Benutzername: friederickes Bücherblog
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 46 Bewertungen
Bewertung vom 08.12.2017
Der verbotene Liebesbrief
Riley, Lucinda

Der verbotene Liebesbrief


sehr gut

Ein spannendes Buch


Das Cover

Der Küstenstreifen mit seinen Felsen und dem Haus im Hintergrund passt genau zum Inhalt des Buches. Die Farben und die gesamte Grafik ordnet das Buch den anderen Büchern von Lucinda Riley zu und sorgt damit für einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)
Die Journalistin Joanna soll von der Gedenkfeier des verstorbenen Schauspielers Sir James Harrison berichten. Dort lernt sie eine alte Dame kennen, die sie nach einem Schwächeanfall nach Hause begleitet. Einige Tage später schickt sie Joanna einen Umschlag, der einen mysteriösen Liebesbrief enthält.
Joannas Neugierde ist geweckt und sie beginnt der Frage journalistisch nachzugehen. Sie möchte wissen, wer die Liebenden sind und was ihr Leben war. Als sie in die Vergangenheit des verstorbenen Schauspielers eintaucht, gerät sie in tödliche Gefahr.

Meine Meinung: (Achtung: Spoiler!)

Ich habe bisher ein Buch von Lucinda Riley gelesen und das mit großer Begeisterung. Dieses Buch ist allerdings sehr anders, aber nicht minder spannend. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Da wäre die Journalistin Joanna, die mich sofort in ihr Leben gelassen und mich mitgenommen hat. Sie lernt dann im Zuge ihrer Recherche Marcus den Enkel von Sir James Harrison kennen, der mit ihr zusammen in die Unterlagen seines Großvaters einsteigt, um mehr über dessen Leben zu erfahren. Ich fand ihn zunächst aus der Ecke Bruder Leichtfuß kommend und ordnete ihn deshalb langweilig ein, was sich aber schnell änderte.
Dann ist da noch seine Schwester Zoe, die auch als Schauspielerin arbeitet und das Erbe ihres Großvaters verwaltet. Mehr möchte ich zu ihr nicht sagen, um nicht allzu viel zu Spoilern. Das Gleiche trifft auf Joannas Freund Simon zu. Beide Figuren haben mich oftmals in ihrem Handeln allerdings nicht wirklich überzeugt.
Über Schreibstiel und Spannung müssen wir bei Lucinda Riley nicht reden. Auch dieses Buch war kurzweilig, interessant und unterhaltsam. Nur die Erzählung an sich hat mich an der einen oder anderen Stelle etwas ratlos zurückgelassen. Warum? Die Einbindung z. B. der Königsfamilie, fand ich nicht besonders gelungen. Das ganze Konstrukt der Geschichte hat mich eigentlich nicht überzeugt. Mir schien es nicht wirklich ausgereift. Manche plötzlichen Wendungen und Handlungen waren deshalb auch nicht plausibel. Und das Ende war mit Verlaub sehr flach. Gewöhnungsbedürftig war auch der große Anteil kriminalistischer Aktivitäten, was man von Lucinda Riley nicht unbedingt erwartet.
Deshalb ist die Geschichte um Joanna und Marcus, sowie dem verbotenen Liebesbrief für mich nicht das beste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.
Aufgrund der aber über alle Seiten hinweg immer hochgehaltenen Spannung, dem wunderbaren Schreibstil und der Kurzweil, fühlt man sich prima unterhalten und erlebt schöne Lesestunden. Und deshalb spreche ich eine Leseempfehlung aus.

friedericke von "friederickes Bücherblog"

Bewertung vom 22.11.2017
Die Abenteuer von Hexe Krepelkirsche und Räuber Fürchtenix
Rothe, Ina

Die Abenteuer von Hexe Krepelkirsche und Räuber Fürchtenix


gut

Ein zauberhaftes Kinderbuch

Cover:

Das Cover zeigt die Hexe und den Räuber unterwegs auf einem Besen. Eine kindgerechte Zeichnung, die auf die Geschichte hinweist.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Hexe Krepelkirsche und Räuber Fürchtenix sind mit ihrem Besen versehentlich vor einem Kindergarten gelandet. Heimlich macht er sich dort zu schaffen und etwas später entdeckt die Hexe seine Beute. Die Polizei schreitet ein.


