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Insgesamt 406 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Hickisch, Burkhard

Der Apfelessig-Effekt


sehr gut

Apfelessig ein gesundes und hilfreiches Naturprodukt

Dieses Fachbuch mit dem Titel "Apfelessig-Effekt" von Autor Burkhard Hickisch entpuppt sich als Hommage an den Apfelessig, denn der Inhalt verspricht, dass dieser Essig sich bei konsequenter Anwendung als ein wahres Wundermittel entpuppen könnte.
Den wundersamen Apfelessig-Effekt kenne ich zwar schon aus anderen Büchern zum Thema Gesundheit, doch Hickisch fokussiert sich hier gänzlich auf dieses eine lebendige Naturprodukt, auf dessen Heilwirkung, Wirkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten.
Ob innerlich oder äußerlich, Apfelessig in Beschaffung und Anwendung ist wirklich simpel, sowie kostengünstig. Im Buch gibt es gut erklärte Anleitungen und Rezepte, die meisten Apfelessig-Rituale lassen sich als kleine Gewohnheiten auch sehr gut in den Tagesablauf einbinden.
Auch wenn der gesundheitliche Aspekt noch nicht durch Studien als fundiert wissenschaftlich erwiesen ist, kann es ja nicht schaden, die Vorzüge des Essigs einmal selbst zu testen. Das Produkt Apfelessig und seine Wirkung habe ich schon etwas länger für mich entdeckt, doch hier im Buch konnte ich noch viele weitere Anregungen mitnehmen. Gerade die einfachen und leicht nachvollziehbaren Rezepte haben mich inspiriert und auch die Empfehlung des Safttages werde ich bei Gelegenheit umsetzen.

Mein Fazit:
Ein schönes Fachbuch für gesundheitsbewusste Menschen, die mit ganz einfachen Mitteln und einem heimischen Produkt ihre Gesundheit pushen wollen. Alles im Buch ist simpel und easy nachvollziehbar. Das Buch war eine schöne Inspiration und Motivationsquelle für mich.

Bewertung vom 28.12.2025
Hillenbrand, Tom

Verhängnisvoller Champagner / Xavier Kieffer Bd.8 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Traum von Luxus-Schäumchen bleibt Schall und Rausch

Wenn es um seine Freunde geht, ist Xavier Kieffer immer bereit zu helfen, daher will er nach kurzem Wiedersehen auf einem Event in Paris, den Champagnerproduzenten Luc Reiser besuchen. Die beiden hatten damals ihre Ausbildung zusammen in einem Sternelokal gemacht und so manche Krisen überwunden. Xavier glaubt zu merken, dass seinen Freund etwas bedrückt, doch als er ihn wieder treffen will, findet er Luc sterbend unter einer riesigen Gyropalette vor. An einen Unfall kann Xavier nicht glauben, besonders nachdem er kurz darauf vor seinem Luxemburger Restaurant „Deux Eglises“ angegriffen wird. Nun wird die Sache für ihn zum persönlichen Angriff!

Der 8. Genuss-Krimi „Verhängnisvoller Champagner“ von Autor Tom Hillenbrand beschäftigt sich natürlich auch dieses Mal mit kulinarischen Köstlichkeiten. Die Spürnase des Luxemburger Chefkochs Xavier Kieffer beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema der Champagnerherstellung um den schönen Schein der um die prickelnde Brause gemacht wird, zu entschlüsseln. Dabei wird es für Xavier recht vertraulich, denn eine alte Liebe kreuzt seinen Weg. Verdrängte Erinnerungen an seine Sturm- und Drangzeit in der Champagne kommen ans Licht. Immer wieder hüpft die Story zurück in die 90er und verrät uns intime Details und Geheimnisse aus seiner Vergangenheit!

