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Insel

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Insgesamt 156 Bewertungen
Bewertung vom 27.06.2022
Die Freundinnen vom Strandbad - Wellen des Schicksals / Die Müggelsee-Saga Bd.1
Heiland, Julie

Die Freundinnen vom Strandbad - Wellen des Schicksals / Die Müggelsee-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Clara, Martha und Betty sind drei junge Mädchen, die im Strandbad Müggelseee an einem Nachmittag einen Badegast retten und so sich näher kennenlernen. Sie werden richtig gute Freundinnen, obwohl sie sehr verschieden sind, sie unterschiedlich aufwachsen und ganz unterschiedliche Träume haben. Clara wächst in einem systemkritischen und sehr liebevollen Elternhaus auf und bekommt je älter sie wird immer mehr die Konsequenzen bezüglich der Regimekritik zu spüren. Betty ist in vielerlei Hinsicht sehr naiv, aber sehr empathisch was ihre Freundinnen betrifft und wächst mit einer alkoholkranken Mutter auf. Ihr Traum ist die Schauspielerei, während Martha mit wenig Liebe, aber viel Strenge und Kontrolle in einem Elternhaus groß wird, dass auf den Staat schwört.

Die Autorin bzw., die Geschichte, die sie wunderbar erzählt, hat mich begeistert und ich war plötzlich in Ostberlin ein Jahr vor Mauerbau und erlebe den Alltag dreier Freundinnen bzw. Ausschnitte daraus. Ich lese mit Grauen, was es bedeutet hat in diesem Staat zu leben und wie Mechanismen greifen, die für mich unfassbar sind. Doch dies spielt sich teilweise nur im Hintergrund ab und ich weiß durch mein Wissen von heute natürlich viel mehr um die weiteren Konsequenzen und Entwicklungen. Die drei Freundinnen sind vor allen Dingen jung, im gewissen Sinne abenteuerlustig, ungewollt angepasst oder auch gewollt nicht angepasst, können die Folgen ihres Handelns nicht abschätzen und lernen das Gefühl des Verliebtseins und der Liebe kennen.

Mit großer Begeisterung habe ich diesen Roman als jemand gelesen, der im Westen aufgewachsen ist und die DDR nur aus Erzählungen kennt. Ich kann es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen und vergebe fünf Sterne.

Bewertung vom 21.06.2022
Dünenleuchten
Janz, Tanja

Dünenleuchten


ausgezeichnet

Wunderschöner Sommerroman mit ganz viel St.Peter-Ording Feeling
Der Roman ließ mich in Geanken nach St.Peter-Ording reisen und ich bin die ganze Zeit an der Seite von Bente, die ihre Zelte in Amerika nach einer schmerzlichen Erfahrung abgebrochen hat und nun in ihre Heimat zu ihren Eltern und ihrer Schwester mit Familie zurückgekehrt ist. Glücklicherweise gibt es neben einem interessanten Job an an der Schutzstation am Westerhever Leuchtturm, auch noch eine schöne Unterkunft bei ihren Eltern, ihre Freundin Franka und sehr nette MitarbeiterInnen.

Der Schreibstil der Autorin Tanja Janz ist so wundervoll, dass ich das Gefühl hatte selbst ein Teil der Gemeinschaft in SPO zu sein. Ich mochte die Mischung zwischen der Umweltproblematik, privater Probleme, der Liebe und dem Feeling von SPO sehr. Eine unterhaltsame Geschichte, die mir Stunden der Entspannung geschenkt hat und mich gefühlsmäßig nach SPO hat reisen lassen. Fünf Sterne!

Bewertung vom 10.06.2022
Sommerzauber am Fjord
Larsen, Julie

Sommerzauber am Fjord


ausgezeichnet

Zwei Menschen, Frida , eine Insta-Künstlerin, sehr speziell, chaoisch und sehr sehr liebenswert, sowie Sander, ein introvertierter, äußerst ordnungsliebender und planvoller Mann seines Zeichens Kunsthistoriker, haben von Kjersti, einer älteren Dame. das gleiche Ladenlokal vermietet bekommen. Während beide beim Kennenlernen beide große Zweifel haben wie das gut gehen kann, aber beide ihren Laden eröffnen werden, arrangieren sie sich miteinander. Jeder von beiden hat eine Vergangenheit, die er dem anderen erst verschweigt und das Leben hat seine ganz eigenen Pläne.

Ich mochte die Geschichte von Anfang an sehr, denn der Schreibstil ist hinreißend und aus einer scheinbar eher seichten Geschichte entwicktelt sich nicht nur eine sehr spezielle und zauberhafte Liebesgeschichte, sondern der Roman zeigt auch auf, wie sehr Menschen mit Gemeinschaftssinn sich für ein gemeinsames Projekt einsetzen können und welche Schwierigkeiten überwunden werden können. Ich konnte mir zudem die Umgebung von Trondheim, das Geschäft von Frida und Sander sowie die anderen Personen sehr gut vorstellen bzw. spürte ich das besondere Flair.

