Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Conny
Wohnort: Annaberg
Über mich:
Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 11.10.2020
Soulhunters Bd.1
Bradford, Chris

Soulhunters Bd.1


sehr gut

Der erste Band der "Soul Hunters" Reihe liest sich wie im Rausch! Charaktere und Szenen bauen sich in Gedanken direkt wie in einem Spielfilm auf und ich denke es ist abzusehen, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft eine Verfilmung dazu sehen werden.

Die Handlung ist spannend, wenn auch ziemlich vorhersehbar, aber es handelt sich nunmal um einen YA-Roman, und als solcher darf er für meine Begriffe auch gern in die Klischeekiste greifen.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass ich denke, dass der Roman in hoffentlich vielen Lesern das Interesse an Geschichte und Geografie wecken wird, da die vorigen Inkarnationen der Titelheldin meist interessante Detail zu bestimmten Epochen aufweisen, die mich als Teenager auf jeden Fall zum Recherchieren angeregt hätten.

Bewertung vom 13.09.2020
Heimat muss man selber machen
Trinkwalder, Sina

Heimat muss man selber machen


ausgezeichnet

Zunehmend macht sich Unmut in unserer Gesellschaft breit: arbeiten ja, aber nicht um jeden Preis. Man muss Prioritäten (Pflegebedürftige, Kinder, die eigene Gesundheit,..) haben dürfen und diese sollten keines Weges ein Hindernis für den Arbeitgeber darstellen.

So zumindest die Theorie. Praktisch ist es aber doch so, dass man vor lauter Angst den Job zu verlieren, lieber gar nichts sagt, und den Frust in sich weiterquillen lässt, und man jeden Tag einfach nur auf Arbeit geht und seinen Dienst abzuleisten.

Unternehmerin Sina Trinkwalder hat den Unmut unter ihren Angestellten gespürt und beschreibt systematisch ihren Weg zur Lösungsfindung, die letztlich in ein Unternehmensmodell gemündet hat, bei dem sie gern den Hut auf hat.
Sehr interessant die Sicht der Gründerin nachzuempfinden und zu sehen wie schwierig es sein kann vermeintlich in Stein gemeißelte Dinge zu ändern.

Bewertung vom 13.09.2020
Wundersuche
Bruckner, Thomas

Wundersuche


ausgezeichnet

Ein Tumor im Kopf dürfte wohl zu den schlimmsten Diagnosen, die einem gestellt werden können, zählen. Plötzlich verändert sich das ganze Leben, die Beziehungen und die eigene Weltanschauung. Grundsätzlich neigt man da wohl eher zur Schwarzmalerei. Sieht die Dinge nüchtern und nimmt die von Ärzten empfohlenen Schritte in Kauf.

Der Autor Thomas Bruckner allerdings nutzt die Zeit, vor einer eventuellen operativen Entfernung dazu auf anderen Pfaden zu wandeln und bietet interessante Einsichten in das Reich der alternativen Heilmethoden.
Besonders interessant finde ich seinen eigenen Konflikt zwischen der sachlichen Betrachtung als Journalist und der befangenen hoffnungsvollen Herangehensweise als Patient.

Absolut lesenswert!

Bewertung vom 27.08.2020
Schwarzer Jasmin
Rumpl, Manfred

Schwarzer Jasmin


sehr gut

Die ersten Kapitel von "schwarzer Jasmin" fliegen nur so dahin - als Leser versucht man bei Sektionen, die aus unterschiedlicher Sicht und Zeitebenen immer sofort den roten Faden zu finden. Das was die Geschichten der Protagonisten verbindet und zusammenführt bleibt fürs Erste unklar.
Anfangs wird ein Bild von Umbruch, Glauben und Überzeugung gemalt, das weit reichende Kreise von Tunesien bis nach Europa zieht, doch bald entwickeln sich die Handlungsstränge in eine gemeinsame Richtung und der Ton des Buches verfällt mehr und mehr in den eines Thrillers oder Krimis als den eines Gesellschaftsromans.

Erwartungshaltung spielt sicher bei diesem Buch eine sehr große Rolle - ich persönlich habe mich ein wenig an dem Richtungswechsel gestört und hätte den Aspekt der Polizisten und Vorgesetzten absolut nicht gebraucht. Von allen vertretenen Blickwinkeln war das der Part der nicht wirklich passen wollte und sich zäh dahinstreckte obwohl es sich hier um ein nur 256 Seiten starkes Buch handelt.

