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Benutzername: walkingaboutrainbows
Wohnort: Deutschland
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 22 Bewertungen
Bewertung vom 28.06.2015
Providence / Bound to You Bd.1
McGuire, Jamie

Providence / Bound to You Bd.1


ausgezeichnet

"Unsere Beziehung hatte sich von nicht existent zu unerwarteten Aufeinandertreffen gesteigert. Mein Leben war plötzlich ausgefüllt von diesen wundersamen kleinen Überraschungen, Augenblicken, in dnenen ich so glücklich war, dass ich mich sofort fragte, wann ich den nächsten erleben würde."

IDEE / THEMA
Im Grunde finde ich die Gesamtidee des Buches gut. Es geht um Nina und Jared, ein ganz besonderes, junges Paar. Meiner Meinung nach hätte man die ganze Magie, die im Buch ins Spiel kommt, auch weglassen können, da sie teilweise fehl am Platz gewirkt hat. Andererseits hat es mir wirklich gut gefallen, da es mal etwas komplett anderes war als die ganzen Liebesschnulzen, die man sonst so liest. Das Thema an sich gefiel mir auch gut, auch wenn ich hin und wieder die Stirn gerunzelt habe darüber, wie die Autorin es rüberbringt.

UMSETZUNG
Von der Umsetzung des Buches war ich begeistert - Nina und Jared kommen eher langsam zusammen, was sehr realistisch schien. Zudem haben sie auch ganz normale Probleme - wie ganz normale Paare. Auch das Einbringen der "Magie" erfolgte erst in der Mitte des Buches, sodass man as Leser vorher lediglich Vermutungen anstellen konnte. Auf der einen Seite spannend, auf der anderen Seite zog sich das Buch so teilweise sehr in die Länge.

SCHREIBSTIL
Der Schreibstil hatte es mir am Anfang des Buches sehr leicht gemacht und ich konnte nur so über die Zeilen fliegen - alles in allem sehr locker, einfach und leicht zu lesen. Andererseits muss ich gestehen, dass diese Begeisterung langsam abschwächte, je weiter es voranging. Ab der Mitte des Buches ging es jedoch wieder bergauf und ich konnte mich genauso schnell durch das Buch arbeiten wie anfangs. Ich saugte die Details der Geschichte gierig in mir auf und war teilweise wirklich überrascht, wie gut und besonders der Schreibstil war. Doch an anderen Stellen kam es mir so vor, als hätte die Autorin eine Phase gehabt, in der sie weniger Lust hatte. Ansonsten sehr zufriedenstellend.

CHARAKTERE
Nina war im Grund ein sehr offener Charakter, mit dem ich mich schnell anfreunden konnte. Allerdings ist ihr Charakter teilweise wirklich seltsam und Nina handelt sehr kindlich. Doch meist bewahrt sie einen kühlen Kopf und zeigt, dass sie sehr klug ist. Auf manche Dinge reagiert sie sehr gelassen, wo ich beispielsweise ausgerastet wäre. Jared gefiel mir ebenfalls sehr gut und ich mochte ihn auf Anhieb. Im Laufe des Buches wurde er mir zwar sympathischer. Je mehr man über ihn erfuhr, desto mehr verstand ich, warum er sich Nina gegenüber so verhält.

GESAMTEINDRUCK
"Bound to you - Providence" ist ein wirklich gelungener Auftakt der "Bound to you"-Trilogie. Ich konnte mich mit den Charakteren schnell anfreunden und verstand ihr Handeln schnell. Mit dem Schreibstil kam ich größtenteils sehr gut klar und auch die neuartige Idee des Romans begeisterte mich. Die wunderschöne Aufmachung des Buches ist ebenfalls ein riesiges Plus. Wer nach einer Liebesgeschichte mit "magischen Details" sucht, sollte sich definitv an "Bound to you" probieren.

"Ryan ließ sich ständig den größten Unsinn einfallen, und das mochte ich an ihm. Ohne es zu wissen, war er für mich ein sicherer Hafen jenseits meines anderen Lebens, das sich mit so viel Dunkelheit und Ungewissheit gefüllt hatte."

FAZIT ~ "Bound to you - Providence" ist die perfekte Mischung von Spannung, Liebesgeschichte, Dramatik und Magie. Die neuartige Idee schaffte es, dass ich der Reihe verfallen bin.

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Bewertung vom 28.06.2015
Flieg, so hoch du kannst
Jonsberg, Barry

Flieg, so hoch du kannst


ausgezeichnet

"Holly wandte sich an Cassie. Die dunklen braunen Augen glitzerten, und sie sah das Mädchen, das darin begraben lag."

