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Benutzername: britta70
Wohnort: Frankfurt
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 18.10.2015
Das Licht der letzten Tage
Mandel, Emily St. John

Das Licht der letzten Tage


gut

Enttäuschende Dystopie

"Das Licht der letzten Tage" ist eine Dystopie. Es geht um den Ausbruch der Gregorianischen Grippe, die dadurch ausgelöste Endzeitstimmung und deren Konsequenzen. Eine Story, die zunächst einmal spannend klingt. ich kenne noch nicht allzu viele Dystopien, und so war ich auf diese hier sehr gerade auch wegen der überaus positiven Kritiken gespannt. Ich habe eine anspruchsvolle Endzeitgeschichte, vielleicht vergleichbar mit Saramagos "Die Stadt der Blinden" erwartet - eine hohe Erwartungshaltung, denn "DIe Stadt der Blinden" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Leider erwies sie sich als zu hoch.

Der Sprachstil an sich gefällt mir sehr gut. Ebenso gefällt es mir, dass die Geschichte auf zwei Ebenen angesiedelt ist. Eine Perspektive handelt von dem Leben vor dem Ausbruch der Epidemie, die andere von dem Leben danach. Leider habe ich die Erzählung über weite Strecken als sehr langatmig und mühsam empfunden. Mit den Protagonisten hatte ich auch so meine Probleme, insbesondere die Mitglieder der Symphonie waren mir irgendwie zu abstrakt. So fiel es mir sehr schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Spannend wurde es, wo es um die konkreten Auswirkungen der Epidemie und den Überlebenskampf der Protagonisten ging. Davon hätte ich sehr gerne mehr gelesen.

Kein schlechtes Buch, aber eines, das mich nicht wie erwartet fesseln konnte. Aufgrund des schönen Sprachstils und der Grundidee würde ich weiteren Büchern der Autorin aber auf jeden Fall eine Chance geben.

Bewertung vom 07.06.2015
Nur einen Horizont entfernt
Spielman, Lori Nelson

Nur einen Horizont entfernt


gut

Hätte mir noch mehr Tiefgang gewünscht
Ein überraschender Brief und zwei Steine bringen das Leben der TV-Moderatorin Hannah Farr gehörig durcheinander. Nach so langer Zeit bittet ihre ehemalige Schulkollegin Fiona Knowles sie um Vergebung für ihre damaligen Sticheleien und Hetzjagden. Doch auch nach all den Jahren tut sich Hannah noch schwer, ihr zu vergeben, denn Fiona hat durch ihr Verhalten damals ohne ihr Wissen Dinge in Gang gesetzt,die ihr Leben von Grund auf verändert haben. Nach und nach erst wird Hannah bewusst, dass die Dinge mitunter anders sind, als sie scheinen. Und so sind die von Fiona erhaltenen Versöhnungssteine für Hannah Anlass, sich auf ihr eigenes Leben zu besinnen und sich auf die Suche zu begeben: die Suche nach ihrer verloren geglaubten Mutter und sich selbst.
Spielmans Buch "Nur einen Horizont entfernt" ist eine anrührene Geschichte über eine Mutter-Tochter Beziehung sowie die Themen Schuld und Vergebung. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und zum Nachdenken angeregt. Die Protagonisten sind plastisch beschrieben, so dass man sich mit einigen mehr (Dorothy), mit anderen weniger (MIchael, Claudia) anfreunden kann. Die Autorin hat zwar einige überraschende Wendungen eingebaut, doch ich fand die Geschichte insgesamt recht vorhersehbar. Dies hat den Lesegenuss etwas getrübt, zumal mir auch die Tendenz zu Schwarz-Weiß-Malereien nicht zugesagt hat. Dennoch freue ich mich auf das neue Buch der Autorin, das dann hoffentlich noch etwas mehr Tiefgang hat.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.04.2015
Der Sommer, in dem es zu schneien begann
Clarke, Lucy

