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Benutzername: Michelangelo
Wohnort: Schleswig-Holstein
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Danksagungen: 25 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 98 Bewertungen
Bewertung vom 06.07.2019
Die Karte der zerbrochenen Träume
Joukhadar, Zeyn

Die Karte der zerbrochenen Träume


sehr gut

Klappentext: “Sommer 2011. Nour ist als Kind syrischer Einwanderer in New York geboren. Als ihr Vater stirbt, beschließt Nours Mutter, in ihre Heimat Syrien zurückzugehen. Doch das Syrien, das Nours Eltern noch kannten, gibt es nicht mehr. Schon bald erreicht der Krieg auch das ruhige Stadtviertel von Homs, in dem die Familie lebt. Als ihr Haus von einer Granate zerstört wird, fällt die Entscheidung, das Land zu verlassen. Ziel ist Spanien, und der Weg wird die Familie durch Jordanien, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko führen. Auf der Suche nach Trost und Ablenkung erzählt sich Nour während der Flucht die Fabel von Rawiya, einer jungen Abenteurerin, die sich im 12. Jahrhundert dem berühmten Kartografen al-Idrisi anschließt, um die Kunst des Kartenzeichnens zu erlernen. Viele Orte, die Rawiya durchreist, liegen auf der Route von Nour und ihrer Familie. Damals wie heute lauert Gefahr. Bis Nours Mutter vor einer Entscheidung steht, die die Familie für immer auseinanderreißen könnte.“

Der Roman besteht aus 2 Handlungssträngen…zum einen aus der Geschichte von Nour und ihrer Familie, zum zweiten aus der Fabel von Rawiya, die Nour immer von ihrem Vater erzählt bekam und die sie nun auf ihrer Flucht begleitet und z.T. auch aufrecht hält.
Für Nour verschwimmt manchmal der Alltag und die Geschichte tritt bei ihr so manches Mal in den Vordergrund. Man muss aber auch berücksichtigen, dass Nour noch ein Kind ist und viele Dinge noch etwas anders betrachtet, wie es z.B. die älteren Schwestern oder ihre Mutter tun.
Das Buch ist stilistisch sehr schön geschrieben und aufbereitet, es macht Freude es zu lesen.
Sowohl die Welt der Rawiya, wie auch die Welt und die Geschehnisse um Nour werden dem Leser sehr plastisch und eingehend vermittelt, vor allem Nours synästhetische Empfindungen haben mich sehr beeindruckt und vertieften noch die gelesenen Eindrücke.

Das Buch hat mich sehr berührt, da die Geschichte von Nour und ihrer Familie ja kein Einzelfall, sondern für viele Familien seit Jahren eine bittere Realität ist und nicht immer gibt es ein Happy End. Man sollte es gelesen haben, um auch die Motive von Flüchtlingen und deren z.B. sehr traumatischen Erlebnisse zumindest ein wenig nachvollziehen zu können.
Obwohl dieses Buch nicht in mein normal bevorzugtes Genre fällt, habe ich es gerne gelesen und kann es weiter empfehlen.

Bewertung vom 08.04.2019
Im Namen des Sohnes / Jana Berzelius Bd.4
Schepp, Emelie

Im Namen des Sohnes / Jana Berzelius Bd.4


ausgezeichnet

Sam Witell ist im Supermarkt, als er den Notruf seines Sohnes erhält. Er eilt sofort nach Hause und findet seine Frau erschlagen vor und sein Sohn ist verschwunden. Das Team um Staatsanwältin Berzelius übernimmt den Fall. Er ist natürlich verdächtig, den Mord begangen zu haben, da man herausfindet, dass seine Ehe wohl etwas schwierig war und Sam anscheinend etwas zu verbergen hat.

Der Thriller ist gut geschrieben. Er lässt sich leicht und flüssig lesen und verfügt über ein hohes Spannungsniveau, dass er auch bis zum Schluss durchhält. Durch kurze Kapitel und immer wieder neue Wendungen im Geschehen entstehen so pausenlos interessante Ansätze, die einen förmlich durch das Buch ziehen.

