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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: selda
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 49 Bewertungen
Bewertung vom 17.05.2021
Das Flüstern der Bienen
Segovia, Sofía

Das Flüstern der Bienen


ausgezeichnet

„An jenem Morgen im Oktober mischte sich das Weinen eines Babys unter das Rauschen der frischen Brise in den Bäumen, das Zwitschern der Vögel und das Zirpen, mit dem die Insekten die Nacht verabschiedeten.“ (1. Satz)

Dieser Roman ist das Schönste, was ich seit langem gelesen habe. Sonnenschein, der Duft von Lavendel und Orangenblüten, das Zirpen der Zikaden betören die Sinne und entführen in eine Welt voller Magie und tiefer Herzenswärme.
Die alte Nana Reja findet den kleinen Simonopio eingehüllt in einen Bienenschwarm. Die reiche Familie Morales nimmt den Kleinen bei sich auf. Durch seine Andersartigkeit zieht der kleine stumme Junge das Misstrauen der Dorfbewohner auf sich. Die mexikanische Revolution wütet und die spanische Grippe greift um sich und die Familie Morales steht plötzlich vor großem Unheil. Kann Simonopio mit seinen besonderen Talenten die dunklen Bedrohungen abwenden?
Das Miteinander dieser Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch alles füreinander geben, hat mich sehr berührt. Gerade in dieser Zeit der sozialen Isolation kommt mir diese Geschichte wie ein Märchen vor, die die Seele nährt. Sofia Segovia erzählt in einer wunderschönen Sprache voller Poesie. Simonopies tiefe Verbundenheit zur Natur inspiriert und weckt bei mir die Sehnsucht, diese Sinne wieder mehr zu nutzen. Ein durch und durch magisches Buch.
Für mich bisher die Entdeckung dieses Lesejahres.

Bewertung vom 10.05.2021
Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen
Clark, Georgia

Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen


sehr gut

Lacey Whitman ist auf dem Weg nach oben- der Traumjob rückt in greifbare Nähe, da versetzt ihr das Ergebnis einer Routineuntersuchung einen Schlag, der die Zeit anzuhalten scheint. Bei ihr wird eine Genmutation diagnostiziert, die Gefahr für eine Brustkrebserkrankung anzeigt. Mit leidvollen Verlusten durch Krebs in ihrer Familie vorbelastet, bricht für Lacey die Welt zusammen. Soll sie der ärztlichen Empfehlung folgen und sich vorsichtshalber die Brüste entfernen lassen? Die Entscheidung scheint für den Augenblick unmöglich und so kreiert sie eine Liste mit all den Sachen, die sie mit ihren Brüsten noch erleben will.
Ich muss zugeben, als ich das Thema des Buchs las, schreckte ich erst mal zurück. Wer will sich schon mit so einem ernsten Thema belasten und gerade in dieser Zeit, in der das Leben eh schon so beschränkt ist? Als ich dann aber die Leseprobe in die Hände bekam, änderte ich meine Meinung. Das Buch ist in so einem mitreißend, witzigen und lebensbejahenden Ton geschrieben, dass es Spaß macht, Lacey auf ihrer wichtigsten Reise zu begleiten. Es ist eins dieser Bücher, die einen über die eigene Endlichkeit nachdenken lassen und gleichzeitig Mutmacher sind, das Leben in die Hand zu nehmen und jederzeit die Richtung ändern zu können, egal wie aussichtslos die erste Diagnose erscheint.
Abgesehen vom Witz und Humor gefallen mir besonders die starken Frauencharaktere in dieser Geschichte. Ein gutes Buch, das mit jugendlicher Frische ein Tabuthema anpackt.

Bewertung vom 25.04.2021
Big Sky Country
Wink, Callan

Big Sky Country


ausgezeichnet

Ich liebe dieses Buch. Es ist betörend schön in seiner Klarheit.

