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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: FrauSchafski
Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 05.07.2020
Crimson Lake
Fox, Candice

Crimson Lake


ausgezeichnet

Zwischen Krokodilen und Entenküken

Nichts weniger als zwei schwerer Verbrechen Verdächtigter spielen die Hauptrollen in diesem Thriller – ebenso wie ein Haufen Entenküken und blutrünstige Krokodile. Die Autorin mag ein breites Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht Ted, ein Ex-Cop, der vom Verdacht der Kindesentführung, Missbrauch und Mord freigesprochen wurde. Für jemanden, dem einmal solche Verbrechen vorgeworfen wurden, gibt es kein ruhiges Fleckchen Erde mehr. Im Gegenteil wird er verachtet, beschimpft, bedroht und gar tätlich angegriffen. Ein Leben in ständiger Angst ist die Folge. Da muss man schon ein echt harter Brocken sein, um das durchzustehen. Auf der anderen Seite steht Amanda, eine Privatdetektivin, die wegen der Ermordung ihrer besten Freundin im Gefängnis gesessen hat. Vermeintlich rehabilitiert, spürt sie nun selbst menschliche Abgründe auf und kann Ex-Cop Ted für ihre Arbeit gut gebrauchen. Also machen sich die beiden auf die Suche nach einem verschwunden Schriftsteller, der vermeintlich von einem Krokodil gefressen wurde.
Die Charakterzeichnung ist wieder einmal das Highlight dieses Thrillers. Schräg und verschroben, mit dem Herzen am rechten Fleck und „dunklen Geheimnissen“, allein das reicht für ein solides Lesevergnügen. Der eingängige Schreistil der Autorin tut sein Übriges dazu. Leider ist der Fall an sich eher uninteressant und verkommt hinsichtlich der Geheimnisse um die Vergangenheit der beiden Hauptfiguren zum Nebenschauplatz.
Fazit: Candice Fox‘ Figuren machen Spaß, allein dafür lohnt sich das Lesen. Der Kriminalfall ist eher notwendige Bühnenausstattung.

Bewertung vom 21.06.2020
Abgrund / Kommissar Huldar Bd.4
Sigurdardóttir, Yrsa

Abgrund / Kommissar Huldar Bd.4


gut

Klassischer Übergangsband?

Halten wir gleich zu Beginn fest: Für mich ist das der bisher schwächste Teil der sonst so tollen Reihe. Mich konnte der Mordfall einfach nicht so sehr begeistern, auch die Geschichte, die sich nach und nach im Hintergrund herauskristallisiert, ließ mich irgendwie kalt. Im Gegensatz zum vorhergehenden Teil, dessen Story mich noch lange gedanklich beschäftigt hat, empfand ich dieses Mal alles eher oberflächlich. Tatsächlich muss ich mich jetzt schon (ich habe das Buch vor zwei Wochen gelesen) anstrengen, den Inhalt zum Schreiben der Rezension zu rekapitulieren.

Was mir auch fehlte: Freyja, eigentlich ja eine der zentralen Figuren der Reihe, taucht nur sehr wenig auf. Entsprechend kommt das Zusammenspiel mit Huldar, das ich bisher immer als einen der großen Pluspunkte der Story empfunden habe, sehr kurz. Klar gibt es das übliche Geplänkel, aber so richtig voran geht es nicht. Wer weiß, vielleicht ist das ja auch der klassische Übergangsband, in dem einfach nicht so viel passiert, um danach umso rasanter zum Ende der Reihe zu kommen. Andererseits habe ich auch schon mehrere Stimmen gelesen, die genauso begeistert sind wie zuvor, insofern bleibt es wie immer eine sehr subjektive Empfindung.

Fazit: Tja, ich fürchte, meine Einschätzung ist in diesem Fall nur bedingt hilfreich. Fakt ist, dass die Reihe weiterhin zum Besten gehört, was das Genre hergibt, weswegen ich diesen Ausrutscher verzeihen kann.

