Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: friederickes Bücherblog
Wohnort: Berlin
Über mich: Friederickes Bücherblog stellt Bücher vor und veröffentlicht Rezensionen. Zwei fachlich kompetente Kolleginnen rezensieren gerne dein Buch in unserem Blog.
Danksagungen: 11 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 79 Bewertungen
Bewertung vom 31.08.2018
Mein wunderbarer Küstenchor
Mommsen, Janne

Mein wunderbarer Küstenchor


sehr gut

Eine Geschichte voller Musik

Das Cover:

Mit einem einzigen Blick wurde ich eingeladen, von der der Ostsee zu träumen. Die Weite, das Meer, der Steg, die blauen Farben, sind perfekt gewählt. Ich finde das Zusammenspiel der Abbildung mit dem Titel und dem Klappentext sehr gelungen.



Der Inhalt (Achtung: Spoiler!):


Ein kleines Dorf an der Ostsee bei Boltenhagen. Britta arbeitet als Leiterin eines Hotels. Während die Sommerzeit vorbei ist, freute sie sich auf ihr Hobby, den Chor, dem sie bereits zwanzig Jahren angehört. Und sie freut sich auf einen gemeinsamen Erfolg, einen Auftritt in Tampere.
Während sie schon für den Auftritt proben, fällt ihr Chorleiter Dustin aus, der einen neuen Job angeboten bekam und die Region verlässt.
Im ersten Moment sieht es so aus, als ob der Chor generell aufgeben muss. Britta entschließt sich, zu kämpfen und einen neuen Chorleiter zu suchen.
Neben einigen Rückschlägen lernt sie Jasper kennen, der sie ermutigt, die Chorleitung selbst zu übernehmen. Ob das alles gelingt und welche Hürden noch genommen werden müssen?



Meine Meinung:

Es handelt sich hierbei um einen leichten Sommerroman. Die Figuren sind wunderbar ausgearbeitet und in ihren Charakteren authentisch. Britta ist ausgesprochen sympathisch und lässt mich nah an ihrem Leben teilhaben.
Die Schauplätze sind so gut beschrieben, dass ich in meiner Vorstellung mitreisen und bildlich die Protagonisten begleiten konnte.
Das Thema Chor ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil es nicht oft aufgegriffen wird. Allerdings ist es sehr gut mit der Geschichte verwoben, was einen ausführlichen und interessanten Blick in die Arbeit eines Chors gestattet. Das Buch an sich plätscherte eine Weile auf einer Ebene dahin und deshalb fand ich, dass der Spannungsbogen etwas flach angelegt ist und durchaus mehr hätte vertragen können. Das hat aber die Leselust nicht geschmälert, da der Autor das Buch in einer wunderbaren, lebhaften und leicht verständlichen Sprache geschrieben hat.

Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman der mich an die Ostsee mitgenommen und mich gut unterhalten hat.



Es bekommt meine Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 13.08.2018
Der Sommer der Dünenrosen
Brenner, Jamie

Der Sommer der Dünenrosen


sehr gut

Ein sommerlicher Lesespaß

Das Cover


Die Abbildung zeigt uns eine Sitzgruppe in Blautönen, Strandtasche und Hut. Zusammen mit dem Klappentext wird auf eine Sommerreise hingewiesen. Jetzt da ich das Buch allerdings gelesen habe, finde ich die Abbildungen etwas zu verspielt, da in der Geschichte zum einen andere kunsthandwerkliche Fähigkeiten im Vordergrund standen und zum anderen die Geschehnisse nicht gerade auf ein lauschiges Sofa einluden. Meines Erachtens insgesamt eine Buchpräsentation, die etwas am Thema vorbeiging.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler)

Marin lässt ihre Hochzeit platzen, weil sie sich in einen Kollegen verliebt hat. Als dies in der Firma herauskommt, verlieren sie und ihr Liebhaber auch noch ihren Anwaltsjob. Und dann taucht auch noch eine vermeintliche Halbschwester mit Namen Rachel auf, die durch einen DNA Test erfahren hat, dass sie den gleichen Vater haben und wer ihre Verwandten sind. Spontan fahren sie zusammen nach Cape Cod zur neuen Großmutter, die dort eine Pension am Meer betreibt, um die Mutter ihres Vaters kennenzulernen. Im Verlaufe des Sommers werden viele Familiengeheimnisse zutage befördert, es wird die Vergangenheit aufgearbeitet und es werden andere Lebenswege eingeschlagen.


