich wirkten. Besonders unangenehm fand ich, dass Faye vor der Hochzeit um Grenzen bittet, die Dion dann dennoch überschreitet, auch wenn sie letztlich zustimmt. Für mich bleibt er eine wandelnde Red Flag.

Und trotzdem: Ich habe weitergelesen.

Denn Catharina Maura schreibt packend, emotional und unwiderstehlich flüssig. Ihr Stil trägt das Buch über viele inhaltliche Stolpersteine hinweg.
Positiv empfand ich außerdem die charakterliche Entwicklung der Großmutter, die ich ihr zuvor gar nicht zugetraut hätte, sowie Dions Auseinandersetzung mit Schuld und Trauer über den Verlust seiner Eltern und die späte, wenn auch noch sehr unvollständige, Wandlung seines Charakters.

Unterm Strich bleibt dies für mich der schwächste Band der Reihe, aber einer, den ich dennoch mit Spannung bis zur letzten Seite gelesen habe. Ein Roman voller Red Flags, zweifelhafter Moral, aber auch emotionaler Tiefe und erzählerischer Sogkraft. Ein Roman, den nur gefestigte Charaktere mit klaren Moralvorstellungen lesen sollten.

Bewertung vom 18.12.2025
Kingsley, Felicia

The Heat is on - Something's Cooking Between Us


sehr gut

"The Heat is On" ist eine leichte, sehr angenehme Unterhaltung für zwischendurch, bei der ich mich beim Lesen von Anfang an wohlgefühlt habe. Felicia Kingsley schafft es erneut, eine Geschichte zu erzählen, die locker bleibt, dabei aber dennoch genug Tiefe besitzt, um nicht oberflächlich zu wirken.

Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen den beiden Hauptfiguren. Dadurch kommt man sowohl Dwight aka Romeo als auch Julia näher und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Dwight Faraday, FBI-Agent mit Kochkenntnissen, erhält den Auftrag, das italienische Restaurant der Familie Villa als "Romeo" zu infiltrieren. Dass ausgerechnet Julia, die schlagfertige Tochter des Chefs, ihm dabei einen Strich durch die Rechnung macht, sorgt für viele unterhaltsame Momente.

Die ironischen Spitzen und Wortgefechte zwischen Dwight/Romeo und Julia waren herrlich ulkig und haben für genau das richtige Maß an Humor gesorgt. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, das Knistern ist da, auch wenn Julia sich davon zunächst völlig unbeeindruckt zeigt.

Die Figuren und die Story besitzen eine angenehme Tiefe, ohne dass das Buch seine Leichtigkeit verliert - eine Kombination, die ich sehr schätze. Ein kleiner Wermutstropfen war für mich jedoch das Ende: Hier fühlte sich die Handlung wie ein Zeitraffer an. Es ging mir zu schnell, sodass ich emotional nicht mehr richtig mit den Figuren mitfühlen konnte. Das hätte ich mir ausführlicher und intensiver gewünscht.
Trotzdem bleibt "The Heat is On" ein netter, unterhaltsamer Roman, der Spaß macht und Lust auf mehr weckt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Roman der Autorin.

Bewertung vom 18.12.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


sehr gut

Mit großer Vorfreude habe ich zu "In den Scherben das Licht" gegriffen, denn Carmen Korn hat mich mit ihren historischen Romanen, insbesondere meiner geliebten Jahrhundertreihe, bereits mehrfach begeistert. Umso gespannter war ich auf diesen neuen Roman, der unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ansetzt.

Die ersten rund hundert Seiten sind harter Tobak. Schonungslos zeigt die Autorin, wie schlecht es den Menschen in der Nachkriegszeit ging: zerstörte Häuser, Hunger, Kälte und eine allgegenwärtige Perspektivlosigkeit. Diese eindringlichen Schilderungen wirken gerade heute, angesichts der aktuellen politischen Lage, besonders bedrückend und machen deutlich, wie schnell Sicherheit und Wohlstand verloren gehen können.

Die Handlung beginnt 1946 in Hamburg. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Schauspielerin Friede, die in den Kellerräumen ihres beschädigten Hauses zwei junge Menschen aufnimmt: Gert und Gisela, beide kaum dem Teenageralter entwachsen und ohne Familie – oder zumindest ohne Gewissheit darüber, was mit ihren Angehörigen geschehen ist. Aus dieser Zweckgemeinschaft wächst nach und nach eine neue Form von Familie, die sich gegenseitig Halt gibt und den Widrigkeiten des Alltags trotzt.

