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Benutzername: FrauSchafski
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Bewertungen

Insgesamt 59 Bewertungen
Bewertung vom 06.02.2019
Totenfang / David Hunter Bd.5
Beckett, Simon

Totenfang / David Hunter Bd.5


sehr gut

In love with Dr. Hunter

Okay, okay, ich muss mich jetzt mal outen. Ich bin verliebt, verliebt in Dr. David Hunter. Ja, er hat einen komischen Faible für verrottende Dinge und Schmeißfliegen, aber hey, niemand ist perfekt.

Immerhin reist er gern und hat dabei ein untrügliches Gespür für unwirtliche Gegenden, in die sich sonst einfach niemand verirrt. Wenn er dann von diesen Gegenden erzählt, sie beschreibt, hänge ich an seinen Lippen und kann die salzige Luft förmlich riechen, das kalte Wasser spüren. Stets überläuft mich ein Schauer, wenn er von dunklen Orten spricht, oder ich entdecke durch seine Augen die kleinen Schönheiten des Lebens. Dann ist er auch noch so wahnsinnig hilfsbereit. Dümpelt irgendwo eine Leiche im fauligen Wasser, Dr. Hunter ist garantiert zu Stelle. Vielleicht ist auch eine junge Maid in Gefahr - da kann ich mir sicher sein, dass er zu ihrer Rettung schreiten wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Denn sein eigenes Wohl kommt immer zuletzt. Durch diese Mischung aus Selbstlosigkeit und Neugier wird er regelmäßig zum echten Abenteurer, erklimmt windige Höhen oder durchwatet dunkle, feuchte Winkel. Dabei ist er auch noch sooo schlau, er merkt sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt. Beginnt er erst einmal, eins und eins zusammenzuzählen, ist der Fall garantiert schnell gelöst, auch wenn er bis dahin manchmal schwer von Begriff ist. Okay, es gibt da viel Konkurrenz. An jedem neuen Ort trifft er auf eine neue Frau, die ihn fasziniert. Aber so ist das eben mit einem Womanizer. Bleibt abzuwarten, ob er denn jemals die Richtige findet. Ansonsten darf er sich gerne in meine unwirtliche Gegend verirren.

Fazit: Ich will mehr von Dr. Hunter. Wäre er nicht immer so schwer von Begriff, ginge manches bestimmt schneller, aber das stört mich nicht. So kann ich noch längere Zeit in seiner Gesellschaft verbringen. Vier Sterne und ein verliebtes seufzen ;)

Bewertung vom 03.02.2019
Kalte Seele, dunkles Herz
Walker, Wendy

Kalte Seele, dunkles Herz


sehr gut

Was seelische Grausamkeit bewirken kann

Das ist bereits mein zweites Buch von Wendy Walker. Schon „Dark Memories - nichts ist je vergessen“ konnte mich trotz des sperrigen Titels überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin ein gutes Händchen für psychologische Abgründe hat.

Dieses Mal widmet sie sich der Thematik „narzisstische Störung“, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen, die Eltern mit diesem selten diagnostizierten Krankheitsbild auf ihre Kinder haben. Das klingt jetzt schwer theoretisch, ist es im Prinzip ja auch, und mir würde dieses Hintergrundwissen ganz sicher fehlen, wenn die Autorin es nicht so geschickt in die Story einflechten würde. Die beteiligte Figur der Psychologin hat nämlich selbst zu der Thematik promoviert. Nein, das fand ich nicht zu plakativ oder unlogisch, ganz im Gegenteil schien es mir selbstverständlich, dass eine Expertin auf diesem Gebiet an dem Fall beteiligt ist. Der Fall ist schnell umrissen: Zwei junge Mädchen verschwinden spurlos, eines von beiden kehrt drei Jahre später unverhofft zurück und berichtet von einer Entführung. Sie konnte fliehen, während ihre Schwester immer noch gefangen ist. „Ihr müsst sie finden!“, lautet das Credo.