Meine Meinung

Dieser Roman beginnt von der ersten Seite an spannend und interessant. Die Autorin hat wunderbare Figuren erarbeitet, die alle in ihren Charakteren authentisch agieren und den Lesern ihr Innerstes zeigen. Häufige Perspektivwechsel und Rückblenden lassen die Geschichte lebhaft voranschreiten und halten die Spannung aufrecht. Die Autorin schreibt in einer lebendigen, leicht lesbaren Sprache, die dafür sorgt, dass man das Buch nicht zur Seite legen möchte. Die Schauplätze sind harmonisch eingefügt und haben mich als Leserin mit ans Meer und die Umgebung mitgenommen.
Etwas nachdenklich wurde ich, als die Geschichte sich stellenweise von den Hauptfiguren Marin, Rachel und ihrer Großmutter wegbewegte, um sich auch den vielen Problemen anderer Familienmitglieder und Protagonisten zuzuwenden. Es waren mir dann stellenweise etwas zu viele, die da ihr Leben sortieren mussten, weil die eigentlichen Figuren leicht zurückstehen mussten und deren Situationen etwas verflachten. Weniger ist manchmal einfach mehr.
Trotz dieses kleinen Einwandes ist dieses Buch eine moderne Familiensaga die sich wunderbar lesen lässt und gute Unterhaltung bietet. Ein Sommerroman, den ich wärmstens empfehlen kann. Deshalb eine gern gegebene Leseempfehlung.

Friedericke von „friedericke bücherblog“

Bewertung vom 10.08.2018
Wenn das so weitergeht, kauf ich mir 'ne Katze (eBook, ePUB)
Carlson, Linette

Wenn das so weitergeht, kauf ich mir 'ne Katze (eBook, ePUB)


gut

Leichte Unterhaltung

Das Cover:

Das Cover alleine hätte mich nicht angesprochen, weil es sehr zurückhaltend auf mich wirkt. Liest man jedoch den Klappentext, kann man den humoristischen Hintergrund erahnen, sodass die Neugierde wieder in den Vordergrund tritt.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Mitte 30 und unzufrieden. Kein Mann, keine Kinder, immer der gleiche Job und das ohne nennenswerte Herausforderung. Die beste Freundin heiratet und fällt zu guter Letzt auch noch aus. Aus einer Laune heraus bewirbt sich Steffi als Kandidatin bei der TV-Show „Fashionista – Mein neues Ich“, überzeugt beim Casting und stylt nicht nur sich, sondern ihr ganzes Leben um.

Meine Meinung:

Bei diesem Buch musste ich mir mit meiner Einschätzung etwas mehr Zeit nehmen. Warum? Es ist das zweite Buch, das ich lesen durfte, welches an eine Fernseh-Show angelehnt ist. Und auch hier passierte es mir, dass ich ständig das Original vor Augen hatte. Und das Original ist geläufiger als das angelehnte mit etwas anderen Schwerpunkten.
Hinzu kommt, dass ich mich mit der Steffi lange Zeit nicht sehr anfreunden konnte. Sie war mir einfach zu negativ sich selbst gegenüber und der Grat zum Selbstmitleid ist schmal. Natürlich weiß ich, dass das Buch humoristisch angelegt ist, aber dennoch war mir das ein Tick zu viel. So viel zu meinen Kritikpunkten.

Eindrucksvoll hingegen sind die weiteren Protagonisten, so zum Beispiel die Teilnehmerinnen, die mit ihren Charakteren wunderbar in diese Show hineinpassen und jede Einzelne den besonderen Grund an der Teilnahme hat. Auch das Film Team war besonders angelegt und beschrieben.

