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Benutzername: Merendina
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Bewertungen

Insgesamt 18 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.05.2011
Tiere im Wald

Tiere im Wald


ausgezeichnet

In der Reihe "Erste Fragen - erstes Wissen" ist 2011 von arsEdition der Titel "Tiere im Wald" erschienen. Das Buch hat 21 Seiten, ist Hardcover, mit dickeren Seiten aus Karton, die auch kleinen Kinderhänden ein leichtes Umblättern ermöglichen. Leider ist keine Altersempfehlung angegeben, aber ich denke, dass dieses Buch perfekt für Kinder ab Kindergartenalter geeignet ist, da es doch etwas Konzentration und Neugierde erfordert, bei den Texten aufmerksam zu bleiben. Doch auch jüngere Kinder haben ihren Spaß beim Entdecken und Klappenöffnen. Wunderschöne Fotos und Zeichnungen machen dieses lehrreiche Sachbilderbuch zu etwas Besonderem. Auch wird das Interesse der Kinder geweckt, selbst in den Wald zu gehen und diesen mit ihren Eltern zusammen zu erkunden.
Das Buch kostet 9,95 Euro.
Besonders schön ist, dass gleich zu Beginn ein kleines Eichhörnchen sich selbst den Kindern vorstellt. Dieses Eichhörnchen begleitet die Kinder dann durch das ganze Buch, gibt zusätzliche Kommentare zu den einzelnen Themen, stellt den Kindern Fragen zum eben Gelesenen oder gibt den Kindern Aufgaben.
Auf den ersten beiden Seiten wird der Wald im Allgemeinen vorgestellt. Schöne Fotos und ein Bild mit Klappen zum Öffnen veranschaulichen den Text.
Im nächsten Kapitel geht es um Rehe und Hirsche. Die Kinder erfahren, ob das Reh die Frau vom Hirsch ist, warum das Reh einen weißen Po hat, wer das größte Geweih trägt und warum der Hirsch im Herbst ruft. Auch hier findet man wieder eine Klappe zum Öffnen.
Dann geht es mit den Wildschweinen weiter. Es wird erklärt, ob das Wildschwein ein gefährliches Tier ist, was das Wildschwein im Dreck macht, wie es sein Futter findet und warum die Frischlinge Streifen haben. Neben den Klappen, die es zu jedem Thema gibt, findet man hier auch ein nettes Zählspiel.
Auf der Seite "Gut versteckt" erfährt man vieles über den Bau des Dachses, woher der Baummarder seinen Namen hat und was der Waschbär wäscht.
Das nächste Tier, das vorgestellt wird, ist der Fuchs. Die Kinder lernen, warum der Fuchs so schlau ist, wie er Mäuse fängt und was kleine Füchse gerne machen.
Dann ist der kleine Buchbegleiter, das Eichhörnchen, an der Reihe. Es wird erklärt, warum es einen buschigen Schwanz hat, weshalb es beim Klettern nicht vom Baum fällt, warum es seine Nüsse versteckt, wo es wohnt und ob der Siebenschläfer auch ein Eichhörnchen ist.
Anschließend geht es mit den Vögeln im Wald weiter. Die Kinder lernen, ob der Specht beim Klopfen Kopfschmerzen bekommt, warum der Kuckuck kein Nest hat, woher der Eichelhäher seinen Namen hat und welches der prächtigste Vogel im Wald ist.
Auch auf das Leben auf dem Waldboden wird auf den folgenden Seiten näher eingegangen. So ist es interessant zu erfahren, warum die Waldameisen ein Hügelnest bauen, warum es brennt, wenn man eine Ameise anfasst, wozu der Hirschkäfer seine großen Zangen benötigt, woher der Feuersalamander seinen Namen hat und ob die Blindschleiche wirklich blind ist.
Sehr interessant ist auch das letzte Kapitel, bei dem es um das Waldleben in der Nacht geht. Die Kinder erfahren, warum die Schleiereule beim Fliegen keine Geräusche macht, warum die Fledermaus mit dem Kopf nach unten hängt, warum die Waldmaus so große Zähne hat und ob der Igel mit Stacheln geboren wird.
Sehr schön ist der anschließende Wissenstest. Auf den letzten beiden Seiten können die Kinder spielerisch testen, was sie alles gelernt haben.
Obwohl es sich um ein Sachbilderbuch handelt, sind die Texte sehr unterhaltsam und lebendig gestaltet. Das Lesen und Vorlesen machen großen Spaß und man lernt auf spielerische Art und Weise. Oft wird sogar Wissen vermittelt, das auch Erwachsenen neu sein dürfte. So ist dieses Buch sehr gut für Groß und Klein geeignet. Auch Fachbegriffe aus dem Bereich der Fauna kommen nicht zu kurz. Die wunderschönen gezeichneten Bilder und die Fotos veranschaulichen das Gelesene und machen richtig Lust, wieder einmal mit der ganzen Familie in den Wald zu gehen

Bewertung vom 13.05.2010
Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010
Schirach, Ferdinand von

Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010


ausgezeichnet

Schirach, der selbst als Strafverteidiger tätig ist, schildert in seinem Werk "Verbrechen" elf voneinander unabhängige Fälle, die alle sehr skurril erscheinen und die teilweise eine überraschende Wende haben. Dabei handelt es sich jedoch um wahre Begebenheiten, um wahre Verbrechen, die der Autor in seinem Berufsleben wirklich übernommen hat.

Als Autor bleibt Schirach neutral, er bezieht keinerlei Position und bildet sich kein Urteil über die verschiedenen Fälle. Die Verbrechen werden in meist kurzen Sätzen als reine Sachverhalte dargestellt. Durch die einfache, recht sachliche Sprache lassen sich die einzelnen Fälle sehr zügig lesen. Der Stil Schirachs ist sachlich, nüchtern, fast emotionslos und kühl.

Dennoch empfindet der Leser Mitgefühl mit Täter oder Opfer, Ekel aufgrund der Grausamkeit mancher Taten, Abscheu, aber zuweilen auch Mitleid oder Verständnis gegenüber dem Verbrecher. Sei es der Arzt, der nach vielen Jahren seine tyrannische Ehefrau ermordet, die drei Einbrecher, die allesamt Opfer werden, die Schwester, die ihren Bruder aus Liebe tötet, der Mann, der seine Freundin ermordet, der gehänselte Junge, der die Justiz austrickst, oder der Mann, der einen Banküberfall begeht, nur um nach Hause zu gelangen - all diese Fälle reißen den Leser regelrecht mit, machen ihn nachdenklich.

Schirach schafft es in seinem Buch geradezu Verbrecher menschlich darzustellen. Natürlich ist ein Verbrechen immer noch ein Verbrechen. Aber wenn man die Fälle näher betrachtet, über die Umstände und Beweggründe in Kenntnis gesetzt wird, dann wird man als Leser schon nachdenklich und sieht die Taten in einem anderen Licht und kommt zu der Erkenntis, dass Verbrecher nicht von Haus aus böse und Opfer nicht immer gut sind.

Insgesamt ein Buch, das man nicht so schnell aus der Hand legen kann!

8 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

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