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Benutzername: Leuchtturmwaerterin
Wohnort: Kassel
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Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 112 Bewertungen
Bewertung vom 11.08.2020
Nur der Tod bringt Vergebung / Ein Fall für Schwester Fidelma Bd.1
Tremayne, Peter

Nur der Tod bringt Vergebung / Ein Fall für Schwester Fidelma Bd.1


sehr gut

Mit diesem Band beginnt die Geschichte von Schwester Fidelma, einer jungen Frau, die mutig und unbeirrt so manchem Schurken das Handwerk legt. Und das im 7. Jahrhundert nach Christus.
Der Autor versteht es die geschichtlichen Fakten geschickt mit einer spannenden Story zu verweben und hat den Leser ab den ersten Seiten schon an der Angel.
Sein Schreibstil ist flüssig, nicht zu hochtrabend (was man bei Historikern ja doch meinen könnte) und lässt den Leser auch in seichteren Lesemomenten mit weniger Spannung, am Ball bleiben.
Die Figur der Fidelma ist einfach toll dargestellt. Sie ist eine noch sehr junge Frau, mutig und oft furchtlos. Sie tritt Herrschern genauso entgegen wie einfachen Ordensbrüdern.
An ihrer Seite erscheint Bruder Eadulf wirklich nur wie Beiwerk. Er wird ihr zur Seite gestellt, um ihr bei den Ermittlungen zu helfen, doch im Endeffekt braucht sie dieses männliche Anhängsel gar nicht. Sie ist stark genug, um ihre Frau zu stehen.
Leider war mir schon recht bald klar, auf wen hier als Mörder abgezielt wird. Und am Ende hat man gemerkt, dass der Autor bloß noch ein paar Zeilen schinden wollte, um noch nicht gleich zu verraten wer es war. Nichtsdestotrotz hat es großen Spaß gemacht den Anfang einer so berühmten Reihe zu lesen.

Kleiner Funfact noch zum Schluss:
Das Zölibat war damals noch nicht sehr weit verbreitet in Westeuropa, sodass Schwestern und Brüder gemeinsam in Doppelhäusern lebten und sogar Familien gründeten.

Bewertung vom 25.07.2020
Dunkler Wahn
Dorn, Wulf

Dunkler Wahn


ausgezeichnet

Bevor es zum eigentlichen Inhalt geht, erst einmal ein paar Worte zum Cover. Es ist ausdrucksstark und ein absoluter Blickfang. Das Rotkehlchen passt sehr gut dazu und es schauert einen direkt, wenn man begreift, dass dieser Vogel tot ist. Sehr gut gelungen.

Jetzt aber zum Thriller selbst. Endlich mal wieder einer der mich so richtig in seinen Bann ziehen konnte. Mit jeder Menge Irrungen und Wirrungen und falscher Fährten, damit man als Leser immer wieder das Gefühl hat "hey, ich weiß es, ich weiß es" und dann dreht der Autor einem eine lange Nase und sagt "ätsch, du weißt gar nichts". Ich liebe so etwas ja.

Der Psychater Jan Forstner steht im Mittelpunkt dieses Thrillers. Er ist ein sehr erfolgreicher Arzt in seinem Gebiet und hat dadurch mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun. Als er plötzlich von einer heimlichen Verehrerin mehr und mehr belästigt wird, wird die ganze Sache unheimlich.

Der Autor hat wirklich starke Charaktere gezeichnet. Man fühlt richtig mit ihnen und taucht ein in die kranke Welt der Stalkerin.
Wulf Dorn erzählt in einer klaren, modernen Sprache mit viel Spannung und einigen Cliffhangern, einen atemlosen Thriller.

Es handelt sich bei diesem Buch um keinen klassischen Ermittler-Thriller, was ich persönlich sehr gut finde. Die gibt es einfach schon zu Hauf und man wird es irgendwann leid, weil der Aufbau dabei oft der gleiche ist.

Der Plot ist schlüssig und man erfährt in jedem Kapitel ein Puzzleteilchen dazu. Erst am Ende versteht man die ganze Geschichte und alles ergibt einen rechten Sinn. Das hat mir sehr gut gefallen.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen, weil ich mich einfach gut unterhalten gefühlt habe. Ein durchgehend spannendes Buch mit vielen Überraschungen und Wendungen und einem gut gemachten Ende.

