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Benutzername: MangoBelle
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Bewertungen

Insgesamt 40 Bewertungen
Bewertung vom 28.09.2019
Die Waldmeisterinnen
Schütze, Andrea

Die Waldmeisterinnen


sehr gut

Willst du fleißige Waldmeisterinnen sehen? Dann musst du in den Wildwood Forest gehen. Hier leben die beiden liebreizenden Zwillingsschwestern Holly Holunder und Lia Lavendel. Sie sind erst kürzlich hierher gezogen, denn in ihrem ursprünglichen Domizil wurde es ihnen zu laut. Nun genießen sie wieder die Ruhe des Waldlebens und versuchen sich nützlich zu machen, indem sie den Tieren des Waldes bei ihren Problemen helfen. Holly tut dies mit Hilfe ihres Geistes, sie erfindet gern spektakuläre Konstruktionen und Lia mit Hilfe ihrer Hände, denn sie bäckt ziemlich gern.

Damit ist die Geschichte eigentlich schon sehr gut zusammengefasst. Viel mehr passiert auf den 130 Seiten nämlich nicht wirklich. Dafür ist die Sprache schon etwas anspruchsvoller. Meine großer Tochter ist mittlerweile in der zweiten Klasse und eine recht gute Leserin, aber dieser Text war ihr noch zu schwer und zu lang. Daher musste Mama das Ganze vorlesen. Und die, also ich, tat sich damit überraschend schwer. Einige Sätze waren so komisch geschrieben, dass ich mich doch das eine oder andere mal verholperte. Und das nicht nur, wie sonst, wenn ich abends schon zu müde war zum konzentriertem Vorlesen.
Dazwischen tauchten immer mal wieder englische Wörter auf, was an sich nicht schlimm ist, wenn man ansonsten von der Geschichte nicht davon ausgehen würde, dass hier eigentlich für 8-Jährige geschrieben wurde.

Ich, als Mama, tat mich also mit der Geschichte recht schwer und wirklich gefallen hat sie mir nicht. Meine Zuhörerin dagegen war begeistert. Sie liebte die Illustrationen, die auf eigentlich jeder Seite mal klein, mal in voller Größe zu sehen war. Sie liebte Lia und Holly und wie hübsch und bunt sie gezeichnet waren. Und sie mochte auch die Geschichte und hat das eine oder andere mal bei einer Anekdote herzlich gelacht.

Daher lässt sich auch Mama gern breitschlagen und schreibt hiermit nicht nur eine wohlwollende Rezension, sondern vergibt von uns beiden in Summe 4 von 5 Sternen. Einen eventuellen Teil 2 muss sich das Großkind dann aber trotzdem von ihrem Taschengeld kaufen ;-)

Bewertung vom 28.09.2019
Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht (Pappbilderbuch)
Amft, Diana

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht (Pappbilderbuch)


sehr gut

Kleine Kinder brauchen feste Rituale - vor allem, wenn sie am Ende des Abends endlich zur Ruhe kommen sollen. Dabei helfen kann auch ein geeignetes Gute-Nacht-Buch. Davon gibt es mittlerweile zur Genüge. Auch von der Spinne Widerlich ist nun solch eine Gute-Nacht-Geschichte entstanden. Aber ob sie auch gut ist?

Auffallend ist zunächst einmal die gelungene Illustration. Der große gelbe Mond auf der Titelseite kam sofort gut an und wurde ausführlich bewundert. Auch die anderen Seiten waren auf den zweiten Blick sehr detailreich und absolut sehenswert. Total niedlich (für mich als Erwachsener schon fast zu niedlich) sind hier die unterschiedlichen Spinnen gezeichnet, die doch sonst im Haus nur als Untiere verschrien sind. Sie sind aber nicht nur niedlich, sondern haben auch unterschiedliche Eigenschaften oder Hobbies. So strickt etwa Tante Igitte, die die kleine Spinne Widerlich bei ihrer Gute-Nacht-Runde besucht, leidenschaftlich gern.

