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Taluzi

Bewertungen

Insgesamt 597 Bewertungen
Bewertung vom 23.05.2021
Die mit dem Feuer spielen / Das Grand Hotel Bd.2
Benedikt, Caren

Die mit dem Feuer spielen / Das Grand Hotel Bd.2


ausgezeichnet

Bernadette von Plesow besitzt ein Hotel auf Rügen. Ihr ganzes Leben widmet sie diesem Hotel und wendet jeglichen Schaden davon ab. Leider gelingt ihr dies bei ihrer Familie nicht komplett. Die Trauer um ihren tödlich verunglückten Sohn Alexander lastet schwer auf ihr, da sie im Streit auseinander gegangen sind. Ihre Tochter Josephine will ihre Mutter Bernadette unterstützen. Eines Tages steht plötzlich ein Mann vor der Tür. Nur Bernadette weiß, wer er wirklich ist. Wird er eine Bedrohung für die Familie?
Aber nicht nur Bernadette befürchtet eine Bedrohung. Auch ihr Sohn Constantin fürchtet eine massive Bedrohung durch die Frankfurter Unterwelt. Das will er nicht einfach so hinnehmen. Auch seine neuerwachte Liebe kann ihn nicht daran hindern, sich rächen zu wollen.

„Das Grandhotel“ von Caren Benedikt ist der 2. Roman um die Familie der Plesow. Atmosphärisch dicht wird das Leben der Familie erzählt. Es mangelt nicht an Spannung, Liebe und Familienkonstellationen. Die vielen Seiten fliegen nur so dahin.
Die Charaktere sind lebendig dargestellt und wirken in diesem Band etwas weicher, nicht mehr so verbittert und kühl. Der mafiöse Sohn Constantin wirkt regelrecht weich, was auch durch die Liebe noch verstärkt wird. Dennoch haben alle Figuren einen starken Charakter und handeln authentisch.
Für das bessere Verständnis sollte man mit dem 1. Band beginnen und diesen zu erst lesen. Nach dem 2. Band hat man auf jeden Fall das Gefühl alles über die Familie wissen zu wollen und noch zig weitere Bänder zu lesen.

Bewertung vom 23.05.2021
Midlife-Cowboy
Geletneky, Chris

Midlife-Cowboy


sehr gut

Tillman wird demnächst 40 Jahre alt und wollte nie ein Spießerleben führen. Auf seinem Rasentraktor wird ihm aber plötzlich bewusst, dass genau das tut: Fertighaus, Gartenteich, Frau und Kinder.
Wie konnte es soweit kommen? Und ist das jetzt alles?
Er ahnt nicht, dass sein Ausbruch aus dem Spießerleben ein Lawine von Katastrophen für ihn bereit hält.

„Midlife Cowboy“ von Chris Geletneky ist leichtes und unterhaltsames Hörvergnügen, gelesen von Bastian Pastewka. Der Sprecher passt perfekt zu der Rolle des Tillmans. Tillman ist ein gutmütiger Familienvater, der plötzlich Angst hat, etwas in seinem Leben zu verpassen. Er wird unzufrieden und trifft ein paar falsche Entscheidungen. Und dann noch ein paar. Nun ja, er tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und findet den Weg raus nicht. Beim Hören weiß man nicht, ob man herzhaft lachen soll oder mit Tillman Mitleid haben soll. Herrlich naiv reitet er sich so richtig in die Sch... . Seine Frau verlässt ihn, nachdem seine einmalige Affäre aufgeflogen ist.
Nun muss ein Plan her, um die Ehe zu retten.
Teilweise ist die Handlung und das Ende vorhersehbar, aber dennoch ist die Situationskomik gute Unterhaltung.

Bewertung vom 23.05.2021
Bodden-Tod
Kastner, Corinna

Bodden-Tod


ausgezeichnet

Greta Sievers hält sich als Schriftstellerin mit Liebesromanen gerade so über Wasser. Als sie die Möglichkeit bekommt eine Biografie über einen bekannten Fischländer Maler zu schreiben, nimmt sie diesen Auftrag begeistert an. Schließlich sieht ihr Arbeitgeber Matthias Röwer auch noch blendend aus. Aber auch sein Freund Mark ist gutaussehend und charmant. Dennoch merkt Greta schnell, dass es ein dunkles Geheimnis gibt und sie sich mehr und mehr in Gefahr begibt. Wem kann sie noch vertrauen.

