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Benutzername: Monika
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 27 Bewertungen
Bewertung vom 04.04.2019
Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1
Nikolai, Maria

Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1


sehr gut

Der Roman „Die Schokoladenvilla“ von Maria Nikolai ist ein historischer Liebesroman und der erste Teil einer Familiensaga.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhundert in Stuttgart. Im Mittelpunkt steht Judith Rothmann, die Tochter eines Schokoladenfabrikanten. Gemeinsam mit ihren Zwillingsbrüdern lebt sie ein sorgenfreies Leben im Villenviertel in Stuttgart Degerloch. Ihr Vater plant sie mit dem Sohn eines reichen Bankiers zu verheiraten, um so für sich und seine Fabrik finanzielle Vorteile zu erlangen. Judit jedoch verabscheut diesen Mann und hat ganz andere Pläne. Sie liebt es Schokolade herzustellen, neue Rezepturen auszuprobieren und entwickelt immer wieder Ideen. Sie möchte später einmal die Leitung des Unternehmens übernehmen und verbringt ihre Freizeit überwiegend in der Fabrik.

Da lernt sie den jungen sympathischen Mann Victor Rheinberger kennen und, der sich nach einem Gefängnisaufenthalt in Stuttgart ein neues Leben aufbauen möchte.

Auch ihre Mutter, die sich zur Erholung in Italien befindet , beschließt ihrem Leben eine Wendung zu geben, da sie in der Ehe mit ihrem Mann keinen Sinn und keine Erfüllung mehr sieht.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Im Mittelteil habe ich teilweise etwas die Spannung vermisst, da die Liebeleien und Beziehungen der Personen sehr vorausschaubar waren. Aber es war ein sehr großes Lesevergnügen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Familiengeschichte. Die Gestaltung des Covers spricht sehr an und auch die Rezepte in den Klappinnenseiten sind eine gute Idee.
Ich kann die Lektüre des Buches empfehlen, am besten vorher seine Lieblingsschokolade besorgen und nebenbei naschen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.01.2019
Das geheime Glück
Cohen, Julie

Das geheime Glück


ausgezeichnet

Der Roman „Das geheime Glück“ von Julie Cohen ist eine wundervolle Liebesgeschichte mit allen Höhen und Tiefen, die Herz und Seele berührt und den Leser in die Geschichte eintauchen und mitfühlen lässt.

Die Hauptfiguren sind Robbie, ein Bootsbauer und Seemann aus Amerika, und Emily, eine Medizinstudentin aus England. Die beiden laufen sich 1962 in Cambridge zum ersten Mal über den Weg und sind vom ersten Augenblick völlig fasziniert und gefesselt voneinander. Da Robbie kurz danach auf eine lange Seereise aufbrechen muss, bleiben ihnen nur wenige Stunden zum Kennenlernen. Trotzdem oder gerade deshalb versprechen sie sich ein Wiedersehen. Jahrelang treffen sie sich immer wieder, müssen sich aber jedes Mal wieder trennen. Obwohl beide zwischenzeitlich andere Partner hatten und beide ein völlig anderes Leben geführt haben, finden sie nach langer Zeit endlich zusammen und bauen sich in den USA ein gemeinsames und glückliches Leben auf.

Die Autorin erzählt den Roman von hinten, sie beginnt in der Gegenwart und erzählt in fünf Teilen nach und nach die Geschehnisse in der Vergangenheit. Dadurch lernt man beide Protagonisten gut kennen und verstehen und fühlt mit ihnen. Beide haben mit schwierigen Lebensumständen zu kämpfen und der Leser wird auch mit Themen wie Unfruchtbarkeit, Alkoholsucht und Alzheimer-Erkrankung konfrontiert. Aber die tiefe Liebe der beiden übersteht alle Krisen und überwindet alle Hindernisse.