Bewertung vom 08.08.2020
Ein Mann der Kunst
Magnusson, Kristof

Ein Mann der Kunst


sehr gut

Ein Buch rund um eine imaginäre Biografie des vermeintlich in die Jahre gekommenen, schrulligen Malers KD Pratz.
Während des Lesens bin ich aber nicht umhin gekommen zu googeln ob es besagten Künstler nicht doch gibt, denn seine Geschichte ist mit tatsächlich existierenden Künstlern so schön verwoben, dass sich mir die Frage unweigerlich stellte. Sowohl Kunst und die Wirtschaft, die mit ihr einhergeht wird in "Ein Mann der Kunst" kritisch beäugt, überlässt aber größtenteils den Lesern die Wertung.
Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann nur den "Erzähler", der im Gegensatz zu allen anderen Charakteren nur existieren scheint, um die Geschichte in eine bestimmte Bahn zu lenken. Alles andere (Aufmachung, Schreibstil, Formatierung, etc) ist top!

Bewertung vom 28.06.2020
Whisper Network
Baker, Chandler

Whisper Network


sehr gut

!STOP!
Bevor Sie sich dieses Buch kaufen, sollte sich Ihre Erwartungshaltung ändern: für mich zählt "Whisper Network" nämlich eher in die Sparte Belletristik, als in Thriller wie das Cover ("ein leidenschaftlicher und enorm geistreicher Thriller") weis machen möchte.
Wer eine Handlung erwartet, die den Puls in die Höhe jagt und es unmöglich macht ein Lesezeichen auch nur anzufassen, der wird hier bitter enttäuscht werden, denn trotz Kriminalfall und Ermittlungen ist dieses Buch eher fixiert auf mögliche Motive und versucht jedem Leser die eventuellen Beweggründe verständlich zu machen.
Der eigentliche Mord rückt aus dem Fokus.

Das vorangestellt, fand ich "Whisper Network" sehr interessant, denn es bietet einen Einblick in das Leben dreier Frauen, die es "geschafft" hatten sich ihren Platz in einer Männerdomäne zu sichern. Anwältinnen, die in der oberen Liga spielen und es satt haben alles zu ertragen was man Ihnen an den Kopf wirft.
Neben den Hauptcharakteren werden auch Frauenstimmen im Generellen in die Kapitel eingebracht, was den Schwerpunkt wie schon erwähnt, eher weg von einem Kriminalroman bewegt.

Was ich persönlich schön gefunden hätte: die Autorin Chandler Baker ist selbst studierte Juristin und das hat in mir den Wunsch geweckt tiefer in den rechtlichen Aspekt der Geschichte einzutauchen, aber es blieb sehr oberflächlich. Sicher wollte sie die Leser nicht überwältigen mit justristischen Fachbegriffen, aber irgendwie hat es sich dadurch angefühlt, als wäre nur oberflächlich recherchiert worden (was in diesem Fall ja nachweislich nicht stimmt).

Bewertung vom 26.01.2020
Das verschwundene Mädchen / Cold Case Bd.1
Frennstedt, Tina

Das verschwundene Mädchen / Cold Case Bd.1


sehr gut

Tina Frennstedt hat mit diesem Buch ein kleines Kunstück vollbracht: ein Krimi (schlüssig und zum Mitraten) mit komplett neuer Besetzung und irgendwie schafft sie es auf 442 Seiten gleich zwei Fälle zu bearbeiten ohne das Ganze gehetzt wirken zulassen. Vor allem hat der erste Teil auch ein befriedigendes Ende - man wird also als Leser nicht in der Luft hängen gelassen bis der zweite Band 2021 herauskommt.

"Das verschwundene Mädchen" ist ein wirklich gelungener Einstieg in eine Buch-Reihe rund um Fälle, die zu den Akten gelegt wurden. Die Ermittlerin Tess und ihr Team sind interessant, bieten aber auch noch viel Raum für weitere Details was Charakter und Vorgeschichte angeht.

Wer Kriminalgeschichten mag, dem würde ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Eine solide Geschichte, die das Rad zwar nicht neu erfindet, aber dem Leser auch die Chance gibt mitzudenken und eigene Vermutungen anzustellen.

