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Benutzername: Insel
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Bewertungen

Insgesamt 84 Bewertungen
Bewertung vom 02.07.2020
Truly / In Love Bd.1
Reed, Ava

Truly / In Love Bd.1


gut

Andie kommt nach einer sehr schweren Zeit in ihrer Familie in Seattle an ihrem Studienort mit sehr wenig Geld an. Hier hat sie zunächst vor bei ihrer Freundin June übergangsweise zu wohnen und sich einen Job zu suchen. In mitten allem Chaos trifft sie auf Cooper, der sie magisch anzieht und fasziniert, aber der sich ihir verschließt.

Wenn ich genauer auf die Story eingehen würde, dann würde ich den Inhalt der Geschichte verraten. Erwartet habe ich selber eine sehr emotionale Liebesgeschichte im locker-flockigen Stil, in die ich mich gut "reinfallen" lassen könnte.

Dies ist aber nicht geschehen.... ich habe überlegt, woran es gelegen hat, dass micht die Geschichte nicht so sehr begeistert hat. Günde dafür wären, dass die Autorin jedem der Protagonisten eine "schwierige Vergangenheit" gegeben hat und zwar nicht nur Andie und Cooper, sondern auch June und Mason sowie auch Dylan, die jedoch immer nur häppchenweise angedeutet wird und mich diese zwar bewegt hat, aber ich trotzdem eher wie ein distanzierter Zuschauer vorkam.. Was Avea Reed definitiv geschafft hat, war mich neugierig auf den zweiten Teil der Trilogie zu machen, in der June, die Hauptrolle spielen wird, die ich in Truly schon interessanter fand. Ich war mir manchmal insgesamt nicht sicher, wofür einige der Szenen im Buch gut waren und ob dies nur der Beginn einer weiteren Geschichte ist, die mir aber nicht erklärt wurde. Andies Leben bekommt in der Geschichte eine märchenhafte Wendung und manche Logik wird außer Kraft gesetzt, aber diese habe ich versucht zu ignorieren, um mich besser auf die Story einlassen zu können.

Bewertung vom 27.05.2020
Stumm vor Angst
Zellner, Ingrid

Stumm vor Angst


ausgezeichnet

Kriminalkommissar Surendra Sinha ist vom Dienst suspendiert worden und will einige Zeit bei seinem väterlichen Freund und ehemaligem Vorgesetzten Frank Hasemann verbringen um auf andere Gedanken zu kommen. Auf einem der Ausflüge in die Umgebung lernt er Linnea kennen, die nicht mehr spricht seitdem ihr Vater in der Villa verbrannt ist. Der Täter, der Brandstifter, sitzt hinter Gittern, wobei die Zeugin, die ihn belastet hat, auf grauenvolle Art zu Tode gekommen. Hier ergibt sich ein Verknüpfungspunkt zum Kommissar, denn er kannte die Zeugin aus einem seiner früheren Fälle. Als er selber Nachforschungen anstellt, kommt eines zum anderen und er selber wird kurze Zeit später auch noch Zeuge, als er eine Leiche findet. Der Mann war vor seinem Tod in der Firma von Linneas Vater bzw. jetzt ihrer Mutter beschäftigt.

Dieser Krimi hat mich von Anfang an gepackt, denn die Autorin Ingrid Zellner hat mit ihrem Kommissar Surendra Sinha nicht nur eine Figur geschaffen, die sich von vielen anderen Kommissaren positiv abhebt, in dem er ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, aber auch jede Menge Einfühlungvermögen besitzt. Seine indischen Wurzeln treten nicht nur in der Optik zu Tage, sondern er vermittelt diese auch in seinem Auftreten, seinen Umgangsformen und seiner Esskultur. Was ich als sehr angenehm empfinde, stößt genau wie in der Realität auch in dem Krimi anderen Mitmenschen unangehm auf und Surendra wird damit direkt und indirekt zur Zielscheibe einiger Zeitgenossen. Surendras Mutter Zenobia, eine Nebenfigur mit der Aura einer Hauptdarstellerin, nimmt Anfeindungen nicht hin und zeigt Zivilcourage.

Die eigentliche Krimihandlung ist ein äußerst raffiniertes "Machwerk", in dem ich genau wie Surendra auf den Täter und dessen Motiv erst in letzter Minute komme. Insgesamt ein ganz toller, vielschichtiger und unterhaltsamer Krimi!

