Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: NiliBine70
Wohnort: Duisburg
Über mich:
Danksagungen: 28 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 19.08.2019
Silent Victim
Mitchell, Caroline

Silent Victim


sehr gut

Manches ist schlimmer als Mord.

Emma lebt mit ihrem Mann Alexander und ihrem Söhnchen Jamie auf dem elterlichen Grundstück und ist eigentlich recht glücklich. Doch dann verkauft ihr Mann das Grundstück nebst Haus und möchte mit seiner Familie woanders ein neues Leben beginnen. Doch damit stürzt er seine Frau in ungeahnte Nöte, die sie dazu bringen, ihm endlich die Wahrheit über ein Verbrechen zu gestehen, das sie begangen hat.

Psychologische Spannung vom Feinsten - der Bestseller aus Großbritannien.
__________________________________

Das Buch beginnt recht harmlos, und beinahe schleichend erfährt man etwas über die schreckliche Kindheit und Jugend von Emma. Prompt wird man in den Strudel ihrer Erlebnisse hineingezogen. Ein wenig britisch unterkühlt, aber schon mit Nachdruck versteht es Caroline Mitchell, einem die Gefühlswelt der Figuren näherzubringen.

Erzählt wird die Story aus unterschiedlichen Perspektiven: mal ist es Emma, mal ihr Mann Alex und dann kommt auch der Lehrer Luke zu Wort. Letzterer hat sich an Emma, seiner Schülerin, herangemacht und sie missbraucht. Gerade als Frau leidet man schon sehr mit und möchte ihr helfen. An bestimmten Stellen entfleucht einem doch mal ein „Oh, nein!“ und das Herz schlägt etwas schneller.

Ab diesem Zeitpunkt kann man sich der Geschichte nicht mehr entziehen. Manchmal habe ich mich dabei ertappt, dass ich geflucht habe, wenn wieder ein Perspektivwechsel anstand. Beispielsweise wollte ich aus Emmas Sicht wissen, wie es weitergeht und hätte mir da dann gewünscht, dass ihr Mann mal den Mund hält. Aber es ist klar, dass das von der Autorin so gewollt war. Letztendlich treibt das die Spannungskurve nach oben und hält den Leser im Sog gefangen.

Allein durch die Beschreibung der Location fühlt man sich auf diese einsame Insel versetzt. Man spürt fast körperlich auch den Verfall des elterlichen Häuschens, in dem die junge Familie nun lebt und Emma weiterhin in den trüben Untiefen ihrer Vergangenheit verstrickt ist.

Ich bin ehrlich: Wenn ich nur das Cover gesehen hätte, wäre das Buch nie in meine Finger geraten. So bin ich aber froh, dass ich es lesen und dadurch wieder eine Autorin kennenlernen durfte, die mich mit ihrem Thriller sehr überzeugt hat. Trotz oder gerade aufgrund der britischen Unterkühltheit zu Beginn. Übrigens spielt Caroline Mitchell die Tatsache gut in die Karten, dass sie jahrelang als Polizistin gearbeitet hat und auf Fälle von häuslicher Gewalt und schweren sexuellen Verbrechen spezialisiert war.

Persönliches Fazit: Ausgefeilter Thriller mit dem ganz eigenen britischen Charme, der den Leser nach einem seichten Start schnell in einen Strudel aus Fragen zieht. Empfehlenswert für jeden, der gern miträtselt und -fiebert.

Bewertung vom 04.01.2019
Vergessene Seelen / Max Heller Bd.3
Goldammer, Frank

Vergessene Seelen / Max Heller Bd.3


ausgezeichnet

Inhalt:

In Dresden im Jahr 1948 ist der Sommer heiß, in vielerlei Hinsicht. Oberkommissar Max Heller wird auf eine Baustelle gerufen, wo ein toter Junge gefunden wurde. Es ist völlig undurchsichtig, was mit dem 14jährigen passiert ist und die Ermittlungen gestalten sich als echte Sisyphosarbeit, da niemand etwas gesehen oder gehört haben will, keiner bereit ist zu reden, obwohl fast schon zu riechen ist, dass mehr als ein Selbstmord dahinter steckt.

Die Menschen müssen sich dem harten Alltag stellen und auch Heller sieht sich mit Dingen konfrontiert, die seine eigene Vergangenheit, die er am liebsten vergessen möchte, wieder heraufbeschwört. Hinzu kommt die Angst, dass Deutschland aufgeteilt wird, ganz real auch für Heller und seine Frau Karin selbst, lebt doch ihr Sohn Erwin in Köln.

