Ich bin ohne Vorkenntnisse an Beautiful Venom herangegangen, da es mein erstes Buch von Rina Kent war. Entsprechend neugierig war ich auf ihren Stil und die Geschichte, zumal der Auftakt vielversprechend klang. Insgesamt hatte das Buch durchaus seine Momente, konnte mich aber leider nicht komplett abholen.
Die Grundidee rund um das Elite-College, das Hockeyteam und die düsteren Dynamiken hat Potenzial. Kane und Dahlia sind zwei Figuren, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken und deren Anziehung klar spürbar ist. Besonders gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven, durch die man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden bekommt. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich schnell lesen.
Trotzdem hat mir über weite Strecken die Spannung gefehlt. Die Handlung hatte zwar Drama, Intrigen und dunkle Elemente, doch für mich baute sich kein wirklicher Sog auf. Vieles blieb vorhersehbar und emotional hat mich die Geschichte nicht so gepackt, wie ich es mir von einer Dark Romance erhofft hatte. Auch die College-Atmosphäre und die Konflikte innerhalb der Gruppe konnten mich nicht dauerhaft fesseln.
Am Ende war Beautiful Venom für mich ein solider Auftakt mit interessanten Ansätzen, der jedoch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Neugierig auf den nächsten Band bin ich trotzdem, hoffe dort aber auf mehr Spannung und Tiefe.
Die Geschichte entwickelt schnell einen eigenen Sog und hat genau diese raue, dunkle Atmosphäre, die ich mir von einer Werwolf-Romantasy erhoffe. Es geht nicht nur um das Übernatürliche, sondern auch stark um innere Konflikte, Zugehörigkeit und Kontrolle über die eigene Bestie.
Seneca hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen. Ihre Entwicklung wirkt nachvollziehbar und authentisch, gerade weil sie nicht von Anfang an alles im Griff hat. Sie zweifelt, sie kämpft und sie wächst an dem, was ihr passiert. Dieses Ringen mit der eigenen Natur ist für mich einer der stärksten Aspekte des Buches und hebt die Geschichte von vielen anderen Genrevertretern ab.
Der Schreibstil ist locker und direkt, wodurch sich das Buch sehr flüssig liest. Die Handlung hat ein gutes Tempo, auch wenn es zum Ende hin etwas schneller vorangeht als angenommen. Die Romance und die spicy Szenen sind deutlich vorhanden, stehen für mich aber nicht allein im Vordergrund, sondern fügen sich passend in die Geschichte ein. Wer mit Werwölfen und Dark Romantasy etwas anfangen kann, dürfte hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Insgesamt ein intensiver, unterhaltsamer Genrevertreter mit einer starken Hauptfigur und einer düsteren Stimmung, die gut zur Geschichte passt. Für Fans von Werwolf-Romantasy eine klare Empfehlung.
Für mich knüpft Oxen. Interregnum nahtlos an die vorherigen Bände an und fühlt sich genau so an, wie ich es von der Reihe erwarte. Die Geschichte setzt ohne große Umwege dort an, wo zuletzt aufgehört wurde, und ich war schnell wieder mitten im Geschehen. Niels Oxen und Margarethe Franen müssen feststellen, dass der Danehof längst nicht so zerschlagen ist, wie sie gehofft hatten. Diese Erkenntnis gibt dem Buch von Beginn an eine bedrohliche Grundspannung.
Besonders gefallen hat mir die dichte Atmosphäre und das politische Geflecht, das Jens Henrik Jensen erneut aufspannt. Machtspiele, Intrigen und verdeckte Interessen ziehen sich durch die Handlung und machen deutlich, wie tief die Verbindungen reichen. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel und wirken zunächst lose, fügen sich aber nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Gerade dieser langsame Aufbau sorgt dafür, dass man als Leser aufmerksam bleibt.
Der Einstieg ist sehr rasant, fast atemlos, danach nimmt das Tempo stellenweise etwas raus. Das hat mich zwischendurch kurz ausgebremst, insgesamt fand ich es aber passend, da nicht jede Szene auf reiner Action beruhen muss. Oxen bleibt die Figur, die ich schätze: kantig, traumatisiert und trotzdem getrieben von einem starken Gerechtigkeitssinn. Auch das Zusammenspiel mit Margarethe funktioniert für mich wieder sehr gut.
Unterm Strich ist Oxen. Interregnum für mich eine gelungene Fortsetzung, die politisch, spannend und düster bleibt. Wer die Reihe kennt und mag, bekommt genau das, was er erwartet, und wird auch hier nicht enttäuscht.