IDEE / THEMA
Das Thema des Romans finde ich sehr interessant. Eine Krankheit - Cassies Krankheit -, die unter die Haut geht und einen zugleich berührt und nachdenklich werden lässt. Die Idee der Geschichte gefällt mir auch sehr gut. Das behinderte Mädchen Cassie und ihre Cousine Holly kommen sich langsam näher. Je näher sie sich kommen, desto heftiger wird Holly das Ausmaß von Cassies Behinderung bewusst und sie muss am eigenen Leib erfahren, wie schmerzlich es sein muss, seine Bewegungen nicht steuern zu können und was es für ihre Tante Fern heißt, mit Cassie durch die Stadt zu laufen und dabei von Leuten angestarrt und angesprochen zu werden.

UMSETZUNG
Die Umsetzung des Romans ist in meinen Augen etwas unstrukturiert. Die Kapitel sind zwar mit den Personen gekennzeichnet, die sie erzählen, aber trotzdem kam ich hin und wieder durcheinander. Alles in allem fand ich jedoch, dass die Idee zu schwach umgesetzt wurde. Man erfährt zwar, wie es ist, Zerebralparese zu haben, doch es wird meiner Meinung nach zu wenig darüber erzählt. Außerdem hätte ich es sehr begrüßt, wenn mehr Kapitel oder mehrere Auszüge aus der Sicht Cassies erzählt worden wären.

SCHREIBSTIL
Der Schreibstil von Barry Jonsberg war in meinen Augen nichts allzu Außergewöhnliches. Zwar findet man in dem Buch hin und wieder einige Zitate, die mir sehr gut gefallen, doch leider zieht sich der wunderschöne Schreibstil an manchen Stellen nicht durch das gesamte Buch. Dennoch mochte ich den klaren und einfachen Schreibstil sehr gerne und konnte mich sehr schnell daran gewöhnen.

CHARAKTERE
Die Charaktere des Buches mochte ich sehr gerne. Cassie war mir von Anfang an sehr sympathisch - von außen schien sie vielleicht anders, aber auch innerlich hält sie einen ganz besonderen Kern für den Leser bereit. Was sie sagt, ist immer kurz und wenig, aber dennoch prägnant. Auch Holly war in meinen Augen eine sehr angenehme Protagonistin. Sie verhält sich in dem Buch teilweise falsch, bügelt ihre Fehler jedoch auch genauso schnell wieder aus, wie sie passiert sind.

GESAMTEINDRUCK
"Flieg so hoch du kannst" ist ein Buch, das einen definitiv zum Nachdenken anregt. Man erfährt viel über die Krankheit Zerebralparese, die Cassie hat. Man leidet stumm und still mit ihr, auch wenn Mitleid an der falschen Stelle ist, wie Fern, Cassies Mutter, immer wieder betont. Ich stimme ihr da vollkommen zu. Ich mochte die Grundidee des Romans sehr und auch die Charaktere und ihr Verhalten waren mir größtenteils sympathisch. Wer nach einer Geschichte mit Charakter sucht, tut mit "Flieg so hoch du kannst" jedenfalls keinen falschen Griff - im Gegenteil.

"Sie ist wunderschön. Sie hat ihre Flügel angelegt. Sie strahlen Licht und Anmut aus.
Ich kann meine nicht finden. Ich fürchte, ich finde meine nie."

FAZIT ~ Teilweise sehr poetischer Sprechstil. Ein tolles Buch mit sympathischen Charakteren.

Bewertung vom 28.06.2015
Die Jagd beginnt / Big Game Bd.1
Smith, Dan

Die Jagd beginnt / Big Game Bd.1


ausgezeichnet

"Die Welt um mich herum wurde ganz ruhig. Es gab nichts außer mir, dem Bogen und dem Hirsch. Nichts anderes existierte. Ich hörte weder das Vogelgezwitscher noch das Hämmern des Spechts. Selbst das Rauschen des Windes war verstummt. Der Wald schwieg, als würde jedes Lebewesen den Atem anhalten und gespannt abwarten, was passierte."

IDEE / THEMA
Die Idee gefällt mir eigentlich recht gut, da ich noch nie ein Buch gelesen habe, dass in einem solchen Kontext in der Wildnis spielt und es dabei schafft, so unterhaltsam zu sein. Anfangs hatte ich kurz Probleme, mich in die Geschichte einzufinden, doch bereits nach einigen Seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Was ich anfangs fast als eher halbherzige Lektüre abgestempelt hatte, entpuppte sich vor meinen Augen zu etwas Großartigem, womit ich ehrlich gesagt nie gerechnet hätte. Die Idee hat es geschafft, mich stundenlang an das Buch zu fesseln und auch das Thema an sich wurde großartig aufbereitet.

UMSETZUNG
Wie angedeutet hatte ich auch, was die Umsetzung angeht, eher niedrige Erwartungen. Normalerweise gibt es das Buch und den passenden Film erst später. Doch hier war es andersherum. Der Film war vielleicht nicht zuerst draußen, aber doch entstammt die Grundidee dem Skript des Films. Die Umsetzung des Buches ist jedoch absolut fantastisch und steht anderen Büchern in absolut keinem Punkt nach. "Big Game" liefert Spannung, Action und erzählt auch davon, wie Freundschaft entsteht, während ein Junge und der amerikanische Präsident in Lebensgefahr schweben.