Die Geschichte selbst ist recht knapp gehalten. Perfekt als Gute-Nacht-Geschichten-Abschluss (bei uns reicht ein so kurzes Buch nicht). Das hat übrigens auch den Vorteil, dass man - falls es spät geworden ist - wenigstens noch die Zeit hat DIESE eine Buch vorzulesen. Die Wichtigkeit von Ritualen hatte ich ja schon erwähnt ;-)
Wenn man sich nicht mit langen Erklärungen und betrachten der einzelnen Seiten aufhält, ist man in nicht einmal fünf Minuten durch. Der Text ist in Reimform. Auch praktisch, denn hat man keine Lust mal zu lesen, kann man sich von seinem 3./4-jährigen den Text spätestens nach zwei Wochen auch einmal "vorlesen" lassen. Meine Beiden daheim finden/ fanden das immer ganz toll.

Wir haben das Buch übrigens schon an den Nachbarsjungen weitergereicht. Für mich doch etwas überraschend, findet auch ein Traktor- und Baggerbegeisterter Junge gefallen an der kleinen Spinne WIderlich.

Daher von uns: eine Kaufempfehlung. Viel Spaß beim abendlichem Ritual.

Bewertung vom 27.08.2019
Als uns Einstein vom Himmel fiel
Pfeffer, Anna

Als uns Einstein vom Himmel fiel


ausgezeichnet

Nia und Luke sind Einzelkinder und schon seit dem Kindergarten miteinander befreundet. Daher finden es Beide richtig cool, dass sich ihre Eltern ineinander verliebt haben und die alle nun zusammen wohnen werden. Das Zusammenziehen läuft dabei zunächst absolut harmonisch ab: Nia übergibt ihren neuen Bruder sogar bereitwillig ihr größeres Zimmer, damit dieser dort sein Schlagzeug auch rein bekommt. Doch bald gibt es Streit: um die Wahl des Wochenendausflugs, um das Essen, um den Platz auf der Couch, das Fernsehprogramm. So dauert es auch nicht lange, bis die beiden besten Freunde schon bald in einen erbitterten Geschwisterkrieg ziehen, der sich immer weiter hochschaukelt. Bis.... ja bis eben Einstein vom Himmel fällt.

Meiner Tochter (und auch mir) hat die Geschichte in vielerlei Hinsicht gefallen. Zunächst ist es einfach urkomisch, wie die beiden sich gegenseitig immer fiesere Streiche spielen. Dabei wird niemand verletzt, aber peinlich wird es allemal. Und der Leser mit etwas ausgeprägter Schadenfreude hat eine Menge zu kichern.

Außerdem kommt die Geschichte zwar mit einer Moral (vertragt euch, redet miteinander, schließt Kompromisse) daher, ohne aber zu offensichtlich den moralischen Zeigefinger zu erheben. Die Konflikte und Situationen sind absolut kindgerecht (ab 2./3. Klasse) und auch nachvollziehbar. Wahnsinnig Spannung kommt zwar nicht auf, aber unterhaltsam ist die Geschichte dennoch.
Das die Erwachsenen an einigen Stellen etwas fad bleiben und nix mitbekommen, schiebe ich mal auf die Tatsache "Kinderbuch" und schaue galant darüber weg ;) Die Geschichte verträgt es.

Anders als Erstleserbücher, die gezielt für Erst- und Zweiklässler geschrieben sind, kommt dieses Buch mit relativ wenigen Bildern (die aber dafür sehr schön sind) und einer vergleichsweisen großen Menge Text daher. Für die knapp 160 Seiten braucht auch ein geübter Leser etwas länger. Leseanfänger sollten also entweder etwas warten oder sich die Geschichte von Mama oder Papa vorlesen lassen. So kann man beim Kuscheln auch wieder mal schön gemeinsam lachen.

