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Bewertung vom 14.06.2015
Liebeserklärung an SÜDAMERIKA
Drouve, Andreas

Liebeserklärung an SÜDAMERIKA


ausgezeichnet

Rezension

Titel : Liebeserklärung an Südamerika ein Muss für jeden Südamerika-Fan

Dem Leser wird schon nach den ersten Seiten klar, dass der Autor in Südamerika verliebt ist. In gewohnt geschliffener Sprache schildert er aussergewöhnlich beeindruckende, gelegentlich auch geheimnisvolle Landschaften, liebenswerte und hilfsbereite Menschen. Persönlich erlebte und zum Teil durchlittene Situationen, so auf dem Titicaca See oder auf einer gescheiterten Etappe zum Machu Picchu, zeigen häufig unterschätzte körperliche und geistige Grenzen auf. Beruhigend ist, dass der "Normalo" unter den Reisenden sich zwar beim Lesen solch gefährlicher Abenteuer schütteln mag, aber sich dann beruhigt zurücklehnen kann, ja nie in solche Extremsituationen zu kommen!

Der Schreiber dieser Zeilen, selbst ein Fan von Chile, Perú, Paraguay, Ecuador, Kolumbien, Panamá und der wunderschönen Insel San Andrés, kann an vielen Stellen der "Liebesklärung" mitfühlen. Ich kann jedem Interessierten empfehlen, diesen Kontinent, sei es per Schiff, Flugzeug oder mittels Einzel- oder Gruppenreise zu erkunden.

Auch die Besprechnung im Freundeskreis führte zu einer überaus positiven Beurteilung. Unterschwellig dachte mancher schon daran, diesen Kontininent zu bereisen. Da bekannt ist, dass Nachfahren vieler deutscher Auswanderer in diesen Ländern leben, empfahlen sie, doch auch hierüber in dem Buch zu berichten. So wäre zu Chile erwähnenswert, dass die in den südlichen Regionen noch lebenden indigenen Stämme der Mapuche den Unterdrückungen durch das Pinochet-Regime unter grossen Verlusten widerstanden, wie sie dies schon gegen die spanischen Eroberer vermochten. Ausserdem leben dort an den wunderschönen Seen im Süden und aktuell wieder speienden Vulkanen Deutschstämmige, was der Region nicht nur Schwarzwaldhäuser, sondern auch den Beinamen "zona alemana" gebracht hat. Viele Jahre gab es in Osorno "Omas Teestüble".
Zu den im paraguayischen Gran Chaco ab 1927 angesiedelten deutschsprachigen Mennoniten könnte noch einiges ergänzt werden. In ihren 525 km von Asunción entfernten Kolonien (so nennen sie ihre Siedlungen) Menno, Fernheim und Neuland leben drei Bevölkerungsgruppen: indigene Stämme unterschiedlicher Sprache, Paraguayer und Mennoniten. Letztere kultivierten trotz immer währender Hitze das ebene, endlose Buschland und versorgen seit Jahrzehnten mit erstklassigen landwirtschaftlichen Produkten auch die Nachbarländer. Als Folge der bis zu 40.000 neu geschaffenen Arbeitplätze wurde ein vorbildliches Schul-, Ausbildungs- und Gesundheitssystem einschl. Alten- und Pflegeheimen (!) geschaffen.

Schliesslich könnte als weiteres Highlight noch der mit vielen Opfern geschaffene Panamakanal genannt werden, der gar kein Kanal im herkömmlichen Sinne ist. Vielmehr fahren die Schiffe über Stunden gemütlich durch Regenwald und aufgestaute Flusswässer, die wie ein grosser See wirken. Kakadus, Affen und Krokodile können vom Schiff aus beobachtet werden.

Wenn Sie als interessierter Leser eine Reise in absolut fremdartige Natur, wunderschöne Landschaften, fremdartige Völker und deren Baugeschichte unternehmen wollen, ist Drouves "Liebeserklärung an Südamerika" ein unbedingtes Muss.

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