Ein Roman, der mich bezaubert. Fünf Sterne dafür.

Bewertung vom 30.05.2022
Über Carl reden wir morgen
Taschler, Judith W.

Über Carl reden wir morgen


sehr gut

Facettenreiche Familiengeschichte
Die Autorin Judith W.Taschler erzählt in ihrem Roman "Morgen reden wir über Carl" einen Roman, der im Zeitraum des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des ersten Weltkrieges spielt und in dessen Mittelpunkt die Familie Brugger steht. Die Autorin erzählt immer wieder kleine Ausschnitte aus dem Leben mit Schwerpunkt auf jeweils ein Familienmitglied bzw. Menschen aus ihrem Umkreis. Ich erfahre einiges über das harte Arbeitsleben auf dem Land und in der Stadt bzw. auch darüber wie die gehobene Gesellschaft seine Dienerschaft drangsaliert hat und selbst kaum irgendeine Arbeit verrichtet hat. Auch über die katastrophalen hygienischen Bedingunngen, die medizinische Versorgung und auch welche Gefahr Geburten für die Frauen bedeuteten und wie wenig Rechte sie hatten, das waren Themen dieses Romanes.ebenso wie Auswanderung nach Amerika und die Situation im Krieg. Dadurch, dass die Autorin sehr viele kleine Begebenheiten erzählt, zwischen Orten, Zeiten und Personen hin- und herspringt, wird der Roman sehr lebendig, wenn gleich auch manchmal ein wenig unübersichtlich und anstrengend zu lesen. Vermisst habe ich einen im Buch hinterlegten Stammbaum mit Daten und ein Personenregister. Ein dem Buch beigefügtes Lesezeichen mit einem kleinen Stammbaum ohne Daten beantwortete nämlich mir nicht alle Fragen.

Die Geschichte an sich hat mich auf sehr vielen Seiten sehr bewegt, jedoch gab es auch detailliert erzählte Stellen, deren Sinn sich auch am Ende des Romans für mich nicht ganz erschlossen haben. Das Ende war offen und ließ mich mit vielen Fragezeichen im Gesicht zurück

Vier Sterne

Bewertung vom 30.05.2022
Das zweite Geheimnis / Die Spionin Bd.2
Müller, Titus

Das zweite Geheimnis / Die Spionin Bd.2


ausgezeichnet

Ria Nachtmann arbeitet im Mininterium für den Außenhandel in der DDR und vor zwölf Jahren war sie noch als Spionin für den BND aktiv, bis die Mauer gebaut wurde. Sie will in den Westen, denn dort wohnt der Journalist Jens, in den sie sehr verliebt war und den sie immer noch liebt.Acht Jahre haben sie sich nicht gesehen, als sie sich in Bulgarien treffen, doch die Stasi hat ihre Augen überall. Die Ereignisse überschlagen sich, denn Ria muss die Stasi glauben machen, das sie ein staatstreuer Mensch ist und zudem leben ihre Schwester und ihre Tochter in der DDR. Ihr Schwager Henning steht auch unter Beobachtung.

Leider habe ich den ersten Teil nicht gelesen und so weiß ich nicht, was damals zwischen Ria und Jens passiert ist, mit Rias Familie und was es damit auf sich hat, dass Annie nicht bei ihr lebt. Jedoch gibt es immer wieder kurze Hinweise, so dass ich mich trotzdem gut in der Geschichte einfinden konnte. Die Atmosphäre, das Lebensgefühl der damaligen Zeit werden in der Erzählung um Ria sehr gekonnt heraufbeschworen und zudem mit historischen Personen und realen Ereignissen auch in der politischen Welt verknüpft. Ich spürte das Gefühl der Überwachung und überlegte bei jeder Figur, ob sie auf der guten oder bösen Seite stand. Die direkten Auswirkungen auf das Leben von Kindern, die schon von klein auf indoktriniert wurden, hat mich schockiert und gleichzeitig hellhörig gemacht für das, was heute über Geschichte, Politik und das Klima in der Schule vermittelt wird.

Alles im Roman wird auf sehr spannende, emotionale und dadurch sehr mitreißende Art erzählt.

Mich hat der Roman begeistert und ich werde mir jetzt den ersten Teil kaufen und den dritten Teil auf meine Wunschliste setzen, damit ich ihn bloß nicht verpasse.

Fünf Sterne!