Besonders ins Herz geschlossen habe ich all die wunderbaren Charaktere der Serie, wie Xaviers schillernde Pariser Freundin Valérie vom Guide Gabin, dem Sternhimmel für Köche. Auch ihre Branche ist im Umbruch, denn mittlerweile begibt sich auch die Sterne-Verleihung auf digitales Territorium. Sogar der nervige argentinische Show-Koch Leonardo, mit dem Xavier eine Art Hass-Liebe verbindet, wird mir immer sympathischer. Nicht wegzudenken ist natürlich der trinkfeste Finne Pekka Vatanen, der fast schon zum Inventar des „Deux Eglises“ gehört und immer einen guten Rat auf Lager hat. Der Fall selbst ist komplex und bleibt bis zum Ende rätselhaft verworren. Diese Serie sorgt einfach immer für erstaunliche Erkenntnisse und ist insgesamt ein wahrer Genuss:).

Mein Fazit:
Ein absolut interessanter und lehrreicher Krimi, bei dem ich sehr viel über Champagner erfahren habe. Besonders amüsant dabei fand ich all die fiktiven Champagner-Sorten und Namen herrlich, da bekommt man doch gleich Appetit auf ein Gläschen. „À votre santé !“

Bewertung vom 15.12.2025
Lafer, Johann; Riedl, Matthias

Medical Cuisine - Das große Longevity Kochbuch (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

100 leckere Rezepte mit einer motivierenden Einführung ins Longevity Thema

Wir alle wollen gesund alt werden! In diesem bunten und motivierenden Fachbuch „Das große Longevity Kochbuch – Medical Cuisine“ zeigen Dr. Matthias Riedl und Johann Lafer, wie es funktionieren könnte. Ihr Motto: Gesünder essen, länger leben – durch intelligente Ernährung.
Zunächst einmal wird im Buch das Thema Longevity erklärt. Welche Theorie steckt dahinter. Wichtig ist artgerechte Ernährung und Darmgesundheit. Welche Lebensmittel sollte man bevorzugen, welche Strategien nutzen. Es folgen die Top 10 der Lebensmittel, die man sich merken sollte, um langfristig seine Gesundheit zu pushen und Krankheiten vorzubeugen. Unsere konventionellen Lebensmittel, die zumeist hochindustriell produziert werden, sind mit Zucker, Fetten, Konservierungsmitteln und anderen Zusatzstoffen angereichert und alles andere als gesund. Das sollte man wissen und einfach öfter den Kochlöffel schwingen.
Unverarbeitete, gesunde Lebensmittel sollten auf den Tisch und werden hier im Anschluss gekonnt in Szene gesetzt. 100 Rezepte, beginnend mit dem Frühstücken, Hauptgerichten und natürlich auch gesunden Nachtisch. Es wird der Focus auf gesunde Lebensmittel gelegt, das heißt natürlich in erster Linie auch Vielfalt. Dazu gehört Fleisch und Fisch, d. h. wer ein vegetarisches oder veganes Kochbuch erwartet, wird hier nicht fündig. Die Gerichte fand ich teils sehr inspirierend und lecker präsentiert, mit schönen Bildern.
Mein Fazit:
Sehr schönes Kochbuch mit leckeren Rezepten. Meiner Meinung auch sehr gut als Einführung in das Thema Longevity geeignet. Mir hat es gut gefallen, auch wenn ich mich schon länger mit der Thematik beschäftigt habe, fand ich das Buch für mich bereichernd.

Bewertung vom 14.12.2025
Schörghofer, Manuela

Schatten über dem Kloster / Isabella Falk ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Intrigante tödliche Machenschaften in Füssen

Füssen 1376 - im Kloster der Klarissen auf der Insel Weißensee werden in den abgebrannten Ruinen des Gästetrakts die verkohlten Überreste eines Mannes gefunden. Ein Ring weist auf die Identität des Bürgermeisters Alois Vogler von Füssen hin. Doch weshalb und von wem sein Freund ermordet wurde, das möchte der zuständige Richter Rudolf Falk herausfinden. Allerdings setzt ihm dieser Schock so zu, dass auch er kurz darauf stirbt. Seiner junge Frau Isabella Falk, vermacht er die Aufgabe den Fall zu lösen. Während ihr Schwager mit allen Tricks versucht, das Erbe an sich zu reißen, beschließen der junge Stadtschreiber Leonhard Stadler zusammen mit seinem Freund, dem studierten Medicus Magnus Bader, der jungen Witwe bei ihren Ermittlungen und dem Kampf um ihr Erbe beizustehen. 