Cass, das zurückgekehrte Mädchen - oder besser gesagt die nun junge Frau, ist auch die Erzählerin, die in der Gegenwart spricht, aber regelmäßig in die Vergangenheit wechselt, um die einzelnen Puzzlestücke zusammenzuführen. Unterbrochen wird dies einzig durch Erzählpassagen der Psychologin, die parallel beginnt, Cass zu analysieren und dadurch auch Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer Aussagen streut. Immer wieder kehrt die Thematik der narzisstischen Störung zurück, wobei man sich als Leser hier schon seine eigenen Gedanken machen muss, selbst mitanalysiert. Darin liegt die große Stärke des Thrillers, dass es eben nicht ausreicht, ihn mal eben wegzulesen (was jedoch ohne Weiteres möglich ist), sondern sich die psychologische Tiefe nur ergibt, wenn man bereit ist, darüber nachzudenken.

Fazit: Psychologisch grausam und gut. Der Thriller regt zum nachdenken an, anstatt auf plakative Brutalität und Showeffekte zurückzugreifen. Ganz nach meinem Geschmack. Dafür vergebe ich dann auch gerne vier Sterne.

Bewertung vom 27.01.2019
Stern des Nordens
John, D. B.

Stern des Nordens


gut

Nur ein böser Traum?

Wie viel weißt Du über Nordkorea? Wahrscheinlich fast nichts so wie ich auch. Nach diesem Buch wirst Du einiges mehr wissen, es wird Dir nur leider vorkommen, wie das, was es in diesem Fall auch ist: eine Geschichte.

Damit sind wir auch schon bei meiner Hauptkritik an diesem Spionage-Thriller. Klar könnte ich hier auch die Handlung nennen, die mir streckenweise ziemlich an den Haaren herbeigezogen vorkam. Insbesondere, was die Eignung von Jenna zur Agentin angeht. Aber darauf möchte ich mich gar nicht einschießen, irgendwie muss der Autor sein Wissen über die Zustände in Nordkorea ja verpacken und da muss eben eine konstruierte Handlung her. Nein, das eigentliche Problem liegt in meinen Augen ganz woanders: Der Leser bekommt keinen richtigen Zugang zu den Figuren.

Dabei gibt sich der Autor alle Mühe und lässt gleich drei unterschiedliche Erzählperspektiven aus unterschiedlichen Milieus zu Wort kommen, die letztlich alle ein grausames Schicksal teilen: Die furchtbaren Umstände in der totalitären Diktatur des Landes. Da wird rationiert, bis die Menschen reihenweise verhungern, es wird inhaftiert, gefoltert, zu Zwangsarbeit verurteilt, wahllos, wie es scheint. Streckenweise blickte ich fassungslos auf das Geschehen und war mir sicher, dass das alles bloß erfunden und mit schriftstellerischer Freiheit überspitzt sein muss. Doch die Anmerkungen des Autors zum Ende, in der er unter anderem auf seine Quellen (inklusive nachprüfbarer Angaben) verweist, belehrten mich eines Besseren. Nach einigem Nachdenken darüber, warum mir die Ereignisse so unwirklich vorkamen, wurde es mir dann klar: Die Figuren schaffen es nicht, sie emotional authentisch zu vermitteln, sodass ich mich die ganze Zeit fühlte, als würde ich in einer Blase über allen Dingen schweben.

Fazit: Ja, ich weiß nun mehr über Nordkorea. Dennoch scheint es, als würde das Land nur in einem bösen Traum existieren. Insgesamt habe ich keinen richtigen Zugang zu diesem Thriller gefunden, die Figuren sind farblos, die Spannungsbögen schwergängig, die Handlung konstruiert. Drei Sterne gibt es dennoch, weil der Autor sich redlich bemüht hat.

