Benutzer
Benutzername: 
Lesefee23.05
Wohnort: 
Stepenitztal

Bewertungen

Insgesamt 325 Bewertungen
Bewertung vom 17.01.2026
Kneidl, Laura

Henry & Kate / The Darlington Bd.1


ausgezeichnet

Pretty Woman

„Das lag in der Natur der Dinge, denn Leute wie er gaben sich nicht mit Leuten wie mir ab. Ich gehörte zum Abfall der Gesellschaft und er zur absoluten Elite.“

„The Darlington - Henry & Kate“ ist der Auftaktband der The Darlington-Reihe von Laura Kneidl. Er erschien im Juli 2025 im Lyx Verlag.

Ich habe bisher tatsächlich nicht viel von Laura Kneidl gelesen und frage mich nun - warum eigentlich nicht? Mit dem ersten Band der dieser Buchreihe konnte die Autorin mich von der der ersten Zeile an fesseln. Der Roman ist unglaublich atmosphärisch, fühlt sich authentisch an und ist absolut leicht lesbar.
Für mich fühlte er sich an wie ein modernes Pretty Woman, wobei Kate keine Prostituierte, sondern obdachlos ist. Mit diesem Thema habe ich mich bisher kaum auseinandergesetzt, muss aber sagen, dass die Autorin es brillant in die Liebesgeschichte eingeflochten hat. Durch Katey Ich-Perspektive wird ihr Leben auf der Straße eindrücklich beschrieben und auch ihre inneren Konflikte sind greifbar. Sie hat ein hohes Moralempfinden, muss dieses aber immer wieder unterdrücken, da sie schlicht überleben muss. Während einem dieser Momente lernt sie zufällig Henry kennen und durch ein Missgeschick treffen sie sich erneut. Die Anziehung zwischen den beiden ist unleugbar, eine Beziehung aber selbstverständlich unmöglich.
Henry ist schließlich der Sohn des reichsten Hotelbesitzers in London und damit in einer ganz anderen Gesellschaftsschicht als Kate. Doch auch in reichen Familien ist das Leben nicht immer einfach und so hat Henry sein eigenes Päckchen zu tragen. Mit den Methoden seines Vaters ist er nicht immer einverstanden und seine persönliche Herangehensweise wäre oft eine andere. Nichtsdestotrotz fügt er sich meistens den Wünschen seines Vaters und beginnt erst langsam, für seine Überzeugungen einzutreten. Auch seine Gefühle und Gedanken sind durch die wechselnde Ich-Perspektive gut nachvollziehbar.
Obwohl das Setting für mich authentisch war, ist einiges der Handlung natürlich nicht realistisch. Vieles würde im echten Leben wohl nicht funktionieren, aber das ist eben das schöne an Geschichten. Alles kann, nichts muss und in diesem Fall ist es einfach stimmig!
Gefallen haben mir auch die einzelnen Kapitelanfänge, die jeweils mit einer Zeitungsschlagzeile oder einer Nachricht beginnen und so einen kleinen Teaser auf die Handlung geben.

Mein Fazit: Für mich eine Liebesgeschichte voller Atmosphäre und mit allem, was sie braucht. Ein liebevolles und authentisches Setting, gut charakterisierte Figuren, eine spannende und mitreißende Handlung mit einem Cliffhanger, der einen sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt! Also eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 16.01.2026
MacIver, Kristin

Limerick Love. Break the Rules


ausgezeichnet

Freiheit

„Ich wollte nur einmal noch aus dem Käfig ausbrechen, in den ich schon mein ganzes Leben lang eingesperrt bin. Ich wollte ein einziges Mal frei sein.“

„Break the Rules“ ist der erste Band der Limerick-Love-Reihe von Kristin MacIver. Es handelt sich um eine historische New-Adult-Geschichte, sie erschien am 03. November 2025 im Knaur Taschenbuchverlag.

