Ich lese gern historische Romane und in diesen konnte ich mich richtig fallen lassen, denn die Geschichte von Johanna, der jungen Dirigentin, hat mich tief berührt. Ihr tapferer Kampf, sich in der männerdominierten Welt des Dirigierens zu behaupten, indem sie sich die Haare abschneidet und in Männerkleidung schlüpft, um die begehrte Stelle als Assistentin des Orchesterleiters an der Wiener Oper zu ergattern, hat mich fasziniert. Johanna's Träume und ihre unvermeidbaren Hindernisse als Frau in dieser Branche haben mich mitgerissen und manchmal echt wütend gemacht.
Die herzliche Freundschaft zwischen Johanna und ihrer Mitbewohnerin Dana war besonders bewegend, wie sie sich gegenseitig in schwierigen Zeiten unterstützten. Die bittersüße Liebesgeschichte zwischen Johanna und Eduardo führte mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Trotz ihrer Liebe müssen sie mit den Hindernissen seiner unglücklichen Ehe und ihrer eigenen persönlichen Herausforderungen kämpfen, was die Geschichte zu einem Wechselbad der Gefühle macht. Dennoch war ich mit dem Ende zufrieden.
Die Darstellung von Johannas innerem Konflikt zwischen Mutterschaft und beruflicher Erfüllung hat mich tief bewegt und zum Nachdenken angeregt. Obwohl ich Wien nie besucht habe, konnte ich mir dank der lebendigen Beschreibungen alles lebhaft vorstellen, von den Opernbühnen bis zu den duftenden Kaffeehäusern und den köstlichen Torten.
Zusammenfassend ist dieser Roman eine fesselnde und herzerwärmende Geschichte, die ich jedem empfehlen würde. Er hat mich nicht nur in eine zauberhafte Welt voller Musik und Emotionen entführt, sondern auch den Wunsch geweckt, selbst bald nach Wien zu reisen!
Ich geb dem Buch 4½ Sterne – und das sowas von verdient! Ich hab selten so gelacht. Es ist genau diese perfekte Mischung aus totaler Albernheit, einem Haufen Charme und immer wieder so einem „Hä?! Was geht hier eigentlich gerade ab?“-Moment. Und mal ehrlich: Ein bisschen Selbstironie hat noch keiner Geschichte geschadet – ob die Briten das auch so sehen, ist natürlich ne andere Frage.
Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt: Das hier ist keine schwere Kost mit historischen Fakten zum Durchkauen. Sondern eher so: abgedreht, herrlich schräg und komplett durchgeknallt – Monty-Python-Vibes inklusive. Der Humor ist britisch und die Story nimmt sich nicht ganz ernst. Aber gerade das macht’s irgendwie genial. Und trotzdem: Die Handlung ist clever gestrickt, da steckt mehr dahinter, als man zuerst denkt.
Wer auf viel historische Korrektheit und komplexe Handlung steht, wird hier eher nicht fündig – obwohl man schon tiefere Themen findet, wenn man hinschaut. (Stichwort Ausgrenzung und Verfolgung)
Ich bin ja sonst eher Team Fantasy. Aber mit My Lady Jane hatte ich einfach Spaß. Teilweise waren meine Katzen total genervt, weil ich dauernd lachen musste. Janes trockener Humor und die Stellen aus Pferdesicht..
Was ich auch mochte: diese kleinen historischen Fun-Facts, so charmant nebenbei eingebaut, dass man direkt was lernt, ohne’s zu merken. Wer weiß zum Beispiel, dass man bei Rüben früher nur die Blätter gegessen hat? Oder welche Königin den Trend mit dem weißen Brautkleid gestartet hat? Ich nicht – bis jetzt!
Die Story spielt im England zur Zeit von Edward VI., aber statt Religionskrieg geht’s hier um Verities (also quasi Muggel) und Eðians – Leute, die sich in Tiere verwandeln können. Und wie das so ist: Die mit den „Superkräften“? werden natürlich gehasst, ausgegrenzt, verfolgt. Parallelen zur echten Welt sind schon deutlich, wenn man sie sehen will Alles wird mit einem charmanten Augenzwinkern erzählt.
Der Sexismus der Zeit wird mit viel Biss und Humor aufs Korn genommen und Lady Jane Grey ist hier nicht nur tragische Randfigur, sondern die kluge, unbequeme, absolut liebenswerte Heldin. Ich mochte sie total!
