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Benutzername: chipie2909
Wohnort: Mengkofen
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Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 54 Bewertungen
Bewertung vom 09.07.2020
Repeat This Love (eBook, ePUB)
Scott, Kylie

Repeat This Love (eBook, ePUB)


weniger gut

Der Titel dieses Buches zog mich sofort an und als ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich dieses Werk unbedingt lesen! Clementine, kurz genannt Clem, 25, verliert bei einem Überfall ihr Gedächtnis und muss sich nun neu kennenlernen. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und trifft auf Ed Larson, den sie vor noch nicht allzu langer Zeit verlassen hat. Dieser ist allerdings nicht gerade begeistert, als sie bei ihm auftaucht, aber sein Pflichtgefühl zwingt ihn dazu, sich um sie zu kümmern. Besteht vielleicht sogar eine zweite Chance für die beiden?

Mein Eindruck vom Buch:
Ganz ehrlich? Wo war die Handlung? Die Inhaltsangabe hat mich dazu verleitet, anzunehmen, dass Clem alles tut, um herauszufinden, wer sie ist und wer den Anschlag auf sie verübt hat. Ich hatte Spannung erwartet, verflochten mit einer Liebesgeschichte. Stattdessen erwartete Clem mich mit Grübeleien, wie wohl der Sex mit Ed war und mit ihrer Eifersucht auf ihr früheres Ich. Das Buch basiert auf ihrer Ich-Erzählung und normalerweise gelingt es mir immer ganz gut, mich mit den Protagonisten zu identifizieren. Mehr noch, ich liebe diese Perspektive. Doch hier war Identifikation eine Fehlanzeige. Clementine hat mich oft nur genervt und im Grunde bestand ihre Gedankenwelt rein darin, sich Sex mit Ed auszumalen oder mit ihrer Schwester und/oder Chefin über Sex zu philosophieren. Nicht zu vergessen die ständigen Betonungen, wie sexy und gutaussehend Ed doch ist. Ich spürte keine echten Emotionen und absolut keinen Tiefgang und das fand ich sehr schade. Eds Verhalten hat mich zunehmend irritiert und ich konnte absolut nicht nachvollziehen, warum keine der Figuren Clem mal reinen Wein eingeschenkt hat. Nein, stattdessen wurde nur um den heißen Brei herumgeredet, was sich zog und zog und zog und zog... Auch die „Nebendarsteller“ der Geschichte wurden sehr oberflächlich dargestellt. Hauptsache schön und sexy. Wirklich authentisch kam niemand rüber und deshalb wurde mein Interesse an der Auflösung, wer Clem denn Böses will, immer weniger. Allein der flüssige Schreibstil der Autorin lassen mich dieser Story zwei Sternchen geben.

Fazit:
Enttäuschend! Hier wurde unglaublich viel Potenzial verschenkt! Wer einfach nur mal Anspruchsloses ohne Tiefgang und viel Gerede über Sex lesen möchte, ist hier sicherlich gut bedient. Für mich war es aber leider so gar nichts.

Bewertung vom 04.07.2020
Wie die Ruhe vor dem Sturm / Chances Bd.1 (eBook, ePUB)
Cherry, Brittainy C.

Wie die Ruhe vor dem Sturm / Chances Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Seit ich „Wie die Stille unter Wasser“ von Brittainy C. Cherry gelesen habe, bin ich absoluter Fan dieser Autorin! Sie gehört für mich zu den gefühlvollsten Schriftsteller/innen dieser Zeit und ich bin jedes Mal aufs neue vollkommen fasziniert davon, wie sehr mich ihre erschaffenen Charaktere im Herz berühren. Doch um was geht es in ihrem neuesten Werk, auf das ich mich unheimlich gefreut habe?

