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Benutzername: Xanaka
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Bewertungen

Insgesamt 173 Bewertungen
Bewertung vom 03.02.2019
Bad Bachelor
London, Stefanie

Bad Bachelor


sehr gut

Toller Serienstart

Wie wäre es, wenn man sein Date, also den Mann mit dem man verabredet ist, nachträglich in einer App bewerten kann? Damit haben andere Frauen, mit denen er sich vielleicht nach Dir trifft, schon mal einen Voreindruck und können so entscheiden, ob das der richtige Mann für sie wäre!

Darcy Greer, engagierte Bibliothekarin in New York, ist nach ihrer geplatzten Hochzeit vor einem Jahr immer noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Ihre Freundinnen ermuntern sie sich endlich wieder in den Markt zu stürzen. „Vergiss ernsthafte Beziehungen, gönne dir ein bisschen Spaß. Du hast es dir verdient.“ Dabei stolpert sie über die Bad Bachelor App. Hier steht an erster Stelle Reed McMahon, der von allen Frauen am schlechtesten bewertet wird, aber wohl der heißeste Single in New York ist. Der ist auf keinen Fall etwas für sie, findet Darcy. Er sieht viel zu gut aus. Umso erstaunter ist sie, als sie auf der Suche nach Sponsoren für die Bibliothek plötzlich Reed McMahon gegenüber steht. Bei ihrer ersten Begegnung merken beide, da ist plötzlich dieses Gefühl für den anderen, diese Anziehungskraft, die man nicht begreifen kann.

Ob aus den beiden, so verschiedenen Menschen mit den so unterschiedlichen Vergangenheiten etwas werden kann, lest selbst. Mir hat dieses Buch gefallen. Kurzweilig waren die einzelnen Abschnitte. Interessant wie die beiden Protagonisten agiert haben, wie sie sich entwickelt haben und vor allem spannend wie die Autorin die Konflikte der beiden dargestellt hat.

Von mir gibt es verdiente vier Lesesterne und natürlich eine Buchempfehlung.

Bewertung vom 26.01.2019
Nachtfeuer / Gut Greifenau Bd.2
Caspian, Hanna

Nachtfeuer / Gut Greifenau Bd.2


ausgezeichnet

Spannend geht es weiter

Nahtlos geht es mit dem zweiten Band über das Gut Greifenau und seine Bewohner weiter. Der Beginn des ersten Weltkriegs hinterlässt auch in Greifenau Spuren. Nikolaus, der mittlere Sohn zieht voller Optimismus in den Krieg. Das er dabei gleich zu Kriegsbeginn auf seinen russischen Cousin Fjordor auf dem Schlachtfeld trifft, lässt ihn die Grauen des Krieges sehr schnell miterleben. Auch Konstantin, der älteste Sohn wird eingezogen. Lediglich Alexander ist durch seine Verletzung erst einmal vom Kriegsdienst befreit.

Je weiter der Krieg voranschreitet, umso mehr merken auch die Bewohner des Gutes die Beschränkungen und Einschränkungen. Für Vergnügungen und Reisen ist aber immer noch genügend Geld da. Auch der ursprüngliche Plan von Feodora ihre Tochter Katharina mit dem Neffen des Kaiser zu verheiraten, ist nach wie vor aktuell. Aber es ist auch eine Veränderung zu spüren. Katharina lehnt die Verbindung mit Ludwig von Preußen ab und sucht nach Möglichkeiten, um das zu verhindern. Hilfe erhält sie dabei von Rebecca, der Lehrerin. Sie unterstützt Katharina in ihrem Wunsch nach weiterer Bildung und sogar einem eventuellen Medizinstudium.

Auch die Bediensteten des Gutes, die fast zur Familie gehören, haben mit Einschränkungen und familiären Sorgen zu kämpfen. Gerade für sie ist in dieser Zeit besonders schwer. Genau diese Ereignisse und Geschehnisse machen das Buch so lesenswert. Die Erzählung über eine Zeit, von der heute kaum noch jemand etwas weiß, gespickt mit historisch belegten Ereignissen, lassen einen nur ansatzweise von den Entbehrungen und Leiden der Menschen auf der einen Seite ahnen. Auf der anderen Seite in der Familie des Grafen ist von Entbehrungen kaum etwas zu spüren. Nur wer wirklich im Krieg kämpft, wie Konstantin und Nikolaus, wissen um das Grauen.

