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Insgesamt 326 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Pust, Justine

Was die Nacht nie vergisst (eBook, ePUB)


gut

Mona ist eine Streamerin, die sich insbesondere für Tierwohl einsetzt. Doch als ihre Freundin nach einer Show komplett verändert wiederkommt, will sie herausfinden, was passiert ist und meldet sich in eben jener Show an. Nämlich der Reality-TV-Show Celebrity Cache, wo sie gegen fünf andere Kandidaten antritt, und eine GPS-Schnitzeljagd startet. An sich finde ich ihre Intention total gut, aber ganz ehrlich? Sie ist da ziemlich blauäugig und planlos an die Sache herangegangen. Es dauert total lange, bis sie überhaupt versucht, was herauszufinden. Und auch die Show an sich ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend gewesen. Doch es gibt noch ein Thema, nämlich Samu, den sie schon vor der Show trifft und mit ihm eine heiße Nacht verbringt. Es stellt sich heraus, dass auch er Teil der Show ist, nur hat er sie angelogen. Gefühle, die sie gerade nicht gebrauchen kann.
Mona, Samu und auch die Nebencharaktere fand ich, bis auf einige wenige, ziemlich sympathisch. Besonders Pamela hat es mir tatsächlich angetan. Hinter ihrer Fassade steckt deutlich mehr als man zunächst vermutet. Samu ist ein total lieber Typ, nur war er mir lange sehr undurchschaubar und er wirkte mir zu gut. Der Show-Alltag wurde gut dargestellt und zeigt, wie strikt es dort auch zugehen kann. Besonders krass fand ich einige suggestive Interviews und wie sie alles zusammenschneiden, sodass es ganz anders wirkt. Auch wie die Dialoge gelenkt werden, war sehr manipulativ. Es muss ja spannend bleiben. Die Zeitungsartikel zwischendurch fand ich gut eingebettet und gibt immer wieder einen guten Überblick über den Stand, außerdem wirkten sie richtig echt. Als wäre die Show damit nicht schon schwer genug, will Mona ja einiges aufdecken und die Männer-Domäne dort erlaubt sich ziemlich viel dabei. Das Thema finde ich sehr wichtig und fand ich gut untergebracht. Dennoch gab es mir da einige Logik-Fehler und auch generell wirkte es an einigen Stellen künstlich. Wie gesagt, Monas Herangehensweise war einfach naiv. So unvorbereitet, wie sie da reingegangen ist, ist es ein Wunder, dass nicht schon eher alles aufgedeckt wurde. Von daher war es nicht ganz so spannend. Aber ich fand es total schön, wie die Kandidaten mit der Zeit immer weiter zusammengewachsen sind und füreinander da waren.
Fazit:
Die Autorin hat hier einige sehr wichtige Themen untergebracht, die eigentlich jeden betreffen. Die Umsetzung fand ich nicht ganz so stark, weil mir Mona zu blauäugig an die Sache rangegangen ist. Aber die Charaktere fand ich trotzdem alle sehr sympathisch, auch wenn einige zu perfekt dargestellt wurden. Über andere hätte ich dafür gerne mehr gelesen. Die Storyline war interessant, stellenweise aber auch etwas zäh.

3/5 Sterne

Bewertung vom 06.01.2026
Pust, Justine

Whispers of Destiny (eBook, ePUB)


sehr gut

Blue hat als Kind in einer Naturkatastrophe ihre Eltern verloren. Nun 15 Jahre später lebt sie in einer dystopischen Welt mit Stufen. Sie selbst ist leider in einer der unteren Stufe, will es aber mit ihrer Freundin Iris da raus schaffen. Stattdessen erfährt sie aber, dass sie bald an einer Krankheit stirbt. Nicht gerade rosige Aussichten. Doch es geht noch weiter, sie soll für Death Call arbeiten. Eine Institution vom Tod selbst, um die Seelen ins Jenseits zu begleiten oder ihnen eine weitere Chance zu geben. Blue hasst diese Institution aber sehr und doch entscheidet sie sich dafür dem Ganzen eine Chance zu geben.