Irland, 1461 - Lady Vivienne lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester im Schloss ihrer Familie. Als Tochter des Herrschers der Stadt Limerick hat sie sich entsprechend damenhaft zu verhalten und im Schlossgelände zu bleiben. Die Menschen im Dorf sind schließlich nicht standesgemäß und zudem Gaelic-Irish. Viv hat jedoch große Schwierigkeiten mit diesen starren Regeln. Sie ist ein Freigeist und möchte Abenteuer erleben. Gerade Hurling, die Sportart die ihr Vater so hasst, die aber im Dorf sehr beliebt ist, ist für Viv interessant. So schleicht sie sich, als Junge verkleidet, mehrfach aus dem Schloss hinaus und taucht in die Welt des Hurlings ein. Gleichzeitig begegnet sie einem jungen Mann aus dem Dorf, Ruairi, der ihr Herz höher schlagen lässt…
Ich mochte Viv sehr. Für ihre Zeit ist sie unkonventionell, außergewöhnlich und absolut undamenhaft. Sie hinterfragt festgelegte Glaubenssätze und setzt sich für andere ein. Entscheidungen anderer unreflektiert anzunehmen liegt ihr nicht und auch das damenhafte Verhalten allgemein fällt ihr schwer, weshalb sie auch immer wieder mit ihrer Schwester aneckt.
Aber auch die anderen Figuren sind gut charakterisiert und authentisch dargestellt. Jeder ist auf seine Art individuell und besonders die Kammerzofe Martha habe ich dabei ins Herz geschlossen. Sie unterstützt Viv so gut sie kann und begibt sich damit ebenfalls in Gefahr.
Antipathien sind ebenfalls klar gezeichnet und passend in die Handlung einflochten.
Die Handlung ist für einen historischen Roman einzigartig und ungewöhnlich. Die Autorin schafft es, eine spannende New-Adult-Geschichte in einen historischen Kontext zu platzieren und zeitgemäße Themen einzubauen. So werden unter anderem die Rolle der Frau, der Konflikt zwischen Anglo-Irish und Gaelic-Irish aufgegriffen und in die Liebesgeschichte integriert. Die unstandesgemäße Liebe zwischen Viv und Ruairi sowie das damit verbundene Familiengeheimnis sind dabei natürlich der zentrale Konflikt der Handlung, gleichzeitig aber nicht zu präsent und absolut stimmig in die Gesamthandlung eingearbeitet. Einen großen Anteil hat natürlich auch das Hurling-Spiel, welches ich bisher nicht kannte. Der Roman wird hierdurch noch ein bisschen interessanter und bekommt ein gewisses Sport-Romance-Flair.
Sehr gefallen hat mir im historischen Kontext auch das Glossar am Buchanfang, welches gewisse Begriffe kurz erläutert und die Handlung so verständlicher macht.
Durch die Ich-Perspektive von Viv kann man gerade ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich habe mich schnell mit ihr identifizieren können und so mit ihr mitgefiebert. Auch das gewählte Setting war für mich absolut stimmig und die entsprechenden Beschreibungen so, dass ich mir Schloss und Dorf bildlich vorstellen konnte.

Mein Fazit: Ich habe „Break the Rules“ sehr gerne gelesen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Es ist eine historische New-Adult-Sport-Romance mit dem gewissen Etwas. Kurzum, es stimmt einfach alles. Figuren, Handlung und historischer Kontext sind brillant aufeinander abgestimmt und einfach einzigartig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 01.01.2026
Rogasch, Julia

Winterträume in der kleinen Pension am Meer


ausgezeichnet

Neu denken

„Mit Menschen, die einen liebten, im Hintergrund konnte man jede noch so stürmische See bezwungen.“

„Winterträume in der kleinen Pension am Meer“ ist der neuste Roman von Julia Rogasch. Er erschien im September 2025 im Ullstein Verlag und ist unabhängig lesbar.

Ein weiteres Weihnachtsfest auf Sylt, ein weiterer Ausflug in eine Wohlfühlgeschichte. Mit ihrem neusten Roman entführt Julia Rogasch ihre Leser*innen wieder einmal auf die Herzensinsel Sylt. Clara ist dort aufgewachsen und nach einer schweren Trennung zurückgekehrt - in die Heimat und auch in die Pension ihrer Eltern. Dort arbeitet sie mit und obwohl ihr Herz eigentlich für die kreative Arbeit im eigenen Laden schlägt, kümmert sie sich seit dem Tod ihres Vaters um die Pension. Immerhin war dies sein Lebenstraum. Gleichzeitig ist es finanziell schwierig, denn die Buchungen sind rückläufig und die Konkurrenz groß…
Kurzum, es ist alles nicht so leicht und dies wird auf den ersten Seiten mehr als deutlich. Claras Gedanken kreisen um die finanzielle Schieflage und für mich wird diese im ersten Buchdrittel tatsächlich ein wenig zu oft wiederholt und fokussiert - für mich war der Buchanfang dadurch ein wenig zäh. Gleichzeitig ist sie aber eben auch ein Hauptthema, das Clara umtreibt und durch die Ich-Perspektive werden eben gerade ihre Gedanken deutlich. Ab dem zweiten Drittel etwa nimmt die Geschichte dann aber deutlich an Fahrt auf, die finanzielle Situation der Pension ist nun weniger präsent, aber natürlich weiterhin wichtig. Der neue Gast Severin erweckt Claras Interesse und ist dabei irgendwie ziemlich mysteriös. Die beiden kommen sich näher und gemeinsam unternehmen sie schöne Dinge auf der Insel. Neue Ideen finden ihren Raum und Claras Blich richtet sich mehr nach vorne, als nach hinten.
Das Setting ist dabei wieder einmal wunderschön und die Kulisse bildhaft beschrieben. Man merkt in jeder Zeile, wie sehr die Autorin Sylt liebt und ehrlich gesagt, möchte ich nach jedem Roman ebenfalls ein bisschen mehr dorthin reisen!
Natürlich läuft mit Clara und Severin nicht alles glatt und typisch für entsprechende Romane gibt es einen Haufen Missverständnisse und Vorverurteilungen. Wie so oft hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren miteinander reden und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ein bisschen Aufregung muss aber nunmal sein und die schließliche Auflösung konnte ich tatsächlich nicht vorhersehen! Besonders gefallen hat mir, dass auch bekannte Figuren us vorherigen Roman auftauchten und wieder ein Hund - Paul - eine Rolle spielte.
Insgesamt ist der Schreibstil einfach angenehm, das Setting gemütlich und die Handlung flüssig. Das Buch transportiert Achtsamkeitsmomente und Ideen für den eigenen Umgang mit Sorgen und Problemen. Familienrituale, die Wertschätzung transportieren, prägen die Handlung. Manche Erkenntnisse regen zum Nachdenken an und im Umgang mit Konflikten kann man sich bei Claras Familie wohl eine Scheibe abschneiden! Beim Lesen kommen Weihnachtsstimmung und Meerliebe auf und die heimelige Atmosphäre lädt zum Wohlfühlen ein.

