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Benutzername: Taluzi
Danksagungen: 52 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 488 Bewertungen
Bewertung vom 19.03.2019
Mit 50 Euro um die Welt
Schacht, Christopher

Mit 50 Euro um die Welt


ausgezeichnet

Mit 19 Jahren beschließt Christopher Schacht um die Welt zu reisen. Sein Plan ist mit Freundlichkeit, Charme, Arbeitswille und 50€ zu reisen, ohne Hotel und Flugzeug. Insgesamt 4 Jahre reiste er durch 45 Länder und legte 100.000 Kilometer zu Fuß, per Anhalter oder auf Segelbooten zurück.
Von einem kleinen Örtchen in Schleswig Holstein ging es los durch Europa über den Atlantik zu den Karibischen Inseln, dann nach Südamerika weiter über den Pazifik zu den pazifischen Inseln und schließlich durch Asien und dem Mittleren Osten wieder nach Deutschland.

In seinem Buch „Mit 50 Euro um die Welt“ erzählt Christopher Schacht von seinen Jobs als Goldwäscher, Babysitter, Schleusenwärter und Fotomodell, seinem Leben unter Drogendealern und seinen Begegnungen mit Ureinwohnern.
Sein Schreibstil ist lebendig, humorvoll und voller Wärme. Er schildert von unglaublichen Begegnungen, skurrilen Erlebnissen und seinem Vertrauen in Gott. Dabei beeindruckt seine positive Einstellung und seine Offenheit. Er geht freimütig und geradewegs auf alle Gruppen von Menschen zu, z. B. Schmugglern. Er begegnet ihnen ohne Vorurteile. Wahrscheinlich ist dies der Grund warum er bei seiner Weltreise so viele positive Erfahrungen gesammelt hat. Obwohl er zu fremden Leuten ins Auto gestiegen ist und unter freiem Himmel schlief, so hatte er doch das Glück, das ihm nichts passiert ist. Eher das Gegenteil als er einen Schwächeanfall erleidet, leistet der LKW-Fahrer erste Hilfe oder als er seinen Rucksack bei fremden Leuten unterstellt, warten sie auf ihn, obwohl es in Strömen regnet.
Seine Erlebnisse schildert Christopher nicht nur mit Worten sondern es gibt auch jede Menge Bilder zu betrachten. Diese Bilder sind auch als Postkarten mit einem kleinen Spruch auf der Rückseite erhältlich, z. B.: „Eine herrliche Landschaft genießt man für den Augenblick, aber die Geschichten und Begegnungen mit Menschen sind es, die wir für immer bei uns tragen.“
Dieses Buch nimmt den Leser mit in ferne Welten und fremde Kulturen und erzählt von so viel positiver Lebenseinstellung, das sollte man gelesen haben.

Bewertung vom 16.03.2019
Die verlorenen Töchter
Hippe, Hannelore

Die verlorenen Töchter


sehr gut

Die Norwegerin Åse Evensen lässt sich im Sommer 1945 mit einem Besatzungssoldaten ein. Für Beide scheint es die große Liebe zu sein. Aber plötzlich wird Kurt strafbesetzt und die schwangere Åse kommt in eine Einrichtung für gestrauchelte Frauen. Dort bringt sie ihre Tochter Katrine zur Welt, die gleich nach der Geburt weg gebracht wird. Als Åse wieder zu Hause ist, macht sich auf die Suche nach ihrer Tochter.
Aber Katrine wächst in einem ostdeutschen Waisenhaus auf und wird adoptiert.
25 Jahre später wird die verkohlte Leiche einer Frau gefunden. Sie kann nicht identifiziert werden.
Wer ist diese Frau?