Bewertung vom 10.07.2020
Housesitter
Winkelmann, Andreas

Housesitter


sehr gut

Ein Thriller, der sachte beginnt und sich bis zum Schluss kontinuierlich steigert in seiner Spannung.
Thomas ist eine der Hauptfiguren. Ihn begleiten wir durch sein Leben, das Dank des Housesitters nicht sehr angenehm verläuft. Priska Wagner ist die ermittelnde Kommissarin und eine sehr sympathische Figur. Mit ihr kann man sich identifizieren und fiebert der Ermittlung entgegen.

Die Erzählweise des Autors ist gut. Er weiß wie man die Leser bei Laune hält und wie man Spannung erzeugt. Lediglich die Zeitsprünge haben beim Lesen etwas verwirrt, doch irgendwann gewöhnt man sich daran und lässt sich einfach in den Text fallen. Dann nimmt man hin was man liest und merkt recht schnell auf welcher Zeitebene man ist.

Allerdings haben mich die Namen teilweise etwas gestört. Ein junger Mann namens Ulf oder auch Karl-Heinz und das nicht in einer vergangenen Zeit, sondern aktuell? Da hätte man vielleicht doch mal die aktuellen Namen recherchieren können. Da fehlt ein bisschen das Bild zur Figur (auch wenn es bloß Nebencharaktere sind, aber sie bleiben gesichtslos dadurch).

Dieser Thriller lebt tatsächlich von seinen Figuren. Die Schauplätze sind egal, die Charaktere stehen im Vordergrund.

Es ist definitiv nicht der letzte Thriller von Andreas Winkelmann gewesen, den ich gelesen habe, auch wenn ich ihm nur 4 von 5 Sternen geben kann.

Bewertung vom 25.05.2020
Absolut (k)ein Fangirl
Grey, Emma

Absolut (k)ein Fangirl


ausgezeichnet

Kat, ein Mädchen wie du und ich mit 17 Jahren waren, durchschnittlich und eher schüchtern, liebt die Musik und träumt sich in eine Welt, in der sie als Sängerin auf der Bühne steht.

Die Autorin hat mit dieser Geschichte einen wunderbaren Teenie-Traum in zwei Buchdeckel geschnürt. Ich glaube tatsächlich, dass so ziemlich jedes Mädchen in diesem Alter irgendwie davon träumt berühmt zu sein und einen tollen Freund zu haben, der als Poster an ihrer Wand hängt. Zumindest war es bei mir damals so.

Emma Grey hat exakt den Ton und die Naivität eines jungen Mädchens getroffen und die Geschichte wirken lassen, als wäre es die eigene. Ihre, meine und die vieler anderer Mädchen, die in dem Alter genauso denken und fühlen.

Bei mir ist es schon ein paar Jährchen her, dass ich 17 Jahre alt war (genau genommen 20). Doch ich konnte mich exakt in die Gefühlswelt von Kat einfinden, was ich einfach super fand. Natürlich habe ich auch immer wieder mal den Kopf geschüttelt, darüber was sie in der ein oder anderen Situation tut, doch genau das hätte ich als 17-jährige wohl auch getan.

Ein sommerlich leichtes Buch, was mir meine Leseabende herrlich versüßt hat. Für mich hat es 5 von 5 Sterne verdient.

Bewertung vom 14.05.2020
Darker Things
Ammon, Katja

Darker Things


ausgezeichnet

Lejla, die Hauptfigur in dieser Geschichte, erlebt Dinge, von denen alle anderen nicht einmal glauben, dass sie existieren. Sie denkt von sich selbst, dass sie verrückt zu werden droht und bezieht die Krankheitsgeschichte ihrer Mutter auf sich selbst. Dass alles jedoch um einiges komplizierter ist, als es zu Beginn erscheint, verwirrt das junge Mädchen noch mehr.
Und dann taucht dieser mysteriöse Dorian immer dort auf, wo Lejla wieder etwas Verrücktes und auch Gefährliches erlebt. Was hat dieser Typ damit zu tun?

Die Autorin schafft es, dass man mehr über die Geschichte rund um Lejlas Mutter und ihren Selbstmord erfahren will. Sie hat eine tolle Art des Schreibens. Klar und unverschnörkelt. Es macht Spaß ihrer Sprache zu folgen.

Die Figuren sind toll gezeichnet. Vor allem auch die Nebencharaktere, die sonst oft nur oberflächlich angerissen werden. Auch diese haben ihre Berechtigung in der Geschichte. Niemand ist nur Beiwerk, um die Hauptfiguren zu schmücken.