Der Leser lernt im Jahr 2003 Eleanor kennen. Sie ist 16, sehr introvertiert, ihre einzige Freundin ist ihre Cousine Shay, wenn man mal von ihren Eltern absieht. Ihre Mutter schenkt ihr jedes Jahr zum Geburtstag eine gehäkelte Jacke, die sie voller Stolz trägt und hat ein Faible für Harry Potter und Libellen. Dann gibt es da Greyson, ein Jahr älter als Eleanor und er ist das komplette Gegenteil: extrovertiert, beliebt und scheint ständig auf Achse zu sein. Nur wenige wissen allerdings, dass Greysons Eltern eine grauenvolle Ehe führen und Greyson sich oft extrem einsam fühlt. Und ausgerechnet auf einer Party, auf die Eleanor schon fast von ihren Eltern gezwungen wird, lernen sich zwei Teenager kennen, die unterschiedlicher nicht sein können…

2019 bewirbt sich Eleanor um einen Job als Nanny und erschrickt sehr, als sie erfährt, dass sie ausgerechnet auf Greysons Kinder aufpassen soll. Greyson ist nicht mehr der Junge, den sie damals kannte. Sie trifft auf einen eiskalten Mann, der sich selbst vor jedem abschottet, sogar vor seinen eigenen Töchtern.

Mein Eindruck vom Buch:
Mit einem Wort? WOW! Na gut, ich werde etwas weiter ausholen

Bewertung vom 01.07.2020
Outlander - Die geliehene Zeit / Highland Saga Bd.2 (4 MP3-CDs)
Gabaldon, Diana

Outlander - Die geliehene Zeit / Highland Saga Bd.2 (4 MP3-CDs)


sehr gut

Nicht ganz so gut wie der erste Band, aber dennoch stark

Vor einigen Jahren hatte ich die ersten Bände gelesen mit Begeisterung gelesen. Nachdem mich jetzt auch die Serie komplett in den Bann gezogen hat, ich aber vieles aus der Handlung wieder vergessen hatte, dachte ich, es wird Zeit, mein Gedächtnis aufzufrischen. Und so habe ich mich entschieden, mir die Hörbücher zuzulegen. Doch um was geht es nun im zweiten Band der Highland Saga?

20 Jahre ist es nun her, dass Claire Randall durch einen magischen Steinkreis ins Jahr 1743 gereist ist. Nachdem sich der Schock allmählich gelegt hat, verliebte sie sich in Jamie Fraser. Doch das Schicksal hat sie wieder getrennt und sie musste zu ihrer eigenen Sicherheit und auch zur Sicherheit des Kindes, welches sie zu dem Zeitpunkt unter ihrem Herzen trug, in ihre eine Zeit zurückkehren.
Doch nun will sie ihrer Tochter Brianna endlich die Wahrheit erzählen: Alles über den magischen Steinkreis, über die Zeitreise und natürlich auch über Jamie Fraser, der die Liebe ihres Lebens und auch Briannas Vater war. Zudem hofft sie, Antworten zu finden und somit fliegt sie mit ihrer Tochter nach Schottland und wendet sich dort an Roger Wakefield. Er war vor 20 Jahren noch ein kleiner Junge, als Claire mit ihrem damaligen Ehemann Frank Randall Urlaub in Schottland machte und im magischen Steinkreis verschwand. Damals forschten Frank und Reverend Reginald Wakefield, der den kleinen Roger adoptiert hatte, nach Franks Familiengeschichte. Und so wendet sich Claire in der heutigen Zeit an den mittlerweile erwachsenen Roger Wakefield, um Licht ins Dunkle zu bekommen…