Bewertung vom 04.05.2022
Das Geschenk der Adlerin
Alge, Daniela

Das Geschenk der Adlerin


ausgezeichnet

Dies ist eine Geschichte über vier Frauen, deren Leben sich ganz anders entwickelt hat, als sie es sich nach dem Abitur gedacht haben. Die Vierergruppe hat einige Jahre zusammen ein Zimmer im Internat bewohnt und sich als Freundinnen gesehen. Nachdem sie sich in zwanzig Jahren aus den Augen verloren haben, lädt Franziska sie zu einer Wanderung an einem Wochenende ein.

Die Autorin erzählt ungeschönt Ausschnitte aus dem Leben der Frauen und als die vier Freundinnen sich treffen, geraten sie durch die Wanderung an ihre Grenzen, was gleichzeitig dazu führt, dass sie gegenseitig die Fassaden fallen lassen und den Mut finden über das zu sprechen, was sie wirklich bewegt. Die Probleme und Sorgen gehen teilweise Richtung Traumata und sind sehr heftig. All dies findet in einer wundervoll beschriebenen Berglandschaft statt. Hier ist es ruhig und die Frauen machen, jede auf ihre Weise, Grenzerfahrungen, aus denen sie Kraft schöpfen.

Der Roman ließ mich berührt und nachdenklich, traurig und gleichzeitig auch optimistisch zurück. Fünf Sterne!

Bewertung vom 01.05.2022
Gretas Erbe / Die Winzerin Bd.1
Engel, Nora

Gretas Erbe / Die Winzerin Bd.1


ausgezeichnet

Der Roman beginnt im Jahr 1953 als die 16jährige Maria, die als "Haustochter" bei der Winzerfamilie Hellert lebt und dort ziemlich viel arbeiten muss, schwanger wird. Bei der Geburt ihrer Tochter Greta stirbt sie und Greta wächst bei den Hellerts auf. Ebenso wie ihre Mutter muss sie viel im Haushalt und in den Weinbergen mithelfen und sie bekommt immer wieder zu spüren, dass sie nicht die leibliche Tochter der Familie ist. Greta unterscheidet sich auch durch ihren Geist, ihre Lernbegierde und ihre Tatkraft von den leiblichen Hellertkindern. Greta möchte zum Gymnnasium, sie hat eigene Träume und zudem verliebt sie sich.

Der Roman erzählt auf eindrucksvolle Weise, wie das Leben von Greta und der Winzerfamilie abläuft. Ich konnte mir die Protagonisten alle sehr gut vorstellen und litt mit Greta unter derem sehr stark eingegrenzten, arbeitsamen Leben bei den Hellerts. Ich fand es sehr geschickt von dem Autorenteam wie sie die damalige Zeitgeschichte durch unterschiedliche Ereignisse und die Ansichten bezüglich der Rolle der Frau u.v.m. in ihrem Roman unterbrachten und ihm dadurch Authenzität verliehen. Der Roman endet mit einem Cliffhänger und ich kann das Erscheinen des zweiten Teils kaum erwarten.

Fünf Sterne

Bewertung vom 01.05.2022
Der Weg der Teehändlerin / Die Ronnefeldt-Saga Bd.2
Popp, Susanne

Der Weg der Teehändlerin / Die Ronnefeldt-Saga Bd.2


sehr gut

Es ist der zweite Teil der Ronnefeldt-Saga und während im ersten Teil Friederike, Mutter von fünf Kindern, sehr früh Witwe wird und das Geschäft ihres Mannes mit Hilfe eines männlichen Prokuristen weiterführen kann, sind im zweiten Teil die Kinder erwachsen und haben eigene Wünsche. Friederike hat auch in desem Teil mit vielen Problemen zu kämpfen, denn das Geschäft selber geht nicht mehr so gut, da der Prokurist ihrem Blick in die Zukunft des Geschäftes keinen Glauben schenkt und sich ihren Wünschen widersetzt. Auch ihre Wünsche, dass die Töchter gut zu verheiraten, fallen nicht auf fruchtbaren Boden. Der älteste Sohn Carl, der einmal den Teehandel führen soll, hat in Hmaburg, wo er mehr über den Teehandel lernen soll, neue Herausforderungen und Probleme.