Die Autorin weiß, wie man spannende Texte schreibt und man spürt, dass sie sich mit Drehbüchern auskennt. Das alles ist ein Garant für kurzweilige Unterhaltung und kommt auch diesem Buch sehr zugute.

Insgesamt ein Buch zum Schmunzeln, ein Buch, das einen Blick hinter die Kulissen einer Shopping-Show gestattet, ein Buch mit einem Happy End und einer Steffi, die sich dann doch noch selbst umkrempelt. Wer solche Shows mag, wird sich freuen.

Es bekommt eine Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 10.08.2018
Die Frauen der Familie Marquardt
Elias, Nora

Die Frauen der Familie Marquardt


sehr gut

Eine spannende Familiensaga

Das Cover:

Das Cover zeigt die Stadt Köln, den Dom, das Rheinufer und im Vordergrund zwei Frauen in Kleidern des Jahrhunderts. Der Titel und der Klappentext runden das Gesamtbild stimmig ab. Die Buchpräsentation hat mich sehr angesprochen.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):


Köln im Jahre 1908. Caspar Marquardt ist der Herrscher über sein Kaufhaus und den dort präsentierten Luxus, der die Damen und Herren zum Konsumieren einlädt.
Weil er nur drei Töchter und keinen Sohn hat, soll ein entfernter Verwandter der Erbe werden. Dagegen hat aber seine älteste Tochter Louisa Einwände, weil sie das Geschäft gerne selbst führen würde. Auch die anderen beiden Schwestern haben so ihre Vorstellungen, sodass die drei jungen Frauen Konflikte auslösen und dadurch mal zu Verbündeten oder auch zu Rivalinnen werden.

Meine Meinung:

Ein Gesellschaftsroman, der die Rolle der Frau in jener Zeit intensiv beleuchtet und ihre Probleme aufzeigt, ein Roman, der schildert wie ihnen ihre berufliche Zukunft und Perspektiven erschwert oder gar genommen werden.


Die Protagonisten sind stark in ihrer Ausstrahlung, die drei Töchter haben unterschiedliche Charaktere, die uns jeweils auf ihre Art aufzeigen, welche Richtung junge Frauen einschlagen konnten, um sich die eigene Zukunft zu sichern. Die jungen Frauen gestatteten mir, intensiv in ihre Geschichte einzutauchen und teilzuhaben an ihrem Leben. Wunderbar auch dargestellt, die Männerwelt, Ihre Macht über die Frauen und Kinder.



Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und flüssig zu lesenden Sprache. Sie hat umgangssprachlich die Sprache der Zeit berücksichtigt, sodass ich sehr tief in die damalige Zeit eintauchen konnte. Das Buch lässt sich wunderbar lesen, die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, obgleich die Liebe oder Beziehungen erahnen lassen, in welche Richtung es gehen könnte, was aber in keiner Weise störend ist.

Die Schauplätze sind ausführlich beschrieben und zeigen die Stadt Köln zu Beginn des Jahrhunderts.

Eine Familiensaga, die den Platz und die Stellung von Frauen innerhalb der Gesellschaft eindrücklich darstellt. Ein Buch das ich sehr gerne gelesen habe.


Es bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 10.08.2018
Das Weingut. In stürmischen Zeiten
Lacrosse, Marie

Das Weingut. In stürmischen Zeiten


ausgezeichnet

Eine bewegende Familiensaga mit historischem Hintergrund

Das Cover:


Das Cover ist in überwiegend zarten, hellen Farben gehalten und zeigt ein imponierendes Weingut. Davor die dazugehörigen Reben. Die fein abgestimmte Titelschrift und der Klappentext runden das Gesamtbild stimmig ab. Eine wundervolle Präsentation des Buches.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Die Geschichte beginnt im Jahre 1870, als die junge Irene in das Haus des Weinhändlers Gerban kommt und als Dienstmädchen beschäftigt wird. Sein Sohn Franz verliebt sich in das Mädchen und beide müssen gegen die Vorgaben des Standes, gegen familiäre Probleme und Intrigen ankämpfen. Viele Widerstände stehen überall im Wege. Doch damit nicht genug. Es bricht ein schrecklicher Krieg aus, der zwischen Wilhelm Gerban, der den Deutschen nahesteht, und seinem Sohn Franz, dessen Glauben an die Französische Revolution, die Gräben zwischen beiden aufreißt. Die beiden jungen Menschen kämpfen um ihre Liebe und ihr Glück, bis eines Tages das Schicksal zu einem ganz besonderen Schlag ausholt.

Meine Meinung:

Das Buch hat mich von der ersten Minute an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin schreibt in einer flüssigen leicht verständlichen und ausdrucksvollen Sprache. Wunderbar berücksichtigt sie auch die Sprache der Zeit, die dem Ganzen Authentizität verleiht. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und im jeweiligen Charakter glaubhaft und ausdrucksstark. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die beiden Protagonisten Irene und Franz, aus deren Perspektiven hauptsächlich erzählt wird. Diese beiden jungen Menschen führen ein Leben, das heute nicht mehr vorstellbar ist und ihre Geschichte hat mich sehr berührt.

Der Spannungsbogen ist durchgängig hoch und sorgt dafür, dass man nie aufhören möchte zu lesen.

Beeindruckend geschildert sind besonders die schrecklichen Erlebnisse der Soldaten in diesem Krieg sowie die geschichtlichen Hintergründe des Elsass, zwischen Frankreich und Deutschland. Auch die Standesunterschiede, sowie die daraus resultierenden Schwierigkeiten werden bis ins kleinste Detail verdeutlicht. Die Schauplätze sind so schön beschrieben, dass man sie bildlich sehr gut aufnehmen und durchwandern kann.

Insgesamt ein beeindruckendes Buch, das zwischen der Geschichte und der Historie fein verknüpft ist und auf eine tiefgründige Recherche hinweist. Ein Buch, das viel Freude bereitet hat. Die Fortsetzung wird herbeigesehnt.

Es bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 16.07.2018
Inselschwestern
Hilderbrand, Elin

Inselschwestern


sehr gut

Ein sommerliches Lesevergnügen
Das Cover


Die Abbildung zeigt uns zwei Frauen, dazu Sommer, Sonne, Leichtigkeit und Strand. Der Titel unterstreicht die Abbildung, aber der Klappentext lässt schon erahnen, dass die Geschichte nicht ohne Tiefgang auskommen kann. Insgesamt eine vorzügliche Buchpräsentation.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler)

Harper und Tabitha sind Zwillingsschwestern und werden bei der Scheidung der Eltern getrennt. Der Vater lebt mit Harper auf der Insel Martha's Vineyard und Tabitha bleibt bei der Mutter auf der Insel Nantucket. Die Auswahl, wer wo lebt, ist einem Los gleichzusetzen, was die beiden Schwester, die sehr eng verbunden waren, nicht so einfach wegstecken. Sie werden sich völlig fremd, denn irgendwann ist der Kontakt gänzlich eingeschlafen. Nach vielen Jahren stirbt der Vater und sie sehen sich bei der Trauerfeier wieder. Als ihre Mutter stürzt und ins Krankenhaus muss, beginnt für die Familie ein Sommer, der alles verändern sollte.