Kurzum, für mich wieder ein wunderschöner weihnachtlicher Ausflug nach Sylt mit schönen Momenten und Herzenswärme. Wer einen unkomplizierten und charmanten Roman sucht, wird hier sicher fündig und so gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen!!

Bewertung vom 16.12.2025
Scott, Lia

Glimmende Himmel


ausgezeichnet

Entwicklung

„Dann finden Sie Ihre Stimme, Miss Barlow oder es wird Sie auffressen, wenn Sie es nicht tun." „Glimmende Himmel" ist der zweite Band der historischen Familiensaga „Die Fasern der Welt" von Lia Scott. Er erscheint am 15.12.2025 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing.
Der Roman ist nicht unabhängig von Band 1 lesbar, wenn man alle Zusammenhänge verstehen möchte. „Glimmende Himmel" setzt nämlich genau dort an, wo „Der Wind von Yorkshire" aufgehört hat und wirft den Leser direkt hinein in Handlung. Dies hat mir unglaublich gut gefallen, denn der erste Band war mir ja anfangs etwas zu langatmig. Diesmal ging es dafür aber wirklich direkt los und langweilig wurde es zu keiner Minute. Franky und June begegnen sich in Bradfort wieder und obwohl beide davon überzeugt sind, dass eine Beziehung miteinander unmöglich ist, lässt sich die Anziehung zwischen ihnen nicht leugnen.
Doch die Liebesgeschichte ist längst nicht alles, was den Roman und die Handlung ausmacht.
Auf geschickte Art und Weise webt Lia Scott historische Aspekte in die Gesichte ein und stellt die katastrophalen Zustande der armeren Menschen in einer Wollstadt wie Bradtord dar. Hygiene und Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig, die Menschen werden krank und viele Arzte oder Hebammen behandeln noch nach veralteten Grundsätzen.
Junes Entwicklung lässt sich hier sehr gut erkennen. Sie hat jahrelang bei ihrer Tante gelernt, wie man als Heilerin arbeitet. Sie hat viele Artikel gelesen und sich eigene Notizen gemacht. Dennoch ist sie nicht in der Lage, ihre Meinung zu sagen oder sich durchzusetzen. Erst nachdem sie hilflos zusehen muss, wie falsche Ratschläge durch eine Hebamme gegeben werden und Franky sie ermutigt, beginnt sie, für ihre Uberzeugungen zu kämpfen. Sie findet ihre Stimme und fängt an für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu kämpfen!
Der Roman lies sich für mich sehr flüssig lesen, hatte spannende Momente und unerwartete Wendungen zu bieten. Es geht rasant zu und Frankys Vergangenheit bleibt weiterhin ein großes
Geheimnis.
Wie schon der erste Band endet auch diese mit einem Cliffhanger, wenn dieser auch nicht ganz so groß ist wie zuvor. Ich freue mich auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es weitergeht!
Mein Fazit: Eine sehr schöne und mitreißende Fortsetzung der Buchreihe! Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe die Geschehnisse gebannt verfolgt. Nun freue ich mich sehr auf den nächsten Band und vergebe für diesen 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 13.12.2025
Gilland, Vivien

Winterträume im Château


ausgezeichnet

Herz über Kopf

„Manchmal muss man etwas Verrücktes tun, um sich bewusst zu werden, dass man lebt.“

„Winterträume im Château“ ist der zweite Band der Buchreihe um das Château Romantique von Vivien Gilland. Er erschien im Oktober 2025 im HarperCollins Verlag und ist unabhängig lesbar.