Der Sommer, in dem es zu schneien begann


sehr gut

Ein Meer aus Geheimnissen und Lügen

Der Albtraum einer jeden Frau: Eva wacht eines morgens auf, das Bett neben ihr ist leer. Daraufhin begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Ehemann Jackson. Leider gibt es schlechte Nachrichten für sie, denn Jackson stürzte beim Angeln von den Klippen und fand im Meer den Tod. Seine Leiche wird nie gefunden. Die erst seit zehn Monaten verheirate Eva fühlt sich alleine und einsam. Sie beschließt nach Tasmanien zu reisen, wo die Wurzeln ihres Mannes liegen. Sie bedauert nicht zu Lebzeiten mit Jackson dort gewesen zu sein und möchte nun endlich dessen Familie kennenlernen. Nicht zuletzt ist dies ja auch die letzte Verbindung zu ihrem Ehemann, mit dem ihr insgesamt nur zwei Jahre vergönnt waren. Doch was sie dort nach und nach erfährt, wirft sie komplett aus der Bahn und lässt Jackson in einem neuen Licht erscheinen. Callie und Saul, Jacksons Bruder, sind ihr in dieser Zeit wichtigte Stützen. Die braucht sie auch, als das Unvorstellbare wahr wird...

Lucy Clarke ist es gelungen, eine Geschichte zu schreiben, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und immer wieder überraschende Wendungen nimmt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Ende habe ich zwar so ähnlich vorhergesehen, dennoch tat dies der Spannung keinen Abbruch. Gebannt habe ich mit Eva mitgefiebert, die sich in der atemberaubenden Kulisse Tasmaniens Schritt für Schritt der Wahrheit annähert. Allein die love story hätte es nicht gebraucht, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ansonsten bin ich begeistert von den Charakteren, mit denen ich im einen Fall mehr, im anderen weniger sympathisieren konnte, ebenso wie von den Lanschaftsbeschreibungen und der Gesamtkonstruktion der Geschichte. Unbedingt lesenswert!

Bewertung vom 08.04.2015
Der Untergang Barcelonas
Sánchez Piñol, Albert

Der Untergang Barcelonas


gut

Lebendiger Geschichtsunterricht

Zuvi Marti wird von seinem Vater auf die Klosterschule der Karmeliter geschickt, denn aus ihm soll ein ehrbarer Bürger hervorgehen. Zuvi hat dort allerdings nur ein kurzes Gastspiel, dann geht er nach Frankreich, wo er beim berühmten Festungsbauer in die Lehre geht. Zuvi erweist sich als sehr wissbegieriger und gelehriger Schüler, dessen Ziel es ist, es seinem Meister gleichzutun und 10 Punkte zu erlangen. Ein ehrgeiziges Ziel und ein harter Weg dorthin. Nach dem Tod Vaubans versucht Zuvi sein erworbenes Wissen im spanischen Bürgerkrieg anzuwenden. Hin und hergerissen zwischen den Fronten, entscheidet er sich doch am Ende dafür, zu seinen Lieben zurückzukehren und seine Heimatstadt Barcelona zu stärken...

"Der Untergang Barcelonas" ist ein sehr informativer und gut recherchierter Roman über den spanischen Bürgerkrieg. Für Historienfans sicher ein Muss! Andere werden sich vielleicht eher ein wenig von der Schwere der Fakten erschlagen fühlen, auch wenn diese in einer gut verständlichen Sprache dargeboten und durch Illustrationen ergänzt werden. Geschichtsbeschreibungen sind sehr detailliert, die Romanhandlung tritt dahinter zurück. Humororistische Szenen gibt es immer wieder, ich hätte mir noch mehr davon gewünscht. Ein großes Historienepos, das den geschichtlich interessierten Leser sicher begeistern wird. Zuvis Entwicklung habe ich interessiert verfolgt, die Geschichte als Ganzes konnte mich hingegen leider nicht fesseln.

Bewertung vom 04.03.2015
Atlantia
Condie, Ally

Atlantia


gut

Eine Dystopie, die neugierig macht

Atlantia malt ein Bild der Welt, die nach dem "Kollaps der Erde" durch Zerstörung, Krieg und Verschmutzung in ein "Oben" und ein "Unten" zweigeteilt ist. Während unten mit Atlantia eine "schöne, neue Welt" langes Leben, Gesundheit, Stärke und Glück garantiert, erwartet die Menschen oben das Gegenteil: kurzes Leben, Krankheit, Schwäche und Elend. An einem Tag in ihrem Leben müssen sich Atlantias Bewohner, wo sie ihr Dasein fristen wollen. Denn die Versorgung und damit der Fortbestand von Atlantia können nur dadurch gesichert werden, dass Einige sich opfern und für ein Leben oben entscheiden. Rio verspürte stets eine tiefe Sehnsucht nach dem Leben oben, die durch nichts abgeschwächt werden konnte, doch sie entscheidet sich dennoch gegen das "Oben", um bei ihrer Schwester Bay bleiben zu können. Entsprechend groß ist der Schock, als Bay sich plötzlich für das Leben oben entscheidet. Werden die Schwestern diese große Trennung überwinden und wieder zueinander finden können?

