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Hightower667
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Bewertungen

Insgesamt 201 Bewertungen
Bewertung vom 27.11.2025
Seeberg, Helen

Dein Lesestart: Weißt du schon alles über das Weltall? Ab 1. Klasse


sehr gut

Ein super Buch für Erstleser/innen

Der Weltraum! Unendliche Weiten! Wer kennt ihn nicht, diesen ikonischen Satz aus der Serie „Raumschiff Enterprise“, die in den 70er Jahren erstmals in Deutschland ausgestrahlt wurde. Die jetzigen Erstleser/innen bestimmt nicht, aber vielleicht ihre Eltern.

„Weißt du schon alles über das Weltall?“ aus dem Duden Verlag erklärt das Weltall in kurzen Texten und mit nachvollziehbarem Satzbau. Farbig abgesetzte Silben erleichtern das Lesen und lassen selbst den größten Lesemuffel mit dem Lesen beginnen. So macht Lesen lernen Spaß und zeitgleich erfährt man noch viele spannende Dinge über unser Universum und den Weg dorthin.

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt, welche sich jeweils thematisch mit dem Weltall beschäftigen. Dabei sind zum Beispiel Raumfahrt, der Planet Erde oder Leben im Weltall. Die Seiten haben wenig Text und es gibt viele interessante Bilder zu bestaunen. Somit wirken die Seiten nicht überfrachtet und die Leser/innen werden nicht überfordert. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es auch immer eine Doppelseite Rätselspaß, wo die gerade gelesenen Informationen auf kreative und unterhaltsame Weise abgefragt werden. Stark!

Fazit: Ein kurzweiliges Buch, welches nicht nur unterhält, sondern auch das Lesen und richtige Silbentrennung fördert. Ideal auch für den Sachunterricht in Grundschulen. Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 18.11.2025
Petrowitz, Michael

Magic Music, Band 1 - Der rätselhafte Rückwärtszauber


gut

Von der Magie der Musik

Tristan verbringt seinen Urlaub zusammen mit seiner Mutter im Küstenstädtchen Glennyfey. Da seine Mutter die meiste Zeit trotz der gemeinsamen freien Zeit arbeitet, ist Tristan häufig allein am Tag. Mit der Zeit lernt er die wilde Mel kennen, ein Mädchen, dass ihn gleich als Gitarrist für ihre Band engagiert. Und das, obwohl Tristan noch nie zuvor ein Instrument in den Händen gehalten hat. Wie sich herausstellt, hat er sogar richtiges Talent für die Gitarre.
Als Tristan ein Missgeschick passiert, versucht er Mithilfe von Mel und einer geheimnisvollen Buchseite dieses Missgeschick rückgängig zu machen. Dies setzt eine Reihe von magischen Dingen in Gang, die für jede Menge Aufregung sorgen werden.

„Magic Music - Der rätselhafte Rückwärtszauber“ von Autor Michael Petrowitz ist der Beginn einer neuen Reihe für Kinder, bei denen Tristan und Mel die Hauptrollen übernehmen und musikalische, magische Abenteuer erleben. Das alles vor dem Hintergrund Irlands, dessen Kultur während der Geschichte immer mal wieder eingestreut wird.

Der Schreibstil ist flott, definitiv humorvoll geschrieben und leicht verständlich. Trotzdem nimmt sich der Autor die Zeit, die Charaktere gründlich einzuführen. So haben die Kinder das Gefühl, besser und tiefer in die Geschichte einzutauchen. Gerade auch in Bezug auf weitere Teile der Reihe, die bestimmt aufeinander aufbauen werden. Die Sätze sind nie zu lang, so dass die Motivation beim Lesen gewährleistet wird. Auch die Schriftgröße ist für Kinder schön groß.

Highlight bei der Aufmachung des Buches ist definitiv das bunte, farbenfrohe und mit viel magischem Glitzer ausgestattete Cover. Die Kinder werden es lieben und werden versuchen, die hier abgebildeten Töne mit dem Finger entlang zu fahren. Für das Cover und die vielen schönen schwarz-weiß Illustrationen ist Hannah McCaffrey verantwortlich, die das Buch zusätzlich aufwerten.

Fazit: Ein Kinderbuch, welches sich mit Musik beschäftigt ist rar gesät und daher ist es um so schöner, dass „Magic Music“ auch noch so unterhaltsam geworden ist. Man kommt schnell rein und folgt der Geschichte gerne. Am Ende freut man sich auf weitere Abenteuer von Tristan und Mel. Leseempfehlung!