Death Call fand ich total interessant und ich hätte gerne noch viel mehr Fälle mitbekommen. Denn bei jedem Anruf einer Seele, tut sich vor dem Mitarbeiter eine Agenda auf, was derjenige geleistet hat und wie sein Leben möglicherweise weitergehen kann. Dabei spielt natürlich das Thema Wert eines Lebens und was das überhaupt ausmacht eine riesige Rolle. Ich fand das Thema gut eingebettet und es regt viel zum Nachdenken an. Was ist gut oder böse? Was ist der Wert eines Menschen? Woran bemisst man es überhaupt? Sehr spannend. Natürlich ist auch der Tod in diesem Buch mehr als präsent, wortwörtlich. Die Art und Weise, wie das hier thematisiert wurde, fand ich richtig gut. Die Autorin hat es geschafft, den Tod, hier als Person, sehr humorvoll und amüsant zu gestalten, weswegen die doch manchmal eher schwere Kost, leicht zu verdauen war. Der Tod ist sogar mit einer meiner liebsten Charaktere geworden.

Anders als Blue, die ein wahnsinnig impulsiver Charakter ist, den ich leider manchmal auch etwas anstrengend fand. Sie ist sehr vorlaut und meint, alles besser zu wissen, ist aber viel zu naiv. Einfach alle Seelen zu retten, ist wohl etwas sehr einfach. Auch dass sie sich weigert sich mit dem Ganzen zu beschäftigen, hat mich etwas genervt. Ich finde es gut, dass sie so hohe Ambitionen hat und an sich moralisch gut handelt, aber ihre Art und Weise ist sehr eigen und teilweise einfach frech. Sie will immer nur rebellieren und denkt, sie kommt mit allem durch, das wirkte eher kindisch und nicht wie einer 21-jährige. Die Storyline mit den verschiedenen Mächten und den Magenta Moms hat mich gut unterhalten. Durch die Art von Blue hatte ich oft eher das Gefühl, dass das Buch sich an jüngere Leser richtet. Außerdem fand ich das Gendern mit dem Innen-Suffix anstrengend. Leider gab es auch einige Unstimmigkeiten. Beispielsweise gibt es auch die Sensen des Todes. Diese dürfen aber schon aktiv werden, bevor sie die Schulung bekommen, was sie denn nicht dürfen. Für mich passt das nicht zusammen.


Fazit:

Ich denke diese Dystopie richtet sich insbesondere an jüngere Leser. Blue ist ein impulsiver Charakter, der etwas Kindliches hat und oft rebellieren will. Insgesamt fand ich die Welt aber sehr spannend, insbesondere Death Call hat mich interessiert und gefesselt. Aber auch der personifizierte Tod war erstaunlich amüsant und hat das Buch, mit diesem doch eher schweren Thema, oft aufgelockert.

3.5/5 Sterne

Bewertung vom 29.12.2025
Kiefer, Lena

Royal Heist (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Darcy ist in einer Crew, die Raubzüge, immer mit dem Ziel Gerechtigkeit zu üben, ausführen. Mit dabei ist auch ihr Bruder Linus. Darcy schlüpft meistens in die verschiedensten Rollen, um die Leute zu manipulieren. Ich muss sagen, die Raubzüge und wie sie beschrieben wurden, waren wirklich spannend und interessant. Wobei manche Aspekte etwas unrealistisch simpel wirkten. Ihr nächstes großes Ziel ist die königliche Familie. Hier ist es etwas Persönliches. Ihre Mutter hatte damals als Nanny dort gearbeitet und Darcy war mit den Königskindern befreundet. Doch irgendwann haben die Royals Darcys und Linus‘ Familie aufgrund eines Vorfalls zerstört und nun wollen sie Rache. Um in den inneren Kreis zu gelangen, gibt sich Darcy als Adelige aus und will Spencer, den Kronprinzen verführen.

Darcy begibt sich voll in ihre Rolle. Doch schon von Beginn an, spürt sie wieder eine Verbindung zu Tristan, dem zweitgeborenen, der alles dafür tut, dass sein Bruder gut dasteht. Daher gilt er in der Presse auch als der Skandal-Royal. Es steckt aber einiges mehr hinter dieser Fassade. Das merkt auch Darcy sehr schnell. Ihr Fokus verändert sich tatsächlich recht schnell. Das liegt aber auch einfach daran, dass Tristan so unglaublich aufmerksam ist. Ganz im Gegensatz zu Spencer. Der Wunsch nach Rache ist groß und so verfolgt sie weiter das Ziel. Spencer sieht sie immer mehr als eine mögliche Kandidatin, die Queen aber nicht. Ein Problem, da sie sich natürlich einmischt. Auch Spencers Schwestern unterziehen Darcy einigen Verhören. Immerhin wollen sie das Beste für ihren Bruder. Die Dynamik zwischen den Geschwistern fand ich ziemlich schön.