Meine Meinung:

Es handelt sich um ein kleines Buch für Kinder von drei bis fünf Jahren. Der Text ist kindgerecht und zum Vorlesen konzipiert. Ich denke aber, dass er vom Vortrag auf der Bühne abgeleitet ist und dort natürlich durch die agierenden Personen mit ihrer Stimme und dem starken Ausdruck weit mehr zur Geltung kommen kann, als wenn man das neben den allerdings wunderbaren Zeichnungen nur vorliest.

Meiner Meinung nach sollte auch für kleine Kinder etwas mehr Spannung eingebaut werden. Auch könnte für mich die Auswirkung von Unehrlichkeit etwas mehr Raum bekommen.

Aber die Idee ist wunderbar.
Zur Buchgestaltung möchte ich sagen, dass die wenigen Seiten auf dünnem Papier optisch nicht gerade vermitteln ein Buch in der Hand zu halten. Da folgt dann relativ schnell der Vergleich zwischen Preis und Leistung, der dann vom aussagekräftigen Inhalt ablenkt.
Ich weiß schon, dass es immer schwierig ist ein Buch mit vielen Farbseiten herzustellen, welches dann auch noch einen einladenden Preis hat. Die Frage, ob man das Buch optisch durch dickeres Papier bei gleicher Seitenzahl oder durch mehr Textseiten aufwertet ist und bleibt der Spagat.


Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 22.11.2017
Venusberg
Thiesmeyer, Alexa

Venusberg


sehr gut

Ein spannender Krimi

Cover:

Das Cover zeigt den Venusberg, ein Stadtteil von Bonn, der sogleich den Titel des Buches und den lokalen Bezug der Geschichte darstellt.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Privatdetektiv Freddy bittet seine Freundin Pilar in Urlaub zu fahren. Diese hat eine Auszeit bitter nötig und möchte Abstand gewinnen. Der letzte Auftrag macht ihr nämlich immer noch zu schaffen.
Sie fährt nach Island. Dort lebt Gerda, die 1986 nach der Ermordung eines Bonner Diplomaten durch die RAF in die Einsamkeit geflohen ist. Nunmehr viele Jahre später sterben in Bonn zwei ehemalige Schulfreundinnen von Gerda.
Anstelle dort ihren Urlaub zu genießen, wird Pilar von Freddy gebeten, Gerda zu suchen. Eine verzwickte Geschichte um Rache und Hass nimmt ihren Lauf.

Meine Meinung:


Der Anfang ist etwas langsam und die Geschichte plätschert zunächst einige Seiten dahin, bis sich die Spannung nach und nach aufbaut. Der Schreibstil ist leicht und verständlich. Die Figuren hat die Autorin sehr gut ausgearbeitet und mit interessanten Charakteren ausgestattet. Das Pärchen Freddy und Pilar, das wohl in mehreren Büchern in „Fälle“ hinein stolpert ist sehr sympathisch. Die Schauplätze sind präzise beschrieben und die Mischung aus Lokalkolorit (Bonn) und Island hat seinen besonderen Reiz.

Gut platzierte Perspektivwechsel sorgen dafür, dass die Geschichte immer im Fluss bleibt und vorangetrieben wird. Morde, Verwicklungen und kriminalistische Handlungen, gewürzt mit ein wenig Zeitgeschichte und viel Bonner Flair sorgen für Kurzweil, Spannung und gute Unterhaltung. Gelegentlich dachte ich, dass mich manche Figuren etwas auf Abstand halten und eine ganze tiefe Nähe an der einen oder anderen Stelle nicht zulassen. Das war aber subjektiv und tut der Spannung und der Unterhaltung keinerlei Abbruch.

Das Buch bekommt deshalb von mir eine Leseempfehlung.


Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 22.11.2017
Drei Lichtjahre
Canobbio, Andrea

Drei Lichtjahre


sehr gut

Ein intensiver Liebesroman

Cover:

Ein sich innig umarmendes Liebespaar. Das Symbol an sich für eine schöne Liebesgeschichte. Deshalb hat mich der Einband gemeinsam mit dem Klappentext animiert das Buch lesen zu wollen.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):


Claudio Viberti wohnt mit seiner Mutter und seiner Exfrau in gleichen Haus. Er ist ein sehr schüchterner Mensch und lernt eine Tages Cecilia kennen und verliebt sich in sie. Irgendwann nach langem Zögern gesteht er ihr seine Liebe und weil auch sie so zurückhaltend lebt, ist eine Beziehung trotzdem in weiter Ferne.
Dann drängt sich auch noch Cecilias Schwester an ihn heran, doch seine große Liebe ist und bleibt Cecilia.
Meine Meinung:

Das Buch wird aus den Perspektiven der Beteiligten erzählt. Es ist eine sehr intensive Geschichte um die Liebe und die Gefühle von drei Personen zueinander.
Zusätzlich tritt gelegentlich der Sohn als Erzähler auf, der die Geschichte aus mehreren Jahren rückblickend in Augenschein nimmt und damit die Spannung hochhält. Ich finde das besonders klug, weil die drei Protagonisten ein und dieselbe Geschichte eben aus ihrer Sicht und damit gleiche Inhalte mehrmals erzählen, aber eben anders. Durch die Zögerlichkeit der Protagonisten in ihrem Leben, wäre das Buch langatmig geworden, was der Sohn deshalb wunderbar zu verhindern vermag.

Der Autor ist ein Meister seines Fachs. Über seine Art zu schreiben muss man nicht weiter berichten, denn seine Erfolge sprechen für sich. Die Figuren sind entsprechend ihrer Charaktere perfekt angelegt, eben manchmal etwas anstrengend, weil sie nicht aus ihrer Haut können und man ihnen am liebsten ab und zu einen Schubser geben möchte.
Drei Liebesgeschichten oder nur eine Geschichte? Mit sehr viel Feingefühl erzählt in einer Sprache, die jede Regung und jedes Gefühl bis ins Kleinste beleuchtet.

Das Buch erhält von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 22.11.2017
Tausend Teufel / Max Heller Bd.2
Goldammer, Frank

Tausend Teufel / Max Heller Bd.2


ausgezeichnet

Ein wunderbares Buch

Cover:

Das Cover mit seinen grauen Farbtönen spiegelt die triste und schwierige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und harmoniert wunderbar mit dem Cover des ersten Buches. Beide erzeugen einen hohen Wiedererkennungswert und erwecken zusammen mit dem Klappentext den Wunsch das Buch unbedingt lesen zu wollen.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Die Geschichte spielt in Dresden im zweiten Jahr nach Kriegsende. Es ist bitterkalt, die Stadt ist ein Trümmerhaufen und es herrscht große Wohnungsnot. Die Bevölkerung leidet. Heller wird zu seinem zweiten Fall gerufen und er ermittelt den Tod eines Rotarmisten, der aber vom Militär weggeschafft wird. Übrig bleiben eine Blutlache und ein Rucksack mit dem abgetrennten Kopf eines Mannes

Meine Meinung:

Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig. Die Figuren sind wunderbar erarbeitet, harmonieren mit ihren zugewiesenen Charakteren und verteilen entsprechend Sympathie oder auch Abneigung. Sie lassen die Leser sehr nahe an sich heran. Die Schauplätze sind präzise beschrieben und übermitteln die Orte bildlich genau, sodass ich überall dabei sein konnte. Die Perspektivwechsel und kriminalistischen Elemente erhalten von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung. Gut recherchierte Zeitgeschichte fügt sich in die Geschehnisse harmonisch ein und lässt Gänsehaut wachsen, ob der schwierigen Lebensbedingungen und Kämpfe um ein neues Leben in dieser Zeit.
Heller, der Ermittler arbeitet ja an seinem zweiten Fall und ich gestehe, ich kannte das erste Buch nicht. Ich stelle mir vor, dass es für mich schöner gewesen wäre, das erste Buch zuvor gelesen zu haben. Es schmälert aber nicht das Lesevergnügen. Es ist eher so, dass man mehr über den Heller erfahren möchte. Schade fand ich, dass sich bei der Buchgestaltung Fehler eingeschlichen haben und zwischendurch immer mal wieder einige Seiten fehlen.