Carmen Korn folgt ihren Protagonistinnen und Protagonisten über circa 10 Jahre hinweg und führt sie durch Verluste, schmerzhafte Erkenntnisse und ungewisse Neubeginne. Trotz aller Schwere gibt es aber immer wieder Lichtblicke und der Roman endet schließlich versöhnlich. Die historischen Hintergründe sind, wie von der Autorin gewohnt, gut recherchiert. Besonders die schauspielerischen Anspielungen fand ich spannend, auch wenn ich einiges nachschlagen musste, was meinen Horizont jedoch angenehm erweitert hat.

Am meisten berührt hat mich die entstehende Gemeinschaft zwischen den Figuren: dieses Miteinander, das aus der Not entsteht und langsam von Vertrauen und Fürsorge geprägt ist. Der Schreibstil ist stellenweise eher schlicht, dennoch bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

Fazit: Ein bewegender Nachkriegsroman über Verlust, Zusammenhalt und Neuanfänge, der trotz einfacher Sprache lange nachwirkt. Ich hoffe schon jetzt auf weitere Romane der Autorin!

Bewertung vom 18.12.2025
Groh, Kyra

The Pumpkin Spice Latte Disaster / Pumpkin Spice Latte Bd.1


gut

Auf den ersten Blick wirkt das Dorf genau so, wie man es sich für einen herbstlichen Romance-Roman wünscht: idyllisch, fortschrittlich, herbstlich dekoriert – das Setting stimmt definitiv. Und ja, man liest das Buch an sich auch gerne. Denn der Schreibstil von Kyra Groh ist grundsätzlich angenehm und flüssig, auch wenn er sehr beschreibend ist und sich dadurch stellenweise etwas verzettelt. Doch im Fokus der Geschichte steht eine kratzbürstige Protagonistin und ihre Bindungsangst-geführte aufkeimende Liebesgeschichte zu James, die insbesondere an den Nebenschauplätzen an Tiefgründigkeit vermissen lässt.

Insbesondere mit Jude als Protagonistin bin ich nur sehr langsam warm geworden, weil sie mir persönlich oft ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Ihre Kratzbürstigkeit gegenüber dem Love Interest James, ihre Bindungsängste und ihr ADHS wirkten auf mich zwar realistisch angelegt, blieben aber teilweise schwer nachvollziehbar – vor allem, weil wichtige Themen wie Diagnose oder Umgang damit kaum reflektiert wurden. Trotzdem fand ich es schön, die Entwicklung zwischen Jude und James so intensiv mitzuerleben.

James wirkte anfangs fast zu sehr wie der klassische Sunshine-Golden-Retriever-Typ, bekam im Laufe der Geschichte aber etwas mehr Tiefe. Auch wenn er sehr stark körperlich auf Jude fokussiert war (teilweise zu stark), war er immerhin nicht eindimensional-dümmlich und ließ sich nicht alles gefallen. Die Annäherung der beiden fühlte sich insgesamt authentisch an – nur emotional hat sie mich nicht ganz abgeholt, weil beide Figuren bis zuletzt sehr verschlossen blieben. Hierdurch wurde es auch sehr schwer mit dem cozy-Lesegefühl.

Was mich leider immer wieder aus der Geschichte gerissen hat, war das massive Name-Dropping. Lululemon, Red Wings und Co. fühlten sich unnötig und aufgesetzt an und haben mich mehr genervt als bereichert. Ähnlich ging es mir mit dem Humor: Vieles wirkte zu sehr auf „das muss jetzt lustig sein“ getrimmt, besonders Judes Vergleiche waren manchmal eher ungelenk als witzig.

Auch mit dem Cozy-Vibe hatte ich meine Schwierigkeiten. Obwohl das Setting herbstlich ist, kam bei mir nicht dieses klassische „Gilmore-Girls-auf-der-Couch“-Gefühl auf. Das ist an sich nicht schlimm – der Roman hat dafür mehr Inhalt als viele reine Herbst-Vibes-Romances – aber ich hatte mir dennoch etwas mehr Dorfleben, Wärme und Gemeinschaft gewünscht.