Bewertung vom 24.05.2020
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
Eschbach, Andreas

NSA - Nationales Sicherheits-Amt


sehr gut

Ein teuflisches Gedankenexperiment

Da hat sich Andreas Eschbach was getraut. Schnappt sich die dunkelste Stunde unserer Geschichte und überlegt sich, was wäre gewesen, wenn die Nazis damals schon die Überwachungsmittel gehabt hätten, die uns die Technik heute bietet. Und dann denkt er den Gedanken weiter, schafft zwei Figuren für seinen Roman, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und lässt sie im „Nationalen Sicherheits Amt“ (NSA) arbeiten. Dem Ort, wo die Überwachungsmaschinerie via Komputer zusammenläuft, dem Ort wo der eigentliche Krieg stattfindet.
Äußerst intelligent greift Eschbach reale Figuren und Gegebenheiten auf und lässt sie mit den Möglichkeiten des technischen Fortschritts verschmelzen. Im Hintergrund immer die Frage: Was hätte sich geändert, welche Ereignisse hätten nicht oder ganz anders stattgefunden? Der Verlauf der „neuen“ Geschichte bleibt völlig plausibel. Allein die frühe Entwicklung des Komputers habe ich nicht richtig nachvollziehen können und war in meinen Augen etwas zu schnell abgehandelt. Fakt ist aber: Die Bedrohung durch Hitlers Macht und der seines gesamten Regierungsstabes ist kaum zu bremsen. Und so mag es zwar Auflehnung im Kleinen geben, ab und zu sogar einen Hoffnungsschimmer, aber eines ist klar: Hoffen darf man bei diesem Buch nicht zu viel.
Fazit: Übrig bleibt ein Gefühl von großer Bitterkeit. Letztlich müssen wir alle dankbar sein, dass Hitler die technischen Möglichkeiten noch nicht hatte. Umso größer ist jedoch die Gefahr, sollte ein weiterer Weltkrieg ausbrechen.

Bewertung vom 17.05.2020
ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL
Redondo, Dolores

ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL


gut

Eine weitere Familientragödie wird aufgedeckt
Dolores Redondo mag in ihrem spanischen Epos durchaus „moderne“ Ideen verwursten. Manuel, unser Protagonist ist schwul und war verheiratet mit Álvaro, der nun tot ist. Und wie plötzliche Tode es manchmal so in sich haben, ist auf einmal nicht mehr so ganz sicher, ob das denn ein Unfall war. Hinzu kommt, dass Álvaro scheinbar adliger Herkunft war und der Schuft seinem verwitweten Mann davon kein Sterbenswörtchen erzählt hat. Ein handfester Skandal, nach dem sich die Waschweiber die Finger lecken. Und so wird über viele hundert Seiten ordentlich Schmutzwäsche gewaschen. Die Geheimnisse bauschen sich auf, türmen sich übereinander, bis zum Ende – oh Wunder – das ganze Kartenhaus in sich zusammenstürzt.
Dazwischen gibt es ein paar wirklich nett gezeichnete Charaktere, wie beispielsweisen den pensionierten Polizisten Noguiera, dessen Zusammenspiel mit Manuel so ziemlich das interessanteste am ganzen Roman ist. Langwierigkeit kann man der Autorin allerdings nicht vorwerfen, lesen lässt sich das alles ohne Schmerzen. Dennoch war mir die gesamte Story zu blass, die Figuren teils zu klischeebeladen. Und die vermeintlich furchtbaren Skandale entstammen einem Repertoire, das jeder Daily Soap Ehre macht. Aber aus diesem Grund findet ein solcher Roman seine Leser*innen, und aus diesem Grund war das nicht wirklich mein Geschmack.
Fazit: Inhaltlich für mich völlig unbedeutend und blass, schreibtechnisch durchaus lesbar mit ein paar schönen Charakterzeichnungen. So mittel.

Bewertung vom 02.05.2020
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten / Wayfarer Bd.1
Chambers, Becky

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten / Wayfarer Bd.1


ausgezeichnet

Ein langer, gemütlicher Weg
Am Ende der Reise mit der Wayfarer ist man irgendwie nicht mehr dieselbe Person. Und tatsächlich fühle ich mich, als wäre ich mit Rosemary an Bord gegangen, hätte mit ihr die einzelnen Charaktere kennengelernt, meine kleine Koje im Raumschiff bezogen und schließlich ein neues Zuhause gefunden. Solche Empfindungen hatte ich bei einem Buch vermutlich noch nie, sodass ich mir natürlich Gedanken gemacht habe, woran das liegen mag. Die Antwort liegt in den Charakteren: Sie sind alle absolut liebenswert. Dabei verlangt die Autorin uns einiges an interkultureller oder besser interspezitärer Kompetenz ab. Denn die Spezies in diesem Roman sind so bunt und vielfältig wie die Anzahl an Sternen im Weltraum, aber eben auch nahbar, empatisch und verletzlich.