Mein Eindruck vom Buch:
Birgitta Assheuer ist für mich die perfekte Stimme für Claire Randall/Fraser. Sie setzt die Gefühlswelt von Claire gekonnt in Szene und man hat ständig das Gefühl, Claire würde neben einem sitzen und von ihrem Leben erzählen. Von der ersten Sekunde an, habe ich dieses Hörbuch sehr genossen und habe mich so sehr gefreut, wieder in die Welt der Highlander eintauchen zu dürfen. Zuerst wird der Leser/Hörer in Claires Gegenwart entführt, in der er auch Claire und Jamies Tochter Brianna kennenlernt. Doch schon bald fängt Claire an, von ihrer Zeit im 18. Jahrhundert zu erzählen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich hier einige Ausführungen zu langatmig empfand. Die Zeit in Frankreich hat mich nicht so gepackt wie die Zeit in Schottland und es passierte in dieser Epoche auch öfter, dass meine Gedanken abgedriftet sind und ich nochmal zurückspulen musste ;-) Dennoch Hut ab vor Diana Gabaldon. Es ist unglaublich, welch Leben sie den Protagonisten einhaucht. Die Charaktere sind vollkommen authentisch gezeichnet. Gut, bei Claire könnte man sich ob ihrer Naivität manchmal die Haare raufen, aber gerade diese „Unperfektheit“ macht Claire unheimlich menschlich und auch sympathisch. Geschichtlich ist die Story perfekt recherchiert und der Leser/Hörer begleitet nicht nur Claires Liebesgeschichte, sondern lernt auch noch viel über Schottlands Vergangenheit. Besonders hervorzuheben sind hier Charles Edward Stuart, in Geschichtsbüchern auch oft „Bonnie Prince Charlie“ genannt und die Schlacht in Culloden. Aber im Grunde ist die komplette Story gepickt mit geschichtlichen Fakten. Ich liebe den Gedanken an Zeitreisen und meiner Meinung nach hat dies Diana Gabaldon grandios umgesetzt und Birgitta Assheuer wunderbar vertont.

Fazit:
Ich war und bin Fan der Highlander-Saga und werde es immer bleiben. Ich freue mich schon sehr darauf, den dritten Band zu hören! :-)

Bewertung vom 29.06.2020
Zwischen den Seiten / Das Buch der gelöschten Wörter Bd.2
Garner, Mary E.

Zwischen den Seiten / Das Buch der gelöschten Wörter Bd.2


ausgezeichnet

Magisch!

Ich liebe alles, was auch nur annähernd mit Büchern zu tun hat. Bei diesem Werk hat mich einfach alles angezogen: Der Titel, das Cover und natürlich die Inhaltsangabe. Ich musste es einfach lesen und konnte es kaum erwarten, in die Welt von Hope Turner einzutauchen. Die Londonerin ist Verwandlerin, tritt dem Bund bei und kann mit Hilfe des Wanderesr Rufus Walker in die Welt ihrer Lieblingsbücher eintauchen. Und nicht nur das: Sie kann das Buch der gelöschten Wörter von negativen Energien bereinigen. In diesem Buch befinden sich sämtliche gelöschte Wörter, die hasserfüllt und böser Natur sind und es ist von größter Bedeutung, dass das Buch der gelöschten Wörter immer wieder geleert wird. Sollte dies nicht regelmäßig geschehen und quillt das Buch vor boshaften Textfragmenten über, können die Wörter Katastrophen in unserer realen Welt auslösen. Und genau dies würde so mancher Buchfigur sehr zugute kommen, denn nicht jeder Mensch und nicht jede Buchgestalt hat Gutes im Sinn. Und so macht sich der Bund auf die Jagd nach Quan Surt, dem Anführer der feindlich gesinnten Absorbierer…