SCHREIBSTIL
Der Schreibstil von Dan Smith schlug ein wie eine Bombe. Vorher hatte ich zwar noch nie von dem Autor gehört, aber natürlich verteile ich sehr gerne die Chancen, die man jedem Autor da draußen geben sollte. So auch Dan Smith. Und er schaffte es, sich komplett hochzuarbeiten, mich zu begeistern, ganz besonders damit, wie er die Natur beschrieb und Oskaris Persönlichkeit einfing. Grandios.

CHARAKTERE
Oskari ist ein Junge mit einer ganz wundervollen Persönlichkeit. Als er in die Wildnis aufbricht, um seine Männlichkeit zu beweisen, steht er vor einem schwierigen Hindernis. Obwohl er nervös ist, schafft er es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Als er den Präsidenten in einem Waldstück findet, ist er zunächst misstrauisch, da er ihn nicht sofort erkennt. Oskari ist auf seine eigene Art und Weise sehr klug, dabei aber keineswegs auffällig. Ich mochte ihn und seine Art sehr gerne. Im Buch wird zwar kein Aussehen beschrieben, doch wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest, erkennt man schon nach kurzer Zeit, wie stark die Seele eigentlich ist, die zu diesem scheinbar zerbrechlichen und schwachen Jungen gehört. Er ist nicht der "typische Held" und das gefällt mir sehr gut, da Helden nicht immer sein müssen wie alle anderen.

GESAMTEINDRUCK
Ich muss gestehen, dass "Big Game" am Anfang nur ein Buch war, von dem ich nicht all zu viel erwartet habe. Aber diese Erwartungen, wurden erfüllt und natürlich übertroffen. Das Buch hat es geschafft, mein Monatshighlight Juni zu werden und das auch mit gutem Grund. Ich mochte den Protagonisten Oskari sehr, da er im Buch eine sehr starke Entwicklung durchmacht - über eine einzige Nacht. Ich bin noch immer beeindruckt von der Action dieses Romans und dem spannungsgeladenen Schreibstil. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Und wenn ich dazu gezwungen war, war es immerhin wunderschön anzusehen. Vor meinen Augen entwickelte sich die spannungsgeladene Geschichte zu etwas absolut Großartigem. "Big Game" ist ein Buch, das zweifellos sehr viele Leute sehr ansprechen wird. Ich hoffe, dass ihm in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit zuteil wird.

"Das Holz des Bogens knarzte leicht, als ich ihn weiterspannte. Die Sehne schnitt mir in die Finger. Meine Muskeln brannten. Ich stieß ein wenig Luft aus, schloss ein Auge und nahm den Hirsch ins Visier."

FAZIT: Spannungsgeladen, actionreich und einfach grandios.

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Bewertung vom 17.05.2015
Wie viel Leben passt in eine Tüte?
Freitas, Donna

Wie viel Leben passt in eine Tüte?


ausgezeichnet

Ein wunderbarer Roman über Liebe und Freundschaft, wie auch das Zusammenspiel von Trauer und Freude - Ein Lesemuss.

Erst einmal muss ich auf den letzten Satz der Inhaltsangabe eingehen, da er mich einfach umhaut. Es ist meiner Meinung nach immer sehr riskant ist, von einem Roman zu behaupten, er sei bewegend. Sind wir Menschen nicht immer von anderen Dingen bewegt, da wir alle anders sind? Dieses Buch beweist, dass ich Unrecht habe. Denn dieses Buch ist sehr bewegend und schlicht und einfach genial. Die Formulierung der gesamten Inhaltsangabe ist einfach echt. Sie beschreibt den Roman direkt und auf wunderbare Weise.

Viele Krebsbücher sind in letzter Zeit immer berühmter geworden. Denken wir nur an "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe" oder ganz besonders "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Auf irgendeine Weise ist dieses Buch wohl auch eines, doch ganz klar auf eine ganz andere Weise. Roses Mutter ist an Krebs gestorben und Rose hat an ihrem Verlust schwer zu knabbern. So gehen wir gemeinsam mit ihr ihren Weg und geraten an Will, den schüchternen Gärtner, der seinen Vater ebenfalls an die schwere Krankheit verloren hat. Obwohl Will anders zu sein scheint wie Rose und langsam beginnt, sein Leben wieder anzupacken, sind sie doch irgendwie gleich und beide immer noch voll Trauer über den Verlust. Diese zarte Liebesgeschichte wird erzählt von Rose und sie handelt von Verletzlichkeit und Trauer, aber auch Liebe und Hingabe und Angst. Also ich war hin und weg von der Idee des Romans, auch wenn es natürlich nichts Neues ist.