Ich bin ohne große Erwartungen an Die Riesinnen herangegangen und wollte mich einfach auf die Geschichte einlassen. Genau das hat für mich sehr gut funktioniert, denn das Buch hat mich leise, aber nachhaltig beeindruckt.
Erzählt wird die Geschichte von drei Frauen aus drei Generationen. Liese, ihre Tochter Cora und Enkelin Eva wachsen im fiktiven Schwarzwalddorf Wittenmoos auf, einem Ort, der zugleich Heimat und Begrenzung ist. Jede von ihnen trägt den Wunsch in sich, wegzugehen, frei zu sein, ein anderes Leben zu führen und doch bleibt jede auf ihre eigene Weise mit diesem Ort verbunden. Die Lebenswege der drei Frauen sind unterschiedlich, aber eng miteinander verwoben, geprägt von gesellschaftlichen Erwartungen, familiären Bindungen und dem Versuch, den eigenen Platz zu finden.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Liese, deren Geschichte in den 60er-Jahren beginnt. Ihre Ehe, die Enge des Dorflebens und die fehlenden Alternativen machen spürbar, wie sehr sie sich arrangieren muss, um zu überleben. Auch Cora und Eva stehen vor eigenen Konflikten, die zwar moderner wirken, aber ebenso tief gehen. Das Buch zeigt sehr eindrücklich, dass sich Zeiten ändern, innere Kämpfe aber oft bleiben.
Der Schreibstil ist ruhig, stellenweise poetisch und sehr atmosphärisch. Wittenmoos und der Schwarzwald werden nicht nur als Kulisse beschrieben, sondern fast wie ein eigener Charakter behandelt. Der Wald, die Natur und die dörflichen Strukturen spiegeln die Gefühle der Figuren wider und geben der Geschichte eine besondere Tiefe. Trotz der ruhigen Erzählweise hatte das Buch für mich eine starke emotionale Wirkung.
Nicht jede Entwicklung konnte mich vollständig überzeugen und an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Dennoch überwiegt für mich ganz klar der Eindruck einer berührenden, klugen Geschichte über Frauen, Generationen und das Spannungsfeld zwischen Gehen und Bleiben.
Die Riesinnen ist ein stilles, nachdenkliches Buch, das lange nachhallt und seine Stärke aus den Figuren und der Atmosphäre zieht. Für mich ein sehr gelungenes Leseerlebnis.
The Ordeals ist eine düstere Dark-Academia-Fantasy, die mich vor allem mit ihrer Atmosphäre abgeholt hat. Killmarth als magisches College mit Prüfungen, Geheimnissen und einem leicht bedrohlichen Grundton funktioniert richtig gut und erinnert stark an klassische Academy-Settings, ohne sich komplett wie eine Kopie anzufühlen. Die Mischung aus Magie, Illusionen sowie Werwölfen und Vampiren sorgt für ein stimmiges, wenn auch sehr volles Gesamtbild.
Im Mittelpunkt steht Sophie DeWinter, die unter der Kontrolle ihres Onkels lebt und durch einen magischen Vertrag an ihn gebunden ist. Ihr Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung ist nachvollziehbar und macht sie zunächst zu einer interessanten Protagonistin. Besonders am Anfang mochte ich ihre Cleverness und ihren Willen, sich aus ihrer Situation zu befreien. Mit Fortschreiten der Handlung wirkt sie jedoch stellenweise widersprüchlich in ihren Entscheidungen und Reaktionen, was es mir schwer gemacht hat, konstant mit ihr mitzufühlen.
Die Ordeals selbst gehören für mich zu den stärkeren Aspekten des Buches. Die Prüfungen sind spannend angelegt und geben der Geschichte Struktur, auch wenn sie gegen Ende etwas an Intensität verlieren. Das Academia-Gefühl bleibt insgesamt eher im Hintergrund, da der Fokus klar auf den Prüfungen liegt und weniger auf Unterricht oder Campusleben.
Die größte Schwäche des Buches ist für mich die Romance. Die Beziehung zwischen Sophie und Alden entwickelt sich sehr schnell und wirkt sprunghaft. Konflikte entstehen und lösen sich beinahe im gleichen Atemzug, wodurch die emotionale Tiefe auf der Strecke bleibt. Statt echter Entwicklung steht oft körperliche Nähe im Vordergrund, was auf Dauer etwas eintönig wirkt.