Mein Eindruck vom Buch:
Als ich zu Lesen anfing, war mir nicht bewusst, dass dies der zweite Teil einer Trilogie ist. Das tat aber meinem Lesevergnügen überhaupt keinen Abbruch. Schon der Prolog hat mich komplett gefesselt und zum Glück versteht Mary E. Garner es perfekt, den Leser auch ohne Vorkenntnisse in diese fantastische Welt der sympathischen Hope Turner einzuführen. Es ist also nicht zwingend notwendig, vorher den ersten Teil „Das Buch der gelöschten Wörter – Der erste Federstrich“ gelesen zu haben. Natürlich wird auf Vergangenes angespielt, dennoch ist es kein Problem, der Geschichte zu folgen, die aus der Sicht von Hope erzählt wird. Rufus Walker war mir vom ersten Buchstaben an mega sympathisch - auch, wenn er als stille und mürrische Figur dargestellt wird. Vielleicht ist er mir auch gerade deswegen so ans Herz gewachsen. Ebenso war ich sofort von Dr. Faust begeistert, der reimend dem Bund zur Seite steht. Oliver, den ich durch seine erfrischende Art ebenso sofort ins Herz geschlossen hatte, konnte mich einige Male zum Lachen bringen und es war einfach schön, Anne und Gwen am Rande der Geschichte zu begleiten. Endlich gibt es eine Geschichte im Bereich Fantasy, in der die Protagonistin nicht mehr blutjung ist, sondern die 40 schon überschritten hat. Dies ließ mich noch mehr Empathie mit Hope empfinden. Es ist unbeschreiblich, welch wunderbare Welt Mary E. Garner erschaffen hat. Ich habe jedes gelesene Wort genossen. Der Schreibstil dieser für mich neu entdeckten Autorin zieht einen wirklich in den Bann. Einfach top!

Fazit:
Begeisterung pur! Ich wünschte, ich wäre Verwandlerin! Jeder, der Bücher liebt, wird wunderbare Stunden mit dieser Geschichte verbringen. Ich werde jetzt erstmal noch den ersten Band lesen und freu mich schon wahnsinnig auf den dritten Teil. Vielen lieben Dank an Mary E. Garner für diese faszinierende Welt!

Bewertung vom 25.06.2020
Cinder & Ella Bd.1
Oram, Kelly

Cinder & Ella Bd.1


sehr gut

Seit ich von Colleen Hoover die Geschichte von Will und Layken gelesen habe, bin ich immer auf der Suche nach „ähnlichen“ Büchern. Und nachdem ich den Klappentext von Cinder & Ella gelesen hatte, war ich überzeugt, dass ich in diesem Werk von Kelly Oram genau dies gefunden habe. Hier geht es um Ella, die nach einem schweren Autounfall und etliche Operationen und Rehas zu ihrem Vater und dessen Familie ziehen muss. Jahrelang hatte sie keinen Kontakt zu ihrem Erzeuger und hat es alles andere als leicht, wieder eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Und zu allem Überfluss gibt es dann auch noch ihre zickigen Stiefschwestern, die über ihr Auftauchen alles andere als glücklich sind. In ihrer Verzweiflung meldet sie sich seit langer Zeit wieder bei ihrem Internetfreund Cinder. Bei ihm hat sie das Gefühl, verstanden zu werden, selbst, wenn sie sich noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen zu haben und verliebt sich in ihn. Doch er hat ein Geheimnis: Cinder ist gerade der angesagteste Schauspieler in Hollywood.

Mein Eindruck vom Buch:
Ich war wirklich tierisch gespannt auf dieses Buch und fand gleich die ersten Kapitel mega spannend. Kelly Oram hat Ellas Schicksal mit dem Unfall so lebendig in Worte gefasst, dass ich richtig mit Ella mitgelitten habe. Auch, wenn ich mich schon lange nicht mehr in der Altersgruppe der Hauptprotagonisten befinde, konnte ich ihre Ängste, Verwirrung und Zerrissenheit richtig nachvollziehen und als sie dann bei ihrem Dad eingezogen ist, habe ich richtig mitgelitten. Die Kapitel sind meist aus Ellas, manchmal aber auch aus Cinders Sicht geschrieben und diesen Wechsel fand ich richtig gelungen. So konnte man auch super einen Einblick in die Gedankenwelt der männlichen Hauptfigur bekommen, der ja nicht unwesentlich in der ganzen Story ist. Der lockere Schreibstil der Autorin lässt einen förmlich über die Seiten fliegen und ich hatte dieses Buch in null komma nix durch. Nichtsdestotrotz wurde ich mit Cinder nicht richtig warm. Seine Art ging mir mir manchmal richtig auf den Keks, aber das lag wahrscheinlich an seinen Hormonen ;) Was mir noch richtig gut gefiel waren die „Nebenrollen“. Ellas Freunde sind ein buntgemischter Haufen und ich würde mir wünschen, dass man von der einen oder anderen Figur vielleicht erneut liest.