„Die verlorenen Töchter“ von Hannelore Hippe ist ein Roman, der sich mit dem Schicksal der Besatzungskindern in Norwegen nach dem 2. Weltkrieg auseinandersetzt. Die Geschichte lässt sich locker und leicht lesen. Ratzfatz hat man das Buch beendet.
Die Charaktere Kurt und Åse wirken sympathisch und authentisch. Leider ist Kurts Schicksal schnell besiegelt. Erschreckend was Menschen zu Zeiten des Krieges widerfahren ist. Wie viele Familien auseinandergerissen wurden oder nie zusammenfinden durften. Das ist schon erschreckend und darf nicht in Vergessenheit geraten. Diesen historischen Teil des Romans hat die Autorin Hannelore Hippe gut recherchiert und gekonnt eingebaut in die fiktive Geschichte.
Obwohl die Familienverhältnisse durch den Wechsel der Erzählperspektive etwas verwirrend waren. Besonders die Ich-Erzählerin blieb lange rätselhaft.
Aber zum Schluss klärt sich alles auf.
„Die verlorenen Töchter“ von Hannelore Hippe ist ein fundierter Roman, der absolut lesenswert ist.

Bewertung vom 15.03.2019
Besser einfach - einfach besser
Bleier, Bianka; Schilling, Birgit

Besser einfach - einfach besser


gut

Wer macht ihn schon gerne – den Haushalt. Meist ist er lästig und ein nie endender Kreislauf aus schmutziger Wäsche und Geschirr, Staub und Kochen.
Statt zu putzen würde man lieber was mit den Kindern machen oder einem Hobby nachgehen. Wo ist das Leben neben dem Haushalt?

„Besser einfach – einfach besser. Das Haushaltssurvival-Buch“ von Bianka Bleier und Birgit Schilling zeigt auf, wie man den Haushalt in den Griff bekommt und dabei Zeit und Geld spart.
Beim ersten Durchblättern fiel auf, dass es keine Bilder gibt. Hmm, irgendwie habe ich damit gerechnet, viele bildliche Anleitungen zu bekommen, wie ich meinen Vorratsschrank optimaler einräumen oder meine Küchenarbeitsplatte krümelfrei bekommen kann. Aber bildliche Tipps gibt es nicht.
Statt dessen startet das Buch mit dem 3 Kapitel, die sich mit Zielen, Zeitplanung und Motivation auseinander setzen. Die Autorinnen erzählen, wie sie zu ihrem gut organisierten Haushalt gekommen sind, was ihre Motivation war.
Dann soll sich der Leser erst mal mit sich selber auseinander setzen. Was ist sein Ziel? Was ist ihm wichtig bei seinem Haushalt. Erst wenn man sich dem bewusst ist, kann man seinen Haushalt optimieren.
In den weiteren Kapiteln geht es die praktische Umsetzung: Entrümpeln, Delegieren, Putzen, Waschen, Einkaufen, Kochen und Einfrieren. Zum Nachdenken brachte mich das Kapitel über Kochen und Einfrieren. Als berufstätige alleinerziehende Mutter von 4 Kindern ist das wirklich oft ein stressiges Thema.
Aber viele der anderen Survival-Tipps sind mir bekannt und wende ich schon länger an, ohne dass ich deshalb ein Buch gelesen habe. Schade, hier hätte ich mir mehr Tricks erhofft.
Die Kapitel können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Durch anschauliche , farblich hervorgehobene Beispiele, durchdachte Gliederung und Seitennotizen lässt sich das Buch gut lesen und ist verständlich.
Ich bin mir nicht sicher an wenn sich das Buch richtet. Vielleicht würde ich es jungen, alleinerziehenden Müttern empfehlen, die ihren Haushalt ohne männliche Hilfe organisieren müssen.

Bewertung vom 13.03.2019
Mörder mögen keine Matjes
Koch, Krischan

Mörder mögen keine Matjes


ausgezeichnet

Die Tochter vom Dorfpolizisten Thies Detlefsen sitzt mit ihrem Freund im Strandkorb an der Fredenbüller Küste und knutscht. Da entdecken sie im seichten Wasser einen Container. Bei näherer Betrachtung enthält der Container nicht nur Elektroschrott, sondern auch einen quicklebendigen Affen und eine Leiche.
Alles weist auf Mord hin. Der Dorfpolizist Thies Detlefsen muss zur Aufklärung dieser Tat nach Hamburg reisen. Gemeinsam mit der Kommissarin Nicole Stabppenbek ermittelt er in den feinen Kreisen einer Hamburger Reederei. Aber auch da ist nicht alles so fein wie es scheint. Und gefährlich wird es auch.