Und auch die politischen Strömungen reichen bis in Hellers Ebene hinab und er sieht sich immer öfter damit konfrontiert, was seine Ermittlungen nicht gerade leichter macht.

Meine Meinung:

Grenzen

Harter Tobak... das waren meine Gedanken ganz ganz oft beim Lesen des 3. Falls rund um den Dresdner Oberkommissar Max Heller. Dieser sympathische, unglaublich menschliche Ermittler hat es wirklich nicht leicht, wenn er sich und seinen Überzeugungen treu bleiben möchte. Wieder einmal schafft es Goldammer, einen in den Zeitsog mitzunehmen ins Jahr 1948. Mit in das Leben so kurz nach dem Krieg, mit allen Unbilden, mit den Nischen, die die Menschen sich zum Überleben gesucht haben. Unglaublich, wie ein doch so junger Mensch die damals wohl herrschende Stimmung transportiert, wie er im Kopf von uns Lesern ein in Sepia getöntes Bild der damaligen Zeit mit Staub und Blut erzeugt. Mich beeindruckt immer wieder aufs neue, mit welcher Kunstfertigkeit der Autor das fertigbringt.

Max Heller ist nun nicht der klassische Held in der Kriminalliteratur, er ist nicht mehr jung und knackig, er hat einen schmerzenden Knöchel, der ihm wilde Verfolgungen schier unmöglich machen, er hat eine Frau, die er liebt, aber ganz im Stil der damaligen Zeit nicht offensiv und öffentlich, aber dennoch von Herzen. Die Söhne haben auch schon psychisch einiges mitgemacht, sodass sie ihre „Unschuld“ längst verloren haben, was mir persönlich sehr leid getan hat beim Lesen. Irgendwie wachsen einem Figuren ja doch sehr ans Herz, wenn man sie über einige Jahre begleitet...

Überhaupt, die Rolle der Kinder in der damaligen Zeit... das war tatsächlich grenzwertig zu lesen. Manchmal war ich kurz davor, das Buch beiseitezulegen, erst mal durchatmen. Aber dann hatte ich das komische Gefühl, wenn ich das täte, gebe ich die Kinder auf. So sehr war ich drin in der Geschichte. Und ja, ich gebe zu, es gab auch mal Tränen. Weil mich eben ein Schicksal sehr berührte.

Erstaunlich auch wieder, wie die dramatische, bedrückende Geschichte der näheren Vergangenheit neben einem gut ausgeklügelten Kriminalfall bestehen kann und einen stimmungsvollen Rahmen ohne erhobenen Zeigefinger – wie sonst gerne üblich – bildet.

Der dritte Band mit dem durchaus passenden Titel „Vergessene Seelen“ hat noch ein Scherflein oben drauf gesetzt und ich bin gespannt, ob der Autor das im nächsten Teil auch noch toppen kann.

Fazit: Bedrückend, berührend, aufrührend und das plus einem gut ausgearbeiteten Kriminalfall, das bietet sich, wenn man sich drauf einlässt, dem Fan und neugierigen Krimifans.

Bewertung vom 10.09.2017
Die Bestimmung des Bösen / Hall & Hellstern Bd.1
Corbin, Julia

Die Bestimmung des Bösen / Hall & Hellstern Bd.1


sehr gut

Inhalt:
Die Mannheimer Hauptkommissarin Alexis Hall wird mit der Aufklärung eines mysteriösen Mordfalls beauftragt, bei dem zwei Frauenleichen höchst eigenartig drapiert auf einer Flußinsel halb im Wasser liegend gefunden wurden. Von Anfang an ist alles nicht wirklich stimmig und die Verwirrung wird noch größer, als der Onkel von Alexis in den Kreis der Verdächtigen gerät.

Die Lage spitzt sich zu, als zwei weitere Frauenleichen auf ähnliche Weise abgelegt gefunden werden und Alexis´ Vergangenheit die Gegenwart zu berühren und zu beeinflussen scheint.

Meine Meinung:

Der Keim des Bösen

Ich habe das Buch auf Lovelybooks gewonnen und mich sehr gefreut, weil allein das Cover und der Klappentext schon so meins waren, dass ichs kaum abwarten konnte, mich ins Buch zu stürzen.

Zu Beginn jedoch wurde meine Euphorie ein wenig durch eine Anhäufung von Fachgeplänkel gebremst und ich überlegte zeitweilig wirklich, das Buch abzubrechen. Das klingt jetzt schon etwas paradox, weil eigentlich die Kriminalbiologie mich wahnsinnig interessiert und auch sehr spannend ist. Aber wenn es sich zu sehr in den Sphären des fachlichen verliert, dann verliere ICH den Faden... Gut, dass ich mich dann doch nicht habe beirren lassen und weitergelesen habe!