Ich drück die Daumen, dass auch die restlichen Bücher Autorinnen-Trio noch übersetzt werden. Ich wär auf jeden Fall sofort wieder dabei!
Supernatural Academy: Year One von Jaymin Eve hat definitiv Potenzial. Leider wird es nicht ausgeschöpft.
Fangen wir mit dem Positiven an: Das Worldbuilding hat mich echt neugierig gemacht. Atlantis, ein komplexes Magiesystem, verschiedene magische Wesen – das klang spannend. Vor allem, weil das Alter der Protagonist*innen mit 22/23 angegeben wird. Nur schade, dass das alles viel zu kurz kommt und sich die Protas nicht wie junge Erwachsene verhalten. Gefühlt auf jeder zweiten Seite wird beschrieben, wie heiß jemand ist, was für lange Beine XY hat und wie toll doch irgendein Kleid aussieht. Das erwarte ich ehrlich gesagt nicht, wenn extra betont wird, dass die Hauptfiguren über 20 sind.
Was mich zum nächsten Punkt bringt: die Charaktere und ihr Verhalten. Maddi und ihre Mitstreiter*innen sind also laut Angabe so um die 22 – benehmen sich aber wie Teenies, die wegen jedem Mist kichern. Da gab es natürlich auch die (Schul) Zicke, die für viel (Teenie) Drama gesorgt hat. Das mag für manche unterhaltsam sein, passt aber einfach nicht zum Alter und nimmt der Geschichte ein Stück weit die Glaubwürdigkeit.
Die Zeitsprünge stören zusätzlich den Lesefluss. Plötzlich sind Wochen oder Monate vergangen, ohne dass man als Leser*in merkt, wie das passiert ist. Statt Tiefe gibt’s einen schnellen Vorlauf – und das ist schade, weil man aus dieser faszinierenden Welt so viel mehr herausholen könnte.
Aber es ist nicht alles schlecht: Die Freundschaft zwischen Maddi, Ilia und Larissa ist wirklich schön geschrieben. Auch die Verbindung zwischen Maddi und Jesse hat etwas Echtes und Warmes – das gefällt mir sehr.
Die Beziehung zu Asher dagegen soll wohl romantisch und spannend wirken, fühlt sich für mich aber eher wie ein Pflichtprogramm an. Emotional kommt da wenig rüber.
Fazit:
Year One hat tolle Ansätze, ein interessantes Setting und sympathische Nebencharaktere – aber es verliert sich zu sehr in Oberflächlichkeiten. Statt Magie und Tiefe gibt’s heiße Typen und Teenie-Drama. Wer Lust auf leichte Unterhaltung (und wenig Storytiefe) hat, wird hier fündig. Wer komplexe Fantasy mit erwachsenen Figuren sucht, wird eher enttäuscht.
Vorweg: Das Buch war kein Totalschaden. Die Autorin hatte ein paar echt gute Ideen, und ihr Schreibstil liest sich flüssig. Ab und an gab es sogar kleine Cliffhanger am Kapitelende, die mich dazu gebracht haben weiter zu lesen.
Damit ist mein Lob aber auch schon erschöpft .
Spätestens nach dem ersten Drittel verliert die Handlung komplett an Glaubwürdigkeit. Die Geschichte wirkt konstituiert und es ist nicht zu übersehen, wie sehr die Autorin versucht, die Lesenden in eine bestimmte Richtung zu schieben. Subtilität sucht man dabei vergeblich. Man wird quasi plumpen Hinweisen durch das Geschehen gezerrt. Natürlich glaubt jede Person das was man ihr als platte Ausrede serviert.
Die Fiuren sind gut ausgearbeitet, aber vollkommen unsympathisch. Mir war es komplett egal, ob sie überleben oder nicht.
Mich haben auch die ganzen Logikfehler gestört. Ein Beispiel: Sloane erzählt, dass sie "XY zuletzt im letzten Herbst gesehen hat, also vor eineinhalb Jahren." Ich bin zwar echt schlecht in Mathe, aber das haut nicht so ganz hin. Harper ist mal im Kindergarten, mal in der Schule usw. Vielleicht bin ich kleinlich, ja, aber sowas nervt mich.