Dieses Buch ist der 4. Band von Emilie Schepp der Jana Berzelius Reihe. Für mich war es das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Es war aber kein Problem, es gab immer kurze Hinweise zu Fakten, zu Jana Berzelius‘ geheimnisvollem Hintergrund aus früheren Romanen, so dass man die Handlungen und Gedanken von ihr gut nachvollziehen konnte.

Kaum damit begonnen, hatte ich das Buch auch schon fertig gelesen, ich kann es weiterempfehlen und vergebe 5 Sterne!

Bewertung vom 12.12.2018
Tattoo / Carver & Lake Bd.1
Dyer, Ashley

Tattoo / Carver & Lake Bd.1


gut

Klappentext: Liverpool- Ein perfider Frauenmörder hält die Stadt in Atem. Seine Opfer findet man stets sorgfältig arrangiert und von Kopf bis Fuß mit kryptischen Tätowierungen bedeckt – die ihnen vor ihrem Tod mit einem Dorn beigebracht wurden. Detective Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake machen seit Monaten Jagd auf den »Dornenkiller« – ohne Erfolg. Dann wird erneut eine tätowierte Leiche gefunden. Das Opfer sieht Carvers Frau zum Verwechseln ähnlich, und Carver wird klar: Der Killer jagt auch ihn …

Der Roman beginnt gleich mit einem richtigen Paukenschlag…der leitende Ermittler im Fall des Dornenkillers wird angeschossen in seinem Wohnzimmer von seiner Kollegin Lake gefunden, die dann unbegreiflicherweise die Spuren der Tat verwischt. Was soll da verborgen werden? Die eigentliche Mordermittlung läuft weiter mit einem anderen Team, aber zeitgleich tut sich ein zweites Tatgeschehen auf, in das Carver unmittelbar verwickelt ist.
Es wird spannend vom Fortgang der weiteren Ermittlungsarbeiten berichtet, aber dennoch zieht sich der Roman gerade im Mittelteil durch zu detailverliebte Beschreibungen sehr in die Länge, ohne allerdings die Spannung komplett zu verlieren.
Im letzten Drittel kommt richtig Fahrt in das Geschehen, so dass man das Buch ab da nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich hatte allerlei Vermutungen wer der Täter sein könnte, aber das letztendliche Ergebnis hat mich dann sehr überrascht, damit hatte ich nicht gerechnet.
Carver und Lake standen sehr im Mittelpunkt der ganzen Geschichte, dennoch erfährt man leider nichts über die angedeuteten Geheimnisse, die vor allem Ruth Lake verbirgt. Auch sonst bleiben die meisten Personen für mich sehr verschwommen, so dass ich keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen konnte.

Dennoch war es ein insgesamt spannendes Buch, das sich bis aufs Mittelteil, das für mich einige Längen hatte, leicht und schnell lesen ließ. Eine gut ausgedachte Geschichte, bei der man selber gut mitdenken und mit überlegen konnte, ohne sofort den Täter parat zu haben.
Im Großen und Ganzen ein gelungenes Buch.

Bewertung vom 11.09.2018
Dark Lake
Bailey, Sarah

Dark Lake


weniger gut

Klappentext: „In einem Badesee bei einer australischen Kleinstadt wird die Leiche einer wunderschönen Frau gefunden. Der Tatort ist mit Rosenblättern geschmückt. Für Detective Gemma Woodstock und ihren Partner Felix McKinnon ein komplexer Fall. Denn die Tote, Rosalind Ryan,war Gemmas Klassenkameradin und immer von Geheimnissen umgeben. Alle behaupten, Rosalind geliebt und bewundert zu haben: der Direktor der Schule, an der sie unterrichtete; die Schüler, denen sie den Kopf verdrehte; ihr wohlhabender Vater und ihre drei Brüder.“

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive der leitenden Ermittlerin Gemma Woodstock, die die Tote aus ihrer Schulzeit gut kannte, geschrieben. In die Gegenwartshandlungen fließen zwischendurch Rückblicke in die Jugendzeit der Polizistin ein.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar, eigentlich eine gute Voraussetzung ein Buch zügig, ohne große Pausen lesen zu können.