Meine Meinung

Am Anfang des Buches lernte ich die beiden Inseln kennen, deren Bewohner augenscheinlich in Konkurrenz leben, sodass ich von Anfang an, ein klares und intensives Bild der Schauplätze hatte. Die Einheimischen tratschen und reden mehr übereinander als miteinander, und das schlimmer als jedes kleinste Dorf, das man sich vorstellen kann, obwohl die Inseln gar nicht weit auseinanderliegen.
Und dann war ich etwas überrascht. Die beiden Schwestern, die sich ja unterschiedlich entwickelt haben, finden durch verschiedene Vorkommnisse und Schuldzuweisen überhaupt keinen gemeinsamen Gesprächsfaden mehr. Die Mutter ist auch nicht gerade einfach und pflegeleicht und Tabithas Tochter, benimmt sich in ihrem Teenagerverhalten schon mal gar nicht vorbildlich, um es höflich zu umschreiben. Zusammenfassend beharken sich die vier weiblichen Familienmitglieder derart miteinander, dass ich keine von denen als Protagonistin einfach mal so ins Herz schließen konnte. Sie waren aber stimmig ausgearbeitet und ihre Charaktere passten zur Erzählung.
Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und lebhaften Sprache. Die Geschichte wurde abwechselnd aus Harpers und Tabithas Sicht erzählt, sodass sie trotz ihrer schwesterlichen Kämpfe ziemlich viel Nähe zuließen.
Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die endlos langen gedanklichen Rückblenden der beiden Schwestern. Diese waren so tief und breit ausgestaltet, dass die Geschichte meines Erachtens immer wieder zu lange anhalten musste, eher sie spannend fortschreiten konnte. Für meinen Geschmack wäre hier etwas weniger mehr gewesen. Deshalb einen kleinen Abzug.
Insgesamt aber ist das Buch ein Sommerroman, der ein paar tiefergehende Aspekte und menschliche Regungen beleuchtet und dabei sehr unterhaltsam ist. Er bekommt von mir gerne eine Leseempfehlung.

Friedericke von „friedericke bücherblog“

Bewertung vom 04.07.2018
Das Echo der Farben
Korte, Alizée

Das Echo der Farben


ausgezeichnet

Alizée Korte Korte erzählt auf den ersten Seiten des Buches, wie die Geschichten entstanden sind, wie es mit ihnen weiter ging, oder auch wie sie lange Zeit aufbewahrt wurden.
Getragen von dem Wunsch als Schriftstellerin arbeiten und leben zu können, lagen die Geschichten also im Computer versteckt, weil Wunschträume, auch Zweifel am eigenen Können des Öfteren der Vater der Gedanken sind und den Alltag prägen.

Viele Jahre später wurden sie nun überarbeitet, in ein Buch gepackt und veröffentlicht. Auch, im Geiste der Person, die immer an die Texte und die Autorin geglaubt und sie zum Schreiben ermuntert hat.

Die Geschichten selbst sind aus verschiedenen Perspektiven in einer wunderbaren, leicht verständlichen und lebhaften Sprache geschrieben. Die Figuren der jeweiligen Erzählung erlebte ich in sich stimmig und sehr gut ausgearbeitet. Sie gestatteten mir außerdem, ganz nah bei ihrem „Ich“ zu sein. Die Dialoge passen exzellent zu den Protagonisten und ihren Charakteren. Alle sechs Geschichten sind in sich abgeschlossen und dennoch miteinander verbunden. Die einzelnen Erzählungen drehen sich um Freundschaft, um Gefühle, um Emotionen, um das persönliche Gleichgewicht und auch um Lebenssituationen. Sie sind tiefgründig und laden zum wirklichen Nachdenken über die schon aufgezählten Werte ein.

Mein Fazit: Ein wunderbares Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Es bekommt von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Bewertung vom 03.07.2018
Das Licht der Welt / Die Ärztin Bd.1
Sommerfeld, Helene

Das Licht der Welt / Die Ärztin Bd.1


ausgezeichnet

Historische Reise in die Welt der Medizin des 19. Jahrhunderts

Das Cover

Ein Cover, das mich sofort und intensiv angesprochen hat. Die abgebildete junge Frau im 19. Jahrhundert, zieht mit ihrem Ausdruck den Blick auf sich, und Berlin im Hintergrund der damaligen Zeit, sorgt für den richtigen Rahmen. Der Titel und der Klappentext fügen sich harmonisch ein. Eine stimmige und beeindruckende Buchpräsentation.



Die Geschichte (Spoiler!)