Der Respekt vor unseren Eltern und Großeltern, die in den ersten Jahren nach dem Krieg mit all ihren Entbehrungen den Grundstein für unser Leben gelegt haben, steigt mit diesen eindringlichen Erzählungen.

Fazit: Das Buch hat mich total begeistert und ich lege es zu den Büchern, die nach dem Lesen noch präsent sind, was ein Zeichen von Begeisterung ist. Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 04.11.2017
Zeiten des Aufbruchs / Jahrhundert-Trilogie Bd.2
Korn, Carmen

Zeiten des Aufbruchs / Jahrhundert-Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Die Zeit des Wirtschaftswunders

Cover:

Vier junge Frauen in der Nachkriegszeit entspannt und ausgelassen an der Alster in Hamburg. Das Schwarzweiß-Foto unterstreicht die Zeit, in der die Geschichte einzuordnen ist. Im Design angelehnt an den ersten Band entsteht ein gelungener optischer Hinweis auf die Jahrhundert-Trilogie.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

Vier junge Frauen sind miteinander befreundet und erleben Höhen und Tiefen sowie zwei Weltkriege. Ihre Herkunft und ihre Lebenswege sind völlig verschieden und beinhalten alles, was in dieser Zeit möglich war. Soweit die Überleitung aus dem ersten Band. In diesem Buch geht nun die jeweilige Lebensgeschichte der Frauen nach dem Krieg weiter. Die Familienverhältnisse haben sich an einigen Stellen selbstverständlich verändert. Der berufliche Aufstieg schreitet voran und die Wirtschaft nimmt immer mehr Fahrt auf. Während es bei den einen rund läuft, haben andere mit gesellschaftlichen Verkrustungen zu kämpfen und Käthe muss besonders hart an einem neuen Leben arbeiten.

Meine Meinung:

Ich bin etwas zurückhaltend in das Buch eingestiegen, weil ich mit dem ersten Band durch die vielen Protagonisten und die unterschiedlichen Ansprachen mit Vor- oder Zuname etwas angestrengt war.

Aber nun war es ein Genuss. Ich kannte die meisten Personen und hatte mich auch an die zum Teil schnellen Perspektivwechsel, sowie die gelegentlich großen Zeitsprünge aus dem ersten Band gewöhnt. Dadurch konnte ich mich ganz auf die Geschehnisse konzentrieren.

Alle Figuren haben sich exzellent weiterentwickelt und die neu hinzugekommenen perfekt eingefügt. Die Schauplätze in Hamburg waren auch in diesem Buch wunderbar beschrieben. Die eingearbeitete Zeitgeschichte lässt auch dieses Mal auf eine perfekte Recherche schließen und gestattet mehr als nur einen Blick, in die interessanten Jahrzehnte nach dem Krieg, mit allen Problemen und Freuden dieser Zeit. Ein wenig habe ich mich gewundert, dass alle Beteiligten nach dem Krieg ein bessergestelltes Leben führen konnten.

Der Schreibstil war wie im ersten Buch natürlich auch flüssig und sehr verständlich. Die Szenen lebhaft und durch die stetigen Wechsel sehr kurzweilig. Es war einfach die reine Freude in diese Zeit einzutauchen und die Geschichten rund um die vier Freundinnen und ihre Familien zu genießen.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und wünsche viel Vergnügen.


Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 04.11.2017
Smillo von Gerresheim
Brigitte Regitz (Texte) Nanda Naumann (Illustrationen)

Smillo von Gerresheim


gut

Eine Katzengeschichte

Cover:


Ein Kater sitzt am Straßenrand und blickt sich suchend um. Die kindgerechte Zeichnung passt zum Inhalt des Buches. Der Klappentext macht neugierig.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

Die Geschichte erzählt von einem Kater, der eine Futterstelle findet, an der Tierschützer täglich herrenlose Katzen mit Futter versorgen. So bekommen Kinder einen Einblick in das Leben von Tieren, die kein Zuhause haben.