Der Anfang ließ sich gut lesen, alles war schlüssig und man hat vieles über Hintergründe und vergangene Zeiten erfahren, was ja gut ist, um Zusammenhänge verstehen zu können.
Im Mittelteil flachte das Buch für mich aber dermaßen ab in Spannungslosigkeit und das unzufriedene und unausgeglichene Privatleben der Ermittlerin nahm einen so großen Raum ein, dass ich mich nur schwer motivieren konnte weiter zu lesen.
Jedes Mal, wenn ein spannender Aspekt des Falles auftrat und ich hoffte, dass es nun auch fesselnd weitergeht, wurde dieser Spannungsbogen sofort wieder zunichte gemacht, indem sich Gemmas Gedanken im nächsten Ansatz nur noch um ihren attraktiven Kollegen Felix, Sex, Alkohol oder andere Belanglosigkeiten drehten.
Das Ende und die Fallauflösung waren dann etwas versöhnend und man verstand nun auch die Einflechtungen der Rückblicke, die absolut nötig sind, um die Tathergänge zu verstehen.

Dieses Mal dauerte es aber bei mir ungewöhnlich lange, bis ich dieses Buch beendet habe und nun meine Meinung dazu äußern kann. Ich war mehrmals kurz davor das Buch endgültig aus der Hand zu legen.
Aber gut, das ist meine persönliche Meinung…mich hat das Buch in keinster Weise angesprochen und bekommt von mir deshalb auch nur zwei Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.06.2018
ONE OF US IS LYING
McManus, Karen M.

ONE OF US IS LYING


ausgezeichnet

Fünf Schüler werden zum Nachsitzen verdonnert, danach ist ein Schüler tot- die Polizei geht von Mord aus, da der tote Schüler Simon eine App betrieb, die die Geheimnisse aller Mitschüler offen legte.
Somit hatte also auch jeder der Vier ein Motiv. Für die vier beginnt ein Spießrutenlauf…

Das Buch ist in viele nicht zu lange Kapitel unterteilt, in denen die Geschehnisse und die Sicht der Dinge jeweils von Bronwyn, Addy, Nate oder Cooper beschrieben werden, die die vier Hauptverdächtigen sind und somit primär die Hauptfiguren des Romans.
Die Persönlichkeiten und ihre Lebensumstände sind erstklassig herausgearbeitet.

Dieser Aufbau des Buches ist genial und die Geschichte wird so von verschiedenen Seiten beleuchtet und man musste und konnte gut mitdenken und miträtseln, ob es so sein konnte, wie es schien.

Das Buch war sehr abwechslungsreich und vor allem spannend zu lesen. Der Schreibstil war sehr eingängig und ließ sich flüssig lesen. Der Spannungsbogen reichte wirklich vom Anfang, ohne einzubrechen bis zum Schluss. Das Lesen war eine wahre Freude,so dass ich das Buch innerhalb von 3 Tagen „verschlungen“ habe. Es erhält 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 24.02.2018
Finde mich - bevor sie es tun
Monroe, J. S.

Finde mich - bevor sie es tun


gut

Jars große Liebe ,seine Freundin Rosa hat vor 5 Jahren Selbstmord begangen. Jar weigert sich auch nach so langer Zeit Rosas Tod zu akzeptieren, da er wußte, dass sie niemals einen Suizid verüben würde. Nachdem er sie in letzter Zeit öfter gesehen hatte, was von seinen Freunden und seiner Therapeutin als Trauerhalluzinationen abgetan wird, begibt er sich auf die Suche nach ihr und gerät dadurch selbst in große Gefahr.

