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Benutzername: friederickes Bücherblog
Wohnort: Berlin
Über mich: Als Bücherblog rezensieren wir gerne unabhängig und redaktionell frei Bücher für Verlage und Autoren. Schicke uns bitte vorab eine kurze Anfrage (Buchtitel und Klappentext) per Mail. Verlage dürfen uns ebenfalls gerne kontaktieren. Unsere Schwerpunkte sind: Romane der Zeitgeschichte, Historische Romane, Frauenromane, Liebesromane und Biografien.
Danksagungen: 36 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 182 Bewertungen
Bewertung vom 15.06.2021
Lavendeltage in der Auberge de Lilly (eBook, ePUB)
Stieglitz, Marion

Lavendeltage in der Auberge de Lilly (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Traumhafte Reise in die Provence

Das Cover:
Das Cover ist einfach ein Traum und sorgt für Leselust. Liest man dann noch den Klappentext, dann ist die Lust auf Sommer leichte Unterhaltung, Urlaub und Lavendelduft geweckt. Eine tolle Buchpräsentation.


Die Geschichte:
Hellen kann eigentlich im Moment keine Überraschungen gebrauchen, steckt sie doch mitten in der Vorbereitung für eine wichtige Präsentation. Doch ihr Freund Leo entführt sie für einen Kurzurlaub in die Provence. Als sie auch noch mit einer Panne liegen bleiben, stranden sie im provenzalischen Hotel „Auberge de Lilly“. Während sie auf die Reparatur wartet, entdeckt sie ihre Liebe zur Verarbeitung von Lavendel, werden gar alte Träume wach. Ein kleiner Lavendelladen im Nachbardorf, der geschlossen ist, erscheint ihr als Wegweiser. Auch der Besitzer Marcel zieht sie in seinen Bann. Nur Leo gefällt das alles nicht.

Meine Meinung:
Ein Sommerroman, der die Sehnsucht nach der Provence weckt. Die Protagonisten sind wunderbare Persönlichkeiten, die in all den unterschiedlichen Charakteren glänzen und die Geschichte bereichern. Es ist eine Freude, die Geschichte so nah miterleben zu dürfen und dabei zu sein.
Die Autorin schreibt in einer lebhaften, flüssigen und sehr unterhaltsamen Sprache. Sie versteht es, die Schauplätze so brillant zu schildern, dass die Reiselust geweckt wird. Ihre Liebe zur Provence und zum Lavendel ist unübersehbar. Die zahlreichen Perspektivwechsel, auch die immer wieder neuen Wendungen sorgen für Spannung und verhindern zu wissen, wie es endet.
Mein Fazit: Ein leichter und sehr unterhaltsamer Sommerroman, der nicht nur Urlaubsgefühle und Reiselust weckt. Das Buch bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.
Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 09.06.2021
Julias Insel
Roth, Ines

Julias Insel


gut

Rezensionstitel: Julia und ihre Insel

Das Cover:
Das Cover mit seinem Häuschen und der Nähe zum Meer hat mich sehr angesprochen und mir suggeriert, mich wegträumen zu dürfen.

Die Geschichte:
Julia, die einst wegen ihres Stiefvaters wegging, kommt zurück, weil es ihrer Mutter sehr schlecht geht. Sie verspricht ihr kurz vor ihrem Tod, sich um dem Stiefvater zu kümmern, der dann die Hilfe auch sehr nötig hat. Die beiden geraden immer wieder aneinander und es dauert, bis sich irgendwann eine liebevolle Vater-Tochter-Beziehung entwickelt. Zusammen fahren sie in Julias Heimat auf die Insel und zu ihrer Oma Helene, die sie sehr liebt. Sie trifft dort auf ihren Jugendfreund Jan.