So nach und nach erfährt man immer mehr über die Vergangenheit von Robbie und Emily und man ahnt, dass die beiden ein besonderes Geheimnis hüten. Durch die vielen schönen aber auch tragischen Momente, die sehr emotional und wunderbar geschildert sind, habe ich beim Lesen sehr mitgefiebert und mitgefühlt. Die schwierigen und ernsten Themen sind sehr einfühlsam und stimmig in den Lauf der Geschichte eingebunden.
Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich prima lesen. Schon das Cover des Buches mit fliegenden Vögeln, Wolken und Glitzer verspricht einen Roman mit viel Gefühl und Emotionen. Die Geschichte hat mich sehr berührt und beschäftigt mich auch im Nachhinein noch sehr. Eine wundervolle Liebe über viele Jahrzehnte hinweg.
Absolut lesenswert und unbedingt zu empfehlen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2018
Escape Room - Nur drei Stunden
McGeorge, Chris

Escape Room - Nur drei Stunden


sehr gut

Der Thriller "Escape Room - Nur drei Stunden" von Chris McGeorge ist ein spannender Roman, der auf einer guten und einfachen Idee basiert: 6 sich fremde Personen sind in einem vermeintlichen Hotelzimmer eingesperrt. Im Badezimmer liegt eine Leiche. Und es beginnt ein "Spiel" der besonderen Art.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht der bekannte TV-Moderator Morgan Shapard. Als Kind hatte er den mysteriösen Tod seines Mathelehrers aufgeklärt und ist dadurch als Kinder-Detektiv bekannt geworden. Sein Leben als berühmter Fernsehstar ist geprägt von Alkohol und Drogen. Seine Berühmtheit und Beliebtheit ist ihm wichtiger als das Schicksal der Gäste in seinen Sendungen. Heute, 25 Jahre später, wacht er gefesselt in einem Hotelzimmer auf. Außer ihm befinden sich 5 fremde Personen in dem Zimmer und im Badezimmer findet er die Leiche seines langjährigen Psychiaters. Und jetzt beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Morgan hat 3 Stunden Zeit, den Mord aufzuklären. Eine der 5 Personen ist der Mörder. Gelingt es ihm nicht, so müssen alle sterben.

Der Roman beschreibt abwechselnd die Geschehnisse im Zimmer und die Ereignisse in der Vergangenheit. So nach und nach ergeben sich Verbindungen zwischen allen Personen. Beide Zeitstränge sind äußerst spannend beschrieben. Morgan interviewt alle Personen im Zimmer. Jeder erzählt eine glaubwürdige Geschichte und dadurch entstehen für Morgan immer mehr Fragen und Probleme. Er ist verzweifelt, leidet unter Alkoholentzug und steht kurz vor der Kapitulation. Da geschieht ein zweiter Mord. So nach und nach werden ihm aber die Augen geöffnet, er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, erkennt die Zusammenhänge und versteht immer mehr.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Die Ereignisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart sind sehr spannend und ich konnte zeitweise nicht aufhören zu lesen. Die einzelnen Charaktere werden gleich zu Beginn des Buches vorgestellt und sind sehr verschieden. Keine dieser Personen ist sonderlich sympathisch und auch Morgan ist sehr negativ dargestellt. Ich habe trotz allem mitgefiebert und mitgerätselt, wer der Mörder sein könnte und ob Morgan das Speil gewinnt.

Da mich auch das Ende nicht überzeugt hat, nur 4 Sterne. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich kann es allen weiter empfehlen, die Thriller lieben, Erwähnenswert ist das Cover, auf dem ein fast realistischer Blutfleck abgebildet ist. Das Buch enthält einige gewalttätige Szenen, die unter die Haut gehen, aber nicht zu brutal sind.
Alles in allem ein gutes Buch!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.08.2018
Bonfire - Sie gehörte nie dazu
Ritter, Krysten

Bonfire - Sie gehörte nie dazu


gut

Der Thriller "Bonfire" ist der erste Roman der Schauspielerin Krysten Ritter.