Der erste Teil des Buches gliedert sich in einen Handlungsstrang in der Gegenwart , der die Geschichte aus Jars Sicht beschreibt und einen Strang, der Rosas Tagebucheinträge umfasst auf.
Jars Bemühungen, Rosa auf die Spur zu kommen werden sehr akribisch beschrieben und es kommen äußerst perfide Tatsachen ans Licht, die einen immer wieder fragen lassen, ob Jar paranoid ist, oder ob das alles wirklich so sein kann.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig lesbar. Die Kapitel sind nicht zu lang,was ich persönlich bevorzuge.
Die Handlung ist spannend, aber teilweise auch sehr verwirrend. Manchmal ist einem alles klar und am nächsten Punkt ist diese Klarheit sofort wieder beseitig…..das fand ich stellenweise etwas ermüdend, aber das ist Geschmacksache des Lesers. Es sind viele Personen involviert und so verlor ich leider so manches Mal den Faden beim Lesen, manchmal war ich kurz davor das Buch zur Seite zu legen.
Im 2.Teil wendet sich die ganze Geschichte und bietet einen neuen Ansatz,bei dem ich mich dann entschied das Buch nun doch fertig lesen zu müssen. Erst da begriff ich das ganze Geschehen und somit wurde die Geschichte für mich dann doch noch rund.
Die Geschichte ist genial konstruiert und sehr interessant und spannend, dennoch konnte ich mich für dieses Buch nicht so richtig begeistern. Daher gibt es von mir leider nur 3 Sterne.

Bewertung vom 04.02.2018
Das Jesus-Experiment
Roßbach, Bernd

Das Jesus-Experiment


ausgezeichnet

„Tom Jennings, ein weltbekannter Hirnforscher, hat mit einer bahnbrechenden Erfindung den Beweis erbracht: Erinnerungen sind vererbbar und können mit einem neuen Verfahren, den „Recalls“, sichtbar gemacht werden. Die Show „Recall-Live“, in der Jennings seine Erfindung vermarktet, wird zum Mega-Event. Er schwimmt auf einer Welle des Erfolgs. Doch schon bald erlebt er die Schattenseiten seiner Erfindung. Erinnerungen können manipuliert und Gedanken nicht mehr verborgen werden. Er gerät in die Fänge der CIA, die seine Erfindung auf perfide Weise für sich nutzt.

Dann verändert ein Recall an der Autistin Giulia alles, denn sie ist die direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus, der IHN mit eigenen Augen gesehen hat. Nach Jahrtausenden wird die Welt somit erstmals Bilder von Jesus zu sehen bekommen. Als dann ein Mord geschieht, macht sich Jennings zusammen mit Giulia auf die Suche nach den Hintergründen der Tat. Als brisante Details in den Aufnahmen der Recalls plötzlich auch noch Zweifel an der Auferstehung von Jesus Christus schüren, kriegen sie es mit einem übermächtigen Gegner zu tun …

Jennings Tochter wird entführt, und die Jagd führt sie in die Katakomben von Paris, nach Rom und Verona. Im Strudel des Todes werden Jennings und Giulia plötzlich zur Zielscheibe. In einem abgelegenen Kloster kommen sie schließlich einem der wohl meistgehüteten Geheimnisse der Welt auf die Spur …“

Der Schreibstil ist ist flüssig, das Buch lässt sich dadurch leicht und schnell lesen und die spannende Handlung zieht einen förmlich durch das Buch.
Die Personen sind gut herausgearbeitet und entstanden bildlich vor meinem Auge, auch die raschen und vielen Ortswechsel kann man gut verarbeiten und kann die Handlung stets nachvollziehen, ohne nochmals rekapitulieren zu müssen. Die vielen Gesprächspartner bei Jennings Recherchen vermittelten einem fast das Gefühl, ein Tatsachenbuch zu lesen, so interessant sind die Informationen, die da ans Tageslicht kamen und die Handlung im Buch so unglaublich spannend machten.

