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Benutzername: vielleserin
Wohnort: Dortmund
Über mich: Ich lese viel und rezensier unter http://vielleserin.de
Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 16 Bewertungen
12
Bewertung vom 18.07.2017
Moonwitch- Die dunkle Seite (eBook, ePUB)
Höreth, Eva Maria

Moonwitch- Die dunkle Seite (eBook, ePUB)


sehr gut

Als ich erfuhr, dass Eva Maria Höreth an der Fortsetzung zu Moonwitch arbeitet, habe ich mich gefreut. Denn den ersten Teil habe ich sehr gerne gelesen und der zweite Teil schließt natlos an den ersten an.

Moonwitch 2: Ein Grund zur Freude also?
Nun ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, diese Rezension zu schreiben. Nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte. Nein, die Idee der Geschichte gefiel mir gut. Allerdings gibt es eine Schwachstelle, die jedoch weitreichende Folgen für das Buch hatte: Die Figuren wirken auf den ersten Blick ein wenig naiv.

Zunächst überlegte ich, ob Eva Maria Höreth das Alter ihrer Protagonisten falsch festgelegt hatte. Diesen Gedanken verwarf ich jedoch, da die Altersangabe zum Thema passte. Dann schaute ich genauer hin und entdeckte, dass bei den Figuren nur jene Charakterzüge charakterisiert wurden, welche für den Fortgang der Geschichte wichtig sind. An sich ist dieses Vorgehen beim Schreiben zwar sinnvoll. Im konkreten Fall jedoch vermisse ich ein wenig charakterlich beschreibendes Beiwerk um den Charakter jeder einzelnen Figur schärfer herauszuarbeiten.

Gleichzeitig würde dieses vorgehen, der Geschichte neue Möglichkeiten gewähren, die so vielleicht nicht zu Stande kommen.

Lediglich ein kleiner Manko
Nicht, dass man an dieser Stelle Dinge in meine Beschreibung hinein interpretiert, die ich gar nicht sagen wollte: Mir hat die Geschichte gut gefallen und ich habe nichts vermisst und dennoch hätte ich mir bei der Geschichte ein wenig Liebe zum Detail oder zur Tiefe gewünscht, denn die Geschichte hat bereits zahlreiche Wendungen und überraschende Wechsel. Nicht alles kommt genau so, wie erwartet. Die Geschichte ist also nicht vorhersehrbar und doch fehlt ein wenig Lebendigkeit und Dreidimensionalität, wenn es um die Figuren geht.

Ein klassisches Fantasy-Jugendbuch?
Ja, durchaus könnte man die Moonwitch-Reihe als eine klassische Fantasy-Jugendbuch-Reihe beurteilen. Dann könnte man Eva-Maria Höreth mit Jennifer L. Armentout vergleichen. Das hätte zwar einige Parallelen und wäre dennoch nicht fair, denn Armentrouts Zielgruppe ist etwas älter und somit auf einer anderen Ebene was Beziehungen angeht. Macht das einen Unterschied? Ja, denn bei Armentrout geht es ähnlich wie auch bei Meyer um echte Beziehungen. Eva-Maria Höreth orientiert sich jedoch eher an einem Begriff wie Freundschaft.

Fazit
Ein gutes Fantasy-Jugendbuch mit geringen Schwächen, wenn es um die Planung der Charaktere geht. Ein Buch, das nach Fortsetzung und Weiterentwicklung verlangt.

