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Fredhel
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Deutschland

Bewertungen

Insgesamt 1326 Bewertungen
Bewertung vom 12.01.2026
Raute, Claudia

Kühn am Meer (MP3-Download)


sehr gut

Claudia Raute hat mit Kriminalkommissarin Sabine Kühn eine neue Krimiserie gestartet. Das Cover zeigt schon deutlich, dass es sich um einen Küstenkrimi handelt. Das Buch wird übrigens sehr angenehm von Markus Sellmann vorgetragen.
Sabine Kühn hat ihr altes Leben radikal hinter sich gelassen. In Husum soll es fern der übergriffigen Familie und der unangenehmen beruflichen Situation einen Neustart geben. Die Hoffnung auf einen ruhigen Job erfüllt sich jedoch nicht, denn schon vor ihrem ersten Arbeitstag wird Sabine mit in eine Mordermittlung hineingezogen. Um den Kopf frei zu kriegen, hat Sabine schnell ihr altes Hobby, das Joggen, wieder aufgenommen. Bei ihrer täglichen Runde begegnet sie häufig einem interessanten Mann. Als sie ihn beruflich durchchecken muss, wird alles anders.
Die Handlung ist schlüssig und spannend aufgebaut. Man kann ihr gut folgen. Vor allem Sabine wird einem schnell vertraut, erst recht, je mehr man von ihrer belastenden Vergangenheit erfährt. Aus diesem Grund kann man ihre zwiespältigen Gefühle sehr gut nachvollziehen. Zum Glück handelt es sich hier nicht um einen verkappten Liebesroman, nein, gegen Ende wird es fast ein richtiger Thriller. Gerne werde ich in Zukunft noch mehr von Sabine Kühn hören oder lesen.

Bewertung vom 12.01.2026
Adeyemi, Tomi

Children of Anguish and Anarchy / Children of Blood and Bone Bd.3


sehr gut

Der dritte und letzte Teil von Children of Anguish and Anarchy liefert genau das, was der Titel verspricht: Chaos, Emotionen und ordentlich Drama. Die Welt ist düster, intensiv und stellenweise brutal, aber immer fesselnd. Besonders gefallen hat mir die emotionale Tiefe der Figuren – nichts wirkt glatt oder bequem, alles hat Ecken und Kanten.

Manchmal verliert sich die Geschichte etwas im Übermaß an Pathos und Gewalt, da hätte weniger mehr sein können. Trotzdem bleibt man dran, weil Spannung und Atmosphäre einfach stimmen. Kein Wohlfühlbuch, aber ein aufwühlendes Leseerlebnis, an das man sich noch länger erinnert.

Bewertung vom 11.01.2026
Stern, Anne

Die weiße Nacht


ausgezeichnet

Schon von außen gibt das perfekte Coverbild eine Ahnung vom Inhalt. Denn durch eine Kameralinse wird eine winterliche Szene aus dem zerbombten Berlin in schwarz/weiß gezeigt. Von diesem Hungerwinter haben uns die Eltern oft erzählt und in genau dieser Atmosphäre spielt der Roman von Anne Stern. Die Kameralinse gehört zu der Fotojournalistin Lou Faber. Auf ihrer Motivsuche entdeckt sie eine Frauenleiche, die zwar versteckt, dennoch sorgfältig aufgebahrt wurde. Der ermittelnde Kriminalkommissar Alfred König hat noch mit den Schrecken der Vergangenheit zu kämpfen, während die Gegenwart ihm nicht nur mit der Ressourcenknappheit bei der Polizei zusetzt, sondern auch mit Vorgesetzten, die nicht wegen ihrer Tüchtigkeit, sondern wegen alter Seilschaften in ihre Position gehoben wurden. Die beiden entwickeln sich nach anfänglichen Ressentiments zu einem guten Team.
Das Buch firmiert als Kriminalroman, wobei man hier den Schwerpunkt auf Roman legen sollte. Die Spannung ist eher zurückhaltend, währenddessen die Stimmung in dieser Szenerie des Überlebens von Tag zu Tag meisterlich eingefangen wird. Ebenso werden die zwischenmenschlichen Schwingungen zwischen den Zeilen spürbar, ohne groß ausgesprochen zu werden. Der sensible Schreibstil macht mich neugierig auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 11.01.2026
Petszokat, Oliver