Das Château in der Schweiz ist ein Herzensort. Voller Wärme, Freundlichkeit und Offenheit. Seit der Neuausrichtung im Jahr zuvor ist es spezialisiert auf romantische Paaraktivitäten und erholsame Zeiten.
Anna ist neu im Château und ist als PR-Managerin angestellt. Auch an ihr geht die heimelige Atmosphäre des Hotels nicht vorbei - schnell fasst sie an ihrem neuen Arbeitsplatz Fuß und findet Freunde. An einer neuen Beziehung ist sie allerdings derzeit nicht interessiert, die letzte ging immerhin sehr abrupt und unschön zu Ende. Und ohnehin hat sie genug um die Ohren, denn der angekündigte Hoteltester soll selbstverständlich einen bestmöglichen Eindruck vom Château gewinnen!
Obwohl Anna als Protagonistin eigentlich sehr sympathisch ist, bin ich mit ihr nur langsam warm geworden. Ihr Blick auf die Welt ist zunächst eher negativ und skeptisch, die Einstellung zu einer neuen Beziehung – verständlicherweise – verhalten. Erst im Laufe der Handlung taut sie ein wenig auf und nimmt das Leben (und die liebe) leichter, was ich sehr mochte.
Auch Finn als Protagonisten mochte ich am Anfang gar nicht, er war mir zu dreist, zu glatt, zu forsch. Glücklicherweise habe ich aber schließlich auch ihn schätzen gelernt und mochte es einfach sehr, ins Château zurückzukehren.
Ich fand es außerdem toll, dass Marco und Livia aus Band 1 erneut eine Rolle gespielt haben und habe mich (wie schon zuvor) öfter gefragt, wie unglaublich groß und wunderschön das Hotel eigentlich ist. Immer wieder tauchte ein neuer Raum auf und es ist einfach faszinierend, was das Schloss alles zu bieten hat!
Die Grundidee des Romans mochte ich ebenfalls sehr, denn ein Hoteltester kann schon einiges an Unruhe bringen. So ergeht es natürlich auch den Mitarbeitern im Château und während alle rätseln, wer der Hoteltester nun sein könnte, sprühen zwischen Finn und Anna die Funken.
Langeweile kommt beim Lesen jedenfalls nicht auf, denn es gibt nicht nur für die Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Auch Anna kann neben ihrer Arbeit verschiedene Freizeitaktivitäten genießen oder eben die Aktivitäten für die Gäste testen. Gleichzeitig muss sie mit der Anziehung, die Finn auf sie ausübt jonglieren und sich fragen, ob sie eine Beziehung mit einem Gast eingehen möchte…
Gefallen haben mir auch die Einblicke in Annas Arbeit als PR-Managerin.
Der Schreibstil ist leicht und insgesamt sehr detailliert und herzlich. Die notwendige Prise Humor fehlt ebenfalls nicht.
Insgesamt habe ich mich beim Lesen einfach wohl gefühlt. Der Roman vermittelt eine gemütliche Weihnachtsstimmung voller Liebe, Empathie und Wärme. Daher mochte ich gerade das Romanende sehr, da hier diese unglaublich schöne Weihnachtsatmosphäre mit Weihnachtswundern und Romantik noch einmal stark zur Geltung kommt. Natürlich ist alles fast ein bisschen kitschig, aber das gehört einfach dazu!

Mein Fazit: Der neue Roman von Vivien Gilland ist ein Weihnachtsroman mit wunderschönem Setting, charmanten Figuren und einer absoluten Weihnachts-Wohlfühlatmosphäre! Ich hatte beim Lesen viel Spaß und empfehle den Roman denjenigen, die einen schönen unkomplizierten Weihnachtsroman mit dem nötigen Charme lesen möchten! Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 15.09.2025
Scott, Lia

Der Wind von Yorkshire


ausgezeichnet

Vorbestimmung

„Das Schicksal hatte seine Fäden längst gesponnen. Und einer davon würde ihn für alle Zeiten mit dieser Frau verbinden.“

„Der Wind von Yorkshire“ ist der erste Band der neuen historischen Familiensaga „Die Fasern der Welt“ von Lia Scott. Er erschien im September 2025 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing.

