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Benutzername: Sabine
Wohnort: München
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Bewertungen

Insgesamt 86 Bewertungen
Bewertung vom 10.11.2021
Böse
Wagner, Jonas

Böse


sehr gut

Katharina zieht mit ihrer Tochter Fenja in das kleine beschauliche Dorf Hussfeld. Angeblich der sicherste Ort in Deutschland. Augenscheinlich ist auch alles sauber und schön. Aber im Hintergrund lauert das Böse darauf, endllich zuzuschlagen. Als Fenja spurlos verschwindet, ist niemand da, der ihr helfen mag und nach und nach wird klar, dass die Idylle nur vordergründig ist und die Wahrheit ist unvorstellbar.

Jonas Wagners Debütroman "Böse" lässt uns Lesern das Blut in den Adern gefrieren. Schon in den ersten Kapiteln merkt man, dass hier etwas nicht stimmt. Die Atmosphäre in dem kleinen, scheinbar friedlichen Dorf ist äußerst beklemmend. Man fühlt sich unwohl, unwillkommen und ahnt, dass da etwas ganz und gar Grausames seine Finger im Spiel hat. Einige unerwartete Wendungen und der sichere Schreibstil treiben die Spannung hoch, und auch wenn das Buch einige Längen hat, wollte ich immer nur eines, nämlich weiterlesen. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken realistisch. Nur das offene Ende hat mich ein wenig enttäuscht, aber insgesamt hat mir der Thriller sehr gut gefallen.

Bewertung vom 24.10.2021
Die Zeit der Kirschen
Barreau, Nicolas

Die Zeit der Kirschen


sehr gut

Nicolas Barreaus erster Roman hat nicht nur mich begeistert. Die wundervolle Geschichte um Aurélie und André hat schnell, und das zu Recht, sehr viele Anhänger gefunden. Mit "Die Zeit der Kirschen" ist dem Autor in meinen Augen eine charmante und authentische Fortsetzung gelungen, die wieder Lust auf das Leben und die Liebe macht. Anfangs plätschert die Geschichte leise dahin und führt auch den Leser, der den Vorgängerroman nicht kennt, geschickt in das Geschehen ein. Dann nimmt der Roman allmählich Fahrt auf und man ist gefangen von den kleinen Irrungen und Wirrungen, die das Leben so mit sich bringt. Gespickt von zahlreichen witzigen Details, die manchmal vielleicht für ein gutes Buch ein wenig zu überspitzt waren (oder schon im Hinblick auf eine weitere Verfilmung absichtlich so gewählt wurden?), ist die Geschichte aber am Ende doch rund und harmonisch geworden und hat mich zufrieden zurück gelassen. Insgesamt ein schöner Roman für Romantiker, der fast keine Wünsche offen lässt

Bewertung vom 24.10.2021
SCHWEIG!
Merchant, Judith

SCHWEIG!


sehr gut

Ein Tag vor Weihnachten und obwohl Sue mitten in den Vorbereitungen für Heiligabend steckt, fühlt sie den inneren Zwang ihre Schwester zu besuchen. Denn Esther lebt alleine in einem weit abgelegenem Haus im Wald und möchte einfach nur ihre Ruhe haben. Aber Sue, die große Schwester, fühlt sich verpflichtet, sich um Esther zu kümmern, oder ist es etwa ganz anders?

Esther und Sue haben so ihre Geheimnisse. Geheimnisse, die sich erst im Laufe des Buches offenbaren. Gekonnt verknüpft die Autorin Judith Merchant Kapitel um Kapitel und liefert den Lesern und Leserinnen dabei immer nur ein Puzzleteil nach dem anderen, bis am Ende ein (fast) komplettes Bild entstanden ist. Immer aus einer anderen Perspektive erzählend, baut die Schriftstellerin eine fast unerträgliche Spannung auf, die bis zum allerletzten Kapitel anhält. Als ahnungsloser Leser wird man permanent an der Nase herumgeführt und folgt ständig einer falschen Fährte. Die knappen Kapitel, der ständige Sichtwechsel, der gekonnte Schreibstil, all dies sind Faktoren für einen soliden Psychothriller, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Die undurchsichtigen Charaktere, die mich immer wieder überrascht haben, sind gut ausgearbeitet und wirken, auch wenn sie manchmal unerwartet agieren, sehr glaubwürdig. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und kann es nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 01.06.2021
Möwensommer
Römer, Lotte