Das Ende hat dann zwar Ansätze, die funktionieren könnten, scheitert aber an übertriebenen Zufällen und einer komplett fehlenden Logik. Statt einer gut gestrickten Auflösung gab es eine absurde Anzahl von Zufällen, die die Lösung ermöglicht haben. Wobei mich das Motiv echt sprachlos zurück lässt und fast ein bisschen sauer macht.
Ein Satz am Schluss deutet recht auch noch auf eine Fortsetzung hin, wenn man es so interpretieren möchte. Wenn dem so ist, werde ich das Buch zumindest kurz durchblättern, um zu erfahren, ob meine Theorie zur Handlung stimmt.
Vorab: Ich freu mich , endlich mal wieder ein Buch mit bösen Vampiren gelesen zu haben. Vielleicht bin ich deshalb ein wenig euphorisch. Endlich mal keine funkelnden Jugendlichen, die Tomatensaft trinken, keine romantisierte Unsterblichkeit, sondern: echte Dunkelheit, echtes Verlangen, echte Gefahr. V.E. Schwab lässt drei Frauen in drei Epochen erzählen, wie sie zu dem wurden, was sie sind. Jede kämpft mit ihren eigenen Dämonen und Sehnsüchten. Was mir richtig gut gefallen hat: Es geht um Macht und um das „Anderssein“, was es heißt, sich in einer Welt behaupten zu müssen, die einen am liebsten klein halten will. Schwab trifft da ganz viele Themen, die hängen bleiben – vor allem das Motiv des „Hungers“, egal ob körperlich, emotional oder gesellschaftlich. Aber... Was mir ein bisschen gefehlt hat, war ein klarer roter Faden. Die Kapitel sind stark für sich, aber als Gesamtgeschichte hat es sich für mich eher wie drei starke Kurzromane angefühlt als wie ein durchgängiger Plot. Es fehlt so ein bisschen das „Wohin geht das alles?“. Trotzdem: Ich mochte es sehr. Die Sprache ist eindringlich, fast poetisch, die Figuren sind intensiv, und das Buch schreckt nicht zurück vor den dunklen Seiten des Menschseins (und Vampirseins). Fazit: Wenn du mal wieder Lust auf düstere, echte Vampire hast – solche, die Macht wollen, nicht kuscheln – dann ist das hier genau das Richtige.
Ich habe Band eins der Diologie ziemlich gern gelesen, weil ich Katrina einfach toll fand. Auch im zweiten Teil hat mir Katrinas Art gut gefallen. Sie ist nicht die typische spezial snowflake, die alles kann und mega mächtig ist, sondern hat ihre Schwächen. In diesem Band hat mir aber ein bisschen ihr trockener, sarkastische Humor gefehlt. Das ist in Band eins besser gelungen. Die Nebencharaktere sind auch hier wieder toll gezeichnet und Katrinas Familie ist mir ein bisschen an's Herz gewachsen. (Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich mehr Szenen mit dem Geisterhund gewünscht hätte ) Generell bin ich allerdings scheinbar nicht so wirklich die Zielgruppe. Das merkt schon deutlich an dem Liebeshin und Her, das mich nicht wirklich interessiert hat. Manchmal hat mich auch die Sprache gestört. Wobei der Schreibstil sehr angenehm ist und sich sehr flüssig lesen lässt. Mich hat die Diologie gut unterhalten. Ich mochte die Grundidee, die Charaktere und den Schreibstil. Und doch werden die Bücher mir nicht lange im Gedächtnis bleiben. Dazu war es einfach zu wenig. Der Charakter des Tods hätte zum Beispiel gern mehr Raum haben können. Da man bei hier leider keine halben Sterne vergeben kann, runde ich meine 3,5 Sterne wohlwollend auf 4 auf.
Jade und Obsidian ist mein erster Roman, in dem chinesische Mythologie vor kommt.
Wir begleiten Ahn, ein Waisenmädchen mit unkontrollierten magischen Fähigkeiten, und Altan, der den Mord an seiner Familie rächen will auf der Suche nach den legendären Zwillingsschwertern.
Der größte Pluspunkt dieses Buches ist zweifellos die stimmungsvolle und detailreiche Welt. Die Beschreibungen der Schauplätze sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst über den Markt zu schlendern und die Hitze der Wüste zu spüren.