Fazit:
Für Fans des Genres Young Adult ist dieses Buch definitiv ein Gewinn! Ich hatte mir gleich den zweiten Band von Cinder & Ella bereit gelegt und die Rezension folgt ;)

Bewertung vom 24.06.2020
BECOMING
Obama, Michelle

BECOMING


ausgezeichnet

Eigentlich lese ich gerne die Geschichte von Personen, die einiges bewegt haben, jedoch habe ich bei Biographien immer bedenken, ob sich das Buch wirklich flüssig lesen lässt oder ob es sich nicht doch um arg trockene Materie handelt. Doch bei „Becoming: Meine Geschichte“ waren diese Sorgen vollkommen unbegründet!

Schon die ersten Seiten bestätigten meine Eindrücke von der ersten afro-amerikanischen First Lady der USA, die ich über diverse Medienberichte bekommen hatte. Es ist absolut faszinierend, was diese Frau alles durch puren Willen und Glauben erschaffen konnte. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie lernte sie den Wert von Zusammenhalt und einer harmonischen Gemeinschaft kennen und diese Grundsätze ziehen sich durch ihr ganzes Leben. Durch Fleiß und Hartnäckigkeit wurde sie eine anerkannte Anwältin und in dieser Zeit lernte sie auch ihren Mann, den zukünftigen Präsidenten von Amerika, kennen und lieben. Für mich war es unheimlich interessant, hinter die Kulissen des Weißen Hauses sehen zu dürfen und es hat mich berührt, mit welch Herzblut Michelle Obama wie auch Barrack Obama für alle US-Bürger kämpften. Befasste sich Barrack Obama hauptsächlich mit politischen Angelegenheiten, so trat Michelle Obama unter anderem für die Rechte von Frauen und Mädchen in der ganzen Welt ein, startete Projekte, um Schulkinder gesundes Essen zur Verfügung zu stellen, stärkte ihrem Mann jederzeit den Rücken und zog ganz nebenbei auch noch zwei Mädchen groß, die im Weißen Haus zu wundervollen jungen Frauen heranwuchsen. In jeder einzelnen Zeile spürt man ihre Warmherzigkeit und ihr Leben ist das beste Beispiel dafür, dass es sich lohnt, seinem Herzen zu folgen und für seine Träume zu kämpfen. Zudem fand ich es wunderschön, dass die First Lady und der Präsident der Vereinigten Staaten ihre Bediensteten im Weißen Haus nie als selbstverständlich gesehen und genauso geachtet haben, wie Staatsoberhäupter. In der Mitte des Buches befinden sich viele private Fotos von der Familie, die darüber hinaus einen Einblick in das vielfältige Leben der First Family geben.

Fazit:
Diese Biographie war ein Highlight für mich und gehört zu den beeindruckensten Lebensläufen, die ich bisher lesen durfte. Die Familie Barrack ist ein Geschenk für die Welt und ich kann dieses Werk jedem wärmstens ans Herz legen, der sich für die USA und für politische Hintergründe interessiert. Es motiviert ungemein, seine Träume zu verfolgen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Bewertung vom 23.06.2020
Lycidas / Uralte Metropole Bd.1
Marzi, Christoph

Lycidas / Uralte Metropole Bd.1


sehr gut

Nach ein paar Liebesromanen und Biographien musste mal wieder Fantasy her. Die Wahl fiel auf das Buch „Lycidas“, welches schon ein ganzes Weilchen auf meinem SUB gelagert hat. Erschienen ist dieses Werk im Jahr 2011 von dem deutschen Autor Christoph Marzi und mit seinen 864 Seiten ist es nicht gerade ein Heftchen. Doch um was genau geht es in diesem Roman?