Möwensommer


sehr gut

Lina liebt Blumen und Mattis, ihren besten Freund seit Kindertagen. Doch der will es nicht wahrhaben, oder traut er sich nicht? Der neue Kollege Bent kommt da gerade zur rechten Zeit. Findet Lina mit ihm die große Liebe?

Lotte Römers Roman hat mich schon mit seinem Titelbild verzaubert. Drinnen geht es weiter. Man möchte am liebsten sofort seine Koffer packen und sich den Nordseewind um die Nase wehen lassen. Auch wenn vieles natürlich vorhersehbar ist konnte mich das Buch mitehmen. Mit an den Strand, mit Sonne und Möwengeschrei. Mit in den typischen Sturm, für den ich die Nordsee so liebe. Mit in das Blumengeschäft, mit seinen typischen Gerüchen und Farben. Durch die sehr angenehme Schreibweise, die den Leser geradezu durch das Buch fliegen lässt, konnte man sich gut in die Situation hineinversetzen. Die Protagonisten sind sympathisch und recht gut ausgearbeitet. Bis auf Lina, die war mir etwas zu glatt. Ihr hätten ein paar Ecken durchaus gut getan. Wer einen locker,leichten Sommerroman zum Entspannen sucht, ist hier jedoch genau richtig.

Bewertung vom 10.05.2021
Laudatio auf eine kaukasische Kuh
Jodl, Angelika

Laudatio auf eine kaukasische Kuh


ausgezeichnet

Was für ein Buch! Da ist Olga, angehende Ärztin, die sich nichts sehnlicher wünscht, als einen Nachnamen, der aus höchstens zwei Silben besteht und nicht auf ..idis endet. Da kommt ihr Felix van Saan gerade recht. Der ist ebenfalls Arzt und hoffnungslos in Olga verliebt. Doch der Zufall will es, dass Jakob Jennerwein, genannt Jack, in ihr Leben schneit. Ein liebenswerter Lebenskünstler, der sein Geld als Ghostwriter verdient. Keine Festanstellung und dazu noch ein Name, der so gar nicht in ihr Schema passt, das geht gar nicht. Und dann glaubt Olgas Mutter noch, dass sie todeskrank ist und unbedingt in Georgien sterben will. Natürlich im Beisein der ganzen Familie.

Mich hat schon schon der Titel magisch angezogen und ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser kaukasischen Kuh auf sich hat. Über Georgien wusste ich bis dato auch nicht viel und ich war neugierig auf das mir unbekannte Land.

Angelika Jodl hat mich nicht enttäuscht. Ihr Buch ist lebensbejahend, witzig, sehr skurril und äußerst unterhaltsam. Auf der einen Seite das akkurate Deutschland, konservativ und glatt, das aber auch den ein oder anderen Ausrutscher duldet. Und auf der anderen Seite das gastfreundliche, wilde Georgien, das sich zwar augenscheinlich in kein Raster pressen lässt, aber dennoch seine Schattenseiten hat. Die Autorin zeigt uns zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Diese beiden Welten zusammenzuführen, ist gar nicht so einfach, ist ihr aber sehr gut gelungen.

Der spritzige Schreibstil hat mir so manches Lächeln auf die Lippen gezaubert und den Protagonisten viel Leben eingehaucht. Olgas Temperament und ihre Zerissenheit wurden gut dargestellt, aber auch die anderen Charaktere, allen voran Jack, wirken lebendig und authentisch. Das Leben in Georgien wurde sehr anschaulich beschrieben und die Autorin hat mir einen guten Einblick in Land, Leute und Kultur verschafft.

