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Isabel
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Bietigheim-Bissingen

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Insgesamt 368 Bewertungen
Bewertung vom 09.01.2026
Abel, Susanne

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104


ausgezeichnet

Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem Weg zur Christmette 1947 gegenüber dem kleinen Hartmut über die Lippen. Die Beiden sind in einem der vielen Kinderheime in Deutschland untergebracht und der verschüchterte fünfjährige Junge, der mit niemandem spricht, droht auf dem Eis auszurutschen. Der Kleine kam mit einem Kindertransport aus Danzig und da der Name auf seinem Pappschild nicht mehr richtig leserlich war, nannte man ihn Hartmut und schätzte sein Geburtsdatum auf xx.xx.1942. Aus Hartmut wird Margret später liebevoll „Hardy“ machen. Auch Margret ist ein Waisenkind, sie war einst in Gelsenkirchen zu Hause. Als Margret bedingt durch den Erfolg des Kindersuchdiensts des Roten Kreuzes, das Glück hat von einer Tante gefunden und aufgenommen zu werden, verlieren sich die beiden Leidensgenossen vorübergehend aus den Augen. Der Zufall führt die zwei wieder zusammen und ihr gemeinsames Leben nimmt, wenn auch erst holprig, seinen wie vorbestimmten Lauf ...

In einem parallelen Handlungsstrang erfahren wir mehr über das spätere Leben von Margret und Hardy, die das Schicksal unwiederbringlich zusammengeschweißt zu haben scheint. Trotz des Altersunterschieds haben die beiden geheiratet und eine eigene Familie gegründet. Inzwischen sind sie recht jung Urgroßeltern geworden und wieder wird das Jugendamt auf die Familie aufmerksam. Schmerzhafte Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit werden zu Tage gefördert und Margret und Hardy fangen erneut an, um ihr seelisches Überleben zu kämpfen …

In ihrem berührenden neuen Roman nimmt die Autorin Susanne Abel kein Blatt vor den Mund und zartbesaitete Leserinnen und Leser mögen Probleme mit der schonungslosen Deutlichkeit haben, mit welcher Frau Abel die damalige Situation in den Kinderheimen beschreibt. Auch für mich waren diese offengelegten Tatsachen oft schwer zu ertragen, aber dennoch weckten sie in mir auch immer wieder die Hoffnung, dass Margret und Hardy die Dämonen der Vergangenheit besiegen werden. Während Hardy sein Leben lang der zupackende Praktiker bleiben wird, wächst Margret über sich hinaus und verwaltet ihre Familie wie ein kleines Unternehmen. Gefühlsausbrüche lässt sie bei sich nicht, sie ist nach außen hin immer die Starke, bis auch sie eines Tages an ihre Grenzen stößt …

Wie nicht anders erwartet, hat mich nach der „Gretchen“ Dilogie auch diese Geschichte aus der Feder Sabine Abels mehr als abgeholt. Das Buch zog mich derart in den Bann, dass es schwer war, es zur Seite zu legen, wenn dies auch zwischendurch bedingt durch die erschütternde Thematik notwendig war. Ich vergebe für diesen emotional ergreifenden Roman, der zwar als solcher fiktional ist, aber durchaus auf wahren Begebenheiten basiert, sehr überzeugte fünf Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung, da ich der Meinung bin, dass solche Themen niemals totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden dürfen!

Bewertung vom 07.01.2026
Rosenthal, Rena

Der Eispalast Bd.1


sehr gut

Dieser Auftaktband der Eislauftrilogie von Rena Rosenthal entführte mich ins Wien des 19. Jahrhunderts, wo ich auf Charaktere treffe, die von der Arbeiterklasse bis hin zur feinen Gesellschaft reichen. Alle haben ein Ziel, sie wünschen sich ein besseres Leben, was auch immer das für jeden Einzelnen bedeuten mag. Die zurückgezogene Nikolett, deren hübsches Gesicht durch eine hässliche Narbe entstellt ist, wünscht nur eins … Eislaufen zu können. Die kämpferische Julianna verfolgt das gleiche Ziel auf ihre ganz eigene Weise. Als die Beiden schließlich aufeinandertreffen wird sich ihrer beider Leben von Grund auf ändern.

