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mecop

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Insgesamt 155 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Meyer, Kai

Das Antiquariat am alten Friedhof


gut

Für mich der schwächste Band der Reihe

"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes Cover, das einen direkten Wiedererkennungswert bietet. Der Roman ist wie seine Vorgänger mit zwei Zeitebenen angelegt und weist mystische Anleihen auf. Er lässt sich flüssig lesen, die Sprünge zwischen den beiden Zeitebenen sind gelungen und ich konnte der Handlung gut folgen. Die angenehme Länge der einzelnen Kapitel half außerdem dabei.

Die Hauptfiguren des Romans blieben für mich leider etwas blass. Ich konnte manche Entscheidungen und Handlungen nur bedingt nachvollziehen. Zudem wurden einige Schicksale nur am Rand, teilweise in Erzählungen Dritter, angerissen. So fiel es mir schwer, eine richtige Verbindung zu den handelnden Personen aufzubauen.

Weiterhin war für mich der Spannungsbogen in diesem Roman, ungewohnt bei Kai Meyer, relativ flach und ein paar Seiten bzw. Kapitel weniger hätten dem Buch meiner Meinung nach keinen Abbruch getan.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher historischer Roman, der eher etwas für eingefleischte Fans des Autors sein dürfte als für Menschen, die den Autor für sich entdecken möchten. Letzteren empfehle ich die ersten Bände der Reihe.

Bewertung vom 08.01.2026
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


sehr gut

Ergreifende Geschichte

"Lebensbande" ist der erste Roman von Mechtild Borrmann, den ich gelesen habe. Das Cover sagte mir nicht so zu und trifft auch nicht so recht den Kern der Geschichte. Den Inhalt wiederum fand ich ergreifend und berührend.

Der Roman ist sehr gut geschrieben, sodass ich der Handlung schnell folgen konnte und das Buch sehr schnell gelesen hatte. Die Hauptfiguren sind der Autorin sehr authentisch gelungen und ihr Schicksal ließ mich beim Lesen nicht kalt. Borrmann ordnet die Schicksale der drei Frauen gut in den historischen Kontext ein, wobei es mir an manchen Stellen, angesichts der politischen und kriegerischen Umstände, etwas zu "glatt" lief. Was mir ebenfalls nicht ganz so gut gefiel, war, dass manche Geschehnisse im folgenden Kapitel noch mal aus anderer Sicht beschrieben wurden, was für meinen Geschmack unnötige Längen erzeugte. Dennoch ist der Inhalt des Romans wichtig, weil er die Schicksale von Frauen zur damaligen Zeit in den Mittelpunkt rückt und den Wert von Freundschaft und Moral hervorhebt.

Insgesamt ein solider Roman mit wichtigen Themen für Fans von historischen Romanen mit weiblichen Hauptfiguren.

Bewertung vom 02.01.2026
Schröder, Alena

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel


sehr gut

Berührender Abschluss der Jahrhundertgeschichten

"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von Alena Schröder hat ein schönes Cover und passt sehr gut zum Inhalt des Buchs. Ich habe bereits die beiden vorhergehenden Werke der Autorin gelesen, in denen einige der Hauptfiguren ebenfalls vorkommen.

Alena Schröder ist eine sehr begabte Autorin, die es schafft, Emotionen durch Sprache darzustellen und greifbar zu machen. Im vorliegenden Buch erzählt sie in zwei Zeitebenen, die kaum Berührungspunkte miteinander haben, aber beide ihre eigenen, innewohnenden Gefühlswelten aufweisen. Die Nachkriegszeit setzte dabei andere Zwischentöne als die Geschichte, die in Berlin im Jahr 2023 spielt. Mich haben beide daher auch unterschiedlich berührt. Marlen und Wilma waren mir von Beginn an sympathischer als Hannah, die ich beim Lesen nicht selten schütteln wollte, um sie dazu zu bringen, für sich einzustehen. Letztlich konnte ich mich aber dank des gekonnten Sprachstils der Autorin in alle Figuren, ihre Emotionen, Konflikte und Zerrissenheit einfühlen. Der Roman ist berührend, regt zum Nachdenken an und verhandelt, wie bei Alena Schröder üblich, die Rolle der Frau zu unterschiedlichen Zeiten. Das gelingt ihr insgesamt sehr gut, wobei die Nachkriegsgeschichte stärker ist als die von 2023. Ich konnte in beide Erzählstränge sehr gut abtauchen und die Welt um mich her kurzzeitig vergessen. Dank dieser Sogwirkung hatte ich das Buch binnen weniger Tage fertig gelesen.

Insgesamt hat mir "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" gut gefallen, auch wenn mir die beiden Vorgänger noch ein bisschen mehr zusagten. Empfehlenswert für alle, die gerne berührende Romane lesen, in deren Mittelpunkt Frauenfiguren stehen.

