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Klassikfan
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Insgesamt 93 Bewertungen
Bewertung vom 14.01.2026
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie


sehr gut

eine Wohltat in diesen Zeiten


Mathilde und Marie ist ein Buch das gut tut in Zeiten wie diesen. Ein Buch das entschleunigt und an die wichtigen Dinge im Leben erinnert.
Spielen tut das Buch in einem kleinen Dorf namens Redu.
Hier halten die Leute nicht so viel von der Digitalisierung, sondern setzen noch auf den persönlichen Austausch und das persönliche Miteinander.
Zwischen Marie, die hier in einer Buchhandlung anfängt zu arbeiten und Mathilde, die eine nicht ganz einfache Person ist und von deren Vorgeschichte der Leser nach und nach erfährt.
Auch wenn alles sehr idyllisch und beschaulich vonstatten geht in Redu, ist das Dorf nicht rückständig, nur der Fortschritt geht halt etwas langsam voran, dafür werden menschliche Werte sehr hoch eingeschätzt.

Das Buch konnte man, trotz kleiner Längen zwischendurch, gut lesen. Es ist ein klein wenig heile Welt Buch oder Bullerbü mit vielen Buchhandlungen, deren Existenzen dem Autor sehr am Herzen zu liegen scheinen.
Mir war diese heile Weltodylle manchmal ein wenig zu viel und zu dick aufgetragen, doch für viele Menschen wird dieses Buch, gerade in diesen unruhigen und unsicheren Zeiten, wie eine kleine Wellnessoase für Geist und Seele sein.

Bewertung vom 14.01.2026
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


sehr gut

Mütter und Töchter


„Niemandstöchter „ist das Debüt der Autorin Judith Hörsch.

Vier Frauen stehen im Fokus dieses Romans, Gabriele, Alma, Marie und Isabell. Von allen erfahren wir einen Teil ihrer Lebensgeschichte und insbesondere ihre Beziehungen zu ihren Müttern.
Alma und auch Marie spüren, dass sich in ihrem Leben irgendwas nicht richtig anfühlt. Alma wächst mit der Mutter und den Großeltern in der Eifel auf, ihr Leben ist von Schweigen geprägt, das bei ihr große Unsicherheiten hervorruft.
Isabellhat ihre Mutter sehr früh verloren und stößt im Nachlass ihrer Mutter auf Ungereimtheiten, die sie aufklären will.Sie bringt damit einen Stein ins Rollen, der ungeahntes offenbart.

Als Isabell und Almas Lebenswege sich auf ungewöhnliche Art und Weise kreuzen, öffnet sich eine Vergangenheit, die lange im Verborgenen lag.

Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern prägen dieses Buch, Ei dem es etwas braucht, bis sich einem die Zusammenhänge erschließen.

Die Beziehung der Mutter zum Kind ist prägend, gerade bei Töchtern. Was wird vererbt, was durch Erziehung und Verhaltensweisen weitergegeben?

Ein Roman der Aufmerksamkeit erfordert, da er zu Anfang sehr verwirrend erscheint, bei dem es aber lohnt dran zu bleiben.

Bewertung vom 14.01.2026
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

eine sehr berührende Geschichte


„Lebensbande „ist das neue Buch von Mechtild Borrmann und es beruht auf wahren Begebenheiten, Dadurch wird die Geschichte, die von 3 Freundinnen handelt und auf zwei Zeitebenen spielt, noch intensiver.
1991 bekommt Lene einen Brief, der sie verschreckt und wieder an alte Zeiten denken lässt. Sie bewahrt ein Geheimnis das sie immer mehr belastet und das sie sich von der Seele schreiben will.

Durch diese Geschichte erfährt der Leser, was den drei Frauen, Nora, Lene und Lieselotte widerfahren ist, wie sie sich kennengelernt haben und welches Geheimnis Lene so lange mit sich herumgetragen hat.

Dieses Buch zu lesen war schon manchmal hart. Themen
wie man mit behinderten Kindern während der Nazizeit umgegangen ist, waren schwer zu ertragen, aber auch die Gefangenschaft nach dem Krieg in einem russischen Gulag hat Entsetzen bei mir hervorgerufen, vor allem weil man ja weiß, dass es so etwas wirklich gegeben hat. Meine Gedanken waren immer wieder bei den Menschen in der Ukraine.

Frau Borrmann hat eine sehr emphatische Art diese Kriegs , und Nachkriegserlebnisse zu schildern, sodass man mit den Figuren mitfühlt.
Aber auch von Helden ist die Rede, Menschen, die sich eingesetzt haben die Schwächsten der Gesellschaft zu retten, auch wenn sie selbst dafür Konsequenzen in Kauf nehmen mussten.

Mechtild Borrmann hat ein Buch geschrieben, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Bewertung vom 07.12.2025
Sveistrup, Søren

Der Kuckucksjunge


ausgezeichnet

wahnsinnig spannend
Ich habe schon „Der Kastanienmann“verschlungen und genau dies ist mir bei diesem Buch auch so ergangen. Trotz der 672 Seiten habe ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen.
Jedes Kapitel hat einen Cliffhanger, der es einem unmöglich macht das Buch zur Seite zu legen, weil man einfach wissen will, wie es weitergeht.