Bewertung vom 17.06.2019
Die verschwundenen Katzen / Der magische Blumenladen für Erstleser Bd.1
Mayer, Gina

Die verschwundenen Katzen / Der magische Blumenladen für Erstleser Bd.1


ausgezeichnet

Als dieses Erstleser-Buch vom "Magischen Blumenladen" bei uns zu Hause eintraf, leuchteten prompt Kinderaugen auf. Kein Wunder, denn schon das farbige Cover und die gleichartig gestalteten Illustrationen im inneren des 64 Seiten langen Büchleins sind ein echter Hingucker. Anscheinend ist aber auch die Geschichte genau richtig für kleine Erstleserinnen: Das Buch war binnen ein bis zwei Stunden ausgelesen. Auf die Frage, wie es denn war, ertönte nur ein "schöööön". Also musste auch der Erziehungsberechtigte sich daran machen, die Geschichte zu lesen um wenigstens etwas ausführlicher berichten zu können.

Vom "Magischen Blumenladen" gibt es bereits 9 Teile, die sich allerdings an etwas ältere Grundschüler richten. Man muss die Reihe glücklicherweise nicht kennen, um diese Geschichte zu lesen. Im Gegenteil, dieses Buch ist eher dazu da, Lust auf die anderen Teile zu machen, wenn es dann mit dem Lesen besser klappt.

Violet, Hauptfigur, hilft mal wieder im Laden ihrer Tante aus. Die Beiden verbindet die seltene Gabe, mit Blumen Magie zu bewirken. Da ihre Tante zum Zahnarzt muss, bleibt Violet allein zurück um sich um den Laden zu kümmern. Aber das muss schon bald warten. Im Ort sind mehrere Katzen verschwunden. Darunter auch ihr geliebter Lord Nelson. Violet versucht mit Verstand und der Magie der Blumen das Verschwinden zu klären und die Katzen zurückholen zu können.

Aufgrund des Genres ist die Geschichte natürlich sehr einfach gehalten. Es wird schnell klar, wo das Problem liegt und fast genauso schnell ist es auch schon wieder gelöst. Das der Übeltäter am Ende gar nicht so böse ist und sich alles in Wohlgefallen auflöst, ist ebenfalls der Zielgruppe geschuldet und schon fast typisch für Kinderbücher. Etwas geübter muss man schon sein, um "Die verschwunden Katzen" zu lesen. Ende 1. Klasse/ Anfang 2. Klasse, denke ich. Bei anderen Verlagen entspricht das Niveau ungefähr Lesestufe 2.

Fazit: eine schöne Geschichte, ein schön gestaltetes Buch; ideal für kleine Erst- und Zweitklässlerinnen.

Bewertung vom 07.04.2019
Monstermäßig beste Freunde / Fjelle und Emil Bd.1
Scheller, Anne

Monstermäßig beste Freunde / Fjelle und Emil Bd.1


sehr gut

Das es im Schulalltag manchmal laut zu geht kennen alle Eltern. Wenn nun aber unter den Schulkinder ein echtes grünes Monster dabei ist, dann wird es erst recht monstermäßiglaut.
Fjelle, so heißt stadtbekannte Monster aus Flusenbek. Er ist nebenbei der beste Freund von Emil, dem Bäckersohn. Was Emil in die gute Position bringt, seine Feunde täglich mit frischen Brötchen zu verwöhnen.
Die restlichen Flusenbek-Schüler finden es nicht ungewöhnlich ein Monster in der Klasse zu haben. Kann es doch sämtliche Schulranzen auf einmal tragen oder ist gern bereit als Schaukel zu dienen. Das es natürlich auch Einschränkungen gibt, daran haben sich alle in der Klasse 4a längst gewöhnt. Fjelle ist nämlich sehr empathisch veranlagt. Das heißt, ist jemand trauig in seiner Nähe so ist Fjelle SUPERtraurig, ist jemand glücklich so ist Fjelle SUPERhappy. Und dann geht schon einmal ein Stuhl im Glückrausch zu Bruch.

Alles könnte also nicht besser sein, wäre da nicht der neue Schuldirektor, der, sagen wir mal, nicht ganz so auf Monster steht. Der Schulalltag wird dadurch nicht gerade einfacher für Emil und sein Monster, da es zu Gefühlsausbrüchen neigt, auch wenn es noch so gutherzig ist. Vielleicht kann Yoga hierbei helfen?!