Bewertung vom 13.01.2019
Die Party
Day, Elizabeth

Die Party


gut

Eine Kopie des Kopierers

Martin, der Hauptcharakter dieses Romans (als Thriller würde ich das Buch nicht unbedingt bezeichnen), ist per se erst einmal nicht uninteressant. Vom Wesen her eher ein unauffälliger, strebsamer Typ, definiert er sich selbst allein durch die Beziehung zu seinem besten Freund Ben. Ben, der Überflieger, der Frauenheld, der reiche, verzogene Schönling. Doch für Martin ist Ben alles und er ist über die Jahre zu so etwas wie Bens „kleiner Schatten“ geworden.

Kommt euch das bekannt vor? Mir schon. Ich musste sehr früh und unweigerlich an den „talentierten Mr. Ripley“ denken. Denn auch wenn der Verlauf der Geschichte ein anderer ist, so ähnelt die Grundkonstellation schon arg dem Roman von Patricia Highsmith. Nun gut, das muss ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Ganz im Gegenteil konnte mich die Handlung durch den interessanten Erzählungsaufbau zu Beginn durchaus begeistern. Drei Erzählperspektiven kommen hier zusammen. Die eine folgt Martin in der Gegenwart, der gerade von der Polizei verhört wird und rückblickend von den Ereignissen „der Party“ berichtet, die zweite zeigt ebenfalls Martin, der in wesentlich größerem zeitlichen Abstand von der Entstehung seiner Beziehung zu Ben spricht und zuletzt sind da noch die Aufzeichnungen von Lucy, die als außenstehende Betrachterin von Martin, Ben und den Ereignissen bei der Party erzählt.

Etwa die Hälfte des Buches funktionierte das gut, Martin wird als Charakter gut ausgearbeitet und ist auf seine Art irgendwie gruselig. Doch dann bricht die Spanung ein, je näher wir der Party und den Ereignissen dieser Nacht kommen, umso zäher wird es. Der Autorin ist zum Ende hin einfach die Luft ausgegangen und es scheint, als hätte sie die Handlung künstlich in die Länge gezogen. Die eigentliche Auflösung ist letztlich völlig unspektakulär und genauso unscheinbar wie Martin ohne seinen besten Freund Ben: ein Schatten ohne Körper.

Fazit: Ein vom Aufbau her erst einmal spannender Charakter wird hier in einer zum Ende hin nichtssagenden Handlung verheizt. Da die erste Hälfte des Romans fesseln kann, vergebe ich insgesamt dennoch drei Sterne.

Bewertung vom 05.01.2019
Fünf plus drei / Berger & Blom Bd.3
Dahl, Arne

Fünf plus drei / Berger & Blom Bd.3


gut

Endet die Reihe hier?

Diese Reihe ist für mich ein ziemliches Wechselbad der Gefühle. Den ersten Band fand ich toll und er bekam knapp fünf Sterne. Band zwei war dann eine ziemliche Enttäuschung mit gerade einmal gut gemeinten drei Sternen. Tja, der nun dritte Band war besser, aber an den Reihenauftakt kommt auch er nicht ran.

Immerhin ist er nicht mehr so nebulös und verwirrend wie sein Vorgänger. Da wusste ich teilweise nicht mehr, wer wer ist, wer für wen arbeitet und was das alles soll. Hier ist der Auftrag recht klar - rettet die Welt. Okay, das habe ich jetzt leicht übertrieben, aber weit davon entfernt ist die Story nicht, was mich grundsätzlich erst einmal gähnen lässt. Ist Herrn Dahl hier wirklich nichts besseres eingefallen? Zugegeben, verpackt ist das Ganze ziemlich gut, er ist ein versierter Autor, das merkt man an annähernd jeder Zeile. Auch unvorhergesehene Twists kann er, aber muss es immer die große allumfassende drohende Katastrophe sein, die verhindert werden muss? Hätte hinter den Morden kein anderes Motiv stecken können? Halten wir fest: Hier findet der geneigte Leser gute Unterhaltung, die bis auf die Weltrettungsthematik (und das ist schon schlimm genug und mein Hauptkritikpunkt) nicht aus der Konservendose stammt. Der dritte Band schließt gleichzeitig auch den (ersten?) großen Fall von Berger und Blom ab. Bleibt offen, ob es weiter geht. Wenn wir aber dem Countdown glauben dürfen (s. Buchtitel der Reihe), sollten noch mindestens vier weitere Bände folgen.