Ich finde dieser zweite Band war noch um ein Vielfaches spannender und erlebnisreicher als der erste. Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne und die Empfehlung an alle Liebhaber dieses Genres. Lest die Geschichte von Gut Greifenau!

Bewertung vom 26.01.2019
Dunkelmädchen
Haubrich, Leonie

Dunkelmädchen


ausgezeichnet

Auf der Suche nach der Wahrheit

Was ist das für ein Gefühl, wenn eine Mutter merkt, dass das Kind welches sie gerade eindringlich ruft, nicht ihr Kind ist. Und alle, auch der eigene Ehemann behaupten, das ist auf jeden Fall Julia. Elena weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Sie weiß auch nicht, woher dieses fremde Gefühl Julia gegenüber herkommt. Liegt es vielleicht an diesem unheimlichen Urlaubsort in einer alten Burganlage? Und wo ist eigentlich die Mütze von Julia geblieben? Es war die einzige, die sie sich hat aufsetzen lassen. Auch die Kette mit dem Löwenanhänger, die sich selbst gekauft hatte, ist verschwunden. Elena hat das eigenartige Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt. Auch der Besuch bei einer Therapeutin bringt sie nicht wirklich weiter. Die Medikamente, die sie von ihr erhält, machen sie schläfrig und dämmen ihre Gedanken völlig ein. Sie funktioniert, aber alle Emotionen, alle Erinnerungen sind mit den Tabletten verschwunden. Sie beschließt dem Geheimnis um Julia und ihren fehlenden Erinnerungen auf die Spur zu kommen.

Die Autorin schafft es auch in diesem Buch, dass nur durch ihre Worte und das beschriebene Geschehen Spannung aufkommt. Man spürt während des Lesens förmlich die Ohnmacht, die Hilflosigkeit von Elena. Es gelingt ihr auf den Punkt die Verzweiflung Elenas darzustellen. Und man ist selbst am Überlegen, was eigentlich passiert sein könnte - ohne des Rätsels Lösung jemals näher zu kommen.

Ich bin, wie bei allen Büchern von Leonie Haubrich, begeistert von diesem Thriller und empfehle ihn auf jeden Fall sehr gerne und unbedingt weiter! Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.

Bewertung vom 26.01.2019
Weißer Tod / Cormoran Strike Bd.4
Galbraith, Robert

Weißer Tod / Cormoran Strike Bd.4


ausgezeichnet

Anders als erwartet, aber trotzdem spannend

Cormoran Strike ist privater Ermittler in London. Gerade war er in den Schlagzeilen, da durch seine Ermittlungen der Shakewill Ripper gefasst werden konnte. Da stürzt ein junger Mann - verstört, verlottert und mit üblem Geruch - in sein Büro und bittet ihn um Hilfe. Er wurde als Kind Zeuge eines Verbrechens und möchte, da ihm dieses keine Ruhe lässt, dass Strike dieses endlich aufklärt und Licht ins Dunkel bringt. Strike versucht ein Gespräch mit Billy zu führen, doch dieser ist bereits kurze Zeit wieder verschwunden. Auch wenn es kein offizieller Auftrag ist, lässt ihn Billys Geschichte nicht in Ruhe.

Als er den Auftrag des Kulturministers Jasper Chiswell erhält im Fall seiner Erpressung zu ermitteln, taucht in dem Zusammenhang auch der Name von Jimmy Knight - dem Bruder von Billy auf. Haben diese beiden Fälle möglicherweise etwas gemeinsam? Warum wird Chiswell erpresst? Warum ist Billy plötzlich unauffindbar? Strike ermittelt in dem Fall gemeinsam mit Robin seiner Partnerin. Gemeinsam folgen sie den vielen Spuren und hoffen sowohl den Fall zu klären, als auch Billys Aufenthaltsort heraus zu bekommen. Dann finden beide einen Toten.