Vegan Meal Prep


ausgezeichnet

Das vegane Kochbuch von Oli P. besticht als Erstes durch viele höchst sympathische Fotos von ihm. Aber bevor es mit dem Kochen richtig losgeht, erklärt er seinen Weg zu einem Lebensstil, der von Achtsamkeit geprägt ist, nicht nur in Bezug auf Ernährung.
Ganz wichtig finde ich das Kapitel über seinen Vorratsschrank. Oli P.s Rezepte punkten zwar mit einfach zu beschaffenden, normalen Zutaten, aber gewisse Basics sollten doch immer im Haus vorhanden sein.
Die Rezepte selbst sind meist für zwei Personen ausgelegt. Die Anzahl der Zutaten ist überschaubar und zum Glück nicht exotisch. Das Nachkochen ist auch keine Herausforderung und lässt sich mit Sicherheit auch von Kochneulingen bewältigen. Zu jedem Rezept gibt es als Ansporn ein wunderbares Foto. Dabei ist mir aufgefallen, dass auch Töpfe und Besteck plastikfrei sind. Alles ist rundum umweltfreundlich.
Ja, alle Rezepte sind alltagstauglich und mit ein wenig Vorausdenken, Großeinkauf und gezielter Arbeitsplanung wird die Ernährung, besonders für Berufstätige, gesünder und bequemer.

Bewertung vom 10.01.2026
Herron, Mick

Down Cemetery Road (MP3-Download)


ausgezeichnet

Wer sich anhand des stimmungsvollen Oxford-Fotos auf dem Cover auf einen typisch englischen Kriminalroman in gemächlichem Tempo eingestellt hat, wird sich wundern.
Zwar beginnt alles noch recht ruhig mit Einblicken in das Leben von Sarah Tucker, einer beruflich erfolglosen, ergo erzwungenermaßen Nurhausfrau, die ihren Frust mit energischen Putzorgien bekämpft. Doch während eines Geschäftsessens ihres Mannes, das sie provokant mit ihren exaltierten Freunden als zusätzliche Gäste unterminiert hat, explodiert ein Wohnhaus in der Nachbarschaft.
In ihrer Perspektivlosigkeit fokussiert sich Sarah auf die Suche nach einem Kind, das seit dieser Nacht verschwunden ist, und schon bald findet sie sich Zielobjekt des Geheimdienstes wieder.
Leider wird die Handlung auch zu diesem Zeitpunkt unübersichtlich, denn es gibt einfach zu viele Akteure. Gerade bei einem Hörbuch, übrigens sehr schön vorgetragen von Cathrin Störmer, kann man nur schwer hin- und herblättern, wenn man die Orientierung verloren hat. Trotzdem werde ich nicht einen einzigen Bewertungsstern abziehen, denn ich bin von Mick Herrons Erzählkunst restlos begeistert. Er hat einen trockenen Humor, gewürzt mit einer scharfen Beobachtungsgabe. Seine Charakterisierungen sind oft so treffend böse, dabei skurril und witzig, dass die Handlung fast schon nebensächlich scheint. Für mich ist dieses Buch eine total positive Überraschung.