Endlich wieder mal ein Einzelband und kein Auftakt einer Reihe. Ich mag Reihen zwar auch recht gerne, aber dann sind die ersten Bücher meist zäh und nur der Einstieg in etwas Größeres. Hier weiß man einfach, dass alles auf ein spannendes Finale hinausläuft. Und genauso war es. Das Buch war wirklich spannend. Hatte hier und da einen Cliffhanger anzubieten, der dann ein Kapitel später aber zum Glück wieder aufgelöst wurde. Der Spannungsfaden riss nicht ab und es hat Spaß gemacht zwischen den Welten hin und her zu switchen.

Alles in allem ein wirklich spannendes und mitreißendes Buch. Ich bin begeistert.

Bewertung vom 22.04.2020
Das Gemälde der Tänzerin
Jaeggi, Christine

Das Gemälde der Tänzerin


ausgezeichnet

Eine junge Frau, alleinerziehend und arbeitslos, kämpft und dabei mehr über das Schicksal eines ermordeten Zimmermädchens erfährt.
Eine wunderbare Geschichte mit einem dunklen Geheimnis und einem tollen Plot.

Christine Jaeggi schafft es immer wieder mit ihren Worten und ihren Geschichten die Leser/innen zu fesseln. Sie beherrscht ihr Handwerk und bringt eine Leidenschaft zwischen den Zeilen zum Ausdruck, die man nur selten in solchen Büchern findet.

Die Autorin haucht ihren Figuren Leben ein und beim Lesen fiebert man von der ersten Seite an mit. Die Hauptfigur Helena ist eine starke Frau, die in ihrem Leben nur wenig geschenkt bekommt. Sie zeigt, wie schwer es ist, aus einer scheinbar verfahrenen Situation herauszukommen, aber wenn man nur kämpft und an sich glaubt, es durchaus gelingen kann.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und bin sehr gespannt, was sich Christine Jaeggi als nächsten für eine wunderbare Geschichte einfallen lässt, mit denen sie uns Leser/innen erfreut.

Bewertung vom 17.01.2020
Die unsichtbare Stadt / Das Herz der Zeit Bd.1
Peetz, Monika

Die unsichtbare Stadt / Das Herz der Zeit Bd.1


sehr gut

Die Leser begleiten Lena auf eine wundersame Reise in eine ihr unbekannte Welt.

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön. Ein grandioses Cover und innen ein Grundriss der unsichtbaren Stadt.

Zu Beginn braucht das Buch etwas, bin man sich in die Geschichte hineingefunden hat. Es beginnt sehr seicht und steigert sich dann von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel in Spannung und Tiefe.

Die Sprache der Autorin ist passend zum Genre "Jugendbuch" gehalten und verkompliziert nicht. Es macht Freude ihrer Geschichte zu folgen.

"Wir leben auf einem blauen Planeten, der um einen Feuerball kreist, der neben einem Mond liegt, der in der Lage ist, das Meer zu bewegen. Wenn das wahr ist, warum sollte man nicht durch die Zeit reisen können?" (Zitat: S. 251)

Die Protagonisten sind glaubwürdig, manche zwar etwas flacher gehalten, aber diese spielen auch nicht so eine große Rolle in der Geschichte. Gerade Lena und Dante sind toll ausgemalte Figuren, denen man gerne durch die Geschichte folgt, um zu erfahren, was ihnen so alles passiert.

Da es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, lernen wir nicht nur die Figuren kennen, sondern erleben auch, wie gerade Lena erst einmal "lernen" muss.

Alles in allem ein recht schönes Jugendbuch mit kleinen Startschwierigkeiten, aber sobald man diese überwunden hat, macht es großen Spaß die Geschichte zu lesen.

Für mich ein 4-von-5-Sterne-Buch.

Bewertung vom 01.11.2019
Lvstprinzip
Lachner, Theresa

Lvstprinzip


ausgezeichnet

Eine witzig-spannende Reise zu sich selbst und zur sexuellen Offenheit unserer Generation.

Es beginnt wie einer dieser typischen Reiseberichte. Eine junge Frau will raus aus ihrem Alltag, raus aus dem Zwang und der Ödnis ihres Lebens. Sie will was erleben und die Welt entdecken.
Doch anders als bei den typischen Reiseberichten, kommt hier eben schnell die Frage auf: Wie soll man diesen ganzen Spaß finanzieren und wie hält man sich über Wasser, wenn man keinen festen Wohnsitz hat und durch die Welt reist?
Und so wird Theresa zur Digitalnomadin, trifft interessante Menschen, schreibt für die verschiedensten Zeitschriften und bloggt über Sex.

Ihre Sprache ist frech, spritzig und ab und zu ein wenig too much, aber genau das macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis.

Eine Biografie wie man sie nur selten findet. Ehrlich, offen und einfach herrlich verrückt.