„Mörder mögen keine Matjes“ von Krischan Koch ist mittlerweile der 7. Band für den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Kollegin Nicole Stappenbek Diesmal werden die beiden in die Metropole Hamburg beordert. Wie gut, das die bekannte Belegschaft der Hidden Kist zeitgleich in Hamburg ist, um dort Piet Paulsen im Krankenhaus zu besuchen. So steht dem gemeinsamen Ermitteln nichts im Wege.
An die vielen Charaktere muss man sich erst gewöhnen, aber dann hat man sie alle lieb gewonnen. Hilfreich wäre vielleicht für Neueinsteiger in diese Reihe ein Personenverzeichnis. Denn die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
Klasse ist der rote Faden im Buch durch den Matjes, der einem immer wieder beim Lesen und auch in Mannis Matjeshalle begegnet. Diese Brücke zwischen der Hidden Kist und der Matjeshalle ist äußerst gelungen und gibt dem Hamburger Imbissleben etwas vertrautes. Am Ende des Buches erhält man sogar noch die wichtigsten Rezepte aus dieser Geschichte zum Nachkochen.
Wer die Bücher von Krischan Koch kennt, weiß, das ihm beim Lesen jede Menge Humor und schräge Situationen erwartet. Man muss auch mal Fünfe gerade sein und sich einfach von der Geschichte unterhalten lassen.
Für „Mörder mögen keinen Matjes“ gibt es die volle Leseempfehlung.

Bewertung vom 03.03.2019
Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell
Meier, René

Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell


sehr gut

Uns begegnen immer wieder schwierige Gespräche. Die man steuern kann, weil man darauf vorbereitet ist oder die einen überraschen. Oft wird man auch überrascht von der Reaktion des Gegenübers. Eins muss einem dabei bewusst sein, den Gegenüber kann man nicht verändern. Man muss sich selber ändern! Denn die wichtigste Person in einem Gespräch ist man selber!
Daher fängt das Buch mit dem Kapitel „die wichtigste Person sind sie!“ an, in der der Leser sich mit sich selber auseinandersetzen kann.
Danach erklärt der Autor René Meier das EIGER-Modell. EIGER steht für Ereignis, Interpretation, Gefühl, Empathie und Reaktion. Diese Aktionen finden in jedem Gespräch statt und werden vom Autor ausführlich erklärt mit Beispielen und Anregungen.
Hinter jedem Abschnitt kommt „der theologischer Kompass“. Hier wird in wenigen Sätzen eine Überleitung zur Bibel und zum Glauben gemacht. Wer möchte kann dazu ausführlich im dritten und letzten Kapitel des Buches lesen oder liest einfach an der Stelle weiter und kann im Anschluss das 3. Kapitel lesen oder es auch weglassen. Sowohl im letzten Kapitel wie auch im theologischen Kompass befinden sich immer Seitenverweise zu den dazugehörigen Themen in den anderen Kapiteln.
Rene´ Meier will mit seinem Buch das Rad nicht neu erfinden. Er verweist auch auf andere Gesprächsmodelle und bezieht diese kurz und knapp mit ein, z. B. Das 4 Ohren-Modell von Friedemann Schulz. In diesem Modell wird erklärt, wie wir das Gehörte auf 4 verschiedenen Arten wahrnehmen können.
Viele dieser Abläufe in einem Gespräch sollen uns bewusster werden, damit wir geschickter und aufmerksamer Kommunizieren.
Dieses Buch ist kein Leitfaden, um jedes schwierige Gespräch zu „gewinnen“, sondern ein Kompass, der zeigt, wie man zufrieden aus einem Gespräch kommen und es geschickt führen kann.