Der Fall als solches ist wirklich sehr gut ausgearbeitet und nach den genannten Anfangsproblemen war ich auch mit Feuereifer dabei und habe die Kriminalbiologin gerne bei ihren Experimenten und Untersuchungen begleitet.

Und auch Alexis Hall nimmt den Leser mit. Durch die Rückblenden in ihre Vergangenheit nähert man sich sukzessive einem möglichen Showdown, in deren Mittelpunkt sie dann steht.

Die Verknüpfung von Vergangenheit mit der Gegenwart, dem Zusammenspiel der Personen kann man wirklich sehr gut folgen.

Für mich auch interessant diese Forschung bezüglich des Kill-Gens. Ist es uns tatsächlich vorbestimmt, ob wir „böse“ sind? Immer wieder geistert das ja so durch die Medien, durch die Wissenschaft. Wirklich bewiesen ist es ja nicht, aber Vorurteile beschwört man damit herauf. Und wie im Fall von Alexis Hall, auch dass man selbst nicht mehr an sich glaubt.

Es gibt auch ein paar sehr detailierte Beschreibungen der Mordopfer, aber ich denke, das Cover deutet schon etwas an, dass es hier nicht um Kaffeekränzchen geht ;-)

Alles in Allem ein guter Thriller, nein, ein gutes Thrillerdebüt mit viel Luft nach oben, wo ich mir denke, dass die Autorin in der Richtung bitte weitermachen sollte. Ich würde gerne mehr davon lesen :)

Fazit:
Gutes Thrillerdebüt mit kleinen Schwächen, die sich aber bestimmt „auswachsen“.

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an Diana-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 30.07.2017
»Ich musste sie kaputt machen«
Harbort, Stephan

»Ich musste sie kaputt machen«


ausgezeichnet

Inhalt:
Über 20 Jahre hat Joachim Georg Kroll ganz Deutschland mit seinen grausamen Morden in Atem gehalten. Stephan Harbort zeichnet seine Geschichte minutiös nach und versucht, Erklärungen auch dem Leser nahe zu bringen, warum sich ein unscheinbarer Mann derartig zu einem Monster entwickeln konnte und musste. Ein schonungsloses Psychogramm.

Meine Meinung:

Kindheitserinnerungen

Als das Buch zu mir kam und ich in diese Augen auf dem Cover sah, da bekam ich eine Gänsehaut. Diese sollte mich 384 Seiten lang nicht mehr verlassen und noch begleitet von Entsetzen und echten Erinnerungen bis zum Schluss bleiben.

Meine Intention, mich für eins der Rezensionsexemplare zu bewerben war klar. Ich verfolge die Arbeit des Autoren schon geraume Zeit und bin generell an der Aufklärung, wenn es um Serienmorde geht, sehr interessiert. Und dann habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, wenn es eine Sendung im TV war, dass ich die Augen der Mörder sehen will. Sie reden hören will, warum sie etwas tun, wie sie es tun etc. Ich suche nach dem menschlichen Funken, den ich immer noch irgendwo erhoffe.

Auch hier war es so. Wo ist der Mensch, der all das getan hat. Der hauptsächlich Kinder und Frauen brutalst ermordet hat. Sich an ihnen verging.

Er war offenbar ein Suchender. Er suchte nach Erlösung, so unvorstellbar das klingen mag, aber das ist für mich die Kernaussage. Er war fehlgeleitet, schon ganz früh wurde er offenbar im Stich gelassen, auch von seinen Eltern, seinem Vater, dort erfuhr er auch nur Ablehnung...

Und schwups finde ich mich wieder, selbst analysieren zu wollen. Doch das überlasse ich besser dem Autor.

Mir bleiben beim Lesen Erinnerungsfetzen, die hoch kommen. 1976, als Kroll gefasst wurde, war ich 6 Jahre. Ich kann mich natürlich nicht mehr ganz explizit an ihn erinnern. Aber der Name und was er getan hatte, das war hier in Duisburg immer ein Thema. Und damals ganz besonders in der Zeit vor seiner Ergreifung. Da wurde hier verstärkt darauf geachtet, dass wir Kinder nie allein irgendwo rumliefen, nie allein spielten und es war ein ständig latentes Misstrauen allen Fremden gegenüber zu spüren.

