Benutzer
Benutzername: 
Sonne89

Bewertungen

Insgesamt 178 Bewertungen
Bewertung vom 30.08.2025
Rupflin, Alexander

Protokoll eines Verschwindens


gut

Ein echtes Verbrechen und ein Journalist der nach Antworten sucht bei Angehörigen, Nachbarn, dem Täter.

Ein junger Brasilianer verschwindet spurlos in Deutschland. Ein vertrauenswürdiger Pfleger wohnt monatelang mit einer Leiche zusammen. Eine Schwester und eine Mutter suchen hoffnungsvoll, aber auch zermürbend nach dem Bruder und Sohn.
Das beschreibt den Fall auf kurze Art und Weise.

Alexander Rupflin hat all diese Personen (bis auf das Opfer natürlich) in Gesprächen begleitet und daraus einen Roman geschrieben. Der Stil ist sachlich, ohne Sensationslust und begleitet vor allem den Täter, der sich für unschuldig hält und die Angehörigen in ihren Gefühlen und ihrem Handeln.
Bei vielen Situationen wurde das drumherum etwas ausgeschmückt. Der Autor hat sich die Freiheit gelassen, die Wahrnehmung von Umgebungen für den Leser nahbarer wirken zu lassen.

Die Suche der Angehörigen ist sehr berührend. Die Hilflosigkeit selbst nicht viel machen zu können, bewegt, aber auch der Tatverdächtige wird oft verzweifelt skizziert und wirkt ehrlich in seiner Selbstdarstellung, dass er wirklich glaubt, es hätte sich um einen Unfall gehandelt.

Mir gefällt, dass Alexander Rupflin zum Fall selbst keine Wertung vornimmt, sondern die Tatsachen aufgrund der Gespräche und Fallakten schildert.
Nicht gefallen haben mir hingegen die schriftstellerischen Ausschmückungen und Interpretationen zu Gedanken und Gefühlen, die z.B. den Tatverdächtigen im Alltag begleiten, oder die Schwester bei ihrer Suche – all die Situationen die der Autor natürlich nicht selbst erlebt hat. Dadurch ist das Buch zwar leicht lesbar, verliert aber auch an Authentizität.
Diese Mischung aus Roman und Fallakte konnte mich nicht so ganz überzeugen.

Bewertung vom 28.08.2025
Daywalt, Drew

Alle nennen mich Nein-Sam - Ein ahnungsloser Mops beißt sich durch


sehr gut

Sam ist ein Mops, der sich aber für einen Menschen hält und seiner Meinung nach bei Nacktaffenwesen wohnt. Nachdem sein früherer Besitzer ihn vernachlässigte, findet er bei Elaine, Gary und deren Sohn Justin ein neues liebevolles Zuhause, welches er auf jeden Fall behalten möchte. Hierfür gibt er sich besondere Mühe, auf seine Art und Weise und nicht immer im Sinne der Familie.
Das Buch ist als Tagebuch aus Sicht von Sam aufgebaut. Da er teilweise sehr verquere Ansichten hat, z.B. denkt er, den Namen Nein-Sam zu besitzen, da er oft etwas anstellt, was dann mit „Nein, Sam!“ quittiert wird – gibt es häufig etwas zu schmunzeln.
Sam ist im Grunde die Unschuld in Person, da er vieles einfach anders sieht als seine Familie, aber keinesfalls jemanden verärgern möchte – er weiß es einfach nicht besser.
Zwischen dem Text befinden sich immer wieder Comicelemente und Bilder, die den Text auflockern.
„Alle nennen mich Nein-Sam“ skizziert somit das Zusammenleben von Hund und Menschen und die oftmals bizarren Situationen, die dabei entstehen.
Mein Sohn und ich konnten viel darüber lachen und fühlten uns gut unterhalten und wer weiß, vielleicht können wir nun Hunde besser verstehen.

Bewertung vom 15.08.2025
Petrowitz, Michael

Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein


ausgezeichnet

Das Buch „Die unendliche Klassenfahrt“ von Michael Petrowitz und Stefanie Klaßen ist durch und durch gelungen.
Die Kinder der 4a gehen auf Klassenfahrt mit dem Bus R.O.S.I.N.E (Reisen ohne Schüler ist nicht erstrebenswert). Der Lehrer ist etwas chaotisch, die Eltern haben Angst, die Kinder freuen sich. Und wer hätte das gedacht, Rosine, die auf Autopilot fahren kann, katapultiert die Kinder nach einem kleinen Unfall in ein Portal und alle Ausflügler landen, ohne es zu merken im mittelalterlichen Burg Hammelstein.
Dabei gibt es natürlich so einiges zu entdecken und die Klassenfahrt wird alles andere als langweilig.
Die vielen bunten Illustrationen machen richtig Freude und entlocken oft auch ein schmunzeln. Der Text ist aus Sicht der Kinder geschrieben und lässt sich locker und leicht lesen. Auch hier kommt der Witz nicht zu kurz.
Das Cover mit den vielen Glitzerelementen und den starken kräftigen Farben überzeugt genauso, wie das ganze Buch.

