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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Fredhel
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Danksagungen: 14 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 464 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2021
Crave / Die Katmere Academy Chroniken Bd.1
Wolff, Tracy

Crave / Die Katmere Academy Chroniken Bd.1


ausgezeichnet

Von einem Tag zum anderen wird Grace durch den Unfalltod ihrer Eltern zur Vollwaise. Deswegen bleibt ihr nichts anderes übrig, als für ihren Schulabschluss auf das Internat ihres Onkels zu wechseln, dem einzigen Verwandten, der ihr geblieben ist neben seiner Tochter, der hilfsbereiten Macy. Allerdings steht besagte Schule im tiefsten Alaska. Nicht nur die ungewohnte Kälte ist gewöhnungsbedürftig, nein, auch alle Schüler begegnen ihr mehr oder minder offen feindselig. Der allergrößte BadBoy dort, Jaxon, warnt sie sogar, dass ihr Leben bedroht ist. Zu Jaxon fühlt sie sich sofort unwiderstehlich hingezogen, und der Charme dieses Buches entwickelt sich zum größten Teil aus dem Wechselbad ihrer Gefühle zueinander. Die Spannung dagegen wächst von Tag zu Tag, weil Grace immer neue unglaubliche Tatsachen entdeckt und außerdem öfter nur knapp gut platzierten Mordanschlägen entgehen kann. 
Mir hat dieses Buch gut gefallen, weil ich es mit Teenieaugen gelesen habe. Die Schwärmerei kommt sehr authentisch rüber, ebenso die quirlige Mädchenfreundschaft mit Cousine Macy. Für die "fantastischen" Passagen hat die Autorin sich viel einfallen lassen, man konnte es sich gut bildlich vorstellen. Absolut sagenhaft ist der Cliffhanger zum Schluss. Auch wenn die Story völlig in sich abgeschlossen ist, freut man sich über die Aussicht auf einen Folgeband.

Bewertung vom 26.07.2021
Lange Schatten über der Côte d'Azur / Kommissar Duval Bd.8
Cazon, Christine

Lange Schatten über der Côte d'Azur / Kommissar Duval Bd.8


sehr gut

In diesem achten Band um Kommissar Léon Duval geht es um einen unbekannten Toten, der auf einer jüdischen Gedenktafel auf dem Friedhof von Cannes aufgefunden wird. Sehr zum Missvergnügen der Staatsanwaltschaft scheint ein Zusammenhang mit der jüdischen Gemeinde wahrscheinlich. Und hier setzt Duval seine Ermittlungen an, obwohl seine Direktiven anders lauten.

Von seinem Privatleben erfährt man, dass er nun noch einmal Vater geworden ist. Das zahnende Baby ist für ihn eher eine Belastung als größtes Glück, vielleicht auch, weil seine Lebensgefährtin ihn in eine Elternzeit zwingen will, die er als Polizist weder leisten kann noch will.

Neben der Aufklärung des Mordes rücken die historischen Vorkommnisse während der deutschen Besatzung in den Vordergrund. Ja, es gab die Résistance, aber es gab auch viele Unterstützer in der Bevölkerung, die halfen oder wegsahen, als die Juden deportiert wurden. Einerseits ist es in meinen Augen wichtig, solche Fakten aus der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, aber in diesem Fall ist der Exkurs zu trocken und lang geraten. Besonders in der Unterhaltungsliteratur müssen solch schwere Themen mit sehr geschickter Hand eingewoben werden, um den Plot nicht auszubremsen.

Insgesamt jedoch erwartet den Leser wieder ein spannender Fall in einer wunderschönen Urlaubsregion. Absolut lesenswert.