Meine Meinung:

Es handelt sich um ein feinfühliges Kinderbuch und normalerweise bewerte ich nur den Inhalt und die Zeichnungen. Keinesfalls das Layout. Aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme, weil das Format in die Geschichte hinein strahlt.

Dieses große Format stört meines Erachtens, weil man ganz oft auf eine fast leere Seite schaut. Ähnlich ist es auch mit den Zeichnungen, die nur das obere Drittel einnehmen. Ich weiß wie schwer das ist, ein richtiges Format zu wählen. Ein kleines Format ist auch nicht immer ideal, weil es mit relativ wenigen Seiten schnell als Broschüre, oder als Heftchen daherkommt. Es ist und bleibt deshalb ein Spagat und vielleicht auch Geschmacksache. Bei der Schrift stört der Punkt, am Ende des Satzes, auf halber Höhe, den Lesefluss. Das mag jetzt pingelig klingen. Aber Vielleser sind den Punkt an anderer Stelle gewöhnt und das Auge muss sich erst gewöhnen.

Die Geschichte ist sehr einfühlsam und schildert Kindern das Leben und die Gefühle von herrenlosen Tieren. Die Autorin schreibt flüssig, leicht verständlich und kindgerecht. Überwiegend schaut man von außen in die Erzählung hinein, was ja eigentlich immer etwas Abstand von den Figuren bedeutet. Von daher hätte ich mir gut vorstellen können, in den kleinen Smillo hineinzukriechen und das Ganze aus seiner Perspektive zu betrachten. Aber das Buch ist ein schönes Buch, das Kinder bestimmt gerne mögen. Die Zeichnungen sind besonders hervorzuheben. Sie sind ausdrucksstark und sehr detailliert. Sie tragen zum besseren Verständnis und dem Tierschutz bei.

Am Ende des Buches sind noch viele Hinweise für Wissbegierige.

Das Buch bekommt eine Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 04.11.2017
Scherbenbilder
Coniglio, Melina

Scherbenbilder


gut

Ein emotionaler Jugendroman
Das Cover zeigt drei Freunde die sich umarmen. Damit ist die Beziehung der drei jungen Menschen sehr gefühlvoll dargestellt. Die Scherben allerdings lassen wissen, dass es sich nicht um eine leichte Liebesgeschichte handelt.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):


Aiko und Kai lernen sich in der Schule kennen. Beide sind Außenseiter und finden deshalb nach und nach zu einer engen Freundschaft. Kai bringt auch Aiko mit seinem besten Freund Mamoru zusammen, weil er glaubt, dass wenn sich die beiden näherkommen, sie ihr Leben in die richtige Richtung lenken zu können.

Meine Meinung:

Es fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht das Buch zu bewerten, welches sich mit sehr ernsten und schweren Themen beschäftigt und deshalb nicht so einfach nach Schreibstil und Inhalt zusammengefasst werden kann.
Es handelt sich um drei jungen Menschen, die allesamt Außenseiter und problembehaftet sind. Zwei davon sind nach meiner Einschätzung seelisch krank und sind selbstzerstörerisch unterwegs. Das zusammen erschwert es mir sehr den Figuren überhaupt nahezukommen, weil ich sie am liebsten in eine Klinik einweisen würde. Außerdem sind die Hintergründe der jeweiligen Probleme meines Erachtens für den Leser nicht ausreichend durchleuchtet. Die Figuren sind in ihren Charakteren überzeugend und sehr gut beschrieben. Die Schauplätze sind im Buch kein eigentliches Thema. Der Schreibstil ist flüssig und lebhaft. Allerdings haben mich die vielen Wortwiederholungen nach einiger Zeit sehr gestört. So zum Beispiel das Wort „Grinsen“ an sich, welches sehr oft auf den Gesichtern breiter wird, oder sich schief auf den Lippen kräuselt im Besonderen. Ebenso das schiefe Lächeln auf den Lippen.