Die Autorin springt in der Erzählungen hin und her, in dem sie wechselweise den Fokus auf Friederike selber aber auch auf die einzelnen Kinder legt, wobei Elise und Carl einen großen Stellenwert einnehmen, von Wilhelm einiges und von Mina wenig sowie von Fritz fast gar nichts erzählt wird. Es gibt jeweils Ausschnitte aus dem Leben der jeweiligen Hauptfigur und ich erfahre sehr viel über die Regeln in der Gesellschaft bzw. im Alltag. Hier wird klar, dass Frauen sich ihren Platz immer erkämpfen müssen bzw. fast immer von den Männern finanziell abhängig sind. Elise möchte Lehrerin werden und Frauen als Lehrerin mussten unverheiratet bleiben, zudem kostete die Ausbildung Geld. Ich erfahre etwas über politische Ansichten, unterschiedliche Lebenssituationen, Gesellschaftsschichten, Armut und was von Männern bzw. Frauen in ihrer Rolle erwartet wird. Die Haupthemen für mich sind die Liebe oder die Zukunftsträume

Zwischendurch erhalte ich immer wieder einen genaueren Blick auf den Teehandel und das, was guten Tee im Geschmack ausmacht. Sehr gerne hätte ich häufiger etwas über Tee erfahren.

Am Ende des Buches erfolgt als Cliffhanger ein großer Zeitsprung, der mir einerseits sehr heftig war und andererseits mich sehr neugierig auf den Fortgang der Geschichte machte.

Ich bin hin und hergerissen, da ich über eingies gerne mehr erfahren hätte.

3,5 Sterne aufgerundet 4 Sterne

Bewertung vom 10.04.2022
Einstand
Hauer, Sonja

Einstand


ausgezeichnet

Zu Beginn des Krimis geht es um den Mord in der Dusche des Tennisvereins an dem einen Mitspieler eines männlichen Doppels, was sich wöchentlich trifft. Zunächst sucht die Polizeit unter Leitung von Inspektor Felix Brunner im privaten und beruflichen Umfeld nach dem Motiv bzw. dem Mörder. Doch dann weiten sich die Ermitllungen aus, denn es gibt stets weitere Hinweise.

Dieser Krimi hat mich so richtig gut unterhalten und mit jeder Seite des Krimis bin ich auf immer neue Fährten geschickt worden. Der Schreibstil ist klasse, denn ich konnte mir alle Figuren sehr gut vorstellen und mochte insbesondere den Sprachstil, den Wortwitz und die Dialoge. Neben dem Kreis der sich verdächtig verhaltenden Personen, hatte auch das Privatleben von Felix Brunner, leider nicht immer zu seinem Vergnügen, für mich einen enormen Unterhaltungswert. Die Auflösung des Falls hatte es in sich und hat mich völlig überrascht. Am Ende galt mein Mitgefühl fast weniger den Opfern als dem Täter. Nebenbei wurden auch alle anderen Geschehnisse bzw. die Beobachtungen und Zeugenaussagen zu einem stimmigen Ende geführt und lächeln musste ich am Ende über den Ratschlag des Mannes und nicht des Polizisten Felix Brunner.

Grandiose und wohlverdiente fünf Sterne für den ersten Fall von Felix Brunner. Ich hoffe, dass es noch weitere gibt.

Bewertung vom 10.04.2022
Der vergessene Geschmack von Glück
Simon, Lars

Der vergessene Geschmack von Glück


sehr gut

Leif Söderberg ist Ende Zwanzig und arbeitet in einem Schnellrestaurant, weil sein französischer Lehrmeister, bei dem er die exquisite Küche kennenlernte, leider kurz vor Ausbildungsende bei einem Unfall ums Leben kam. Als er Knall auf Fall seinen Job kündigt und eine Weiterbildungsmaßnahme verschoben wird, beginnt er als Koch in einem alten Hotel auf einer kleinen Insel, auf dessen Küche scheinbar ein Fluch liegt, was er aber erst später erfährt. Parallel dazu wird die Geschichte der früheren Besitzerin Und Küchin des Hotels erzählt, die vor 100 Jahren spielt.

In diesem Roman fängt der Autor sehr gekonnt die Atmosphäre dieses alten Hotel, was alleine auf einer kleinen Insel liegt, ein. Die Besitzer des Hotels, deren Tochter und die wenigen Gäste, die es beherbergt, befinden sich alle nicht in einer glücklichen Phase. Ein optimistischer Mensch ist der Same Miikaa, der als Küchenjunge tätig ist. Leider steht das Hotel vor dem Aus, da es durch die schlechte Küche immer weniger Gäste hat. Auch Leif verzweifel, denn kein Essen kommt genießbar im Speisesaal an. Es liegt quasi ein Fluch über dem Hotel. Ich hatte mit einer Liebesgeschichte und auch Lebensweisheiten gerechnelt, die ich auch "serviert bekam", doch nicht erwartet hatte ich den mystischen Faktor sozusagen die Kraft des Übersinnlichen. Mir hat am Ende jedoch sehr gefallen, wie sich der Fluch geklärt hat und welche Geheimnsse noch ans Tageslicht kamen. Außerdem fand ich die Erklärungen zum Kochen sehr interessant inklusive der Rezepte.

Eine sehr schön erzählte Geschichte - vier Sterne.