Wenn mich ein Buch zum Nachdenken gebracht hat in diesem Monat, dann definitiv dieses! Rose ist sehr stark und versucht, ihre Barrikade auch nach außen hin aufrecht zu erhalten. Doch als diese Barrikade bröckelt und Will plötzlich vor ihr steht, ist Rose verwirrt und ängstlich und zugleich hilfesuchend, sodass Will ihr gerade recht kommt. Diese Liebesgeschichte, die die beiden so voll Leichtfüßigkeit und Zartheit erzählen, ist etwas Besonderes.

In meinen Augen ist der Schreibstil einer der Besten, die ich je lesen durfte. Donna Freitas erzählt schwungvoll und klar, liebevoll und voll Trauer. Sie schafft es, die Gefühle der Protagonisten perfekt in Worte zu fassen und sie fängt ihre Geschichten ein, ohne dabei aufdringlich zu sein. Sie fordert einen stumm auf, weiter zu lesen.

Beginnen wir einfach mal bei Will. Ich muss gestehen, dass ich ihn ziemlich gut fand. Vielleicht sogar noch besser. Er war einfach genau so, wie sich ein Mädchen, das gerne liest und eher still und verschlossen ist, sich ihren Freund vorstellt - ruhig und liebevoll, auch eher schüchtern, aber doch voll Kraft, die er manchmal zum Ausdruck bringt. Und doch - hinter dieser Fassade versteckt sich Angst und Trauer über den Verlust seines Vaters, die einfach unheimlich berührend ist. Die Beziehung zu Rose war sehr realistisch, sodass ich keinerlei Probleme hatte, mich in die beiden hinein zu versetzen. Rose war ein Mädchen, das ich ebenfalls sehr gern mochte. Sie ist sehr klug und reagiert auf Trauer ähnlich, wie ich vermutlich reagieren würde. Sie zieht sich sehr schnell zurück und muss auch noch mit anderen Problemen klar kommen.

Aus diesem Buch habe ich etwas mitgenommen. Bei vielen Büchern nimmt man etwas mit, aber aus diesem hier lernt man mehr, als man es aus Schulbüchern tut. Man lernt etwas über das Leben, über Trauer und Menschen, die sich verstecken zu versuchen hinter gefälschtem Lächeln, obgleich in ihnen eine Flut von traurigen Gefühlen herrscht, die nicht herauskann. Roses Gefühle sind so realistisch, dass ich das Gefühl hatte, sie säße neben mir. Unbeschreiblich. Unbeschreiblich schön.

"Allmählich begriff ich, dass er doch nicht so gleichgültig war, wie es den Anschein hatte. Dass er auch Gefühle hatte, auch wenn sie tief unter der Oberfläche verborgen waren und man genau hinhören und hinsehen musste, um sie zu erkennen."

Bewertung vom 03.05.2015
Sternschnuppenstunden
McIntyre, Rachel

Sternschnuppenstunden


ausgezeichnet

" Lara, bitte versprich mir, dass du zu niemandem ein Wort sagst, egal, was für Fragen dir gestellt werden. (...) Wenn sie erst mal anfangen, sich zu fragen, warum ich Sam geschlagen habe, anstatt alles seinen offiziellen Gang gehen zu lassen ..." (Seite 269)

Die Idee gefällt mir gut. Es gibt bestimmt viele gute Bücher über Mobbing, doch dieses ist ein ganz Besonderes. Das, was Lara erlebt, ist keine nebensächliche Hänselei. Es ist Hardcore-Mobbing. Mobbing, das Lara dermaßen verzweifeln lässt, dass sie sogar urz davor steht, sich das Leben zu nehmen. Es ist sehr emotional zu lesen, was Lara geschieht und ihr nicht helfen zu können. Die Idee des Buches ist nicht nur Mobbing, sie paart sich mit der Verzweiflung der Protagonistin und der Tatsache, dass Lehrer Ben Jagger der Einzige ist, der Lara zu helfen scheint.
Die Umsetzung des Buches ist hammermäßig. Niemals, NIEMALS, hätte ich gedacht, dass das Buch so gut ist. Es ist sehr emotional, von Lara selbst beschrieben zu bekommen, was die anderen mit ihr machen. Lara ist eine unheimlich starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lassen will. Sie verkriecht sich nicht, sondern bleibt stark, feuert fast nie etwas zurück, egal, wie sehr die anderen sie beleidigen. Um euch zu zeigen, was mich begeistert, ein Auszug aus dem Buch (Seite 45).
Der Schreibstil von Rachel McIntyre gefällt mir zu 100% gut. Das Buch ist geschrieben aus Laras Sicht, als würde sie in ein Tagebuch schreiben.Ihre Gefühle wirken immer real, man kann sich wirklich in sie hineinfühlen. Dass die Autorin die Gefühle so gut beschreiben kann, ist irgendwie total krass. Als hätte sie es selbst erlebt. Ich hatte manchmal das Gefühl, Lara zu sein. So echt hat es sich angefühlt.
Lara ist eine absolut liebenswerte Protagonistin. Sie überzeugt mit Humor und Charme, sie kann das Mobbing für sich selbst oft ausblenden und versucht, so gut es eben geht, die Mobber zu ignorieren, was ich sehr bewundernswert finde. Ihre Eltern fand ich verdammt egoistisch. Sie haben einfach nie mitbekommen, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt. Und sie haben sich auch nicht dafür interessiert. Mr Jagger alias Ben dagegen gefiel mir spontan. Er ist nicht der Typ, in den sich jeder verknallen würde, aber Lara tut es. Er sagt ihr immer wieder, wie toll sie ist, dass sie gut schreiben kann. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Lara sich als etwas Besonderes.