Bewertung vom 19.10.2014
Feuerprobe / Everflame Bd.1
Angelini, Josephine

Feuerprobe / Everflame Bd.1


gut

… entführt uns in die Welt der Hexen von Salem in Massachusetts. Habt ihr euch schon einmal mit der Hexengeschichte von Salem beschäftigt? Besonders bekannt dürften die Hexenprozesse von 1680 sein, die dort abgehalten worden. Wahrscheinlich sind auch jene historisch belegbaren Ereignisse die Inspiration für eben diese neue Trilogie.
Mit „Everflame“ wagt sich Josephine Angelini also an eine Geschichtsidee mit belegbaren historischen Hintergrund und dennoch ist diese Geschichte eine Fantasy-Geschichte, die so wohl nur von ihr geschrieben werden konnte. Vielen von euch ist diese Autoren möglicherweise schon aus der „Göttlich-Trilogie“ bekannt. Mir war sie jedoch bis dato nur aus anderen Rezensionen bekannt, so dass ich mit diesem Buch nun eine neue Erfahrung mache…
Im Fall der Trilogie um „Everflame“ möchte ich ehrlich sein und sagen, dass ich den Auftrag der neuen Reihe es ein zweischneidige Schwert erlebe. Zweischneidig deshalb, weil das Buch zwar einen starken Einstieg hat und auch die Welt tatsächlich recht umfangreich und detailliert beschrieben wird, gleichzeitig die Vielschichtigkeit der Charaktere jedoch viel zu fehlen scheint. Auch ist die Idee mit den Parallelwelten eigentlich gar keine so neue. Mir ist sie schon aus vielen Büchern und Hörbüchern bekannt. Ich erinnere hier nur an „Laura“ von Peter Freund. Die Geschichte um “Aventerra” wird von vielen von euch schon ein Begriff sein. Auch die Idee mit der Hitze und das Feuer töten kann ist für mich keinesfalls neu.Zwar gefällt mir die Mischung der Erzählung und die Umsetzung der Idee eigentlich recht gut, allerdings geht sie mir nicht weit genug. Die Erzählung bleibt somit weit hinter dem zurück, was ich erwartet hatte, ist dabei aber keinesfalls langweilig. Nur bleibt bei mir leider das Kopfkino aus. Ich kann mir Lily mit den roten Haaren, die später schwarz sind, zwar gut vorstellen, von Rowan und Tristan habe ich jedoch trotz aller Beschreibungsversuchen keinerlei Vorstellung. Sieht man mal davon ab, dass sie groß und durchtrainiert sind, der Traum einer jeden Leserin. Wie genau dieser Traum jedoch aussieht, bleibt unerwähnt. Er kann sich auch jeder Leser selbst ein Bild machen. Das ist für mich lediglich eine kleine Schwäche in meiner Meinung nach lässt die Autorin ihre Leser oder sollte ich vielleicht besser ihre Leserinnen nicht an ihrer kompletten Gedankenwelt teilnehmen. Ich weiß, dass dieses Buch lediglich der erste Teil einer Trilogie ist und doch hatte ich erwartet, dass wir nicht einfach in gleich zwei fiktive Welten hineingeschleudert werden, sondern zu mindestens bei der Parallelwelt eine kurze Einführung bekommen. Wir wissen, dass einige der Figuren in beiden Welten existieren, andere jedoch nicht. Die identischen Figuren scheinen auch eine Verbindung zu ihren jeweiligen Parallelleben zu haben, die ihn jedoch selber gar nicht so bewusst ist. Dieses erleben wird zum Beispiel an Tristan, der in der „fiktiven Realwelt“ genau so ein Casanova zu sein scheint, wie in der Parallelwelt. Rowan kommt jedoch in der „fiktiven Realwelt“ überhaupt nicht vor, zumindest noch nicht.
Meiner Meinung nach legt die Autorin in ihrem 1. Bd. der Trilogie eine ganze Reihe von Erzählfäden aus, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht miteinander verwoben sind, dieses allerdings hoffentlich im Verlauf der Trilogie werden. Mir ist schon klar, dass ein jeder guter Autor zum Anfang einer Geschichte alle möglichen Konflikte auslegen muss, so wie eben hier die doppelte Lillian, die einmal als Lily und einmal unter ihrem vollen Namen durch die Geschichte läuft. Beide Charaktere verändern und formen die Geschichte auf ihrer individuelle Weise. Ich finde, diese Schwäche ist auch eine Stärke, denn sie wirft Spannung auf und hält sie. Gleichzeitig hätte ich es äußerst nützlich gefunden schon jetzt noch ein paar weitere Hintergründe zu erhalten, so kann ich mich mit diesem Buch nur wenig anfreunden und muss auf eine Fortsetzung warten um sagen zu können, ob sich die Reihe lohnt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.01.2013
Dicke Hose
Morgowski, Mia

Dicke Hose


sehr gut

Ein Buch, das auf den 1. Blick Spaß verspricht, denn schon das Cover lässt mich, wenn nicht lachen, so doch zumindest oft schmunzeln. Ein Küken in Jeans, das so komisch es klingt, sehr gut zum Buch passt.