Fazit: Besser als der zweite Band. Wegen der Weltrettungsthematik reicht es für mich dann aber doch nicht für mehr als drei Sterne. Kleiner Hinweis zum Schluss: Sollte unbedingt in der Reihe gelesen werden, sonst wird es sehr schwer mit den Zusammenhängen.

Bewertung vom 02.01.2019
Eden / Eden Archer & Frank Bennett Bd.2
Fox, Candice

Eden / Eden Archer & Frank Bennett Bd.2


gut

Zwischen den Stühlen

Der zweite Teil der Archer-und-Bennett-Reihe lässt mich etwas ratlos zurück. Denn so richtig gut fand ich ihn nicht, so richtig schlecht war er aber auch nicht. Weiterlesen möchte ich ebenfalls. Also sortieren wir ihn im breiten Mittelfeld ein.

Die alt bewährte Erzählweise - Vergangenheit vs. Zukunft - funktioniert auch in diesem Teil gut. Nur dass wir uns dieses Mal nicht mit Eden in ihre Vergangenheit begeben, sondern erfahren, wie Hades, ihr Adoptivvater, zu dem wurde, der er ist. Dass das keine leichte Kost sein kann, ergibt sich schon aus dem Charakter. Währenddessen ist Eden auf Undercovermission bei einer Art Kommune, die im Verdacht steht, mehrere junge Frauen getötet zu haben. Auch das ist harte Kost und es entsteht sogar zeitweise das Gefühl, die knallharte Eden gerät da an ihre Grenzen. Die vorherrschende Brutalität war ganz schön grenzwertig - und ich bin nicht unbedingt zart besaitet. Mehrmals kam während der Lektüre der Gedanke auf, ob das denn nun unbedingt sein muss. In den Augen der Autorin scheinbar schon, in meinen eher nicht. Manchmal reicht es aus, weniger plakativ zu beschreiben und der Vorstellungskraft des Lesers das Übrige zu überlassen. Zäh wurde es dann zwischenzeitlich auch immer mal wieder. Letztlich kamen mir die für mich interessanten Handlungsstränge dann zu kurz. Die Beziehung zwischen Eden und Frank, der Umgang mit dem Verlust geliebter Menschen, beide sind zugunsten des brutalen und somit wesentlich aufmerksamkeitsheischenderen Falls ins Hintertreffen geraten. Schade. Vielleicht wird das im 3. Band besser?

Fazit: Der Erzählstrang um Hades ist mit der interessanteste, die Entwicklung der Figuren kommt ein wenig zu kurz, dafür gibt es zu viel plakativ dargestellte Gewalt. Drei Sterne in der Hoffnung, dass der nächste Band besser wird.

Bewertung vom 01.01.2019
Tschick
Herrndorf, Wolfgang

Tschick


ausgezeichnet

Achtsamkeit mit Tschick

Das ist eines dieser Bücher, bei dem man sich nach der Lektüre fragt, warum zum Henker es so lange auf dem SuB rumgedümpelt ist, denn es ist absolut lesenswert. „Tschick“ ist ein abgefahrener und urkomischer Roadtrip durch ein Deutschland, das wie das absolute Niemandsland anmutet. Was kein Wunder ist, immerhin ist das Ziel der beiden Protagonisten die Walachei. Seine Bewohner sind verschroben, eigensinnig und manchmal engstirnig, aber immer hilfsbereit. Warum Mike und Tschick diesen Trip machen, ist einfach zu erklären: Weil sie es können! Und so werden die beiden Sinnbild des Ausbruchs aus einer Gesellschaft, die so sehr an Regeln, Vorgaben, Termin- und Zeitplänen orientiert ist, dass sie vergessen habt, etwas einfach zu tun.