Atlantia ist eine der ersten Dystopien, die ich gelesen habe. Das Szenario einer zweigeteilten Welt mit all ihren Facetten finde Ich plastisch dargestellt, so dass ich mir diese Welt bildlich gut vorstellen konnte. Einiges widerum, insbesondere die fantastischen Elemente (Sirenen, Fledermäuse u.ä) blieben mir jedoch fremd. Dies liegt jedoch nicht am Schreibstil der Autorin oder der Art, wie sie die Geschichte konzeptualisiert hat. Es verdankt sich eher meiner Unerfahrenheit auf dem Gebiet der Dystopie sowie einer allgemeinen Ablehnung fantastischer Elemente. Die Atlantia zugrunde liegende Idee finde ich jedoch sehr interessant und konsequent durchgespielt. Man wird motiviert, über alternative Seinsformen nachzudenken. Die Vor- und Nachteile des Lebens in einer Unterwasserwelt werden durch die unterschiedlichen Charaktere gut beleuchtet.

Insgesamt ein Buch, welches mich auf weitere Dystopien neugierig gemacht hat, mich aber nicht begeistern konnte, da insbesondere im zweiten Teil Einiges zu fremd und daher für mich nicht nachvollziehbar blieb.

Bewertung vom 02.11.2014
Das Rosenholzzimmer
Romer, Anna

Das Rosenholzzimmer


gut

Australische Familiensaga

Die Nachricht von Tonys plötzlichem Tod trifft seine Exfrau Audrey und die gemeinsame, 11jährige Tochter Bronwyn ins Mark. Erstaunt erfahren sie von Tonys testamentarischer Verfügung, nach der die Beiden ihr Haus für Tonys Ehefrau Carol räumen und im Thornwood Haus einen Neuanfang machen sollen. Während Bronwyn gleich begeistert ist, zieht Audrey es vor, mit der Vergangenheit abzuschließen und das Haus zu verkaufen. Doch es kommt anders als geplant. Als die Beiden das Haus besichtigen, fühlt Audrey sich gleich magisch angezogen, sie wirft ihren Entschluss und damit ihr bisheriges Leben über Bord. Bald schon ist sie tief in alte Familiengeheimnisse verstrickt und versucht herauszufinden, was es mit dem Tod mehrerer Familienangehöriger von Tony auf sich hat. Das Abenteuer beginnt...

"Das Rosenholzzimmer" spielt in Australien und besticht durch tolle Beschreibungen von Flora und Fauna. Die Grundstory hat mir gut gefallen. Es war spannend zu lesen, wie Audrey versucht, Licht in alte Familiengeheimnisse zu bringen. Gestört hat mich allerdings die immer wiederkehrende Vermischung von Traum und Realität, die Bedeutung von Audreys esoterisch anmutenden Visionen wurde mir am Ende nicht klar. Manche Passagen habe ich als recht langatmig empfunden, an anderen Stellen überschlugen sich die Ereignisse förmlich. Das Ende hatte schon was etwas von einem Thriller. Leider blieben für mich inklusive der Titelwahl einige Fragen ungeklärt. Meine Erwartungen haben sich nicht erfüllt, dennoch würde ich gerne noch mal ein anderes Buch der Autorin lesen.