Durch den leicht zu lesenden, angenehmen Schreibstil konnte ich schnell in die Handlung eintauchen. Geschickt verwebt die Autorin Realität und Fiktion und gibt tiefe Einblicke in die Anfänge des Eislaufs, die mir so nicht bekannt waren. Ich litt mit den verschiedenen Figuren, freute mich aber auch über ihre errungenen Siege, auch wenn sie oft noch so klein waren. Die gut recherchierte Geschichte konnte mich überzeugen, so dass ich hier gerne vier funkelnde Sterne vergebe und mich schon heute auf den nächsten Band freue. Fans von Familiensagas und Geschichten über die Kraft der Freundschaft lege ich dieses Buch mit gutem Gewissen ans Herz.

Bewertung vom 07.01.2026
Blake, Matthew

Sophie L.


sehr gut

Mit seinem neuesten Werk „Sophie L.“ verspricht der Autor Matthew Blake seiner Leserschaft einen spannenden Psychothriller rund um die Gedächtnisexpertin Dr. Olivia Finn und ihre Großmutter. Beide kämpfen mit den Geistern der Vergangenheit doch Gran Josephines Kampf wird schnell beendet, denn sie wird kurz nach ihrer Aussage, eine Mörderin zu sein, selbst ermordet. Scheinbar möchte jemand verhindern, dass ihr Geheimnis ans Licht kommt, doch wer könnte daran nach achtzig Jahren noch Interesse haben? Fieberhaft suchen nun Polizei und Olivia selbst nach Antworten und letztere bringt sich bald in tödliche Gefahr …

Mit viel Liebe zum Detail versucht der Autor Matthew Blake für seine Leser ein Bild von Olivia zu zeichnen, das sich leider mehr als einmal in zu vielen Nichtigkeiten verliert. Besser hingegen gelingt ihm die Darstellung der Vergangenheit im Jahr 1945 als Josephine und auch Sophie damit kämpfen, nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen wieder ins Leben zurückzufinden. Sein Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel halten die Leser bei der Stange. „Nur noch ein Kapitel …“ dachte ich oft beim Lesen und schon war wieder eine halbe Stunde vergangen. Dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen, so dass ich für „Sophie L.“ mit vier Sternen nicht ganz die volle Punktzahl vergeben. Ich werde diesen sehr sympathisch wirkenden Autor aber gerne im Auge behalten und seinem hoffentlich nächsten Werk gerne eine Chance geben.

Bewertung vom 05.01.2026
Münzer, Hanni

Heimat ist ein Sehnsuchtsort


ausgezeichnet

Wir schreiben das Jahr 1928 und befinden uns in Petersdorf in Oberschlesien, ganz in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze. Hier treffe ich auf die doch recht außergewöhnliche Familie Sadler bestehend aus Vater Laurenz, seiner Frau Annemarie und deren Töchter Kathi und Franzi. Ich wähle den Begriff außergewöhnlich, denn eigentlich wollte Laurenz nie auf dem elterlichen Hof leben. Er ist alles andere als ein Bauer, er ist ein talentierter Komponist. Umstände, die sich seiner Kontrolle entzogen, zwingen ihn in dieses Leben, und er findet schließlich Halt in der Liebe zu seiner Frau und seinen Töchtern. Doch die braunen Schergen scharren bald mit den Füßen und so wird schnell ihrer aller Leben – nicht zuletzt durch seine besonderen Töchter – in Gefahr geraten. Wird es Laurenz gelingen, seine Familie zu beschützen?

Der Titel dieses wunderbaren Buchs hätte passender nicht gewählt werden können, denn was ist besonders in schweren Zeiten wichtig? Die Heimat, auch wenn sie noch so anders ist als man es sich je erträumt hätte. Gemeinsam erlebe ich in „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“ mit der Familie Laurenz was Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung bedeutet. Feinfühlig, fast zärtlich erzählt die bekannte Autorin Hanni Münzer ihre Geschichte und nimmt mich mit auf eine eindringliche Reise in die Vergangenheit. Hierfür vergebe ich überzeugte fünf Sterne und freue mich schon heute auf den Folgeband dieser Dilogie. Gerne empfehle ich dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die wie ich tiefgründige Familiengeschichten und Geschichte lieben.

