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Benutzername: Uffi
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Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 03.03.2019
Auerhaus
Bjerg, Bov

Auerhaus


sehr gut

(Kein Spoiler-Alarm, keine Sorge!)
Das Buch handelt von 6 Jugendlichen, die den Schritt wagen, zusammenzuziehen. Grund dahinter ist hauptsächlich die Unterstützung von Frieder, denn der ist psychisch labil. Er hat versucht sich umzubringen, ist allerdings gescheitert. Jetzt liegt die Aufgabe bei den Jugendlichen, Frieder vor dem nächsten Selbstmordversuch zu bewahren. Im Auerhaus treffen alle Probleme des Einzelnen aufeinander. Egal ob Schule, Liebe oder Freundschaft, im Auerhaus findet alles Platz.

Das Buch legt das Hauptaugenmerk auf Leben und Tod, geht aber auch auf Einsamkeit, Streben nach Glück und Freundschaft ein.

Der Autor hat eine gewöhnungsbedürftige Schreibweise. Oft ist man verwirrt, weil bereits ein Geschehen vorentnommen und anschließend erst auf den Vorfall eingegangen wird.
Man gewöhnt sich allerdings dran und kann schnell folgen. Der Zweck, so die Spannung zu steigern und unbedingt weiterlesen zu wollen, ist hierbei voll und ganz gelungen. Das Buch liest sich schnell und einfach durch, weil es in verständlicher Jugendsprache geschrieben ist.

Kritikpunkte liegen für mich bei dem Charakter Cäcilia, der meiner Meinung nach, keine wichtige Rolle spielt und auch hätte wegbleiben können. Die Beziehungen sind etwas verrückt und nicht wirklich realistisch, wie zum Beispiel zwischen Vera und Harry (aber um das zu verstehen, müsst ihr natürlich das Buch lesen). Außerdem war mir irgendwie von Anfang an klar, was am Ende mit Frieder passieren würde und das hat sich auch bestätigt. Ich denke aber auch nicht, dass der Autor das verheimlichen wollte oder ein Happy End angebracht wäre.

Aber im Großen und Ganzen kann ich jedem das Buch empfehlen. Es liest sich humorvoll, traurig und etwas verwirrt durch, doch am Ende freut man sich doch, dass man es gelesen hat. Vielleicht bleibt auch bei euch nach dem Zuklappen des Buches die Geschichte im Kopf.

Bewertung vom 11.01.2019
Ruhm

Ruhm


weniger gut

Interessante Idee, die Daniel Kehlmann 2009 mit seinem Buch mit sich gebracht hat. Die Tatsache, dass die meisten Charaktere sich nicht kennen, aber auf unterschiedlichste Weise miteinander verknüpft sind oder sich begegnen, ist gewagt. Doch Daniel Kehlmann hat sich im Ganzen gut geschlagen. Der Film basiert zwar auf dem Buch, doch der Film übernimmt nicht zu 100% die Handlung, verständlich. Aspekte, wie Farben, Location und Kameraperspektiven sind zu loben, weil Isabell Kleefeld die Stimmung der düsteren Digitalisierung deutlich in den Vordergrund stellt.
Mit den Charakteren hat sie es jedoch leider nicht geschafft, zu punkten. Denn diese sind viel zu klischeehaft dargestellt. Maria Rubinstein, Mollwitz, Ebling, Ralf Tanner und natürlich die Beziehung zwischen Leo Richter und Elisabeth. Außerdem hat das Verzweigen der Charaktere, anders als im Buch, Kopfschmerzen verursacht. Sehe ich allerdings nicht so streng, da ein Buch in verschiedene Kapitel unterteilt werden kann und ein Film normalerweise mit einem Mal durchläuft. Im Allgemeinen fehlt mir ebenfalls die Empathie, die ich im Buch entwickeln konnte, hier allerdings nicht vorhanden ist. Würde man den Film über sein Ende hinauslaufen lassen, würde das Meiste einfach weiterlaufen, denn einen Wendepunkt passiert nicht wirklich. Spannung ist hier demnach leider nicht vorhanden.