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Biest

Bewertungen

Insgesamt 79 Bewertungen
Bewertung vom 29.11.2021
Die Früchte, die man erntet / Sebastian Bergman Bd.7
Hjorth, Michael;Rosenfeldt, Hans

Die Früchte, die man erntet / Sebastian Bergman Bd.7


sehr gut

Ein Fall für Sebastian Bergman

Inhalt:
In Schweden treibt ein Heckenschütze sein Unwesen und versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Er scheint seine Opfer wahllos auszuwählen. Nachdem innerhalb weniger Tage ein dritter Mensch erschossen wird, stehen Vanja und ihr Team von der Reichsmordkommission enorm unter Druck.
Von ihrem Vater Sebastian, der mittlerweile als Therapeut arbeitet, nachdem er die Reichsmordkommission verlassen hat, erhofft sie sich Hilfe. Doch dieser kämpft mit seiner Vergangenheit, nachdem Tim, ein Patient, ihn aufgesucht hat und mit ihm über den Verlust seiner Tochter während des Tsunamis 2004 sprechen möchte.
Auch Billy wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Nachdem er im Dienst zwei Menschen erschossen hat, hat er Gefallen am töten gefunden. Nun wird er bald Vater und hat sich geschworen damit aufzuhören. Aber der Druck auf ihn wächst...

Meine Meinung:

Dies war mein erster Krimi von Hjorth und Rosenfeldt. Deshalb hatte ich anfänglich meine Schwierigkeiten mit den handelnden Personen, das hat sich aber schnell gelegt, da immer wieder auf deren Vergangenheit eingegangen wird.
Es war ein spannender Fall, bei dem wir Vanja und ihr Team der Reichsmordkommission begleiten durften. Dabei ist der Leser dem Team immer einen Schritt voraus, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Die einzelnen Kapitel enden fast immer mit einem gemeinen Cliffhanger, was es einem unmöglich macht dieses Werk aus den Händen zu legen.
Eigentlich bin ich von einem Fall ausgegangen, aber hier gibt es gleich drei, die Gegenstand einer Ermittlung werden könnten.
Was mich ein wenig gestört hat, dass scheinbar alles immer reibungslos und wie geplant funktioniert hat. Das gibt es eigentlich gar nicht, nicht mal in einem Buch. Aber trotzdem hat es dieser Story nicht die Spannung genommen.
Diese war von Anfang bis Ende vorhanden. Immer wenn man dachte, gleich ist es vorbei, ist es den Autoren gelungen nochmals eine Schippe obendrauf zu setzten.
Das Ende hält nochmal einige Überraschungen bereit und schreit regelrecht nach einer Fortsetzung.
Die Protagonisten und deren Umfeld waren sehr authentisch und ihr Handeln zu jeder Zeit absolut nachvollziehbar.
Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, locker, modern und super zu angenehm zu lesen.
Das Cover hingegen war so gar nicht mein Fall. Mag sein das es dem ein oder anderen sofort ins Auge springt, mir leider nicht. Auch den Titel hätte man meiner Meinung nach besser wählen können.

Fazit:

Ein spannender Krimi aus Schweden! Ein muss für alle Fans des Landes und des Genres.

Bewertung vom 29.11.2021
Die Klänge der Freiheit
Haigh, Tara

Die Klänge der Freiheit


sehr gut

Ein Funke Hoffnung

Inhalt:

Nürnberg 1943:
Inge und ihre Freundin Annemarie haben gerade die Ausbildung zu Rotkreuzschwestern abgeschlossen. Ihre Versetzungswünsche werden in dieser schweren Zeit nicht berücksichtigt und so landen beide an der Ostfront in Charkow. Während ihrer Arbeit im Lazarett werden sie mit Leid, Schmerz, Tod und einem Funken Hoffnung konfrontiert.
Unverhofft erhält Inge ein Angebot eines deutschen Offiziers, sie nach Italien zur Abtei Montecassino zu begleiten. Sie nimmt es an und reist mit ihm nach Cassino. Doch schon während der Reise dorthin, werden in ihr Zweifel laut. Kann sie ihm trauen? Was wird sie in Italien erwarten und wird sie der Krieg dort erneut einholen? Harte Zeiten stehen ihr bevor, wo sie sich zwischen Liebe und Verrat und Zukunft und Vergangenheit entscheiden muss.

