Es gibt Bücher, die haben etwas, das ich als spirituelle Qualität bezeichne, und zu diesen Büchern gehört „Das Echo des Adlerschreis“ von Rebecca Netzel. Diese besondere Qualität ist nicht abhängig vom Thema – die Autorin berichtet über Erinnerungen eines jungen Mannes an frühere Leben als Adler und als Indianer. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie Rebecca Netzel, durchdrungen von der indianischen Sicht auf unsere Existenz, schreibt.
Als Leserin durchlebe ich das Leben eines Adlers ohne jede Beschönigung mit allen Höhen und Tiefen. Ebenso die Entwicklung eines Indianerjungen zum Mann in früherer Zeit, mit allen Schwierigkeiten, die der Alltag in der Wildnis mit sich brachte.
Es ist die Verbindung mit dem Leben in jeglicher Form, eine Verbindung, die über unser individuelles menschliches Dasein und über den Tod hinausgeht, die für mich die spirituelle Dimension der Geschichte ausmacht.
Die sorgfältige Beschreibung jeglicher Lebensform, der geschilderte, respektvolle Umgang mit allen Lebewesen lassen Hoffnung schöpfen, Zuversicht wachsen, dass ein anderes Leben möglich ist, ein Leben im Einklang mit der Natur und allen Wesen. Das ist tröstlich und macht Mut!
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