Bewertung vom 10.08.2025
Elvarsdóttir, Lou;Dibbern, Julia

Lasst uns reden


gut

Die Familienkonferenz ist ein tolles Werkzeug, welches mit Sicherheit zu einer verbesserten Kommunikation in der Familie führt.
An und für sich ist das Konzept der Familienkonferenz sehr simpel und das Buch „Lasst uns reden“ wurde seitentechnisch meiner Meinung nach dafür zu sehr ausgeschmückt. Z.B. verliert es sich anfangs sehr in Erklärungen, was die Sprache des Buches oder die Motivation dieses Buch zu schreiben, betrifft. Die Arbeitsblätter wiederholen sich inhaltlich im Groben und Ganzen auch.
Das hätte man alles kürzer fassen können. Auch der Name der Konferenz wurde zu sehr ausgeschlachtet, dafür fehlen mir wiederum Mittel und Wege wie ich Konflikte lösen kann, wenn sich die Meinungen festfahren und es schwierig wird eine gemeinsame Lösung zu finden, mir fehlen auch tatsächlich Themenvorschläge. Auch wenn diese natürlich von Familie zu Familie individuell sind, wäre es schön gewesen, zu lesen welche möglichen Themen in der Familienkonferenz Platz haben dürfen. Alles sollte man ja in diesem „sicheren“ Raum nicht besprechen.
Gut sind die vorgeschlagenen Sätze, wie man eine Konferenz einleiten, führen oder beenden kann, sowie die Vorschläge zum Familienkonferenzposter und die letzten Seiten zu der Art der Kommunikation, die sich allgemein auf das Familienleben und nicht die Konferenz bezieht.
Der Schreibstil ist angenehm, warm und humorvoll und das Buch ist in einfacher Sprache geschrieben und somit für jeden zugänglich. Die Beispiele aus den Familien sind toll und auch der Einblick in die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder hilfreich.
Da es mir insgesamt aber zu sehr ausgeschmückt ist und ich mir mehr Konsens erwartet hätte, sind es für mich nur drei Sterne.

Bewertung vom 01.08.2025
Orso, Kathrin Lena

Play+ Mein Spiel mit-Magnetbuch Komm, wir lernen die Farben - ab 18 Monate


gut

„Komm, wir lernen die Farben“ enthält 6 Magnete in Form von Kleidungsstücken, die zwar beliebig auf den Seiten verteilt werden können, das Buch enthält aber auch Aufforderungen, wo genau die Teile platziert werden sollen.
Diese Aufforderungen beziehen sich auf die Farben (gelbes Kleid, blauer Regenmantel etc.). Dazu gehört immer eine kleine Geschichte, z.B. isst Klara Eis, bekleckert sich und der/die Leserin werden dazu aufgefordert das gelbe Kleid zu suchen und Klara anzuziehen.
Die Seiten und auch die Magnete sind sehr gut abwischbar. Allerdings ist das Buch unglaublich schwer und gerade für die genannte Altersklasse (18 Monate+), z.B. auf dem Schoß liegend unangenehm, zum halten ebenso zu schwer. Auch geht die Klappe, in der die Magnete aufbewahrt werden sehr schnell kaputt, da man akkurat zuschieben muss, da sich die Lasche sonst verklemmt (durch Kind nicht machbar).
Das Buch hatte bereits nach Anlieferung Macken an Ecken und Kanten und ich denke nicht, dass die Beschichtung in Kinderhänden all zulange hält.
Gute Idee, aber qualitativ noch nachbesserbar.

Bewertung vom 01.08.2025
Doughty, Louise

Deckname: Bird


weniger gut

Der Auftakt zu Deckname: Bird beginnt fulminant. Der Leser erfährt Anfangs sehr wenig, bekommt nur mit, dass die Hauptfigur in großen Schwierigkeiten steckt und von jetzt auf gleich von ihrer Arbeitsstelle verschwinden und untertauchen muss.
Eine Agentin, die verfolgt wird und untertauchen muss.
Die Flucht ist geplant und das erste Drittel ist ein echter Pageturner. Bird muss sich verwandeln, muss immer wieder die Orte wechseln.
Der Leser erfährt so langsam, welche Fähigkeiten sie besitzt und welche Vorkehrungen sie getroffen hat. Jedoch weiß man nicht so genau, warum sie flieht und vor wem.
Nach dem ersten Drittel finden viele Flashbacks statt, beginnend mit Birds Karriere, bis hin zu ihrem Privatleben, ihren Beziehungen, ihrer Familie.
Ihr ganzer Lebenslauf wird aufbereitet – das hat sich nach einer Weile leider einfach nur noch gezogen und die Spannung war weg.
Ich finde, sie verliert sich sehr in ihren bereits getroffenen Entscheidungen, sie sinniert viel über ihr Leben und befindet sich irgendwie auch in einer Art Sinnkrise.
Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch so weiter geht, wie zu Beginn und wurde daher leider enttäuscht.