Wenn ich das dann jetzt in Einklang mit dem Gelesenen bringe, dann gruselts mich besonders. Nun bin ich ja schon ein paar Tage älter, nehme das ganze bewusster wahr und bin über die ganzen Vorgänge, über das, was Kroll getan hat und wie er trotzdem so lange Zeit durch die Netze der Behörden schlüpfen konnte, mehr als schockiert! Wie nah das ganze meinem persönlichen Umfeld tatsächlich war, wird mir erst jetzt bewusst und erschreckt mich!

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr aussagekräftig. Stephan Harbort seziert wirklich die Vorkommnisse und man ist als Leser sehr sehr nah bei allem Geschehen dabei. Für manchen vielleicht zu nah. Man muss sich von vorneherein darüber im Klaren sein, dass es sich um einen Triebtäter handelt, für den die Grenzen des „normalen“ nicht gegolten haben!

Aber es ist auch interessant, die Verstrickungen innerhalb der Ermittlungsbehörden einmal von einem Insider dargestellt zu bekommen. Gerüchte sind ja immer da, aber tatsächliches Wissen ist ja doch noch eine ganz andere Hausnummer!

Kann ich das Buch empfehlen? Sollte ich es? Ich weiß es nicht! Ich habe es verschlungen, weil ich keine rosarote Brille aufhatte und mir irgendwie klar war, dass nicht ganz so leichter Stoff auf mich zu kommt, weil ich interessiert bin an der Aufklärung solcher Fälle. Und natürlich ein Interesse an der Arbeit von Stephan Harbort besteht.

Fazit:

Die sehr fundierte Chronologie der Untaten eines deutschen Serienmörders, nichts für zarte Gemüter.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Stephan Harbort für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 30.07.2017
After forever / After Bd.4
Todd, Anna

After forever / After Bd.4


sehr gut

Inhalt:

Das Leben geht weiter, auch wenn Tessa und Hardin sich sehr verändert haben, die Rollen oftmals vertauscht wirken. Wieder heißt es, Schicksalsschläge, Missverständnisse auszuräumen, Beeinflussungen abzuwenden... Und gerade Hardin hat viel zu verdauen. Ob Tessas Bemühungen ausreichen, oder jeder seinen eigenen Weg gehen muss, um sich selbst nicht aufzugeben, das muss sich zeigen...

Meine Meinung:

Schnelles Ende?

Was habe ich mich damit schwer getan, den letzten Band (für mich ist es das!) zu lesen. Ich kann doch so schlecht loslassen, wenn Buchfiguren sich einmal in mein Herz geschlichen haben...

Aber dann wars doch irgendwann so weit! Die schön-schlichte Gestaltung des Covers ist wieder für meine Begriffe schön gewählt und ich liebe ja diese samtene Haptik auch sehr.

Die Wendungen, Irrungen und Wirrungen, denen Tessa und Hardin wieder mal ausgesetzt sind, die Schicksalsschläge, all das ist uns ja nun auch nicht mehr unbekannt und man leidet mit. Doch muss ich sagen, dass Tessa mir manchmal doch etwas zu herzlos daher kam. Und dann, dann war ¾ des Buches gelesen und ich dachte so, wie jetzt... im Ernst?!!! Wie soll denn auf den restlichen „paar“ Seiten noch das passieren, was ich mir (und ich bin sicher, damit bin ich nicht allein!) gewünscht habe????

Ich werds nicht verraten. Nur kam mir dann alles irgendwie zu schnell. Schwups und die letzte Seite war umgeblättert und es war vorbei. Und es gab ein Gefühl, als hätte da jemand schnell schnell einen Termin einhalten müssen. Ob es wirklich so war, weiß ich nicht, aber wenn ich mir die anderen Bände anschaue und dann eben den 4. Teil, vorher detailverliebt, bis ins kleinste alles ausgereizt, alle Gefühle, alles, was man nur reinpacken kann und auf einmal finden da Sprünge statt, die Lücken hinterlassen...das kommt mir schon sehr komisch vor und sehr unausgegoren.

Deswegen bin ich mit diesem Ende auch nicht wirklich glücklich, sogar ein bisschen enttäuscht.

Klar ist für mich auch, dass diese Bände, die noch nachgeschoben wurden, ihren Weg nicht mehr in mein Regal finden werden.

Fazit:
Sehr flacher Abschluss einer bis dato tollen Liebesgeschichte.

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

© Sabine Kettschau/Niliversum

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.07.2017
After love / After Bd.3
Todd, Anna

After love / After Bd.3


ausgezeichnet

Inhalt:
Tessa will ihren Traum leben und nach Seattle gehen. Auch, wenn dies bedeutet, ihren gerade wiedergefundenen Vater und Hardin damit vor den Kopf zu stoßen.