Autorin Manuela Schörghofer beginnt mit dem Titel „Schatten über dem Kloster“ ihre neue historische Serie, die zum Ende das 14. Jahrhunderts in Füssen spielt. Die Hauptrolle darin spielt eine junge Witwe namens Isabella, die ihren klugen Kopf tief in die politischen und kirchlichen Angelegenheiten ihrer Stadt steckt. Zu ihrem Glück gewinnt sie dabei zwei ihr wohlgesonnene Freunde, die ihr zur Seite stehen. Das Trio meistert so manche haarsträubenden Momente zusammen. In der Geschichte gibt es aber noch viele weitere interessante Charaktere, wie Isabellas vorwitzigen Bruder Lutz, die couragierte Äbtissin Klara oder die hilfreiche Hurenwirtin Viktoria. Auch alle Schurken und die Handlung selbst sind gut gewählt und spannend konstruiert. Die Lektüre wird zu einer lebendigen Zeitreise und wirkt großartig recherchiert. Mit einer Übersicht aller Protagonisten, einem Glossar aller historischen Begriffe und einem Stadtplan wird man zu Beginn schon bestens auf die Story vorbereitet. Der Cliffhänger am Ende stimmt den Leser schon auf ein weiteres spannendes Abenteuer in Füssen ein. 
Mein Fazit: 
Das Lesen dieses interessanten historischen Kriminalromans hat mir großen Spaß bereitet, es war ein großartiger Ausflug in das Spätmittelalter und äußerst unterhaltsam und aufregend. Freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung:).

Bewertung vom 01.12.2025
Louck, Liane

Cyberdings wie vom anderen Stern


weniger gut

Der Funke sprang nicht über

Nach 25 Ehejahren brennt das Feuer zwischen Leeloo und ihrem Angetrauten Nick ziemlich auf Sparflamme, nur noch die gemeinsame Firma hält ihre Ehe aufrecht. Da verkündet Nick den offenen Beziehungsstatus und Leeloo beschließt mit 44 Jahren wieder ihren Männerradar anzuwerfen. Überraschenderweise wird sie auch bald im Netz fündig und schon nach kurzer Zeit entbrennt ein heftiger Flirt mit einem wildfremden Mann namens Gekko, der am anderen Ende der Welt lebt. Schnell kommen die Beiden sich im virtuellen Raum näher und entdecken eine für sie beide ganz neue Spielart, das Cyberdings!

Nachdem ich die Leseprobe eigentlich recht interessant gefunden hatte, habe ich mich entschlossen dem Buch „Cyberdings, wie vom anderen Stern“ von Autorin Liane Louck eine Chance zu geben. Allerdings merkte ich schon nach kurzer Zeit und dem Einsetzen des Chats der zwei Hauptcharaktere Leeloo und Gekko, das deren Interessen, Humor und ihr Umgangston mich nicht abholen konnten.
Der Schreibstil in Chatform war dabei so gar nicht mein Ding, die ganze Darstellung in Dialogform war anstrengend zu lesen und am Ende habe ich die Zeilen nur noch überflogen. Besonders wenig konnten mich das Schach und die astrologischen Ausführungen begeistern, daher habe ich sie einfach links liegen lassen. Das im Anschluss bald üppig praktizierte Cyberdings, hat mich dann auch nicht mehr vom Hocker gerissen. Die Chemie der Protagonisten ist definitiv nicht auf mich übergesprungen, sie waren mir weder sonderlich sympathisch noch war der Humor meins.

Mein Fazit:
Ein ziemlich oberflächlicher Roman mit schwachen Figuren habe den Text zum Ende hin nur noch überflogen. Die Idee an sich fand ich eigentlich recht gut, nur die Umsetzung war mir zu langatmig, ausschweifend und wenig fesselnd.

Bewertung vom 23.11.2025
Beckett, Simon

Knochenkälte / David Hunter Bd.7


ausgezeichnet

Eisige Stimmung an einem unwirklichen Ort, gruselig und düster

Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter strandet auf seinem Weg zu einem neuen Fall durch äußerst unglückliche Umstände in einem abgelegenen Bergdorf. Ein Bergrutsch und ein Wintersturm schneidet das Dorf auch noch komplett von der Außenwelt ab und Hunter ist gezwungen sich mit so manchen der eigenwilligen Bewohner dort zu arrangieren. Fremde sind dort nicht gern gesehen und er stößt auf Ablehnung und Aggression, aber auch auf ein schreckliches dunkles Geheimnis.