Kommissarin Thulin und Mark Hess, zwei Ermittler, die sich nicht unbedingt sympathisch sind, haben es wieder mit einem spannenden Fall zu tun. Es verschwinden immer wieder Menschen,, die dann ermordet aufgefunden werden und deren letzte Nachricht auf ihren Handys diese ist „ Ich sehe dich, ich höre dich. Und dann bin ich dir nah….hab dich“.
Was steckt dahinter?
Auch die privaten Verhältnisse der Ermittler spielen wieder eine Rolle, was zwischendrin ein wenig Luft zum Atmen gibt, denn die Geschichte ist schon recht brutal und super spannend.
Die Atmosphäre des Romans ist bedrückend und psychologisch sehr ausgefeilt.

Große Leseempfehlung.

Bewertung vom 07.12.2025
Beyer, Martin

Elf ist eine gerade Zahl


gut

berührend, aber auch irritierend


Wenn das eigene Kind erkrankt, ist das ein Schmerz, den nur nachvollziehen kann, wer es selbst erlebt hat. Der Autor findet in diesem Buch eine sehr emphatische Art diese Situation zu beschreiben, sodass man sich als Leser gut in diese Situation einfinden kann.
Jeder versucht dann eine individuelle Art seinem Kind zu helfen.Hier wählt die Mutter eine Geschichte über einen Fuchs , die sie erzählt.

Das Buch 11 ist eine gerade Zahl“ von Martin Beyer erzählt die Geschichte eines Krebs kranken Mädchen flüssig und lässt den Leser vor allem an der Gedankenwelt der Mutter teilhaben, die immer zwischen Hoffnung und Verzweiflung wechselt, aber auch Paulas Situation wird beschrieben und die des Vaters und der Familie allgemein, obwohl mir gerade dieser Einblick zu oberflächlich blieb. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Die Geschichte um den Fuchs nimmt ziemlich viel Platz ein, obwohl ich sie eigentlich nebensächlich und unspektakulär fand.

Alles in allem eine Geschichte, die sicher gut gemeint war, aber hinter meinen Erwartungen zurückblieb.

Bewertung vom 21.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


ausgezeichnet

ein tolles Leseerlebnis


Wieder entführt uns CarmenKorn nach Hamburg, diesmalig die Nachkriegszeit. Alles liegt in Trümmern und eigentlich müsste Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit regieren. Dies ist auch sicherlich bei manchem der Fall, doch auch Hoffnung und das Gefühlvon Neuanfang beherrschen das Buch.
Anhand von verschiedenen Personen verfolgt der Leser diese Gefühle.
Gisela und Gert suchen im zerstörten Hamburg nach überlebenden Familienmitgliedern, Frieda trauert um ihre große Liebe. Jeder hat Verluste erlitten und trotzdem finden sich Menschen zusammen , um in dieser herausfordernden Zeit zusammen die Zukunft anzupacken.
Jeder geht anders mit der Vergangenheitsbewältigung und mit der Gestaltung der Zukunft um, aber trotzdem findet man in dieser traurigen Zeit Zusammenhalt, Freundschaft und Hoffnung in der Zukunft ein besseres Leben zu führen.

Dieses Gefühl sollten sich mal bestimmte Leute in der heutigen Zeit zu eigen machen , die unser Land in Schutt und Asche reden. Ich glaube, die haben noch nie solche Zeiten miterlebt, die sie heraufbeschwören und sollten sich solche tapferen Leute zum Vorbild nehmen, wie sie in diesem Buch beschrieben werden.

Ein tolles Leseerlebnis.

Bewertung vom 21.11.2025
Lillegraven, Ruth

Düsteres Tal


sehr gut

spannende Geschichte



Die Norwegerin Clara Lofthus lebt in Nairobi und betreut ein, von der Unicef ins Leben berufene Hilfsprojekt, den Bau einer Schule. Als es beim Besuch des norwegischen Entwicklungsminister zu einem Bombenanschlag kommt, stirbt dieser. Clara rettet aber fast alle Kinder und kehrt als Heldin nach Norwegen zurück.
Hier wird ihr wieder das Justizministerium angeboten, diesen Posten hatte sie, bevor sie ging schon einmal inne. Doch ihre Karriere läüft nicht störungsfrei. Als man eine Leiche findet, gerät sie ins Fadenkreuz eines Journalisten und Pocaster, der in ihrer Vergangenheit gräbt, die nicht ganz uninteressant ist. Wird er was entdecken, was gegen Clara spricht ?

Dies ist der dritte Band einer Reihe, von der ich leider nur diesen Band gelesen habe. Mir gefiel dieses Buch sehr gut, aber mir fehlten schon einige Informationen, vor allem zu der Beziehung, die Clara mit Axel führt, über die ich gern mehr erfahren hätte. Ansonsten war dieses Buch sehr spannend aufgebaut und auch die Charaktere haben mir gut gefallen, allen voran Clara.
Ich werde sicherlich bei Gelegenheit auch die anderen beiden Bände lesen.