Meine Meinung:

Der Autorin Tara Haigh ist hier ein authentischer und berührender Roman über die Zeit im zweiten Weltkrieg gelungen. Das Elend und Leid der Menschen, das Bangen, die Angst, aber auch die Hoffnung hat sie sehr schön übermittelt. Man fühlt mit der Protagonistin Inge, man spürt ihre Ängste und man teilt mit ihr die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges und ein besseres, glückliches Leben danach.

Inge wurde ins Kalte Wasser geschmissen. Nach der Ausbildung direkt an die Ostfront geschickt, musste die unerfahrene junge Frau viel Leid und Schmerz mit ansehen und dem Tod ins Auge blicken. Dies hat sie sehr geprägt und ließ sie schnell erwachsen werden. Die Entwicklung die sie in kürzester Zeit durchläuft, hat die Autorin sehr schön dargestellt. Man kann sich sehr gut in Inge hineinversetzen, ihre Gedanken und Gefühle super nachvollziehen.

Auch die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet, ihr Handeln konnte man sehr gut nachzuvollziehen.
Die Landschaften waren detailliert beschrieben, so hatte man alles direkt bildlich vor Augen.
Was mich ein wenig genervt hat waren die Wiederholungen. Diese waren jedoch nicht so ausgeprägt, dass sie meinen Lesefluss gestört haben. Auch die Spannung, die von Anfang an da war, wurde dadurch nicht gebremst. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, genauso hab ich es mir gewünscht.

Das Cover ist wunderschön. Es springt einem sofort ins Auge und zeigt einem auf den ersten Blick worum es geht.
Der Schreibstil war sehr angenehm und ließ sich super lesen.

Fazit:

Eine klare Leseempfehlung für alle Fans historischer Romane!

Bewertung vom 25.10.2021
Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!
Kling, Maria

Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!


ausgezeichnet

lustig und gespenstisch spannend

Willkommen im Spukhaus!

Inhalt:

Freddys und Flos Eltern haben sich getrennt. Nun gehts mit Papa und dessen neuer Freundin Ulrike auf in eine neue Wohnung. Die 12jährige Flo, eigentlich Florentine, findet das total uncool. Freddy, ihr kleiner Bruder, beschließt den Umzug, direkt neben einen Friedhof, als ein Abenteuer anzusehen. Schnell merkt Freddy, dass die Nachbarn alles andere als normal sind. Denn in der Nachbarschaft tummelt sich ein Vampir, ein Werwolf und eine Hexe. Anfänglich mag ihm aber niemand glauben, doch dann bekommt er ungeahnte Hilfe.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat eine Altersempfehlung ab 8 Jahren. Mein Sohnemann fast 9 Jahre alt, hatte keinerlei Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen. Die Schrift hat eine angehnehme Größe und die Schwarzweißbilder zwischen den Kapiteln laden zum gruseln ein.

Die menschlichen Charaktere waren sehr authentisch dargestellt. Aber auch die anderen Gestalten, ob vegetarischer Vampir, vergessliche Elfe, Werwolf mit Berliner Dialekt oder die etwas tollpatschige kleine Hexe waren einfach nur klasse beschrieben und sorgten für den ein oder anderen Lacher.

Die Story an sich hat uns sehr gut gefallen. Die Autorin hat neben einer witzigen und manchmal gruseligen Geschichte auch einige wichtige Themen, wie zum Beispiel die Trennung der Eltern, gekonnt in die Story mit eingebaut. Auch das "Anderssein" spielt hier eine wichtige Rolle. Niemand sollte aufgrund seines Aussehens oder seiner Herkunft ausgegrenzt werden. Die beiden Kinder gehen da wie ich finde mit gutem Beispiel voran, ohne Vorurteile.

Der Schreibstil war modern und ließ sich super lesen. Die Wörter waren leicht verständlich, auch für jüngere Kinder.
Das Cover gefiel uns auf den ersten Blick super gut. Die abgebildeten Charaktere wirken freundlich und machen sofort Lust aufs Lesen.

Fazit:

Eine ganz klare Leseempfehlung! Nicht nur für Kinder ab 8, ich habe mich mindestens genauso köstlich amüsiert wie mein Sohn.

Bewertung vom 25.10.2021
Meeressarg / Fabian Risk Bd.6
Ahnhem, Stefan

Meeressarg / Fabian Risk Bd.6


ausgezeichnet

Spannend, spannender, Ahnhem!