ALL IN ALL
Das Buch "Sternschnuppenstunden" hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Das Buch ist unheimlich einfühlsam und wirkt auf den Leser sehr real. Alles, was passiert, schildert Lara so, als würde es gerade passieren und es haut einen teils um, wie stark sie gemobbt wird. Ein wirklich tolles Buch über Mobbing und über einen Lehrer ist, der netter zu Lara ist, als er es eigentlich sein sollte. Das Ende war fast ein bisschen enttäuschend. Aber selbst Lara musste eines Tages das Andersdenken lernen.

"Eine vielversprechende Anwärterin war ich ja schon immer, aber heute hab ich mir dauf jeden Fall die Poleposition geholt. Es ist offiziell: Ich bin die bekloppteste Person der Welt, und wenn irgendwer jemals rausfindet, was ich getan habe, schrumpele ich unverzüglich zu einer vertrockneten kleinern Hülle der Schmach zusammen." (Seite 97)

Das beste Buch, das ich je über Mobbing gelesen habe.

Bewertung vom 03.05.2015
MUC Bd.1
Mocikat, Anna

MUC Bd.1


sehr gut

"Natürlich ist das System nicht perfekt, aber welches ist das schon? Oder war es in der Geschichte der Menschheit jemals?" (Seite 267)

Erst einmal muss ich Anna Mocikat für ihren Mut loben. Ich finde es recht gewagt, eine Dystopie zu schreiben, die in München, genauer gesagt in München, spielt. Dadurch bilden sich zwei Seiten: Die eine, die sagt, dass München zu nahe liegt und dass man sich nicht in Pia hineinversetzen kann. Und die andere Seite, die davon ganz begeistert ist und sagt, dass es toll ist, ein Buch zu lesen, dass in Deutschland spielt, womöglich noch nahe an ihrer eigenen Heimatstadt. Ich gehöre zur zweiten Partei. Ich finde die Idee wirklich gelungen, es ist einfach mal was anderes. Die Idee, dass MUC sich Pia nicht ganz so präsentiert, wie Pia es gerne hätte. Außerdem ist es, meiner Meinung nach, gut, dass auch Pias Weg sehr ausführlich beschrieben wird. So kann man all die Strapazen der Reise wirklich gut mitfühlen.
Die Umsetzung des Buches gefällt ganz gut. An manchen Stellen bin ich wirklich hängengeblieben und hatte keine Lust mehr, weiter zu lesen. Das lag zum einen an der, im Vergleich zu anderen Büchern, recht kleinen Schrift. Ich mag es nicht, wenn Bücher in einer so kleinen Schrift gedruckt sind. Man hat das Gefühl, die Zeit vergeht rasend schnell, auch dann, wenn man nur wenige Seiten liest. ABER andererseits machte es wirklich viel Spaß, Pia kennenzulernen und den Weg zu verfolgen, den sie geht. Alles in allem war ich überrascht, wie gut die Umsetzung doch ist. Ich hätte nie damit gerechnet, dass "MUC" ein so toller Roman ist.
Der Schreibstil von Anna Mocikat. Hmm... Da bin ich hin und her gerissen. Einerseits fesselte mich ihr Schreibstil und inspirierte mich, andererseits fand ich manchmal, dass es wirklich langweilig war. Da ersteres überwog, entscheide ich mich also dafür, positiv vom Schreibstil zu sprechen. Was mir bereits im ersten Kapitel auffiel, war, dass Anna Mocikat wirklich gut beschreiben kann, wie Pia sich fortbewegt und was sie gerade tut. Außerdem mochte ich es, ihre Beschreibungen von der Landschaft rund um Pia zu lesen. Ich wäre jederzeit bereit, wieder etwas von Mocikat zu lesen.
Anfangs wurde ich mit Pia wirklich nicht warm. Alle anderen Charaktere fand ich alle ganz okay, aber Pia war irgendwie so fern, so unerreichbar für mich. Ich konnte mich leider auch nicht so wirklich in sie hineinfühlen. Aber ich war total begeistert davon, wie die Autorin ihre Charaktere zum Leben erweckt - Sie beschreibt ihre Figuren genau, aber sehr spannend. So, dass man alles über sie weiß, aber nicht genervt ist von den vielen Beschreibungen. Eine sehr seltene Fähigkeit, wenn ihr mich fragt. Alles in allem gefielen mir die Figuren im Buch also alle recht gut - zumindest waren sie als solche sehr echt und gut überlegt.