Während des Coups ist Tristan dabei sie zu durchleuchten und ihre Intentionen herauszufinden. Dabei fordern sie sich wie früher heraus und kommen sich näher. Ich fand die Anziehung und ihre Kennenlernphase sehr schön und authentisch. Aber eben auch die Zerrissenheit von beiden. Tristan ist aber schon ziemlich gewitzt und kommt der Wahrheit sehr nah, was gefährlich werden kann. Besonders weil die Raubzüge weitergehen, nun bei den Royals. Linus wird immer unvorsichtiger, weil auch er seine Gefühle nicht raushalten kann. Die Grenzen verschwimmen sowohl bei Linus als auch bei Darcy, weswegen auch sie sich in die Haare kriegen. Ich finde es gut, dass Darcy eine Entwicklung durchmacht und diese Rache immer mehr hinterfragt, weil auch Unschuldige darunter leiden würden. Sie folgt ihrem Herzen und ich fand ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Tristan macht aber auch eine richtig schöne Entwicklung durch.

Fazit:

Der nächste große Coup von Lena Kiefer: Ein spannender Auftakt in eine neue Reihe. Darcy als Trickbetrügerin fand ich sehr interessant. Ihre Mission hatte einiges zu bieten und auch viel Konfliktpotential. Ich fand die Entwicklung der Charaktere und die Charaktere selbst authentisch und sympathisch. Die Storyline war fesselnd, nur hier und da etwas sehr simpel gelöst. Insgesamt aber definitiv eine Leseempfehlung.

4.5/5 Sterne

Bewertung vom 19.12.2025
Maura, Catharina

The Unwanted Marriage


gut

Im Gegensatz zu seinen Geschwistern wusste Dion schon lange, wen er mal heiraten wird. Über die Wahl war er nicht glücklich und so hat er sie die meiste Zeit eher ignoriert. Dazu kommen noch die Schuldgefühle, die schon lange auf ihm lasten. Doch nun ist es so weit und das Datum für die Hochzeit steht fest. Als er Faye, seine Zukünftige, dann aber auch noch vorher mit einem anderen sieht, verändert das seine Haltung zu ihr komplett. Nun will er sie um jeden Preis. Faye wusste auch schon lange, was ihr bevorsteht. Nur hatte sie es dadurch deutlich schwerer in ihrem Leben. Während Dion gelebt hat, stand sie permanent unter Druck und musste ihr komplettes Leben auf seine Interessen ausrichten, damit er die Verlobung bloß nicht löst. Das hat einiges mit ihr gemacht.

Mit dem näher rückenden Hochzeitstermin gibt sich Dion nun wirklich Mühe mit Faye und will hinter ihre Fassade blicken. Doch gleichzeitig will er sie von sich stoßen, weil er auch eine düstere Seite hat, die sie womöglich verschrecken könnte. Selbst nach der Heirat steht Faye weiter in den Zwängen ihres Vaters, was sich auf die Beziehung auswirkt, auch wenn sie nichts zu Dion sagt. Schlimmer machen es die Gerüchte um ihn und seine Assistentin Maria, die deutliches Interesse an ihm zeigt. Sowohl Maria als auch Eric, Fayes Ex-Freund, sorgen für viel Eifersucht, was teilweise ganz süß war. So hat man wirklich gemerkt, dass Faye und Dion immer mehr füreinander empfinden. Während der Ehe lernen sich Faye und Dion unwillkürlich näher kennen und verlieben sich immer mehr. Es gab dabei einige sehr klischeehafte Szenen, aber was ganz wichtig ist, sie wachsen gemeinsam. Faye hilft Dion aus seiner Trauer zu kommen und Dion hilft Faye endlich aufzublühen und Leben zu dürfen. Das war wirklich eine sehr schöne Entwicklung. Es wird aber auch schnell intim, schon vorher und sehr grenzwertig. Generell mochte ich die intimen Szenen hier leider kaum. Es war mir zu viel und es wurde inflationär häufig „braves Mädchen, ich bin so stolz auf dich“ gesagt. Einfach nur seltsam und absolut nicht spicy.

Das Ende hatte natürlich noch ein Drama parat, was aber meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wäre. Ich finde sowieso, dass sich insbesondere das Thema Fayes Familie etwas im Sand verlaufen hat. Da hätte ich gerne noch mehr zu gelesen, wie sich das Verhältnis jetzt ändert. So war es mir etwas zu einfach gelöst. Die Windsor-Familie zieht mich weiterhin in ihren Bann, es ist so schön zu lesen, wie sie zusammenhalten und wie ihre Familie aktuell wächst.