Risk gegen Sleizner - der Countdown läuft.

Inhalt:

Kommissar Fabian Risk setzt alles auf eine Karte. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Kollegin Dunja Hougard versucht er Sleizner endlich das Handwerk zu legen. Dunja ist untergetaucht und ermittelt mit ihren Komplizen verdeckt gegen den Chef der Kopenhagener Polizei. Dieser ging in der Vergangenheit bereits über Leichen und als dann ein Auto mit zwei Leichen auf dem Meeresgrund entdeckt wird, von denen eine ein hochrangiger Beamter ist, scheint sich die Schlinge um Sleizners Hals immer enger zu ziehen. Eine spektakuläre Jagd beginnt...

Meine Meinung:

Spannend, spannender, Stefan Ahnhem.
Auch der mittlerweile sechste Band der Risk-Reihe steht den anderen in nichts nach. Gekonnt führt Ahnhem auch hier seine Leser wieder in die Irre.
Bis zum Schluss bleibt es extrem spannend und alles scheint noch möglich zu sein.

Die Charaktere waren wieder grundverschieden, realistisch dargestellt und super ausgearbeitet. Allen voran natürlich Fabian Risk und Dunja Hougard. Wobei Fabian in diesem Teil etwas in den Hintergrund rückt.
Der Rest des Teams hat mir auch sehr gut gefallen, obwohl die Charaktere hätten unterschiedlicher nicht sein könnten, liefen am Ende doch alle wichtigen und hart erarbeiteten Fakten an der richtigen Stelle zusammen.
Auch bei Sleizner hatte man keine Probleme sich einen arroganten, korrupten, gewalttätigen und egoistischen Menschen vorzustellen.

Wie auch schon bei den Vorgängern, ist es dem Autor hier wieder gelungen die Spannung bis zum Ende immer noch zu steigern. Einmal angefangen kann man das Buch kaum noch aus den Händen legen. Die parallel verlaufenden Handlungsstränge enden immer mit einem gemeinen Cliffhanger, der es einem kaum möglich macht eine Pause einzulegen.
Die Handlungen der einzelnen Personen ließen sich zu jedem Zeitpunkt gut nachvollziehen, waren logisch und authentisch.

Grundkenntnisse in Englisch, ein Wörterbuch oder ein Übersetzer sollten vorhanden sein, da ab und an kleine Englische Dialoge vorkommen.

Das Cover kommt wie gewohnt schön düster daher und versetzt einen sofort in die richtige Lesestimmung. Ein Blick reicht und man weiß das es sich um einen Ahnhem handelt.
Auch der Schreibstil war wie gewohnt modern, locker und angenehm zu lesen.

Fazit:

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Mit einem Krimi von Stafan Ahnhem sind immer einige spannende Lesestunden garantiert. Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von Krimis und spannender Literatur.

Bewertung vom 25.10.2021
Das Geheimnis des Bücherschranks
Skybäck, Frida

Das Geheimnis des Bücherschranks


ausgezeichnet

Berührende Reise in die Vergangenheit

Inhalt:

In diesem Buch geht es um gleich zwei herzzerreißende Liebesgeschichten, nämlich um die von Rebecka (2007) und die ihrer Großmutter Anna im Jahre 1943.

Rebecka, eine aufstrebende Karrierefrau wird jäh aus ihrem Alltag gerissen, als sie ein Anruf erreicht, dass ihre Großmutter im Krankenhaus liegt. Sofort macht sie sich auf den Weg in ihre alte Heimat um ihre Oma zu unterstützen. Anna bittet Rebecka darum, sich ums Haus zu kümmern so lange sie verhindert ist. Rebecka macht sich sofort an die Arbeit, doch was sie dann findet, wird ihr ganzes bisheriges Leben verändern.

Meine Meinung:

Einmal angefangen zu Lesen, konnte ich dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen. Die Geschichte ist so schön atmosphärisch, dass sie einen sofort in ihren Bann zieht. Da die beiden Geschichten parallel zu einander laufen, zwingen einen die Zeitsprünge immer weiterzulesen. Die kurzen, knackigen Kapitel tun ihr übriges dazu.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie waren schön ausgearbeitet und realistisch dargestellt. Ihr Handeln konnte man zu jeder Zeit super nachvollziehen und mir fiel es nicht schwer mich in Anna und Rebecka hineinzuversetzen. Auch Arvid, Annas Nachbar, der anfangs etwas unnahbar wirkte, wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Selbst Camilla, Rebeckas Mutter, die sich sehr distanziert gibt, schließt man irgendwann ins Herz.