Bewertung vom 27.12.2025
Dalitz, Sarah;Johannsen, Anne

Disney Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch! - Erstlesebuch zum Lesenlernen


ausgezeichnet

Perfekt für Erstleser und Fans von Lilo & Stitch

"Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch!" ist ein kleines, aber feines Büchlein für Erstleserinnen und Erstleser mit einem hohen Unterhaltungswert.

Was ich an diesem Buch besonders gelungen finde: Die Texte auf den einzelnen Seiten sind kurz und in einer angenehmen Schriftgröße. Dank der kurzen Sätze lässt sich die Geschichte leicht lesen und die Motivation geht so schnell nicht verloren. Weiterhin gibt es beim Lesen einiges zum Schmunzeln und der Freundschaftscharakter der beiden Hauptfiguren wird gut hervorgehoben. Die dazu passenden Illustrationen unterstreichen den Inhalt der Geschichte perfekt.

Meine Nichte ist sechs Jahre alt und ein großer Stitch-Fan. Das Buch hat sie von vornherein begeistert. Neben der aufregenden Geschichte und der schönen grafischen Gestaltung des Buchs stellen vor allem die Rätsel und die Bilder zum Ausmalen für uns einen echten Gewinn dar. Diese spielerischen Elemente finde ich gerade für Erstleser besonders wichtig, um sie bei der Stange zu halten.

Insgesamt ein tolles Buch für Kinder ab sechs Jahren, die mit dem Lesen beginnen. Das Buch eignet sich ebenfalls gut als Vorlesebuch.

Bewertung vom 07.12.2025
Stern, Anne

Die weiße Nacht


ausgezeichnet

Ungeschönter Nachkriegskrimi

"Die weiße Nacht" von Anne Stern hat nicht nur ein Cover, das mich sofort in den Bann zog, sondern auch eine spannende und interessante Krimihandlung. Ich kannte Anne Stern bereits von den "Hulda Gold"-Romanen, von denen ich einige gelesen habe. Wie "Fräulein Gold" spielt auch dieser Roman in Berlin, aber nicht in den 1920er Jahren, sondern Ende 1946.

Berlin in der Nachkriegszeit liefert an sich schon genügend Stoff für einen Roman, der in diesem Fall noch um einen Kriminalfall ergänzt wird. Dabei gelingt es der Autorin einerseits, die Situation in der zerstörten Stadt sehr gut zu beschreiben (ich konnte den Schnee förmlich unter Lous Schritten knirschen hören) und andererseits, die beiden Hauptfiguren des Romans, einen Polizisten und eine Fotografin, vielschichtig zu charakterisieren. Eine, wie ich finde, gelungene Mischung, die dem Roman eine weitere, durchaus anspruchsvolle Ebene hinzufügt. Hinzu kommt die flüssige Sprache der Autorin, die sich in Kapitel von angenehmer Länger gliedert, sodass ich der Handlung des Romans mühelos folgen konnte.

Insgesamt ein toller Auftakt einer neuen, historischen Krimireihe, der hoffentlich viele weitere Bücher folgen.

Bewertung vom 08.11.2025
Åslund, Sandra

Dann ruhest auch du / Maya Topelius Bd.3


ausgezeichnet

Gelungener Krimi mit gut umgesetztem Thema

"Dann ruhest auch du" von Sandra Åslund ist der dritte und letzte Band der Reihe um die deutsch-schwedische Ermittlerin Maya Topelius. Ich habe Band 1 der Reihe gelesen, Band 2 aber ausgelassen, da mich die Thematik des zweiten Buchs nicht gereizt hatte. Der dritte Band ist für mich ein rundum gelungener Krimi.

Der Krimi ist sehr gut geschrieben, lässt sich flüssig lesen und hält die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht. Besonders gelungen finde ich, dass stets, wenn die Spannung zu verschwinden drohte, wieder ein neuer interessanter Aspekt auftauchte, der mich an die Lektüre fesselte.

Das Ermittlerteam ist außerdem sehr sympathisch und harmoniert sehr gut. Weiterhin nehmen die privaten Verwicklungen weder zu viel noch zu wenig Raum ein.

Der Krimi behandelt zudem ein aktuelles Thema: Rechtsextremismus. Die Thematik wird für meinen Geschmack sehr gut in die Geschichte eingeflochten. Die Autorin verzichtet dabei auf plakative Darstellungen, sondern beleuchtet Aspekte, die zeigen, welch schleichende Bedrohung Extremismus für eine Gesellschaft sein kann.

Für mich ein rundum gelungener Krimi, der jeden Krimiliebhaber erfreuen dürfte.

Bewertung vom 02.11.2025
Ahern, Cecelia

Ein Herz aus Papier und Sternen


ausgezeichnet

Emanzipation durch Erkenntnis

"Ein Herz aus Papier und Sternen" von Cecelia Ahern ist ein berührender Roman, in dessen Zentrum die Emanzipation einer jungen Frau steht.