Fazit:

Faye und Dion sind zwei interessante Charaktere, die ich aber nicht komplett greifen konnte. Ihre Liebesbeziehung war mir etwas zu überstürzt und zu sehr fokussiert auf die Lust, wobei die intimen Szenen echt nicht meins waren. Dafür war ihre persönliche Entwicklung umso schöner und authentisch. Generell mag ich die Windsor-Familie sehr und die Story konnte mich gut unterhalten.

3.5/5 Sterne

Bewertung vom 17.12.2025
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


sehr gut

Raven lebt in Dividium, einer dystopischen Welt, die ihr einige Steine in den Weg legt. Als jemand, der im unteren Sektor lebt, muss man einiges tun, um das eigene Überleben und das der Familie zu sichern. So ist es kein Wunder, dass sie sich als Kopfgeldjägerin durchschlägt. Sie wirkt dadurch auch total tough. Generell ist sie aber auch nicht auf den Mund gefallen. Ihre Schlagfertigkeit und ihr Sarkasmus machen sie total sympathisch. Generell hat die Story, nach den groben Informationen zur Welt, schnell an Fahrt aufgenommen, was mir gefallen hat. Denn der Klappentext verrät schon, dass sie sich verhaften lässt, um ihren Bruder zu retten.

Die Gefangenschaft, die Behandlung durch Wärter und generell das System, was da gefahren wird, ist wirklich krass. Noch schlimmer ist es für sie, weil sie als Kopfgeldjägerin natürlich auch einige Insassen selbst dahin gebracht hat. Als wäre das nicht schon schwer genug, gibt es täglich Jagden auf die Insassen, bei denen es um Leben und Tod geht. Besonders die stehen oft im Vordergrund und verleihen der Story viel Spannung. Neben dem eigenen Überleben muss sie auch ihren Bruder finden und Informationen für eine mögliche Flucht sammeln, was sie aber ganz gut hinbekommt. Dabei schließt sie vorsichtig neue Freundschaften. Die Charaktere August, Kit, Yara und Momo fand ich ebenfalls sympathisch. Besonders August und Yara fand ich spannend und hoffe mehr im nächsten Band zu erfahren. Von Jed bekommt man nicht ganz so viel mit, aber trotzdem gab es mal einen schönen Geschwister-Moment.

Endlock ist ein sehr sicheres Gefängnis, weswegen die Truppe auf die Hilfe von einem Wachmann angewiesen ist. Dieser Wachmann ist Vale. Zwischen Vale und Raven funkt es direkt, wobei ich finde, dass die sich etwas zu schnell ineinander verliebt haben. Trotzdem ist da dieses Misstrauen. Kann man einem Wachmann trauen? Verfolgt er seine eigenen Ziele? Ich fand es realistisch, dass Raven deswegen so vorsichtig mit ihm war. Dennoch fand ich manche ihrer Handlungen etwas fragwürdig und mir fehlten manchmal die Emotionen zwischen den beiden. Die Storyline fand ich spannend und durch die Jagden und den Problemen im Gefängnis wurde man wirklich gut gefesselt. Es gab einige Stellen, die mir zu einfach gelöst wurden, aber generell war es durchdacht. Das Ende hat dann nochmal mehr Spannung mitgebracht.


Fazit:

Ein spannender Einstieg in eine neue dystopische Reihe. Raven ist eine sympathische toughe Protagonistin, die ich gerne begleitet habe. Die dystopische Welt ist interessant aufgebaut und fand ich fesselnd. Auch die Nebencharaktere habe ich schnell ins Herz geschlossen, die hatten eine tolle Dynamik. Es gab einige Stellen, die mir ein bisschen zu einfach gelöst waren und auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht komplett in den Bann reißen. Ich bin aber gespannt, wie es nun nach dem Ende weitergeht. Es sind einige Fragen offen und definitiv einige Probleme, die kommen werden.

4/5 Sterne

Bewertung vom 13.12.2025
Dalgleish, L. M.

True King (eBook, ePUB)


gut

Roman King ist der älteste der Brüder und der CEO der King Group. Insbesondere ihm ist es wichtig, sich von seinem Vater abzugrenzen und die King Group nach vorne zu bringen. Immerhin wird er am meisten verglichen. Entsprechend ist er ein Workaholic und lässt keinen so richtig an sich ran. Schuld daran ist aber auch seine gescheiterte Ehe, die nur ein halbes Jahr hielt. Nun kündigt seine Assistentin und an ihre Stelle tritt Chloe. Chloe braucht die Stelle und das Geld dringend, denn ihr Vater braucht medizinische Unterstützung, die nicht günstig ist. Von daher gibt sie ihr Bestes. Doch schon am ersten Tag will Roman sie loswerden, was sie nur umso mehr anspornt. Sie hatte schon schlimmere Chefs und die Bezahlung dort ist für sie perfekt. Ich muss aber sagen, ich habe nicht komplett verstanden, warum Roman sie nicht als Assistentin wollte. Zumindest hat er recht fadenscheinige Gründe vorgeschoben.