Die Themen, über Trauer, die erste große Liebe, Familie und das Älterwerden, die die Autorin geschickt in die Story einbringt, regen zum Nachdenken an.

Beim Lesen von Büchern schwedischer Autoren fühle ich mich immer ganz besonders wohl, so auch hier. Der Schreibstil ist locker und angenehm. Ein paar kleine Fehler in Rechtschreibung und Grammatik habe ich entdeckt, die mich aber nicht ausgebremst haben.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag Bücher auf Covern sehr gerne und der alte Schrank löst in mir das Verlangen aus, sofort darin zu stöbern.

Fazit:

Ein sehr empfehlenswerter Roman für alle die auf Familiengeheinisse und herzergreifende Liebesgeschichten stehen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Bewertung vom 27.09.2021
Böse
Wagner, Jonas

Böse


ausgezeichnet

Abgrundtief böse

"Du weißt nicht, wer nach dir greift, doch du weißt, er ist böse..."

Meine Meinung:

Das war mein erstes Buch von diesem Autor, aber sicher nicht das letzte. Man spürt die eingeschworene Dorfgemeinschaft regelrecht beim Lesen. Die Atmosphäre hat Jonas Wagner super eingefangen. Auch die Dialoge waren sehr authentisch. Ich als Dorfkind fühlte mich ab der ersten Seite wie Zuhause.

Die Protagonistinnen Fenja und ihre Mutter Katharina hab ich sofort ins Herz geschlossen und konnte mich super in sie hineinversetzen. Sie bekamen vom ersten Tag an in Hussfeld diese ablehnende Dorfgemeinschaft zu spüren. Die Vermieterin hatte ihre Augen und Ohren überall und dachte immer nur das Schlechteste. Eine scheußliche Person. Die restlichen Einwohner des beschaulichen Hussfelds waren nicht viel besser. Wobei man bei einigen wirklich glauben konnte das sie sich etwas mehr bemühen, dass war im Nachhinein aber auch mehr Schein als Sein.

Den Aufbau fand ich sehr gelungen. Zum Einen wird aus Fenjas Sicht und zum Anderen aus der der einzelnen Dorfbewohner und ihrer Mutter erzählt. So konnte man wunderbar mit Allen mitfiebern, hoffen und bangen.

Wer sich hier jedoch das große Gemetzel erhofft, der wird leider enttäuscht. Viel böser sind hier die menschlichen Abgründe, die einem eine Gänsehaut bescheren.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war modern und ließ sich super lesen. Besonders gut haben mir auch die vielen Dialoge gefallen, wie man sie so wahrscheinlich nur auf dem Land findet.

Das Cover ist genau mein Fall, düster, bedrohlich und mit wenig Farbe, aber dennoch oder gerade deshalb ist es mir sofort ins Auge gesprungen.

Das Ende hatte es noch einmal in sich und bietet den perfekten Raum für eine Fortsetzung.

Fazit:

Ein atmosphärischer "Dorf" - Thriller, nicht nur für Dorfkinder. Jeder der Thriller mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen.

Bewertung vom 09.09.2021
Der Tod und das dunkle Meer
Turton, Stuart

Der Tod und das dunkle Meer


ausgezeichnet

Gespenstisch spannend

Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier - Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein "historischer Kriminalroman" der etwas anderen Art. Wie es der Autor selbst am Ende des Buches in einer Entschuldigung so schön formuliert, könnte auch dieses Werk in viele Genres eingereiht werden. Von Historischem Krimi, über Science Fiction bis hin zu Fantasy ist eigentlich alles drin. Obwohl ich eher nicht so der Science Fiction Fan bin, hat mir dieses Buch doch sehr gut gefallen.