Da ist August ein geradliniger junger Mann, der hart arbeitet und sich dem Leben mit Rückgrat und Neugier stellt. Aber von Anfang: August wächst auf einer Milchfarm auf, mit Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sie gebildet mit großer Liebe zu Büchern und er ein einfacher Farmer. Die Ehe beginnt zu bröckeln und als sich Augusts Vater seiner jungen Geliebten zuwendet, packt Augusts Mutter ihre Sachen. Inspiriert vom Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ zieht sie mit August nach Montana. Dort entdeckt er seine Liebe zu dieser ganz besonderen Landschaft und beginnt im Spannungsfeld seiner getrennten Eltern seinen eigenen Weg zu gehen.
Dieser Roman ist nicht plotgetrieben und dennoch so einnehmend erzählt und dicht gewoben- ich habe mich jeden Tag aufs Weiterlesen gefreut und war ganz traurig, als das Buch zu Ende ging. Ich werde Callan Wink auf jeden Fall im Auge behalten und freue mich schon auf seine nächsten Werke.

Bewertung vom 29.03.2020
Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1
Colgan, Jenny

Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1


sehr gut

Hier ist der Titel Programm. Dieses Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite ein köstliches Vergnügen.
Nina, Bibliothekarin und ein schüchternes, graues Mäuschen in Birmingham, verliert das einzige, was sie glücklich macht- ihren Job. Bei einem Teambildungsseminar vom Arbeitsamt fasst sie den Entschluss, ihren heimlichen Traum einer eigenen Buchhandlung wahr zu machen. Jenny Colgan beschreibt mit ganz viel Humor den Neustart ihrer Protagonistin.
In Schottland schaut sich Nina einen Lieferwagen an, der Dialekt der Dorfbewohner bringt sie in Verlegenheit.

„Es kam ihr vor, als würde sie mit jedem neuen Satz mehr wie die Queen klingen.“

Doch dann passiert etwas mit ihr, sie geniesst die neue ungewohnte Umgebung und hinterfragt ihr altes Leben…und plötzlich ist alles in Sonnenlicht getaucht.
Mit ihrem kleinen Lieferwagen tuckelt sie durch kleine schottische Dörfer und findet für jeden die richtige Lektüre. Doch ganz so einfach ist der Neubeginn dann doch nicht- Einsamkeit macht sich breit…
Mit viel Witz erzählt Jenny Colgan den Neuanfang einer Städterin auf dem Land- sie erfüllt sich nicht nur ihren Traum, sondern entfaltet ihre Persönlichkeit zusammen mit ihrer Leidenschaft für Bücher.
Ein schönes Abenteuer für Bücherfreunde, lediglich die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz überzeugen.

Bewertung vom 29.03.2020
Ein wenig Glaube
Butler, Nickolas

Ein wenig Glaube


ausgezeichnet

„Ein wenig Glaube“ fühlt sich bereits jetzt wie ein großer amerikanischer Klassiker an. Elegant, mit der für Nicholas Butler bekannten Leichtigkeit, befasst sich der Roman mit einem Glauben, der fanatische Züge annimmt und nicht nur das Gefüge einer Familie sondern einer ganzen Kleinstadt ins Wanken bringt.
Zentrum der Geschichte ist Lyle, ein warmherziger Mann in seinen goldenen Jahren. Er liebt seinen Enkel Isaac tief und innig. Die Beziehung der beiden ist etwas ganz besonderes. Lyle arbeitet hart auf einer Apfelplantage, er klagt nicht, sondern tut was getan werden muss. Er ist ein Mann mit Rückgrat in einer Gemeinschaft, die zusammen hält. Man kümmert sich um einander. Dann kommt ein neuer junger Priester in die Gegend und Lyles Tochter wird glühende Anhängerin seiner Kirche. Als der Priester Isaac heilerische Kräfte nachsagt, beginnt eine Entwicklung, die Lyle auf eine harte Probe stellt. Wie weit darf man gehen, um seine Familie zu schützen? Wie viel Glaube ist zu viel?
Nickolas Butler erzählt mit einer ruhigen Zartheit und einer Tiefe, die sehr berührt. Sein Blick für die Schönheit der Welt in den einfachen Dingen macht einfach nur glücklich.