Die Protagonistin der Geschichte ist die junge Anwältin Abby Williams. Sie kehrt nach mehr als zehn Jahren in ihre Heimat, eine kleine abgeschieden Stadt, in Indiana zurück, um dort in einem Umweltskandal zu recherchieren. Dort wurde sie während ihrer Jugend und Schulzeit von Mitschülern und von ihrem Vater tyrannisiert. Diese schrecklichen Ereignisse haben sie in all der Zeit verfolgt und die Erinnerungen daran werden wieder lebendig. Während ihrer Ermittlungen stößt sie bald auf eine Verbindung zu den Vorfällen in ihrer Jugend. Zunächst nur sehr vage aber nach und nach sieht Abby immer klarer und deckt einen unglaublichen Skandal auf. Sie lässt sich nicht mehr von dem Einfluss der ehemaligen Mitschülern einschüchtern, die auch heut noch großen Einfluss haben.

Die nächtlichen Lagerfeuer (daher der Titel "Bonfire") bilden damals wie heute ein Highlight an den Wochenenden der Jugendlichen in der provinzialen Kleinstadt. Dort wurden und werden viele Pläne geschmiedet und daraus ist ein schreckliches Verbrechen entstanden. Abby stellt sich den Erinnerungen und versucht die Fäden ihrer Vergangenheit zu entwirren. Dabei gerät sie in große Gefahr. Trotz aller Widrigkeiten und Hindernissen lässt sie nicht locker und findet immer mehr Zusammenhänge von damals zu heute.

Das Buch ist ein typischer Lady-Thriller, der eine gute Geschichte erzählt und der auch sehr leicht zu lesen ist. Die erste Hälfte des Buches finde ich etwas langatmig. Die Ereignisse kommen nur sehr schleppend in Gang. Dann allerdings wird der Roman sehr spannend und das Ende ist ungeheuer packend und fesselnd. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz .

Eine gute Lektüre, die ich weiterempfehlen kann, die mich aber nicht übermäßig begeistert hat.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.05.2018
Die geliehene Schuld
Winter, Claire

Die geliehene Schuld


ausgezeichnet

"Die geliehene Schuld" von Claire Winter ist ein großartiger Politthriller, aber auch eine unglaublich spannende Familien- und Liebesgeschichte.

Der Roman spielt in der Nachkriegszeit 1949 in Berlin und basiert auf historisch belegten und realen Fakten. Die Protagonisten der Geschichte und auch die Geschehnisse sind frei erfunden, es spielen aber auch reale Persönlichkeiten eine Rolle.

Die Redakteurin Vera Lessing hat während des 2. Weltkrieges ihre Familie verloren. Einzig ihr Jugendfreund Jonathan ist ihr geblieben. Sie versucht ein "normales" Leben aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch dann kommt Jonathan unter mysteriösen Umständen ganz plötzlich ums Leben und hinterlässt Vera die Ergebnisse seiner Recherche für eine Reportage über ehemalige Kriegsverbrecher. Vera beschließt für Jonathan diese Reportage zu Ende zu führen. Dabei bringt sie unfassbare Entdeckungen ans Tageslicht und schwebt bald selbst in größter Lebensgefahr.

Die Geschichte ist in mehreren Handlungsebenen und Zeitschienen erzählt. Vera versucht in der Gegenwart im Jahre 1949 den Tod von Jonathan und die Hintergründe dazu zu erforschen. Parallel dazu erfahren wir, wie die Recherchen Jonathans in der Vergangenheit begonnen haben und wie die junge Sekretärin Marie, die für Adenauer arbeitet, sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigt. Allmählich kommen ihr Zweifel und Fragen zu der Arbeit ihres Vaters, der im Krieg gefallen ist. Und dann ist da noch Lina, die Marie bei den Nürnberger Prozessen kennen lernt, die beide auch unterschiedlichen Gründen verfolgen.
Die Wege der drei jungen Frauen kreuzen sich im Laufe der Geschichte und gemeinsam verfolgen sie ihr Ziel.