Wer hingegen ein rasantes Space-Abenteuer mit jede Menge Geballer und Laserwaffen erwartet, ist hier definitiv falsche. „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ ist nämlich vor allem eines: ein langer Weg, und der braucht Zeit und Geduld. Das mag manchem Leser vielleicht zu langweilig sein, ich hingegen fand es herrlich entschleunigend. So bleibt ausreichend Zeit, die Figuren kennenzulernen, den Kosmos, in dem sie sich bewegen, mit all seinen Kuriositäten zu bewundern und die fremdartigen Spezies zu studieren. Fast schon nebenbei vermittelt die Autorin Toleranz gegenüber Wesen, die anders sind, fordert Einfühlungsvermögen und Querdenken beim Kontakt mit ihnen und beweist dabei, dass Menschen eine ebenso merkwürdige und eigensinnige Art sind. Emotional war ich nach kurzer Zeit voll involviert und musste zum Ende hin tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken.

Fazit: Ein Wohlfühlbuch, bei dem ich jede einzelne Zeile genossen habe. Wie schön, dass noch zwei weitere Bände auf mich warten. Jahreshighlight!

Bewertung vom 26.04.2020
Die Siliziuminsel
Chen, Qiufan

Die Siliziuminsel


gut

Die namengebende Insel ist ein befremdlicher Ort. Sie dient den Menschen als Müllverwertungsanlage und das ist schon fast ein Euphemismus. In Wahrheit wird dort alles entsorgt, was die konsumverwöhnte Gesellschaft nicht mehr benötigt. Bevölkert wird die Insel zum größten Teil von bettelarmen, sogenannten „Müllmenschen“, die ihr Auskommen dadurch erwirtschaften, dass sie sich durch stinkende Abfallberge wühlen, um irgendetwas Verwertbares zu finden. Kontrolliert wird die ganze Insel von großen Clans, die mafiagleich die Fäden in den Händen halten. Es gilt, aus allem Profit zu schlagen, die Menschen auszubeuten und als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen.
Die Atmosphäre an diesem Ort ist hervorragend eingefangen. Es ist ein trostloser Ort, düster und gefährlich. Der durch technische Hilfsmittel geprägte Alltag der Menschen trifft auf einen kulturell tief verwurzelten Aberglauben. Aus diesem Gegensatz entspinnt sich das Storysetting. Über weite Strecken konnte ich dem gut folgen, war fasziniert und befremdet zugleich. Leider verliert sich der Autor zwischenzeitlich in diesem Spannungseld. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, die Figuren tauchen in schnellem Wechsel auf und es fiel mir zunehmend schwer, der Story zu folgen. Zum Ende hin wartet der Autor dann noch mit einem echten Knaller auf und man begreift, dass der Roman weit weniger dystopisch ist, als es den Anschein macht.
Fazit: Eine verrückte Reise zwischen Technik und Aberglaube, Zerstörungswut und Verehrung. Es besteht die Gefahr, in der zwischenzeitlich wirren Story verloren zu gehen, aber die Message hinter dem Roman ist enorm wichtig und überraschend.

Bewertung vom 19.04.2020
Echo der Kirschblüten
Theis, Marcus S.