Meine Meinung:
Das Cover hat mich ans Meer eingeladen, um Julias Umwege in der Liebe zu Jan zu begleiten, so steht es auch im Klappentext. Die Protagonisten sind interessant gezeichnet, besonders Oma Helene und Gesa die gute Fee, die ich beide sehr ins Herz geschlossen habe.
Julia hat mich einerseits nicht so richtig in ihre Nähe gelassen und andererseits sehr willensstark agiert. Stiefvater Gerd mit seinen Problemen, seinen Wutausbrüchen und seinem vielen Geld hat mir fast leidgetan. Dass er viel davon verschenkt und Probleme einfach mal mit Geld aus der Welt schafft, hat mich etwas irritiert.
Die Autorin schreibt in einer Sprache, die die Leser auf Abstand hält und den Protagonisten relativ wenig Emotionen zubilligt. So sind auch die Liebesbeziehungen von Julia eher kühl und sachlich beschrieben. Die Insel, die das Cover ziert und den Titel beschreibt, kommt erst am Ende des Buches richtig vor. Der Weg zu Jan und dessen Liebe ebenso. Beides kommt dem durchgängigen Spannungsbogen zugute.
Das Buch hat mich nicht so richtig in die Erzählung eintauchen lassen, was ich sehr schade finde. Vielleicht aber auch deswegen, weil meine Erwartungshaltung an die Geschichte aufgrund der Präsentation eine ganz andere war. Wie immer ist es aber meine sehr persönliche und individuelle Einschätzung.
Mein Fazit: Insgesamt ist es eine zarte, leise und auch ernste Geschichte um Leben, Liebe, Vertrauen und Tod in einer Familie. Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche.
Heidelinde von friederickes Bücherblog

Bewertung vom 01.06.2021
Der Himmel über der Stadt / Fräulein Gold Bd.3 (eBook, ePUB)
Stern, Anne

Der Himmel über der Stadt / Fräulein Gold Bd.3 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein großartiges Vergnügen

Das Cover:
Das Cover finde ich sehr ausdrucksstark. Es ist angelehnt an die ersten beiden Bücher und schafft so einen hohen Wiedererkennungswert. Der Klappentext fordert geradezu auf, das Buch lesen zu wollen. Eine sehr gelungene Präsentation.

Die Geschichte:
1924: Hulda tauscht ihre freie Tätigkeit als Hebamme gegen eine Anstellung in der Klinik. Sie hat fortan ein sicheres Einkommen und geregelte Arbeitszeiten. Sehr schwer fällt ihr aber, mit mehreren Kolleginnen in die zweite Reihe zurückzutreten und den Ärzten bei den Geburten den Vortritt zu lassen. Ganz abgesehen von deren Meinung, dass sie als Frauen den studierten Ärzten ohne Einmischung überlassen müssen. Aber Hulda versteht es prächtig ihr Fachwissen wo immer nötig in den Vordergrund zu stellen und zu überzeugen. Als sie aber auf medizinische Ungereimtheiten stößt und sie auch noch ihre ungefestigte Beziehung zu einer Entscheidung zwingt, hat sie alle Hände voll zu tun, diese Probleme aufzulösen.

Meine Meinung:
Mit großer Vorfreude begann ich mich mit Hulda durch die Geschichte des 3. Bandes zu bewegen. Sie hat nach wie vor alle meine Sympathien, weil sie eine starke, sympathische und beeindruckende Frau dieser Zeit ist. Auch alle anderen Figuren werden ihren Charakteren gerecht und überzeugen. Karl allerdings hat so seine Probleme, sodass seine Entwicklung in eine andere Richtung geht, als man denken könnte. Bert vom Winterfeldplatz, den ich sehr mag, bekommt in diesem Band für sein Lebensweg eine eigene Aufmerksamkeit, die aber begrenzt ist. Ich hätte mir mehr von ihm gewünscht, weil er eine spannende Persönlichkeit ist. Auch Karls Kindheit liegt noch sehr im Dunkeln. Vielleicht im vierten Band?
Anne Stern schreibt in einer flüssigen, vielseitigen und bildlich starken Sprache, die es leicht macht in die Zeit der Zwanziger einzutauchen, das Leben jedes einzelnen Protagonisten zu spüren und hautnah mitzuerleben. Die Zeitgeschichte insgesamt und die medizinischen Abläufe der Geburten sind intensiv recherchiert und detailreich in die Geschichte eingebunden. Die Spannung wird hochgehalten.
Mein Fazit: Es ist mir wieder eine große Freude gewesen mit Hulda das Berlin der Zwanziger mitzuerleben. Eine Saga, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 17.05.2021
Falscher Glanz / Die Kaffeehaus-Saga Bd.2
Lacrosse, Marie