Bewertung vom 04.01.2026
Lacrosse, Marie

Traum und Schicksal / Montmartre Bd.2


ausgezeichnet

Der zweite Band der Dilogie rund um den Montmarte von Marie Lacrosse bescherte mir ein spannendes und emotionales Wiedersehen mit den beiden Protagonistinnen, Elise Lambert und Valérie Dumas, die zwar am selben Tag aber in völlig unterschiedliche Welten geboren wurden.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Elise Lambert scheint es geschafft zu haben. Sie feiert große Erfolge als Tänzerin im neu eröffneten Moulin Rouge und steigt rasch zu einem der Stars des Etablissements auf. Doch das Leben im berühmten Künstlerviertel Montmartre zeigt ihr auch immer wieder die Schattenseiten des Ruhms. Neid und Missgunst machen ihr oft das Leben schwer und verweisen sie mehr als einmal in ihre Schranken.

Auch Valérie Dumas, die junge Frau aus gutem Hause, kämpft, denn die ungewollte Ehe mit dem Widerling Baptiste Germain zwingt sie immer wieder in ihre Grenzen. Ihr Wunsch, selbst Malerin zu werden, wird von ihrem Ehemann abgelehnt, ja sogar verboten, und wird somit immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Bald ist obendrein ihre Freundschaft mit dem berühmten Künstler Henri de Toulouse-Lautrec in Gefahr.

Wird es Elise und Valerié am Ende gelingen, ihre beiden Leben zu ihrer eigenen Zufriedenheit gestalten zu dürfen?

Wie schon der erste Band zeichnet auch „Traum und Schicksal“ wieder ein realistisches Bild des späten 19. Jahrhunderts in Paris, in dem die Glanzwelt der Can-Can-Tänzerinnen und die düstere Realität der Armut und gesellschaftlichen Konventionen aufeinandertreffen. Mit jeder Seite, die ich umblätterte, spürte ich die Begeisterung, mit welcher die sympathische Autorin Marie Lacrosse, vielen vielleicht auch bekannt unter ihrem echten Namen Marita Spang, sich dem Schreiben und natürlich der vorangegangenen Recherche hingab. Mit ihrem Pariser Zweiteiler hat sie mehr als ein aufregendes Thema in den Mittelpunkt ihres Romans gestellt und damit meine eigene Begeisterung entfacht. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne verbunden mit der Hoffnung auf bald neue Zeilen aus ihrer talentierten Schreibfeder. Liebe Marie, gerne empfehle ich diesen und alle deine anderen Bücher weiter. À bientôt!

Bewertung vom 04.01.2026
Berg, Eric

Die Blankenburgs / Die Porzellan-Dynastie Bd.1


sehr gut

Hochmut kommt vor dem Fall ...
Mit ihren einhundertfünfzig Jahren Firmengeschichte können die Blankenburgs auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Doch als sich Adalmar, das Familienoberhaupt, an der Börse verkalkuliert und alles verliert, beginnt für die hinterbliebenen Schwestern nach seinem Selbstmord eine schwere Zeit. Ein erbitterter Streit beginnt nach deren Übernahme und gleichzeitig stehen die Nationalsozialisten schon in den Startlöchern und gieren nach der Macht …

Als großer Porzellanliebhaber freute mich sehr auf den Roman über eine Familie, die eine Porzellanmanufaktur ihr Eigen nennen. Diesbezüglich wurde ich leider ein wenig enttäuscht, denn das Porzellan spielt in der Geschichte nur eine sehr untergeordnete Rolle. Dennoch gefiel mir die Kombination aus Familiengeschichte und historischen Ereignissen der damaligen Zeit. Nicht nur der fatale Börsencrash, der damals der Machtergreifung der Nationalsozialisten mehr als förderlich war, verschaffte mir als Leserin eine unterhaltsame Lektüre, die Lust auf den zweiten Teil der Reihe macht. Bewerten möchte ich „Die Blankenburgs“ aus der Feder des Krimiautors Eric Berg deshalb mit soliden vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die wie ich gerne in packende Familiengeschichten eintauchen.