Eigentlich wollte Makler Alexander Held nur einem Kumpel helfen und schon wurde aus dem Ski-Urlaub in St.Anton ein Nebenjob bei Miucci. Sein Kumpel Florian, der ihn eigentlich in den Ski-Urlaub begleiten sollte, ist kurzfristig erkrankt und irgendjemand muss sich ja um den Laden kümmern. Wenn Macho Alex wüsste, dass er dort seine Traumfrau trifft… Wird er es schaffen Victoria von seinen Qualitäten zu überzeugen?

Mia Morgowski erzählt mit frecher Schnauze aus dem Leben des Maklers Alexander Held, der vor seinem Urlaub kurz vor dem Rauswurf im Maklerbüro steht. Als sein Kumpel ihn wenig später um Hilfe bittet, lässt Alex unter der Führung von Mia Morgowski kein Fettnäpfchen aus.

Mir persönlich hat dieser überaus humorvolle Roman sehr gut gefallen. Der freche Stil der Autorin überzeugt und bietet genau die richtige Unterhaltung für verregnete Winternachmittage auf dem Sofa.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.02.2012
Ende
Monteagudo, David

Ende


ausgezeichnet

Als ich mit "Ende" von David Monteagudo anfing, war ich skeptisch, in welche Richtung das Buch sich entwickelt. Nun nachdem ich das Buch beendet habe, kann ich euch sagen: Es ist eine Gesellschaftskritik mit psychologischen Spannungselementen.

Die Anfangsidee ist denkbar einfach: Neun Freunde planen nach 25 Jahren eine Réunion. Was erst einmal wie einer Kurzgeschichte klingt, entwickelt sich durch Spannungselemente, wie einem Stromausfall, einem einsam gelegenen Treffpunkt sowie plötzlich verschwindenden Menschen schnell zu einem spannenden Roman mit überraschenden Wendungen. Da jeder unserer Protagonisten etwas aus seinem Leben verheimlicht und alle sich weiterentwickelt haben, kommt es zu zahlreichen Streits und Eskalationen, die so nicht vorhersehbar waren, aber doch zu erahnen, wenn man mal kurz darüber nachdenken, wie sehr ein Mensch durch andere beeinflusst wird. Die Freunde haben sich schlicht und ergreifend in unterschiedliche Richtungen entwickelt.

David Monteagudo ist es mit seinem Stil gelungen mir die Beweggründe jedes Einzelnen näher zu bringen. Die Aussage: "Zeig es mir!" bekommt in diesem Buch eine echte Bedeutung, denn der Autor beschreibt die Probleme nicht, sehr zeigt sie. Im Großen und Ganzen kommt dieses Buch ohne große Beschreibungen aus. Ich möchte sogar soweit gehen und folgende Behauptung aufstellen: "Wenn man dieses Buch 12 Menschen zu lesen gäbe, dann würde man 12 verschiedene Beschreibungen der Örtlichkeiten bekommen, die sehr unterschiedlich sein können. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Einsamkeit der Lokalität."

Normalerweise würde mich das kolossal stören, da ja mein Kopfkino so nicht funktioniert. In diesem Fall ist es jedoch anders. Der hat auf große beschreibende Passagen verzichtet, weil er sie nicht braucht. Diese Geschichte könnte so überall passieren und selbst die Figuren könnte man durch andere ersetzen. Worauf es bei diesem Buch ankommt, wird beim Lesen schnell klar. Das Innere der Figuren steht im Mittelpunkt der Handlung.