Yorkshire, 1868: Die drei Barlow-Schwestern wachsen gemeinsam auf dem Hof ihrer Tante auf. Das Leben auf dem Land ist etwas unkonventioneller als in der Stadt und so können die jungen Frauen ein recht freies Leben führen. Dennoch müssen sie aber ihre Familie unterstützen, denn seit dem Tod ihrer Mutter hat ihr Vater sich hauptsächlich hinter seinen Büchern versteckt…
Jede der drei Schwestern ist einzigartig gezeichnet. Dahlia ist die Brave und wohl am wenigsten Freigeist von den Dreien. Fern hingegen ist ein Wildfang. Sie verhält sich mehr wie ein Junge und bringt ihre Familie nicht selten in Verlegenheit!
June, als Protagonistin, ist die mittlere der Schwestern und unterstützt ihre Tante, welche sich als Heilerin um die Menschen kümmert. Sie ist eine gebildete junge Frau und hat insgesamt ein eher ruhiges Wesen. Trotz der großen Unterschiede, stehen die Schwestern aber für einander an, was mir sehr gut gefallen hat.
Obwohl June ihrer Tante regelmäßig zur Hand geht, arbeitet sie eigentlich nicht gern mit Patienten. Sie liest gern und notiert die gesammelten Informationen über Medizin und Krankheiten lieber in Büchern. Als schließlich der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sie ihre Familie mehr finanzielle Unterstützung braucht, ist klar, dass sie von Zuhause weggehen muss. In den neuen Fabriken kann man leicht einen Job bekommen und Geld verdienen… Schon auf dem Land war sie vor einigen Jahren Franklin O‘Donovan begegnet und konnte eine gewisse Anziehung zu ihm nicht leugnen. In Bradfort begegnet sie ihm nun wieder, was das Schicksal wohl mit ihnen vorhat?
Ich mochte alle Figuren sehr. Sie sind liebevoll, individuell und detailliert gezeichnet. Die Barlow-Schwestern muss man einfach mögen, während Franklin eher geheimnisvoller bleibt und ich noch nicht genau weiß, was ich vom ihm halten soll.
Die Handlung ist aus der personalen Erzählperspektive von June und Franklin geschrieben, der Schreibstil ist leicht und mitreißend.
Der erste Band endet schließlich mit einem großen Cliff Hanger und dient insgesamt ein wenig als Einstieg in die Buchsaga. Hauptsächlich werden die Figuren eingeführt und das Setting beschrieben. Es passiert noch nicht unglaublich viel, die Handlung plätschert ein wenig vor sich hin. Meines Erachtens ist dies typisch für Familiensagas im Tinte und Feder Verlag und wahrscheinlich genauso gewollt. Man soll eben unbedingt weiterlesen und das will man auch!
Das Lesen macht nämlich nichtsdestotrotz sehr viel Freude, da die Figuren einfach sehr lebendig sind und das Setting so bildhaft beschrieben ist. Für mich hätte der Fokus ein wenig mehr auf June und Franklin liegen dürfen, insgesamt bekommt man aber einen sehr guten Einblick auf alle drei Schwestern und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Mein Fazit: Mit „Der Wind von Yorkshire“ schreibt Lia Scott einen sanften und liebevollen Einstieg in ihre neue Familiensaga. Die Figuren sind einzigartig und individuell, die Handlung eher ruhig aber dennoch interessant. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sterne und ich freue mich sehr aufs Weiterlesen!

Bewertung vom 02.09.2025
Grün, Rosina

Mein Herz bei Ihnen


ausgezeichnet

Lebenswege

„Denn mit diesem Kuss besiegelte ich ein Schicksal, von dem ich nicht gedacht hatte, dass jemand wie ich es jemals hätte haben können."

„Mein Herz bei Ihnen" ist der zweite Roman der „Mein Herz-Reihe" von Rosina Grün. Er erscheint am 30. August 2025 und sollte nicht unabhängig von Band 1 gelesen werden.

Nachdem wir in Band 1 aus Emmas Perspektive miterleben durften, wie Betty und Emma sich 1965 kennen und lieben gelernt haben und sich schließlich wieder trennen mussten, erfahren wir in Band 2, wie es mit Betty nach ihrer Heimkehr in die USA erging. Tatsächlich hatte ich persönlich eher mit einer Fortsetzung aus Emmas Perspektive gerechnet und war so schon am Romananfang ziemlich überrascht. Dennoch konnte ich sofort gut in die Handlung eintauchen und hatte nur leichte Schwierigkeiten mit den vielen Spitznamen/Verniedlichungen, die ich persönlich einfach nicht gerne mag.
Erneut spielt die Handlung auf zwei Zeitebenen, denn sowohl die Gegenwart, als auch die Vergangenheit knüpfen mehr oder weniger direkt an Band 1 an. Ergänzt wird die Geschichte durch die Briefe, die Betty in den Jahren an Emma schrieb, aber nie abgeschickt hat. Emotional, berührend und zu Herzen gehend. Das sind die Worte, die mir zu Rosina Grüns Roman als erstes einfallen. Sensibel und wunderschön schreibt die Autorin die Geschichte von Emma und Betty weiter. Die Handlung ist ruhig und unaufgeregt, dabei aber wahnsinnig schön und sentimental.
Authentisch erfahren wir, wie Betty ihr Leben nach Emmas Entscheidung gegen ein Leben in den USA neu aufgebaut hat. Durch die Ich-Perspektive von Betty werden Gedanke und Gefühle gut nachvollziehbar geschrieben. Ihre Emotionen sind oft greifbar und ihr Leben geprägt von Freundschaft und Liebe. Gerade für die 70er-Jahre scheint ihr Lebensstil ungewöhnlich, aber auch gemessen an heutigen Maßstäben ist er ungewöhnlich, aber wunderschön. Betty lernt Menschen kennen, die sie auffangen und schließlich ihr Leben gemeinsam mit ihr gestalten. Homosexualität ist zu dieser Zeit auch in den USA verboten, sodass die Bettys Familie ihr eigentliches Leben mehr oder weniger geheim halten muss. Dies tat mir sehr leid, denn so sehr hätte ich mir gewünscht, dass ein Leben im Geheimen nicht notwendig ist!
Die Autorin greift historische Zusammenhänge und Gegebenheiten im Roman geschickt auf und bringt entsprechende Konflikte brillant in die Handlung ein.
Bettys Geschichte unterscheidet sich deutlich von Emmas, sie wirkt auf mich optimistischer und fröhlicher und stellt dar, wie wertvoll gute Freunde sind!
Gleichzeitig wird klar, dass das Leben manchmal zweite Chancen bereithält und manche Dinge auch vielleicht genauso geschehen müssen, auch wenn sie zunächst schrecklich erscheinen.