Bewertung vom 21.05.2020
Sturmwand / Nicolas Guerlain Bd.5
Cors, Benjamin

Sturmwand / Nicolas Guerlain Bd.5


ausgezeichnet

Während des üblichen Abschiedsspraziergang auf einer der abgelegenen Chausey-Inseln findet ein Ehepaar eine Flaschenpost mit fünf Namen und der der Name des Finders steht an erster Stelle. Der Mann stirbt am gleichen Tag.Der Personenschützer Nicolas Guerlain wird zur Lösung des Falles herbeigerufen, da er selber in diesen verwickelt ist.

Für mich war es der erste Fall des Personenschützers Nicolas Guerlain und obwohl mir einiges Vorwissen fehlte, kam ich sehr gut in diese Geschichte hinein. Mir gefielen die intensiven Beschreibungen der Umgebung, sowie der Spannungsbogen des Krimis. Der Autor hat es geschafft viele Fährten zu legen und Hinweise zu geben, doch mit dieser Auflösung hätte ich nie gerechnet. Chapeau!

Fünf Sterne für spannende und kurzweilige Unterhaltung!

Bewertung vom 13.04.2020
Bloom
Oppel, Kenneth

Bloom


gut

Auf einer Insel, die zunächst idyllisch wirkt, stehen zunächst ganz kurz die Probleme dreier Teenager im Vordergrund. Zwei Mädchen leiden unter heftigen Folgen von Allergien und ein Junge, der als Pflegekind aufwächst, beginnt gerade Vertrauen in seine neue Umgebung und Pflegeeltern zu fassen.

Von einem auf den anderen Tag beginnt schwarzes Gras zu wachsen mit ungeahnten Folgen. Die drei Jungendlichen scheinen mit den ganz speziellen Wirkungen des Grases keine Probleme zu haben, während der Rest der Bevölkerung davon lebensgefährlich bedroht wird. Was ist passiert? Warum haen diese drei Jugendliche eine "Immunität"?


Es ist ein megaspannendes Buch und ich dachte zunächst an eine Umweltkatastrophe, doch es ist viel mehr. Auf diese Ausrichtung der Geschichte war ich nicht vorbereitet und dieser Gedanke bzw. diese Ausrichtung gefiel mir weniger.

Der Schreibstil war flüssig und mitreißend, sowie das Buch mit einem Cliffhanger endet, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die Altersempfehlung ab 12 Jahre könnte sensibleren Menschen sehr viel schlaflose Nächte bzw. Alpträume bescheren.

Ein spannendes Buch mit sehr vielen Szenen, die sehr bedrohlich sind sowie angsteinflößend - auch kommen Menschen zu Tode. Ich als erwachsener Leser habe schon damit meine Schwierigkeiten, deswegen würde ich dieses Buch nur auf ausdrücklichen Wunsche einem Kind schenken.

3 Sterne

Bewertung vom 02.04.2020
Dünentraumsommer
Janz, Tanja

Dünentraumsommer


ausgezeichnet

Der Roman "Dünensommer" von Tanja Janz handelt von Marieke und ihrem neunjährigen Sohn Emil, die aus Herne nach St.-Peter-Ording ziehen, da Emil unter Asthma leidet. Die Vermieterin ihrer neuen Wohnung ist Berta, die nach vielen Jahren beschlossen hat, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Beide sind sich auf Anhieb sehr sympathisch.

Dieser Roman ist absoluter Balsam für die Seele. Von der ersten Seite an konnte ich mich in die Protagonisten einfühlen ganz egal, ob Frau, Mann oder Kind. Auch wenn die Protagonistinnen trauriges erfahren haben, so nehmen sie ihr Leben nun optimistisch in die Hand, öffnen sich für andere Menschen und sind einfach lebensfroh. Schnell wird klar, nicht nur die wunderschöne Umgebung samt Bilderbuchwetter (Ich spüre selber den Sand unter den Füßen etc.), sondern auch die sympathischen Menschen, die sich auf die eine oder andere Art näherkommen, lassen mich in eine andere Welt eintauchen.



Die Idee, die Marieke mit der Gründung eines Kuchenclubs hat, ist wunderbar dargestellt. Definitiv macht dieses Buch, schon ohne Seeluft live vor Ort, sehr großen Appetit auf Kuchen, Damit man auch die Chance hat ihn selbst zu genießen, gibt es zwei Rezepte nebst einem Hinweis, wo man die Omakuchen erwerben kann.

Nordseefeeling, Freundschaft, Liebe und Glück nebst leckerem Kuchen - dieser Roman verdient definitiv 5 Sterne!