Bewertung vom 19.07.2025
Mitringer, Albert

WAS IST WAS Comic - Tiefsee


sehr gut

Der Was ist Was-Comic „Urlaub am Abgrund“ ist etwas anders aufgebaut, als die bekannten Was-ist-Was-Bücher, da das Buch rein im Comic-Stil geschrieben wurde.
Der Vorteil ist, dass es sich um eine spannende Bildergeschichte handelt, in welche die Fakten ganz nebenbei einfließen.
Am Anfang des Buches werden die Figuren kurz vorgestellt und dann geht es auch schon los und der Leser lernt die Meeresstation kennen und das Tiefseeabenteuer beginnt.
Die Kinder tauchen mit einem U-Boot ab und geraten dabei auch ein wenig in Bedrängnis.
Ein sehr spannendes Thema, in welches viele noch keinen Einblick gehabt haben dürften.
Was mich etwas stört ist, dass im Comic alles so leicht wirkt, obwohl Tiefsee-Tauchen eine sehr anstrengende komplexe Tätigkeit ist – das geht ziemlich an der Realität vorbei. Aber es ist ja auch ein Kinderbuch, von daher ok.
Ich finde es gut, dass Was-ist-Was mit dieser Art von Buch auch etwas weniger lesebegeisterte Kinder sehr anspricht.

Bewertung vom 10.07.2025
Goscinny, René;Uderzo, Albert;d'Andréa, Lison

Idefix und die Unbeugsamen 08


ausgezeichnet

Der neue Idefix-Band enthält wieder mehrere Geschichten im Comic-Stil. Die Länge der Geschichten ist angemessen und eignet sich auch gut zum Vorlesen.
In der Hauptrolle befindet sich Idefix, auch die grundlegende Geschichte rund um Gallien und Rom, bekannt aus der Asterix und Obelix- Reihe wird grob umrissen. In dieser Serie sind die gallischen Tiere im Mittelpunkt und trotzen Rom wie bisher. Idefix wird von seinen Freunden, genannt die Unbeugsamen, unterstützt. Zusammengesetzt aus Hunden, Katzen und Vögeln zeigt jeder seine Stärken und Schwächen und die Geschichte ist sehr unterhaltsam und humorvoll.
Zu Beginn des Comics werden alle Tiere kurz vorgestellt – bildlich und mit kurzem Lebenslauf. „Idefix und die Jagd nach dem grünen Fläschchen“ ist bereits der 8.Band der Reihe.
Natürlich gewinnt, wie immer, Gallien.

Bewertung vom 04.07.2025
Baumeister, Jens

Andor Junior, Bücherhelden 1. Klasse, Die geheime Botschaft


ausgezeichnet

Die Andor-Geschichten rund um einen Zwerg, einen Krieger, eine Zauberin und einer Bogenschützin gefallen uns sehr gut. Es ist immer Spannung und Abenteuer dabei und mein Sohn ist ohnehin Fan von Rittern, Burgen und dem Mittelalter. Wir haben vor diesem Buch bereits einige Andor Junior Geschichten gelesen.
Die Hauptfiguren werden immer neu vorgestellt und man kommt gut in die Geschichte hinein.
Das Besondere bei „die geheime Botschaft“ ist, dass es für Leseanfänger geeignet ist.
Der Text ist zwar nicht wenig, aber man will ja auch üben und kann natürlich Pausen einlegen.
Die Schrift ist schön groß und die Buchstaben stehen nicht zu eng aneinander.
Da man neugierig auf die Geschichte ist, wird auch die Motivation gefördert und viele bunte Bilder begleiten das lesen lernen.
Kleine Rätsel, wie ein Lückentext, ein Finde-den-Weg-Rätsel und ein Hinweis-Lösungs-Rätsel bringen nochmals zusätzlich Abwechslung in das Buch.

Bewertung vom 04.07.2025
Weber, Elena

Divisio


ausgezeichnet

Raya Rütters, eine unscheinbare wenig selbstbewusste junge Frau, leidet an einer Schlafkrankheit und ist daher ihr ganzes Leben bereits darauf angewiesen nachts festen Schlafenszeiten nachzugehen, die sie in einem Institut zur Überwachung verbringt.
Eines Nachts träumt sie davon einen Mord zu begehen und erfährt am nächsten Tag, dass dieser wirklich passiert ist und es ein Video davon gibt, welches sie selbst zu zeigen scheint. Sie wird erpresst und gerät immer tiefer in eine Abwärtsspirale und ihr Leben entgleist zusehends, als sie herausfindet, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht alleine ist.

Absolut spannend schildert dieses Buch die Gefühle und Verzweiflung von Raya. Die Handlung spielt im Jahre 2054 und man fragt sich, was technisch da schon alles möglich ist. KI und Nanorobotik spielt natürlich eine große Rolle. Der Schreibstil ist sehr authentisch und das lesen macht großen Spaß und wurde an keiner Stelle langweilig.
Eine absolute Empfehlung für dieses Buch.