Bewertung vom 18.11.2025
Bjergfeldt, Annette

Mr. Saitos reisendes Kino


ausgezeichnet

Coming of Age auf der Insel und die Liebe zum Kino

Lita wurde in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires im Jahr 1927 geboren. Ihre Mutter Fabiola ist ein Lebemensch, wie er im Buche steht und ihre Liebe zu Schuhen und Tango sie schon häufig in arge Probleme bringen kann. Aus diesen Gründen müssen die beiden sehr spontan ihre Heimat verlassen und versuchen mit einem Schiff nach Europa überzusetzen. Doch statt nach Paris zu gelangen, landen sie in Kanada, genauer gesagt Upper Puffin Island, einer Insel vor der Küste Neufundlands. Und hier ist so ziemlich alles anders als bisher. Sie kommen unter im BETHLEHEM, einer Pension und Seemannsheim , welches die unterschiedlichsten Charaktere beherbergt. Was nur als kurzer Aufenthalt gedacht war, wird Litas Leben für immer verändern. Und ganz viel zu tun damit hat Mr.Saito, der mit seinem Wanderkino das Leben in bewegten Bildern auf die Insel bringt.

Was für ein Roman! Vielmehr soll an dieser Stelle von der Geschichte auch nicht erzählt werden. Dieses Buch muss man auf eigene Faust kennenlernen und erleben.

Die Geschichte ist rau, brutal, traurig, lustig und voller Liebe. Alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens werden auf dieser Insel intensiv erlebt. Die Geschichte beginnt 1927 in Südamerika, während das Inselabenteuer für Lita im Jahr 1937 beginnt. Das Leben das ihr hier begegnet ist so völlig anders als das Leben in ihrer Heimat. Während Litas Mutter Probleme mit dem Inselleben hat, so blüht Lita dank neuer Freundschaften nach kurzer Teit so richtig auf.

Nachrichten und Gerüchte gibt es vor allem über die vielen Seemänner, die regelmässig auf der Insel anlanden. Highlight und echte Nachrichten sind das jährliche Wanderkino von Mr. Saito, welcher von allen Inselbewohnern regelrecht herbeigesehnt wird.

Die dänische Autorin Annette Bjergfeldt hat mit „Mr. Saitos Reisendes Kino“ einen wahrhaft meisterlichen Roman geschrieben. Hier stimmt einfach alles und zum Ende des Jahres erscheint somit noch mal ein richtiger Pageturner im Handel. Die Sprache ist lebendig, poetisch, rau und die Sätze sind einfach nur ein Genuss zu lesen. Hier gibt es jede Menge zu entdecken und man wird als Leser/in auch ein Teil der Inselgemeinschaft.

Stark ist hierbei die rhetorische Vielfalt, welche die Autorin an den Tag legt. Nie wird es langweilig und die Geschichte baut sich richtig schön auf. Jeder Charakter hat eine Funktion und ist wichtig, auch wenn er vielleicht nur kurz im Buch vorkommt.

Ebenfalls stark ist die immer gleiche Beschreibung des Zyklus der Jahreszeiten oder der Papageientaucher. In diesem Zeitraum hat Lita aber viele Dinge erlebt und wird langsam erwachsen. Vieles bleibt gleich, doch gleichzeitig ändert sich alles.

Es ist so unglaublich schwer dieses Erlebnis zu beschreiben. Daher ein einfacher Tipp: Lesen! Man kann nichts falsch machen.

Fazit: Das vielleicht beste Buch des Herbstes! Ein Buch, dass noch lange nachhallen wird. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 12.11.2025
Siebold, Henrik

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln


sehr gut

Japanischer Krimi für Erstleser

Schon beim Anblick des farbenfrohen Buchcovers wird klar, dass hier gleich etwas passieren wird.

Der Autor der „Inspektor Takeda“- Krimis, Henrik Siebold, hat ein neues Kinderbuch für Erstleser der zweiten Stufe veröffentlicht. „Die Tokio-Detektive“, das sind Yoshi und Ben, die hier in ihrem ersten gemeinsamen Fall ermitteln.

Aber eigentlich kennen sich Yoshi und Ben zu Beginn des Buches noch gar nicht. Denn Ben zieht mit seinen Eltern nach Tokio und dort ist so ziemlich alles anders als zu Hause in Deutschland. Die Sprache, die Schrift, die Kultur und eigentlich alles andere auch. Und das alles kann einem auch schon mal ein wenig Angst machen.