Pip hatte zwar stets große Träume, aber außer die damit verbundenen Emotionen in Origami-Kunstwerken abzubilden, lebt sie diese nie aus. Der Roman behandelt Pips Leben und damit die problematische Situation, in der sie jahrelang gefangen ist und aus der sie scheinbar auch nicht ausbrechen möchte. Stück für Stück lernt sie dann aber doch, sich selbst zu behaupten. Dies ist für mich die große Stärke des Romans: eine Frau, die buchstäblich ihren Horizont erweitert und sich ihrer selbst ermächtigt.

Insgesamt ein sehr guter, berührender Roman, der neben den Themen Unmündigkeit und Emanzipation auch der Problematik Umweltzerstörung und -verschmutzung Raum gibt, ohne dass die Geschichte überladen wird. Ein Roman, den ich nicht nur Fans von Cecelia Ahern ans Herz legen kann, sondern allen, die ein Buch lesen möchten, das Mut macht, das eigene Leben in die Hand zu nehmen.

Bewertung vom 19.10.2025
Gelfuso, Hayley

Das Buch der verlorenen Stunden


gut

Toller Ansatz, der mich nicht überzeugen konnte

"Das Buch der verlorenen Stunden" ist der Debütroman von Hayley Gelfuso. Die Autorin versucht, in dem Roman die Themen Zeit, Raum, menschliche Verbindungen sowie die Bedeutung von Erinnerung und zeitgeschichtlichen Ereignissen miteinander zu verweben. Ich schreibe bewusst "versucht", weil mich das Buch nicht so ganz überzeugen konnte.

Der Ansatz der Geschichte ist gut und macht neugierig auf die weitere Handlung. Der Roman lässt sich zudem flüssig lesen, was das Vorankommen im Geschehen leicht ermöglicht. Die beiden Hauptfiguren, Lisavet und Amelia, sind interessante Figuren, bei denen mir persönlich aber etwas die Tiefe gefehlt hat. Dementsprechend konnte ich mich nicht besonders gut in die beiden jungen Frauen hineinversetzen.

Die gewählten Zeitebenen im Roman (neben dem zeitlosen Raum) sind mit 1938 und 1965 gut gewählt. Daraus lässt sich zeitgeschichtlich Vieles in die Geschichte mit einbauen. Mir waren die Bezüge auf die Zeitgeschichte irgendwann jedoch ein wenig zu viel. Ich hatte eher auf eine Fantasiewelt abseits der Realität gehofft (als Zuflucht vor allem Negativen) und bin dann doch eher mit einer moralischen Geschichte in den Händen dagesessen. Folglich hat das Buch leider nicht meine Erwartungen erfüllen können. Wer gerne einen Fantasyroman mit starken Bezügen zur Realität lesen möchte, dürfte bei Hayley Gelfuso gut aufgehoben sein. Mich konnte sie leider nicht als Fan gewinnen.

Bewertung vom 17.10.2025
Meyrick, Denzil

Der Tote im Kamin


ausgezeichnet

Britischer Cozy Crime vom Feinsten

"Der Tote im Kamin" von Denzil Meyrick ist ein rundum gelungener britischer Kriminalroman, der alles erfüllt, was ich von Cozy Crime erwarte. Ich kannte den Autor vor der Lektüre nicht und bin deshalb hellauf begeistert, ihn entdeckt zu haben.

Der Roman spielt in den 1950er Jahren in Yorkshire und bietet neben einer speziellen Hauptfigur nicht wenige spezielle Nebencharaktere, die dem Buch seinen besonderen Charme verleihen. Dazu kommt ein kniffeliger Kriminalfall, bei dem die Spannung bis zum Schluss gewahrt bleibt. Gepaart wird das Ganze mit einem angenehmen Schreibstil (bzw. dessen deutscher Übersetzung).

Insgesamt ein Buch, das ich allen Fans von Cozy Crime und/oder britischen Kriminalromanen, die mit einem Augenzwinkern daherkommen, empfehlen kann.

Bewertung vom 06.10.2025
Kaiser, Vea

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels


sehr gut

Faszinierende Geschichte

"Fabula Rasa oder die Königin des Grand Hotels": Solch ein Titel musste mich neugierig machen und so entdeckte ich Vea Kaiser. Eine sehr talentierte Literatin aus Österreich, die mich die letzten Tage mit ihrem 556 Seiten starken Buch unterhielt.

Die Handlung des Romans dreht sich um Angelika Moser; eine Person, die mehr vom Leben will und es sich im Zweifel auch nimmt. Wie auf einer Achterbahn verläuft ihr Leben und so fühlte es sich auch an, dieses Buch zu lesen. Ständig neue Herausforderungen und Probleme, die erst mal gelöst werden müssen. Das Ganze unterhaltsam und flüssig erzählt. Angelikas Gedankenwelt wird hervorragend beschrieben und ich konnte ihre Entscheidungen meist nachvollziehen. Ein Lesevergnügen, das für mich nur im letzten Drittel etwas schwächelte; da waren mir ein paar Längen zu viel.

Insgesamt aber ein unterhaltsamer, spielerischer und leichter Roman für alle Freundinnen und Freunde des kurzweiligen Lesegenusses. Und Menschen, die Fan von Vea Kaiser werden möchten.