Bewertung vom 28.02.2019
Campermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi
Uliczka, Rolf

Campermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Eines morgens schwimmt im Yachthafen vom ostfriesischen Küstenort Bensersiel eine Leiche. Gernot Kaldenbach, der beliebte und bekannte Kellner, der auf dem nahe gelegenen Campingplatz wohnte, ist ermordet worden.
Zeitgleich meldet der Uelzener Manuel Reiter seine Frau Anna als vermisst. Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens finden Spuren, die auf eine Entführung hindeuten. Bei ihren Ermittlungen unter den Campern auf dem Platz erfahren sie von Ehebruch, Stalking und Geldgier.
Irgendwie scheint hier fast jeder verdächtig.
Oder hat Annas Mann von dem Verhältnis erfahren, das Anna mit dem Toten hatte und war blind vor Eifersucht? Könnte das ein Motiv sein?
Oder steckt mehr hinter der Entführung und dem Mord?

„Campermord in Bensersiel“ von Rolf Uliczka ist der mittlerweile das 6. Buch des Ermittlerpaares Bert Linnig und Nina Jürgens. Beide Kommissare sind seit einiger Zeit ein Paar, ihre Beziehung rückt aber bei diesem Fall in den Hintergrund.
Gut gelungen ist wieder mal, dass der Leser sofort mitten in der Geschichte drin ist. Auf wenigen Seiten lernt man zu Beginn alle wichtigen Personen kennen: die Camper, die Anna aus Uelzen und Gernot. Leider ist Gernot dann auch recht schnell tot. Aber für das weitere Verständnis der Geschehnisse ist es notwendig, Gernot besser zu kennen.
Annas Geschichte ist nicht einfach, dennoch gibt sie nie auf und kämpft für ihr Leben. Gerade am Ende setzt sie eisern ihre Vorsätze in die Tat um und macht reinen Tisch. Anna lernt der Leser gut kennen durch einen 2. Erzählstrang.
Die Hauptperspektive ist die Ermittlungsarbeit der Polizei. Wie sie nach und nach die Spuren und Ermittlungskenntnisse ordnet und auswertet bis der Mord aufgeklärt ist.
Beide Erzählstränge sind spannend und unterhaltsam, die wenigen Seiten fliegen nur so dahin. Der Autor beschränkt sich auf die wichtigen Dinge und schweift nicht mit irgendwelchen unwichtigen Detailbeschreibungen ab.
„Campermord in Bensersiel“ von Rolf Uliczka ist ein lesenswerter Ostfrieslandkrimi.

Bewertung vom 23.02.2019
Die Action-Comic-Kinderbibel
Vries, Catherine de

Die Action-Comic-Kinderbibel


gut

Bibel gibt es mittlerweile reichlich, für jeden Geschmack ist mittlerweile was dabei.
Die Action-Comic-Bibel geschrieben von Cathrine DeVries und illustriert von Sergio Cariello soll Kinder ab 5 Jahre ansprechen. Sie hat viele bunte Comicbilder und kurze Texte.
Das ist vom Ansatz her gut und für Schulanfänger, die richtige Menge an Text und Bild. Die Texte sind verständlich und von der Wortwahl kindgerecht.
Allerdings ist die Gestaltung der Illustrationen nicht altersgerecht. Alles wirkt düster und auch etwas bedrohlich. Das müsste nicht sein. Die Farben könnten heller und freundlicher sein und die Zeichnungen runder. Besonders die Gesichter sind sehr markant dargestellt dadurch wirken sie teilweise furchteinflößend. Kinder ab 5 Jahre schreckt das eher ab. Ältere Kinder oder Jugendliche haben damit sicher weniger Probleme und finden diese Art der Gestaltung ansprechend.
Gut gelungen ist die Gliederung der Bibel. Ein Inhaltsverzeichnis leitet den Leser durch die Bibel. Zu Beginn werden die Autorin und der Illustrator vorgestellt. Dann kommt das Neue Testament und das Alte Testament mit insgesamt 14 ausgewählten Geschichten. Buch und Vers sind immer vermerkt. Im letzten, dem 15. Kapitel gibt es eine Zusammenfassung der vorher gelesenen biblischen Geschichten. Im Anhang befindet sich ein Personenregister. Da kann man über wichtige Personen der Bibel eine Kurzfassung lesen und erhält einen Seitenzahlverweis, wo man in dieser Bibel etwas über die jeweilige Person lesen kann.
Nach jeder biblischen Geschichte gibt es eine Seite mit Gedankenanstößen „Was tut Gott“ und „was können wir selbst tun“ und einem Gebet. Mit diesen Seiten kann man gut mit Kindern ins Gespräch kommen, das Gelesene noch mal reflektieren und vertiefen.
Die Action-Comic-Bibel ist vom Text und Aufbau gelungen, allerdings könnten die Illustrationen weicher und wärmer sein.