ALL IN ALL
Auf das Buch "MUC" wurde ich aufmerksam, weil ich vom Verlag eine Info bekam, in der sie das Buch bewarben. Auf den ersten Blick dachte ich, dass MUC nicht ganz mein Genre war. Trotzdem wollte ich es lesen, da mich die Inhaltsangabe sehr ansprach. Gesagt, getan. Ich bekam das Buch vom Verlag zugeschickt und stellte es erst mal ins Regal. Ich hatte regelrecht Angst davor. Als ich schließlich zu lesen begann und die ersten Seiten hinter mir hatte, war ich total überrascht, da MUC meine Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern übertraf. Als ich das Buch durchgelesen hatte, war ichwar ich glücklich, es gelesen zu haben. Es hat mir wirklich gut gefallen und es ist eine gelungene Dystopie. Falls es einen zweiten Band gibt, werde ich ihn mir auf jeden Fall kaufen.

"Wie konnten diese Menschen so leben? War das alles, was von der einst stolzen Zivilisation voller Wunder noch übrig war? Das musste ein Alptraum sein. " (Seite 61-62)

Eine sehr gelungene Dystopie, die auf deutschem Boden spielt!

Bewertung vom 03.05.2015
Die Zuflucht / Razorland Bd.2
Aguirre, Ann

Die Zuflucht / Razorland Bd.2


ausgezeichnet

" 'Wissen Sie, wie man einen Freak mit bloßen Händen tötet? Können Sie ein Kaninchen häuten und kochen? Wissen Sie, welche Pflanzen man essen kann und welche nicht? Würden Sie es von den Tunneln, in denen ich geboren wurde, auf eigene Faust bis hierher nach Norden schaffen? (...) In meiner Welt, verehrte Dame, kann ich bereits alles, was man können muss. Und Ihr Ton gefällt mir nicht.' " (Seite 29)

Die Idee, die hinter dem Buch steht, gefällt mir gut. Vier Jugendliche kommen aus einer Welt, die immer ihr Zuhause war, an einen anderen Ort. Einen Ort, der ihnen fremd erscheint, der ihnen Angst macht. Die teils liebevollen Menschen aus Erlösung nehmen die vier Jugendlichen mehr oder weniger freundlich auf. Zwei hat es jedenfalls gut erwischt und bemüht sich, in der Schule mitzukommen. Im Laufe des Buches dreht sich die Handlung und die Freaks kommen ins Spiel.
Die Umsetzung des Buches gefällt mir. Die Autorin, Ann Aguirre, scheut sich nicht, erst einmal die Welt von Zwei zu beschreiben. Die richtige Handlung setzt erst sehr viel später ein. Wie in der Inhaltsangabe angedeutet, schließt Zwei sich der Sommerpatrouille an, die eigentlich ein Routinejob sein soll. Da die Freaks nicht mehr so dumm sind, wie sie einmal waren, wird diese Sommerpatrouille sehr viel gefährlicher für Zwei sein, als es je jemand zu denken vermocht hatte. Die Umsetzung der Kampfszenen ist relativ blutig, nichts für schwache Nerven. Doch mich persönlich hat es nicht gestört, dass die Kampfszenen oft sehr lang waren. Denn trotz ihrer Länge waren sie jedes Mal superspannend. Die Umsetzung hat mich, alles in allem, total überzeugt.
Der Schreibstil von Ann Aguirre gefällt mir gut. Sie beschreibt die Personen, die Spielorte und die Handlung sehr einfach und flüssig. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, an manchen Stellen ging es mir so, dass ich die Lust am Lesen verlor. Das lag daran, dass ich dann leider von der nicht voranschreitenden Handlung etwas enttäuscht war. Nach Durchackern der nächsten Seiten ging es dann schließlich immer weiter. Alles in allem gefiel mir der Stil gut, wäre meiner Meinung nach aber noch verbesserungsfähig.
Anfangs war mir Zwei total unsympathisch. Das änderte sich relativ schnell. Als sie sich der Sommerpatrouille anschließt, um ihre neue Heimat zu beschützen und um mal wieder rauszukommen, begann ich, sie wirklich zu mögen. Pirscher und Bleich gefielen mir gut, beide mochte ich durchschnittlich. Tegan erschien mir auf den ersten Blick sympathisch, aber auch etwas langweilig. Oma Oaks hatte ich von Anfang an in mein Herz geschlossen - sie ist einfach total herzlich und liebevoll, was in "Erlösung" nicht unbedingt jeder ist.