Bewertung vom 02.01.2026
Bhatter, Ina

Drei Tage im Schnee


gut

Die Protagonistin Hannah begibt sich mit "Drei Tage im Schnee" auf eine Reise der inneren Selbstfindung und stößt dabei auf die kleine Sophie, die die Welt durch ihre kindlichen Augen betrachtet und dadurch Hannah wiederum ihre Augen öffnet. Ihr ganzes Erwachsenen Leben will diese gefallen und hadert mit sich stets Dingen nachzujagen, die nur auf den ersten Blick wichtig erscheinen. So reflektiert sie zusammen mit Sophie ihr Leben und lernt wieder zu lachen, spielen und zu lieben ...

Die Autorin Ina Bhatter legt mit ihrem Debutroman eine warmherzige Geschichte vor, die ihre Leser zum Nachdenken über das eigene Leben animiert. Auch ich konnte für mich einige Weisheiten mitnehmen und finde, dass das Buch mit seinem stimmungsvollen Schreibstil wunderbar in diese dunkle Jahreszeit passt. Dennoch fand ich es an einigen Stellen etwas redundant und das Ende war für mich ein wenig kitschig.

Ich vergebe für diese kleine Büchlein, dass sich flüssig und lebendig liest, drei von fünf möglichen Sternen. Vielleicht sind diese Wohlfühlbücher einfach nicht so wirklich was für mich aber für zwischendurch fühlte ich mich gut unterhalten. Lest rein und beurteilt selbst.

Bewertung vom 01.01.2026
Specht, Heike

Die Frau der Stunde


ausgezeichnet

Ich freue mich sehr zu Die Frau der Stunde gegriffen zu haben, denn hiermit legt Heike Specht ein vielschichtiges, klug komponiertes Buch vor, das persönliche Lebenswege mit größeren gesellschaftlichen Fragen verknüpft. Im Zentrum steht eine Frau, die in einem entscheidenden Moment ihres Lebens handeln muss – und damit nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch ihre Rolle in einer von Erwartungen und Machtstrukturen geprägten Umwelt neu definiert.
Spechts Stärke liegt vor allem in der Figurenzeichnung. Die Protagonistin wirkt glaubwürdig und komplex, fern von einfachen Heldinnenklischees. Ihre Zweifel, inneren Konflikte und Entscheidungen werden feinfühlig und psychologisch überzeugend dargestellt. Dadurch entsteht eine große Nähe zur Figur, die es leicht macht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen. Auch die Nebenfiguren sind sorgfältig ausgearbeitet und tragen dazu bei, das erzählte Umfeld lebendig und authentisch wirken zu lassen.
Stilistisch überzeugt der Roman durch eine klare, präzise Sprache, die zugleich atmosphärisch dicht ist. Heike Specht nimmt sich Zeit für Zwischentöne und lässt wichtige Themen – etwa Selbstbestimmung, gesellschaftliche Erwartungen und die Frage nach Verantwortung – organisch aus der Handlung heraus entstehen, ohne belehrend zu wirken. Das Erzähltempo ist ruhig, aber konsequent, und unterstützt die nachdenkliche Grundstimmung des Buches.
Die Frau der Stunde ist kein lauter, effekthaschender Roman, sondern ein leises, nachhaltiges Leseerlebnis. Er richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für starke Frauenfiguren, historische oder gesellschaftliche Kontexte und eine reflektierte Auseinandersetzung mit persönlichen Entscheidungen interessieren. Nach der letzten Seite bleibt vor allem eines: das Gefühl, eine Geschichte gelesen zu haben, die lange nachwirkt. Von mir gibt es für diesen gut durchdachten Roman 4,5 Sterne, die ich gerne auf die volle Punktzahl aufrunden. Sicher werde ich noch das ein oder andere Buch dieser interessanten Frau in die Hände nehmen, bin schon sehr gespannt auf ihre Biografien!

