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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Oliver B.
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Bewertungen

Insgesamt 11 Bewertungen
12
Bewertung vom 03.02.2016
Geschichte der Architektur
Gympel, Jan

Geschichte der Architektur


sehr gut

Das Autorenkollektiv um Jan Gympel (?) hat hier auf knapp 120 Seiten eine hervorragende Zusammenfassung der Geschichte der Architektur von der Antike bis zum 20. Jahrhundert vorgelegt.

Chronologisch in zehn Kapiteln gegliedert, liegt hier eine auch für den Laien gut lesbare Einführung vor, deren Hauptmerkmal die Darstellung der sozialen, kulturellen und technischen Hintergründe ist. Jedes Kapitel wird durch eine tabellarische Übersicht bedeutender Jahreszahlen begleitet, wodurch eine allgemeine geschichtliche Einordnung erleichtert wird. Besondere Schwerpunkte, z.B. Michelangelo oder Versailles, werden in extra Einschüben behandelt.

In der Qualität schwächer scheinen mir die Kapitel zum 20. Jahrhundert. Das liegt zum einen sicher im Gegenstand selber – ist es doch kaum möglich eine Systematik in die moderne Architektur zu bringen, zum anderen fällt jedoch häufig ein wertender Duktus auf, der hier nicht angebracht ist.

Illustrationen sind ausreichend vorhanden, wenn auch mehr Schemazeichnungen mit Erklärungen zu Baustilen und architektonischen Fachbegriffen gut getan hätten. Als weiterer kleiner Kritikpunkt bleibt das zum Lesen unhandliche DIN A 4 Format.

Komplettiert wird das Werk durch ein kurzes Begriffs- und Namensregister.

Insgesamt für wenig Geld eine lohnenswerte Lektüre und z.B. dem doch etwas uninspirierten Werk „Baustile“ von Susanne Lücke-David (in ähnlicher Preisregion) vorzuziehen.

Diese Rezension stellt nur meine persönliche Meinung dar und beansprucht keine Allgemeingültigkeit.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.11.2015
Der Hinduismus
Knott, Kim

Der Hinduismus


gut

Kim Knott verfolgt mit ihrem Buch einen ganz eigenen Ansatz, der sich von historischen oder philosophisch-systematischen Darstellung wie bei Heinrich von Stietencron unterscheidet. Es geht ihr im wesentlichen um die Beantwortung der Frage nach der Identität der Hindus bzw. des Hinduismus. Hierzu werden in 9 Kapitel ausgewählte Aspekte schlaglicht-artig beleuchtet. Knott versucht didaktisch Brücken zwischen den Kapitel zu bauen, etwa indem sie Fragen stellt, deren Beantwortung mit Hinweis auf spätere Abschnitte aber zurückstellt oder im Vorgriff kurz beschreibt, welches Thema im nächsten Kapitel behandelt wird. Das mag in kurzen Reden oder Vorlesungen zu einheitlichen Themen funktionieren, in einem Buch von immerhin 190 Seiten sind solche Einschübe schlicht irritierend.

Um die Frage nach der Identität zu beantworten, untersucht Knott welchen Einfluss die persönliche Perspektive, die Art und Weise der Wissentradierung, die Praxis der Riten und Kulte, die Auseinandersetzung mit anderen Denkrichtungen, die geographische Fixierung auf Indien und nicht zuletzt die Stellung sozial benachteiligter Gruppen wie Frauen und „Unberührbare“ haben.

Durch die Art der Darstellung gewinnt man einen facettenreichen Einblick in den Hinduismus – vorausgesetzt man lässt sich darauf ein. Mit den Worten der Autorin: „Ich hoffe, dass für jeden Lesertyp etwas dabei ist – auch wenn es etwas ist, das zum Widerspruch reizt“. Wer aber einen kurzen, prägnaten Abriss oder Antworten auf praktisch orientierte Fragen (die sich z.B. aus dem direkten Kontakt mit Hindus ergeben könnten) sucht, ist mit diesem Buch schlecht bedient.

Diese Rezension stellt nur meine persönliche Meinung dar und beansprucht keine Allgemeingültigkeit.