Der Thriller „Knochenkälte“ von Bestsellerautor Simon Beckett, ist nicht meine erste Begegnung mit dem widerstandsfähigen Hauptcharakter David Hunter. Es ist zwar schon eine ziemliche Weile her, doch an ein oder zwei Bände mit reichlich Spannung und Nervenkitzel bei der Lektüre kann ich mich noch gut entsinnen. Also freute ich mich schon sehr auf einen unterhaltsamen Skill, mit Hunters brandneuem Fall. Denn Dr. Hunter ist kein Ermittler im herkömmlichen Sinn, sondern in seiner Funktion als forensischer Anthropologe bekommt er es oft mit reichlich speziellen Fällen, Tätern und Opfern zu tun.
Schon nach ein paar Seiten hat mich die Wahl der alptraumhaften Location, die eisige Stimmung von Natur und Bewohnern und die atmosphärischen Beschreibungen des Autors enorm gefesselt. Die Idee einer von der Außenwelt abgeschnittenen Gegend ist zwar nicht neu, doch die frostige und intensiv bösartige Stimmung zog mich tief in ihren Bann! Das Ende hatte ich mir dann zwar irgendwie anders vorgestellt, war mir zu offensichtlich. Letztendlich habe ich mich dennoch großartig unterhalten und angenehm gegruselt, wie es sich für einen guten Thriller gehört.

Mein Fazit:
Insgesamt ein packender und fesselnder Thriller den ich kaum zur Seite legen konnte. Hat mir gut gefallen, muss mir glatt ein paar der mir noch unbekannten Vorgängerbände besorgen:).

Bewertung vom 17.11.2025
Stetter, Moritz

Die Knef


ausgezeichnet

Richtig cool gemacht

Eine Hommage zum hundertsten Geburtstag im Comic-Format an die unvergessene Ikone der Nachkriegszeit Hildegard Knef. Grafikdesigner und Autor Moritz Stetter beeindruckt mit ausdrucksstarken Zeichnungen, die Hildes Kindheit sowie ihren Werdegang ausdrücken. Mit knappen, präzisen, eindrucksvollen Wörtern aus ihren Texten ergänzt, wird aus den Bildern ein großer Auftritt.
Wenn ich mich zurückerinnere, war meine Mutter immer begeistert von Hildegard Knef, hat sie bewundert, immer in den höchsten Tönen von ihr gesprochen und mit Sicherheit auch ihre Bücher gelesen. Die Knef, war ein großes Vorbild dieser Nachkriegsgeneration und schon damals als selbstbewusste und rebellische Frau bewundert. Als Kind und junge Erwachsene habe ich die Knef nur am Rande wahrgenommen und kenne daher nur die Highlights der Karriere, wie“ Die Sünderin“, den berühmten Song mit den Rosen und die Titel der Bücher. Die Tragik der Höhen und Tiefen ihres Lebens, sowie die persönlichen Tiefpunkte haben mich doch überrascht. Hinter der Knef-Fassade steckt eine wirklich starke Frau, die sich immer weiter entwickelt und immer wieder neu erfunden hat. Trotz harter Rückschläge, Drogen oder Krankheit hat sie sich nie aufgegeben, bewundernswert!

Schon das Cover ist ein Hingucker und auch die grafische Gestaltung im Buch hat mich sogleich begeistert. Es macht große Freude, das Leben von Hilde bildhaft zu erkunden. Toll auch die Porträts der Zeitgenossen zu Beginn und der Zeitstrahl am Ende des Buches, das ist immer sehr hilfreich. Dazu kommt auch noch eine Playlist mit ihren Songs, richtig cool gemacht!

Mein Fazit:
Da ich ein großer Fan von Graphic Novels bin, war ich sehr neugierig auf das Buch. Die visuelle Darstellung von Knefs Lebensgeschichte ist absolut großartig gelungen und spiegelt ihre Zeit und Erleben eindrucksvoll wider. Diese Biografie regt an sich intensiver mit der Person Knef zu beschäftigen.