Fjelle und Emil - monstermäßig beste Freund von Anne Scheller ist ein Kinderbuch aus dem Baumhaus-Verlag, mit sehr schönen Illustrationen von Nina Dulleck. Es ist sowohl für kleine Lesebeginner als auch zum gemeinsamen Vorlesen geeignet, da die Kapitel nicht allzu lang sind. Durch die kindgerechte Sprache lässt es sich flüssig lesen.

Dabei stellt das Buch auch wichtige Themen des Alltags in den Mittelpunkt. Wie reagiere ich bei offensichtlicher Ausgrenzung, ja Mobbing in der Schule? Traue ich mir zu Paroli zu bieten und für meine Freunde einzustehen? Auch wenn sie sich offensichtlich von den Anderen unterscheiden. Kann es nicht auch spannend sein, wenn Jemand anders ist?

Zusammenfassend gefiel mir und meinen jungen Zuhörerinnen das Buch sehr gut. Die Geschichte las sich flüssig und war in sich verständlich. Die angesprochenen Probleme waren nicht aus der Luft gegriffen, sondern absolut nachvollziehbar. An einigen Stellen kullerten dann aber doch dicke Tränen. Die Ausgrenzung von Fjelle war zeitweise schon ziemlich heftig. Da es am Ende aber glücklicherweise (oder selbstverständlich) ein Happy-End gab, haben sich dennoch auch die kleinen Zuhörer mit dem Buch versöhnen können.

Aus unserem Haus daher eine eindeutige Leseempfehlung. Die Geschichte kann auch gut zum Nachdenken und Reden über das hier angesprochene Thema genutzt werden.

Bewertung vom 29.03.2019
Böse Jungs Bd.1
Blabey, Aaron

Böse Jungs Bd.1


sehr gut

Mit Jungs ist das ja so eine Sache. Die wollen draußen toben, böse sein und bestimmt nicht zu Hause hocken und Bücher lesen. So das Klischee. Und da wir gerade bei Klischees sind: Ein Hai frisst Touristen am Strand, ein Piranha die Badenden im Süßwasser, eine Schlange ist per se das ultimative Böse und der Wolf will immer die Großmutter fressen.
Der letzte der Genannten hat es nun aber satt. Er will nicht immer der Böse sein. Er will nicht, dass alle immer vor ihm weglaufen. Er will der Gute, der Superheld sein. Und so lädt er die anderen Geächteten zu einem Kaffeekränzchen mit Muffins und ohne Fleisch ein um zu bereden, wie man die Vorurteile abschütteln kann. Nur leider wissen die anderen bösen Jungs noch nicht, warum sie nicht mehr böse sein sollen.

Die Geschichte hinter Teil 1 von Böse Jungs ist schnell erzählt und genauso schnell gelesen. Handelt es sich doch um einen Comic. Obwohl ich zunächst skeptisch angesichts der doch einfach gehaltenen Zeichnungen und des schlichten Covers war, ist es dennoch ein großer Lesespaß für Kinder um die 8 Jahre. Es gibt eine sehr einfach gehaltene Geschichte, Slapstick-Humor, der teilweise auf Kindergarten-Niveau zurückgreift (was zumindest bei uns zu Hause immer gut ankommt) und schließlich ein Happy-End. Wir haben das Büchlein mit zwei Mädels gelesen, die erst gar nicht einsehen wollten, warum sie ein Jungenbuch überhaupt anschauen sollten. Am Ende wurde dennoch viel gelacht. Die Große hat sich das Buch sogar noch einmal geschnappt und selbst gelesen.

Und hier liegt glaube ich auch der Vorteil des Comics, denn:
(1) Ja, es ist schnell durchgelesen und
(2) für ca. eine Stunde Lesespaß ist der Preis von 10,00€ nicht wenig. (vor allem wenn man bedenkt, dass es mittlerweile schon 4 Teile gibt)

ABER: durch die Kürze greifen Leseanfänger und Lesemuffel doch eher selbst zum Buch. Sie können drin blättern und sich über einzelne Szenen kaputtlachen. Die Motivation ist definitiv eher gegeben, als bei einem umfangreicheren Buch.