Ein großes Manko waren für mich die Nebenfiguren. Gerade Judes Schwester, Eleanor und auch andere Dorfbewohner hätten viel mehr Raum verdient. Beziehungen und Konflikte wurden angerissen, aber nicht wirklich vertieft. Besonders enttäuschend fand ich, dass es keinerlei echte Auseinandersetzung mit Judes Eltern gibt – keine Konfrontation, kein Aufarbeiten. Dass sie einfach alles schluckt und dann dauerhaft im selben Dorf leben soll, fühlte sich für mich nicht stimmig an.

Trotz aller Kritik gab es auch viele schöne, amüsante Momente: das Pubquiz, einzelne Dialoge, die Szene mit James’ Eltern im Café, gerade zum Ende hin hatte ich wirklich Spaß beim Lesen, nachdem ich mich auf den Stil der Autorin eingelassen hatte.

Unterm Strich bin ich hin- und hergerissen: Pumpkin Spice Latte Desaster ist gut geschrieben, unterhaltsam und hat Charme, verschenkt aber durch fehlende Geradlinigkeit, zu wenig ausgearbeitete Nebenfiguren und ausbleibende Konfliktauflösungen einiges an Potenzial.

Bewertung vom 18.12.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5


sehr gut

Ich habe mich wahnsinnig auf den neuen Band des Donnerstagsmordclubs gefreut und wurde nicht enttäuscht. Auch dieses Mal habe ich die Geschichte als Hörbuch erlebt, erneut großartig gesprochen von Johannes Steck und Beate Himmelstoß, die den Figuren mit viel Gefühl und Humor Leben einhauchen.

Der neue Fall ist spannend und gut konstruiert. Er beginnt mit der Hochzeit von Joyces Tochter und ihrem zukünftigen Ehemann – doch die Feierlichkeiten nehmen schnell eine dramatische Wendung. Der beste Freund des Bräutigams steckt in großen Schwierigkeiten und versucht, sich Elizabeth anzuvertrauen. Danach bricht das Chaos los.

Auch wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren, gab es genügend unerwartete Wendungen, dazu den gewohnten Witz und Charme der Reihe. Die vier ermittelnden Senior:innen sind einfach wunderbar, ich habe sie inzwischen alle sehr ins Herz geschlossen. Es fühlt sich jedes Mal ein bisschen an wie Nach-Hause-Kommen, wenn man ihnen wieder begegnet.

Zwischendurch gab es ein paar Längen, doch gerade die Nebenhandlung rund um Rons Tochter Suzie, die sich aus einer gewalttätigen Ehe befreien möchte, sorgte für große Spannung und emotionale Tiefe. Richard Osman schreibt erneut mit viel Herz, Wärme und einem feinen Gespür für seine Figuren. Ich freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Band.

Bewertung vom 15.12.2025
McKenna, Skye

Der goldene Schlüssel / Cassandra Morgan Bd.1


sehr gut

Die 12-jährige Cassandra Morgan lebt seit sieben Jahren an einem Mädcheninternat, nachdem ihre Mutter sie dort mit dem Versprechen zurückließ, bald wiederzukommen. Als die Behörden ihre Mutter für tot erklären und Cassandra in ein Heim bringen wollen, flieht sie in einer Nacht- und-Nebel-Aktion. Dabei begegnet sie einem sprechenden Kater, der ihr eröffnet, dass sie aus einer mächtigen Hexenfamilie stammt. Gemeinsam reisen sie zu ihrer Tante, der Haghexe, wo Cassandra ihre magische Ausbildung beginnt. In einer von Naturmagie geprägten Welt muss sie sich neuen Freundschaften, magischen Geheimnissen und ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

"Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel" von Skye McKenna entführt in eine fantasievolle, naturverbundene Welt, die mich vor allem durch ihre Atmosphäre überzeugte. Die Magie ist stark an die Natur gebunden, und die Landschafts- sowie Umgebungsbeschreibungen erzeugten eine angenehme, fast gemütliche Stimmung beim Lesen. Viele der Ideen sind bunt, kreativ und liebevoll gedacht, insbesondere in Anbetracht des jüngeren Fantasy-Publikums.