Monteagudo spielt mit zum Teil widersprüchlichen Charakteren, die sehr vielschichtig erscheinen. Tatsächlich geht es hier um ein Problem, dass in unserer Gesellschaft nicht selten ist. Es geht um Toleranz und Akzeptanz.

Wie mir das Buch gefallen hat lässt sich nicht einfach in zwei Sätzen sagen. Es ist ein Buch, das aufgrund der Vielzahl der Protagonisten und kritischer Punkte nicht gerade leicht zu lesen ist. Es ist ein Buch, das man nicht mal ebenso weg liest - über das man längere Zeit nachdenken kann und sollte. Mir persönlich gefiel Buch gut. Allerdings muss man für dieses Buch Zeit mitbringen.

Fazit: Eine absolute Empfehlung für Liebhaber anspruchsvollerer Bücher, die gerne ein wenig interpretieren.

Copyright: http://vielleserin.blogspot.com

Bewertung vom 19.06.2011
Strindbergs Stern
Wallentin, Jan

Strindbergs Stern


weniger gut

"Strindbergs Stern" von Jan Wallentin erzählt die Geschichte zweier mystischer bzw. schon magischer Objekte – Kreuz und Stern.
Erik Hall findet das Kreuz während seiner Tauchexpedition am Grund eines Bergwerkstollens neben einer Leiche. In dem kleinen Ort in Schweden ist das natürlich eine Sensation, die auch schnell die Medien auf den Plan ruft.
Einige Tage später wird Erik Hall tot aufgefunden. Erschlagen mit einer Flasche. Vom Kreuz fehlt jede Spur.
Einige Tage später wird Don Titelman von der Polizei festgenommen, da er im alkoholisierten Zustand in der Nähe der Leiche war und somit der mögliche Mörder. Während er sein Verhör aufgrund von Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit kaum besteht, kommt Eva Strand dazu. Die Rechtsanwältin ist neben Don Titelman eine der wichtigsten Protagonisten im Buch.
Beide werden praktisch aus dem Polizeigewahrsam entführt und finden sich in einer Villa einer Stiftung wieder. Hier hört Don das erste Mal davon, dass es neben dem Kreuz auch noch einen Stern gibt, und erfährt die Hintergründe, was es mit beidem auf sich hat.
Der Leser begibt sich mit Don und Eva auf eine Spurensuche, die spannend und mysteriös ist, bis sich ihnen schließlich die letzten Geheimnisse von Kreuz und Stern offenbaren.
Der Stil des Buches ist durchaus gradlinig, man könnte ihn schon fast als wissenschaftlich bezeichnen. Jan Wallentin erzählt die Geschichte von Anfang bis Ende und doch gelingt es ihm nicht, den Leser die ganze Zeit an das Buch zu fesseln. Hin und wieder entstehen immer wieder Längen, durch die man als Leser schwer hindurch kommt. Dennoch finde ich das Buch nicht als Ganzes schlecht, sondern allenfalls etwas komplexer als hätte sein müssen. Durch die Komplexität entstehen nämlich besagte Längen, die dem Leser im Verlauf von rund 500 Seiten immer wieder aus dem Lesefluss bringen.
Thematisch beschäftigt sich das Buch mit der europäischen Geschichte und Mythologie seit 1895. Die Kombination aus Thriller, Geschichte und Mythologie ist selten, passt aber auch in diesem Fall nicht in Gänze zueinander. Der Autor vermischt Realität und Fiktion gekonnt miteinander und doch fühlt sich der Leser an manchen Stellen allein gelassen.
Fazit: Für wissenschaftlich und geschichtlich interessierte Leser bietet dieses Buch eine gute Abwechslung, wenn man sich nebenbei auch noch für Mythologie und das Lesen eines Thrillers interessiert. Für alle anderen ist dieses Buch nur bedingt geeignet, da die Längen in dem Buch nicht unbedingt zum Weiterlesen motivieren. Die Protagonisten bleiben flach und eindimensional, als Leser lernen sie nicht wirklich kennen.