Der Roman ist sehr flüssig geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind jeweils mit dem Zeitpunkt und der Person überschrieben, aus deren Sicht es geschrieben ist. Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Es ist unglaublich spannend, aber auch sehr emotional geschrieben. Besonders gut fand ich auch die historisch belegten Fakten, die immer wieder in dem Roman beschrieben und in die Geschichte integriert sind.
Besonders erwähnenswert ist auch das Cover, das eine typisches Foto einer Nachrkriegsszene in Berlin zeigt. Und auch die politische Karte mit der Verteilung der Großmächte, die in der Innenseite des Einbandes abgedruckt ist.

Mein absoluter Lesehöhepunkt in diesem Jahr! Auf der Liste mit 5 Sternen steht dieser Roman an erster Stelle. Unbedingt weiter zu empfehlen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.03.2018
Finde mich - bevor sie es tun (eBook, ePUB)
Monroe, J.S.

Finde mich - bevor sie es tun (eBook, ePUB)


gut

Die junge Studentin, Rosa Sandhoe, leidet sehr unter dem plötzlichen Tod ihres Vaters, zu dem sie eine sehr enge und gute Beziehung hatte. Sie verliebt sich in den Studenten Jar und die beiden erleben eine sehr intensive, wenn auch kurze Zeit miteinander. Trotz dieser Beziehung zu ihrem Freund entscheidet sich Rosa von tiefen Depressionen geplagt für den Freitod. Mitten in der Nacht springt sie am Cromer Pier ins Wasser. Ihre Leiche wird allerdings nie gefunden und Jar ist von Anfang an voller Zweifel, ob Rosa tatsächlich ihr Leben beenden wollte.
Immer wieder meint er, seine Freundin kurz zu sehen. Die Psychologen nennen dieses Phänomen Trauerhalluzination, aber Jar will das nicht akzeptieren und ist überzeugt, Rosa wirklich gesehen zu haben.

Fünf Jahre später taucht bei Rosas Tante Amy ein verschlüsseltes Tagebuch von Rosa auf einer alten Festplatte auf. Amy übergibt Jar diese Datei und mit Hilfe von IT-Spezialisten gelingt es ihm, dieses Tagebuch Stück für Stück zu rekonstruieren. Dabei deckt er ein unglaubliches Geheimnis auf und gerät selbst in große Gefahr.

Die Geschichte ist im ersten Teil abwechselnd aus der Sicht von Jar und den Tagebucheintragungen von Rosa erzählt. Im zweiten Teil verwendet der Autor einen dritten Erzählstrang, der den Leser mit in die Story hineinzieht. Stück für Stück ergibt sich ein völlig neues und sehr schockierendes Bild der tatsächlichen Ereignisse. Und bis zum Schluss fiebert man mit dem Schicksal von Rosa mit.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und dank der recht kurzen Kapitel sehr gut zu lesen. Allerdings hat mich der häufige Perspektivwechsel gerade zu Beginn des Buches sehr verwirrt und ich habe nur schwer in die Geschichte hinein gefunden. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich einen Überblick über die vielen Personen hatte.
Der Roman ist eine Mischung aus Liebesgeschichte, äußerst spannenden Agententhriller und sehr tiefgründiger psychologischer Geschichte. Die Handlungen und psychologischen Beschreibungen haben mich persönlich zum Teil überfordert und das Ende lässt einige Fragen offen. Mich persönlich habt das Buch nicht sehr begeistert, deshalb leider nur 3 Sterne.

Bewertung vom 28.12.2017
Kleine große Schritte
Picoult, Jodi

Kleine große Schritte


ausgezeichnet

In ihrem Roman "Kleine große Schritte" greift die Autorin Jodi Picoult das große und schwierige Thema Rassismus auf, das in den USA nach wie vor aktuell und im Alltag präsent ist. Die Geschichte ist von Anfang bis zum Ende unglaublich spannend und die Darstellung der verschiedenen Sichtweisen macht sehr nachdenklich und traurig, schenkt aber auch Hoffnung und Freude.