Auch Hardin verändert sich, doch dieses Stück harte Arbeit kostet ihn sehr viel Kraft.

Das Paar spürt, dass ihre Beziehung nur Bestand haben kann, wenn sie beide die allzu knappe Zeit, die ihnen gemeinsam bleibt, sinnvoller nutzen, als sich zu streiten und immer wieder ihre Gefühle in Frage zu stellen.

Doch gibt es Dinge, die noch im Verborgenen schlummern. Dinge, die wieder einmal Tessa und Hardins Liebe auf eine harte Probe stellen.

Meine Meinung:

Entscheidungen

Und wieder habe ich eine dicke Schwarte von Anna Todd durchgesuchtet und kann mir immer noch nicht so recht erklären, wieso ich so gefesselt war, warum ichs immer noch nicht leid bin... Tja, irgendwas muss die Geschichte um Tessa und Hardin ja an sich haben!

Ein bisschen traurig bin ich immer an so einer Stelle wie jetzt, wo sich so viel verändert. Aber irgendwie muss sich das ganze ja mal entwickeln.

Schön zu sehen war es, dass Tessa sich ein wenig frei schwimmt, sich auf sich selbst auch mal besinnt. Das gehört ja zum Erwachsenwerden dazu und trägt zur eigenen Entwicklung gerade von jungen Frauen sehr bei! Doch das Begreifen, dass man trotzdem lieben kann, das braucht noch was. Auch bei Hardin. Der sich doch auch sehr ändert und ich mich noch frage, mag ich ihn so? Ich bin mir wirklich nicht sicher! Und irgendwo hoffe ich auch noch, dass er sich ein bisschen von einem rebellischen Wesen beibehält. Und ansonsten einfach ein wenig mehr Logik in sein Leben lässt ;-)

Fans der Reihe werden sich auch mit dem 3. Band wieder sehr wohl fühlen. Und genau wie ich mit leichter Wehmut auf den 4. Band schielen. Denn einerseits möchte man sofort weiterlesen, aber andererseits bedeutet dies, dass man dem Ende unweigerlich immer näher kommt.

Anna Todd bleibt ihrer Linie auch im 3. wieder treu, sie hat ihren Stil gut gefunden und es macht das Lesen leicht, auch wenn man so eine dicke Schwarte vor sich liegen hat.

Nun heißt es, auf in das Finale...

Fazit:
Ein aufregender, etwas nachdenklicher 3. Teil der After-Reihe, in bewährter Manier für Fans, oder solche, die es noch werden wollen.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 29.07.2017
Murder Park
Winner, Jonas

Murder Park


ausgezeichnet

Inhalt:
Zodiac Island, vor 20 Jahren Schauplatz einiger bestialischer Morde, soll neu auferstehen, als Murder Park. Dem Killer gewidmet, der damals sein Unwesen trieb und einem Freizeitpark die Unschuld nahm.

Vor Eröffnung soll das Konzept einer Schar Journalisten etc. präsentiert werden, die -sorgsam durch einen Psychologen ausgesucht- den Park testen und dann darüber berichten sollen. Angedacht ist ein ganz spezielles Wochenende für Singles, die sich im Angesicht der Killer-Umgebung näher kommen sollen.

Unter den geladenen „Testern“ ist auch Paul, dessen Mutter auf der Insel das letzte Opfer von Jeff Bohner war.

Als ein erneut ein Mensch sterben muss, scheint der Killer von den Toten auferstanden zu sein oder steckt etwas ganz anderes gar dahinter...

Meine Meinung:

Das muss verfilmt werden!

Ich weiß noch, als ich eine erste kurze Zusammenfassung las. Dann aus lauter Neugierde die Leseprobe. Und als I-Tüpfelchen sah ich dann den Trailer. Aus. Ich war gefangen und wusste, das Buch MUSS ich lesen!

Was für ein Setting. Was für eine Geschichte. Die Vergangenheit, die immer und immer wieder sehr massiv im Vordergrund steht. Die einem Bilder projeziert, die eines guten Hollywood-Schockers würdig sind. Und ich habe wirklich ganz ganz schnell den Satz gedacht, den ich hier als Überschrift gewählt habe!

Allein das Cover ist doch schon eine Augenweide für einen Thriller! Dieses Negativ mit dem achso friedlich und unschuldig wirkenden Vergnügungspark-Attraktionen, da wartet man doch direkt drauf, dass da irgendwo ein schwarzer Punkt auftaucht, der da nicht hingehört! Ich muss aber auch dazu sagen, die Haptik des Buches ist sehr ansprechend. Wieder dieses samtige Finish.... Super gewählt!