„Bodden-Tod“ von Corinna Kastner ist ein Küstenkrimi, der sowohl kriminell gut als auch romantisch ist. Schnell nimmt der Schreibstil den Leser gefangen. Die Spannung wird von Anfang an aufgebaut – auch durch die Charaktere, die scheinbar alle etwas zu verbergen haben. Greta wird es mulmig als sie erfährt, dass die Schriftstellerin, die vor ihr an der Biografie geschrieben hat, spurlos verschwunden ist. Dennoch gibt sie nicht auf und will nun erst recht wissen was los ist. Vor der landschaftlichen schönen Kulisse begibt sich Greta auf Spurensuche. Aber nicht nur die Landschaft beschreibt die Autorin ausführlich, sondern auch Kunstbilder.
Der ganze Roman wird beim Lesen lebendig.
Ich kann das Buch nur empfehlen.

Bewertung vom 13.05.2021
Kleine Wunder um Mitternacht
Higashino, Keigo

Kleine Wunder um Mitternacht


ausgezeichnet

„Kleine Wunder um Mitternacht“ von Keigo Higashino ist ein Roman voller magischer Momente. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Schnell befindet man sich beim Lesen mitten in der Geschichte. Die jungen Verbrecher Atsuya, Shota und Kohei verstecken sich nach einem Einbruch in einem verlassenen Gemischtwarenladen. Seltsamerweise wird ein Brief unter der Tür durchgeschoben, aber draußen ist weit und breit keiner zu sehen. Die Jungs fangen an zu grübeln, warum ein Brief ankommt und was sie damit machen sollen. Sie beschließen ihn zu beantworten. Ein reger Briefverkehr beginnt.
Was die drei Jungs nicht wissen, ist, dass Namiya, der ehemaliger Besitzer des Ladens vor vielen Jahren, die Fragen seiner Kunden ernst nahm und stets versuchte einen Rat zu haben. Schnell wurde der Gemischtwarenladen zu einem wichtigen Ort für Ratsuchende – auch über Namiyas Tod hinaus.
Der japanische Autor Keigo Higashino schafft es, alle Personen und ihre Zeiten mit einander zu verweben. Alles ist stimmig mit einander verknüpft und macht die Geschichte zu einem großen runden Ganzen.
Mehr will ich gar nicht erzählen, um den Zauber der Geschichte nicht zu nehmen. Das Buch muss gelesen werden.

Bewertung vom 13.05.2021
Der Rosie-Effekt / Rosie Bd.2
Simsion, Graeme

Der Rosie-Effekt / Rosie Bd.2


ausgezeichnet

Don Tillman hat sein Ehefrauen Projekt erfolgreich abgeschlossen. Er ist glücklich mit Rosie verheiratet und lebt in New York. Nun ist seine Frau schwanger. Don will ein guter Vater werden und stürzt sich mit Eifer in das Schwangerschafts-Projekt. Er studiert die besten Schwangerschaftsratgeber, um Rosie genau sagen zu können, was sie essen darf und was nicht. Jede Woche malt er die tatsächliche Größe von Bud auf die Kacheln seines Arbeitszimmers. Bei einer Außerhausrecherche wird er verhaftet. Von alledem soll Rosie nichts erfahren, damit sie sich nicht unnötig aufregt und die Beziehung gefährdet wird. Seine Freunde Gene, Dave und George helfen ihm. Dabei übersieht Don was seine Rosie am wichtigsten braucht und setzt seine Beziehung aufs Spiel.

„Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion ist ein liebenswerter und humorvoller Roman mit einem großen Funken Wahrheit. Der Schreibstil ist lebendig. Der Leser nimmt das Buch in die Hand und kann es nicht mehr weglegen.
Allerdings gibt es auch ein Manko. Im 1. Band wurde Don mit seinen Eigenheiten vorgestellt und Rosie als Gegenpart als normal. In diesem Band ist es eigentlich eher Rosie, die eigenartig ist. Nicht nur, dass sie mit ihren Schwangerschaftshormonen und ihren familiären Erfahrungen aus ihrer Kindheit zu kämpfen hat, sondern sie ist auch mit ihrer beruflichen Entwicklung nicht zufrieden! Natürlich bekommt dies der Mensch zu spüren, der ihr am Nahestehen ist: Don. Da das Buch aber aus Dons Sicht geschrieben ist, wirkt Rosie auf dem ersten Blick „zickig“. Das ist schade.
Trotzdem gebe ich dem Buch meine volle Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.05.2021
Ahrenshooper Todholz
Thiemig, Tilmann