Echo der Kirschblüten


weniger gut

Ambitioniert, aber nicht ausgereift

„Echo der Kirschblüten“ ist das zweite Buch von Marcus S. Theis und ich war vor allem deswegen daran interessiert, weil es ein junger Autor aus meiner Region ist. Es handelt von dem jungen Abenteurer Amanaki, der von heute auf morgen aufbricht, um die Welt zu ersegeln. Auf seine Reise trifft er die unterschiedlichsten Menschen, manche begleiten ihn länger, manche kürzer. Der Autor nutzt dieses Setting, um verschiedene Lebensweisheiten und Erkenntnisse zu transportieren. Diese werden an vielen Stellen in die Handlung eingestreut, mal als genau erläuterte Gedankengänge, mal als aphorismenhafte Sinnsprüche. Leider hat mich das nicht erreicht. Ich hatte eher das Gefühlt, dass die Handlung allein als Schablone dient, um die in jungen Lebensjahren erworbenen Einsichten des Autors zu transportieren. Dadurch wirken die Gedankengänge teilweise wie mit dem Salzstreuer in die Geschichte eingefügt.
Gleichzeitig fehlt dem Autor das sprachliche Repertoire, um seine Figuren emotional auszustatten. Mir blieben sie alle merkwürdig fern und scherenschnittartig flach. Dabei ist die Handlung so angelegt, dass sie durchaus die ganz großen Emotionen durchschreitet. Nachvollziehen konnte ich die Gefühle nur, wenn ich selbst bereits ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Nur das reicht leider nicht aus, um Handlung und Figuren greifen zu können. Hinzu kommt, dass verschiedene Handlungsstränge für meine Begriffe viel zu schnell abgehandelt wurden. So beispielsweise das dem Roman namengebende Ereignis der Kirschblüte in Japan. Eigentlich sollte dies der Höhepunkt der Handlung sein, bemüht man klassische Erzählungsaufbauten. Doch genau dieses Ereignis ist innerhalb von nicht einmal zwei Seiten abgehandelt. Hier fehlten letztlich die Ideen zu einer adäquaten Umsetzung.
Fazit: Der Autor will viel, das ist seinem Roman deutlich anzumerken. Es fehlt mir jedoch die emotionale Tiefe, um den Figuren nah zu sein und somit ihre Erkenntnisse vollumfänglich nachzuvollziehen.

Bewertung vom 12.04.2020
Die Wälder
Raabe, Melanie

Die Wälder


gut

Keine Glanzleistung

Das Grundsetting erinnert an einen der Klassiker der Horrorliteratur überhaupt: Stephen Kings „Es“. Eine Gruppe von Kindern glaubt, in einem Mann das personifizierte Böse gefunden zu haben, und vermuten, dass er die Schwester eines der Kinder verschleppt und ermordet hat. Sie schwören, wieder zusammenzukommen, sollten sie seine Schuld jemals beweisen und ihn zur Strecke bringen können. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Bauchschmerzen mit dieser Ähnlichkeit. Sollte die Autorin das konsequent weiterführen, kann das nur schief gehen. Sie tut es nicht – zum Glück -, sondern schafft den Dreh zu ihrer eigenen Story, die mit falschen Wahrnehmungen und vorgefertigten Meinungen spielt.

Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Melanie Raabes Protagonisten nie vertrauenswürdig sind. Stets präsentieren sie uns ihre Wahrheit, die aber nur ein Puzzleteil der eigentlichen Realität darstellt. Dieses Motiv zieht sich durch all ihre Bücher und könnte als eines ihrer stilistischen Merkmale bezeichnet werden. Leider gewöhnt man sich daran. Sollte man also schon mehrere Bücher der Autorin gelesen haben, beginnt man, hinter die Fassade zu sehen und das Spiel zu durchschauen. Das macht die Handlung weit weniger unvorhersehbar und lässt Twists und Lösungen bereits erahnen, sprich, die Spannung geht verloren. Hinzu kommt, dass verschiedene Verhaltensweisen ihrer Figuren arg konstruiert und nicht mehr logisch nachvollziehbar sind. Immerhin ist ihr Schreibstil kurzweilig und gut zu lesen, aber das allein macht noch keinen richtig guten Krimi aus.

Fazit: Solide Unterhaltung, die stellenweise der Logik entbehrt. Je mehr man von der Autorin kennt, umso mehr kann man zwischen den Zeilen lesen und den Handlungsverlauf vorhersagen.

Bewertung vom 05.04.2020
Das Haus der tausend Welten
Orgel, T. S.