„Isaac stand in dem kleinen, bescheidenen Garten seiner Großeltern und aß diesen Apfel, der erstaunlicherweise nach sauren Himbeeren und Sahne schmeckte und dessen Fruchtfleisch zugleich knackig und unglaublich leicht und duftig war und auf der Zunge verging wie eine Wolke aus Zuckerwatte.“

Mich hatte Nicholas Butler schon mit „Shotgun Lovesongs“ für sich gewonnen, dieses Werk bekräftigt für mich seinen Rang unter den ganz großen Autoren dieser Zeit.

Bewertung vom 16.12.2018
Sowas kann auch nur mir passieren
McFarlane, Mhairi

Sowas kann auch nur mir passieren


ausgezeichnet

Ich muss gestehen, ich bin ein Fan von Mhairi McFarlaine. Sie schreibt wie keine andere mit einem umwerfenden Humor. Dieser Roman ist für meinen Geschmack ihr bisher bester.
Georgina hat eine Pechsträhne- ihr Leben läuft nicht nur ein bisschen aus dem Ruder, sondern alles geht komplett den Bach runter. Aber sie stellt sich ihren Herausforderungen mit Rückgrat und das macht sie zu einer großartigen Heldin. Sie ist sympathisch und stark und sieht in allem die lustige, unterhaltsame Seite.
Die Liebesgeschichte ist toll- es knistert und funkt zwischen den beiden Protagonisten und fühlt sich einfach richtig an.
Und was soll ich sagen, ich habe lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich so oft lauthals lachen musste. Ich würde sechs Sterne geben, wenn ich könnte.

Bewertung vom 03.10.2018
Redwood Love - Es beginnt mit einem Blick / Redwood Bd.1
Moran, Kelly

Redwood Love - Es beginnt mit einem Blick / Redwood Bd.1


sehr gut

Redwood Love- ich sag es wie es ist: es ist kitschig, romanisch und vorhersehbar, aber es macht sooo viel Spaß. Der Auftakt dieser neuen Reihe von Kelly Moran will gar nicht mehr sein als es ist: leichte Unterhaltung um den Alltag für eine Weile vergessen und in die heile Welt des malerischen kleinen Städtchens Redwood abzutauchen.
Avery braucht nach ihrer Scheidung dringend einen Tapetenwechsel. Sie zieht zu ihrer Mutter in die Kleinstadt um sich ihre Wunden zu lecken. Von Männern hat sie erst einmal genug, sie will sich ausschließlich um ihre autistische Tochter kümmern. Allerdings kommt es ganz anders als geplant…
Diese kleine Stadt mit seinen Bewohnern hat einen ganz eigenen Zauber. Die Community ist einfach sehr sympathisch - genau wie die Charaktere in diesem Buch. Witzige Dialoge und ein mitreißender Schreibstil runden das romantische Lesevergnügen ab. Und das Schöne ist, man kann wiederkommen: teil 2 und 3 warten schon darauf gelesen zu werden.
Genau das richtige Buch für ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa

Bewertung vom 03.10.2018
Manhattan Beach
Egan, Jennifer

Manhattan Beach


ausgezeichnet

Anna lebt mit ihren Eltern und ihrer wunderschönen behinderten Schwester im New York der vierziger Jahre. Arbeit ist knapp und so gerät Annas Vater in ein Geflecht der Unterwelt. Sie begleitet ihren Vater auf zwielichtigen Botengängen, bis sie kein Kind mehr ist und nicht mehr mitkommen darf. Als der Vater von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, wird das Leben der kleinen Familie härter. Die Pflege der Schwester braucht alle Kraft auf. Anna, inzwischen eine junge Frau, nimmt einen Job in der Marinewerft an. Sie blüht in diesem neuen Leben außerhalb der elterlichen Wohnung auf und verfolgt ehrgeizig ihren Traum Marinetaucherin zu werden.
Der Erzählstil dieses Romans hat ungeheure Zugkraft. Einmal eingetaucht in dieses Universum aus Träumen und Hoffnungslosigkeit, Düsternis und übersprudelnder Lebensfreude fiel es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, bis die letzte Seite gelesen war. Dazu kommt diese beeindruckend kristallklare Sprache- kein Wort zuviel und doch so lebendig und plastisch erzählt, dass man mittendrin ist im Geschehen.
Die Hauptfigur ist eine echte Heldin: sie ist furchtlos und zielstrebig und dabei ganz natürlich.
Mich hat dieser Roman bestens unterhalten.

Bewertung vom 26.09.2018
Die Sonnenschwestern
Rees, Tracy

Die Sonnenschwestern


ausgezeichnet

Für die Liebe ist es nie zu spät

Das Schicksal zweier Frauen, Chloe in den fünfziger Jahren und Nora in der Gegenwart, die beide dem Charme der Küstenstadt Tenby erliegen, ist (unvorhersehbar) miteinander verwoben.
Ich bin normalerweise kein Fan von verschiedenen Zeitebenen in einem Roman, aber hier haben mich beide Protagonisten gleichermaßen gefesselt.
Chloe verbringt jeden Sommer bei ihren wohlhabenden Verwandten in Tenby, die Zeit am Meer ist das Highlight einen jeden Jahres. Nora steht kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag und ihr Leben scheint in einer Sackgasse zu stecken. Sie ist plötzlich wieder Single und ihr Job bringt alles andere als Erfüllung. Nora ist in therapeutischer Behandlung und ihre Welt steht still. Als in ihren Tagträumen ein Strand auftaucht, der sie an ihre Kindheit erinnert, entschließt sie sich zu einer Kurzschlussreaktion.
Tracy Rees schreibt so sinnlich, dass die Sonnenstrahlen aus jeder Buchseite scheinen und der Geruch der salzigen Meeresluft den Raum erfüllt. Die Charaktere sind sympathisch und es macht einfach Freude, sie auf ihrer Lebensreise zu begleiten.
Ein schöner Roman über zweite Chancen im Leben, perfekt um sich aus dem Alltag auszuklinken.

Bewertung vom 28.08.2018
Verdammt perfekt und furchtbar glücklich
Mackintosh, Anneliese

Verdammt perfekt und furchtbar glücklich


ausgezeichnet

Ottila und ihre beste Freundin Grace kosten ihr Leben bis zum Limit aus und noch ein Stückchen darüber hinaus. Dann beschließt Ottila einen Kurswechsel, sie will die Affäre mit ihrem Chef beenden, aufhören Alkohol zu trinken und überhaupt alles besser machen. Als sie dann Thales kennenlernt und sich in ihn verliebt, scheint erst einmal alles auf dem richtigen Weg zu sein, doch dann wird es noch komplizierter…

Ottila ist eine supersympathische Hauptfigur- sie hat so viele Schwächen und ist trotzdem oder gerade deswegen einfach nur liebenswert. Tapfer stellt sie sich ihren Herausforderungen.

Anneliese Mackintosh beschreibt mit einer schonungslosen Ehrlichkeit Situationen, die wahrscheinlich jeder kennt, die man aber niemandem zeigen oder erzählen möchte- dafür liebe ich sie. Obwohl einige schwierige Themen angesprochen werden, verliert der Roman nie seine Leichtigkeit. Das Buch ist wie ein Scrapbook gestaltet- viele verschiedene Elemente ergeben das ganze Bild.

Eine tiefgehende, berührende Geschichte- großartig erzählt!