Ben und Yoshi werden Freunde und verbringen viel Zeit miteinander. Als Yoshi Ben von den Obake, den bösen Geistern, erzählt, entdecken sie eine Höhle in der irgendwas vor sich geht. Der richtige Zeitpunkt für die beiden Hobby-Detektive, der Sache auf den Grund zu gehen!

Dieses Buch ist ein Geschenk für Erstleser. Die kurzen Sätze und die große Schrift sorgen für Wohlbefinden und Motivation beim Lesen. Selbst Lesemuffel werden dem Buch einiges abgewinnen können. Seien es die tollen Bilder, die spannende Geschichte oder so Grundbegriffe der japanischen Sprache, die man lernen kann. Hier ist für jeden etwas dabei.

Die Mischung aus Text und Manga ist wirklich innovativ und bringt frischen Wind in die Welt der Erstleser-Bücher. Gerade die tollen Zeichnungen von Inga Steinmetz setzen ein Zeichen und begeistern.

Fazit: Die „Tokio-Detektive“ begeistern auf Anhieb. Hier stimmt eigentlich alles. Nur schade, daß das Abenteuer schon nach kurzer Zeit vorbei ist. Hoffentlich gibt es bald schon Nachschub! Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.11.2025
Bertram, Rüdiger

Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?


sehr gut

Spannendes Abenteuer mit viel Tempo und Witz

Wer kennt ihn nicht? Robin Hood. Die Legende aus dem Sherwood Forest. Der Mann, der die Reichen bestahl, um es den Armen und Bedürftigen zu geben.

Auch heute noch versucht Robin zu helfen. Natürlich nicht im Wald, sondern als Junge und Enkel in der mindestens 24. Generation nach dem Original. Gemäß der Familientradition: Erst nehmen, dann geben!

Immer an seiner Seite: Loretta! Aufpasserin und Mädchen für alles in der Zeit der Abwesenheit seiner Eltern, die den Spirit der Familie eher anders auslegen. Und natürlich gibt es noch Robin selber, der als Meisterdieb versucht spektakuläre Dinge zu entwenden. Zu einem guten Zweck natürlich. Als Nächstes möchte er einen seltenen Schmetterling in seinen Besitz bringen. Obwohl alle Ihm bekannten Menschen eine Falle wittern, möchte Robin den Job trotzdem durchziehen. Somit lernt er
Mary kennen, die von allen nur „die Hand“ genannt wird. Doch das ist nur der Beginn eines sehr viel größeren Abenteuers und einer Gefahr, die das Leben der Menschheit für immer verändern könnte.

Autor Rüdiger Bertram ist mit „Robin the Hood-Wie klaut man eine Stadt“ ein tolles Kinderbuch gelungen, welches auch jung gebliebene Erwachsene köstlich unterhält. Alleine schon die Vorstellung der einzelnen Charaktere ist ein Feuerwerk an Humor. Der Schreibstil ist flott, aber man kann ihm leicht folgen. Als Leser/in möchte man unbedingt wissen wie es weitergeht, so dass es schwer ist das Buch aus der Hand zu legen. Einflüsse von James Bond und Indiana Jones sind nicht zu übersehen und passen hervorragend zur Geschichte.

Das Cover fällt einem als Leser/in sofort ins Auge. Titel und Zeichnung sind zu gleichen Teilen dort aufgeteilt, was sehr gut passt und ein stimmiges Gesamtbild entstehen lässt. Dies ist dem Illustrator Horst Hellmeier zu verdanken, der das Buch und die Geschichte mit seinen teils überzogenen, comicartigen Illustrationen zusätzlich aufwertet. Wirklich gelungen und überhaupt nicht aufgesetzt.

Nach dem Lesen des Buches kann man sich vorstellen, dass Robin noch weitere Abenteuer erleben wird. Sehr zur Freude der Leser/innen natürlich.

Fazit: Der Auftakt ist gelungen. „Robin the Hood“ unterhält auf allen Ebenen und ist Lesespaß pur. Von vorne bis hinten. Negative Kritik ist hier nicht zu finden. Folgt Robin in seine Welt. Es lohnt sich!
Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.10.2025
Nörr, Christoph;Nörr, Julia

Als mir der Westwind Geschichten erzählte - Magische Weihnachtsabenteuer zum Vorlesen


gut

Hochwertiges Kinderbuch

Die Tage werden kürzer, es wird langsam kälter und die dunkle Jahreszeit klopft an die Tür. Was gibt es da Schöneres als mit der Familie zusammen ein Buch mit Weihnachtsgeschichten an einem gemütlichen und warmen Ort zu lesen?