Die Hauptfigur ist die dunkelhäutige Hebamme und Säuglingsschwester Ruth Jefferson, die ihren Beruf liebt und seit 20 Jahren mit sehr zuverlässig und pflichtbewusst ausübt. Eines Tages wird ihr von der Klinikleitung nach ausdrücklichem Verlangen rechtsradikaler Eltern untersagt, einen neugeborenen Jungen zu versorgen. Das Baby gerät nach einem Routine-Eingriff in Atemnot, als Ruth alleine auf der Station die Verantwortung trägt. Sie ringt mit ihrem Gewissen, aber für den Jungen kommt jede Hilfe zu spät und er stirbt.
Der Vater klagt Ruth des Mordes an, woraufhin sie verhaftet wird. Ihr wird die Pflichtverteidigerin Kennedy zur Seite gestellt, die zunächst das Thema Rassismus völlig ausklammert und die Verteidigung rein faktisch und wissenschaftlich anlegt. Doch im Laufe der Verhandlung erkennt sie, dass das ein falscher und verlogener Weg ist.....

Die Gerichtsverhandlung und auch die Zeiträume zwischen den Verhandlungstagen sind so spannend und mitreißend beschrieben, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Das Schicksal von Ruth geht sehr unter die Haut und ich wollte unbedingt wissen, wie es für sie aus geht. Die Autorin hat sich sehr intensiv mit dem Thema Rassismus befasst und gründlich recherchiert. Sie schreibt die Geschichte abwechselnd aus der Sichtweise von Ruth, dem Vater und Kennedy, die sich alle im Laufe der Verhandlung weiter entwickeln und verändern. Vor allem das Schlussplädoyer der Anwältin ist sehr ansprechend und macht nachdenklich.

Dieses wichtige Thema wurde sehr eindrucksvoll in eine mitreißende Geschichte verpackt und macht auf Missstände in der heutigen Gesellschaft aufmerksam. Das Buch ist unbedingt allen zu empfehlen und verdient klar 5 Sterne!

Bewertung vom 07.10.2017
Und es schmilzt
Spit, Lize

Und es schmilzt


ausgezeichnet

"Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt" - Dieser Satz ist hinten auf dem Cover des Buches geschrieben und das kann ich nach der Lektüre nur bestätigen!
Das Buch fällt sofort durch die künstlerische Gestaltung des Covers und die hochwertige Aufmachung (Schutzumschlag, farbige Seitenränder und farblich passendes Lesebändchen) auf. Die Buchstaben auf dem Cover sind - passend zum Titel hervorgehoben und scheinen aus Eis zu sein und lebende Pflanzen und Blumen in sich eingefroren zu haben.

Die Hauptperson, Eva, erhält eine Einladung und kehrt nach 13 Jahren wieder in ihr Heimatdorf Bovenmeer zurück. Im Kofferraum ihres Auto hat sie einen großen Eisblock dabei. Aber nicht nur der Eisblock begleitet sie sondern vor allem auch viele Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, Erinnerungen an beschämende und gewalttätige Ereignisse und Erinnerungen an ein trostloses und fast unerträgliches Leben.

Eva wurde 1988 in dem kleinen Dorf Bovenmeer geboren und wächst dort zusammen mit ihrem älteren Bruder und ihrer jüngeren Schwester in sehr schwierigen Verhältnissen auf. Die Eltern sind beide alkoholabhängig und depressiv, haben Suizidgedanken, schaffen nur mit Mühe einen halbwegs geordneten Tagesablauf zu leben und sind nicht in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Eva freundet sich mit den beiden gleichaltrigen Jungen Pim und Laurens an und hofft, bei den beiden die Bestätigung, Wärme und Akzeptanz zu finden, die sie daheim nicht bekommt. Die drei werden schnell unzertrennlich und zusammen sind sie die 3 Musketiere, die gemeinsam durch dick und dünn gehen.