Die Anziehung der beiden ist von beiden Seiten von Anfang an da, beide verstecken das und bewahren Professionalität, was ich wirklich gut fand. Das erste Drittel war dann aber doch schon sehr viel Schwärmerei, besonders wie oft sie auf der Unterlippe rumkaut und von allen Seiten angebaggert wird. Etwas übertrieben. Zum Glück hat das Kauen auf der Unterlippe aufgehört, als sie sich dann endlich näherkamen. Dennoch waren mir die ganzen Reaktionen vor der Annäherung zu stark und unrealistisch. Ich konnte mich da nicht so richtig in die Gefühle hineinversetzen. Ebenso finde ich es etwas ironisch, dass sie sich so über andere Chefs echauffiert hat, die keine Grenzen wahren und bei Roman will sie genau das. Die ganzen Szenen, damit sie sich annähern, fand ich leider meistens konstruiert und teilweise grenzüberschreitend von beiden Seiten. Die intimen Szenen waren für mich viel zu ausschweifend und zu oft. Ich muss sagen, ich habe die dann schon teilweise überflogen, weil sie sich wirklich zogen und es in der Mitte des Buches fast nur noch darum ging.

Natürlich gibt es Probleme. Roman darf nichts mit seiner Assistentin anfangen, weil es die Integrität der Firma verletzt und Chloe will ihren Job nicht aufs Spiel setzen, weil sie das Geld braucht. Nicht einfach das Problem zu lösen. Ich muss aber sagen, dass das Drama am Ende dennoch überzogen und vorhersehbar war. Generell fand ich die ganze Storyline nicht überraschend oder irgendwie besonders. Da konnten mich die anderen Bände mehr fesseln. Romans Entwicklung fand ich zwar schön, aber es war mir zu plötzlich. Aus welchem Grund ist es Chloe, die seine Mauer brechen kann? Woher kommt das? Die Dynamik der Brüder war aber weiterhin sehr amüsant und einfach schön. Generell mochte ich die Nebencharaktere sehr, auch wenn die Gespräche sich meistens auf das Thema Chloe und Roman fokussierten.

Fazit:

Ein für mich eher enttäuschender Abschluss einer wirklich tollen Reihe. Ich habe mir insbesondere von Romans Geschichte deutlich mehr erhofft. Es war mir zu viel Schwärmerei, auch wenn ich es gut fand, dass zunächst die Professionalität gewahrt wurde. Ansonsten fand ich aber zu viel konstruiert und überzogen. Echt schade, dabei mochte ich die Reihe so sehr. Es war vorhersehbar und die Annäherung unauthentisch.

2.5/5 Sterne

Bewertung vom 08.12.2025
Santos de Lima, Gabriella

Memories so Golden Like Us / Blue Eternity Bd.2 (eBook, ePUB)


gut

Ich fand den ersten Band so unglaublich emotional und bewegend und hatte natürlich entsprechend hohe Erwartungen an den Folgeband. Vielleicht waren diese Erwartungen zu hoch. Im ersten Band ging es um Sam, dem großen Bruder von Blair, der aber an einem Hirntumor starb. In diesem geht es jetzt um Blair und insbesondere um ihre Trauerbewältigung. Ihre Trauer betäubt sie mit Party und Männern. Immer wieder landet sie negative Schlagzeilen und lässt sich etwas gehen. Ihr ist eigentlich alles egal. Auch ihre Kunst läuft nicht mehr, denn sie hat eine Blockade. Das Internet und die Kommentare dort machen es sicher nicht besser, denn die sind voll von Hatern. Um endlich dort rauszukommen, schicken ihre Eltern sie nach St Ives, wo sie eine Bildreihe für die Tate erstellen muss, wo sie möglicherweise den Verlust verarbeiten kann.