Auch beim Worldbuilding hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Die Welt bleibt in ihren Grundlagen recht vage, und der Mix aus historischen Elementen und moderneren Aspekten fühlt sich nicht immer ganz rund an. Das reißt einen zwar nicht komplett aus der Geschichte, sorgt aber für ein leichtes Gefühl von Unschärfe.
Insgesamt ist The Ordeals ein unterhaltsamer, atmosphärischer Auftakt mit einer spannenden Grundidee, der aber vor allem bei Figurenentwicklung, Romance und Weltaufbau Luft nach oben hat. Wer Dark Academia, Prüfungen und romantasytypische Tropes mag, kann hier durchaus Spaß haben, sollte aber keine allzu große Tiefe erwarten.
Eine Geschichte über Mut und Selbstakzeptanz
Mo & Moritz erzählt eine Liebesgeschichte, die stark in der Lebensrealität Jugendlicher verankert ist und sich mit Themen wie Herkunft, Religion, Familie und Identität auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Mo, der zwischen den Erwartungen seiner Familie und seinen eigenen Gefühlen hin- und hergerissen ist. Gerade dieser innere Konflikt wirkt sehr glaubwürdig und macht ihn zu einer Figur, mit der man gut mitfühlen kann.
Mo wird nicht idealisiert dargestellt, sondern zeigt Unsicherheiten, Angst vor Ablehnung und den Wunsch, dazuzugehören. Besonders die familiären Situationen machen deutlich, wie groß der Druck ist, unter dem er steht. Auch Moritz bleibt nicht bloß der Love Interest, sondern bringt eine eigene Perspektive und Geschichte mit ein, was die Beziehung zwischen den beiden greifbar macht.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich nachvollziehbar, ohne künstliche Dramatik. Sie steht dabei nie losgelöst vom restlichen Leben der Figuren, sondern ist eng mit Fragen von Zugehörigkeit, Mut und Selbstakzeptanz verbunden. Gerade das macht die Geschichte glaubwürdig und relevant.
Der Schreibstil ist klar und gut lesbar und richtet sich eindeutig an ein jugendliches Publikum ab 14 Jahren. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Raum für einzelne Konflikte und Nebenfiguren gewünscht, da manche Entwicklungen recht schnell abgehandelt werden.
Eine berührende Geschichte über Liebe, Familie und den Mut, zu sich selbst zu stehen.
"Damals im Grundstudium habe ich Folklore 517: Lokale Legenden und urbane Mythen gewählt. Dieser Kurs ist selbst so etwas wie eine lokale Legende." - S. 16
Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch herangegangen, weil es mein erstes von Stephanie Garber war und wurde positiv überrascht. Die Geschichte hat mich sehr schnell in ihren Bann gezogen, vor allem durch die besondere Atmosphäre und dieses stetige Gefühl, nicht zu wissen, was real ist und wem man trauen kann. Genau dieses Spiel mit Wahrnehmung und Wahrheit hat für mich einen großen Reiz ausgemacht.
Im Mittelpunkt steht Holland, deren Suche nach Antworten sich wie eine Mischung aus magischem Rätsel und Mystery anfühlt. Mir hat gefallen, wie stark der Fokus auf dieser Suche lag und wie sich Hinweise, Mythen und Geheimnisse langsam zusammensetzen. Die magischen Elemente sind eher subtil, aber genau das hat für mich gut funktioniert, weil sie die Geschichte nicht überladen, sondern ständig im Hintergrund mitschwingen. Besonders spannend fand ich das Hin und Her zwischen den verschiedenen Figuren, bei dem ich immer wieder meine Meinung ändern musste.
Der Schreibstil liest sich flüssig und zieht einen schnell durch die Seiten. Auch wenn das Buch offiziell als New Adult vermarktet wird, hatte es für mich stellenweise noch einen sehr jugendlichen Ton (vor allem die Protagonistin). Das hat mich nicht komplett gestört, war aber etwas, das mir aufgefallen ist. Gegen Ende ging mir manches ein wenig zu schnell und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Raum für Erklärungen gewünscht. Aus diesen Gründen sind es letztendlich keine 5 Sterne geworden, aber das Buch war nah dran.
Ich hatte eine richtig gute Zeit mit Alchemy of Secrets. Die Geschichte ist spannend, atmosphärisch und macht neugierig auf mehr, auch wenn sie für mich kein Highlight war. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher von der Autorin und bin froh darüber, dass ich Caraval noch ungelesen im Regal habe, denn damit werde ich zeitnah weitermachen.