Bewertung vom 22.07.2021
Partem. Wie die Liebe so kalt
Neeb, Stefanie

Partem. Wie die Liebe so kalt


gut

Dieser Roman wird aus wechselnde Perspektiven geschrieben. Hier ist Felix die einzig normale Person ohne besondere Gaben. Er ist der beste Freund von Xenia, die bei der Berührung von Menschen Geräusche hören muss. Erst als eine Gruppe junger Leute in die Nachbarschaft zieht, erlebt sie zum ersten Mal völlige Stille bei ihnen. Sie sind allerdings auch eine sehr spezielle Truppe. Sie gehören einer Geheimorganisation (Partem) an, die den Menschen Liebe entziehen will. Menschen wie Xenia sind ganz besonders rare Exemplare für sie, die auf einem Altar geopfert werden müssen. Im Prinzip handelt nun das ganze Buch vom Wirken dieser Personengruppe und von zwei Romanzen, die eigentlich nicht stattfinden dürften. Der Leser wird von Anfang an unwissend in das Geschehen geworfen. Bis zur letzten Seite hat sich für mich nicht geklärt, wer hinter Partem steht, beziehungsweise, warum diese Sekte das tut, was sie tut. Auch weshalb Xenia so außergewöhnlich ist, bleibt ungeklärt. Abgesehen von den Mystery-Elementen ist "Partem" ein ganz normaler Teenie-Roman frei nach dem Motto: Er liebt mich, er liebt mich nicht ... Vielleicht klärt sich alles im zweiten Band auf, aber dann ist es für mich zu spät.

Bewertung vom 22.07.2021
Die Verlorenen
Beckett, Simon

Die Verlorenen


sehr gut

Jonah Colley hat vor 10 Jahren seinen vierjährigen Sohn verloren. Seine Ehe zerbrach daran. Die Umstände des Unglücks waren mysteriös, und so ganz kann er die Theorie eines Unfalltodes nicht akzeptieren. Ein Verdächtiger von damals ist ihm ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Als Colley von seinem ehemals besten Freund in einen Fall mit mehreren Leichen hineingezogen wird, und auch dieser Verdächtige irgendwie involviert ist, betreibt er seine Ermittlungen in der Hoffnung, Neues von seinem Sohn zu erfahren. Ab einem gewissen Zeitpunkt fragt man sich als Leser, ob dieser naive Jonah Colley wirklich Mitglied einer Spezialeinheit ist und wieso dieser naive Mann da hineingekommen ist. Er tappt in jede Falle; nimmt sich keinen Anwalt, obwohl er unter Mordverdacht steht und fällt auf eine skrupellose Journalistin zweifach rein. Aber Kämpfen kann der Mann! Selbst auf Krücken ist er unbesiegbar und Hiebe mit einem Totschläger steckt er weg ...
Jonah Colley kann dem Vergleich mit David Hunter aus den früheren Beckett-Thrillern nicht standhalten. Der Plot ist simpel und die Charaktere ziemlich blass und eindimensional. Allein Becketts Schreibstil ist auf hohem, mitreißenden Niveau.
Was mich dann aber dennoch zu der vier Sterne-Bewertung bewogen hat, ist der absolut fantastische Sprecher Johannes Steck. Er ist ein Meister der Spannung mit einer großen Wandlungsfähigkeit. Ich glaube, durch ihn wird jedes Buch absolut lebendig!

Bewertung vom 22.07.2021
Erben wollen sie alle
Hennig, Tessa

Erben wollen sie alle


sehr gut

Bianca ist für ihr Alter fit und jung geblieben. Sie lebt als Witwe allein in einem wunderschönen Haus auf Mallorca. An ihrem 75. Geburtstag tauchen überraschend ihre beiden Kinder mit Anhang auf. Vornehmlich um ihr eine Freude zu bereiten, in Wahrheit aus Sorge um ihr Erbe, denn Bianca möchte es noch mal so richtig krachen lassen: eine Weltreise mit einem jüngeren Mann!
Die Beziehungen untereinander sind schon lange fadenscheinig, aber diese paar Tage auf der schönen Insel, aber vor allem längst überfällige Wahrheiten, die ans Tageslicht kommen, wirken auf alle heilsam.
Ja, das Buch liest sich nett, aber so alles ist ziemlich vorhersehbar. Man wird an keiner Stelle so richtig überrascht, aber man bleibt auch nach der letzten Seite nicht unzufrieden zurück. 
Mir fehlt die Leichtigkeit, die mir die Autorin in anderen Büchern gezeigt hat. Es fehlt mir der Humor und die nette Komik. Schön ist, dass ernste Themen wie Demenz und Einsamkeit des Alters mit eingeflochten werden, doch auch dabei fehlt die leichte Hand. Mir kommen diese Passagen zu belehrend herüber. Schade eigentlich, aber dennoch kann ich das Buch als nette Urlaubslektüre empfehlen.