Der Leser lernt Emily kennen, ein Mädchen, das im Waisenhaus gelandet und sich dort mit dem „Schokoladenmädchen“ Aurora angefreundet hat. Eines Tages trifft sie auf eine Ratte, die sie doch glatt verstehen kann. Verwirrt flüchtet sie mit ihrer Freundin Aurora aus dem Waisenhaus und trifft auf Gestalten, die noch viel seltsamer sind als die sprechende Ratte. Da wären der Elf Maurice Micklewhite, der Alchemist und Trickster Mortimer Wittgenstein, ein Lichtlord sowie eine Lichtlady und das sind nur ein paar der sonderbaren Protagonisten, denen man in diesem Buch begegnet. Emily erfährt immer mehr von einem London, das unter der ursprünglichen Stadt existiert und wird verwickelt in die Kämpfe, die zwischen den mächtigsten Häusern der Stadt herrschen. Und bald schon erlangt sie das Wissen, welch große Rolle sie bei diesem Krieg spielt…

Mein Eindruck vom Buch:
Christoph Marzi hat einen wunderbaren und unvergleichlichen Schreibstil. Die Geschichte ist meist aus der Sicht von Wittgenstein erzählt und ich musste nicht nur einmal laut über seine trockene Art lachen. Einfach herrlich, seinen Gedankengängen folgen zu dürfen. Die Protagonisten sind detailliert dargestellt und der Leser kann sich richtig in die Empfindungen der Figuren hineinversetzen. Emilys Ängste und Sorgen, aber auch ihre Freude und ihr Glück ist deutlich spürbar und toll ausgearbeitet. Wittgenstein ist mir besonders ans Herz gewachsen und von ihm würde ich mir noch deutlich mehr Lesestoff wünschen. Die Story ist von Anfang an spannend verfasst und lässt einen nicht mehr los. Meine anfängliche Sorge, dass mir diese Welt zu verworren wird, da es viele fantastische Wesen gibt, die die Erde bisher noch nicht gesehen hat, war vollkommen unbegründet. Christioph Marzi versteht es, den Leser in ein komplett anderes London zu entführen und selbst, wenn da alles mögliche keucht und fleucht, findet man sich schnell zurecht und weiß schnell, welchen Wesen man besser nicht begegnen sollte.

Fazit:
Ich hatte viel Spaß in der uralten Metropole und kann dieses Buch jedem Fantasy-Liebhaber nur ans Herz legen!

Bewertung vom 29.10.2019
Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre / Schokoladen-Saga Bd.2
Nikolai, Maria

Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre / Schokoladen-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Oh, wie sehr habe ich dem Erscheinungstermin von „Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre“ entgegen gefiebert! Ich habe bereits den ersten Teil der Trilogie, „Die Schokoladenvilla“, verschlungen und konnte es kaum erwarten, den zweiten Teil in den Händen zu halten. Doch um was geht es eigentlich in dieser Fortsetzung des Bestsellers?