Bewertung vom 10.01.2011
Eine unbeliebte Frau / Oliver von Bodenstein Bd.1
Neuhaus, Nele

Eine unbeliebte Frau / Oliver von Bodenstein Bd.1


sehr gut

Insgesamt gefiel mir dieser Krimi ausgesprochen gut. Allerdings muss ich auch anmerken, dass es viele teilweise unvorhersehbare Wendungen gab. Zu Beginn möchte ich euch allerdings eine kurze inhaltliche Einführung in diesem Krimi geben. Den Einstieg fand ich persönlich ein wenig merkwürdig, aber keinesfalls schlecht. Wir stoßen zu einer Frau, die an einer Koppel steht und ihren Pferden beim Grasen zuschaut. Diese Frau ist Pia Kirchhoff, die Kommissarin. Ihr Handy klingelt und sie geht ran.
Dann wechselt die Szene zu einer Familie. Die Mutter wird für einige Zeit eine Geschäftsreise machen. Das ist die Familie jedoch schon gewohnt. Es kommt häufiger vor, dass Cosima von Bodenstein verreist. Sie dreht Dokumentation. Ihr Mann, Oliver von Bodenstein, ist Kommissar. Er will seine Frau zum Flughafen bringen und ein letztes Mal mit ihr frühstücken. Doch kaum sitzen die beiden im Auto, da erhält Kommissar von Bodenstein einen Anruf.
Wieder wechselt die Szene. Beide Kommissare, sowohl Kirchhoff als auch Bodenstein, die beide über einen Leichenfund informiert wurden, treffen am Fundort ein. Schnell wird jedoch klar, dass sich Oberstaatsanwalt Hardenbach selbst erschossen hat. Mit einem Schrotgewehr, mitten in den Kopf. Kurze Zeit später, Cosima sitzt inzwischen im Flugzeug, werden Kirchhof und Bodenstein abermals zu einer Leiche gerufen. Es handelt sich um die 27 -jährige Isabel Kerstner.
Auch hier weist zunächst alles auf einen Selbstmord. Doch Pia Kirchhoff wird misstrauisch, denn der Leiche fehlt ein Schuh. Der Fundort war jedoch im Wald. Offensichtlich ist sie von einem Aussichtsturm gefallen. Dennoch bewirken die Kommissare, dass "Todesursache unbekannt" eingetragen wird. Die Ermittlungen beginnen. Schon bald stoßen die Kommissare auf Geheimnisse, Intrigen, Eifersucht und Menschenhandel.
Wer wissen möchte, ob und wie es den Ermittlern gelingt, den Täter zu ermitteln, der sollte sich dieses Buch unbedingt selbst kaufen oder ausleihen. Nele Neuhaus ist mit diesem Buch, das ihr Debüt ist, ein absolut solider Thriller gelungen, der zu allem Überfluss auch noch gut geschrieben ist.
Bei vielen Rezensionen habe ich gesehen, dass sich einige über ein schlechtes Lektorat geärgert haben. Diesem kann ich in keiner Weise zustimmen. Ich habe keine Fehler gefunden, die meinen Lesespaß in irgendeiner Form gebremst haben. Auch trotz genauen Hinsehens ist mir hier nichts aufgefallen.
Der Stil der Autorin ist gut zu lesen, sie neigt nicht zu komplizierten Schlangensätzen, sondern hat einen guten Lesefluss. Ihr Stil ist einfach und abwechslungsreich. Ich kann nur hoffen, dass sich in lebhafter Stil auch in den folgenden Thrillern so beibehält oder sich noch positiver entwickelt.