Eine Insel, ein offenbarer Serienkiller und aus dem Stoff dann einen Freizeitpark zu erschaffen, was für eine kranke Idee! Aber sind wir ehrlich, ich bin ganz fest davon überzeugt, dass das Ding brummen würde!

Die Figuren haben alle einen gewissen Bezug zu der Insel, zu den Vorgängen damals, als „Jeff Bohner“ auf Zodiac Island wütete.

Der Leser wird mitgenommen, auf eine Reise in die Psyche der Probanten, aber auch in die Psyche der Gesellschaft, die einen Investor darauf bringt, einen Freizeitpark mit Memorabilien von Serienkillern als Ausstellungsstücken z.B. zu erschaffen.

Die Geheimnisse, die sich hinter allem verbergen, die kann man förmlich riechen und will man unbedingt ergründen!

Toll erdachter Thriller, den ich wie gesagt wahnsinnig gern verfilmt sehen würde! Es war ein echter Lesegenuss!

Fazit:
Toller Thriller mit Gruselathmosphäre die absolut filmreif ist!

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Jonas Winner und Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 15.07.2017
Die Heimsuchung / Sunshine Girl Bd.1
McKenzie, Paige; Sheinmel, Alyssa

Die Heimsuchung / Sunshine Girl Bd.1


sehr gut

Inhalt:
Sunshine ist gerade 16, als sie mit ihrer Mutter ins verregnete, diesige Washington verzieht. In ein Haus, das ihr von Beginn an unheimlich erscheint. Und dann dieses pinkte Desaster von einem Zimmer... Sunshine ist von ihrer Mutter Kat adoptiert worden, doch die beiden sind sich sehr sehr nah. Doch mit dem Umzug in dieses merkwürdige Haus wird alles irgendwie anders. Merkwürdiger.

Sunshine sieht und hört Dinge, die ihre Mutter angeblich nicht sieht. Doch die Geister sind nicht eingebildet. Und Sunshine befürchtet, dass es gar nicht nur ein Geist ist, der da mit ihr Kontakt aufnimmt. Doch merkt sie schnell, dass nicht alle Geister nett zu uns Lebenden sind.

Einzig ein Junge aus ihrer Schule scheint ihr zu glauben und macht sich mit ihr auf die Suche nach Erklärungen. Selbst dann noch, als die Gefahr für Sunshines Mutter und sie selbst immer größer wird.

Meine Meinung:

Wie ein gruseliger Teenie-Popcorn-Film

Das klingt jetzt negativer, als es gemeint ist! Eigentlich ist das schon ein Kompliment! Tatsache ist, ich Ich lese zwar total gerne Jugendbücher, aber das hier war mir denn einfach zu jugendlich für mich. Aber fangen wir mal vorne an :)

Das Cover fand und finde ich total gut. Irgendwie dieser Vintage-Look spricht mich an! Und dann ist dieses Bild nicht nur auf dem Schutzumschlag, sondern auch komplett auf dem Buch selbst findet sich das Bild wieder. Das gefällt mir ausgesprochen gut!

Mir hat auch gut gefallen, dass man sich wirklich gleich wie in so einem Hollywood-Teenie-Film fühlt. Was ja echt nicht schlecht ist, wenn ein Buch, eine Geschichte das erreicht! Ich habe das Haus und das gruselig-pinke Zimmer von Sunshine wirklich vor mir gesehen, so gut war alles beschrieben. Auch das triste, griesige draußen in der Umgebung konnte man sofort schön vor dem inneren Auge sehen. Beste Voraussetzungen, um sich in einem Buch zu verlieren.

Sunshine als Typ war sehr sarkastisch, was mich schon oftmals schmunzeln ließ. Auf Dauer muss mans mögen, aber es passte auch wiederum zum Film-Gefühl.

Der sanfte Grusel, der durch die Geistererscheinungen etc. erzeugt wird, ist auch wieder filmreif und funktioniert wirkrlich super! Allerdings wirklich vollkommen auf Jugendliche zugeschnitten, was ja wie gesagt nicht verkehrt ist, aber hier doch sehr weichgespült wirkte.

Passend zu dem ganzen Drumherum darf natürlich eine zarte Liebesgeschichte nicht fehlen, die aber hier im ersten Teil wirklich sich nur anbahnt und durch die Gefahren natürlich zur Spannung beiträgt. Da dürfen die Leserinnen (ich gehe davon aus, dass es hauptsächlich Mädels anspricht!) sich bestimmt noch auf das ein oder andere bittersüße Erlebnis freuen!