Das Haus der tausend Welten


weniger gut

Fantasy braucht Regeln

Mein Problem auch bei diesem Buch ist der Schreibstil des Duos. Er vermag mich einfach nicht zu packen. Bei rund 600 Seiten wird das dann natürlich zu einer Geduldsprobe. Dabei kann man den beiden keinesfalls eine wahrlich blühende Fantasie absprechen, denn sie kommen auf die abstrusesten Ideen. Allerdings funktioniert sowas für mich nur, wenn die Fantasywelt, die da erschaffen wird, in sich konsistent ist, das heißt, gewissen Regeln folgt. Ein Fehlen solcher Regeln gibt Autoren zwar den ultimativen Freifahrtsschein, bedeutet aber auch Unlogik und Verwirrung.

Ein zweites Merkmal guter Fantasy ist für mich die Ausführlichkeit von Beschreibungen. Die fremdartigen Ideen und Bilder müssen, damit sie funktionieren, in meinem Kopf entstehen können. Hierzu reicht es nicht, neuen Wesen lediglich ein paar Attribute zuzuordnen. Ein kleines Beispiel: Hier wird ein neues Reit- und Lasttier eingeführt, das Oantan. Allerdings wird dieses Tier nur damit beschrieben, dass es stinkt, zottelig und ein Huftier ist. Alles andere bleibt dem Leser überlassen, der nun bitteschön ein klares Bild von diesem Wesen entwickeln soll. Passiert das häufiger, kommt man nicht mehr hinterher mit „Bilder entwickeln“, die erschaffene Welt bleibt merkwürdig unvollständig und blass.

Über das Ende möchte ich mich gar nicht groß auslassen. Aber es ist schon mehr als fragwürdig, wenn über hunderte von Seiten ein Weg vorgezeichnet wird, der letztendlich zu keinem echten Ziel führt.

Fazit: Das war nicht gut. Allein die Vorstellungskraft der Autoren bringt mich dazu, wenigstens 2/5 Sterne zu vergeben. Aber eine Leseempfehlung ist das nicht und für mich auch ganz sicher das letzte Buch der beiden.

Bewertung vom 29.03.2020
Fall / Eden Archer & Frank Bennett Bd.3
Fox, Candice

Fall / Eden Archer & Frank Bennett Bd.3


sehr gut

Ein Ende so verrückt wie die ganze Reihe

Die Autorin hat mir mit „Fall“ nochmals echtes Vergnügen bereitet. Ich empfand die Story extrem kurzweilig und spannend, sodass die Seiten nur so dahinflogen. Dafür sorgen die schon aus den Vorgängerbänden bekannten stetigen Perspektivwechsel, die dieses Mal auch den extrem gestörten Täter beinhalten. Nun geht es nicht mehr länger um den Blick in die Vergangenheit, sondern um das Hier und Jetzt. Wie erholen sich Eden und Frank von ihren Blessuren, wird Edens Geheimnis gelüftet und wer bitteschön hat so eine Wut auf Joggerinnen, dass er sie reihenweise regelrecht zerstört?
Die Stimmung ist wie gewohnt düster. Unter der Oberfläche ist ein stetiges Brodeln zu spüren, das jederzeit zu einer Explosion führen könnte. Wie immer entsteht dies aus dem Spannungsfeld der Figuren, was mich persönlich mehr unterhält, als jede aufgebauschte Actionszene. Wahnsinnig gut gefallen hat mir auch der neue Charakter der jungen Hooky, die eigentlich genug Nährboden für ein Weiterführen der Serie bieten würde. Ehrlich gesagt bin ich etwas verwundert, dass die Reihe hier Enden soll, da steckt noch so viel Potenzial drin. Insofern muss ich wohl gestehen, dass Candice Fox es nicht wirklich gelungen ist, ein befriedigendes Ende zu finden. Hält sie es bewusst so offen, um ggf. doch noch daran anzuknüpfen und ein Spinn-Off zu schreiben?
Fazit: Alles in allem hat mir dieser Band mit am besten gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist kurzweilig, ihre Charaktere herrlich schräg und verkorkst. Das Ende hat nicht so ganz meinen Geschmack getroffen, aber wer weiß, ob es nicht vielleicht doch ein Wiedersehen mit Eden und Frank vorbereitet. 4/5 Sterne.