Ahrenshooper Todholz


sehr gut

Nach 80 Jahren kommt Robert Aaron Zimmermann zurück nach Ahrenshoop, dem Ort seiner Kindheit. Der betagte Mann hat deutsch-jüdische Wurzeln und will herausfinden was mit Alfred Partikel passiert ist. Alfred ist 1945 beim Pilzesammeln im Ahrenshooper Holz spurlos verschwunden. Aber Robert Zimmermann sucht nicht alleine, sondern stellt eine Gruppe zusammen aus Künstlern und Kunstmäzen aus Ahrenshoop, die gemeinsam in 3 Gruppen herausfinden sollen was passiert ist. Allerdings verstehen sich die Gruppenmitglieder teilweise gar nicht gut und arbeiten eher gegeneinander als miteinander. Für einige Gruppenmitglieder wird es eine tödliche Suche. Was haben die Todesfälle in der Gegenwart mit dem Verschwinden von Alfred Partikel zu tun?

„Ahrenshooper Todholz“ von Tilman Thiemig ist ein Ostseekrimi. Der Erzählstil ist anfangs etwas langatmig, alterstümlich und verwirrend. Die vielen Charaktere werden ausführlich vorgestellt und die Zusammenhänge sind komplex. Langsam kommt man in die Geschichte rein und ist fasziniert von den Zusammenhängen und Geschehnissen rund um den Maler Alfred Partikel. Der Leser wird beim Lesen ins anschauliche Fischland-Darß entführt und lernt nebenbei etwas über die Künstlerkolonie.
Es lohnt sich also auf jeden Fall über die anfänglichen langen Strecken weiter zu lesen. Vielleicht hätte ein kurzes Namenregister am Anfang geholfen.

Bewertung vom 02.05.2021
Der Engelsbaum
Riley, Lucinda

Der Engelsbaum


sehr gut

Greta hat nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Sie ist unsicher und zieht sich zurück. Nach dreißig Jahren kehrt sie nach Marchmont in Wales zurück. Erst als sie das Grab ihres Sohnes auf dem Anwesen findet, kehren langsam die Erinnerungen zurück. Nach und nach entdeckt Greta die Frau, die sie einmal war wieder. Dabei kommt jedoch einiges ans Licht, das Greta gerne vergessen hätte. Es ist schockierend.

„Der Engelsbaum“ von Lucinda Riley ist ein sehr lebendiger und bildhafter Roman. Schnell will der Leser wissen, was alles in Gretas Leben passiert ist. Die junge und ehrgeizige Greta versucht alles um in ihrem Leben nicht zu scheitern. Dabei übersieht sie manchmal das Offensichtliche. Stets an ihrer Seite ist ihr langjähriger Freund David. Aus jeder noch so misslichen Lage befreit er sie und sieht in ihr immer nur das Beste. Greta erkennt gar nicht welchen Schatz an ihrer Seite sie da hat. Erst 30 Jahre nach ihrem Unfall als langsam die Erinnerungen an ihr Leben wieder kehren, erkennt sie was sie an David hat.
Der Charakter des Davids fast schon zu gut. Dieser Mann hat eine Wahnsinnsgeduld und Gutmütigkeit. Dagegen ist Greta eher ein schwieriger Charakter, die besonders in jungen Jahren nur ihren eigenen Interessen folgt und keine Rückschicht auf andere nimmt. Erst im Alter wird sie gutmütiger und erkennt, was sie an den Leuten um sich hat.
Der Roman liest sich flüssig, allerdings will man oft beim Lesen Greta wachrütteln und ihre falschen Entscheidungen verhindern.

Bewertung vom 02.05.2021
Das Rosenholzzimmer
Romer, Anna

Das Rosenholzzimmer


sehr gut

Audrey Kepler erbt von ihrem Exmann das verlassene Thornwood House im ländlichen Queensland. Sie entflieht mit ihrer Tochter dem hektischen Leben in Melbourne. Das Herrenhaus übt einen unbeschreiblichen Reiz auf Mutter und Tochter aus. Während sich Bronwyn sofort wohl fühlt, ist Audrey unruhig und hat seltsame Träume nachdem sie ein Foto des ehemaligen Besitzers Samuel Riordan findet. Samuel wurde beschuldigt eine junge Frau ermordet zu haben. Audreys Interesse ist geweckt und schnell ahnt sie, dass der wahre Mörder noch lebt.