Es hat mir schon Spaß gemacht, mich drauf einzulassen, keine Frage, aber es ist doch wirklich eher was für die Jugendlichen. Aus dem Grund werde ich auch den zweiten Teil nicht mehr lesen, das überlass ich der Zielgruppe, die hier aber wirklich ihren Spaß haben dürfte!

Fazit:
Wirklich gut gemachter Teenie-Grusel, der sich als Popcorn-Kinofilm toll machen würde!

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an bloomoon / arsedition für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 15.07.2017
Die Seelenspringerin - Machtspiele
Florean, Sandra

Die Seelenspringerin - Machtspiele


ausgezeichnet

Inhalt:
Zurück in Tess Welt. Diese Welt ist nach wie vor geprägt von Tess Seelensprüngen, hauptsächlich in übernatürliche Wesen und dann auch noch zu Zeiten, in denen diese Wesen Verbrechen begehen. Für Tess bedeuten diese Sprünge immer auch Grenzerfahrungen, ist sie doch Zeuge von oftmals brutalen Folterungen oder sonstigen bösartigen Dingen. Sie kann diese Sprünge noch nicht kontrollieren, deswegen weigert sie sich auch nach wie vor ihren wahren Gefühlen nachzugeben. Und außer Jim, dem Polizisten und der Werlöwin Gail und einigen Vampiren weiß niemand von ihrer Gabe. Zumindest in der Menschenwelt!

Bei einem ihrer Sprünge entdeckt sie ein ihr irgendwie bekanntes Gesicht. Es handelt sich um den Wergeparden Fin, den Cousin ihrer Mitbewohnerin Gail. Dieser wurde entführt und wird nun gefangengehalten. Und der Vollmond nähert sich und damit eine große Gefahr, dass Fin seine menschliche Seite gänzlich verliert, wenn ihm niemand beisteht und ihm hilft, seine tierische Seite zu kontrollieren. Für Tess ist es klar, dass sie die Initiative ergreifen muss. Auch wenn sie sich wieder mal in große Gefahren begibt. Ehe sie sichs versieht, gerät sie zwischen die Fronten von Vampiren und Gestaltwandlern.

Welche Seite wird gewinnen...

Meine Meinung:

Bitte mehr davon!!!

Ich fang mal wieder beim Cover an! Wiederum von Marie Graßhoff geschaffen. Und wieder absolut passend! Wie schon beim ersten Teil seh ich auch hier eine Figur. Das ist Fin! Mit seinem flauschigen Fell auf dem Rücken...hachz... Da möchte man über das Cover streichen und hofft, das Fell auf den Flecken auch wirklich zu spüren, oder? Also mir geht’s immer noch so, dass ich zu gern wüsste, wie sich das angefühlt hat, Fin zu berühren.

Auch hier ist wieder festzustellen, dass die Autorin es meisterhaft versteht, Tess´ Welt vor einem auferstehen zu lassen. Die Häuser, die Straßen, das Darkness (die Vampir-Disko), die Protagonisten...alles ist so furchtbar lebendig und es schmerzt ein bisschen, dass man nicht die Hand ausstrecken kann und sie berührern. Wie gesagt, Fins Rücken würde ich zu gern mal streicheln * hüstel *

Die Story reißt einen mit, eben weil die Figuren so real wirken, als wären es echte Personen, die man zum Teil gern zu seinen Freunden oder auch mehr zählen mag! Es geht wieder in die mysteriöse Welt von Vampiren und Gestaltwandlern und man erfährt ein bisschen mehr. Auch über Tess´ Gabe kommt ein bisschen ans Tageslicht. Ihr Verhältnis zu sich selbst scheint auf dem Weg der Wandlung zu sein. Auch ihre Beziehungen zu den Vampiren und Gestaltwandlern scheinen eine neue Stufe zu erreichen. Und ich muss auch sagen, ich hab da so einen Wunsch, da bin ich mal gespannt, ob der seine Erfüllung irgendwann findet.

Das gründet nicht zu letzt auf den amourösen Begegnungen, in denen Tess sich wiederfindet und die wir nunmal auch miterleben dürfen. Gänsehaut! Ich sags immer wieder, Vampire sind schon was ganz speziell sinnlich-gefährliches! Ich wäre echt auch prädestiniert dafür, einem davon zu verfallen ;-)

Und Mädels, wenn Ihr auch mal Lust auf erwachsene Vampirgeschichten mit einem ordentlichen Schuss Erotik und Action habt, hier bei Sandras Tess seit Ihr supergut aufgehoben! Eine starke Hauptfigur, die sich aber doch die ein oder andere kleine sinnliche Schwäche erlaubt :) Und ich freu mich jetzt schon wie wild auf den 3. Teil!