Vor dem Hintergrund des Achtsamkeitshype, der in den vergangenen Jahren insbesondere über die Sozialen Medien in aller Munde ist, ist dieser Roman eine wunderbare Leseempfehlung: Achtsamkeit mit Mike und Tschick. Denn blendet man die Tatsache aus, dass die beiden gegen diverse Gesetze verstoßen und einigen Mist veranstalten, kann man vor allem eines beobachten: Wie sehr sie im Moment leben und dies genießen, ohne dass es überhaupt infrage gestellt wird. Ohne Plan, ohne Karte loszufahren erfordert Mut, aber darüber machen sich die Jungs keine Gedanken. Sie fahren einfach los, schlafen und essen, wie und wann es gerade passt, lösen Probleme erst, wenn sie auftreten, mit einer Ruhe und einem Einfallsreichtum, der seinesgleichen sucht. Davon können wir lernen - einfach mal loslassen und alles auf sich zukommen lassen, den Moment leben und genießen, wie er gerade ist.

Fazit: Mein Lesehighlight zum Jahresabschluss und ich habe hier nur eine Facette des Romans hervorgehoben, denn da ist noch so viel mehr zu finden. Ganz nebenbei ist er auch noch urkomisch und irgendwie herzerwärmend. Ohne Zweifel 5 Sterne.

Bewertung vom 31.12.2018
That Night - Schuldig für immer
Stevens, Chevy

That Night - Schuldig für immer


schlecht

Zäh und nervig

Bereits im vergangenen Jahr habe ich ein Buch von Chevy Stevens gelesen. Und das fand ich gar nicht mal so schlecht. Das Ende vielleicht etwas dick aufgetragen und vorhersehbar, aber sonst okay. Doch dieses Buch hat mich echt Nerven gekostet.

Eigentlich hätte mich schon der Titel abschrecken müssen. „That Night - Schuldig für immer“ klingt ganz schön melodramatisch und auch ein bisschen reißerisch. Wer denkt sich bitteschön solche Titel aus? Über lange Strecken fand ich das Buch furchtbar zäh, Spannung sucht man hier vergebens. Am allerschlimmsten war für mich aber die Protagonistin Toni. Boah ist mir die auf den Keks gegangen. Sie tritt einerseits als Teenager auf, andererseits als erwachsene Frau. Als Teenager ist Toni das vollkommene Klischee. Biestig, zickig, störrisch, stets auf Konfrontationskurs mit ihrer Mutter, es war kaum auszuhalten. Auch die Dialoge stammen aus einer schlechten Soap ... „Solange du unter meinem Dach wohnst ...“ , „Ich hasse dich ...“ etc. pp. Dann wird Toni auch noch gemobbt. Das ist schlimm, keine Frage. Aber sie ist dabei völlig hilflos, das perfekte Opfer, das schließlich sogar im Gefängnis landet für eine Tat, die sie nicht begangen hat. Für meinen Geschmack einfach zu dick aufgetragen. Und als sie nach 17 Jahren endlich aus dem Gefängnis kommt, fällt ihr nichts besseres ein, als wieder genau an den Ort zurückzukehren, an dem es ihr so schlecht ergangen ist. Da bleibt bei mir nur ein Kopfschütteln übrig.

Fazit: Einer der großen Flops des Jahres. Für mich ist klar, dass ich keine weiteren Bücher von Frau Stevens lesen werde. Ein enttäuschender Stern, mehr hat dieses Drama nicht verdient.

Bewertung vom 22.12.2018
Der Weg der Erinnerung / Menduria Bd.3
Mang, Ela

Der Weg der Erinnerung / Menduria Bd.3


gut

Ein Drama für die Unsterblichkeit

Es ist schon verrückt. Ich frage mich mit jedem weiteren Band der Menduria-Reihe, warum ich immer noch weiterlese. Ist doch das Grundthema jedes Mal dasselbe: Lina und Darian und der ewige Tanz des „Er liebt mich, er liebt mich nicht“. Aber irgendwas hat die Story, das mich jedes Mal wieder dranbleiben und im Anschluss den nächsten Band auf die Wunschliste setzen lässt.