Die Anzahl der handelnden Personen hielt sich in Grenzen. Die wichtigsten sind am Anfang des Buches in einem Verzeichnis zu finden. Am meisten ans Herz gewachsen sind mir Arent und Sara. Die beiden wirkten am menschlichsten und waren auch sehr authentisch dargestellt. Sara hatte es als adlige Frau damals mit am schwersten, wenn sie ihre wahren Interessen verfolgen wollte. In sie konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, habe mit ihr gefühlt, gebangt und gelacht. Arent war sehr stark von seiner Vergangenheit geprägt, was man auch immer wieder deutlich spüren konnte. Das genaue Gegenteil der beiden war Saras Mann Generalgouverneur Jan Haan. Er war mir vom ersten Moment an unsympathisch und blieb es auch bis zum Ende. Auch die Offiziere und die meisten Besatzungsmitglieder haben nicht viel dafür getan, dass man sie als Freund haben möchte. Wie das damals so war, herrschte auf dem Schiff immer ein recht rauer Ton und niemand hat irgendwem etwas gegönnt.

Die Story an sich hat mir sehr gut gefallen, ich mag es, wenn es so ein bisschen mystisch angehaucht ist. Wie einfach es damals gewesen zu sein scheint, einen "Geist" unter die Menschen zu bringen. Wenn ich so darüber nachdenke, würde das heute noch genauso gut funktionieren, nur das es dann kein Geist wäre, sondern irgendwelche Gerüchte. Wer hier jedoch viel Geschichte erwartet, der wird enttäuscht. Aber das tut dieser Geschichte meiner Meinung nach keinen Abbruch.

Die Spannung kam hier auf keinen Fall zu kurz. Sie baut sich stetig auf und gemeine Cliffhanger lassen einen das Buch kaum noch aus der Hand legen. Das Ende kam leider wieder viel zu schnell (nach 600 Seiten) und hat mich tatsächlich noch einmal überraschen können.

Am Anfang des Buches findet man zur besseren Orientierung eine Zeichnung des Schiffes inklusive Legende der einzelnen Räume und Kabinen. Neben der Danksagung hat der Autor hier auch eine Entschuldigung an seine Leser verfasst. Diese fand ich super. Damit beugt er hoffentlich den Nörglern unter uns vor und nimmt ihnen den Wind aus den Segeln.

Der Schreibstil und auch das Cover haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Hier bin ich etwas vorsichtiger was meine Empfehlung angeht. Dieses Buch ist sicher nicht für jeden was. Wie bereits erwähnt ist es nicht der klassische historische Krimi. Mich hat es überzeugt.

Bewertung vom 09.09.2021
Barbara stirbt nicht
Bronsky, Alina

Barbara stirbt nicht


ausgezeichnet

Die ungeschönte Wahrheit

"Nun war alles anders. Er musste nun Barbara sein, für sich und für Barbara."

Meine Meinung:

Die Leseprobe hat mich schon zutiefst begeistert und der Rest des Buches war ebenfalls wie erhofft sehr amüsant, traurig und an einigen Stellen auch schockierend zugleich.

Walter, die Hauptfigur, ist ein typischer Mann vom alten Schlag. Frauen gehören hinter den Herd, Hausarbeit ist Frauensache und der Mann verdient das Geld. Dementsprechend ist er dann auch böse auf die Nase gefallen, als seine Frau morgens einfach nicht mehr aufgestanden ist. Das fing beim Kaffeekochen an und hörte nirgends mehr auf. Trotzdem habe ich Walter sofort ins Herz geschlossen. Seine grummelige und hilflose Art macht ihn auf der anderen Seite schon wieder sympathisch. Ich glaube im tiefsten Inneren wollte er doch immer nur das Beste für seine Familie. Die Entwicklung die er durchgemacht hat, auch wenn er sich lange dagegen gesträubt hat, war sehr schön beschrieben.

Das Ende der Story hatte ich mir eigentlich anders gewünscht, bzw. vorgestellt. Als ich das Buch zuklappte, war ich leicht enttäuscht. Im Nachhinein, nachdem ich alles hab sacken lassen, finde ich den Schluss eigentlich ganz in Ordnung.
Die Story war sehr authentisch und bildhaft dargestellt. Die Beschreibungen teils herrlich komisch und die Dialoge zum wegschmeißen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ließ sich locker und flüssig lesen. Das Cover sowie den Titel hätte man einfach nicht besser wählen können.

Fazit:

Ich hab mich köstlich amüsiert. Kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne liest. Ganz besonders möchte ich es aber der Männerwelt ans Herz legen, besonders denen, die so denken wie Walter. Vielleicht ist da ja noch was zu retten.