Bewertung vom 28.10.2015
Der Hinduismus
Stietencron, Heinrich von

Der Hinduismus


ausgezeichnet

Aufgrund der Vielgestaltigkeit des Hinduismus muss man sich fragen, ob man in einem einzelnen (kurzen) Buch überhaupt einen Gesamtüberlick erzielen kann. Heinrich von Stietencron hat es als Kenner der Materie versucht und ein zumindest stellenweise sehr lohnendes Buch geschrieben. Unzweifelhaft bleibt es aber sehr schwere Kost, die zumindest gewisse philosophische Grundkenntnisse voraussetzt. Die Darstellung ist strukturiert, wohldurchdacht, gut formuliert und bleibt dadurch lesenswert. Jedoch schwirrt einem beim Lesen - insbesondere der Kapitel zum Vishnuismus und Shivaismus - der Kopf vor lauter unbekannten Namen und Begriffen. Hier wäre vielleicht eine noch stärkere Beschränkung auf die Kernprinzipien besser gewesen.

Als besonders gelungen empfinde ich das Kapitel „Der Hinduismus heute“, da es viele Hintergrundinformationen zum Verständnis der heutigen hinduistischen Praxis liefert.

Fazit: Im besten Sinne Bildungslektüre, man sollte aber nicht glauben, dass man nach Durcharbeiten des Büchleins den Hinduismus wirklich verstanden hat.

Bewertung vom 15.10.2015
Die Piraten
Bohn, Robert

Die Piraten


ausgezeichnet

Mit „Die Piraten“ ist Robert Bohn meiner Meinung nach ein hervorragendes, gut lesbares und informatives Büchlein gelungen. Anders als bei anderen Werken zum Thema werden hier nicht _nur_ in narrativer Art und Weise die Biographien berühmter Piraten präsentiert, sondern Bohn beleuchtet zudem als Historiker auch die soziologischen und historischen Hintergründe unter denen sich Piraterie entwickeln kann.

Einziges Wermutstropfen des Buches ist die starke Konzentration auf das „Goldene Zeitalter“ der Piraten in der Karibik. Antike, Mittelalter, Neuzeit, ebenso wie andere Regionen werden nur am Rand gestreift.

Ein kurzes Literaturverzeichnis, Register, einige Abbildungen und Karten runden das Buch ab.

Fazit: Rundherum empfehlenswert!

Bewertung vom 06.10.2015
DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Mauritius
Därr, Wolfgang

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Mauritius


schlecht

Das Dumont Reise-Handbuch „Mauritius“ von Wolfgang Därr folgt dem bewährten Konzept der Reihe mit einem Einleitungsteil, in dem Hintergrundinformationen vermittelt werden, ein Kapitel an praktischer Reiseinformation und dem geographisch sortierten Kern des Reiseführers mit Beschreibung von Hotels, Restaurants, Shopping-Möglichkeiten und den touristischen Highlights. Das ganze verpackt in ein attraktives Design und komplettiert durch eine hinreichend detaillierte Karte.

Soweit so gut. Wo das Buch von Därr allerdings meiner Meinung nach komplett versagt, ist dem Touristen verwertbare und verlässliche Informationen für seine Reise an die Hand zu geben. Beispiele: Chinatown in Port Louis wird als Tipp für chinesische Restaurants genannt. Wir sind dort durch einige Straßen gewandert - außer geschlossenen Geschäftsläden in mehr oder minder verfallenen Straßenzüge war nichts zu finden. Wo genau sich die Restaurants befinden, ist dem Reiseführer nicht zu entnehmen. Für Ortsunkundige (was Touristen wohl in den meisten Fällen sein werden) sind viele im Buch genannten „Locations“ nicht auffindbar.

Ganz allgemein sind auch die Preis-Angaben bei Restaurants nicht zu gebrauchen; was bedeutet „nicht ganz billig“, „das hat seinen Preis“? Im Kontrast dazu werden für jedes Hotel die Zimmerpreise angegeben, allerdings scheinen das eher Mondpreise zu sein - wir haben jedenfalls nicht den angegeben Preis für unser Hotel bezahlt. Bei anderen Attraktionen fehlen Preise ganz (etwa dem Casela Park: aktuell 700,- MRU), sind falsch (Botanischer Garten in Pamplemousse) oder es wird nicht mal darauf hingewiesen, dass überraschenderweise überhaupt Eintritt zu entrichten ist und begrenzte Öffnungszeiten existieren (Terre des Couleurs). Besonders ärgerlich, wenn man eine längere Anfahrt in Kauf nimmt, um zum Sonnenuntergang dort zu sein, aber schon geschlossen ist.

Genauso wenig sind die Shopping-Tipps wert: um Pullover aus Kaschmir zu kaufen, muss man nicht extra zum Floreal Square in Curepipe fahren - Outlets gibt es nahezu überall auf Mauritius. Im Floreal Square finden sich nur 2-3 kleine Läden - anders als der Führer schreibt: „ein großes Einkaufszentrum mit einigen Geschäften, die alles führen, was in Mauritius an Textilien hergestellt wird“.