Doch dann kommt der Sommer 2002 , der alles verändert. Die Geschehnisse steuern unaufhaltsam einem schrecklichen Höhepunkt zu. Und ausgerechnet ihre zwei besten Freunde verletzen sie und ihr Vertrauen. Ihre Freundschaft gerät komplett außer Kontrolle. An den Folgen dieser schrecklichen Ereignissen leidet Eva noch heute und die Vergangenheit holt sie wieder ein, als sie 13 Jahre später eine Einladung von ihrem Jugendfreund Pim zur Gedenkfeier seines 2001 verstorbenen Bruders erhält.

Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Die Protagonistin Eva erzählt aus der Ich-Perspektive das Geschehen eines einzigen Tages und auch die Ereignisse aus der Vergangenheit. Die beiden Zeitstränge wechseln sich ab und werden in der Gegenwart durch die entsprechende Uhrzeit des Tages und in der Vergangenheit durch passende Überschriften gekennzeichnet.

Das Buch ist keine leichte und unbeschwerte Lektüre. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass die Geschichte auf ein schreckliches und trauriges Ende hinsteuert. Der Schreibstil der Autorin passt wunderbar zu den Handlungen und ich konnte mir die Orte und Personen sehr bildhaft vorstellen. Der Roman ist von Beginn an sehr spannend, was sich im Verlauf immer mehr steigert. Es tauchen zahlreiche Fragen auf. An vielen Stellen sind die Schilderungen sehr schockierend und ich musste sehr mit Eva mitfühlen.
Der Roman ist eine faszinierende und zugleich brutale Schilderung einer Kinderfreundschaft auf dem Land, die sich mit dem Eintritt in die Pubertät ändert. Das Buch macht sehr nachdenklich, geht tief unter die Haut und wirkt lange nach. Es hat mich sehr gefesselt und ist bis zum Ende unglaublich spannend. Obwohl es kein "Wohlfühlbuch" ist, hat es mich sehr gut unterhalten.

Bewertung vom 29.08.2017
Das erste Opfer / Oxen Bd.1
Jensen, Jens Henrik

Das erste Opfer / Oxen Bd.1


gut

Der schwer traumatisierte Elitesoldat, Niels Oxen, zieht sich zusammen mit seinem Hund in die einsamen Wälder Dänemarks zurück, um dort seine Kriegserlebnisse zu vergessen und seinen Albträumen zu entkommen.
Bei einem nächtlichen Streifzug wird er unfreiwillig in einen mysteriösen Todesfall verwickelt. Der Exbotschafter Hans-Otto Corfitzen wird in seinem Schloss zu Tode gefoltert und Niels Oxen wird schnell zum Hauptverdächtigen. Er gerät immer tiefer in die Fänge des dänischen Geheimdienstes und er sieht sich gezwungen, die wirklichen Mörder zu suchen. Ihm zur Seite steht die Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck, die sehr eigenständig handelt und entscheidet. Auch sie hat ein Schicksal in der Vergangenheit zu bewältigen und es dauert einige Zeit, bis sie langsam Vertrauen zueinander fassen.
Ihre Ermittlungen führen sie in die höchsten Regierungskreise. Hinter diesem Mord und auch etlichen anderen steckt der übermächtige und gefährliche Geheimbund "Danehof". Oxen und Franck nehmen den Kampf auf.

Der Autor, Jens Henrik Jensen, hat einen unglaublich spannenden Thriller geschrieben, in dem sehr viel passiert. Durch den flüssigen Schreibstil ist es gut zu lesen. Die Personen sind äußerst tiefgründig charakterisiert und man fühlt mit ihnen mit.