Beim Lesen muss man immer wieder schmunzeln und fragt sich oft, wie man selbst in dieser oder jener Situation reagieren würde. Doch die meisten von uns werden wohl kaum in solch skurrile Situationen kommen, weil der Mensch zumeist den bequemeren "langweiligeren" Weg begeht, anstatt wirklich mal in sich hineinzuhorchen und zu schauen, was wirklich für jeden einzelnen der Sinn des Lebens bedeutet.

Eine grandiose Biografie von einer tollen und freien jungen Frau, die mich absolut begeistern konnte. 5 von 5 Sternen und zwar mit Recht!

Bewertung vom 26.09.2019
Auf den Spuren der Erinnerung
Morri, Lara

Auf den Spuren der Erinnerung


ausgezeichnet

Ein Bildband, der nicht nur von den wunderbaren Momentaufnahmen lebt, sondern auch mit tollen Geschichten, persönlichen Erlebnissen der Zeitzeugen und Hintergrundfakten punkten kann.

Die Autorin schafft mit diesem Buch den Spagat zwischen Bildband und Geschichtsbuch und erzählt von der damaligen Zeit während des zweiten Weltkriegs und vor allem im kalten Krieg. Durch dieses Buch erhält der Leser einen Einblick, wie die Menschen unter der sowjetischen Besatzung in Beelitz und auch in Wünsdorf gelebt und gearbeitet haben.

Allein die Gestaltung in Form eines querformatigen Hardcovers ist bereits ein richtiger Hingucker. Die Farben des Covers sind toll abgestimmt mit dem Bild aus Beelitz und jedes Bild in diesem Buch spricht für sich.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Ich habe mehr erfahren von der Geschichte rund um die Beelitzer Heilstätten und die Menschen, die dort gearbeitet haben. Die Zeitzeugenberichte sind toll zusammengestellt und sehr authentisch. Über Wünsdorf wusste ich bis zu diesem Buch wirklich gar nichts. Auch hier habe ich viel erfahren und bin erstaunt über die Nutzung der "verbotenen Stadt".

Ein tolles Buch, dass ich sehr empfehlen kann, wenn man Lost Places mag und gleichzeitig mehr über die Geschichte der sowjetischen Besatzungsmacht wissen will. 5 von 5 Sterne.

Bewertung vom 12.09.2019
Too Late
Hoover, Colleen

Too Late


ausgezeichnet

Sloan, eine Studentin, die es nicht leicht im Leben hat, lebt mit ihrem Freund, einem Drogendealer zusammen und weiß nicht so recht, wie sie ohne ihn finanziell überleben soll. Sie würde gerne raus aus der ganzen Situation, weiß aber nicht recht wie.

Colleen Hoover beschreibt in dieser Geschichte das typische finanzielle Dilemma, was viele Studenten kennen, die nicht aus reichem Elternhaus stammen. Man kommt gerade so über die Runden. Wenn man sich dann noch, wie Sloan in diesem Buch, um ein geistig und/oder körperlich behindertes Familienmitglied kümmern muss, wird es teilweise echt eng.
Diese Ausgangssituation macht es besonders Menschen einfach, die andere manipulieren und für sich vereinnahmen wollen. So hat Asa bei Sloan sehr leichtes Spiel und macht sie komplett abhängig von sich.

Und dann taucht auch noch eine dritte Figur auf, die das jetzt schon komplizierte Leben von Sloan ziemlich auf den Kopf stellt.

Die Figuren sind wirklich toll beschrieben. Colleen Hoover versteht es, die Leser mitzunehmen und sie genau das fühlen zu lassen, was die Figuren in ihren Geschichten fühlen. Man hasst, liebt und freut sich mit ihnen. Die Sprache der Autorin ist klar, schnörkellos und in diesem Buch (eher untypisch für sie) nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

Nach und nach entfaltet sich das ganze Ausmaß dieser Geschichte und man kommt aus deren Bann nur schwerlich wieder raus.
Auch die Idee, keine straighte Story zu schreiben, sondern den Prolog ans Ende zu setzen und dem Epilog noch einen Epilog draufzusetzen war genial umgesetzt.

Ein wirklich gelungenes Buch mit einer etwas anderen "Liebes-"Geschichte und tollen Protagonisten. Für mich absolut passend im Bold Verlag und hoffentlich nicht das letzte Buch dieser Art von Colleen Hoover.

Von mir erhält es 5 von 5 Sternen, weil es nicht nur unterhalten hat, sondern richtig unter die Haut gegangen ist.