ALL IN ALL
Das Buch "Die Zuflucht", geschrieben von Ann Aguirre, gefiel mir auf den ersten Blick nicht wirklich. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto wärmer wurde ich mit der Handlung und den Protagonisten. Am Ende war ich sogar total überzeugt vom Buch und konnte es nicht mehr aus der Handlung. Das hübsche Cover gefällt mir gut, ebenso der etwas ausgefallenere Titel. Ich lege euch wirklich ans Herz, das Buch zu lesen. Natürlich hoffe ich, dass der erste Teil auch so gut ist wie dieser. Eventuell werde ich ihn auch noch lesen. Der Cliffhanger am Ende des zweiten Buches macht übrigens total Lust auf den dritten Teil, den ich auf jeden Fall lesen werde!

"Ich war mit dem Wissen aufgewachsen, dass es so etwas wie Sicherheit nicht gab. Und jetzt war diese Erkenntnis wie ein Geschenk, das sie mir Unten mit auf den Weg gegeben haben. " (Seite 148-149)

Ein gutes Buch, das mich letztendlich total überzeugen konnte - auch, wenn es ein wenig gedauert hat.

Bewertung vom 03.05.2015
Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb
Stewner, Tanya

Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb


ausgezeichnet

" 'Man nennt mich Anjano, der Geschichten erzählt. Das ist mein derzeitiger, vollständiger Name.'
'Du erzählst Geschichten?'
'Ja, ich reise umher und verschenke Gedankenabenteuer.' " (Seite 203)

Wer Tanya Stewner kennt, weiß, dass sie bereits erfolgreiche Bücher wie "Liliane Susewind" geschrieben hat. Ich habe eben genanntes noch nie gelesen, kann mir aber durchaus vorstellen, warum diese Bücher so bekannt sind. Die Ideen, die in Tanya Stewners Kopf umherschweifen hat sie auch dieses Mal sehr erfolgreich zu Papier gebracht. Die Idee: Ein seltsamer Junge taucht auf einer Lichtung auf und benimmt sich sehr eigen. Im Laufe des Buches kommt nach und nach ans Licht, wer dieser Junge ist und woher er kommt. Die eigentliche Idee, die hinter all dem steht, ist so genial, dass ich davon nur schwärmen kann. Aber wenn ich sie jetzt verrate, wäre das auch doof. Also lest das grandiose Buch.
Die Umsetzung des Buches gefällt mir, wie schon angedeutet, richtig gut. Tanya Stewner lenkt absichtlich in die falsche Richtung und der Leser fragt sich, ob Anjano tatsächlich, durch und durch, ein Außerirdischer von einem anderen Planeten ist. Am Anfang erzählt der Roman den Alltag eines Teenagers, der dann schließlich in etwas hineingerät, wovon er niemals zu träumen gewagt hätte. Tolle Idee - Tolle Umsetzung der Idee und des Themas an sich. Wie gesagt gefiel mir, wie sehr die Autorin in Richtung "Zeitreisen - Wie geht das" so viel hineininterpretiert hat. Das macht das Buch besonders.
Der Schreibstil von Tanya Stewner gefällt mir gut. Er beschreibt auch die Gedanken der Protagonistin. Obwohl ich nicht so der Fan von diesen "Ein-Wort-Sätzen" wie zum Beispiel "Shit." oder "Mist." bin, ging es hier in eine ganz andere Richtung. Das gefällt mir nach wie vor. Der Schreibstil ist locker-leicht, einfach und vor allem flüssig zu lesen. Ehe man sich versieht, hat man sich durchs gesamte Buch geackert.
Juli war mir von Anfang an total sympathisch. Manchmal vielleicht ein bisschen naiv. Aber sind wir das nicht alle? Anjano ist ebenfalls eine tolle Persönlichkeit. Er war witzig und gegen Ende auch romantischer als ich dachte. Aber manchmal ist ihre Beziehung ein wenig weit hergeholt. Whoopi, Julis beste Freundin, ist eine quirlige Persönlichkeit, die sofort sympathisch ist.

ALL IN ALL
Das Buch "Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb" habe ich mit großer Spannung erwartet. Als ich es schließlich bekommen habe, habe ich es an einem Stück ausgelesen. Das lag nicht nur daran, dass ich krank im Bett lag! Das Buch ist wirklich fesselnd und spannend, führt den Leser gerne mal hinters Licht und einefach ein toller Roman, den man auch an kühlen Wintertagen lesen kann. Das Cover und der titel sind absolut überzeugend - Falls es jemandem nicht gefallen sollte, was ich eigentlich zu 99% ausschließe, sieht es im Regal wenigstens schön aus.