Die Ereignisse und die vielen Personen-Namen zu Beginn des Buches haben mich etwas verwirrt und ich habe nur schwer in die Geschichte gefunden. Auch im Laufe des Romans hatte ich immer wieder Probleme, die Beschreibungen aus der Vergangenheit einzelner Personen zuzuordnen und habe schon mal den Überblick verloren. Auch das fulminante Ende lässt einige Fragen offen. Da dieses Buch aber der erste Teil einer Trilogie ist, werden diese Fragen wohl in den weiteren Teilen beantwortet. Man wird durchaus animiert, auch diese zu lesen und die bekannten Personen weiter zu begleiten.

Das Buch kann ich allen, die Thriller lieben und auch vor detaillierten Beschreibungen mancher Gewalttaten nicht zurückschrecken, sehr empfehlen. Mir war es an manchen Stellen zu verwirrend und unlogisch. Manche Informationen, die man im Laufe des Buches über die Personen bekommt, hätte ich mir gerne früher gewünscht, um die Handlungen besser zu verstehen. Man darf gespannt sein, was die beiden folgenden Teile bringen.

Bewertung vom 04.08.2017
Via dell'Amore - Jede Liebe führt nach Rom
Lamprell, Mark

Via dell'Amore - Jede Liebe führt nach Rom


sehr gut

Der Roman "Via dell`Amore - Jede Liebe führt nach Rom" war die perfekte Urlaubslektüre für mich.

Wir begleiten ganz unterschiedliche Menschen zwei Tage nach Rom. Alle haben ihre eigene Geschichte und besondere Gründe, nach Rom zu kommen, aber letztendlich geht es bei allen um die Liebe.

Alice, eine junge amerikanische Kunststudentin, ist auf der Durchreise nach Florenz. Sie möchte aus ihrem perfekten Alltag ausbrechen und etwas Verrücktes erleben. In Rom trifft sie auf eine Gruppe junger Engländer. Diese Begegnung stellt ihre Reise- und auch Lebenspläne komplett auf den Kopf.

Außerdem lernen wir Meg und Alec kennen. Die beiden sind seit vielen Jahren verheiratet, doch ihre Liebe ist im Laufe der Zeit irgendwo auf der Stecke geblieben. Da sie damals in Rom ihre Hochzeitsreise verbracht haben und hier ihre Liebe zueinander gefunden haben, hoffen sie, hier wieder zueinander zu finden. Vor allem Meg hat sich in den Kopf gesetzt, für eine Renovierung eine Fliese zu finden, die sie damals als Souvenir aus Rom mitgenommen haben. Alec schließt sich ihr sehr widerwillig an.

Und dann sind da noch die beiden älteren Damen Lizzie und Constance. Die beiden wollen den letzten Wunsch von Constance verstorbenen Ehemann Henry erfüllen Doch Constance möchte noch einigen Fragen auf den Grund gehen, die sie in all den Jahren ihrer Ehe beschäftigt haben. Sie hofft, hier in Rom, wo sie Henry kennen und lieben gelernt hat eine Antwort zu finden.

Das Buch lässt sich sehr gut und leicht lesen, regt aber auch zum Nachdenken an. Der Autor entführt uns zu vielen Sehenswürdigkeiten, Straßen und Plätzen im sommerlichen Rom und erzählt auch einige interessante historische Anekdoten und Fakten. Besonders schön finde ich auch die passenden und zum Teil wunderbaren Zitate, die die einzelnen Kapitel einleiten.

In meinen Augen ein zauberhafter romantischer Liebesroman, der am Ende einige Überraschungen offenbart. Nach den zwei Tagen in dieser tollen Stadt ist für alle nichts mehr so wie es zu Beginn ihrer Reise nach Rom war.
Das Buch hat mich sehr berührt und gefesselt. Ich hatte das Gefühl, selbst in Rom zu sein und die Protagonisten zu begleiten. Ein sehr schönes und empfehlenswertes Buch für warme Sommer- und Urlaubstage.