Eine familiäre Tragödie auf dem Anwesen sorgt dafür, dass der Graf seine Tochter Henriette bittet, sich um Ricarda das Mädchen des Gärtners zu kümmern, die rechtzeitig zur Stelle war, um Antonia seine Enkelin zu retten, während ihre Schwester dabei zu Tode kam.
Sie nimmt das aufgeweckte Mädchen mit nach Berlin und schickt sie auf eine gute Schule. Ricarda tut sich anfänglich schwer, sich als armes Mädchen in einer völlig anderen Gesellschaft zurechtzufinden. Alles war nicht einfach und bedarf großer Anstrengungen.
Auch der Umzug vom ruhigen eher beschaulichen Brandenburger Land in die pulsierende Stadt Berlin beansprucht eine längere Eingewöhnung. Der in Berlin viel deutlicher sichtbare Unterschied zwischen Arm und Reich schockt sie sehr. Die erbärmlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung treiben sie immer mehr an, helfen zu wollen.
Da aber Komtess Henriette als eine der ersten Ärztinnen eine Praxis führt, gewinnt sie Einblicke in eine Welt, die sie sich nicht vorstellen konnte.

Meine Meinung

Dieses Buch gehört zu den Büchern in 2018, die ich als besonders lesenswert einstufen möchte. Von der ersten Seite an beginnt das Lesevergnügen, das die Leser auf eine lange Zeitreise ins Kaiserreich und nach Berlin mitnimmt.
Die bedeutenden gesellschaftlichen Zwänge, die unglaublichen Gegensätze zwischen Arm und Reich, die Welt der Medizin, die zu dieser Zeit in ihren Anfängen steckt und die unterversorgte Bevölkerung, sind ein emotionaler Stoff, der mich auf diese Reise mitgenommen hat.

Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda, die als Mündel der Komtesse Henriette von Freystetten in die Großstadt Berlin darf und fortan um ihre Zukunft kämpft und sich gleichzeitig für arme Menschen einsetzt. Wir begleiten sie, auf ihrem Lebensweg von der überzeugenden Helferin, bis zum Ziel eine Ärztin in dieser schwierigen Zeit werden zu wollen. Sie ist ein Mädchen und später eine junge Frau, die man ins Herz schließen und bewundern muss.

Alle Protagonisten sind ihren Charakteren entsprechend glaubwürdig. Die Historie und Zeitgeschichte wurde mit sehr viel Feingefühl in die Erzählung eingearbeitet. Das Autoren-Team schreibt in einer leicht verständlichen und lebhaften Sprache, die ein flüssiges Lesen garantiert. Die Schauplätze sind präzise und lebendig geschildert, sodass ich mich sehr gut in die Straßen, Plätze und Wege hineinbegeben konnte.
Die Geschichte wird über weite Strecken aus der Perspektive von Ricarda erzählt. Die Wechsel zu den Perspektiven der anderen Protagonisten unterstützen den Spannungsbogen, der durch das ganze Buch hindurch hochgehalten wird.
Ich habe insgesamt ein Buch gelesen, das ein Füllhorn an Spannung und Zeitgeschichte ausbreitet. Ein Buch, welches die damaligen fast nicht vorhandenen Rechte der Frau vor Augen führt und intensiv schildert. Eine Geschichte, die beschreibt, wie schwierig das Leben in dieser Zeit war und wie die medizinischen Gegebenheiten das Leben und den Tod im Griff hatten. Ein wunderbares Buch, das mich sehr beeindruckt hat und auch große Vorfreude auf den zweiten Band auslöst.

Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

Friedericke von „Friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 25.06.2018
Das geheime Lächeln
Storks, Bettina

Das geheime Lächeln


ausgezeichnet

Ein Lesevergnügen besonderer Art

Das Cover
Eine junge Frau in den 1930er Jahren in Paris in sorgsam ausgewählten Farben präsentiert gemeinsam mit dem Titel und dem Klappentext ein Buch, das man haben und lesen möchte. Perfekt ausgewählt und in sich stimmig.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler)

Emilia arbeitet zu Hause selbstständig als Journalistin und hat gerade den Auftrag für ein Auktionshaus einen Katalog zu bearbeiten. Darin entdeckt sie ein Gemälde, das ihr die Sprache verschlägt. Sie sieht so was wie ihr eigenes Spiegelbild und ist nach näherer Betrachtung überzeugt, dass es sich dabei nur um ihre Großmutter handeln kann, die als schwarzes Schaf der Familie galt und über die nie gesprochen wurde.
Sie selbst lebt mit ihrem Mann in Baden-Baden und ihre zwei Söhne sind bereits ausgezogen. Ihre Ehe bekam vor kurzer Zeit schwere Kratzer, weil ihr Mann sie betrogen hat. Er hat sich zwar entschuldigt und sie kann verzeihen, aber leider nicht vergessen. Die Distanz steht deshalb zwischen ihnen.

Das Gemälde lässt ihr keine Ruhe. Sie entschließt sich, ins Elsass zu fahren und das Bild zu ersteigern. Dann besucht sie ihre Mutter, die an einer schweren psychischen Erkrankung und einer Teilamnesie leidet, um ihr Fragen zur Großmutter, die in den 1930er Jahren nach Frankreich ging und ihr in der Provence ein Häuschen hinterlassen hat zu stellen, aber es gelingt nicht. Spontan reist daraufhin Emilia nach Frankreich, um sich auf Spurensuche zu begeben und auch ihrem Mann und sich selbst eine Auszeit zu gestatten. Sie stößt in Paris und am Luberon auf viele Geheimnisse und findet Hintergründe, die damals alles auf den Kopf stellten. Letztendlich findet sie Antworten für sich selbst, ihre Familie und ihre Beziehung.

Meine Meinung

WOW, das war mal wieder ein Buch der Extraklasse. Bereits auf den ersten Seiten fand ich mich in der Leselust gefangen, die bis zu Schluss angehalten hat. Die Geschichte wird einmal in der Gegenwart rund um Emilia und ihre Familie erzählt und in Rückblenden, beginnend in den 1930er Jahren, mit dem Leben von Sophie in Frankreich. Auch andere Zeitsprünge fügen sich harmonisch ein, weil sie an den richtigen Stellen für neue Spannung sorgen.

Bettina Storks schreibt in einer vielseitigen, wunderbaren, leicht verständlichen und sehr poetischen Sprache. Sie tut das überwiegend aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Emilia und Sophie, aber auch die anderen Protagonisten mischen sich aktiv ein, sodass die häufigen Wechsel für Lebhaftigkeit, Nähe und Intensität sorgen. Die Schauplätze sind so intensiv beschrieben, dass man gar nicht anders kann, als alles vor dem geistigen Auge direkt zu sehen, zu riechen und zu schmecken.

Alle Figuren sind bis ins kleinste Detail so ausgearbeitet, dass sie in ihrem Handeln und in ihren Dialogen authentisch, plausibel und gemäß ihren Charakteren äußerst glaubwürdig sind, was uns gestattet, bei all ihren Gefühlen sehr nah dabei sein zu dürfen.

Die eingearbeitete Zeitgeschichte ist mit viel Gespür und Können vorgenommen worden, sodass die Geschehnisse, gerade auch in der finsteren Zeit des Krieges, für Gänsehaut und die eine oder andere Träne sorgen. Wunderbar auch der tiefe Blick in die Künstlerseelen, die sich in Paris tummelten.
Fazit: Es ist ein wunderbarer Roman, der mich gefesselt und mitgenommen hat, der mich an Plätze entführte, die ich zugegebener Maßen sowieso sehr liebe. Umso tiefer durfte ich mit hineintauchen und freue mich sehr bei meinem nächsten Besuch in Baden-Baden und dem Elsass an dieses wunderbare Buch denken zu dürfen. Es zählt ganz bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres 2018.
Natürlich ist hier meine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 19.06.2018
Ein Sommer in den Hamptons
Swan, Karen

Ein Sommer in den Hamptons


sehr gut

Sommer, Sonne und gute Urlaubsunterhaltung

Das Cover
Eine Villa direkt am Strand. Dazu eine junge hübsche Frau, das Meer und die Leichtigkeit des Sommers in den Farben, stehen für Exklusivität, Luxus und Urlaub. Der Klappentext und der Titel ergänzen die inhaltliche Präsentation des Buches. Ein sehr gelungenes und verlockendes Cover.