Insgesamt ist es aber eine leise Liebesgeschichte, die natürlich aufgrund der Vorgeschichte keine großen und hektischen Ausschläge hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass junge Menschen, die sich sehr in die Gefühle dieser Schüler hineinversetzen können, das Buch sehr mögen. Ebenso Mütter, deren Kinder ähnliche Probleme haben. Das Ende lässt es zu, die Geschichte weiterzuerzählen.

Ich spreche eine leise Leseempfehlung aus und wünsche dem Buch viel Erfolg.


Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 09.10.2017
Liebe zwischen den Zeilen
Henry, Veronica

Liebe zwischen den Zeilen


ausgezeichnet

Emilias Liebe zum Erbe ihres Vaters
Cover:

Das Cover in seinen kräftigen Farben ist wunderbar mit dem Titel in Einklang gebracht. Die Schaufenster der Buchhandlung mit der gesamten sind sehr einladend. Und der Klappentext löst den Wunsch aus, das Buch lesen zu wollen. Eine rundum gelungene Präsentation des Buches.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Julia ist dank ihres Vaters in der Welt unterwegs, als sie erfährt, dass es ihm sehr schlecht geht. Sie eilt zurück und begleitet ihn auf seinem letzten Stück des irdischen Weges. Sie kümmert sich nach dem Abschied um seine geliebte Buchhandlung, die kurz vor dem Ruin steht, weil er sich mehr um die Menschen und ihre Liebe zu Büchern kümmerte, als um seine Zahlen und die Wirtschaftlichkeit. Dabei erfährt sie, wie beliebt ihr Vater in dem Städtchen Peasebrook eigentlich war und lernt ihm einige nahestehende Menschen und deren Lebensgeschichten kennen. Kann Sie die Buchhandlung vor einem großen Investor retten?

Meine Meinung:

Zunächst geht es in der Zeit zurück. Man erfährt wie und wann sich Julias Vater entschied die Buchhandlung zu übernehmen. Wie Julius damals mit neunzehn Jahren als junger Mann seine große Liebe zwischen Büchern kennenlernte und warum er dann mit dem kleinen Mädchen, einem Baby alleine dastand. Nach und nach erklärt sich die große und tiefe Liebe zwischen Vater und Tochter.
Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und fast allesamt mit liebevollen Charakteren ausgestattet. Sie sind einerseits wunderbar unterschiedlich in ihren Berufen und ihrem Handeln und anderseits angenehm mutig und gradlinig. Man muss sie einfach mögen. Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig. Die Autorin erzählt aus mehreren und stets wechselnden Perspektiven, sodass an keiner Stelle Langeweile entsteht und die Geschichte sich wunderbar weiterentwickelt.

Es ist kein üblicher Liebesroman, sondern es sind mehrere feingesponnene Geschichten, Beziehungsgeschichten und Lebensläufe von Menschen, deren Fäden in und um die Buchhandlung herum irgendwann zusammenlaufen. Viele kannten Julias Vater gut und liebten diese Buchhandlung sehr. Auch Julias Trauer um ihren Vater und der Wunsch seine Buchhandlung weiterzuführen spielen eine große Rolle.
Außerdem werden von der Autorin Inhalte von bekannten und unbekannten Büchern verschiedener Genres in die Handlung eingeflochten, die uns ganz subtil vermitteln, dass jeder sein Lieblingsbuch und auch manche Erkenntnis in seiner Buchhandlung finden wird.

Das präzise beschriebene Geschäftsmodell der Buchhandlung und die Vorstellung wie eine Buchhandlung im besten Fall sein sollte, lässt darauf schließen, dass die Autorin von so einer Buchhandlung träumt. Einer Buchhandlung, in die man nicht nur geht, weil man ein Buch kaufen möchte. In die man geht, weil man Bücher über alles liebt. Und auch ich hätte gerne so eine Buchhandlung um die Ecke.