7 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.01.2011
Feigen in Detroit
Yunis, Alia

Feigen in Detroit


gut

So schlecht, wie ich es am Anfang vielleicht eingeschätzt habe, war es letztendlich nicht, aber man sollte bei diesem Buch eine Sache bedenken: Man braucht wahnsinnig viel Zeit.
Das Buch beginnt so, als würde Fatima zurückblicken auf ein Leben. Tatsächlich erscheint das Buch auch eine lange Zeit als Rückblick. Erst gegen Ende, wenn man die Auflösung des Buches sieht erscheinen die einzelnen Teile des Puzzles so klar kommen als hätte man tatsächlich gepuzzlet. Jeden Abend bekommt Fatima Besuch von Scheherazade, die sie bittet die eine Geschichte zu erzählen. Jeden Abend erzählt Fatima ihr die Geschichte. Sie erzählt viel über ein Haus im Libanon. Außerdem spricht sich viel über das was kam bevor sie verheiratet war. Sie erzählt über jeden in ihrem kleinen Dorf und hält dabei ihre Familie nahezu komplett aus ihren Geschichte raus. Erst als Scheherazade ein bisschen tiefer bohrt, sprudeln zahlreiche Geschichten aus der alten Dame hervor.
Wie Scheherazade bereits weiß, wo und Fatima bei ihrem Enkel Amir, der homosexuell ist. Amir versorgt meine Großmutter und kümmert sich sehr um die alte Dame. Umso schockierter ist er, als Fatima beginnt selbst Gespräche zu führen. Denn Scheherazade, die Kunstfigur aus 1001. Nacht existiert natürlich nicht wirklich. Niemand außer Fatima kann sie sehen. Mit den Geschichten über ihre Familie ordnet Fatima ihr Leben, da sie glaubt am 1001. Tag zu sterben. Bis dahin müsse jedoch noch eine ganze Menge erledigen. Sie muss das Haus im Libanon vererben, eine geeignete Frau für Amir finden, sich mit ihren Ex-Ehemann, ihrer Urenkelin den Koran in Arabisch beibringen und noch einiges mehr. Wie dieses Buch letztendlich endet, das solltet ihr am besten selber lesen. Aber eines sollte sie vorab wissen, plant viel Zeit ein um über die einzelnen Episoden nachzudenken, denn nur dann ergibt sich eine gewisse Logik und Philosophie innerhalb der Geschichte, die einem so vielmehr gibt als der Stil in dem die Geschichte verfasst wurde.
An dieser Stelle möchte ich auf den Stil des Buches zu sprechen kommen. Alia Yunis ist sicherlich eine ganz bemerkenswerte Frau, die in ihrem Leben schon einiges erlebt hat und quasi zwischen den Welten (Arabisch und Amerikanisch) pendelt. Allerdings ist es genau dieser Sachverhalt, der die Geschichte schwierig erscheinen lässt und es dem Leser schwer macht den ganzen Ablauf zu Folgen. Alia Yunis lebt quasi zwischen den Welten und kennt sich in beiden aus. Insofern hat sie natürlich eine andere Sicht auf die Welt über die sie schreibt. Das ist für manch einen Leser nicht wirklich einfach nachzuvollziehen. Man weiß gerade wenn man sich nicht in der arabischen Welt auskennt nicht genau, wo zu das ganze eigentlich führen soll. Es ist so ähnlich wie die Katze, die hinter einem Faden herrennt, ohne zu merken, dass dieser Schaden gerade wieder aufgewickelt wird. Eine Sache ist Feigen in Detroit ganz sicher nicht, ein gutes Buch für Anfänger. Aufgrund der Tatsache, dass die Autorin in dieser Welt beheimatet ist, setzt sie viele Aspekte als gegeben voraus, die wir, die wir nur unsere europäische Welt kennen nicht immer nachvollziehen können. Für jene Menschen, die sich jedoch intensiv mit beiden Kulturen auseinandergesetzt haben, mag dieses Buch großartig sein, wenn es darum geht eine Philosophie kennen zu lernen, die unserer so ähnlich und doch so anders ist. Allerdings möchte ich dieses Buch nicht nur jenen Leuten empfehlen, die sich mit Philosophie auseinandersetzt möchten. Ich möchte es auch solchen empfehlen, die chaotische Großfamilien lieben und gern einmal hinter die Fassade blicken möchten, die Fatima und ihre Familie über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.
Wenn ich dieses Buch bewerten müsste, würde ich ist für einen langen Urlaub empfehlen, bei der man die Ruhe hat, sich intensiv mit diesem Buch zu beschäftigen. Dann lässt sie sich nämlich erstaunlich gut lesen.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.12.2010
Der Professor, 6 Audio-CDs
Katzenbach, John