Und nach Ende der Lektüre finde ich auch das Design gar nicht so schlecht. Es ist eben nur ungewohnt in einer Zeit der Hochglanzcover mit Glitereffekten :-)

Bewertung vom 18.03.2019
Ein Schwein im Baumhaus / Wir Kinder vom Kornblumenhof Bd.1
Fröhlich, Anja

Ein Schwein im Baumhaus / Wir Kinder vom Kornblumenhof Bd.1


ausgezeichnet

Bullerbü liegt jetzt in Deutschland, denn nicht nur der Titel allein, auch die Geschichte hat doch einige Parallelen zum berühmten schwedischen Vorbild.

Erzählt wird die Geschichte von der 9-Jährigen Mai, die mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern auf dem Kornblumenhof wohnt. Weil dort aber noch zu viel Platz übrig ist, wohnen da auch noch eine Tante mit ihren zwei Kindern, sowie Tante und Onkel mit noch einmal zwei Kindern. Damit die sieben Kinder auch genügend Babysitter haben, machen Oma und Opa die Familienbande komplett.

Man kann sich vorstellen, dass bei sieben ungefähr gleichaltrigen Kindern immer eine Menge los ist. Wenn man dann auch noch auf einen Bauernhof mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tiere lebt, ist auf jeden Fall dafür gesorgt, dass es nie langweilig wird. Jedenfalls für 9-Jährige ;-)

Es beginnt damit, dass eines der Schweine plötzlich und vollkommen unerwartet kleine Ferkel bekommt. Praktischerweise gleich sieben, so dass alle interessierten Schweinehüter versorgt sind. Aber was wird mit ihnen, wenn sie groß sind? Werden sie auf den Kornblumenhof bleiben können? Außerdem gibt es da noch ein wahres Mädchengeheimnis um ein Baumhaus, dass unbedingt geschützt werden muss. Wird das gelingen?

Das Buch liest sich wirklich gut und ist bei uns zu Hause sehr gut angekommen. Aber ehrlich gesagt, passiert nicht so wahnsinnig viel auf den knapp 100 Seiten. Daher könnte es für Leser(innen) ab 10 Jahren vielleicht schon zu langweilig sein. Erzählt wird im Ich-Stil von Mai. Die Sprache ist dabei absolut altersgerecht und auch gut verständlich. Das Buch selbst ist sehr liebevoll illustriert - den Stil erkennt man bereits sehr gut auf dem Cover.

Wie bereits erwähnt, kam die Geschichte hier sehr gut an. Selbst an Teil 2 wurde schon Interesse geäußert. Ich selbst bin gespannt, wie sich die Geschichte um den Kornblumenhof weiter entwickelt. Viel Konflikte und Potential für neue Geschichten hat Teil 1 nicht geliefert. Aber ich lasse mich auch gern überraschen.

Fazit: Für Mädchen ab 8 Jahren ein kurzweiliges Buch über eine familiäre Landidylle. Auch für das Auge sehr schön gemacht.

Bewertung vom 13.03.2019
Allee unserer Träume
Gerold, Ulrike; Hänel, Wolfram

Allee unserer Träume


weniger gut

Es ist so schade. Da schreibt ein Autorenduo über eine starke Frau, die kurz vor/ während und nach dem Zweiten Weltkrieg versucht sich innerhalb der Architektur einen Namen zu machen und dann die Möglichkeit hat, sich an der größten Prachtstraße der DDR zu versuchen. Und was kommt dabei heraus? Ein vor sich dahinplätschernder Roman bei denen man immer angstvoll auf die Seiten starrt, die noch vor einem Liegen.

Dabei beginnt es so verheißungsvoll: 1936. Ilse, Schulmädchen, deren Eltern geschieden sind, verbringt einen Samstag mit ihrem Vater. Dieser hat ein eigenes Bauunternehmen und nimmt sie gern mit zu Aufträgen. Nachmittags lässt er sie schließlich allein in seinem Büro. Diese Zeit verbringt die Tochter damit seine Pläne weiterzuzeichnen um sich dann aus lauter Angst vor der Konsequenz zu verstecken.