Mein Fazit: Eine wunderschöne, gefühlvolle und zu Herzen gehende Fortsetzung von Emmas und Bettys Geschichte. Ich habe „Mein Herz bei Ihnen" sehr gerne gelesen und vergebe 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 13.07.2025
Lucas, Lilly

This could be home / Hawaii Love Bd.2


ausgezeichnet

Erfüllung

„Egal, welche Probleme ich mit mir herumtrage oder was mich belastet. Das Meer spült sie von mir ab in dem Moment, in dem ich ins Wasser springe.“

„This could be home“ ist der zweite Band der Hawaii-Love-Trilogie von Lilly Lucas. Er erschien im Januar 2025 im Knaur Verlag und kann unabhängig von Band 1 gelesen werden. Dennoch ist es natürlich schön, die vorherigen Charaktere sowie das Setting zu kennen und so schneller in die Geschichte hineinzufinden.

So ging es mir nämlich im Grunde sofort, als ich das Buch aufgeschlagen habe. Zurück auf Hawaii, zurück am Strand, zurück in wundervoller Atmosphäre.
Diesmal dreht sich alles um Laurie - sie ist Vince Schwester und bereits aus Band 1 bekannt. Dort habe ich Laurie als fröhlichen und freundlichen Wirbelwind kennengelernt, der Louisa mit offenen Armen empfangen hat und nicht unwesentlich zum Verlauf der Handlung beigetragen hat.
Nun wird die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt und anhand ihrer Gedanken und Gefühle, die durch die Ich-Perspektive besonders deutlich werden, wirkt sie plötzlich gar nicht mehr so taff wie zuvor. Die äußere Fassade täuscht ein wenig, denn hinter der schlagfertigen jungen Frau stecken auch viele Unsicherheiten. Während der Zeit bei ihrem Bruder bemerkt sie, dass sie ihr Studium nicht weiterführen möchte und sich einen Neustart wünscht - sie möchte Rettungsschwimmerin werden. Was für sie plötzlich sonnenklar ist, trifft jedoch in ihrem Umfeld (gerade bei Vince) auf recht großen Widerstand. Sie sei zu klein, könne nicht gut genug schwimmen und überhaupt ist das Meer vor Hawaii kein Spielplatz…Das jedoch lässt Laurie sich nicht sagen und ist bereit, für ihren Wunsch zu kämpfen. Während ihres Praktikums begegnet sie dann Tristan, der zwar unausstehlich ist, aber dennoch sofort eine gewisse Anziehungskraft auf Laurie ausübt. Tristan hat mir von Anfang an gut gefallen. Obwohl er zunächst eher unnahbar und sogar herablassend wirkt, ist er gleichzeitig unglaublich verantwortungsbewusst, selbstsicher und reflektiert. Auch hier steckt nämlich hinter der Fassade ein weicher Kern und das Knistern zwischen den beiden verstärkt sich immer mehr. Natürlich mochte ich auch Tristans Hund Koa sehr.
Insgesamt sind die Figuren also wieder authentisch und einzigartig beschrieben, sodass ich mich gut mit ihnen identifizieren und in sie hineinversetzen konnte.
Bildlich und emotional beschreibt Lilly Lucas, wie Tristan und Laurie sich näherkommen und dabei so manches Hindernis aus dem Weg räumen müssen. Ich habe mich sehr gerne in ihre Geschichte fallen gelassen und Handlung, Setting und Schreibstil absolut genossen.
Überzeugt haben mich auch die wunderschöne Buch- und Kapitelgestaltung sowie die wunderschöne Overlaypage!
Gleichzeitig gibt die Autorin einige Einblicke in den Rettungsschwimmerberuf und verdeutlicht, wie kräftezehrend und anstrengend dieser tatsächlich ist.