Bewertung vom 10.01.2026
Motte, Anders de la

Rostiges Grab


ausgezeichnet

Leo Asker habe ich noch als bemerkenswerte Ermittlerin in Erinnerung, die großes Geschick darin hat, das Bestmögliche aus ihrem Team, das zugegebenermaßen mehr als skurril ist, herauszukitzeln. Ihre Truppe setzt sich aus hochbegabten Einzelkämpfern zusammen, die in anderen Teams wegen ihrer mangelnden Sozialkompetenz gescheitert sind, doch Leo hat es geschafft, sie zu einer Einheit zusammenzuschweißen.
Auch Leos Karriere ist ins Stocken geraten. Diese Cold Case Einheit soll ihr wieder auf die Sprünge helfen. Ihr langjähriger dienstlicher Widersacher schustert ihr einen Fall zu, an dem sie eigentlich nur scheitern kann. Er ist mystisch und dabei brandgefährlich. Es geht um einen jahrzehntealten Mord, der stark an eine Moorleiche erinnert, die auf demselben Areal gefunden wurde. Es ist eine alte Torffabrik, abgelegen in tiefstem Wald und im Besitz einer Familie, die nach ihren eigenen brutalen Gesetzen lebt.
Leo tritt mal wieder gern einflussreichen Menschen auf die Füße, umschifft die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden und schafft einen sauberen Ermittlungserfolg.
Der Leser trifft alte Bekannte wieder, sodass er sich sofort wieder in die Szene einleben kann. Die Kapitel haben genau die richtige Länge, um Spannung aufzubauen, um dann wieder auf eine andere Erzählperspektive umzuschwenken.
Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt, nicht zuletzt, weil ich Leos schnörkellose Art so gern mag. Ihr ist Gerechtigkeit letztendlich doch wichtiger als Karriere. Jetzt freue ich mich auf einen weiteren Cold Case, falls Leo nicht doch befördert wird.

Bewertung vom 08.01.2026
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


sehr gut

Kaum zu glauben, die Frau aus Cabin 10 ist in der Suite 11 gelandet. Leider ist sie mit den Jahren der Kindererziehung und Psychopharmaka noch naiver geworden.
Lo Blacklock möchte einen Neubeginn in ihrem alten Beruf als Journalistin wagen. Die Berichterstattung über ein Schweizer Luxusressort bietet sich da geradezu an. Der Aufenthalt beginnt schon recht vielversprechend, bis ihr einige alte Bekannte von der damaligen alptraumhaften Kreuzfahrt über den Weg laufen. Alles kein Zufall, denn auch Carrie ist darunter. Flehentlich überzeugt sie Lo, ihr bei der Flucht vor dem gewalttätigen Hotelbesitzer zu helfen. Und wieder ist Lo naiv genug, auf sie hereinzufallen. Wohl wissend, dass somit einer der mächtigsten Männer Europas auch eine Gefahr für sie und ihre Familie werden könnte, wenn der Plan auffliegt.
Alles läuft dann ganz anders als geplant, aber auch als gefürchtet. Lo steht plötzlich in England unter Mordverdacht. Nur langsam begreift sie, wer ein falsches Spiel gespielt hat und das ist natürlich schwer zu beweisen.
Dies ist eins der wenigen Bücher, bei dem man besser die erste Folge nicht kennt. So ist man leider über einen etwas faden Abklatsch eines Bestsellers enttäuscht. Der Schreibstil lässt sich natürlich immer noch flüssig lesen und es existiert auch eine Spannungskurve, die, von einigen Längen durchbrochen, den Leser durchaus bis zu einem mäßig aufregenden Ende trägt. Das Buch lässt sich einigermaßen gut lesen, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck, genauso wenig wie das nichtssagende Cover. Ich gebe ganz knappe vier Bewertungssterne.

Bewertung vom 07.01.2026
Frennstedt, Tina

Das letzte Bild / Cold Case Bd.4 (eBook, ePUB)