Der Professor, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

"Der Professor" von John Katzenbach erzählt die Geschichte eines Professors, der eine Entführung beobachtet. Da er jedoch aufgrund seiner eigenen Alzheimer Erkrankung nicht so recht daran glaubt, was er gesehen hat, zögert er zunächst. Seine Geister, oder besser gesagt Erinnerung an tote Verwandte, sind es schließlich, die ihn ermutigen zur Polizei zu gehen.
Als er dort erfährt, dass tatsächlich ein Mädchen entführt wurde, auf das diese Beschreibung passt, ist eralarmiert. Er begibt sich selbst auf die Suche und versucht mithilfe seiner Berufserfahrung in der Psychologie den Tätern auf die Spur zu kommen. Tatsächlich erfährt er einiges, was schließlich zur richtigen Spur führt.
"Der Professor" ist Adrian Thomas, ein Senior, der ehemals als Psychologieprofessor gearbeitet hat. Die entführte Person, die im Buch zumeist als „Nummer vier“ bezeichnet wird, ist Jennifer, 16 Jahre jung und eine Ausreißerin.
Hätte Adrian die Entführung nicht beobachtet, so hätte man sie vermutlich als einen erneuten Ausreißversuch eines Teenagers eingeschätzt, aber Adrian weiß (oder vielmehr gibt er vor zu wissen), was er gesehen hat. Die Ermittlerin ist zunächst sehr skeptisch und versucht anderen Spuren zu folgen. Wird Adrian Jennifer rechtzeitig finden oder ist sie das nächste Opfer der skrupellosen Täter?
Das Hörbuch zieht den Leser oder besser gesagt Hörer in einen Sumpf aus Gewalt und Missbrauch. Gleichzeitig wird es so spannend, dass man gar nicht aufhören kann. Einerseits wirkt dieses Hörbuch sehr abschreckend, vor allen Dingen dann, wenn man es als realistische Möglichkeit einschätzt, andererseits möchte man gerne mehr über die Hintergründe erfahren, so dass man immer weiter zuhört.
John Katzenbach gilt als König des Thrillers. Viele bezeichnen ihn auch als Meister des Thrillers. Meiner Meinung nach ist er ein Mann, der versteht woraus gute Thriller gemacht sind. In diesem Fall ist er jedoch für meinen Geschmack ein wenig über dieses Ziel hinaus geschossen. Dieser Thriller ist ganz sicherlich nicht für zart besaitete Leser oder Hörer geeignet. Er ist gut recherchiert und gut geschrieben, aber die atmosphärische Wirkung bleibt bei diesem Thriller nicht in einem erträglichen Maß, sondern übertreibt. Dieses Gefühl entsteht nicht zuletzt aufgrund der Art, wie das Hörbuch vorgetragen wird.
Simon Jäger ist ein Sprecher, der sein Handwerk versteht. In diesem Fall ist er allerdings so gut gewesen, dass man sich beim Zuhören richtig in die Situation hineingezogen fühlt und den Eindrücken nicht entkommen kann. Man kann sich ohne Probleme in die Figuren hineinversetzen. Man hat das Gefühl überall dabei zu sein, ja teilweise sogar in die Rollen der Figuren hinein zu schlüpfen. Einerseits mag dieses ganz angenehm sein, wenn es sich jedoch um einen Thriller handelt, der so gut geschrieben ist wie dieser, fühlt man sich als Leser ein wenig in die Enge getrieben. Man fühlt sich selbst bedroht.
Nachdem ich diesen Thriller gehört habe, möchte ich eines der ganz sicherlich nicht im Anschluss tun: den Keller aufsuchen.
Fazit: Der Thriller ist für zart besaitete Nerven nicht wirklich gut geeignet. Für jene, die mit Thriller aber auch Horror oder das Gefühl des Gruselns verbinden, ist das Hörbuch optimal. Simon Jäger hat seine Aufgabe perfekt gemeistert, er hat dem Buch so viel Leben eingehaucht, dass man das Gefühl hat dabei zu sein. Man kann nur hoffen, dass dieser Thriller nicht irgendwo auf der Erde zu einer Realität wird. Ausgeschlossen ist es nicht.