Bewertung vom 19.07.2021
White Sleep - Unschuldig in den Tod (ungekürzt) (MP3-Download)
Griffin, Mark

White Sleep - Unschuldig in den Tod (ungekürzt) (MP3-Download)


sehr gut

Dies ist schon der zweite Fall, den DI Bishop und die Profilerin Holly Wakefield gemeinsam lösen können. Es geht ein Mörder um in London. Junge männliche Teenager werden fast nackt in einem Park gefunden. In gewohnter Weise kann sich Holly in die Psyche des Mörders hineinversetzen. Ihre Kombinationsgabe ist gleichermaßen verblüffend wie einleuchtend. Ich will nicht zu viel verraten, aber es ist erstaunlich, welche Rückschlüsse sie aus einem Büroarbeitsplatz ziehen kann. Schritt für Schritt kann man so den Ermittlungen folgen, bis sich die Schlinge um den Täter zuzieht. Manchmal sind mir Wakefields innere Monologe dann leider doch etwas zu ausführlich. Das Spannungslevel ist ein stetiges auf und ab, da könnte der Autor noch etwas verbessern.
Die Sprecherin Anja Lehmann ist eine gute Besetzung, der man gerne zuhört.

Bewertung vom 18.07.2021
SCHULD! SEID! IHR!
Thode, Michael

SCHULD! SEID! IHR!


sehr gut

Dieser Krimi packt die Handlung von verschiedenen Seiten und Ebenen an.

Zum einen gibt es Kommissar Degenhardt, der sich mit einem neuen ehrgeizigen Vorgesetzten herumschlagen muss, der auch auch noch Altlasten aus seiner gescheiterten Ehe mit sich trägt, und dessen Tochter plötzlich bei ihm einzieht und konsequent auf eine sehr schräge Berufsausbildung hinarbeitet.
 
Auf der anderen Seite haben wir hier einen Täter, der seine Opfer zwingt, Strychnin zu schlucken, damit sie einen qualvollen Tod sterben. Er geht sehr planvoll vor, ist technisch spitzenmäßig ausgestattet und weidet sich am Sterben seiner Gegner.

In Rückblicken werden seine Motive erklärt.

Das Zusammenspiel dieser drei Ebenen findet gekonnt statt. Leider wird manches doch etwas zu schnell erzählt und auch den Personen hätte etwas mehr Tiefe nicht geschadet.
So ganz rund ist dieses Buch in meinen Augen nicht, aber ich kann es dennoch als spannende Lektüre empfehlen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.07.2021
Kronenkampf. Geschmiedetes Schicksal
Fast, Valentina

Kronenkampf. Geschmiedetes Schicksal


ausgezeichnet

Fiana ist Gesellschafterin der Königstochter. Von Kind an muss sie ihr dunkles Geheimnis bewahren, sonst wird sie sterben. Als der geheimnisvolle Kayden in Fianas Leben tritt, kommen ihre Geheimnisse ans Licht und sie muss um ihr Leben kämpfen.
Valentina Fast hat eine fantastische Welt geschaffen, die mir persönlich sehr gut gefällt. Auch wenn man eine Liebesgeschichte mit einem gefährlichen Fremden schon sehr oft gelesen hat, so stimmen hier die Rahmenbedingungen. Lange fragt man sich als Leser, welche Geheimnisse Fiana verbergen muss, und wenn sie dann bekannt werden, geht das Spannungslevel wieder um ein paar Grad höher. Es gibt viele sympathische Charaktere in diesem Roman, was grundsätzlich dazu beiträgt, dass man ein Buch gerne liest.
Dieser Roman ist in sich abgeschlossen, aber weil mir der Ideenreichtum der Autorin so gut gefällt, werde ich vielleicht auch mit der »Royal«-Reihe aus ihrer Feder beginnen. 