Falscher Glanz / Die Kaffeehaus-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Spannende Fortsetzung

Das Cover:
Das Cover ist mit seinen Farben und den Abbildungen an der ersten Band angelehnt. Sehr ansprechend und einladend. Eine sehr schöne und passende Buchpräsentation.
Die Geschichte:
Sophie tritt ihre Stelle als Hofdame an. Zunächst ist ihr Alltag von Langeweile in der Einfachheit ihrer Kammer geprägt. Erst als sie mit Kaiserin Sisi auf Reisen gehen darf, wird sie gefordert. Hinzu kommt die Eifersucht von Marie Festetics, die ihr zu schaffen macht.
Als sie an der Hochzeit von Richard ihrer großen Liebe, mit Amalie von Thurnau teilnehmen muss, sie sich außerdem große Sorgen um ihren Onkel und das Kaffeehaus macht, und dann auch noch mit einem älteren Mann verheiratet werden soll, flieht sie ins Kaffeehaus und übernimmt dort wichtige Aufgaben.

Meine Meinung:
Der Klappentext machte mich neugierig, denn ich erfuhr, dass Sophie Leitungsaufgaben im Kaffeehaus übernehmen wird. Doch zunächst stand Kaiserin Sisi im Mittelpunkt mit all den Etiketten und Regeln der k.u.k. Monarchie, die die Protagonisten einzuhalten und zu leben hatten. So auch Sophie, deren Leben zusätzlich erschwert wurde.
Marie Lacrosse ist eine grandiose Erzählerin, die es jedes Mal schafft, den Figuren und Schauplätzen Leben einzuhauchen. Und immer wieder muss ich auch diese enorme Recherchearbeit bewundern, die nötig ist, um solche Geschichten entstehen zu lassen. In diesem Fall sollte man die österreichische Monarchie sehr spannend finden und mögen. Mir war es etwas zu viel und zu opulente Zeitgeschichte, die die fiktive Geschichte rund um Sophie und das Kaffeehaus sehr lange überstrahlte. Dennoch habe ich voller Spannung die Geschichte gelesen und genossen, weil sich die ganze Epoche voller Gegensätze zeigt und die Menschen tatsächlich auf einen falschen Glanz blickten.
Gefreut habe ich mich auch hier, dass alte Bekannte aus dem Weingut vorbeischauten.
Es ist ein intensiver und ehrlicher Blick auf das Leben von Sisi, das Leben am Hof, auf die Kultur der Kaffeehäuser, auf die Armut und die soziale Schieflage. Gerne spreche ich meine Leseempfehlung aus.

Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 26.04.2021
Wo der Himmel die Prärie berührt (eBook, ePUB)
Maly, Rebecca

Wo der Himmel die Prärie berührt (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Das Cover:
Das Cover zeigt eine junge Frau des neunzehnten Jahrhunderts. Im Hintergrund die Prärie. Die Farbgebung ist perfekt abgestimmt. Ich finde es ist eine sehr ansprechende Buchpräsentation.

