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Benutzername: TanjaThome
Wohnort: Essen
Über mich: Krankenschwester und Medienfan; http://www.tanja-thome.de
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Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
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Bewertung vom 28.08.2009
Das große GU Koch- und Backbuch für Diabetiker

Das große GU Koch- und Backbuch für Diabetiker


ausgezeichnet

Ich habe mittlerweile etwa die Hälfte aller Rezepte in diesem Buch nachgekocht und muss bemerken, dass diese sehr reichhaltig angegeben sind. Von einer Portion für eine Person wird man hier wirklich richtig satt oder lässt sogar etwas stehen! Das liegt vor allem daran, dass die Gemüseanteile in der Regel sehr hoch sind.
Da ich ja ebenfalls zu den Leuten zähle, die immer wieder mal eine “Diät” ausprobieren, kann ich auch diesbezüglich nur eine Empfehlung für dieses Kochbuch aussprechen, insoweit sich die durchgeführte Diät an den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) orientiert. Das bedeutet, dass jemand, der etwa nach dem Weight Watchers-Prinzip isst schnell feststellen wird, dass es sich größtenteils um punktearme Mahlzeiten handelt, mit denen die Einhaltung der Fit-Formeln ein Kinderspiel ist. Wer eher generell auf kohlenhyratarme Ernährung Wert legt, wird hingegen eher Schwierigkeiten mit diesem Kochbuch haben.

Ein ausgezeichnetes Buch, das in keiner Küche fehlen sollte – auch nicht in denen von Nicht-Diabetikern. Es bietet neben einer Fülle schmackhafter Rezepte für jeden Geschmack viele Erläuterungen und Tipps zu einer gesunden Ernährung, die nicht nur im Rahmen einer Diabetes-Diät toll sind, sondern auch eine gute Prophylaxe ermöglichen.
Gewöhnungsbedürftig für „alte Diabetes-Hasen“ ist sicherlich die Abkehr von der Einteilung BE hin zu Kohlenhydrat-Portionen, aber daran gewöhnt man sich rasch und bewegt sich damit dann natürlich zugleich auch im aktuelle(re)n Stand der Dinge.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.08.2009
Yin & Yang im Allgäu (2 DVDs)

Yin & Yang im Allgäu (2 DVDs)


gut

Die Dokumentationsreihe ist grundsätzlich sehr ausgewogen. So lernt der Zuschauer nicht nur verschiedene Krankheitsbilder und Patienten unterschiedlicher Altersgruppen kennen, die alle mit TCM behandelt werden, sondern erhält darüber hinaus auch einen Einblick in die Therapie an sich. Leider überwiegt die Darstellung der Akupunktur. Zwar wird auch umfangreicher auf die beiden Hauptdiagnostiktechniken, Puls- und Zungendiagnostik, eingegangen, doch weitere Säulen der TCM – Diätetik nach den fünf Elementen, Kräutertherapie, Schröpftherapie und Moxibustion – werden nur am Rande oder gar nicht erwähnt. Dies ist insofern besonders schade, weil ohnehin mit der TCM fast automatisch Akupunktur verbunden wird und diese Therapie tatsächlich auch die einzige ist, bei der Patienten auf die Unterstützung der Therapie durch die Krankenkasse hoffen können. Dieser Umstand wird im Film von einem Patienten auch angesprochen, die Chance der Dokumentationsreihe, genau diesen Umstand jedoch näher zu beleuchten und genauer auf die Erfolge der TCM unabhängig von der Akupunktur einzugehen, wurde jedoch leider nicht genutzt. So bleibt nur der Blick auf die Bandbreite der TCM bei verschiedensten Krankheitsbildern und die Andeutung einiger therapeutischer Techniken sowie die Aussage eines Patienten, dass die Therapie aus der eigenen Tasche längerfristiger kaum bezahlbar ist.

Die Dokumentation wirft allerdings nicht allein einen Blick auf die Patienten und deren Therapie, sondern zeigt auch recht anschaulich, wie die chinesischen Ärzte sich in Ottobeuren einleben und ihre Zeit in Deutschland verbringen. Sprachschwierigkeiten, unterschiedliche Lebens- und Essensgewohnheiten und das Vermissen der eigenen Familie, die während des Aufenthaltes in China bleibt, sind solche Themen. Nicht alles ist jedoch kritisch oder gar negativ zu sehen; vielmehr überwiegen die positiven Aspekte des Aufenthaltes und die der Zusammenarbeit.