Bewertung vom 15.07.2021
Tiefer Fjord
Lillegraven, Ruth

Tiefer Fjord


ausgezeichnet

Die Ehe zwischen dem Kinderarzt Haavard und seiner Frau Clara, einer Angestellten im Justizministerium, ist schon lange mehr eine Zweckgemeinschaft als eine leidenschaftliche Beziehung. Beiden gemeinsam ist jedoch der Kampf gegen Kindesmisshandlung. Der Arzt erlebt täglich die schlimmsten Fälle auf seiner Station, doch außer einer Meldung beim Jugendamt kann er nichts dagegen tun. Da das Jugendamt meistens nicht einschreitet, muss er die leidenden Kinder mit immer neuen Verletzungen versorgen, während seine ohnmächtige Wut weiter in ihm wächst. Und dann wird ein gewalttätiger Vater im Gebetsraum des Krankenhauses von hinten erschossen. Was Haavard zunächst mit Befriedigung erfüllt, entwickelt sich schnell zu seinem persönlichen Albtraum.
Clara kämpft aufseiten der Justiz gegen diese Missstände an, doch ein von ihr verfasster Gesetzesentwurf zum Schutz des Kindeswohls scheitert an politischen Machenschaften. Dies ist ein herber Rückschlag, nicht nur beruflich, sondern ein ganz persönlicher.
Clara hatte keine unbeschwerte Kindheit. Sie musste miterleben, wie ihr geliebter jüngerer Bruder an den Misshandlungen durch den Stiefvater starb. Seitdem wird sie von Rachegefühlen getrieben.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erhält der Leser tiefen Einblick in die Psyche aller Beteiligten. Clara ist dabei die Person, die einen am meisten fesselt und am meisten überrascht. Sie wird von tatsächlich allen Menschen unterschätzt, und so kann sie all ihre Lebenspläne verwirklichen.
Die Autorin schreibt sehr prägnant. Durch den ständigen Wechsel der Erzählperspektiven wird ihr ruhiger und sachlicher Schreibstil aufgemischt, was die Spannung erhöht.
"Tiefer Fjord" ist ein psychologisch raffinierter Thriller, der auch durch sein Kernthema zusätzlich ein Signal setzt.

Bewertung vom 15.07.2021
Betreff: Falls ich sterbe
Setterwall, Carolina

Betreff: Falls ich sterbe


sehr gut

Eines Morgens findet Carolina ihren Lebensgefährten tot im Bett auf. Schonungslos, fast schon brutal ehrlich, erzählt sie von der Zeit ihres Kennenlernens, ihres Zusammenlebens, ihrer Elternphase. Aksels Tod bildet die Zäsur in Carolinas Lebenslauf, doch das Buch erzählt auch noch von ihren ersten Jahren als Witwe.
Die Protagonistin ist mit ihren Vorstellungen und deren Durchsetzung sehr dominant. Aksel Wünsche werden konsequent missachtet. Besonders tragisch empfinde ich, wie sie ihn in die Vaterschaft hinein zwingt. Dabei ist Aksel ein sehr feinfühliger Mensch, der hinter die Dinge schaut, der sich die Konsequenzen seines Handelns bis weit in die Zukunft ausmalen kann. Man muss ihn einfach gern haben. Trotz allem geht er bis an seine Grenzen, um seine Familienpflichten zu erfüllen, was er letztendlich mit dem Tod bezahlt.
Es ist fast schon mehr als gerecht, dass Carolina nach der schlimmsten Trauerzeit an einen Mann gerät, den sie nicht manipulieren kann. Jetzt ist sie es, die in einer toxischen Beziehung verharren muss, sich wie ein Tier in der Falle fühlt.
Das Lesen dieses Romans fand ich sehr deprimierend. Natürlich beinhaltet die Thematik Sterben grundsätzlich Nachdenklichkeit und Trauer, doch Carolinas Ichbezogenheit wirkt einfach nur abstoßend statt Mitgefühl erzeugend.
Obwohl es faszinierend ist, wie die Autorin ihre Charakterzüge bis ins Tiefste auslotet, denke ich, dass dieser Roman nicht für alle Leser geeignet ist.