Bewertung vom 11.11.2019
Ein Jahr voller Wunder
Burton-Hill, Clemency

Ein Jahr voller Wunder


ausgezeichnet

"Ein Jahr voller Wunder" hätte nicht besser betitelt werden können, denn es trifft den Nagel auf den Kopf: für jeden einzelnen Tag des Jahres wird ein klassisches Musikstück vorgestellt.
Clemency Burton-Hill schmückt außerdem jeden Tag durch eine interessante Hintergrundinformation oder Anekdote zu dem betreffenden Stück oder Komponisten aus, sodass es sich zu mehr als einer Playlist entwickelt.

Man merkt wie sehr ihr diese Musik am Herzen liegt, aber ich glaube sie weiß auch, dass die meisten Menschen leicht überfordert werden von Klassik. Die Idee das in eine Art Kalender zu verwandeln, der klassische Stücke in leicht verdaulichen Dosen abgibt, ist genial.

Bewertung vom 09.10.2019
Der Verein der Linkshänder
Nesser, Hakan

Der Verein der Linkshänder


sehr gut

Hakan Nesser ist mittlerweile sehr bekannt für seine Krimis und Thriller und trotzdem habe ich mich bisher davor gedrückt seine Bücher zu lesen. Allerdings bin ich Linkshänderin und wurde von Titel wie magisch angezogen. Nun konnte ich mir selbst auch ein Urteil bilden über seinen Schreibstil.

Die 604 Seiten sind in drei Teile und 63 Kapitel unterteilt. Das ist bei einem so dicken Buch eine angenehme Gliederung. Man findet gut Abschnitte um zu pausieren oder die Gedanken schweifen zu lassen. Im ersten Teil wird in Wechsel Vergangenheit (vor den Morden an vier Menschen) und Gegenwart bearbeitet. In den Folgenden Teilen geht es ausschließlich um die Gegenwart - allerdings mit gelegentlichen Ortswechseln.

Zur Geschichte: der Einstieg war spannend, vor allem weil man sich die ganze Zeit fragt, wie es denn wohl zu den Morden kommen wird und was "der Verein der Linkshänder" damit wohl zu tun haben könnte. Später werden Motive klar und nach Abschluss den ersten Buchteils hatte ich drei Verdächtige auf meiner Liste, die es nun zu bestätigen oder entkräftigen galt (Charakteranzahl generell ist überschaubar). Die folgenden Teile halfen bei der Spurensuche. Das ist also definitv eines der Bücher, bei denen man als Leser auch nachdenken kann und Schlüsse ziehen kann, weil die Informationen zumindest ansatzweise ausreichend vorhanden sind.

Nun zum kleinen Manko: die Auflösung und Entlastung der Tatverdächtigen geht viel zu schnell und wird meiner Meinung nach auch nicht zufriedenstellend begründet. Nachdem über einige Personen und Fährten fast "überermittelt" wird, werden andere mit einer einzigen kurzen Information abgetan und fallen gelassen. Das hat dem schönen Aufbau einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Leider.

Ein solider Krimi ist es trotzdem.

Bewertung vom 09.10.2019
Schweige still / Cyrus Haven Bd.1
Robotham, Michael

Schweige still / Cyrus Haven Bd.1


ausgezeichnet

"Schweige still" ist vor allem eins: schwer aus der Hand zu legen! Trotz über fünfhundert Seiten, liest sich das Buch wie im Rausch!
Ein Grund dafür ist auf jeden Fall die Gliederung in sage und schreibe 72 Kapitel. Das scheint erst einmal exzessiv, aber so schafft es Robotham der Geschichte eine enorme Dringlichkeit zu verleihen. Schnelle Wechsel zwischen dem Psychologen Cyrus und der Waise Evie geben den Ton an und kaum hat man den Standpunkt des einen gelesen, will man wissen, was der andere sieht, erlebt und denkt.

Der Fall um den es geht führt, wie in der Regel zu erwarten, viele potentielle Täter ein und gibt fast jedem ein mehr oder weniger plausibles Motiv. Es fällt schwer oder ist sogar unmöglich nicht mitzuraten, wer es denn letztlich gewesen sein könnte. Meine eigene Vermutung wurde zwar nicht bestätigt, aber die Auflösung war schlüssig und zufriedenstellend.

Ein wirklich perfekter Thriller and dem sicher viele ihre Freude haben dürften.