Ärgerlich wird es auch bei einigen Beschreibungen von Wanderungen: nicht verwertbar mit Ausnahme des Hinweises auf kostenpflichtige Führungen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Geradezu verantwortungslos wird es bei den medizinischen Ratschlägen: Korallenverletzungen an der Sonne trocknen lassen, Seeigelstachel drin lassen, bei Salzmangel wenig essen, bei Sonnenbrand „Kamilosan“ und Essig einreiben. Krankenhäuser werden genannt, jedoch fehlen Hinweise, wo ggf. ein deutschsprachiger Arzt zu finden ist. Das kann im Fall der Fälle eine existentielle Information sein.

Nach Lektüre des Buches und einem Besuch auf Mauritius fragt man sich, ob der Autor überhaupt vor Ort war oder die Informationen nicht irgendwo anders abgeschrieben bzw. sich zusammengereimt hat. Wir sind jedenfalls einige Male, als wir auf dieses Reise-Handbuch vertraut haben, reingefallen. Anstatt unseren Urlaub angenehmer und leichter zu machen, hat das Buch damit für unnötigen Ärger gesorgt. Wer das vermeiden möchte, sollte zu Alternativen greifen.

Diese Rezension stellt nur meine persönliche Meinung dar und beansprucht keine Allgemeingültigkeit.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.10.2015
Die berühmtesten Freibeuter und Piraten
Neuhold, Helmut

Die berühmtesten Freibeuter und Piraten


gut

Der Titel des Buches „Die berühmtesten Freibeuter und Piraten“ ist etwas irreführend, da Helmut Neuhold hier nicht nur ein Reihe von Biographien abliefert, sondern einen kompletten Überblick über die Piraterie von der Antike bis zur Neuzeit mit Würdigung der prominenten Lebensläufe präsentiert. Es finden sich etwa Kapitel über die Raubzüge der Sarazenen, die Wikinger, die Barbaresken und natürlich auch zu den Piraten in der Karibik und im Indischen Ozean.

Damit ist der Bogen viel weiter gespannt als in Robert Bohns hervorragendem Büchlein „Die Piraten“.

Leider kann das Buch von Neuhold mit letztgenanntem Werk in der Qualität der Darstellung nicht mithalten. Es artet häufig in eine Aufzählung geschichtlicher und biographischer Daten aus, ohne dass tiefergehende Erklärungen etwa zu sozialen Zwängen oder zum historischen Kontext gegeben werden. Das führt dazu, dass die Darstellung manchmal auch sprachlich zusammenhanglos wirkt. Bohn wirkt an diesen Stellen einfach wie der kompetentere Historiker.

Dem Buch hätte auch eine sorgfältigere Redaktion gut getan. Einige Beispiele: im zweiten Kapitel ist der erste Absatz mit dem letzten thematisch identisch (Sage von Dionysos und den Piraten). Im Inhaltsverzeichnis findet sich Robert Surcouf ab S. 73, in Wahrheit erscheint das entsprechende Kapitel erst auf S. 204. Die häufigen Diffamierungen der Spanier als „selbstgefällig“, „wenig spontan und flexibel“ sind zumindest unwissenschaftlich und haben in einem historischen Sachbuch meiner Meinung nach nichts zu suchen. Auf mich wirkt dies wie der unbeholfene Versuch durch flapsige Wortwahl den Unterhaltungswert zu steigern, was aber nicht gelingt.

Alles in allem für mich eine trotzdem lohnende Lektüre (auch angesichts des Preises), da ein nahezu kompletter (wenn natürlich kurzer) Überblick über die gesamte Geschichte der Piraterie gegeben wird und man die berühmtesten Piraten aller Weltmeere näher kennenlernt.

Diese Rezension stellt nur meine persönliche Meinung dar und beansprucht keine Allgemeingültigkeit.

Bewertung vom 01.09.2015
Der Hinduismus
Hierzenberger, Gottfried

Der Hinduismus


schlecht

In der Reihe marixwissen finden sich Bücher unterschiedlicher Autoren zu verschiedenen Themen. Naturgemäß sind Art und Qualität der Darstellung unterschiedlich. „Der Hinduismus“ von Gottfried Hierzenberger kann – auch im Vergleich zu anderen Bänden – nicht überzeugen.