Ich finde Blairs Schmerz spürbar und gut beschrieben. Selbst Kleinigkeiten bringen sie aus dem Alltag und bestärken die Trauer. Entsprechend kann man verstehen, dass sie ihren Schmerz betäuben will. Ist das die richtige Art? Wahrscheinlich nicht, aber trotzdem kann man sie immerhin nachvollziehen. In St Ives ist auch Connor dabei, der beste Freund ihres Bruders und gleichzeitig der Typ, auf den Blair schon lange stand. Doch er ist mit ihrer Freundin Elle zusammen. Ab hier fand ich das Buch recht zäh. Blair war weiterhin in ihrer Trauer gefangen und Connor ist um sie herum und für sie da, aber eben unerreichbar. Trotzdem kommen sie sich näher. Insbesondere als herauskommt, dass Connor möglicherweise doch zu haben ist. Ihre Annäherung hatte schon ein paar Funken, aber eher wenig. Und recht schnell fand ich die ganze Sache total überstürzt. Mir fehlten hier sehr viele Gefühle zwischen den beiden. Viel zu sehr war die Trauer von Blair im Vordergrund und das Verlangen von beiden. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Es gab zwar hier und da Gefühlsausbrüche, aber die haben meiner Meinung nach zu wenig Raum bekommen. Generell fand ich Connor bis zum Ende hin total blass und nicht greifbar.

Die Trauer nimmt auch der Story ziemlich viel Platz. Der Film, der da gedreht werden soll, wird kaum erwähnt, wenn überhaupt. Denn Blair ist halt erst ewig in der Blockade und als sie die überwunden hat, war das Buch quasi auch schon wieder vorbei. Das finde ich echt schade. Das Thema Kunst war schon mehr Fokus. Immerhin hat sie verschiedene Techniken ausprobiert, um wieder malen zu können. Und natürlich ganz vorne die Selbstfindung und das Selbstwertgefühl. Die Kommentare im Internet lassen nicht einfach nach, weswegen Blair lernen muss, damit klarzukommen. Insgesamt hat sich aber, was das angeht, sehr viel wiederholt. Natürlich kommt man nicht mal eben aus der Trauer und der Blockade, aber weil auch drumherum nicht so viel Spannendes passierte, war es doch fast schon zäh.

Fazit:

Leider deutlich schwächer als Band eins. Vielleicht hatte ich auch einfach zu viele Erwartungen, weil der erste Band einfach so emotional und gut war. Blair steckt in ihrer Trauer und ihrer Blockade und muss dort wieder herauskommen, ihren Schmerz fand ich gut beschrieben. Das sind die Fokus-Themen der Story und viele Teile wiederholen sich immer wieder. Der Film, der gedreht werden soll, ist leider eher zweitrangig. Die Beziehung zwischen Connor und Blair kam mir zu plötzlich und gefühllos. Generell war Connor für mich eher blass.

3/5 Sterne

Bewertung vom 23.11.2025
Cherry, Brittainy

Weil wir es uns versprochen haben (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Kierra hatte es als Kind nicht einfach mit anderen Kindern. Aber sie hatte Gabriel, ihren besten Freund. Die zwei mochten sich zuerst auch nicht, doch dann schweißte sie der Tod von Gabriels Vater zusammen und sie wurden immer dickere Freunde. Diese Einblicke in die Vergangenheit ziehen sich durch das ganze Buch und fand ich immer richtig süß. Man hat richtig gemerkt, wie das Band zwischen ihnen immer stärker und Liebe daraus wurde. Bis es einen Unfall gab, an dem Kierra sich die Schuld gibt. Gabriel verliert dabei sein Gedächtnis und seinen kleinen Bruder. Deren Mutter gibt Kierra ebenfalls die Schuld daran und so soll sie sich nun von ihnen fernhalten. Was sie auch getan hat.

Diese Schuld trägt sie bis heute mit sich herum. Sie ist nun verheiratet und hat eine Stieftocher, die ihr damals aus dem Loch geholfen hat. Die Ehe ist total lieblos, sogar toxisch. Denn Henry, ihr Ehemann, ist zwar ein Tech-Mogul, doch zu Hause kritisiert er seine Frau permanent und macht sie runter. Es ist eigentlich keine Liebe da und das waren teilweise schon echt krasse Sachen. Trotzdem bleibt sie bei ihm. Denn sie will ihre Tochter Ava nicht verlieren und sie sieht es auch ein bisschen als Strafe für sich an. Auch wenn es nicht einfach ist, kann ich sie da irgendwie verstehen.