Bewertung vom 14.11.2025
Kinkel, Tanja

Sieben Jahre


sehr gut

Im Strudel von Staat, Krieg und Familie

Friedrich der Große machte sich nicht nur halb Europa zum Feind, sondern auch in der eigenen Familie war die Stimmung zumeist angespannt. Besonders schwierig war sein Verhältnis zum Vater, das am Ende eskaliert und ihn für sein ganzes Leben zeichnet. Kaum ist Friedrich an der Macht müssen sich ihm alle unterordnen, das gelingt mal besser, mal schlechter. Sein größter Zorn konzentriert sich letztlich auf seine Erzfeindin, Maria Theresia von Österreich und eskaliert in einem erbitterten Krieg.

Tanja Kinkel ist eine ganz wunderbare Autorin für historische Bücher und eine Meisterin darin, sich tief in die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten einzufühlen. Mit ihrem Roman „Sieben Jahre“, taucht sie tief in die Epoche preußischer Geschichte ein und konzentriert sich dabei besonders auf die konfliktreichen Jahre zwischen 1756 und 1763. Dabei betrachtet man das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven, mit viel persönlichen Esprit und Anspruch. Besonders im Mittelpunkt dabei stehen auch Friedrichs Geschwister und deren Beziehungen zueinander. Mit dem Mohren Hannibal bekommt aber auch das Dienstpersonal eine Stimme und es bieten sich interessante Einblicke. Die Lektüre ist, was ihre unzähligen Charaktere betrifft, zwar eine Herausforderung, jedoch eine hochinteressante wie ich finde. Neben den vielen Kriegsschauplätzen, liegt der Focus im Roman besonders auf einem Geflecht aus Liebschaften, Vorlieben und menschlichen Gefühlen. Das heißt, es ist eine außergewöhnliche Mischung, die uns hier auf 830 Seiten präsentiert wird. Mit absolut authentischem sprachlichen Ausdruck und Umgang findet man sich in einer anderen Zeit wieder, das ist der Autorin wieder ganz besonders gut gelungen.
Bislang wusste ich nicht wirklich viel über Friedrich den Großen, durch den Roman konnte man sich seine Welt aber sehr gut vorstellen. Bei meinem kürzlichen Berlin Besuch nach Beendigung der Lektüre habe ich die Stadt mit ganz anderen Augen betrachten können. Es ist mir ins Auge gestochen, wie stark Friedrich die Stadt geprägt und wie viele Spuren er hinterlassen hat. Mir wurde durch Kinkels Roman aber auch die menschliche Seite von ihm und seiner Familie offenbart, denn es wird oft sehr persönlich. Durch die glänzende Recherche, wirkt dabei alles sehr authentisch und menschlich, wahrlich eine Glanzleistung die hier geleistet wurde.
Die Optik das Buchs ist eine Erscheinung, mit dem attraktiven Cover und seinem auffällig goldenen Buchschnitt bietet sich ein nobler einladender Anblick, der zum Lesen einlädt.

Mein Fazit:
Ein sehr intensives Zeitporträt, das tief hinter die Kulissen der Mächtigen blicken lässt und mir trotz ein paar Längen gut gefallen hat. Besondere Empfehlung für Liebhaber von historischen Geschichten, gewappnet mit der Ausdauer von über 800 Seiten. Es ist schon ein wenig Lesemarathon zu leisten, aber es lohnt sich.

Bewertung vom 05.11.2025
Braun, Stefan

Oishii! (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Kochbuch mit eindrucksvoller Bilderflut