Während man sich noch fragt, ob und was für ein Donnerwetter es gegeben hat, springt die Handlung ins Jahr 1950. Der Krieg ist vorbei und Ilse ist nach Berlin gereist um die Pläne ihres Vaters (und von ihr) für eine neue Allee im zerstörten Ost-Berlin vorzustellen. Es werden düstere Flecken in Ilses Biographie angedeutet, es wird von Ängsten berichtet. Und immer mal wieder erfährt man zwischendurch was in den letzten Jahren geschehen ist. Aber eben immer häppchenweise.

Und genau das ist es, was mich mit diesem Historischen Roman leider nicht warm werden ließ. Ilse war mir egal. Ihre ganzen Gedanken und Wünsche/ Sehnsüchte gingen mir teilweise sogar auf die Nerven. Ich hatte aber auch gar keine Zeit sie zu verstehen. Wie sollte ich auch, wenn sich eine für sie wichtige Freundschaft innerhalb von zwei Seiten entspinnt um dann im nächsten Kapitel schon wieder auf eine harte Probe gestellt zu werden. Wie sollte ich anhand von zwei Seiten wissen, warum ihr dieser vollkommen fremde und andersartige Mensch so wichtig ist?

Außerdem haben die Autoren auch einfach zu viele Themen angeschnitten. Am Ende bleibt nur die Frage: Und was sollte das jetzt sein? Ein Roman über eine starke Frau? Davon gibt es genügend, da braucht es schon mehr. Ein Roman über Homosexualität in den 1940er/1950er Jahren? Dafür war es zu flach. Über Freundschaft? Nein, wenn Ilse ein was nicht kann, dann Freundschaften halten.
Ein Buch über Architektur? Auch das war es irgendwie nicht wirklich.

Wirklich, wirklich schade. Das Buch hatte mich extrem neugierig gemacht und ich habe es durchaus freudig angefangen zu lesen. Am Ende war es aber leider nur eins: langweilig.

Bewertung vom 18.02.2019
Die Antwort auf Vielleicht
Winter, Hendrik

Die Antwort auf Vielleicht


ausgezeichnet

Jessi Bischoff hat Krebs. Sie ist gerade einmal 26 Jahre alt, hat eine kleine Tochter und wird - so die Prognose der Ärzte - dieses Jahr nicht überleben.
Es ist allerdings nicht Jessi, sondern Adam, der diese Geschichte erzählt. Adam hat noch extrem viel Zeit. Glaubt er. Deshalb ist es auch nicht schlimm, dass auch dieses Jahr die Tour zum Chimborazo in Ecuador ausfällt und der begeisterte Bergsteiger gemeinsam mit seinem besten Kumpel in den Alpen klettern geht. Um seine Touren zu finanzieren, lebt Adam nicht nur bei Oma, sondern fährt nebenbei Taxi. Da sich sein Chef auf Krankenfahrten spezialiert hat, treffen er und Jessi eines Morgens zusammen. Und innerhalb der nächsten Wochen werden sie beide des Leben des Anderen verändern.

Gewöhnlich machen ich einen großen Bogen um Bücher, bei denen schon vorher klar ist, dass ich am Ende eine ganze Ladung Taschentücher brauche. Warum mich dieses Buch trotzdem neugierig gemacht hatte, weiß ich nicht so genau. Wahrscheinlich ist es der Schreibstil, mit dem Hendrik Winter eine meisterhafte Gratwanderung zwischen Tragik und Humor gelingt, ohne dabei ins Kitschige, Groteske oder Alberne abzudriften. Eine wahre Meisterleistung bei diesem Thema.