Bewertung vom 20.02.2019
Der Ursuppenprinz
Erbertz, Christina

Der Ursuppenprinz


sehr gut

Doro fühlt sich missverstanden. Alle in ihrer Familie sind hochbegabt, ihr Vater, ihre Mutter und ihre Brüder. Satt regelmäßig zur Schule zu gehen, treibt sich Doro im Museum rum.
Eines Tages klaut sie dort ein altes Haar vom Gemälde eines Prinzen. Dieses Haar fällt ihr in die Ursuppe ihrer Mutter. Mit der Ursuppe will ihre Mutter eigentlich nachweisen, wie Leben entsteht und endlich Professorin werden. Aber das Experiment ihrer Mutter scheint nicht zu klappen.
Oder doch?
Doros Haar in der Ursuppe entpuppt sich plötzlich als winziger Prinz, der nach und nach wächst und sich in der modernen Welt einmischt wo er nur kann.
Ob das gut geht?

„Der Ursuppenprinz“ von Christina Erbertz ist ein lustiger Kinderroman ab 9 Jahre. Er lässt sich locker und leicht lesen. Besonders amüsant ist die altertümliche Sprache des Prinzen
Doro fühlt sich nur von ihrer besten Freundin Yade verstanden, allerdings setzt sie diese Freundschaft aufs Spiel als sie versucht ihren Prinzen zu verheimlichen. Sie muss aber schnell einsehen, dass man mit einer guten Freundin mehr erreichen kann. Und wie wichtig es ist die Wahrheit zu sagen.
Humorvoll ist Doros Familie dargestellt, die Zwillinge, die sie nur Birnchen nennt, weil sie so schlau sind. Ihre Eltern sind meist völlig zerstreut, weil sie ihre Gedanken bei irgendwelchen wissenschaftlichen Projekten haben.
Der wissenschaftliche Anteil in diesem Buch ist kindgerecht erläutert, wobei man schon mal über ein schweres Fachwort stolpern kann.
Für diese Geschichte, die mit schwarz-weiß Illustrationen von Daniel Napp aufgelockert wird, gibt es eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 17.02.2019
Stark mit AD(H)S
Kristahn, Joachim