Die Extras zur DVD können sich sehen lassen: Es gibt ein Interview mit dem Chefarzt Dr. Pflederer aus Ottobeuren, eine Bildergalerie sowie zwei mit Texttafeln realisierte Extras mit den Themen „Besuch beim chinesischen Arzt“ und „Zwei Chinesen im Allgäu“. Des Weiteren enthält die DVD eine Powerpoint-Präsentation, die über den PC gestartet werden kann und fünfzig Folien zum Thema enthält.
Auch die Extras kommen jedoch nicht ganz ohne Kritikpunkte aus. So zeigt das (wohl telefonisch geführte?) Interview mit Dr. Pflederer ein nervig ruckelndes Hintergrundbild, das sehr verpixelt ist und die Texttafeln, die der ARTE-Webseite entnommen wurden, sind weitgehend überflüssig. Titel und Einleitung von „Besuch beim chinesischen Arzt“ lassen zudem vermuten, dass potenzielle Patienten Informationen und Hilfestellungen durch die Texttafeln erhalten können, was letztlich jedoch nicht der Fall ist.
Empfehlenswert ist vor allem die Powerpoint-Präsentation von Dr. Kurfürst aus Ottobeuren, die sich inhaltlich jedoch ebenfalls eher an Leute richtet, die sich die Dokumentation bereits angesehen haben oder aus anderen Gründen über Basiskenntnisse verfügen. Es fehlt einfach der Vortrag zu den Stichworten. Dennoch beinhaltet die Präsentation zahlreiche erklärende Aspekte aus der TCM und geht deutlich mehr in die Tiefe, als dies bei der Dokumentationsreihe der Fall ist.

Insgesamt ist „Yin & Yang im Allgäu“ eine wirklich empfehlenswerte Dokumentationsreihe zum Thema, die durch die Musik von Ingo Frenzel, der bayrische und chinesische Klänge ausgezeichnet miteinander mischte, noch einmal lebendiger wirkt. Pichler hat eine ausgewogene Dokumentation geschaffen, die leider, vermutlich auf Grund der zur Verfügung stehenden Zeit, nicht allzu sehr in die Tiefe der TCM vorstößt, dafür aber einige interessante zwischenmenschliche und organisatorische Einblicke bietet.

Bewertung vom 28.08.2009
Das Haus der bösen Mädchen
Daschkowa, Polina

Das Haus der bösen Mädchen


ausgezeichnet

Die Sicht- und Herangehensweise der Autorin macht „Das Haus der bösen Mädchen“ zu einem besonderen Buch. Leicht und flüssig zu lesen, ein bisschen Krimi, ein bisschen Voyeurismus (wenn es um die privaten und teils pikanten Details der Figuren geht), ein bisschen Alltag. Man will nicht nur erfahren, wer der Mörder war, sondern möchte auch herausfinden, wie Xenia Oleg kennen lernte, ob Borodin seine Diät durchhält und warum Warja aufgehört hat zu rauchen. Polina Daschkowa unterhält damit ausgezeichnet und zugleich leichtfüßig, und doch sind in mancher Szene die Nerven des Lesers gespannt wie Drahtseile.

Das Einzige, was wirklich gar nicht gelungen ist bei diesem Buch, ist die Aufmachung. Der deutsche Titel ist ausgesprochen reißerisch und schiebt das Buch in eine Ecke, in die es eigentlich nicht hinein gehört, so dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass viele das Buch nach der Auswahl über den Titel liegen lassen oder vom Inhalt eher enttäuscht sind. Dass der Klappentext so ausführlich ausfällt, nimmt dem Leser zudem das meiste des bisschens Spannung, das sich durch den Plot selbst überhaupt aufbaut.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.08.2009
Das fünfte Imperium
Pelewin, Viktor

Das fünfte Imperium


ausgezeichnet

„Das fünfte Imperium“ kann man in die Sammlung der Vampirromane oder – allgemeiner gehalten – in die Sammlung der Dark Fantasy oder – noch allgemeiner – in den fantastischen Bereich an sich schieben. Dort allein gehört dieser innovative Roman jedoch nicht hin. Er ist geistreich, kritisch, politisch, postmodern, zeitgenössisch und wirklich ein sehr ernst zu nehmendes Werk der (Pop)-Literatur, bei dem es sich lohnt, sich genauer mit ihm zu beschäftigen.
Wer nach Action sucht, wird enttäuscht sein, doch wer Vampirromane belächelt und in die triviale Ecke schiebt, sollte unbedingt einen Blick riskieren und damit seinen Genrehorizont erweitern.
Endlich mal wieder ein wirklich ernst zu nehmender fantastischer Roman, großartig!