Der Roman ist so ganz anders, als die Bücher, die man sonst so zu lesen bekommt. Er hat mich sehr gut unterhalten und ist bis jetzt eines meiner Highlights in diesem Jahr.

Bewertung vom 08.05.2021
Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5
Rosenberger, Pia

Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5


sehr gut

Camille Claudel lebte in einer Zeit, in der Frauen der Mittel- und Oberschicht nur eine Berufung haben sollten. Ehefrau und Mutter zu sein. Aber Camille will unbedingt Bildhauerin werden. Der Vater erkennt ihr Talent und fördert sie, was sehr unüblich ist. Die Begegnung mit Rodin führt zu einer Liebesgeschichte, die eigentlch aussichtslos ist, denn er ist verheiratet und will sich nicht von seiner Frau trennen.

Das Buch "Die Bildhauerin" von Pia Rosenberger zeigt den Weg dieser mutigen jungen Frau. Die Autorin fängt den Leser schnell mit ihrer Geschichte ein. Ihre angenehme, flüssige Art zu schreiben fördert den Lesefluss und sorgt so für ein großes Lesevergnügen. Camille kann sich gut in dieser Männerdomäne behaupten, zahlt aber auch einen hohen Preis dafür. Ihre Liebe wird von Rodin zwar erwidert, aber da er er nicht bereit ist, sich von seiner Ehefrau zu trennen, bleibt immer ein schaler Nachgeschmack.

Ich hätte mir aber mehr Information über das weitere Leben der Bildhauerin gewünscht. Man bekommt zwar einen Einblick in einen bestimmten Zeitabschnitt ihres Lebens. Aber wie geht es weiter? Zumindest in einem Nachwort hätte ich mehr über sie erfahren wollen. Auch die Kindheit wurde nur grob mit Rückblicken gestreift und hätte für mich mehr und etwas strukturierter herausgearbeitet werden müssen. So bleiben einige Fragen offen, die ich erst selbst rechercheren musste. Ich denke aber, dass dies eine Vorgabe vom Verlag ist, denn in anderen Büchern dieser Reihe ging es mir leider ebenso.

Insgesamt ist der Roman jedoch gut gelungen und führt uns Leser in die ungewöhnliche Welt einer faszinierenden Frau.

Bewertung vom 15.04.2021
Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
Suiter Clarke, Amy

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden


sehr gut

Elle berichtet in ihrem True Crime Podcast über ungelöste Kriminalfälle. In ihrem neuesten Thema beschäftigt sich mit den grausamen Taten des sogenannten Countdown-Killers. Er tötet Mädchen, die immer ein Jahr jünger sind, als die vorherige. Als eines der Mädchen entkommt, bricht die Serie ab. Doch Jahre später wird wieder ein Mädchen vermisst und Elle ist sich sicher, dass der Täter seine Taten fortsetzt.

Einen Podcast in einen Thriller zu integrieren ist eine sehr interessante Idee und wie ich finde, der Autorin in ihrem Debüt sehr gut gelungen. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Besonders der Wechsel zwischen Podcast (Den man übrigens per QR-Code sogar als Audiodatei zur Verfügung hatte. Ich habe das leider erst zu spät bemerkt und diese Funktion nicht ausprobiert) und normaler Erzählung war etwas verwirrend. Aber ist es nicht Thema eines Thrillers, erst Verwirrung zu stiften und dann Faden für Faden aufzudröseln und so allmählich Licht ins Dunkel zu bringen? Genau das hat Amy Suiter Clarke mit ihrem Buch geschafft. Je weiter ich in der Geschichte vorankam, desto spannender wurde es und desto mehr Probleme bekam ich, das Buch zur Seite zu legen. Die letzten Kapitel habe ich geradezu inhaliert, um endlich Gewissheit zu bekommen. Der angenehme und leichte Schreibstil sorgt ebenfalls für einen schnellen Lesefluss. Als Leser erfährt man nicht nur die Gedanken der Protagonistin, sondern auch die des Täters, die so unvorstellbar waren, dass mir oft eine Gänsehaut über den Rücken zog. Ein wirklich gelungenes Debüt, das mir große Spannung bereitet hat.