Die Geschichte ist spannend, lustig und genau richtig gruselig für Kinder. Schon die erste Begegnung mit dem schleimig grünen Gespenst im Keller sorgt für Nervenkitzel, ohne zu unheimlich zu sein. Tom ist eine Figur, mit der sich Kinder schnell identifizieren können, und Hedwig Kümmelsaft bringt mit ihrer besonderen Art viel Humor in die Handlung.
Das Buch ist einfach für Kinder ab 8 Jahren und sehr gut lesebar. Auch Kinder mit wenig Leseerfahrung kommen problemlos durch die Geschichte. Die neuen Illustrationen und zusätzlichen Farbseiten lockern den Text auf und machen das Lesen noch attraktiver.
Wir haben das Buch auch zusätzlich verschenkt und beim Beschenkten kam es ebenfalls sehr gut an. Ein gelungener Klassiker, der Kindern Spaß macht und Lust auf weitere Gespensterjäger Abenteuer weckt. Cornelia Funke hat uns erneut überzeugt.
Schon nach den ersten Seiten war ich völlig gefesselt von dieser düsteren, schillernden Welt, in der Identität, Fame und Selbstinszenierung aufeinanderprallen. Die Ausgangsidee wirkt wie ein modernes Märchen auf Steroiden. Eine junge Frau findet ihre berühmte Influencer Zwillingsschwester tot und rutscht ohne Plan in deren glamouröse Existenz, nur um zu merken, wie brüchig und gefährlich dieser Schein ist.
Was mich besonders überrascht hat, ist die Art, wie die Autorin die Geschichte in zwei vollkommen unterschiedliche Stimmungen taucht. Der erste Teil wirkt wie ein bissiger Kommentar auf Social Media, voller scharfem Humor, Neid, Vergleichen und dem ewigen Druck, perfekt zu funktionieren. Der zweite Teil hingegen driftet in dunklere, fast schon kultartige Gefilde ab und spielt mit Macht, Manipulation und Gruppendynamiken. Das hat mich erwischt, weil ich diese Wendung nicht kommen sah.
Julie ist keine einfache Figur, aber gerade deshalb so faszinierend. Man begleitet sie bei jeder Entscheidung, die sie tiefer in eine Welt zieht, die sie nie haben wollte. Das Buch lebt von seinem Tempo, seinen absurden, manchmal bewusst überzeichneten Momenten und den vielen kleinen Beobachtungen über Status, Gier, Zugehörigkeit und Selbstwert.
Auch wenn nicht jeder Twist für mich vollkommen logisch war, hatte ich durchgehend Spaß und konnte das Buch kaum weglegen. Es ist bissig, spannend, ein bisschen verrückt und auf eine sehr unterhaltsame Art überzeichnet. Ein Debüt, das sich traut, laut und kompromisslos zu sein und mich definitiv immer wieder überrascht hat.
Dieses Buch hat mich sofort neugierig gemacht, weil der Ansatz der positiven Trigger für mich sehr neu klang. Statt wie gewohnt auf negative Reize zu schauen, lädt der Autor dazu ein, die kleinen, oft übersehenen Glücksmomente bewusst wahrzunehmen und aktiv zu fördern. Dabei verbindet er psychologische Erkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen und praktischen Übungen, die leicht im Alltag umzusetzen sind.
Besonders gut gefallen haben mir die vielen Fallgeschichten, die zeigen, wie unterschiedlich Glimmer Momente aussehen können. Ob Musik, Achtsamkeit, Dankbarkeit oder kleine kreative Tätigkeiten, überall lässt sich etwas entdecken, das Energie und Leichtigkeit zurückbringt. Die Idee der Low stake Kreativität fand ich besonders inspirierend, weil sie ohne Druck funktioniert und trotzdem so viel bewirken kann.
Der Schreibstil ist zugänglich und angenehm, und die Struktur des Buches macht es leicht, immer wieder kleine Impulse mitzunehmen. Der persönliche Anteil des Autors, inklusive seiner eigenen Herausforderungen, sorgt für Authentizität, auch wenn manche Passagen für meinen Geschmack etwas viel Eigenpromotion enthalten. Inhaltlich steckt das Buch voller schöner Denkanstöße, auch wenn nicht alles völlig neu war.
Für alle, die sich mit Achtsamkeit, persönlicher Entwicklung und innerer Ruhe beschäftigen möchten, ist dieses Buch ein sanfter, positiver Begleiter, der Lust macht, das eigene Leben bewusster zu gestalten und mehr Lichtpunkte zu sammeln.
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