Bewertung vom 25.03.2020
1965 / Thomas Engel Bd.1
Christos, Thomas

1965 / Thomas Engel Bd.1


ausgezeichnet

Thomas Engel, gerade dem spießigen Elternhaus in einem kleinen Ort entkommen, beginnt sein neues Leben nach bestandenem Abitur und einer 20wöchigen Ausbildung auf der Landeskriminalschule in Düsseldorf als Kommissar bei der Kriminalpolizei und zwar im Jahre 1965, wo er recht schnell mit seinem ersten Mordfall konfrontiert wird. Parallel dazu erzählt der Autor eine Geschichte, die 1939 mit den Ermittlungen eines jungen Hauptkommissars beginnt, der ebenfalls einen Mord aufklären möchte.

Der Autor Thomas Christos lässt mich als Leser in das Lebensgefühl, Sorgen, Ängste, den Polizeialltag .... beider Zeiten eintauchen und ganz schnell wird klar, beide Zeiten und Geschehnisse stehen in enger Verbindung.

Die Ermittlungen fand ich interessant, jedoch nicht übermäßig spannend, brisant wurden sie jedoch zu beiden Zeiten durch politische Hintergründe, Ereignisse, Seilschaften... Es waren für mich sehr lehrreiche Geschichtsstunden.

Der Autor zeigt mir schonungslos, was passiert ist, an vielen Stellen läuft es mir kalt den Rücken herunter, dabei gibt es jedoch auch Stellen (bezüglich der Musik und der Mode) die mich schmunzeln ließen.


Die Protagonisten des Kriminalromans kann ich mir alle sehr gut vorstellen , zu dem wird bei einigen von ihnen die Innerliche Zerrissenheit offensichtlich. Thomas ist sehr jung, sozusagen ein Vertreter der Nachkriegskinder, während die Generation seiner Eltern und Kollegen den Krieg miterlebt haben. Welche Auswirkungen hat die Naziherrschaft auf ihr späteres Leben gehabt? Thomas bekommt durch seinen Drang und Mut den Mord aufzuklären, einen tiefen Einblick in die Ereignisse der Vergangenheit. Ich, als Leser, erfahre noch über weitere Geschehnisse, die sich u.a. damals und heute (1965) in Kinderheimen und Kliniken zugetragen haben.

Alles ist über mindestens über fünf Jahrzehnte her und trotzdem, so scheint es mir, gibt es auch Parallelen bis in unsere heutige Zeit. Auch stelle ich mir die Frage, wie hätte ich an der Stelle einiger der Figuren reagiert.

Der Autor hat es geschafft einen äußerst facettenreichen Kriminalroman zu schreiben, der mich als geschichtlich und politisch interessierten Menschen tief beeindruckt hat. Ich möchte unbedingt mehr von Thomas und seinem weiteren Werdegang erfahren. Sehr gespannt warte ich auf den nächsten Fall!

Eine klare Leseempfehlung von mir für alle, die tiefgründige Kriminalromane inklusive geschichtlicher Zeitreise mögen.

Fünf Sterne!

Bewertung vom 26.02.2020
Sweet Sorrow (Rote Edition)
Nicholls, David

Sweet Sorrow (Rote Edition)


sehr gut

Charlie ist 16 Jahre alt und nachdem sein Vater Insolvenz hat anmelden müssen und die Familie sich räumlich stark verkleinern musste, kann sich keiner mehr aus dem Weg gehen. Streit ist vorprogrammiert.... und Verhaltensweisen, die immer schon da waren, werden immer offensichtlicher. So kommt der Zerfall der Familie zeitgleich mit dem letzten Schuljahr und völliger Orientierungslosigkeit Charlies. Doch das Leben hat auch Lichtblicke und das ist die erste große Liebe.

David Nicholls zeigt in seinem Roman schonungslos wie Leben für einen jungen Heranwachsenenden sein kann und zwar mit allen Höhen und Tiefen. Gnadenlos schildert er auch die Schwächen und Stärken der Erwachsenen - sollen diese ein Vorbild für Charlie sein? Eingepackt wird das ganze in das Theaterstück Romeo und Julia, in dem Charlie eher zufällig als Schauspieler seine Bestimmung findet, sowie die große Liebe trifft.

Der Erzählstil von des Autors ist abwechslungreich, hat viele schöne Formulierungen, doch man sollte auch Theater und das Stück von Shakespeare kennen, um manche Passagen nicht als zu langatmig zu erleben. Es ist mit Sicherheit keine einfach zu lesende Liebesgeschichte - oh, ja die Liebe spielt eine Rolle - aber sie ist untergeordnet dem Erwachsenwerden von Charlie in schwierigen familiären, schulischen und außerfamilären Zeiten.

Liebe ist nicht nur "süß" ....