Über 20 Jahre sind in der Geschichte vergangen, seit der Leser die Abenteuer von Judith, Victor, Hélène und den Zwillingen Anton und Karl begleiten durfte. Nun schreibt man in Stuttgart das Jahr 1926 und die junge, hübsche Serafina zieht nach dem Tod ihres Vaters zu ihrem Halbbruder Victor. Erstmal eine ganz schöne Umstellung, denn aufgewachsen ist Serafina in dem quirligen Berlin. Doch nachdem sie herzlich aufgenommen wurde, lebt sie sich schnell ein und als sie Anton kennenlernt, verliebt sie sich bis über beide Ohren. Aber Anton ist nicht frei und plant sich mit einer anderen zu verloben, was Serafina schier das Herz zerbrechen droht. Aber auch in der Familie Rothmann geht es drunter und drüber, denn die Existenz der Schokoladenfabrik wird bedroht. Und wäre das Chaos nicht schon perfekt, wird Serafina böse von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Mein Eindruck vom Buch:
Was soll ich sagen? Gleich die ersten Zeilen des Buches ließen mich „nach Hause kommen“  Ich habe mich so sehr gefreut, wieder in die Geschichte der Schokoladenvilla eintauchen zu dürfen und der Schreibstil, der mir durch den ersten Band schon so vertraut war, hat mich sofort wieder in den Bann gezogen. Serafina ist sehr sympathisch gezeichnet und ich konnte sofort eine Verbindung zu ihr aufbauen. Ich habe richtig mit ihr mitgefühlt, als sie in Stuttgart ankam und nicht wusste, was ihr die Zukunft bringen wird. Ihre Bedenken, ihre Gefühle, ihre Unsicherheit war richtig zum Greifen und auch hier bewies die Autorin Maria Nikolai ihr meisterhaftes Können, Charaktere authentisch zu gestalten. Mein „Wiedersehen“ mit Judith, Victor und den Zwillingen sorgte dafür, dass ich mich überhaupt nicht mehr von dem Buch losreißen konnte. Auch andere Protagonisten des ersten Werks tauchen in der Geschichte auf, was mich sehr gefreut hat. Aber auch neue Personen wurden geschickt in das Imperium der Familie Rothmann miteingeflochten. Vicky, Judiths und Victors abenteuerlustige Tochter, habe ich auch sofort ins Herz geschlossen und auch Lilou und Tilda waren große Bereicherungen für die Geschichte. Aber nicht nur die Story fesselt den Leser. Nein, man merkt sofort, dass hinter dem Buch unglaublich viel Recherche steckt. Es ist faszinierend, wie zeitgemäß die Geschichte gestaltet ist. Man lernt viel über das Leben in den 20ern und kann sich bildlich vorstellen, wie die Herren und Damen durch das damalige Stuttgart flanierten. Aber nicht nur die Sonnenseiten der vergangenen Zeit werden in dem Buch deutlich, auch die Arbeitergesellschaft findet viel Aufmerksamkeit in der Geschichte und stimmt nachdenklich. Meiner Meinung nach kann dieses Buch auch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Jedoch würde ich das nie empfehlen, denn der Auftakt der Schokoladenvilla ist ebenso ein Juwel unter den historischen Romanen wie auch die „Goldenen Jahre“.

Fazit:
Dieses Buch ist eine fantastische und spannende Zeitreise ins Stuttgart der 20er Jahre. Ich habe jede einzelne Seite sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den dritten Band. Danke an die Autorin Maria Nikolai für ein wunderbares Lesevergnügen!

Bewertung vom 07.04.2019
Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1
Nikolai, Maria

Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Um ehrlich zu sein, waren meine Erwartungen an dieses Werk sehr, sehr, sehr, wirklich sehr hoch, denn in der letzten Zeit fiel es mir überall ins Auge: In Buchläden, auf Bestsellerlisten, auf diversen Bücherforen... ständig wurde ich damit konfrontiert. Und so machte ich mich sehr gespannt ans Lesen, immer im Hinterkopf, dass ich vielleicht wirklich viel zu viel von der Story erwarte. Doch was soll ich sagen? Ich wurde in keiner Zeile enttäuscht. Es ist faszinierend, wie die Autorin Maria Nikolai es schafft, den Leser sofort vollkommen in den Bann und nach Stuttgart zu ziehen. Die Hauptprotagonistin Judith Rothmann ist so wundervoll gezeichnet, dass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss. Aber nicht nur sie habe ich auf Anhieb lieb gewonnen, auch Victor war mir sofort sympathisch, ebenso wie Edgar und auch Dora. Doch nicht nur Judiths Geschichte wird hier voller Empathie erzählt, nein, der Leser wird auch ins Leben der Dienstboten eingeführt und erlebt den Kuraufenthalt von Hélène Rothmann, Judiths Mutter, mit. Im Dienstbotentrakt und auch auf der Kureinrichtung in Riva am Gardasee erfährt man einiges, was in der damaligen Zeit wohl gang und gäbe war. Für mich waren diese Kapitel ebenso interessant und fesselnd wie Judiths Welt und ich konnte es immer kaum erwarten, wie es denn mit Hélène weiter geht, was sie fühlt und was in ihr vorgeht. Es wird sehr oft ganz deutlich, dass diesem Buch viele viele viele Recherchen zugrunde liegen und ich ziehe meinen imaginären Hut vor Maria Nikolai. Viele der Orte gibt/gab es in Stuttgart wirklich und auch so manch reale Persönlichkeit, die damals lebte, wurde mit in die Geschichte eingeflochten. Was mich immer wieder zum Schmunzeln brachte, waren die schwäbischen Ausdrücke und alte Bezeichnungen, denen man beim Lesen immer wieder begegnete. Ah, und jetzt hätte ich doch beinahe Karl und Anton vergessen, Judiths jüngere Brüder, die mich öfter richtig zum Lachen brachten :-).

Fazit:
DANKE! Danke an Maria Nikolai für wunderbare Lesestunden mit diesem ganz besonderen Buch. Für mich ist die Schokoladenvilla mein bisheriges Jahreshighlight und ich freu mich schon wahnsinnig auf den zweiten Band!

Bewertung vom 02.04.2019
Eiskaltes Bier und Krokodile
Smith, Roff

Eiskaltes Bier und Krokodile


weniger gut

Einmal um Australien

Mein großer Traum ist es schon seit jeher, irgendwann nach Australien zu reisen. Da kam mir das Buch von Roff Smith, ein Amerikaner, der nach Australien ausgewandert ist, gerade recht. Nach einigen Jahren in Down Under beschließt er, alleine mit dem Fahrrad den Kontinent zu umfahren, um endlich Australien etwas näher zu kommen. Er kündigt seinen gutbezahlten Job, deckt sich mit dem nötigsten ein und los geht’s auf seinem Fahrrad. Doch was sich in den letzten Monaten noch als tollen Plan angehört hat, wird bald zu einer großen Herausforderung, denn Roff Smith ist weder richtig trainiert, noch hat er Ahnung von den Gefahren des Outbacks. Doch so schnell gibt er nicht auf…
Mein Eindruck vom Buch:
Roff Smith hat einen locker flockigen Schreibstil, der es ermöglicht, über die Seiten zu fliegen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, so dass man auch ohne Probleme zwischendrin ein wenig lesen kann. Wer allerdings hofft, in diesem Buch Tipps für den eigenen Aufenthalt in Australien zu erhalten, wird sicher enttäuscht werden. In diesem Buch geht es hauptsächlich darum, wie sich Roff Smith 16.000 Kilometer vorwärts kämpft und meistens geht es um die Straßenbeschaffenheit und um die Road Houses, welche die Strecke säumen. Zwar sind immer wieder Hintergründe seiner besuchten Städte miteingeflochten, das kam aber meiner Meinung nach viel zu kurz. Ich hätte viel lieber auf manche Berichte von Road Houses verzichtet, wenn stattdessen mehr über die Menschen, die er auf seiner Reise traf, geschrieben worden wäre. Ich fand es sehr schade, dass diese wertvollen Begegnungen größtenteils sehr schnell abgefrühstückt wurden. Etwa in der Mitte des Buches befinden sich einige Fotos, die während der Tour entstanden sind. Es ist schön, die Menschen zu sehen, die Roff Smith so sehr geholfen haben, aber auch hier finde ich es schade, dass dies nur knapp angerissen wird.
Fazit:
Ich hatte mir leider etwas mehr erhofft. Dieser Bericht hätte viel viel viel mehr Potenzial gehabt. Schade!