Die Geschichte:
Mary zieht mit ihrem Vater Joshua Jerobe, dem Wunderheiler, in einem Planwagen durch die Prärie. Als er sich nach einer schweren Verletzung als Lehrer für Waisenkinder in einem Dorf entschließt, verliebt sich Mary in Cree Timothy. Doch der ist mit einem ganz gefährlichen Auftrag gekommen. Mary muss für ihre Liebe alles riskieren.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr aufgewühlt. Die Protagonisten sind stark gezeichnet. Besonders Mary und Cree Timothy. Sie haben mich voll beeindruckt und in ihr extrem schweres Leben hineingezogen.
Es ist ein Wechselbad der Gefühle von brutal, über liebevoll, von gruselig bis zärtlich. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Mary und Cree Timothy erzählt, ist hoch spannend bis zur letzten Seite. Rebecca Maly schreibt in einer lebhaften, leicht verständlichen und bildhaften Sprache, die ihre Leser in die Zeit und Orte auf beeindruckende Weise mitnimmt.
Mein Fazit: Eine wirklich lohnende Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle.
Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 26.04.2021
Und die Welt war jung / Drei-Städte-Saga Bd.1 (eBook, ePUB)
Korn, Carmen

Und die Welt war jung / Drei-Städte-Saga Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Auftakt in die neue Zeit der 50er-Jahre

Das Cover:
Das Cover zeigt Menschen der 50er-Jahre in Schwarz-Weiß, mit einem farbigen Rahmen. Auf den ersten Blick ein bildlicher Hinweis auf Carmen Korn, was den Wiedererkennungswert sehr hochhält. Der Klappentext sorgt dann dafür, dass die Neugierde geweckt wird. Eine Buchpräsentation, die mir sehr gefällt.

Die Geschichte:
Die Erzählung beginnt am 01. Januar 1950. Heinrich-Aldenhovens-Haus in Köln gewährt mehreren Familienmitgliedern Unterschlupf, die auch noch miternährt werden müssen. Aber Heinrich hat das Problem, dass seine Kunstgalerie nicht gerade sehr viel Einnahmen generiert, damit sie alle gut leben können.
Ihre Freunde in Hamburg dagegen, haben es etwas leichter, denn Kurt arbeitet als Werbeleiter bei der Sparkasse. Aber Schwiegersohn Joachim ist noch nicht aus dem Krieg zurück. Lebt er noch?
Margarethe, geborene Aldenhoven lebt inzwischen in San Remo, doch das sorgenfreie Leben wird sehr durch ihre Schwiegermutter belastet. Alle stellen sich nach der Silvesternacht die Frage, was die Zukunft so mit sich bringt.
Meine Meinung:
Mit diesem Buch habe ich mich phasenweise etwas schwergetan, weil die Geschichte manchmal nur sehr langsam voranschreitet, obwohl die Nachkriegsjahre eigentlich enorm viel abverlangt haben. Die Protagonisten bewegen sich meines Erachtens des Öfteren in ihren kleinen Alltäglichkeiten und Banalitäten und drehen sich damit auch schon mal im Kreis, was die Geschichte in der Spannung und im Fortschreiten ausbremst. Das ist aber meine sehr persönliche Meinung. Spannend ist und bleibt das Eintauchen in die gut recherchierte Zeitgeschichte, sowie das Teilhaben am Leben in den Nachkriegsjahren.
Carmen Korn schreibt in einer sehr gut verständlichen und flüssigen Sprache, sodass ich gerne dabeigeblieben bin. Sehr gut finde ich auch die zahlreichen Perspektivwechsel zwischen den Familien und den Schauplätzen, die wie immer bei Carmen Korn sehr gut beschrieben sind, sodass der Spannungsbogen hochgehalten wird.
Mein Fazit: Ein gelungener Auftakt, der mich insgesamt prächtig unterhalten hat und Lust auf die Fortsetzung macht. Meine Leseempfehlung sprechen ich gerne aus.
Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 06.04.2021
Zeit der Wunder / Kinderklinik Weißensee Bd.1
Blum, Antonia

Zeit der Wunder / Kinderklinik Weißensee Bd.1


sehr gut

Gelungene Berliner Geschichte

Das Cover:
Das Cover hat mich sehr angesprochen. Der kleine Junge, der auf die Klinik schaut, spiegelt sehr gut die Zeit und die Geschichte. Eine gelungene Buchpräsentation.