Bewertung vom 23.02.2020
Ein wenig Glaube
Butler, Nickolas

Ein wenig Glaube


ausgezeichnet

Lyle und Peg Hovde leben mit ihrer erwachsenen Tochter Shiloh sowie ihrem fünfjährigem Enkelsohn Isaac zusammen. Isaac ist das große Glück für die Großeltern. Überall ist die Religiösität der Familie spürbar, aber auch die Zweifel von Lyle, der seinen Sohn Peter früh begraben musste. Shiloh dagegen ist sehr religiös und ist mit der Zeit geradezu fanatisch geworden. Religion ist das wichtigste in ihrem Leben und somit beginnt der Untergang einer glücklichen Familie. Shiloh zieht mit Isaac aus und unterwirft sich noch mehr deren strengen Regeln.
Die Geschichte zog mich sofort in ihren Bann, denn ich spüre die Melancholie, die auch schon spürbar ist, als alles noch in Ordnung zu sein scheint. Immer mehr offenbart sich, dass nichts in Ordnung ist. Gleich zu Beginn habe ich schon eine Ahnung, aber das ganze Ausmaß des Dramas schockiert mich dann doch.
De Autor hat seine Geschichte aufgrund einer wahren Begebenheit geschrieben und ich bin immer noch schockiert. Fünf Sterne für diesen Roman, der mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat.

Bewertung vom 08.12.2019
Bülent Rambichler und der störrische Karpfen
Bogner, Anja

Bülent Rambichler und der störrische Karpfen


gut

Der zweite Bürgermeister von Strunzheim wird tot in einem Fischkasten am Weiher aufgefunden. Hauptkommissar Bülent Rambichler wird mit der Ermittlung betraut,obwohl er eigentlich größtmöglichen Abstand von seinem Heimatdorf halten möchte. Während er mit den Ermittlungen eher widerwillig und sehr unkonventionell startet, erfahre ich als Leser eine Menge über die fränkische Lebensart, die Sprache und lerne sehr viele unterschiedliche, charismatische Protagonisten kennen.

Der Krimi gestaltete sich für mich durch den Dialekt ein wenig schwierig, wobei ich mich seitenweise mehr an ihn gewöhnte. Schwerer tat ich mich mit den Protagonisten selber, denn keiner ist mir während des Lesens so wirklich nahe gekommen. Bülent selber erschien mir schon arg hinterwäldlerisch, seine Kollegin Astrid war zwar netter, aber ich fragte mich die ganze Zeit, was sie selber an Bülent fand. Ich konnte auch dem Haschkonsum nicht besonders viel abgewinnen, aber fand ihn bezüglich der sonstigen Spießigkeit, die nach außen getragen wurde, in Form von Festen, Gebräuchen und Kleidung, herrlich schräg. In Strunzheim spielen fast alle eine Rolle für die Außenwahrnehmung - jeder auf seine Weise.
Die Spannung des Krimis war gemächlich und passte nach Strunzheim.

Das Ende überraschte mich positiv, jedoch konnte es mich nicht mit den in meinen Augen überzeichneten Protagonisten und Ereignissen versöhnen.

Vielleicht muss man die Gegend kennen oder dort wohnen, um mit Bülent Rambichler und seinen Fällen richtig warm zu werden:
Von mir deswegen leider nur drei Sterne....

Bewertung vom 11.11.2019
Der Fund
Aichner, Bernhard

Der Fund


weniger gut

Rita Dalek ist 53 Jahre alt und arbeitet in der Lebensmittelabteilung eines Supermarktes. Sie hat schon viel Schreckliches in ihrem Leben erfahren und auch momentan ist sie alles andere als glücklich. Da findet sie Kokain in einer Bananenkiste versteckt. Mit diesem Fund könnte sie ihrem Leben eine andere Richtung geben und Rita ergreift die Chance.
Bernhard Aichner erzählt diese Story, die mit dem Fund und der Aussage beginnt, dass Rita sterben wird, abwechselnd in Form von Verhören eines Polizisten mit den Menschen, die Rita kannten in Dialogform sowie Rückblenden aus Ritas Leben.
Das Buch ließ sich leicht lesen, aber Spannung kam bei mir nicht auf. Derjenige, der die Verhöre führte, zu ihm konnte ich keine Verbindung und Vorstellung aufbauen, da Aichner ihm weder Gestalt noch Namen gibt. Rita selber konnte ich in ihrem Handeln auch nicht nachvollziehen, so dass ich trotz ihrer Schicksalsschläge und ihres Lebens keine besondere Sympathe oder Nähe zu ihr verspürte. Ich konnte in diese Geschichte nicht "eintauchen", stets war da eine große Distanz und Kühle. Bis auf eine Ausnahme, Gerda, eine totkranke Frau, der Rita hilft und zu der sie eine Freundschaft entwickelt. Gerda war für mich die Sympathieträgerin der Story.
Von mir deswegen nur 2, 5 Sterne!