Das Buch „Oishii!“, ist nicht nur ein Kochbuch mit japanischen Gerichten, sondern bietet einen Einblick in den japanischen Alltag und deren Esskultur. Unterstützt durch eine Flut von Bildern des Autors und Fotografen Stefan Braun, bekommt man einen guten Eindruck vom Tagesablauf und den bevorzugten Lieblingsgerichten des modernen Japaners. Die Esskultur dort, hat sich ein wenig verändert, passt sich dem Rhythmus der arbeitenden Gesellschaft an und bietet eine Menge an praktischen schnell gemachten und gegessenen Gerichten an.
Das Buch beginnt mit der morgendlichen Routine, arbeitet sich über den Mittagsbreak, zur Afterwork Routine bis zum Dinner vor, wobei sich die meisten Gerichte als äußerst unkompliziert entpuppen.
Es werden um die 44 Gerichte vorgestellt, die alle recht simpel und daher auch gut nach kochbar sind. Dabei sind viele Klassiker wie Rahmen, eingelegtes Gemüse und Eier, gefüllte Teigtaschen, gebratene Nudeln oder diverse andere kleine Snacks für das Dinner. Mir gefällt diese Auswahl sehr gut, die exotischen Zutaten sind überschaubar und alles ist easy zu machen.
Am Ende des Buches gibt es noch die Rezepte für die Basics, wie Dips und Saucen zu den Gerichten.

Mein Fazit:
Ein bildgewaltiges Buch, das die ungeschminkte Realität des japanischen Alltagslebens zeigt, nicht aus der touristische Perspektive, das gefällt mir sehr gut.
Die Rezepte sind übersichtlich, modern interpretiert und nicht sehr kompliziert. Es ist eine gute Auswahl einfach, praktisch und lecker.

Bewertung vom 30.10.2025
Anour, René

Der Doktor und der liebe Mord


ausgezeichnet

Ein Mörder zum Knuddeln
Tierarzt Severin Herr arbeitet für eine Tierarztpraxis auf dem Gnadenhof von Professor Thalheim. Allerdings entpuppt sich der mediengeile Professor bald als ein ganz übler Betrüger und die Tiere sind für ihn nur Mittel zum Zwecke der Spendeneinnahme. Als letzte Möglichkeit seine Spendenmisere zu vertuschen, versucht er auf die Schnelle, sie seinem Assistenten unterzuschieben. Zu dumm, dass Thalheim mitten in einer Euthanasie-Behandlung stört, um Severin zu einer Unterschrift zu zwingen. Mit vorgehaltener Waffe bedrängt, gibt Severin seinem Reflex nach und so bekommt sein Chef eine Dosis Relive verpasst, die eigentlich für einen Bernhardiner vorgesehen war. Welch ein Desaster! Wie gut, dass die neugierige Reinigungskraft Jedna starke Nerven bewahrt und Severin unter ihre Fittiche nimmt.

Autor René Anour hat mit seinem neuen Kriminalroman “Der Doktor und der liebe Mord”, ein absolut kuscheliges Cosy-Crime Stück abgeliefert.
Mit seinem sympathischen Protagonisten, dem schüchternen Tierarzt Severin Herr, hat er eine großartige Figur entwickelt. Dessen Mitgefühl und Einfühlungsvermögen für alle Tiere hat oberste Priorität, aber was bösartige Menschen anbelangt, da kann der liebe Severin schon mal übellaunig werden. Allerdings wird hier nicht mit Vorsatz gemordet, sondern mit dem Zufall!
Neben Severin sind auch alle anderen Figuren im Buch ganz wunderbar erdacht und glänzend charakterisiert. Natürlich darf man die Tiere nicht zu vergessen, da sind ganz tolle Persönlichkeiten am Start! Es macht einfach großen Spaß Severin bei seinem Tierarzt-Job über die Schulter zu blicken, da merkt man, der Autor ist vom Fach. Auch sonst ist viel los in der Handlung, es wird einfach nie langweilig. Neben dem Humor bieten sich ganz viele Spannungsmomente und man weiß nie, was als Nächstes passiert.
Ein Highlight, das im Moment ganz wunderbar in die Vorweihnachtszeit passt, leitet das fulminante Ende ein. Sehr gelungen! Zum Glück scheint Fortsetzung in Sicht und Severin darf wohl seine neue Karriere als Problembeseitiger weiterentwickeln;).
Mein Fazit:
Dieser „Tierarzt-Krimi“ bietet glänzende Unterhaltung, man fühlt sich sofort pudelwohl damit. Das Buch möchte man gar nicht mehr aus der Hand legen, oder am liebsten gleich wieder von vorne beginnen;). Gerne mehr davon!