Die Geschichte:
Das Buch entführt ins Jahr 1911, in die Kinderklinik Weißensee nahe Berlin und zu den beiden Waisenmädchen Marlene und Emma Lindow. Sie können ihr ganz besonderes Glück kaum fassen, als Lernschwestern nach Weißensee in die Kinderklinik gehen zu dürfen. Ein Privileg, das Waisenkindern normalerweise nicht zugestanden wird. Als sich die beiden verlieben und in komplizierte Situationen hineingeraten, entfremden sie sich zusehends. Erst als sie gemeinsam um das Leben eines kleinen Jungen kämpfen müssen, finden sie wieder zusammen. Den zahlreichen Problemen um die Zukunft und die Liebe allerdings, müssen sich die beiden jungen Frauen weiterhin stellen.
Meine Meinung:
Das Buch ist der erste Teil rund um die Kinderklinik in Berlin Weißensee. Die Protagonisten finde ich sehr gut ausgearbeitet. Sowohl Marlene und Emma, als auch die zahlreichen anderen Figuren haben mich in ihren Charakteren überzeugt. Die Zeitgeschichte ist mit der Geschichte verwoben, allerdings ist der Schwerpunkt nicht vorrangig auf der Kinderklinik, sondern mehr auf dem persönlichen und privaten Leben der beiden jungen Frauen, zumindest in diesem ersten Band der Geschichte.
Gut und spannend beschrieben sind die Umstände und Lebensbedingungen der Zeit mit all den Problemen, sowie die damaligen medizinischen Gegebenheiten, die ihre Grenzen hatten. Kleine zeitgeschichtliche Unebenheiten, wie zum Beispiel die Zeitangabe über Volljährigkeit sind nicht von tragender Bedeutung. Antonia Blum schreibt in einer flüssigen und leicht verständlichen Sprache. Der Spannungsbogen wird durch die zahlreichen Perspektivwechsel hochgehalten.
Mein Fazit: Ein ist ein sehr interessantes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Meine Leseempfehlung spreche ich gerne aus.
Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 06.04.2021
Als wir uns die Welt versprachen
Casagrande, Romina