Interessant finde ich in diesem Buch die Darstellungen zur Londoner Oberschicht und im Gegensatz dazu auch zu den Menschen in den ärmlichen Vierteln Londons. Mit vielen kleinen Details schafft es der Autor die Verbindungen der Menschen zu skizzieren und damit ein relativ genaues Bild darzustellen. Es wird sehr viel Augenmerk auf jede einzelne Person gelegt und man muss schon sehr genau mitlesen um immer im Bilde zu sein.

Auch die Beziehung zwischen Strike und Robin nehmen in diesem Werk einen breiten Raum ein. Beide können sich offensichtlich nicht eingestehen, wie wichtig sie sich sind. So beginnt das Buch mit der Hochzeit von Robin und Matthew und endet letztlich mit ihrer Trennung. Ob sich Strike und Robin im nächsten Buch näherkommen, ich bin gespannt!

Auch wenn sich der eigentliche Kriminalfall erst sehr spät entwickelt hat, fand ich dieses Buch doch ausgesprochen unterhaltsam und spannend. Von mir gibt es eine verdiente Leseempfehlung und fünf Lesesterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.01.2019
Der Verrat
Sandberg, Ellen

Der Verrat


ausgezeichnet

Familiendrama

Drei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und ihre Probleme mit der Liebe. Auf der Familie lastet ein Fluch behauptet deren Mutter. Sie muss es ja wissen, hat sie doch selbst Jahre vorher die Familie wegen der Liebe ihres Lebens verlassen und ist später reumütig wieder zurück gekehrt.

Nane kommt nach zwanzig Jahren aus dem Gefängnis. Auch Jahre später lastet die Schuld am Tod von Henning, dem ersten Sohn ihres Schwagers, auf ihr. Sie möchte, um letztlich Frieden zu finden, mit ihrer Schwester Pia und Thomas deren Mann über die damalige Nacht sprechen. Beide waren dabei und könnten vielleicht doch ihre Unschuld beweisen. Doch Pia blockt ab, wie schon in der gesamten Haftzeit. Sie möchte mit ihrer kleinen Schwester nichts mehr zu tun haben. Lediglich Birgit, die mittlere der drei Schwestern, ist bereit Nane aufzunehmen. Sie hat ihr auch einen Job besorgt und sich um Wohnraum für sie gekümmert.

Doch Nane gibt keine Ruhe! Sie lässt nichts unversucht, um an Thomas heranzukommen. Schließlich handelte es sich bei dem Toten um seinen Sohn aus erster Ehe. Beim ersten Zusammentreffen erleidet er einen schweren Herzanfall und liegt im Koma auf der Intensivstation. Auch Pia vermeidet es nach wie vor mit Nane über die Nacht zu sprechen. Was ist damals passiert! Wer war denn nun schuld am Tod von Henning? Lest selbst es lohnt sich in jedem Fall.

Der Autorin gelingt es in diesem Buch ausgezeichnet den Leser zu manipulieren. Auf Spurensuche, was damals eigentlich geschehen ist, lernen wir die einzelnen Protagonisten sehr gut kennen. Von den drei Schwestern hat es Pia als erfolgreiche Restauratorin am besten getroffen. Sie ist glücklich verheiratet und lebt mit ihrer Familie auf einem erfolgreichen Weingut. Das sie und ihre Familie sich von Nane bedroht fühlen, kann man gut nachvollziehen. Ihr gilt die meiste Sympathie, auch von mir.

Doch je mehr die Handlung fortschreitet, umso mehr wandelte sich mein Empfinden. Nane, die jüngste Schwester die zwanzig Jahre im Gefängnis gesessen hat und bis heute nicht weiß, ob sie nun wirklich schuld am Tod von Henning ist, erhält plötzlich von mir immer mehr Mitgefühl. Beim Lesen kann ich sehr gut ihre Situation nachempfinden. Sie möchte doch nur Gewissheit um die Ereignisse der damaligen Nacht. Auch wie sie kann ich nicht verstehen, warum niemand mit ihr reden will.