Stark mit AD(H)S


ausgezeichnet

Meist ist der Begriff „AD(H)S“ negativ belastet. Eltern und Lehrer haben es nicht leicht mit Kindern oder Jugendlichen, die diese Diagnose haben.
Dieses Buch von Joachim Kristahn möchte ein Wegbegleiter für diejenigen sein, die AD(H)S verstehen und fördern möchten. Nämlich die Stärken dieser Kinder herausarbeiten und eine andere Sicht auf das betroffene Kind bzw. Jugendlichen ermöglichen.
Das Buch ist in mehrere Kapitel gegliedert, die je nach aktuellen Informationsbedarf gelesen werden können.
Kapitel 1 befasst sich mit AD(H)S im Allgemeinen. Was ist AD(H)S, Symptome erkennen, Diagnose und Verlauf. Hier bekommt der Leser einen guten Überblick und kann anhand von Tabellen selber einschätzen, ob AD(H)S in Frage kommt.
Kapitel 2 erläutert kurz die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.
In Kapitel 3 und 4 wird vorgeschlagen, das Urvertrauen und das Selbstwertgefühl zu kräftigen, die Stärken der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu erkennen und zu fördern. Denn oft haben die Kinder mehr negative Erfahrungen gemacht, was sich schlecht auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt.
Hilfreich war hier eine Gegenüberstellung des auffälligen Verhaltens und welche Stärke sich daraus erkennen lässt, z. B. Impulsivität = kann spontan entscheiden und handeln. So soll das Selbstwertgefühl wieder positiv gesteigert werden.
Kapitel 5 macht deutlich wie der innere Schmerz nicht nur bei das betroffene Kind sondern auch Menschen aus seinem nähren Umkreis schmerzt und was das für Auswirkungen hat. Es werden Beispiele gegeben wie man mit dem emotionalen Schmerz besser umgehen kann.
Kapitel 6 gibt hilfreiche Tipps für Machtkämpfe, Diskussionen und wie man Grenzen setzt.
Das letzte Kapitel widmet sich dem Lernen. Kinder und Jugendliche mit AD(H)S lernen anders und erfordern ein gezieltes Management.
Alle Kapitel sind gut gegliedert und verständlich geschrieben. Auf gelockert wurde der wissenschaftliche Teil durch Erfahrungsberichte von Betroffenen.
Wissen sollte der Leser, dass neben der psychologischen-wissenschaftlichen Sicht auch eine christliche Perspektive zum Thema miteingebracht wird.
„Stark mit AD(H)S“ von Joachim Kristahn informiert umfangreich und verständlich und zeigt Möglichkeiten auf das Potenzial der Betroffenen zu entdecken.

Bewertung vom 17.02.2019
Heidefluch / Katharina von Hagemann Bd.7
Hanke, Kathrin; Kröger, Claudia

Heidefluch / Katharina von Hagemann Bd.7


ausgezeichnet

Die Kommissarin Katharina von Hagemann und ihr Chef Benjamin Rehder sind immer noch geschockt von dem schrecklichen Unfall ihres Kollegen Tobias.
Daher sind sie gar nicht erbaut, dass Kriminalrat Mausner den im Koma liegenden Tobias ersetzen will.
Vivien Rimkus soll das Team vorübergehend unterstützen.
Zur Zeit ist es ruhig im Kommissariat. In zwei Biomärkten gab es Verletzte durch ausgesetzte Giftfrösche, aber das ist eigentlich kein Fall für das Ermittlerteam. Den Tod eines Imkers, der von Bienen zu Tode gestochen wurde, sollen sie sich eigentlich nur als Freundschaftsdienst näher angucken. Als sie dann durch Zufall von einer Fliegenplage hören, ist der Jagdinstinkt von Katharina von Hagemann erwacht.
Wie hänge diese Anschläge wohl zusammen?

„Heidefluch“ von Kathrin Hanke und Claudia Kröger ist der 7. Band mit den Kommissaren Katharina von Hagemann und Ben Rehder. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.
Das Autorenduo schafft es gekonnt den aktuellen Fall mit dem Privatleben der Charaktere zu verbinden.
Der Schreibstil lässt sich wieder flüssig und leicht lesen. Ruck zuck hat man das Buch durchgelesen. Die Spannung ist gleich bleibend hoch. Diesmal ist es kein brutaler oder gar blutiger Krimi, sondern die Spannung ist unterschwelliger.
Als Leser kann man sich freuen, dass man der Kommissarin Katharina von Hagemann schon einen Schritt voraus ist, was den Zusammenhang der Anschläge angeht, zumindest wenn man etwas bibelfest ist.
Gut gelungen ist die Zusammenführung von dem Ende von Band 6 „Mordheide“ mit den Geschehnissen in „Heidefluch“. So geschickt gemacht, dass auch diejenigen die „Mordheide“ nicht gelesen haben, den Zusammenhang verstehen. Das hat beim Lesen Gänsehaut beschert.
Wieder ein gelungenes Werk der Autorinnen Kathrin Hanke und Claudia Kröger.