Als wir uns die Welt versprachen


sehr gut

Beschwerliche Reise in die Vergangenheit

Das Cover:
Der Blick dieses kleinen Mädchens hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und mit nahegebracht es unbedingt lesen zu wollen. Unterstützt wurde dieser Wunsch vom neugierig machenden Klappentext, der die Präsentation perfekt abrundete.
Die Geschichte:
Die Geschichte erzählt von zwei Kindern, die an süddeutsche Bauern verkauft wurden, und unter unsäglichen Bedingungen arbeiten mussten. Sie wurden Freunde. Der Krieg riss sie auseinander.
Im hohen Alter von über neunzig Jahren entdeckt Edna ein Foto ihres alten Kinderfreundes in einer Zeitschrift, den sie bis dahin nie wieder gesehen hatte. Daraufhin macht sie sich zusammen mit ihrem Papagei Emil auf die Reise über die Berge, um ihren Freund noch einmal wiederzusehen und um eine alte Schuld zu begleichen.
Meine Meinung:
Ich kenne die herzzerreißenden Geschichten, rund um die Schwabenkinder, die lange Zeit von Österreich aus über die Berge nach Süddeutschland gebracht wurden, um dort bei den Bauern Schwerstarbeit zu leisten. Dass das gleiche Prozedere von Südtirol nach Ravensburg vollführt wurde, war mir bisher nicht bewusst. Edna und Jacob sind die beiden Kinder, die von Tirol aus auf einen Bauernhof ihrer harten Arbeit nachgehen. Sie freunden sich an, passen aufeinander auf und helfen sich gegenseitig. Eines Tages werden sie auseinandergerissen und die gegenseitigen Versprechen können nicht mehr eingehalten werden.
Die Protagonisten sind sehr ausdrucksstark, wobei das Leben von Edna nach ihrer Arbeit auf dem Hof überhaupt nicht mehr thematisiert wird. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es ihr wohl erging, wie ihre weitere Jugend und ihr Erwachsensein verlaufen waren, ehe sie nun ins Altenheim soll.
Als sie Jacobs Foto in einer Zeitschrift sieht, nimmt sie einen kleinen Koffer, Ihren Papagei, eine Karre und eine alte Karte und macht sich auf die Reise nach Ravensburg. Eine Strecke voller Erinnerungen.
Etwas zurückgelassen hat mich aber die Reise, die ich persönlich so wie sie lief, einer betagten Dame nicht unbedingt zutrauen würde. Auch ihre Begegnungen unterwegs waren mir teilweise nicht so ganz schlüssig.
Die Autorin schreibt in einer sehr unterhaltsamen Sprache. Die Perspektivwechsel zwischen der Trennung von den Eltern, sowie der damaligen Zeit auf dem Hof und der Gegenwart einer hochbetagten Dame, die sich erneut auf diese beschwerliche Reise begibt, sorgen für Spannung.
Mein Fazit: Ein sehr einfühlsames Buch, das mir gerade auch durch die Schicksale der Kinder sehr zu Herzen gegangen ist. Es war berührend und spannend zugleich, weshalb ich gerne meine Leseempfehlung ausspreche.

Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 19.03.2021
Elbleuchten / Eine hanseatische Familiensaga Bd.1 (eBook, ePUB)
Georg, Miriam

Elbleuchten / Eine hanseatische Familiensaga Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine Hamburger Familiensaga

Das Cover:
Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen. Unverwechselbares Hamburg, die junge Frau und die Farbgebung, alles zusammen eine in sich stimmige Buchpräsentation, die mich überzeugt und total angesprochen hat.


Die Geschichte:
1886. Die junge Lily Karsten, Tochter eines Reeders in Hamburg, träumt davon, Schriftstellerin zu werden. Sie lebt mit ihrer Familie in einer Villa an der Bellevue. Als sie bei einer Schiffstaufe eine Rede halten soll, geht einiges völlig daneben und außerdem wird ein Arbeiter wegen ihrem Hut, der weggeflogen war, schwer verletzt.
Jo Bolten, der als Kind im Elend des Altstädter Gängeviertels lebte und ebenfalls in Hafen arbeitet, will für seinen verletzten Freund in der Villa um Hilfe bitten. Doch er wird abgewiesen. Lily aber fühlt sich schuldig und möchte helfen. Jo nimmt sie mit und zeigt ihr, wie das Leben sein kann. Elend und schwer. Sie ist geschockt.
Die beiden kommen sich näher, was aber nicht sein kann und nicht sein darf.

Meine Meinung:
Ich habe mich etwas zurückhaltend in die Geschichte hineinbewegt. Denn da war Lily, die anfänglich äußerst naiv ihre Tage gestaltete. Auch die anderen Figuren ihrer Familie fand ich zunächst nicht immer so, dass mich ihre Charaktere begeistert hätten. Alle anderen Protagonisten zeigten sich charakterstark und überzeugend. Als dann Jo Bolten in der Villa auftauchte und Lily in eine für sie völlig andere Welt mitnahm, begann ich die Geschichte voller Spannung zu verfolgen. Die extremen Gegensätze zwischen den ärmsten Menschen, Tagelöhnern und Hafenarbeitern, mit all den Auswüchsen von Hunger, Krankheit und Tod sowie auf der anderen Seite der extreme Reichtum, die gesellschaftlichen Stände und zum Teil auch Machenschaften geben der Geschichte die Würze.
Miriam Georg schreibt in einer leicht verständlichen, bildhaften und flüssigen Sprache. Die Zeitgeschichte und das Hamburg dieser Zeit sind sehr gut beschrieben und eingearbeitet. Zahlreiche Perspektivwechsel halten die Spannung aufrecht.
Mein Fazit: Eine Familiensaga, die mich sehr gut unterhalten und überzeugt hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Meine Leseempfehlung spreche ich gerne aus.