Bewertung vom 15.03.2021
Die Frau vom Strand
Johann, Petra

Die Frau vom Strand


ausgezeichnet

Petra Johann, eigentlich Mathematikerin, hat mit ihrem Buch "die Frau vom Strand" bewiesen, dass sie mehr kann, als nur forschen und rechnen. Denn ihr kreativer Thriller ist ein echter Pageturner. Die packende Schreibweise zieht den Leser in den Bann und verführt ihn dazu, das Buch in einem Rutsch auszulesen. Auch mir ist es so gegangen und ich habe mich sehr gut dabei unterhalten. Die Autorin baut einige unerwartete Wendungen in den Plot ein und überrascht nicht nur mit ihrem Schluss. Dadurch hält sie die Spannung stets auf einem sehr hohen Niveau.Sie lässt uns Leser in tiefe Abgründe blicken, zeigt aber auch vielschichtige Charaktere, die sehr authentisch dargestellt werden. Mich hat der Roman, der viel mehr ist, als nur ein Thriller, sehr überrascht. In meinen Augen hat die Schriftstellerin ein tiefgründiges Psychogramm geschaffen, das, auch wenn man nicht immer alle Schritte der Protagonisten nachvollziehen konnte, doch auf voller Linie überzeugt.

Bewertung vom 15.03.2021
2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
Richter, Noah

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt


gut

Der Plot hatte mich sehr angesprochen und ich war richtig neugierig auf das Buch. Leider hat es mich dann eher enttäuscht. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor hauptsächlich Drehbücher schreibt, denn als Actionfilm hätte das Ganze sicher bestens funktioniert. Als Roman leider nicht. Die viele Action und die vielen einzelnen Handlungsstränge erhöhen in diesem Fall die Spannung nicht, sondern schaffen eher ein Gefühl der Übersättigung. Mir war es oft zu viel und ich hatte manchmal gar keine richtige Lust mehr weiterzulesen. Obwohl der Schreibstil angenehm und leicht zu lesen ist, ziehen sich manche Kapitel sehr und mein Lesefluss war leider ziemlich oft unterbrochen. Das Verhalten der schwangeren Protagonistin ist relativ häufig unrealistisch. dadurch konnte ich mich gar nicht mit ihr identifizieren und auch keine Verbindung aufbauen. Überhaupt blieben die Charaktere sehr farblos und wurden dadurch langweilig und austauschbar. Schade, aber vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu groß.

Bewertung vom 03.01.2021
Der Mädchenwald
Lloyd, Sam

Der Mädchenwald


sehr gut

Während eines Jugendschachturniers wird die dreizehnjährige Elissa entführt. Angekettet erwacht sie in einem finsteren Keller. Pragmatisch versucht sie ihre Lage zu erkunden und teilt, ganz die analytische Schachspielerin, ihr Gefängnis wie auf einem Schachbrett ein. Als der zwölfjährige Elijah auftaucht versucht sie ihn für ihre Sache zu gewinnen, aber die Sitution erweist sich schwieriger als erhofft.

Der Roman ist ein echter Pageturner. Drei unterschiedliche Perspektiven, das ständige Hin- und Herswitchen in der Zeitebene, die extrem knappen Kapitel. All das sind natürlich Garantien für die hohe Spannung, aber gleichzeitig fordern sie auch die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Deshalb dauert es auch ein wenig, bis man so richtig in der Geschichte angekommen ist. Der Thriller entwickelt sich komplett anders, als erwartet, ist streckenweise sehr blutig und verstörend und sicher nichts für schwache Nerven. Mir hat er im großen und ganzen sehr gut gefallen, nur der Showdown am Ende war mir ein wenig zu viel und es sind doch einige Fragen offen, die ich gerne noch beantwortet hätte.