Der Autor hat ein Thema angepackt, dass fast jeden interessieren dürfte...wer hat sich denn noch nie gefragt, wie Jesus wirklich aussah, oder ob verschiedene Ereignisse in der Geschichte wirklich so passiert sind wie sie beschrieben werden.
....aber es wird auch deutlich gemacht, dass dieses sicher nicht im Interesse der Kirche oder auch anderer Institutionen sein wird, da dann sicher einiges in der Geschichte umgeschrieben werden müßte, oder auch definierte Glaubensbilder ins Wanken kommen könnten.
Rein technisch sind diese Recalls sicher denkbar, aber es wird auch deutlichst aufgezeigt, wohin diese Technik im weitesten Fall auch führen könnte... zur Gedankenkontrolle und Gedankenmanipulation. Jedes Ding hat zwei Seiten und die die Gefahr des Missbrauchs wäre immens.

Mich hat dieses Thema schon bei der Leseprobe fasziniert und das Buch hat mich nicht enttäuscht, sondern es hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Muß man alles machen, was technisch möglich ist? Wird der Schaden evtl. größer als der Nutzen sein?
Dieses Buch war ein echter Thriller und Pageturner für mich und ich kann eine klare Leseempfehlung erteilen.
5 Sterne von mir!

Bewertung vom 04.02.2018
Ein mögliches Leben
Köhler, Hannes

Ein mögliches Leben


sehr gut

Ein mögliches Leben

Ein junger Mann begleitet seinen alten Großvater auf eine letzte große Reise, die die beiden in die USA führt.... an die Orte, wo sein Opa seine Kriegsgefangenschaft verbrachte und die er seit seiner Entlassung nicht mehr gesehen hat.
Vor Ort werden für Franz die Kriegsjahre und die Zeit danach wieder lebendig und er ist endlich in der Lage dazu, Worte zu finden, was sein Leben damals für immer verändert hat.
Martin beginnt die Erlebnisse und die Verhaltensweisen seines Großvaters zu verstehen, denn er erkennt, wie sehr gerade dessen Erlebnisse das ganze Familienleben und somit auch ihn beeinflußt haben.

Dieses Buch ließ sich sehr rasch lesen, denn der Schreibstil ist sehr flüssig.Es bewegte sich die meiste Zeit in den Erinnerungen des Großvaters und gab sehr gute Einblicke, wie es damals war und zeigte deutlich, dass auch das Leben in amerikanischer Gefangenschaft kein Zuckerlecken war.
Die Charaktere und Orte sind exzellent ausgarbeitet und präzise beschrieben, so dass man ein gutes Bild des Geschehens vorm Auge haben konnte.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt, denn es offenbarte viele Einzelheiten, die man nur durch durch das Erzählen der Betroffenen erfahren kann.,von denen die Wenigsten über die damalige Zeit reden möchten. Ich habe es fast in einem Rutsch gelesen und es hat mich sehr beeindruckt.
Es regt zum Nachdenken an, denn jeder muß sich tagtäglich entscheiden und fragt sich sicher manchmal, was wäre gewesen, wenn man sich damals anders entschieden hätte....

Das Buch ist empfehlenswert und ich freue mich sehr, dass ich es lesen durfte.

Bewertung vom 04.12.2017
Ich war Hitlers Trauzeuge
Keglevic, Peter

Ich war Hitlers Trauzeuge


sehr gut

Obwohl die Niederlage des Deutschen Reiches schon in greifbarer Nähe ist, wird am Ostersonntag 1945 zum 13. Mal der 1000 km Lauf „ Wir laufen für den Führer“ gestartet.
Er führt über 20 Etappen von Berchtesgaden nach Berlin und der Sieger darf am 20.April dem Führer zum Geburtstag gratulieren. Aber dieses Mal gibt es nur eine sehr kleine bunt zusammengewürfelte Läufergruppe, von denen kaum jemand ein Sportler zu sein scheint.