Das Kinderbuch „Als mir der Westwind Geschichten erzählte - Weihnachtsabenteuer zum Vorlesen“ von Christoph und Julia Nörr erzählt zehn zauberhafte und magische Geschichten, die sich vornehmlich an die jüngeren Leser/innen richtet. Da wäre zum Beispiel die Geschichte vom Igelkind Marie, das überhaupt keine Lust auf Winterschlaf hat, da es gerne mal den Winter erleben möchte. Oder die Geschichte von Pia, die der Eisfee Fjella eine Nacht lang unter die Arme greifen darf, um den Waldbewohnern zu helfen.

Alle zehn Geschichten stehen für sich, aber dadurch, dass sie alle in dem selben Wald spielen, kommen die verschiedenen Charaktere häufiger vor und man lernt sie besser kennen. Gerade für jüngere Mitleser/innen ist dies eine tolle Sache.

Eingebettet ist das Ganze in eine Art Rahmengeschichte über ein leeres, eigentlich schon vergessenes Buch, welches durch einen Sturz aus dem Regal, den Westwind trifft. Dieser flüstert ihm nach und nach seine Geschichten ins Buch und die Magie beginnt.

Zuerst fällt einem als Leser/in das total schöne Buchcover auf, das noch zusätzlich aufgewertet wird, da es auf der Frontseite eine Lücke gibt, durch die man direkt ins Buch hineinschaut. Toller Effekt. Die Zeichnungen von Anha Grote passen sehr gut zu der vorweihnachtlichen Stimmung des Buches. Ein paar Zeichnungen mehr hätten es aber doch gerne sein dürfen. Kinder mögen beim Vorlesen so ungern auf Blätter mit ausschließlich Text schauen. Dies soll aber bitte nicht als wirkliche Kritik verstanden werden. Die Geschichten sprechen für sich.

Der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich. Die Spannungskurve flach. Die Geschichten mit den Trollen mal ausgenommen. Es gibt immer nur „kleine“ Probleme, die aber zum Ende hin gelöst werden.

Das Buch ist hochwertig verarbeitet und wiegt richtig was. Das merkt man sofort.

Fazit: „Als mir der Westwind Geschichten erzählte“ ist ein klassisches Geschichtenbuch für die ganze Familie, welches hervorragend in die Vorweihnachtszeit passt. Ob zum Selber lesen für Kinder oder zum gemeinsamen Vorlesen im Bett. Die Kinder werden begeistert sein. Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.10.2025
Ulmen-Fernandes, Collien

Lotti und Otto (Band 4) - Die weihnachtliche Freundschaftsfamilie


sehr gut

Endlich geht es weiter

Die beiden Otterkinder Lotti und Otto sind wieder zurück. Wie auch in den vorangegangenen Abenteuern geht es wieder um die Kraft der Freundschaft. Und passend zur nun kommenden dunklen Jahreszeit spielt die Geschichte zu Weihnachten.

Doch worum geht es diesmal? Die besten Freunde Lotti und Otto freuen sich auf Weihnachten. Alle ihre Freunde und Familien bereiten sich auf ein wunderschönes Fest vor. Es herrscht reges Treiben bei allen.

Lottis Vater übt sich in Plätzchen backen mit eher mittelmäßigem Erfolg. Lottis Mutter spielt alleine Weihnachtslieder auf ihrer Gitarre. Während alle im Wald auf ein gemeinsames Familienweihnachten zusteuern, müssen die beiden Otterfreunde mit dem schlimmsten rechnen: Einem einsamen Fest! Doch soweit darf es nicht kommen. Ein Plan muss her!!!

„Lotti & Otto - Die weihnachtliche Freundschaftsfamilie“ von Autorin Collien Ulmen-Fernandes und Illustratorin Carola Sieverding ist wieder ein wundervolles Kinderbuch geworden. Dies fängt schon beim tollen Cover an, welches alleine schon durch seine Farbenpracht für die richtige Einstimmung in die Weihnachtszeit sorgt. Insgesamt sind die Zeichnungen einfach nur gelungen und laden zum immer wieder anschauen ein. Man entdeckt immer wieder Neues auf den Seiten. Zum Beispiel gibt es eine Mäusefamilie, die unabhängig von der Hauptgeschichte kleine Abenteuer erlebt. Einfach nur süß.