Nach vielen Jahren trifft sie nun aber plötzlich wieder auf Gabriel. Denn der ist einer der Architekten für ihr neues Haus. Kierra ist mehr als nur perplex ihn nun zu sehen, aber freut sich natürlich auch. Gabriel spürt schnell eine Verbindung zu Kierra, kann sie aber nicht greifen. Dazu soll sie sich weiter von ihm fernhalten. Trotzdem zieht es sie irgendwie immer wieder zueinander. Sie blüht bei ihm total auf und lernt langsam, dass sie womöglich doch mehr verdient hat. Es knistert gewaltig zwischen den beiden und auch wie er mit Ava umgeht ist einfach nur so toll. Ich fand es so schön wie ihre Liebe wieder aufgeblüht ist, total süße Szenen. Und Ava ist auch ein so toller Nebencharakter, der noch dazu beiträgt. Und doch ist da der Punkt, dass er sich eben nicht bewusst an ihre gemeinsame Vergangenheit erinnern kann und Kierra diese große Schuld mit sich trägt. Außerdem ist Kierra noch an Henry gefesselt, der sie als sein Eigentum betrachtet. Es ist wirklich kompliziert und emotional. Aber die Autorin ist aus gutem Grund die Queen der emotionalen Liebesgeschichten. Ich konnte mich so gut in die einzelnen Charaktere einfühlen und mitfiebern.

Das Ende wurde nochmal besonders krass. Vieles eskaliert und es wird nochmal deutlich emotionaler. Das Problem selbst wurde mir dann fast zu einfach gelöst, aber ich fand das Ende gelungen und passend. Von daher kann ich darüber hinwegsehen. Nach den Charakterentwicklungen muss ich das auch, denn die waren so authentisch.


Fazit:

Emotional und fesselnd. Die Autorin hat mal wieder gezeigt, was sie kann. Die Story hat mich emotional total mitgenommen. Kierra und Gabriel machen beide so eine tolle Entwicklung durch. Die neue Liebe, die entfacht wird, ist einfach nur süß und so schön. Ava habe ich auch sehr ins Herz geschlossen. Ich hätte gerne noch mehr von ihr gelesen. Besonders die Einblicke in die Vergangenheit haben mir mal wieder gut gefallen. Als würde man zwei Liebesgeschichten in einem Buch lesen. Einfach nur schön!

5/5 Sterne

Bewertung vom 16.11.2025
Stehl, Anabelle

Novel Haven - Match of Fate (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der zweite Band der Gaming-Lovestory Reihe von Anabelle Stehl! Ich liebe diese Reihe einfach nur. Nun geht es um Nataly, die im Marketing arbeitet und entsprechend das cosy game novel haven, was Lara im letzten Band entwickelt hat, vermarktet. Dafür geht sie live und spielt die Demo an. Ich finde das ganze Thema Gaming weiterhin total cool und gut integriert. Es sollte mehr solcher Bücher geben. Bei dem Stream klinkt sich auch Dylan ein, ein bekannter E-Sportler, der eher Shooter spielt. Die zwei sind sich tatsächlich schon vorher mal begegnet, wobei ich diese Begegnung nicht ganz so mochte. Nataly wirkte dort nämlich eher abgehoben und unfreundlich. Entsprechend kann man verstehen, dass Dylan kein allzu großer Fan von ihr ist. Doch auch seine Art zu sticheln fand ich nicht ganz so gut. Sollte er mit seinem Bekanntheitsgrad eigentlich besser wissen. Doch das ist auch das Einzige, was ich an dem Buch etwas unsauber fand. Denn natürlich bricht deren Diskussion im Livestream einen ordentlichen Shitstorm los. Für beide steht etwas auf dem Spiel, weswegen sie sich für ein Fake-Dating entscheiden.

Nataly hat aktuell quasi einen Freund, Jack, der ebenfalls E-Sportler ist. Jack ist aber total toxisch, was Nataly nicht wahrhaben will. Und so lässt sie sich oft von ihm benutzen. Das Fake-Dating hilft nicht nur den Ruf vom Spiel wieder aufzubauen, sondern auch gleichzeitig ihm eins auszuwischen. Auch Dylan zieht weitere Vorteile aus dem Fake-Dating. Er ist mit seinen 29 Jahren fast schon alt als E-Sportler. Dennoch will ein Sponsor eine Kooperation mit ihm und seinem Team, doch das geht nur mit einem reinen Ruf. Nicht so einfach, denn aktuell scheint es jemand von seinem Team auf ihn abgesehen zu haben. Er kann es nicht so recht glauben, verständlich. Doch trotzdem muss er nun aufpassen, sonst war es das mit seiner Karriere.