" 'Ein anderes Beispiel, das sogenannte Großvaterparadoxon: Wenn ein Zeitspringer versuchen würde, in der Vergangenheit seinen Großvater umzubringen, wäre das absolut unmöglich. Denn ohne die Existenz seines Vaters, der wegen des Todes des Großvaters nicht geboren wird, könnte der Zeitreisende selbst nicht geboren werden und dadurch auch nicht in der Zeit zurückreisen, um seinen eigenen Großvater zu töten. Es würde ein unlösbares Zeitparadoxon entstehen.' Zeitsalat deluxe." (Seite 168)

Ein tolles Buch mit einer Hintergrundidee, dessen Tiefe und Vielschichtigkeit mich schlichtweg beeindruckt haben. Viel Gefühl!

Bewertung vom 03.05.2015
Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
Park, Jessica

Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte


ausgezeichnet

"Attraktivität ist vermutlich nur ein soziales Konstrukt, aber selektive Normen einzuhalten, muss nicht zwangsläufig eine negative Entscheidung sein." (Seite 284)

Die Idee des Buches gefällt mir total gut. Eine Pappfigur, die dann sogar noch Scharniere bekommt und überall mit hin geschleppt wird ist nicht unbedingt eine "Erfindung", die einem nach zwei Minuten Nachdenken kommt. Die Geschichte mit Papp-Finn ist total amüsant und allein die Idee bringt das ein oder andere Mal zum Schmunzeln.
Die Umsetzung des Buches gefällt mir sehr gut. Jessica Park schreibt aus der allwissenden Perspektive, sprich: Sie kennt Julies Gedanken und beschreibt, was Julie tut. Die Handlung zieht sich kaum und lässt sich flüssig lesen. Dass das Ende für mich eigentlich schon ganz am Anfang relativ klar war, war es tatsächlich keine Überraschung als das Buch schließlich endete. Ich weiß nicht, ob nur ich es so sehe, aber wenn Finn auf eine ewig anhaltende Weltreise geht und niemand Julie über die Papp-Figur aufklären kann, ist es dann nicht ersichtlich, wer Finn wirklich ist...?
Der Schreibstil von Jessica Park ist in meinen Augen nichts besonderes. Er ist gut, lässt sich schön und schnell lesen und einige Stellen sind echt gut. Aber es gibt auch Stellen, die reißen das ganze Konstrukt aus schönen Wörtern und so weitr einfach wieder ein. Muss ich das einsehen? Vermutlich ja. Ich glaube, dass in Jessica Park mehr steckt als das, was sie bisher von sich gegeben hat. Der Humor war an einigen Stellen wirklich ein wenig fraglich und die "intelektuelleren" Sätze schienen teilweise einfach nur "gefakt", als würde die Autorin sie selbst nicht so wirklich verstehen.
Die Personen sind alle sehr überlegt ausgewählt worden. Julie hat zu einigen Dingen einfach immer nur Ja und Amen gesagt, das war manchmal irritierend. Dass Matt ein totaler Nerd ist, ist zwar ein wenig überraschend, vor allem, weil er ja angeblich so toll aussieht. Wäre Matt nicht so sehr an Mathematik interessiert, hätte er mich eventuell noch mehr angesprochen. Celeste ist eine richtige Klugscheißerin, wenn ich das jetzt mal so hart ausdrücken darf. Und ich mochte dieses Wesen - Celeste war nahezu immer diejenige, die mich zum Lachen brachte. Dass sie ein psychiches Problem hat und kein Familienmitglied sich daran stört, ist dann doch etwas seltsam und leicht unrealistisch. Aber da die ganze Familie eher zurückgezogen und "schüchtern" ist, konnte man es niemandem wirklich verdenken, dass er Celeste mit ihren Problemen alleine lässt.

ALL IN ALL
Das "Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" hat mir alles in allem recht gut gefallen. Die Geschichte ist amüsant und unterhaltsam, teilweise mit etwas holprigem Humor versehen, teilweise mit ganz gutem Humor. Jessica Park erzählt eine sehr ausgereifte Geschichte mit fantastischen Charakteren, die alle sehr gut durchdacht sind. Insgesamt kann ich behaupten, mit diesem Buch einige, nette Stunden verbracht zu haben. Ich würde es jederzeit wieder lesen, das Cover und die Personen darin sind allesamt sehr überzeugend. Da kann auch der recht durchwachsene Schreibstil nichts dran ändern.

"In zwei Wochen trete ich bei einem Konzertabend auf. Würdest du kommen? Rachel spielt Trompete und ich Klavier. Das ist natürlich eine etwas ungewöhnliche Kombination und was Musikinstrumente angeht, ist Rachel auch nicht sonderlich begabt. (...) Das gilt insbesondere für Trompete. Sie kompensiert mangelnde musikalische Begabung durch den verstärkten Einsatz von übertriebener Gesichtsmimik, wenn sie in das Mundstück bläst." (Seite 366)

Ein tolles Buch mit fantastischen, sehr weit ausgereiften Charakteren, die es verstehen, den Leser mitzureißen.