Bewertung vom 29.10.2018
Alchimie einer Mordnacht
Black, Benjamin

Alchimie einer Mordnacht


sehr gut

Gelungener historischer Roman, weniger Krimi

Inhalt:

Prag, Winter 1599:

Christian Stern, ein ehrgeiziger junger Gelehrter, Alchimist und unehelicher Sohn des Bischof von Regensburg, will am Hof des paranoiden und exzentrischen Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche einer jungen Frau, Magdalena, gerade erst 16 Jahre alt.
Christian gerät in Verdacht – und in den Bannkreis skrupelloser Höflinge, die durch finstere Machenschaften versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Bald zieht Christian die Aufmerksamkeit des Kaisers selbst auf sich. Doch mit der kaiserlichen Gunst wächst die Furcht, dass es in diesem Ränkespiel auch um sein eigenes Leben gehen könnte.

Meine Meinung:

Dem Autor ist es gelungen, mich als Leser ins Prag des 17. Jahrhunderts zu entführe. Die tollen bildhaften Beschreibungen und die Sprache, versetzen einen sofort zurück in die damalige Zeit.

Die handelnden Personen waren sehr gut dargestellt. Sie waren unterschiedlich, hatten Tiefe und jeder hatte seine Macken. Jeder schien Geheimnisse zu haben und es war auch für mich als Leser schwierig herauszufinden, wem man trauen kann und wem nicht.
Gemeinsam mit Christian Stern versucht man des Rätsels Lösung näher zu kommen und den wahren Täter zu finden. Stück für Stück muss man sich die Fakten hart erarbeiten. Immer wieder tauchen neue Hinweise auf und führen zu noch mehr Verdächtigen. Sein Charakter hat mir sehr gut gefallen. Er ist wissbegierig, intelligent und mutig. Nichts und Niemand scheint ihn aufhalten zu können. Doch je höher man steigt, desto tiefer kann man fallen.

Die Atmosphäre die im ganzen Buch herrschte, war einfach toll. Man lernt Sitten und Bräuche kennen, bekommt einblicke in die Zeit von Kaiser Rudolf II, seinem Hof und seinen Untertanen. Dort wird vor Folter nicht zurückgesteckt um potentielle Verdächtige zu reden zu bringen. Christian steckt seine Nase tief in Angelegenheiten anderer Personen und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Bis zum Schluss blieb es, dank ungeahnter Wendungen und geschickt gelegten Finten, sehr spannend.

Der Schreibstil war sehr angenehm und ließ sich für einen historischen Roman erstaunlich gut und flott lesen.

Das Cover gefällt mir gut. Es ist ein bisschen auf alt gemacht und versetzt einen bereits vor dem Lesen in die damalige Zeit.

Fazit:

Ein toller historischer Kriminalroman, mit einer gelungen Atmosphären und einem mutigen und intelligenten Protagonisten. Eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 29.10.2018
Wie ich fälschte, log und Gutes tat
Klupp, Thomas

Wie ich fälschte, log und Gutes tat


sehr gut

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen, daher weiß ich, dass einige dieses Buch abgebrochen haben. Es hat mit Sicherheit seine Extreme. Ich habe es zu Ende gelesen.

Benedikt (15) erzählt das Buch aus seiner Sicht, erzählt über seinen Schulalltag, seine Familie, seine Freunde, mit denen er viel Zeit verbringt, ob in der Schule oder beim Tennis. Ein ganz normales Teenieleben, wenn da diese Extremen nicht wären.
Benedikt ist nett, hilfsbereit und eigentlich ein ziemlich ruhiger Charakter.

Die Sprache ist modern, mit vielen Kraftausdrücken und sehr vielen „fuckings“, wer damit nicht umgehen kann, sollte diesem Werk eher den Rücken kehren.
Mir hat der Schreibstil gefallen, auch wenn er anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war.

Die Beschreibungen waren sehr bildhaft, so das man keinerlei Schwierigkeiten hatte sich auch die abstraktesten Dinge vor Augen zu rufen.
Die Charaktere waren interessant und sehr abwechslungsreich. In Benedikt konnte man sich super hineinversetzen, kaum angefangen zu Lesen, fühlte man sich sofort wieder in seine Jugend zurückversetzt.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es zieht sicher einige Blicke auf sich, aber niemals hätte ich gedacht, was sich dahinter verbirgt.

Fazit:

Ein außergewöhnlicher Roman der etwas anderen Art. Sicher nichts für jeden, mir hat er gefallen. Er sticht aus der Masse heraus!