Während ihrer Dates necken sie sich sehr viel, aber sie lernen sich auch viel besser kennen. Nataly kann bei ihm sie selbst sein. Die Dialoge sind schlagfertig und witzig, die Chats sowieso. Ich mochte die Dynamik zwischen den beiden von Mal zu Mal mehr. Besonders schön fand ich, dass Nataly ihn auch bei den Matches angefeuert hat. Generell waren die Matches superspannend, ich habe ebenfalls ordentlich mitgefiebert und war froh, dass sie aus Dylans Sicht waren! Nataly macht eine enorme Entwicklung durch. Die Beziehung zu Dylan entwickelt sich zudem authentisch und schön. Es gibt so viele niedliche Momente! Aber auch Dylan hat noch eigene Päckchen zu tragen. Er ist dennoch eine wandelnde Green-Flag. Einfach nur so sympathisch, ehrlich und ehrgeizig. Die Story hat einiges zu bieten und ich war total gefesselt.


Fazit:

Eine fesselnde Fortsetzung, die noch tiefer in das Gaming-Thema selbst einsteigt, was mir persönlich sehr gefallen hat. Dylan und Natalie haben einen etwas holprigen Start, meiner Meinung nach, aber dafür harmonieren sie danach umso besser. Ihre Dialoge und Neckereien habe ich geliebt. Entsprechend war auch ihre Beziehung voller Funken, einfach schön. Doch auch die Story drumherum fand ich fesselnd und die Entwicklungen authentisch.

4.5/5 Sterne

Bewertung vom 14.11.2025
Huang, Ana

King of Envy (eBook, ePUB)


sehr gut

Ayana Kidane ist Supermodel, aber schon seit Jahren an ihre Agentur gefesselt. Um da rauszukommen hat sie einen Deal mit ihrem Kumpel Jordan geschlossen. Sie heiraten, damit Jordan sein Erbe erhält und sie das Geld, um sich aus ihrem Knebelvertrag zu befreien. Eine echte Beziehung führen sie also nicht, auch wenn sie es allen anderen vorspielen. Die Hochzeitsplanung steht an und da kommt Vuk ins Spiel. Er ist der Trauzeuge von seinem besten Freund Jordan und damit natürlich mit in die Planung involviert. Vuk ist ein super interessanter Charakter und moralisch sehr grau. Seine Narben verleihen ihm dazu etwas düsteres, wobei er auch so oft grimmig wirkt.

Während der Planung müssen auch Ayana und Vuk öfter zusammen los. Wegen Vuks Art, denkt Ayana er mag sie nicht. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Denn er verzehrt sich schon lange nach ihr. Entsprechend beschützerisch ihr gegenüber ist er. Er setzt sich im Hintergrund für sie ein, bedroht Leute, die ihre Grenzen überschreiten und tut auch so absolut alles für sie. Das fand ich schon süß. Auch wenn er dabei oft ziemlich brutal vorgeht. So oder so herrscht zwischen den beiden zu Beginn eine ordentliche Spannung mit der sie beide nicht so richtig umzugehen wissen. Immerhin will Vuk seinem Kumpel gegenüber loyal bleiben. Ihr Kennenlernen fand ich authentisch und gut in die Story zwischen der Hochzeitsplanung integriert. Allerdings finde ich hat die Spannung der beiden mir etwas zu schnell nachgelassen. Ich hätte es schöner gefunden, wenn sie früher ehrlich zueinander gewesen wären. Denn der Switch war mir dann zu plötzlich.

Die Nebenhandlung fand ich sehr fesselnd. Vuk wird nämlich verfolgt und es folgen Anschläge. Er ist auf der Suche nach den Tätern und forscht denen hinterher. Das war spannend gemacht. Dabei geht es auch hier öfter mal brutal zu. Besonders der große Showdown hat mir gefallen. Aber auch Ayana behauptet sich immer mehr gegen ihre Agentur. Eine tolle Entwicklung, welche die beiden durchmachen. Es gab aber einige Situationen, die schon etwas klischeehaft und drüber waren. Außerdem war es auch unrealistisch, wie Vuk gegen eine ganze Organisation vorgeht.

Fazit:

Düster und moralisch etwas in der Grauzone, aber das mochte ich. Wer Lust auf einen sich in der moralischen Grauzone befindlichen Mann hat, der alles für seine Frau tut, ist hier genau richtig. Vuk und Ayana sind zwei sehr interessante Charaktere, deren Kennenlernen authentisch ist. Allerdings ging mir die Annäherung trotzdem etwas zu schnell. Die Nebenhandlung war dafür sehr fesselnd und spannend, wenn auch etwas vorhersehbar.

4/5 Sterne