Es ist insgesamt ein leises Buch, ein Buch, das nicht eine dahinplätschernde und durchschaubare Liebesgeschichte beschreibt, sondern eine in sich stimmige geschickte Erzählung präsentiert, die mehrere Liebesgeschichten miteinander verwoben hat. Ein Buch, das man nicht mehr weglegen möchte, eines das zu den Büchern gehört, die ein Jahr versüßen und das deshalb von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung bekommt.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

Bewertung vom 11.09.2017
Wohin dein Traum dich führt
Wood, Barbara

Wohin dein Traum dich führt


ausgezeichnet

Ein atmosphärisch dichter Roman mit starken Frauencharakteren

Cover:

Das Cover ist in überwiegend eher zarten, hellen Farben gestaltet. Es zeigt ein herrschaftliches Haus im Kolonialstil an einem Fluss umgeben von Palmen – ein Hinweis auf den Schauplatz Palm Springs in der Wüste Kaliforniens.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

1920 lernt Elizabeth, eine New Yorker Tochter aus reichem Hause, während einer Schiffsreise Nigel kennen, den Baron Stullwood aus England. Er wurde von seinem Vater zugunsten seines jüngeren Bruders enterbt und ist nun wild entschlossen, sich im amerikanischen Westen eine neue Existenz aufzubauen. Doch für seine Pläne braucht er viel Geld. Elizabeths Wohlstand kommt ihm da gerade recht, und er
beschließt, um sie zu werben. Während sich Elizabeth in ihn verliebt, ist für ihn alles nur Berechnung. Skrupellos räumt er sogar einen Konkurrenten um Elizabeths Gunst aus dem Weg. Schließlich geht sein Plan auf: Er heiratet Elizabeth und lässt sich mit ihr in Palm Springs in der kalifornischen Wüste nieder. Dort baut er eine Dattelplantage auf, die er mit harter Hand leitet – ohne Rücksichtnahme auf seine Arbeiter und auch auf die im benachbarten Reservat lebenden Indianer. Seinen Jähzorn und sein aufbrausendes Wesen bekommt bald auch Elizabeth zu spüren, die durch sein Verschulden eine Fehlgeburt erleidet. Doch Nigel behält auch hier Oberwasser und versucht ihr einzureden, dass sie an dem, was passiert ist, allein die Schuld trägt.

Elizabeth hat Schwierigkeiten, sich den Bewohnern von Palm Springs anzunähern, ist sie doch in deren Augen eine reiche Lady, die weit über ihnen steht. Der Einzige, zu dem sie außer ihrem Personal Kontakt aufbaut, ist Cody McNeal, der auf der Suche nach einem Mann aus seiner Vergangenheit ist. Nach und nach wird aus der anfangs zarten Freundschaft zwischen den beiden mehr …


Meine Meinung:

Mit „Wohin dein Traum dich führt“hat Barbara Wood einen sehr breit angelegten Roman erschaffen, der den Leser in eine vergangene Zeit und gleichzeitig auch in eine fremde Kultur entführt. Nicht nur in die Zeit des aufstrebenden amerikanischen Westens kann man sich beim Lesen wunderbar hineinversetzen. Auch die Kultur und die Lebens- und Denkweise der Indianer im Reservat wird sehr authentisch und mit viel Feingefühl beschrieben. Man merkt, dass dies auf einer umfassenden und detaillierten Recherchearbeit der Autorin beruht.

Hervorzuheben sind auch die sehr anschaulichen und breit angelegten Schauplatzbeschreibungen sowie die in ihrem Tun und Handeln glaubhaft wirkenden Figuren. Dabei sind die Frauen eindeutig die stärkeren Charaktere. Dies gilt nicht nur für die Hauptfigur Elizabeth, sondern auch für ihre Zofe Fiona und die Indianerin Luisa, die allesamt für die damalige Zeit viel Mut und Eigenständigkeit beweisen.

Wie in den anderen Romanen der Autorin darf auch in diesem Buch ein wenig Mystik nicht fehlen, was der Geschichte zusätzlich eine besondere Note verleiht.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr detailreiche, gut recherchierte Darstellung des Lebens im amerikanischen Westen der Zwanzigerjahre, der die Probleme des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Nationalitäten auf sensible und gleichzeitig authentische Weise behandelt. Daher gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung.





Susanne von „friederickes Bücherblog“