Birgit, die mittlere Schwester ist so ein wenig die graue Maus. Sie hilft sowohl der einen Schwester, will es sich mit der anderen Schwester aber auch nicht verderben. Sie ist das klassische Mittelkind. Das Verhältnis der Schwestern wurde so überzeugend dargestellt, dass ich viele Reaktionen der Schwestern nachvollziehen konnte.
Ich fand das Buch ausgesprochen spannend. Ich empfehle es unbedingt weiter und vergebe nur zu gerne fünf Lesesterne.

Bewertung vom 17.01.2019
Solveigs Versprechen / Die Frauen vom Löwenhof Bd.3
Bomann, Corina

Solveigs Versprechen / Die Frauen vom Löwenhof Bd.3


ausgezeichnet

Ich fand es nicht langweilig!

Dieses ist nun der dritte Teil um die Frauen der Löwenhof-Trilogie. Jeder dieser Teile handelt von einer Frauengeneration auf dem Löwenhof. Solveig ist die Tochter von Mathilda und die Enkelin von Agneta. Alle leben zusammen auf dem Löwenhof. Solveig ist mitten im Studium der Tiermedizin und möchte anschließend als Tierärztin auf dem Löwenhof arbeiten. Ein schwerer Unfall und damit verbunden ein schlimmer Schicksalsschlag lassen die Pläne von Solveig zerplatzen. Nur schwer gelingt es ihr wieder Freude am Leben zu finden. Und dann drohen finanzielle Probleme, die möglicherweise nur durch den Verkauf des Löwenhofs gelöst werden können. Solveig sucht gemeinsam mit ihrer Mutter nach Alternativen um einen möglichen Verkauf zu verhindern. Kann ihr das gelingen?

Dieser letzte Teil ist ein wenig anders als die vorangegangen Teile des Löwenhofs. Er spielt in den 50er Jahren. Der Krieg ist längst vorbei und die Familienmitglieder versuchen um jeden Preis den Löwenhof für die Familie zu erhalten. Es ist insbesondere die Geschichte von Solveig, die durch den persönlichen Schicksalsschlag nur schwer wieder Freude am Leben findet. Es ist aber auch ein Buch über den Kampf um das Glück von Solveig. Geheimnisse findet man in diesem Teil nicht, aber das hat mein Lesevergnügen in keinster Weise gemindert.

Von mir gibt es auch für diesen dritten Teil der Trilogie verdiente fünf Sterne und die Empfehlung an alle die Trilogie unbedingt zu lesen.

Bewertung vom 01.01.2019
Roter Rabe / Max Heller Bd.4
Goldammer, Frank

Roter Rabe / Max Heller Bd.4


sehr gut

Spannend

Oberkommissar Heller wird mit seinen Kollegen 1951 in Dresden mit einem merkwürdigem Fall beauftragt. Der Tod zweier, der Spionage verdächtigter Inhaftierter soll näher untersucht werden. Beide Verdächtigte sind Zeugen Jehovas und haben sich fast zur gleichen Zeit auf dieselbe Art und Weise umgebracht. War das ein Selbstmord, oder wollte hier jemand weitere Nachforschungen verhindern?

Heller kommt die Variante des Selbstmords merkwürdig vor, auch weil beide Männer bei ihrer Einlieferung als krank beschrieben wurden. Auf der Suche nach weiteren Spuren stolpert er im wahrsten Sinne des Wortes über weitere Todesfälle. Es scheint, als wäre da jemand der ihm immer einen Schritt voraus ist. Noch merkwürdiger ist, dass Heller von seinem alten Bekannten Saizev, einem Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes, ausgebremst wird. Er soll zwar ermitteln, aber eben nicht so richtig. Das eigentliche Ziel bei der Operation wäre die Ergreifung des Raben, einem amerikanischen Geheimagenten.

Frank Goldammer gelingt es geschickt, die angespannte Stimmung in der jungen DDR einzufangen. Der Staat ist misstrauisch gegenüber jedem und zögert nicht seine eigenen Leute zu bespitzeln und zu überwachen. Diese angespannte Stimmung kommt auch im Buch gut herüber. Die Sorge vor Sabotage, Bespitzelung und auch das Bekannte nach ihren Reisen in die BRD nicht mehr in die DDR zurückkommen, kommt besonders gut zum Ausdruck. Man kann die Anspannung von Heller und seinen Kollegen sehr gut nachvollziehen.