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.05.2010
Für Fortgeschrittene
Popov, Alek

Für Fortgeschrittene


sehr gut

Über den Autor

Alek Popov wurde 1966 in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens, geboren. Dort studierte er bulgarische Philologie und wurde Kulturbeauftragter der bulgarischen Botschaft in Großbritannien und Nordirland. Er ist der Autor von Hörbüchern, Drehbüchern und einer Reihe von Erzählungen. Seine Werke wurden bereits mit Preisen wie dem Helicon ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die Übersetzung des Buches "Für Fortgeschrittene" aus dem Bulgarischen ins Deutsche stammt beispielsweise von Alexander Sitzmann.




Aufbau und Inhalt des Buches

"Für Fortgeschrittene" ist eine Anthologie, eine Sammlung von Erzählungen, die insgesamt 282 Seiten und 20 Erzählungen umfasst. Die Geschichten selbst haben sehr unterschiedliche Themen. Alle weisen jedoch eine gemeinsame Handlungsidee auf. Sie spielen mit Macht und üben so Kritik an der Gesellschaft und an der Machtposition der Regierung.

Die Kurzgeschichten spielen in der Zeit der UdSSR und sind damit vielleicht in den Augen einiger Leser nicht mehr ganz aktuell. Der Autor selbst erklärt seinen Lesern jedoch in einer Anmerkung, dass er aus dem Begriff UdSSR nicht einfach Russland machen konnte, da seine Geschichten durch diese Änderung nicht mehr authentisch seien. Die Strukturen der Länder seien andere.
Insgesamt beschäftigen sich die Geschichten, wie oben bereits angemerkt, mit Gesellschaftskritik, diese reicht von Familienplanung über Obdachlosigkeit und Isolation bis hin zum Mord. Trotz dieser ernsten Themen gelingt es dem Autor den Leser mit schwarzem Humor zum Lachen zu bringen.
Der Klappentext hat den Leser ja bereits auf das Kommende vorbereitet. Man sollte mit allem rechnen. Hier nun ein Zitat vom Klappentext: "Wundern Sie sich nicht, in Bulgarien ist vieles anders, aber längst nicht alles verkehrt. Und genau davon handeln die Geschichten, die Alek Popov so wunderbar zu erzählen weiß und die dieses Buch versammelt."
Diesem ersten Hinweis kann ich so zustimmen, bei Alek Popov erwartet den Leser viel Unerwartes. Manchmal bringt er einen regelrecht aus dem Konzept, aber das Lesen dieses Buches amüsiert. Man kann praktisch mithilfe dieser Geschichten einen Film im Kopf drehen und anschauen.
"Wo bei anderen der Spaß aufhört, beginnt bei Alek Popov der Irrwitz. Er ist ein begnadeter Satiriker, scharfsinnig und unterhaltsam, ein Meister des Slapstick, der über den Abgründen tanzt. Das ist gnadenloser Humor: Humor für Fortgeschrittene." Den Satiriker merkt man den Geschichten durch aus an. Er lässt seine Protagonisten gerne in Situation hineinrutschen, die keiner gerne erleben möchte. Die Figuren tun einem echt leid und doch findet man immer irgendwo irgendetwas über das man schallend lachen muss bis einem dann das Lachen im Halse stecken bleibt.

Meine Meinung

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die vielen (20) kleinen Geschichten regen einen zum Nachdenken an. Das ist doch nicht möglich, wollte ich zuerst denken. Ist es das tatsächlich nicht oder ist der Wunsch der Vater des Gedankens?

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

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