Textlich wird eine schöne und warmherzige Geschichte erzählt, die sich eindeutig an das jüngere Lesepublikum wendet. Der Text ist leicht verständlich. Erwachsene werden bestimmt anfangen zu lächeln, wenn sie von den Igel-Zwillingen Iggy und Pop lesen. Mag da jemand Punkmusik?

Fazit: Wer die Vorgänger schon toll fand, der wird auch an diesem Teil wieder Gefallen finden. Alle anderen sei gesagt: Wer mal wieder ein Kinderbuch mit Herz lesen möchte, der macht hier bestimmt nichts falsch. Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 21.10.2025
Pernlochner-Kügler, Christine

Der Club der kalten Hände


sehr gut

Ehrlich, witzig und menschlich!

Der Tod ist immer noch ein großes Tabu in unserer Gesellschaft. Keiner redet gerne darüber, obwohl er allgegenwärtig ist. Zumindest bei den Erwachsenen. Wie geht man dann wohl als Kind mit dem Thema um?

Dies versucht das Kinderbuch „Der Club der kalten Hände“ zu ergründen und dem Tod den Schrecken zu nehmen.

Zur Geschichte: Lizzys Eltern sind Bestatter. Dies ist ihr lange Zeit nicht bewusst, aber irgendwann fragt sie sich dann doch was es mit all den Kisten im Kühlraum auf sich hat. Dort sieht sie dann ihren ersten toten Menschen. Von ihrer Begegnung erzählt sie ihrem besten Freund Mo und damit entwickelt sich die Geschichte weiter. Denn von nun an lernen wir nach und nach die Freunde von Lizzy kennen und deren bisherige Erfahrungen mit dem Tod. Ob Onkel, Vater oder Bruder. Hier wird aus verschiedenen Perspektiven über das Ableben und die damit verbundene Trauer erzählt. Immer in Würde, aber trotzdem auch mit einer Menge Humor. Lachen nimmt ja bekanntlich Angst.
Aufgrund ihrer Gemeinschaft können sie sich schweren Zeiten nun gemeinsam stellen und gründen einen Club.

„Der Club der kalten Hände“ von Christine Pernlochner-Kügler und Valerie Tiefenbacher
geht ein Thema an, dass in Deutschland eher stiefmütterlich oder gar nicht behandelt wird: Den Tod und der damit verbundene Abschied eines Menschen. Es werden viele spannende Fragen geklärt, zum Beispiel wie sich ein Toter anfühlt, oder ob man den Toten im Sarg noch frisieren darf. Aber auch Trauerarbeit nimmt eine zentrale Rolle im Buch ein, denn jeder Mensch trauert anders. Bestattungsformen anderer Glaubensgemeinschaften werden ebenfalls kurz erklärt.

Das Buch ist in zwei Abschnitte eingeteilt. Die erste Hälfte erzählt die Geschichte von Lizzy bis zur Gründung des Clubs und die zweite Hälfte ist „das Bandenbuch“, in das der Club das bereits Recherchierte niederschreibt. Tolle Sache.
Sozusagen ein kleiner Ratgeber für alle.

Die Illustrationen sind trotz des ernsten Themas knallbunt und unterstreichen das Gefühl, dass der Tod nun mal zum Leben dazugehört und man keine Angst vor ihm zu haben braucht. Trotz all der Trauer über den Verlust eines Menschen sollte man sein Leben feiern und sich positiv an ihn erinnern.

Fazit: Schon das tolle Cover zeigt an, dass es Zeit wird mal ein paar Fragen über den Tod zu stellen. Hier bekommt man auf kindgerechte und humorvolle Weise Antworten. Ein Buch für Kinder, die Fragen haben und Eltern, die bei Antworten etwas Unterstützung brauchen. Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 14.10.2025
Hennig, Markus

Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer


ausgezeichnet

Wunderbarer Kinder-Quatsch

Waschbär Willi Wunderquatsch lebt mit seinen Freunden im Park. Ganz gemütlich unter einer Parkbank in einem Stiefelkarton. Und er erlebt die unglaublichsten und verrücktesten Sachen. Sei es bei einem Seifenkistenrennen oder bei der Erfindung der legendären Trompetenwurst. Willi ist immer vorne mit dabei. Zusammen mit seiner besten Freundin, dem Eichhörnchen Alice, geht er durch dick und dünn.