Mein Fazit: Ein weiterer wunderschöner Roman aus der Feder von Lilly Lucas, in dem man sich einfach nur wohlfühlen kann! Ich habe die Seiten nur so verschlungen und hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen! Daher gibt es auch klare 5 von 5 Sterne.
Nun freue ich mich auf den letzten Band der Buchreihe, wobei ich natürlich auch hier wieder traurig sein werde, wenn es vorbei ist!

Bewertung vom 07.07.2025
Rogasch, Julia

Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer


ausgezeichnet

Bauchgefühl

„Du weißt, Insa hat ein unheimlich gutes Gespür für zwischenmenschliche Töne. Wenn was nicht stimmt, merkt sie das meistens. Ihre Gedanken dazu verunsichern mich ein wenig.“

„Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer“ ist ein Liebesroman von Julia Rogasch und der zweite Band der Buchreihe „Frühlingsgefühle auf Sylt. Er erschien im Mai 2025 im Ullstein Taschenbuchverlag.Grundsätzlich ist er unabhängig lesbar, schöner ist es jedoch, wenn man den ersten Band der Reihe kennt.

Buch aufschlagen, auf Sylt ankommen, wohlfühlen. Dies ist die Devise bei den Roman von Julia Rogasch und auch Herzklopfen, Strandzauber und Herzensinselmomente sind garantiert.
So auch diesmal, als sich alles um die Hochzeit von Insa und Marla dreht. Die Handlung ist wechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden geschrieben, wobei Insa, gemeinsam mit der neu auf Sylt angekommenen Cleo, für mich die Protagonistin ist.
Cleo soll als Hochzeitsplanerin die Trauung der beiden Freundinnen organisieren. Auf Grund ihrer eigenen Geschäfte fehlt ihnen für die Organisation nämlich meist die Zeit und auch ihre Partner - Thore und Peer - haben nur wenig Zeit dafür.
Cleos Ankunft kommt also wie gerufen und auch sympathisch sind sich die Frauen auf Anhieb. Eigentlich kann also nichts mehr schiefgehen, doch plötzlich meldet sich Insas Bauchgefühl. Es scheint, als würde Cleo sich in Gegenwart von Thore und Insa merkwürdig verhalten - die Hochzeitsvorbereitungen werden schwieriger, das mulmige Gefühl bei allen verstärkt sich. Kann die Doppelhochzeit wie geplant stattfinden? Was verbirgt Cleo? Oder bildet Insa sich alles ein?
Wie immer fängt die Autoren Gefühle und Emotionen gut ein. Sie stellt gerade Insas Zweifel brillant dar und schafft es, die Handlung authentisch und nachvollziehbar zu gestalten. Gefallen hat mir, wie besonnen Marla auf die Ereignisse reagiert. Anstatt nervös und fahrig zu werden, ruht sie weiterhin in sich, versucht Lösungen zu finden und unterstützt Insa. Diese wird nämlich immer unruhiger und muss mehrfach von Marla beruhigt werden… Sehr schön dargestellt sind aber auch die Nebenfiguren. Die Kinder Levke und Linus bekommen einen besonderen Platz in der Geschichte, aber auch Alva sowie weitere Figuren aus vorherigen Romanen werden geschickt eingebunden. Ich mag dies sehr, da sich so ein traumhaftes Bild der Insel zeichnet. Die Inselbewohner halten zusammen und haben wunderschöne individuelle Läden, in die mich zu gerne hineinträume!
Die Handlung selbst ist insgesamt eher ruhig und bedächtig. Es werden viele Einblicke in den Arbeitsalltag von Marla und Insa gegeben, die Geschichte entwickelt und entfaltet sich eher langsam. Dabei ist die Story aber nicht zäh, sondern einfach gemütlich. Das Finale des Romans und die Auflösung des Konflikts hat mich dann auch tatsächlich überrascht, ich hatte eine andere Vermutung, welche sich aber nicht bestätigt hat.
Auch der Schreibstil passt zur eher ruhigen Handlung, er ist angenehm und flüssig, das gewohnte und liebgewonnene Setting rundet das Leseerlebnis ab. Auch das Buchcover ist wieder wunderschön.

Mein Fazit: Erneut schreibt Julia Rogasch einen charmanten und ruhigen Wohlfühlroman. Figuren und Setting sind wunderschön, die Geschichte liest sich leicht und angenehm. Es war schön, wieder nach Sylt reisen zu dürfen und die Geschichte des Bonbonladens weiterzuverfolgen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 06.07.2025
Werkmeister, Meike

Über den Wolken wohnen die Träume


sehr gut

Traum vom Glück

„Auf ihn wartet niemand, dessen Erwartungen er enttäuschen könnte, während er gerade versucht, glücklich zu sein.“

„Über den Wolken wohnen die Träume“ ist ein Roman von Meike Werkmeister. Er erschien im April 2025 im Goldmann Verlag.