Cassandra ist eine zwölfjährige Hexe in Ausbildung und als Hauptfigur grundsätzlich sympathisch. Ihre Unsicherheiten, Ängste und impulsiven Entscheidungen passten gut zu ihrem Alter. Allerdings wiederholte sie ihre Fehler mehrfach, handelte immer wieder eigenmächtig und brachte sich dadurch selbst mehrfach in Schwierigkeiten. Was anfangs nachvollziehbar war, wurde für mich mit der Zeit eher frustrierend, da sie nur wenig aus ihren Erfahrungen zu lernen schien.
Die Figuren sind insgesamt gut angelegt, bleiben aber häufig an der Oberfläche. Besonders liebenswert sind Cassandras neu gewonnene Freundinnen Rue und Tabitha, die der Geschichte Wärme verliehen. Auch die Vielzahl an Fantasywesen empfand ich als spannend, doch hier fehlten mir manchmal genauere Beschreibungen, um mir diese wirklich bildhaft vorstellen zu können.

Inhaltlich verfolgte das Buch viele Handlungsstränge, ohne einen klaren Fokus auf ein zentrales Ereignis zu setzen. Dadurch verlor sich der rote Faden stellenweise, und die Geschichte plätscherte eher vor sich hin. Das Miträtseln fiel mir schwer, da mögliche Übeltäter mehrfach scheinbar zufällig eingeführt wurden, ohne dass man als Leser*in echte Hinweise bekommen hätte. Gleichzeitig war anderes wiederum sehr vorhersehbar. Probleme wurden oft zu schnell gelöst, Cassandra hatte erstaunlich rasch eine Antwort parat – hier hätte ich mir mehr Entwicklung und echte Herausforderungen gewünscht.

Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte bin ich neugierig auf den nächsten Band, insbesondere wegen des cozy Lesegefühls. Auch das Grundkonzept, die Welt und einige der Figuren haben definitiv Potenzial. Insgesamt ist "Der goldene Schlüssel" für mich ein süßes, atmosphärisches Kinder-Fantasybuch mit vielen guten Ideen, deren Umsetzung insgesamt jedoch recht oberflächlich bleibt.

Bewertung vom 15.12.2025
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


gut

Als großer Fan von Dystopien war ich sehr gespannt auf "To Cage A Wild Bird". Der Roman bietet ein solides Erstwerk mit einer guten Grundidee und viel Potential, konnte mich insgesamt jedoch nicht vollständig überzeugen.

Die Geschichte spielt in einer dystopischen Zukunft der USA nach einem Atomkrieg. Die Gesellschaft ist strikt in drei Ränge unterteilt, wobei Rang 3 – der unterste – unter Hunger, Armut und systematischer Unterdrückung leidet. Besonders grausam ist das Gefängnis Endlock in Dividium: Ein Ort, an dem Insassen nicht nur weggesperrt werden, sondern als Beute für die tödlichen Jagden der oberen Ränge dienen. Dieses Setting ist brutal, düster und eines der stärksten Elemente des Buches.

Die Protagonistin Raven arbeitet als Kopfgeldjägerin, um sich und ihren Bruder Jed durchzubringen und unterstützt damit unfreiwillig genau das Regime, das sie verachtet. Als Jed verhaftet und nach Endlock gebracht wird, lässt Raven sich vom Widerstand als Insassin einschleusen, um ihn und eine Schlüsselfigur der Rebellion zu befreien. Dass noch nie jemand aus Endlock entkommen ist, macht das Vorhaben besonders spannend.

Trotz der starken Ausgangslage empfand ich Handlung und Sprachstil als sehr einfach und eher eindimensional. Vieles war vorhersehbar, und vor allem die Emotionen der weiblichen Hauptfigur kamen für mich nicht ausreichend beim Lesen an. Konflikte, insbesondere zwischen Raven und ihrem Bruder, wurden für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt und hätten deutlich mehr Tiefgang vertragen.
Dennoch: Die Geschichte ist durchgehend spannend, vor allem im Gefängnisabschnitt, der von Gewalt, Überwachung und permanenter Bedrohung geprägt ist. Auch die sich entwickelnde Beziehung zwischen Raven und dem Wachmann Vale, der ihr unerwartet hilft, sorgt für zusätzliche Spannung. Die romantische Komponente bleibt zwar klassisch YA, funktioniert aber innerhalb der Geschichte.

Insgesamt konnte "To Cage A Wild Bird" für mich nicht mit Genregrößen wie "Die Tribute von Panem" mithalten, macht aber neugierig auf mehr. Nicht zuletzt wegen des bösen Cliffhangers, mit dem Band 1 endet. Band 2 würde ich definitiv lesen, in der Hoffnung auf mehr Tiefe und Weiterentwicklung.