Ich kann es mir nur so erklären, dass Ela Mang schon ein echtes Händchen dafür hat, phantastische Welten vor den Augen des Lesers hervorzuzaubern. Diese sind nicht nur sehr phantasievoll gestaltet, sie hat auch - trotz vieler altbekannter Wesen - neue Ideen, was sie mit ihren Figuren anstellt. Die meisten ihrer Charaktere sind liebenswürdig und witzig. Das gilt insbesondere für die Nebenfiguren, deren Schicksal mich häufig mehr interessiert als das von Lina und Darian. Die beiden sind ehrlich gesagt kaum auszuhalten - ebenso wie ihre platten Dialoge. Und was ist Darian ein toller Hengst, der beste Liebhaber aller Zeiten ... natürlich! Aber gut, das ist es, was die Mädchen da draußen zum seufzen bringt. Ich seufze da eher über so spannende Ideen wie den Schöpferfluch oder den Wächterturm Jandamer. Denn die Konstruktion dieser Welt ist es, was mich eigentlich interessiert, was mich dazu bringt weiterzulesen. Darum heißt es in absehbarer Zukunft: Auf zu Band vier, mal sehen, was für schwerwiegende Hindernisse der den beiden wieder in den Weg stellt.

Fazit: Ich bleibe dran, auch wenn das Rumgeeiere zwischen Lina und Darian kaum zu ertragen ist. Denn eins muss man Menduria lassen: Einmal drin, kommt man nur schwer wieder raus. Dafür gibt es dann eben doch drei solide Sterne.

Bewertung vom 20.12.2018
Die dreizehnte Geschichte (eBook, ePUB)
Setterfield, Diane

Die dreizehnte Geschichte (eBook, ePUB)


schlecht

Buchnerd trifft auf alte Schrulle

An diese SuB-Leiche habe ich mich im Rahmen der „SuB Challenge 2018“ begeben. Dort lag es mindestens zehn Jahre und war damals ein klassischer Cover-Kauf. Klar, welche Leseratte spricht ein Stapel Bücher auf dem Cover nicht an? Leider bin ich damit allerdings voll in die Marketing-Falle getappt, denn der Inhalt ist gähnend langweilig. Das Ende vom Lied ist nun, dass ich das Buch etwa 100 Seiten vor dem Ende abbreche. Ich habe mich sowieso die meiste Zeit gequält und kann mich nun überhaupt nicht mehr aufraffen, weil es mich schlicht und einfach nicht interessiert, wie dieses große Drama endet.

Die Story wurde gefühlt auf die ein oder andere Art schon tausendfach erzählt: Junge (in diesem Fall bibliophile) Außenseiterin trifft auf steinalte, reiche (möchtegern) Adlige, die absolut unausstehlich ist, sich aber dazu hinreißen lässt, der netten jungen Dame ihre gesamte Lebensgeschichte zu erzählen. Darin eingeschossen ist natürlich ein großes Geheimnis, welches es aufzudecken gibt. Gewürzt wird das Ganze mit (Achtung!) schockierenden Enthüllungen und unglaublichen Schicksalsschlägen (gähn). Für das Ende, das ich ja nicht gelesen habe, bieten sich meiner Meinung nach zwei Optionen an:
1. Die Alte liegt im Sterben und vermacht noch auf dem Sterbebett all ihren Reichtum sowie ihr Haus der kleinen Bibliophilen, damit sie als ihre offizielle Erbin zukünftig die schockierende Geschichte der Familie weiterschreibt.
2. Die naive Bibliophile verliebt sich hoffnungslos in einen plötzlich auftauchenden Verwandten/Gärtner/Hausmeister, die beiden beschließen zu heiraten und erhalten mit dem Segen der alten Schrulle auch gleich ihr gesamtes Erbe.

Fazit: Einer meiner großen Flops 2018. Nicht alles, was lange währt, wird dann doch noch gut. Nur ein Stern und ein gähnendes Kopfschütteln.