Ziel eines solch kurzen Büchleins kann nur die grobe Orientierung für den nicht einschlägig vorgebildeten Leser sein. Dies wird nur ansatzweise erreicht. Streckenweise bleibt der Text jedoch komplett unverständlich. Der Autor verliert sich in (historischen, biographischen) Details und Begriffsaufzählungen, ohne jedoch eine orientierende Struktur im Bereich philosophisch-religiöser Inhalte bereitzustellen. Das Kapitel zur Kolonialzeit kann nur als Themaverfehlung bezeichnet werden: viele (interessante) Informationen zum Leben Mahatma Gandhis, aber nahezu nichts zur Geistesgeschichte des Hinduismus. Zudem sind seitenlange Zitate aus der Primär- und Sekundärliteratur in einer Einführung nicht hilfreich.

Desweiteren lässt der Autor eine kritische Auseinandersetzung mit kontroversen Themen wie Kastenwesen, Nähe zur Esoterik u.a. vermissen.

Dass das Buch bei der Fülle an Details keinen Index und kein Glossar aufweist, fällt dann auch nicht weiter ins Gewicht.

Fazit: Nicht empfehlenswert.

Diese Rezension stellt nur meine persönliche Meinung dar und beansprucht daher keine Allgemeingültigkeit.

Bewertung vom 21.04.2015
Kunst und Gesellschaft im Mittelalter
Duby, Georges

Kunst und Gesellschaft im Mittelalter


gut

Man merkt dem Büchlein sicher an, dass Georges Duby ein renommierter Kenner des Mittelalters ist. Leider profitiert der durchschnittliche Leser davon nur wenig. Dubys Darstellung ist ein Parforce-Ritt durch die Zeit vom 5. bis zum 15. Jahrhundert, alles wird gestreift: Kunst- und Kirchengeschichte, soziale und geisteswissenschaftliche Entwicklungen. Dabei ist er meinungstark aber im wissenschaftlichen Sinne unhistorisch, es überwiegt die von tendenziösen Werturteilen geprägte Beschreibung gegenüber einer ausgewogenen, dem Zeitalter adäquaten Darstellung. Für den historisch Vorgebildeten sicher anregend, andere werden kaum den roten Faden finden können.

Wie alle "Saltos" aus dem Wagenbach-Verlag ist auch dieses sehr schön gemacht, die Prägung des Leineneinbands könnte allerdings etwas widerstansfähiger sein: die Schrift löst sich schon nach einigen Malen in die Hand nehmen.

Bewertung vom 16.04.2015
Die Kreuzzüge
Kaufhold, Martin

Die Kreuzzüge


ausgezeichnet

Aus meiner Sicht als geschichtlicher Laie kann ich das Büchlein von Martin Kaufhold nur empfehlen. Es stellt eine konzise, gut lesbare Darstellung der Kreuzzüge und ihres historischen Umfeldes dar. Sehr gut finde ich die Behandlung der Verbrechen (nach heutiger Bewertung) von beiden Seiten, die nicht beschönigend ist, die jedoch in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet wird. Der Autor vermeidet es hier Partei zu ergreifen, was bei diesem Thema angesichts der aktuellen Problematik im Nahen Osten auch Historikern gerne unterläuft.
Ein kleiner Schwachpunkt ist die thematische Unterteilung in über 40 (!) einzelne Kapitel, die den Lesefluss etwas behindert. Für ein Laienbuch hätte ich mir eine mehr narrative Struktur gewünscht. Eine Tabelle mit den wichtigsten Daten hätte das Werk noch abgerundet, Quellen- und Literaturverzeichnis sind für interessierte Leser enthalten.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.04.2015
Baedeker Lissabon
Missler, Eva

Baedeker Lissabon


ausgezeichnet

Meiner Meinung nach sehr gelungener Baedeker. Alle notwendigen Informationen zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten (Öffnungszeiten, Preise, Haltestellen des Nahverkehrs, Geschichte und Bedeutung, etc.), dargestellt im bekannten Format aller Baedeker-Führer. Hilfreich auch die Karte mit eingezeichneten Bus-, Strassenbahn- und Metro-Linien. Der Führer wäre noch etwas besser, wenn man ihn sorgfältiger redigiert hätte, so finden sich Informationen teilweise doppelt und verteilt auf unterschiedlichen Kapitel. Schwach eher die Informationen zu Restaurants, Bars, etc. aber dafür kauft man ja keinen Baedeker ;-) Ich fand den Reiseführer sowohl für die Vorbereitung als auch vor Ort sehr empfehlenswert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

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