Ahn ist eine sympathische Protagonistin, die mit ihrer Unsicherheit und ihrem Drang, ihre Magie zu kontrollieren, authentisch wirkt. Altan hingegen repräsentiert den typischen Rächer, der von seinem Schmerz und seinem Wunsch nach Gerechtigkeit getrieben wird. Ihre unterschiedlichen Perspektiven geben dem Buch eine interessante Dynamik. Alle Nebencharaktäre sind gut ausgearbeitet und dadurch nicht blass.
Der Schreibstil ist flüssig und ließ mich durch das Buch fliegen. Die Spannung wird gekonnt aufgebaut und hält bis zum Schluss. Leider wurde die Handlung am Schluss sehr hektisch und übereilt, als müsse das Buch JETZT fertig werden. Das war mir ein bisschen zu viel und wirkte sehr gewollt. Es hat mir gefallen, wie die Themen Freundschaft, Vertrauen und Verrat und den Umgang mit Verlust geliebter Menschen eingebaut und behandelt wurde. Auch dass die Liebesgeschichte nicht in den Vordergund gestellt wurde, sondern ganz natürlich in die Handlung eingebaut wurde, fand ich gut.
Insgesamt ist "Jade und Obsidian" von June CL Tan ein fesselnder Fantasy-Roman, der mit seiner detaillierten Welt, den vielschichtigen Charakteren und der spannenden Handlung überzeugt.
Selten hat mich ein Buch so hin und her gerissen zurück gelassen.
Auf der einen Seite gehört es dieses Jahr zu meinen Lesehighlights, auf der anderen Seite hat es mich enttäuscht.
Zur Story muss ich nichts mehr sagen.
Der Einstieg ins Buch fiel mir leicht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Die Kapitel werden abwechselnd aus Runas und Kyrils Sicht erzählt. So steht schnell fest, wie toll die Beiden sich finden. War ja irgendwie schon klar, hat mich auch gar nicht so sehr gestört, wie es mich in anderen Büchern gestört hätte.
Die Idee, dass Seelen ins Jenseits begleitet werden, fand ich sehr schön und die Szenen, in denen Runa Seelen begleitet, waren auch stimmig beschrieben.
Leider blieben mir die Charaktere allesamt fremd. Ihnen fehlte Tiefe und ich wurde nicht richtig warm mit ihnen. Hier ist noch viel Luft nach oben.
Mich hat das Buch dennoch gut unterhalten und ich werde den Folgeband auf jeden Fall lesen.
Durch Gut Greifenau bin ich Hanna Caspian Fangirl geworden. Wer ihr in auf Social Media folgt, weiß wie akribisch sie recherchiert, damit jedes Detail in ihren Büchern stimmt. Und das merkt man auch. Was wieviel gekostet hat, wie lang der Alltag der Dienstboten war und so weiter. All das ist ist detailverliebt in die Geschichte eingebunden. Hut ab vor der Arbeit.
Der letzte Teil einer Trilogie ist ja immer ein zweischneidiges Schwert. Man freut sich, dass endlich alles aufgelöst wird. auf der anderen Seite ist es dann aus und vorbei.
In diesem letzten Band nehmen wir also Abschied von Adelheid, Hedda und all den anderen. Adelheid wird langsam die Tragweite ihres Handelns bewusst und ihr Tun beeinflusst das Schicksal ihrer Mitmenschen in einer Weise, die sie sich nie ausgemalt hätte.
Hanna Caspian schafft es ihre Figuren so viel Persönlichkeit einzuhauchen, dass man nicht anders kann, als mitzufühlen, mitzufiebern und auch leidenschaftlich zu hassen. Der angenehme Schreibstil lässt einen durch die Seiten fliegen und macht es leicht der Geschichte zu folgen.
Besonders gefallen hat mir, dass das Fürstenpaar ein bisschen mehr Raum bekommt. Wie schlimm muss das Leben als homosexueller Mensch damals gewesen sein? Mir tat der Fürst richtig Leid.
Fazit: Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, in dem die Dienstboten von Schloss Liebenberg zu Wort kommen. Der aufkeimende Widerstand der Arbeiterklasse bekommt Raum, sowie die Geschehnisse um die Eulenburg Affäre. Eine ganz klare Empfehlung für die komplette Trilogie.
P.S. Unbedingt auch die Gut Greifenau Reihe der Autorin lesen!
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