Bewertung vom 21.11.2025
Puchner, Eric

Weißes Licht


gut

Schafft man es eigentlich im Leben richtig glücklich zu werden … forever and ever? Dieser Frage versucht der Autor Eric Puchner auf den Grund zu gehen, indem er mich als Leserin Garret, Charlie und Cece begleiten lässt. Während Charlie eindeutig der Sunnyboy der beiden jungen Männer zu sein scheint, hat Garret es mit seinem schwulen, schwerkranken und ewig mittellosen Vater wahrlich nicht leicht im Leben. Dennoch verbindet die Beiden eine innige Freundschaft, die noch aus Collegezeiten besteht und nur durch den Tod des Dritten im Bunde einen Schatten übergeworfen bekam. So verwundert es auch nicht, als Charlie Garret bittet, bei seiner Eheschließung mit Cece als Laienpriester zu agieren. Doch dann geschieht das Unglaubliche, Garret verliebt sich in Cece …

Der Klappentext dieses Debütromans las sich für mich, als könnte dieses Buch ein Roman genau meinem Beuteschema entsprechen, ich liebe ja problembehaftete Romane! Und dann auch noch ein ausgewähltes Buch für den von mir verehrten „Oprahs Bookclub“, das war eine vielversprechende Kombination. Mmmmhhh … und dann kam der Roman und zog sich wie Kaugummi. Was war hier passiert? Ich wollte das Buch wirklich mögen aber der Autor schaffte es nicht, mich von Charakteren zu überzeugen. Ich begleitete die Drei durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens, durfte neues Leben begrüßen und altes verabschieden, wurde mit Drogen und Anders sein konfrontiert und dennoch sprang der Funke nicht über. Gut gefallen hat mir allerdings, dass ich beim Lesen an manchen Stellen begann über mein eigenes Leben nachzudenken um für mich selbst mal wieder in Relation zu setzen, dass niemand ein perfektes Leben führt. Ich vergebe hier leider nur drei gutgemeinte Sterne, freue mich aber dennoch, dass ich durchgehalten habe. Eine wirkliche Empfehlung möchte ich diesmal aber nicht aussprechen … das nächste Mal wieder ;)

Bewertung vom 20.11.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Nach dem Tod der Großmutter Änne stellt sich ihre Enkelin Laura die Frage, welcher Mensch sich hinter der Verstorbenen wirklich verborgen hat. Warum hat sie ihr Leben lang um ihre Vergangenheit in Schlesien solch ein Geheimnis gemacht? Laura, schwanger und dadurch mit viel Zeit an der Hand, will auf Ännes Spuren wandeln und unternimmt eine Reise nach Polen – ehemals Schlesien – wo ihre Familie einst zu Hause war. Was war damals geschehen und was werden Lauras Nachforschungen zu Tage führen? Schnell merkt die junge Frau, dass die spärlichen Erzählungen ihrer Großmutter nicht mit dem übereinstimmen, was sie in alten Unterlagen gefunden hat. Die Spurensuche vor Ort ist nicht einfach, doch ich als Leserin habe das Glück mit der Autorin in einem zweiten Zeitstrang direkt in die Vergangenheit springen zu dürfen. Was sich allerdings dort vor mir entfaltet, nimmt mir mehr als einmal beim Lesen den Atem ...

Mit „Die Verlorene“ hat mich die sympathische Autorin Miriam Georg endgültig von ihrem Schreibtalent überzeugt. Sie präsentiert mir als Leserin einen Roman, der sich langsam, aber sicher in seiner tragischen Dramatik so steigert, dass ich das Gefühl hatte, die Seiten blättern sich wie von selbst um. Er entwickelte ein wahre Sogwirkung! Mit seinem unerwarteten und sehr emotionalen Ende konnte mich das Buch schlussendlich komplett überzeugen und begeistern. Hierfür vergebe ich sehr gerne mit fünf Sternen die absolute Bestnote und wünsche dem Buch eine große Leserschaft und ebenso viel Erfolg. Immer wenn man glaubt, nun hat man wirklich alle Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg und sein Grauen gehört, kommt eine großartige Autorin wie Miriam Georg daher und überzeugt einen vom Gegenteil … Chapeau!!!