Harry Freudenthal ist Jude und lebt dank eines guten Netzwerkes seit Jahren untergetaucht und unter diversen Identitäten und hat es mit viel Glück bislang geschafft den Häschern zu entkommen und zu überleben.
Als er mit einer Gruppe unterwegs ist, um nach Santiago de Compostelo zu pilgern, wird diese aufgegriffen, seine Kameraden werden erschossen. Er verdankt sein Überleben bei dieser Aktion nur Leni Riefenstahl, die vor Ort ist und diesen Lauf auf Zelluloid bannen soll. Er fällt ihr auf und so wird er ungefragt der Läufergruppe hinzugefügt und rennt nun als Paul Renner um sein Leben.

Wir werden im Lauf der Erzählung von Tag zu Tag des Laufes geführt mit allen Widrigkeiten ,die sich durch die näherkommende Kriegsniederlage immer mehr zuspitzten. Harry (Paul) gleitet während der stundenlangen, strapaziösen Läufe weit in die Vergangenheit seines Lebens ein und belohnt uns in diesem Rahmen mit seiner kompletten Lebensgeschichte, die mich sehr beeindruckt hat.

Alle Persönlichkeiten, die in diesem Buch beschrieben werden sind exzellent herausgearbeitet und man kann sie förmlich vor sich sehen mit ihren so unterschiedlichen Charakteren und Verhaltensweisen. Der Autor hat durch seine jahrelange Recherche auch die Verhältnisse und Umstände sehr lebensnah getroffen und man wird dadurch in die Lage versetzt diesen Lauf regelrecht mitzuerleben, als wenn man selber dabei gewesen wäre.

Das Buch lässt sich leicht und gut lesen und man kann die Absurdität vieler Handlungen und die Umstände dieser letzten Kriegstage begreifen. Der Autor entschärft das doch ernste Thema durch feine Ironie und schwarzen Humor. Dieses Buch ist mal eine absolut andere Art und Weise an das Thema heran zu gehen und es ist gut gelungen und einfach lesenswert.

Bewertung vom 24.08.2017
Die Moortochter
Dionne, Karen

Die Moortochter


sehr gut

Helenas Geschichte wird in 2 Handlungssträngen erzählt. Der eine umfasst ihre Vergangenheit und Kindheit, der zweite das aktuelle Geschehen und die Jagd nach ihrem Vater.
Mich hat hauptsächlich der Strang fasziniert, in dem sie ihre Kindheit und ihr tägliches Leben im Moor beschrieb. Die Persönlichkeiten sind sehr bildhaft und lebensnah beschrieben und ich hatte ein gutes Bild vor den Augen. Besonders anschaulich fand ich ausführlichen Darstellungen der Landschaft und den täglichen Gegebenheiten.
Speziell der Vater wurde gut getroffen, wobei die widersprüchlichen Eigenschaften des einerseits liebevollen Vaters gegenüber denen des grausamen Psychopathen gut herausgearbeitet wurden. Die Person der Mutter bleibt eher im Hintergrund, es soll ja auch nicht ihre Geschichte sein…, aber man kann diese Frau nur bedauern….
Helena selber hat alles von ihrem Vater gelernt, wenn auch unter z.T. härtesten Bedingungen und mit grausamen Strafen für Fehler und Fehlverhalten, aber sie liebte und verehrte ihn, zumindest so lange bis sie grösser wurde und gedanklich zu hinterfragen begann. Sie wurde auch von ihm geliebt, auf seine Art und Weise, die wir wahrscheinlich nicht verstehen.

Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, es war auch spannend, aber als Psychothriller würde ich es nicht bezeichnen, auch wenn die Handlungen ihres Vaters absolut psychopathisch und grausam sind.

Für mich ist es eine absolut spannende Lebensgeschichte in einer ungewöhnlichen Umgebung, unter harten Voraussetzungen, die dieser Frau einiges abgefordert haben und die durch eine harte Schule gehen musste, was zur Not auch einen Mord in Notwehr einschließt, um aus diesem unglücklichen Geschehen ein für alle Mal herauszukommen und in ihrem neuen Leben mit Mann und Kindern Frieden und Ruhe zu finden.

Das Buch ist lesenswert und es gab keine langweilige Minute!