sehr gut

Band 3 der Cold Case Reihe habe ich vor vier Jahren gelesen und fand ihn sehr gut. Dennoch hatte ich Schwierigkeiten, mich in diesen neuen Fall einzulesen.
Tess ist eine Frau mit einem komplizierten Privatleben, zu dem sich nun auch eine komplizierte, selbstverschuldete berufliche Situation hinzugesellt. Da sie aktuell vom Dienst suspendiert ist, langweilt sie sich sehr und sagt erleichtert zu, einem dänischen Kollegen zu helfen.
Es geht um verschwundene junge Frauen und eine bekannte Schauspielerin, die gestalkt wird. Grundsätzlich also ein guter Stoff für einen Krimi. Leider konnte er mich nicht so fesseln wie der Vorgängerband. Wahrscheinlich liegt es an den vielen Handlungssträngen, die den Spannungsaufbau eher verhindern als steigern. Auch diese ganzen privaten Schwierigkeiten von Tess sind leider wenig interessant. Sie wirken eher wie Zickenkrieg und nicht wie Eheprobleme.
Die Auflösung der Verbrechen dagegen ist logisch und grundsolide, insofern kann man getrost eine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 06.01.2026
Roser, Pia

Die neue Wissenschaft vom Sattsein


sehr gut

Das Cover zeigt uns, dass die Autorin eine sehr attraktive Ärztin ist.
In ihrem Buch erklärt sie verständlich und auf unterhaltsame Weise komplexe medizinische Zusammenhänge.
Besonders originell ist die Darstellung der Botenstoffe: Sie werden wie Charaktere beschrieben und dadurch regelrecht vermenschlicht, was das Lesen angenehm und einprägsam macht.

Anschaulich wird erklärt, wie eng im Körper alles miteinander verknüpft ist – insbesondere die große Achse zwischen Gehirn und Darm. Auch die Rolle der Fettreserven des Körpers und deren potenziell gefährliche Auswirkungen werden nachvollziehbar dargestellt.

Das Buch unterhält gut und vermittelt solides Wissen. Wer allerdings konkrete Anleitungen oder neue Tricks zum Abnehmen erwartet, wird enttäuscht sein. Letztlich bleibt es bei den bekannten Empfehlungen: viel Bewegung und gesunde Ernährung. Das weiß jeder, der selbst mit seinem Gewicht zu kämpfen hat. Aber man erkennt auch die Fallstricke, in die man geraten kann, selbst wenn man sich mit gesunder Ernährung befasst hat.
Sehr interessant sind auch die Passagen, in denen die Wirkungsweisen der Abnehmspritze erklärt werden.
Insgesamt ein informatives und kurzweiliges Buch für alle, die die medizinischen Hintergründe besser verstehen möchten – ohne unrealistische Versprechen.

Bewertung vom 05.01.2026
Amelia, Judith

Oath & Betrayal


sehr gut

Zugegebenermaßen gefiel mir das Cover auf den ersten Blick nicht, aber jetzt hinterher muss ich zugeben, der Verlag hat alles richtig gemacht, denn diese Schlange ist der absolute Gamechanger.
Die Hauptperson ist Hailey. Eine harmlose, vor allem sehr liebenswürdige Studentin, die mit einer magischen Fähigkeit regelrecht geplagt ist. Durch Hautkontakt mit einer Person erhält sie Visionen. Weil sich das für Hailey ganz schrecklich anfühlt, pflegt sie nur sehr wenige Freundschaften und hüllt sich in weite Pullis mit langen Ärmeln.
Leider hat der Geheimdienst bedarf an ihren hellseherischen Fähigkeiten. Nate, ein Elite-Agent, superreich, extrem attraktiv, muss Hailey mit vollem Einsatz in eine Liebesfalle locken. Als seine Ehefrau soll sie dann ebenfalls als Agentin angeworben werden.
In erster Linie geht es in diesem ersten Band darum, wie die beiden miteinander umgehen, wie sie Vertrauen aufbauen und Schwierigkeiten meistern. Als Leser erfährt man zusätzlich, wer der heimtückische Bösewicht im Hintergrund ist. Alles in allem schreitet die Handlung nur in sehr kleinen Schritten voran, aber baut genug Spannung auf, dass man am Ball bleibt. Dass hier ein Zweierteam das Buch geschrieben hat, merkt man an keiner Stelle. Es endet ausgerechnet an seiner spannendsten Stelle. Ein ganz, ganz böser Cliffhanger, der laut nach Fortsetzung schreit.