„Das Rosenholzzimmer“ von Anna Romer ist als Roman deklariert, aber spannend wie ein Krimi.
Atmosphärisch erzählt die Autorin von der idyllischen Landschaft und den Familiengeheimnissen der Familie. Die Geschehnisse in der Vergangenheit werden nach und nach offen gelegt. Der Leser ist da klar im Vorteil, weil er durch die Rückblicke einen guten Eindruck erhält. Anfangs ist es sehr verwirrend, was entspringt Audreys Träumen und was sind wahre Geschehnisse aus der Vergangenheit. Aber von Seite zu Seite ist man mehr in den Geschehnissen verstrickt und will das Geheimnis der Vergangenheit lösen. Dabei wird verstrickt sich Audrey in ihre Träume und so manche gefährliche Situation
Wie es sich für einen Roman gehört, kommt die Liebe nicht zu kurz.

Bewertung vom 02.05.2021
Heideopfer
Hanke, Kathrin

Heideopfer


ausgezeichnet

Das Ermittlerteam Katharina von Hagemann und Benjamin Rehder bekommen ihren ersten Cold Case. In Lüneburg wird bei Abrissarbeiten eines Schuppens ein menschliches Skelett gefunden. Das männliche Skelett liegt wohl schon seit den 1990er Jahren dort und ist keines natürlichen Todes gestorben. Wie kommt es auf das Grundstück?

„Heideopfer“ ist diesmal nicht von dem Autorenduo Claudia Kröger und Kathrin Hanke gemeinsam geschrieben worden, sondern nur von Kathrin Hanke.
Es ist mittlerweile der 8. Band des sympathischen Ermittlerteams Katharina von Hagemann und Benjamin Rehder. Beide ermitteln in der bekannten Heidestadt Lüneburg. Wer Lüneburg kennt wird es genießen beim Lesen durch die Stadt zu bummeln.
Katharina und Benjamin müssen in der Vergangenheit graben um dem Cold Case auf die Spur zu kommen. Das ist gar nicht so einfach. Schließlich liegen zig Jahre zwischen dem Mord und dem Fund der Leiche. Trotzdem erfährt der Leser auch etwas über das Privatleben der Ermittler. Wer die Bände kennt wird neugierig sein, wie es mit Katharina und Bene weitergeht. Diesmal scheint es nicht so rund zu laufen zwischen den beiden Verliebten. Besonders weil Katharina viel Zeit mit dem Bruder von Bene verbringt, denn Benjamin ist ihr Chef.
Benjamin und Katharina freuen sich beruflich, weil ihr Kollege Tobias wieder im Team ist. Nach einem Unfall war er lange krank und unterstützt das Team jetzt im Innendienst. Gemeinsam schaffen sie es die Cold Case Puzzleteile zusammen zusetzen und den Fall zu lösen.

Bewertung vom 02.05.2021
Mörderische Ostsee / Edelgard und Norbert Bd.3
Schmid, Claudia

Mörderische Ostsee / Edelgard und Norbert Bd.3


ausgezeichnet

Edelgard und Norbert erkunden die atemberaubend schöne Landschaft und die faszinierenden Städte rund um die Ostsee. Sie reisen von Stockholm bis Helsinki und kommen durch Sankt Petersburg, Tallinn, Riga, Klaipeda, Vilnius, Danzig, Lübeck, Flensburg und Kopenhagen. Natürlich stolpern sie dabei in spannende Kriminalfälle.

„Mörderische Ostsee“ von Claudia Schmid nimmt den Leser auf eine Rundreise rund um die Ostsee. Nicht nur kulturell und landschaftliche Einblicke erhält man beim Lesen, sondern wird auch mörderisch und kriminell gut unterhalten.
Edelgard und Norbert sind schon eine Zeit verheiratet mit einigen Höhen und Tiefen. Edelgard ist interessiert, aktiv und offen, dagegen ist Norbert eher gemütlich und zurückhaltend. Auf dieser Reise ergänzen sich beide und sind harmonisch wie noch nie. Dazu muss man wissen, dass Edelgard auf ihren vorherigen Reisen davon träumte Norbert los zu werden. Dafür waren ihr alle Mittel recht.
Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und unterhaltsam. Schnell befindet man sich mitten in der Geschichte und amüsiert sich köstlich über so manches Wortduell oder Gedankengang. Gut recherchiert sind die geschichtlichen Hintergründe und Ausflugstipps der einzelnen Stationen. Als Leser bekommt man Lust die einzelnen Städte auch zu bereisen und kennen zu lernen.
Ich hatte das Glück und konnte das Buch mit zu meiner Reha an die Ostsee nehmen. In der salzigen Luft und mit den brausenden Wellen im Hintergrund hat das Lesen gleich noch viel mehr Spaß gemacht. Einen Tipp habe ich noch für Edelgard und Norbert: die kleinen Städtchen und Dörfchen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind auf jeden Fall auch eine erholsame (nicht mörderische) Reise wert.