Fazit:
Ein super 2. Teil, Vampir-Fantasy mit einer gehörigen Portion Erotik und Action.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 13.07.2017
Ragdoll - Dein letzter Tag / New-Scotland-Yard-Thriller Bd.1
Cole, Daniel

Ragdoll - Dein letzter Tag / New-Scotland-Yard-Thriller Bd.1


ausgezeichnet

Inhalt:
In London ist die Hölle los. Anders kann man sich nicht erklären, als der Fund einer sehr speziell drapierten Leiche den in Ungnade gefallenen ehemaligen Star der Londoner Polizei, William Oliver Layton-Fawkes, Spitzname Wolf wieder auf den Plan ruft. Das besondere an dieser Leiche ist jedoch nicht nur, wie sie in Szene gesetzt wurde, sondern auch die Tatsache, dass sie aus 6 Opfern besteht. Dies und die ganze Inszenierung verpassen dem ganzen Fall schnell den Namen „Ragdoll-Fall“. Die Lumpenpuppe.

Als der Ex-Frau von Wolf eine Todesliste zugespielt wird, entwickelt sich eine noch größere Brisanz. Auf dieser Liste stehen ganz bestimmte Leute. Und ganz am Schluss steht Wolf selbst.

Eine Jagd buchstäblich auf Leben und Tod mit vielen Fallstricken beginnt.

Meine Meinung:

Very british!
Ich taste mich jetzt mal genüsslich ran. So habe ich auch versucht mit dem Lesen anzufangen. Aer dieses Cover ist in meinen Augen schon dazu gemacht, einen in das Buch reinzusaugen! Für mich ein Meisterstück!

Ich gestehe auch gerne, dass es wirklich das Cover war, was meine Aufmerksamkeit auf das Buch gezogen hat. Aber es dauerte gar nicht lange, nachdem ich z.B. eine erste Leseprobe las und für mich war klar, das muss ich lesen! Allein die Tatsache, dass diese „Lumpenpuppenleiche“ aus 6 Opfern besteht.... Das hat mich so gereizt, ich war sofort auf der Spur!

Gut so! Das sehr britische Ambiente hat mich an andere Bücher in der Richtung erinnert, ich habe die Luft quasi gerochen, die durch die Londoner City weht und auch vor Old Bailey nicht halt macht! Ich hab die weniger schönen Wohnsilos vor mir gesehen, gespürt, wie dort die Verzweiflung, die Anonymität um sich greift. Auf alle Fälle hat der Autor es perfekt geschafft, die krassen Unterschiede deutlich zu machen und auf Missstände hinzuweisen. Mein Kopfkino hat perfekt mitgespielt!

Wolfs Figur gefiel mir auch. Viele Ecken, viele Kanten, nicht einfach, kein wahrer Teamplayer, aber schon ein gewisses Rechtsverständnis und sehr konsequent. Das zeigt seine schwierige Vergangenheit. Klar, man könnte meinen, es gibt keine nur einfachen Ermittler mehr, die nicht irgendwelche Psycho-Probleme mit sich rumschleppen. Aber wenn es doch passt und zur Dramaturgie passt... Mich hat es nicht gestört, im Gegenteil! Ich finde sehr wohl, dass die verkorkste Person des Wolf absolut passend ist! Und sehr beruhigend zu wissen, dass es weitergeht!

Ich hatte ganz viele „Oh nein“-Momente, die meine Nerven strapaziert haben. Obwohl es natürlich klar war, dass sie kommen, wenn 6 Namen auf einer Todesliste stehen ;-) Die Brutalität tut ihr übriges, um einen nicht wirklich zur Ruhe kommen zu lassen.

Und dann ist da ein Zweifel, der irgendwann gesät wird, ganz geschickt hat der Autor das gemacht, dass man bis zum Schluss denkt, na, ob da nicht doch.... Also ich hatte Lesespass und fühlte mich gut thrillig unterhalten.

Wie gesagt, sehr britisch, das sollte man immer im Hinterkopf behalten!

Fazit:
Ein sehr britischer Thriller, der nicht mit Spannung und Tempo geizt und einen kleinen Stachel des Zweifels zur richtigen Zeit hinterlässt. Ein Lesespaß für Thriller-Leser :)

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

© Sabine Kettschau/Niliversum