Über die Geschichten in „Waschbär Willi Wunderquatsch“ muss man nicht viele Worte verlieren, man muss sie einfach lesen und sich verzaubern lassen von diesem Quatsch.

Autor Markus Henning, der in der Vergangenheit schon den Grimme-Preis für eine Spezial-Folge von „Switch reloaded“ bekam, sowie Chefautor des „ZDF Magazin Royale“ ist, versteht eine Menge vom Thema Humor und lässt diesen jetzt in ein Kinderbuch fließen.

Schon der Parkplan und die Einführung der Charaktere lässt die Vorfreude auf das Buch steigen. Und dann geht der Spaß erst so richtig los. Der Schreibstil ist dabei von hohem Tempo und voller abwechslungsreicher Ideen. Da muss man manchmal schon genau lesen, um der Geschichte folgen zu können. Dies liegt aber nicht an den schwierigen Inhalten, sondern an den ganzen herrlich, skurrilen Einfällen, die dem Leser/in hier minütlich präsentiert werden. Da bleibt kein Auge trocken. Erwachsene werden die ein oder andere Szene vielleicht ein wenig eklig finden, aber Kinder werden sie lieben.

Ebenfalls wunderbar sind übrigens die Zeichnungen von Illustratorin SaBine Büchner. Viele kennen sie bestimmt von den „Petronella Apfelmus“ Büchern, deren Charakteren sie mit ihren Zeichnungen ebenfalls ein Gesicht gab. Fans dieser Serie werden sich hier sofort vertraut fühlen.

Wenn man etwas bemängeln müsste, dann dass zum Ende des Buches zu viel Text und zu wenig Bilder zu finden sind. Für Leseanfänger oder Lesemuffel könnte das zu überladen und wortreich sein.

Das Cover hingegen ist sehr gelungen und erlaubt einen kleinen Einblick auf das was uns als Leser/in erwartet.

Fazit: Wenn Erwachsene so einen Quatsch für Kinder erfinden, dann bitte mehr davon. Willi und seine Freunde sind bereit die Kinderzimmer zu erobern. Gebt ihnen eine Chance! Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 14.10.2025
Oidtmann, Rachel

Ballett


sehr gut

Ein toller Einblick in die faszinierende Welt des Balletts

Welches junge Mädchen oder auch Junge träumt nicht davon einmal zum Ballett zu gehen oder selber zu tanzen? Die prächtigen Kostüme, die berühmten Ballettmärchen oder auch die dazu gehörende wundervolle Musik live und aus nächster Nähe zu erleben?

In dem Kinderbuch „Ballett - Deine ersten Schritte in die Welt des Tanzes“ von der Autorin und ausgebildeten Tänzerin Rachel Oidtmann erfährt man alles Wissenswerte rund um diesen legendären Tanzstil. Von der Geschichte des Balletts über die fünf Grundpositionen bis hin zu zur richtigen Kleidung und vieles mehr. Nichts wird ausgelassen und somit ist für jeden Leser/in, der sich für Ballett interessiert etwas dabei. Die meisten Kapitel des knapp 50 Seiten umfassenden Buches bestehen aus zwei Seiten. Dies ist aber ausreichend, um die wichtigsten Informationen zu vermitteln.

Das Buch ist wie eine Einladung, eine Aufforderung, sich doch mal etwas intensiver mit der Welt des Balletts zu befassen. Zum Schluss soll sich der Leser/in dann auch eine eigene Geschichte, ein eigenes Ballett ausdenken. Da hat die Fantasie freien Lauf.

Schön ist ebenfalls, dass Ballett nicht als elitäre
Sache angesehen wird, die nur ein paar wenigen vergönnt ist. Hier sind alle Willkommen!

Der positive Gesamteindruck wird zudem noch verstärkt durch die wunderschönen Illustrationen von Ana Luísa Oliveira, der man bei ihren eleganten Figuren ihre Herkunft als Ballettlehrerin deutlich anmerkt.

Fazit: Alle Kinder, die Interesse am Ballett haben, sollten sich dieses Buch mal schnellstens besorgen. Das Buch richtet sich zwar primär an jüngere Kinder, aber auch ältere könnten beim Durchblättern Freude empfinden. Ein Buch, das man immer mal wieder rausholt. Klare Leseempfehlung!