Bewertung vom 12.06.2014
Mein Sommer am See
Hall, Emylia

Mein Sommer am See


gut

Was bleibt, sind Erinnerungen

Jean Paul wird oft mit den Worten zitiert "Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann". An diesen Spruch musste ich bei der Lektüre des Buches wieder denken. Beth hat ein etwas angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater. Als er unerwartet seinen Besuch anmeldet, hofft Beth auf eine schöne gemeinsame Zeit. Sie ist enttäuscht zu erfahren, dass er gekommen ist, um ihr ein Päckchen persönlich zu überreichen. Ein Päckchen, das eine weite Reise hinter sich hat, denn es kommt aus Ungarn. Von dort, wo ihre Mutter Marika zurückgegangen ist, um ihr Glück zu finden, als Beth erst 9 Jahre alt war. Beth wird wider eigenem Willen an eine Vergangenheit erinnert, die sie seit langem erfolgreich verdrängt hat; der Kontakt zu ihrer Mutter liegt seit langem auf Eis. Nun hält sie einen Brief ihres Lebensgefährten Zoltán in den Händen, der sie darüber informiert, dass ihre Mutter verstorben ist. Beigefügt ist das "Album unserer Sommer" von Mutter Marika für ihre Tochter Erzsi (so nannte sie Beth). Dieses Album enthält Bilder ihrer gemeinsam verbrachten Sommer. Gemeinsam mit Beth blättert der Leser dieses Album Seite für Seite, von Sommer zu Sommer durch. So entsteht Schritt für Schritt das Bild eines längst verloren geglaubten Paradieses vor den Augen Beths und dem Leser, das Zeugnis ablegt von einer tiefen Mutter-Kind Liebe ebenso wie Beths Entdeckung der ersten großen Liebe. Doch dann passiert etwas, das den Bruch zwischen Beth und ihrer Mutter Marika herbei führte...

"Mein Sommer am See" ist eine sehr emotionale Mutter-Kind Geschichte, die von Trennung und Schmerz, erster Liebe, Geheimniskrämerei und Vergebung handelt. Die Protagonisten wurden sehr lebendig gezeichnet, besonders Erzsi ist mir ans Herz gewachsen. Als Scheidungskind habe ich ihren Schmerz, ihre Zerissenheit und ihre Sehnsüchte mitgefühlt. Die Berichte über die vielen in Ungarn verbrachten Sommer fand ich zum Teil etwas langatmig, die Lüftung des Geheimnisses und den Schluss hingegen etwas plötzlich. Dennoch hat mir das Buch ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert. Es ist eine unterhaltsame Sommerlektüre- nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bewertung vom 09.04.2014
Morgen kommt ein neuer Himmel
Spielman, Lori Nelson

Morgen kommt ein neuer Himmel


sehr gut

Lebe Deine Träume!

"Morgen kommt ein neuer Himmel" ist eine sehr bewegende Mutter-Tochter-Geschichte. Als Elizabeth den Kampf gegen ihre Krankheit verliert, stürzt Brett in ein schwarzes Loch. Der Schmerz über den Verlust ihrer geliebten Mutter ist schier unerträglich, doch gilt es sich nicht gegen zu lassen, soll sie doch die künftig die erfolgreiche Firma Bohlinger Cosmetics leiten - denkt sie zumindest. Doch überrascht muss Brett bei der Testamentseröffnung zur Kenntnis nehmen, dass ihre Mutter als neue Geschäftsleitung Catherine, ihre Schwägerin, vorgesehen hat. Brett glaubt ihren Ohren nicht zu trauen, doch kommt es noch dicker: Während die anderen Familienmitglieder ihr Erbe sofort antreten können, soll sie erst 10 Punkte auf einer Wunschliste abarbeiten, die sie als 14jähriges Mädchen einmal verfasst hatte. Brett schäumt vor Wut. Wird sie diesen letzten Wunsch ihrer Mutter folgen? Und falls sie sich darauf einlässt: Wie soll sie innerhalb von nur einem Jahr zum Beispiel den Richtigen finden, wo sie doch in einer Beziehung ist? Wie soll sie bis dahin ein Kind bekommen oder das Verhältnis mit ihrem Vater bereinigen, der auf dem Friedhof begraben liegt? Fragen über Fragen...

Von Anfang an zog mich die Geschichte in ihren Bann. Ich habe erst mit Brett getrauert, gemeinsam mit ihr die massive Verletzung und auch Wut bei der Testamentseröffnung gespürt und schließlich begonnen darauf zu vertrauen, dass ihre Mutter Elizabeth es letztlich gut mit ihr meint und nur ihr Bestes will. Die Geschichte hat mich sehr berührt, ist das eigentliche Thema doch das Leben der eigenen Träume sowie das besondere Band, das Mutter und Tochter über den Tod hinaus verbindet. Die Charaktere fand ich sehr authentisch dargestellt, nicht nur aber insbesondere die Hauptprotagonistinnen Elizabeth und Brett. Wunderschön fand ich, wie Spielman hier die Fortführung des Mutter-Tochter-Dialoges inszeniert hat. Natürlich ist die Idee eines Vermächtnisses mit Aufgaben nicht neu, doch die Aurorin schafft es, der Geschichte ihre eigene Note zu geben. Gerne empfehle ich das Buch all denjenigen, die gerne ihr Leben reflektieren oder einfach etwas für's Herz lesen möchten.

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