Bewertung vom 23.10.2025
Sten, Viveca

Lügennebel / Hanna Ahlander Bd.4


ausgezeichnet

fantastischer 4. Teil


Lügennebel ist der 4. Teil einer Thrillerreihe um die Ermittlerin Hannah Ahlander und auch dieser 4. Teil ist genauso wie die Vorgänger super spannend.

Wieder sind wir in dem kleinen nordschwedischen Ort Are. Die Skisaison ist im vollen Gange und eine Gruppe von Studenten verbringt eine Woche im Ferienhaus eines Vaters der Studenten. Zwei Mädchen und drei Jungen sind mit von der Partie. Doch es wird nicht nur Ski gefahren , sondern auch ordentlich gefeiert mit Alkohol und mit Kokain, bis das Ganze außer Kontrolle gerät.
Am nächsten Morgen wird eines der Mädchen tot aufgefunden. Sie liegt leicht bekleidet vor dem Haus. War sie zu betrunken, um zum Gästehaus zu kommen , wo sie mit ihrer Freundin untergebracht war, oder ist etwas anderes geschehen ? Hanna Ahlander, die aus einem Kurzurlaub zurückkommt vermutet ein Verbrechen.
Die Aufklärung gestaltet sich schwierig, da sich die jungen Leute gegenseitig bezichtigen am Tod von Fanny schuld zu sein.
Die Situation spitzt sich immer zu und droht zu eskalieren.

Auch dieser Fall ist wieder super spannend. Auf die Auflösung wäre ich nicht gekommen und ich fand die Wendung im Geschhehen sehr gelungen.
Auch dass immer wieder das Privatleber der Ermittler eine Rolle spielt und sich die Beziehungen weiter entwickeln finde ich gelungen. Man freut sich schon auf den nächsten teil, um zu erfahren, ob sich jetzt endlich zwischen Daniel und Hanna was anbehnt. Doch jetzt heißt es wieder ein ajhr warten. Leider.

Bewertung vom 23.10.2025
Schreiber, Jasmin

Da, wo ich dich sehen kann


ausgezeichnet

manchmal kum auszuhalten


Jeden Tag geschehen Gewalttaten gegen Frauen, Tendenz steigend. auch Femizide nehmen immer mehr zu,
Jasmin Schreiber erzählt in ihrem neuen Buch " Da, wo ich dich sehen kann von solcher einer Gewalttat und wie die Angehörigen des Opfers danach weiterleben.

In einer sehr emphatischen art wird beschrieben , wie die Tochter sich immer mehr in sich selbst zurückzieht, muss sie doch jetzt ohne ihre Eltern leben. Ihre Mutter wurde von ihrem Vater, den sie als sie liebenden Menschen kennengelernt hat, umgebracht. Wie soll man man diesem Umstand leben. Ihre Großeltern nehmen sie auf, doch auch sie trauern um ihre Tochter und versuchen das Unbegreifliche zu verstehen.

Die Freundin des Opfers und ihr Hund werden zu wichtigen Begleitern der Tochter in dieser Zeit.

Auch die rechtliche Situation, die unerträgliche Bürokratie, die auch in solch einem Fall nicht unbedingt sensibel gehandhabt wird, wird zum Thema.

Ein Buch das schwer erträglich ist, aber wichtig.

Bewertung vom 22.10.2025
Ganeshananthan, V. V.

Der brennende Garten


ausgezeichnet

hinterlässt Spuren in den Herzen der Menschen
„Der brennende Garten“ ist ein Buch das Spuren im Herzen der Menschen hinterlässt, die es lesen.
Saß wächst in Sri Lanka auf als einziges Mädchen neben ihren Brüdern.
Ihr großer Wunsch ist es Ärztin zu werden zusammen mit ihrem Bruder.

Geschildert wird das Leben in einem Land in dem Bürgerkrieg herrscht.Die Tamilen streben ihre Unabhängigkeit an, Gewalt und Unterdrückung ist an der Tagesordnung.
Mit ihrem Bruder geht sie nach Jaffna, um dort Medizin zu studieren, dort arbeitet sie aber auch politisch.

Das Buch vermittelt dem Leser das Leben im kriegsgebeutetelten Sri Lanka anhand Sashis Familie, in der ein großer familiärer Zusammenhalt herrscht.
Es ist teilweise schwer zu verdauen, was man hier zu lesen bekommt. Das Schicksal der Familie, ihre Verluste und die Arbeit in der Widerstandsbewegung Tamil Tigers, werden schonungslos beschrieben.
Sushis Flucht nach Amerika sichert ihr Überleben, kann sie aber nicht vergessen machen, was sie erlebt hat.

Ein Buch das fesselt geschrieben ist und von Land und Leuten eines Landes erzählt das hier nicht so existent ist.
Empfehlenswert!