Leider verliert sich das Buch zum Ende hin in zu vielen Ereignissen. Einige werden nicht schlüssig aufgeklärt also gänzlich offen gelassen. Bestimmte Handlungsstränge kann man nicht richtig nachvollziehen. Das ganz große Ziel ist erreicht, der feindliche Agent wird gefasst. Aber die kleinen offenen Details sind bis zum Schluss nicht klar.

Von mir gibt es trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung für dieses Zeitzeugnis, über das man so wenig weiß und verdiente vier Lesesterne.

Bewertung vom 31.12.2018
Jahre aus Seide / Das Schicksal einer Familie Bd.1
Renk, Ulrike

Jahre aus Seide / Das Schicksal einer Familie Bd.1


gut

Beruhend auf einer wahren Geschichte erzählt Ulrike Renk das Leben der jüdischen Familie Meyer in den 30er Jahren in Krefeld. Familie Meyer lebte zur damaligen Zeit in Krefeld in privilegierteren Verhältnissen. Karl Meyer ist als Vertreter für Schuhe erfolgreich in ganz Deutschland unterwegs. Martha Meyer ist zu Hause und kann sich ganz der Betreuung der Kinder Ruth und Ilse widmen. Unterstützung erhält sie dabei vom Kindermädchen Leni und auch von der Haushaltshilfe Frau Jansen. Der Familie geht es für damalige Verhältnisse ausgesprochen gut, sie haben keine Not. Und doch verändert sich das Leben in Krefeld. Die Repressalien gegen Juden nehmen zu und machen auch vor der Familie Meyer nicht halt. Anfänglich wollen sie diese nicht wahrhaben und hoffen immer noch auf eine Besserung der Situation, aber im Gegenteil, es wird immer schwieriger für alle. Änderungen im persönlichen Umfeld der Meyers nehmen zu. Viele Freunde und Verwandte versuchen ins Ausland zu kommen, nach Palästina oder in die USA. Die Frage ist nur, ob es auch den Meyers gelingen wird?

Mit viel Liebe erzählt die Autorin hier aus dem Leben dieser jüdischen Familie. Aufgrund der geschichtlichen Ereignisse wissen wir alle bereits beim Lesen was passieren wird. Das macht das Leben auf der einen Seite so spannend. Wie geht die Familie mit den Einschränkungen in ihrem Leben um? Wie reagieren sie auf die Veränderungen? Auf der anderen Seite ist es aber so, dass die Veränderungen und Einschränkungen gerade in dieser Familie erst sehr spät zum Tragen kommen. Ich hatte wahrscheinlich eine andere Vorstellung und habe mir das Leben der Familie sehr viel tragischer vorgestellt.

Toll fand ich die Charakterisierung der übrigen Familienmitglieder und ihren Umgang miteinander. Ganz großartig war Karl Meyer, der für seine Schwiegermutter immer die passende schlagfertige Antwort parat hatte.

Unbedingt empfehle ich auch das Nachwort zu lesen. Hier schreibt Ulrike Renk, wie es eigentlich dazu kam dieses Buch und auch die nachfolgenden Bücher zu schreiben.

Auch wenn ich mir einiges im Buch anders vorgestellt hätte, empfehle ich dieses Buch sehr gerne. Von mir gibt es dafür 3,5 Lesesterne.

Bewertung vom 26.12.2018
Mordsverrat
Busch, Ulrike

Mordsverrat


ausgezeichnet

Das Geschäft mit den Rezensionen

Ulrike Busch hat sich mit ihrem Krimi ein interessantes Thema ausgesucht. Wie geht man mit schlechten Rezensionen oder Kritiken, in dem Falle auf Hotelportalen um? In der heutigen Zeit, wo man mittlerweile jeden Besuch oder Einkauf- und wenn es nur eine Schraube ist - bewerten soll, gehört das Geschäft mit guten und schlechten Bewertungen mittlerweile zum Alltag. Aber wie ist es eigentlich, wenn man zu Unrecht schlecht und vor allem falsch bewertet wird? Kann man sich überhaupt dagegen wehren?