Dieser Roman ist anders, als die, die ich bisher von Meike Werkmeister gelesen habe. Er verbindet die Geschichte von Morlen, 17 Jahre alt und Heather, ungefähr 40 Jahre alt. Morlen darf als Au-Pair-Mädchen zu Heather und ihrer Familie nach Amerika fliegen. Sie möchte ein Auslandsjahr machen und einfach reisen, dass sie tatsächlich auch Verantwortung übernehmen muss, wird ihr erst nach einiger Zeit klar.
Ich hatte Schwierigkeiten mit ihr als Person klarzukommen. Sie wirkt wie ein stereotyper Jugendlicher mit schlechter Laune und voller Undankbarkeit. Anstatt Heather zu helfen, lässt sie sich bedienen und benimmt sich eher wie ein weiteres Kind, als wie ein Au-Pair. Sie ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden und hat natürlich ihre ganz eigenen Sorgen und Probleme. Was sind das zum Beispiel für Gefühle, die sie ihrem Gastbruder entgegenbringt…? Insgesamt konnte ihr Part mich aber irgendwie nicht erreichen.
Heather hingegen hat alle Hände voll zu tun mit ihrer Familie und ihrem Job. Sie möchte allen gerecht werden und hat Angst, sich um ihre eigenen Träume zu kümmern. Diese sind im Familienalltag auf der Strecke geblieben und während Heathers Mann den ganzen Tag arbeitet, trägt sie den kompletten Mental Load der Familie. Und dem Druck, der auf ihr lastet, leidet auf Dauer jedoch nicht nur ihre eigene Gesundheit. Gerade ihr ältester Sohn merkt, dass etwas nicht stimmt und zieht sich immer weiter von seinen Eltern zurück.
Die Geschichte ist aus wechselnder Ich-Perspektive von Morlen und Heather geschrieben. Die jeweilige Perspektiven vermittelt ein vielschichtiges Bild der Personen und der Handlung. Morlens Ankunft und auch ihre Ansichten bewegen bei Heather einiges, was gerade durch die wechselnde Perspektive deutlich wird.
Der Roman ist insgesamt eher ruhig, dabei aber absolut authentisch. Gerade Heather wirkt auf mich absolut realistisch und ihre Geschichte beschreibt vermutlich den Alltag von vielen Frauen, die sich nahezu allein um die gesamte Familie kümmern. Der Roman erzählt von verlorenen Träumen, von zerstörten Plänen und einer Hoffnungslosigkeit, die einen zu erdrücken scheint. Alle scheinen ihren Alltag besser zu meistern, erfolgreicher zu sein und „alles zu schaffen“. Und man selbst? Ist „nur“ Mutter, hetzt von Termin zu Termin und hat für nichts wirklich Kraft. Ausbrechen ist schwer, aber vielleicht möglich. Oder vielleicht kann man ja auch einfach „nur“ Mutter sein und damit glücklich? Man braucht in jedem Fall Hilfe, muss sich selbst hinterfragen und Dinge verändern - ist Heather dafür bereit oder wählt sie einen anderen Weg?
Beide Protagonistinnen entwickeln sich im Laufe des Romans, was für mich ebenfalls gut und realistisch dargestellt wurde. Überrascht war ich dann vom Romanende, dies hatte ich so tatsächlich nicht erwartet, mochte es aber gern!
Atemberaubend ist natürlich auch die Kulisse, vor der der Roman spielt. Nordkalifornische Strände, Surfen, Sonne, Strand und Meer - wunderschön! Ebenso wunderschön sind die liebevoll gestalteten Kapitelbebilderungen und die Beschreibung des perfekten Strandtags in Kalifornien am Buchende.
Gestört hat mich, dass im Roman unterschwellig ein Erziehungsbild am Hund dargestellt wird, das meiner Meinung nach überholt und unnötig ist. Kein Hund muss mit Anzischen oder „unmissverständlicher Körpersprache“ erzogen werden und ein solcher Umgang nicht als normal dargestellt werden!

Mein Fazit: Meike Werkmeister hat mit „Über den Wolken wohnen die Träume“ also einen durchaus authentischen und eher ernsten, manchmal melancholisch stimmenden Roman geschrieben, den ich grundsätzlich als gut gelungen beschreiben würde.
Der eher langsame Handlungsverlauf und die mir deutlich unsympathische Morlen haben mir das Lesen allerdings nicht leicht gemacht. Vielleicht lag es auch an meiner Erwartungshaltung, denn irgendwie hatte ich einen locker fröhlichen Sommerroman erwartet. Diesen bekommt man als Leser diesmal aber nicht und für mich hat es einfach nicht gepasst, sodass es von mir nur 3,5 von 5 Sternen gibt.