Bewertung vom 28.08.2009
Arsène Lupin (Einzel-DVD)

Arsène Lupin (Einzel-DVD)


ausgezeichnet

Obwohl der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden hat, bietet er relativ wenig Raum für Details. Arsène Lupin, dargestellt von Romain Duris, ist hier Meisterdieb, doch seine mit der Zeit erworbene Bildung bleibt – anders als in den Romanen – im Verborgenen. Es entsteht somit ein eigenständiges Bild des charmanten Diebs, das sich von den Romanvorlagen entsprechend lossagt. Davon abgesehen aber verfliegt die Zeit des Zuschauens wie im Flug und am Ende ist der Zuschauer nicht nur traurig, weil er Zeuge eines Dramas wurde, sondern auch, weil der Film schon ein Ende gefunden hat. Noch viele Stunden mehr hätte man sich Arsène Lupins Machenschaften angesehen und ihn dabei näher kennen gelernt, hätte gern seinem Glück mit Clarisse, dargestellt durch Eva Green, beigewohnt und mehr über die geheimnisvolle Joséphine, durch Kristin Scott Thomas verkörpert, erfahren.
Ungern lässt man die großartigen Aufnahmen, zu denen wirklich imposante Landschaftsaufnahmen gehören, ein Ende nehmen und verzichtet auf die gut gewählten Kamerapositionen und das wundervolle Ambiente.

„Arsène Lupin“ ist ein Film, der einfach Spaß macht, der sehr hochwertig abgedreht wurde und dessen Potenzial auf DVD voll erhalten blieb. Er spricht zudem alle Emotionen an: Liebe, Freude, Leidenschaft, Hass, Trauer, Enttäuschung, Wut … sie alle und noch mehr sind in diesem Film zu sehen – und in einer Nebenrolle übrigens auch Matthieu Carrière.

Bewertung vom 28.08.2009
Rattenfänger
Yolen, Jane; Stemple, Adam

Rattenfänger


ausgezeichnet

Die Bezeichnung „Rock’n Roll-Märchen“ wirkt ein wenig deplaziert bei dieser phantastischen und leicht zu lesenden Geschichte. „Rattenfänger“ ist eine Geschichte, die Realität und Sagen verbindet, die schrittweise ins Reich der Feen führt. Die Folkrockmusik der Band Messingratte ist hierbei der einzige Bezug zu einem „Rock’n Roll-Märchen“.

„Rattenfänger“ ist nicht einfach nur kurzweilig, sondern zugleich auch anspruchsvoll. Die Welt von Callie, ihre Gedanken und Sorgen, sind jugendlich, wirken jedoch stets authentisch, nie gekünstelt, aufgesetzt oder übertrieben.
Dem gegenüber stehen die Rückblicke, die nach und nach die Geschichte hinter der Band Messingratte enthüllen und immer weiter in eine Welt der Magie und Mystik entführen.
Bei all dem ist „Rattenfänger“ jedoch kein seichtes Buch. Es geht ordentlich zur Sache und der Leser lernt bald, dass auch Feen grausam sein können. Dennoch ist der Pegel der Brutalität jugendtauglich und genau in richtigem Maße realistisch (insofern bei einem Fantasybuch dieser Begriff passend anzuwenden ist).

Die stabile Paperback-Ausgabe hält einiges aus, so dass man das Buch wunderbar auch unterwegs lesen kann. Das Buch macht sich jedoch ebenso gut im Regal – vielleicht sogar mit zu betrachtender Front, denn das Coverbild von Freya Maul lohnt den Anblick und ist herrlich poppig.

Bewertung vom 28.08.2009
Stunde der Buße
Gilpin, Tracy

Stunde der Buße


weniger gut

Die Charaktere hingegen sind enorm klischeebehaftet und damit selten glaubhaft dargestellt. Seitenweise werden Details kleinschrittig erläutert, Personen und Orte ausschweifend beschrieben. So dauert allein die erste Szene, in der Dunai das Gebäude erreicht, ihre Chefin findet, die Polizei erscheint und eine erste Befragung stattfindet, mehr als fünfzig Seiten – und ähnlich geht es weiter. Dass bei dieser Weitschweifigkeit keine Atmosphäre und schon gar keine Spannung aufkommen kann, liegt auf der Hand. Hinzu kommen größtenteils gestellte, unwirkliche Dialoge, bei denen das Verhalten der Beteiligten nicht einmal unbedingt zum Gesagten passt.

Natürlich sind auch sämtliche Auflösungen letztlich voller Klischees und somit völlig vorhersehbar.
Nein, durch Spannung glänzt dieser Erstling nun wirklich nicht. Wer diesen Titel geschenkt bekommt und kein anderes Buch zur Auswahl hat, kann mit ihm ein paar nette Stündchen verbringen, wenn es eher ums Lesen als solches geht und nicht um den Anspruch, ansonsten ist diese Neuentdeckung aus Südafrika leider keine Empfehlung, sondern die Lektüre für Krimifreunde sogar eher ein zähes bis ärgerliches Unterfangen.

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