Die beiden Kommissare Fenna Stern und Tammo Anders sind noch gar nicht richtig heimisch in ihrer neuen Dienststelle geworden, da stürzt ein Hotelier in ihr Büro und meldet einen Rufmord. Er bezichtigt Lukas Harzog des Betrugs und Rufmords und befürchtet noch weitaus Schlimmeres. Harzog, der eine Bewertungsplattform für Hotels betreibt, erstellt mit seinen Mitarbeitern falsche und vor allem schlechte Bewertungen auf seiner Plattform. Das Löschen dieser unberechtigten und falschen Kommentare lässt er sich von den Hoteliers teuer bezahlen. Die Hotelbesitzer haben kaum eine Chance sich gegen diese schlechten Bewertungen zu wehren. Sie sind aber auch nicht mehr bereit, sich das gefallen zu lassen. Und dann passiert genau das, was zu befürchten war. Eine Tote wird gefunden. Steht ihr Tod im Zusammenhang mit den Bewertungen? Stern und Anders haben diesmal ganz schön zu tun, um alle Spuren zu ordnen und einen Verdächtigen ausfindig zu machen.

Mit viel Liebe erzählt Ulrike Busch hier die Erlebnisse des sympathischen Ermittlerduos weiter. Dabei erfahren wir nicht nur vom aktuellen Fall, sondern auch wie es im Privatleben der Protagonisten weitergeht. Mit viel Raffinesse führt sie uns und die Ermittler die Autorin wieder einmal gekonnt aufs Glatteis. Und obwohl ich ja während des Lesens direkt mit ermitteln konnte, hätte ich mit diesem überraschenden Ende nicht gerechnet.

Für Liebhaber von Cosykrimis und vor allem von Krimiserien kann ich auch dieses Buch unbedingt empfehlen. Die aktuelle Thematik macht das Buch obendrein noch lesenswerter.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

Bewertung vom 18.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


ausgezeichnet

Pia Sanders persönlichster Fall

Als die Leiche von Theodor Reifenrath gefunden wird, sind sich die Ermittler nicht sicher, ob es sich um einen natürlichen Tod oder Mord handelt. Jolanda, die Opa Theo gut kannte, bemerkte jedoch sehr schnell, dass Beck's der Hund fehlt. Als sie ihn, fasst verhungert und eingesperrt in seinem Zwinger entdecken, finden die Ermittler dort auch menschliche Knochen. Bei weiteren Untersuchungen tauchen unter der Hütte drei Frauenleichen auf, die relativ schnell identifiziert werden können. Allesamt verschwanden Jahre zuvor immer kurz vor dem Muttertag. Und es tauchen weitere Opfer auf, die alle dieselbe Handschrift tragen. Handelt es sich um einen Serienmörder? Wird er sich vor dem nächsten Muttertag erneut suchen?

Auf der Suche nach Spuren, nach Gemeinsamkeiten der Opfer, nach einem Fehler des möglichen Täters tappen die Ermittler lange Zeit im Dunkeln. Erst die Hilfe eines Profilers kann einige Erkenntnisse liefern. Aber bis Sander und Bodenstein, sowie ihr Team den Täter finden können, dauert es.

Dieses Buch von Nele Neuhaus hat mir persönlich wieder richtig gut gefallen. Das am Anfang gesetzte Personenregister gab mir beim Lesen immer wieder die Chance, die einzelnen vielen Personen richtig zu zuordnen. Auch die Story hatte es in sich. Manch einer mag denken, dass das weit hergeholt ist. Ich denke, in der heutigen Zeit, wo es Fälle von Natascha Kampusch und andere abscheuliche Verbrechen gegeben hat, könnte auch dieser Fall ein reelles Vorbild haben. Spannend fand ich auch, dass das persönliche Umfeld von Pia Sander gerade in diesem Fall so in den Mittelpunkt gerückt ist. Das macht die Protagonisten doch sehr viel menschlicher. Nele Neuhaus ist es auch in diesem Buch gelungen, den Spannungsbogen konsequent hoch zu halten und das Buch in einem atemberaubenden Finale enden zu lassen.

Was soll ich sagen, verdiente fünf Lesesterne und natürlich unbedingt lesen!