Seine Figuren sind zwar mitunter sehr speziell, aber sie wirken dabei immer authentisch und scheinen mit ihren dargestellten Schrullen/Macken manchmal sogar liebenswert. Da gibt es die resolute Oma, die auf die 90 zu geht, langsam dement wird, aber dennoch versucht ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Den kauzigen Alten, der es verpasst, sich von seiner Frau zu verabschieden, zwei ältere Damen, die eine Krankenfahrt zum Saufen zu nutzen scheinen, aber eigentlich nur einen Lichtblick in dem ganzen Wahnsinn suchen..... Kurzum, in manchmal nur kurzen Episoden gelingt es Winter einen Blick auf unterschiedliche Menschen zu geben, die auf den ersten Blick seltsam und deren Verhalten komisch zu erscheinen. In ihrer Darstellung und ihren Versuch das Beste aus ihrer Situation zu machen, bleiben sie trotz Kurzauftritt im Gedächtnis.

Die eigentliche Geschichte ist natürlich nicht ohne. Und auch wenn man ahnt, wie es ausgehen wird, bangt, hofft und zittert man mit den Beiden mit.
Und beim Zuschlagen des Buches bleibt auch beim Leser die Frage zurück, wie oft und wie lange man eigentlich seine Träume wirklich aufschieben kann.

Ein wunderbares Buch.

Bewertung vom 01.02.2019
Die 100-Geschichten-Kinderbibel
Jones, B. A.

Die 100-Geschichten-Kinderbibel


ausgezeichnet

Wir sind ein Haushalt, der nicht christlich geprägt ist – wenn man mal davon abzieht, dass es für uns wichtig ist die Bedeutung der christlichen Feiertage zu kennen und diese auch unseren Kindern zu vermitteln. Da unsere große Tochter auf eine evangelische Grundschule geht, haben wir dennoch uns über die Möglichkeit gefreut ihr und uns mit Hilfe dieser Kinderbibel einen kleinen Einblick in das wichtigste Buch der Christen zu geben. Über die Auswahl der Geschichten und ob eine andere besser gewesen wäre, kann ich daher keine fundierte Aussage treffen. Mit Sicherheit sagen kann ich aber, dass fast allen Geschichten hier mit Faszination gelauscht wurde.

Wie der Titel schon sagt, wurde hier eine Auswahl von 100 Geschichten aus der Bibel getroffen. 53 davon aus dem Alten Testament, die restlichen 47 aus dem Neuen. Jede Seite ist aufwendig farbig gestaltet wurden, ebenso ist in einigen Abschnitten auch der Text unterschiedlich formatiert wurden. Insgesamt ist das Layout sehr stimmig und auch ansprechend.
Bei der Sprache waren die Autoren bemüht die Inhalte kindgerecht zu vermitteln. Das ist natürlich nicht immer einfach. Generell ist mir nicht bewusst gewesen, wie blutig es neben Kain & Abel in der Bibel noch zu geht. Wenn dann Gott auch noch die komplette Erde überschwemmt um mit Noahs Familie und von jedem Tierpaar noch einmal von vorne anfangen zu können, kann das natürlich Fragen aufwerfen. Wobei mir beim Vorlesen aufgefallen ist, das ich mir darüber mehr Gedanken als nötig gemacht habe. Mit Nachfragen sollte man aber auf jeden Fall rechnen und sich schon vorab Gedanken machen, auf welche Weise man diese beantworten möchte.

Generell sind die Kapitel sehr kurz gehalten. Sie vermitteln somit erst einmal nur einen kurzen Überblick. Ich habe keine Geschichte vermisst, bin aber, wie oben bereits erwähnt, auch nicht bibelfest. Im Gegenteil, für mich war total überraschend, welche Anekdoten aus der Bibel stammen und sich zum Beispiel auch in einigen noch heute gebräuchlichen Redewendungen niedergelassen haben.
Die Kapitel bauen nicht oder nur lose aufeinander auf, so dass man das Buch nicht als Vorlese-, sondern eher als Nachschlagewerk ansehen sollte. Es dient dazu einen ersten Überblick über das Alte Testament, sowie das im Neuen Testament geschilderte Leben von Jesus und den Aposteln, zu erlangen. Bei unserer Grundschülerin kam die Kinderbibel jedenfalls sehr gut an. Einige Geschichten, die sie aufgrund der Illustration oder des Titels als zu grausam erachtete, haben wir einfach ausgelassen. Die kann sie mit einigem Abstand dann auch selber lesen.