Die Geschichte (Achtung Spoiler!)
Rowenas Freund verkündet überraschend, dass er eine Beziehungspause braucht. Er will schon in zwei Tagen für sechs Monate nach Südostasien und ist überzeugt, dass sie beide anschließend ein wunderbares Leben haben werden. Ro kann die-ser Ansicht nichts abgewinnen und tut sich schon alleine mit dem Gedanken schwer. Sie sind schon so lange zusammen und sie versteht das nicht.
Just zur Zeit seiner Abreise reist sie selbst beruflich von London nach New York. Sie arbeitet als Fotografin und lernt, während sie bei einer Hochzeitfeier fotografiert den Aushilfskellner Humphrey kennen. Der sucht noch für den Sommer Mitbewoh-ner für sein Haus in den Hamptons. Der Zufall verhilft ihr an diesem Abend zu der Möglichkeit, die Zeit des Alleinseins zu nutzen, beruflich neue Wege zu gehen. Auch sonst sind die Hamptons sehr reizvoll. Waren doch dort im Sommer die Rei-chen und Schönen aus New York, die ihre potenziellen Kunden sein können. Vom Meer, Sommer, Sonne und Urlaubsfeeling ganz zu schweigen. Also entscheidet sie sich die nächsten Monate anders zu verbringen, als zunächst gedacht.

Meine Meinung

Im ersten Drittel des Buches war ich nicht gerade begeistert. Ich verstand ehrlich gesagt Rowena nicht. Welche Frau lässt sich nach elf Jahren Beziehung erklären, dass eine Beziehungspause über sechs Monate, als Auffrischungskur sinnvoll ist? Und wenn sie sich dann auch noch mit viel zu großen Herrenklamotten kleidet, um seinen Duft bei sich zu haben, dann ist die Gefahr sich im Selbstmitleid zu baden relativ hoch. Auch ihre Ankunft, sowie ihr beruflicher Neustart war voller Hürden, sodass sie mehr am innerlichen Jammern war, als mir das gefallen hätte.
Dann aber ändert sich die Geschichte zusehends. Ro wird selbstbewusster, sympa-thischer, attraktiver, taffer und die anderen Mitbewohner, sowie weitere Protagonisten fügen sich mit ihren starken und unterschiedlichen Charakteren perfekt in die Geschichte ein. Die Autorin schreibt in einer lebhaften, leicht verständlichen und humorvollen Sprache. Sie erzählt überwiegend aus der Perspektive von Ro, lässt aber auch die anderen wichtigen Figuren, die wunderbar ausgearbeitet sind, ihre Stärken ausspielen. Die Bilder der Schauplätze sind ausführlich und interessant beschrieben, sodass man viel Lust bekommt, sich da persönlich umschauen zu wol-len. Der Beruf von Ro, die neben der Fotografie und das Erstellen von Fotoalben, auch noch Familienvideos bearbeitet, ist sehr spannend. Ganz besonders bei ei-nem besonderen Auftrag, der uns als Leser hineinblicken lässt. Nach einem weite-ren Drittel des Buches wird gar noch ein kriminalistischer Teil eingefügt, sodass der Spannungsbogen durch die mehrfachen Wendungen stets hochgehalten wird.
Insgesamt geht es um Beziehungen, Freundschaften, Zusammenhalt und auch Liebe. Diese war aber etwas zurückgenommen, weil die vielen unterschiedlichen Geschehnisse großen Raum einnahmen und so der Geschichte etwas mehr Tief-gang verliehen. Ein ausgesprochen unterhaltsamer Sommeroman, der in jeden Koffer passt.

Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung.

friedericke von "friederickes bücherblog"