Heidelinde von friederickes bücherblog

Bewertung vom 08.03.2021
Klaras Schweigen
Storks, Bettina

Klaras Schweigen


ausgezeichnet

Eine ganz besondere Geschichte

Das Cover:
Das Cover hat mich bereits auf den ersten Blick fasziniert und angesprochen. Es zeigt Klara und den Bodensee, erzählt gemeinsam mit dem Klappentext ein wenig über die Geschichte. Beim Lesen des Buches erfuhr ich dann, dass das Cover ein Foto nachstellt, das in der Geschichte eine Rolle spielt und, dass Klara ihren blauen Mantel, ihr Meisterstück als Schneiderin trägt. Was für eine Tiefe und welch eine Liebe zum Detail. Eine ganz besondere Buchpräsentation, die mich sehr berührte.

Die Geschichte:
Miriams Großmutter, muss nach einem Schlaganfall ihre Sprache neu finden und trainieren. Dabei beginnt sie plötzlich französische Worte zu formulieren. Eine Sprache, die sie eigentlich nie gelernt hat. Miriam erkennt nach mehreren Hinweisen von Klara, dass es da mehr geben muss. Sie beginnt in Fotoalben zu suchen und stellt in der Familie Fragen. Nach und nach rücken lange gehütete Geheimnisse in den Vordergrund. Sie schreiben die Familiengeschichte völlig neu.

Meine Meinung:
Wieder ein Buch von Bettina Storks, das bereits auf den ersten Seiten dafür sorgte, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Eine Geschichte, die mich vereinnahmte und nicht mehr losgelassen hat. Die Protagonisten sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Ich möchte nicht spoilern, aber alle tragen mit ihrem Verhalten und auch mit ihrem Schweigen über die Vergangenheit dazu bei, dass diese Erzählung so ganz besonders wird. Sie gestatten mir, in ihr Innerstes hinein zu schauen, und sie lassen mich an ihrem Leben teilhaben, als ob ich dabei wäre. Wie in all ihren Büchern schreibt Bettina Storks in einer vielseitigen, teils poetischen, bildhaft starken, berührenden und leicht verständlichen Sprache, die besonders ist. Die Zeitgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg und speziell die Besonderheiten zwischen Frankreich und Deutschland wurden eindrucksvoll recherchiert und großartig eingearbeitet. Das Buch führt in eine Zeit mit Entbehrungen, politischen Nachwirkungen, konservativen Einstellungen und Hindernissen, die uns heute unvorstellbar erscheinen. Kleinste regionale Details an passenden Stellen, sowie eingefügte kleine sprachliche Feinheiten aus Frankreich und dem Badischen, machen das Buch sehr authentisch. Die Schauplätze sind bei Bettina Storks bildlich immer sehr stark beschrieben. Dieses Mal führt sie uns nach Freiburg, nach Konstanz an den Bodensee und nach Saint-Malo in der Bretagne. Die Geschichte wird aus zwei Zeitebenen erzählt. Klaras Leben ab 1949 und Miriams Suche 2018, was den Spannungsbogen bis zur letzten Zeile hochhält. Die Autorin hat sich wieder einmal selbst übertroffen.
Mein Fazit: Ein berührender, zu Herzen gehender Roman, der beeindruckt, der zeigt, was Literatur kann und der pures Lesevergnügen verbreitet. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Er wird bei mir auf jeden Fall zu den Highlights 2021 gehören.