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Benutzername: moehawk
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Bewertungen

Insgesamt 10 Bewertungen
Bewertung vom 20.11.2015
Deiner Seele Grab / Kommissar Dühnfort Bd.6
Löhnig, Inge

Deiner Seele Grab / Kommissar Dühnfort Bd.6


ausgezeichnet

Konstantin Dühnfort in seinem sechsten Fall. Der Tino ist mir ja bereits ans Herz gewachsen. Umso mehr, da mir dieser Fall besonders gut gefallen hat. Das Thema ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig und wird allzu oft verdrängt. Wohin mit den Alten und Kranken, den Verwirrten und Einsamen. Gleich mehrere Senioren und ihre teils tragischen Lebensumstände lernt man kennen. Die Zustände der Altenpflege werden in all ihren Facetten aufgezeigt. Aber ein Serienmörder scheint sein Unwesen zu treiben, tötet die alten Menschen und drapiert sie auf ganz eigene Art und Weise. Alles deutet auf ein ungewöhnliches Motiv hin, nur welches. Oder steckt doch schnöder Mammon hinter allem? Schließlichgibt es da von Anfang an noch eine ausländische Putzfrau, die mehr ihm Sinn hat als sauber machen und Betten beziehen. Nebenbei durchsucht sie schon mal Schubladen und Schränke nach Wertvollem oder Bargeld. Allerdings fehlen den Toten nicht sämliche Wertgegenstände sondern die Diskrepanzen sind so versteckt, dass man nicht gleich draufkommt. Gibt es einen Dieb und einen Mörder? Oder ist es ein und der selbe. Gar eine kleine Organisation?
Neben der eigentlichen Krimihandlung besticht Inge Löhnigs Roman wieder durch eine große Palette interessanter Figuren. Neben den altbekannten Ermittlern - Tino und Gina allen voran - gefällt mir vor allem Clara Lenz, die sich mit Engagement und liebevoller Geduld um ihren Vater zu kümmern versucht - ein bisschen allein gelassen von ihren Geschwistern aber ich denke auch, dass das nicht ganz unrealistisch ist. Überhaupt hatte ich das Gefühl, manche Situationen aus privatem Umfeld oder aus Berichten bereits zu kennen. Die Autorin hat sich wieder viel Mühe mit der Recherche gemacht und gut ausbalanciert was Realität ist und Fiktion bleibt. Dühnfort ermittelt wie immer mit Charme und einem guten Gespür für falsche Fährten und kleine Unregelmäßigkeiten. Tatsächlich ist der Fall nicht so schwer zu lösen - für den Leser versteht sich - aber es macht dennoch Spaß dem Kommissar zu folgen. Auch das Privatleben kommt nicht zu kurz und gibt des Figuren weitere Tiefe und Ecken und Kanten.
Lieb war mir natürlich auch das München-Flair. Als gebürtiger Münchner fühlte ich mich wie zuhause, erkannte Plätze und Straßen wieder, meinte auch den bayerischen Charme durchblitzen zu sehen. (Ja, so was gibt es tatsächlich. :-) Volle Punktzahl von mir für diesen Krimi.

Bewertung vom 20.11.2015
Die Frau, die nie fror
Elo, Elisabeth

Die Frau, die nie fror


ausgezeichnet

Die Geschichte kommt im gemächlichen Tempo einher. Dies passt aber ganz gut zum nordischen Ambiente, zur Kälte und zu den Geheimnissen, die die eigenwillige Heldin Pirio zu lösen versucht. Erst ganz allmählich erkennt sie, dass es überhaupt Ungereimtheiten gibt bei dem Schiffsunglück, welches sie zu einer kurzzeitigen Prominenten machte, da sie stundenlang im Eiswasser überlebt hat, während der Kapitän und guter Freund gestorben ist. Auch um den Hinterbliebenen, Freundin Thomasine und deren Sohn Noah zu helfen, macht Pirio sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich hatte das Gefühl, der Weg ist das Ziel. Die Langsamkeit, lange Gespräche, forschen in Gefühlen und der eigenen Vergangenheit machen große Teile des Romans aus, der nicht unbedingt ins Thriller-Genre passt. Freilich zieht das Tempo am Schluss an und wird durchaus spannend. Aber man sollte nicht mit einem Nesbo oder Kepler rechnen. Dennoch habe ich mich durchaus gut unterhalten gefühlt. Ich mag es freilich auch, wenn im Winter meine Bücher von Kälte und Schnee handeln - freilich während ich auf der warmen Couch sitze.

Ein Erstling, der Leuten gefallen könnte, die Smilla mochten und auch etwas für ruhigere Geschichten übrig haben. Als Fan guter Dialoge wurde ich besonders gut zufriedengestellt. Pirio reiht sich durchaus in die Reihe der interessanten Heldinnen ala Salander ein - allerdings weniger durch ihre Kampfkraft als durch ihr starkes und doch innerlich zerrissenes Wesen.

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Bewertung vom 20.11.2015
Empfindliche Wahrheit
Le Carré, John

Empfindliche Wahrheit


ausgezeichnet

In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er wirkelt in ein Fall von weltumspannenden Ausmaßen und er ist nicht der einzige, der sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht, nein welche Seite überhaupt die Richtige ist und wie weit Geheimdienste überhaupt gehen dürfen.

John le Carré versteht es einfach, einen spannenden und gleichzeitig klugen Spionagethriller zu schreiben, der alle Inkredenzien hat, die ein guter Roman dieses Genres braucht. Helden, in diesem Fall mehr als einen, die facettenreich und mit ein paar Grauschattierungen geschildert werden. Einen geheimen Spionagefall, der nicht nach Plan verläuft und droht an die Öffentlichkeit zu geraten. Verschiedene politische und geheimdiensttechnische Parteien, die nicht alle am selben Strang ziehen. Jede Menge Geheimnisse und Bedrohungen. Und die Frage nach der Moral und der persönlichen Schmerzgrenze der Beteiligten. Ach ja, und ein großes Maß an Aktualität und versteckten tatsächlichen Geschehnissen im Gewand einer Geschichte des Altmeisters.

Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen. Keine Seite habe ich mich nicht ugt unterhalten gefühlt. In diesem Roman von le Carré kommt vor allem seine Ironie und sein Sarkasmus voll zur Geltung und entlockt dem Leser trotz allen Dramas immer wieder ein Schmunzeln. Weniger blutige Aktion als vielmehr psychologischer Suspence zeichnen das Buch aus und lassen keine Zeit zum Verschnaufen.
Wer einen intelligent gestrickten Spionageroman sucht, in dem es nicht nur Schwarz und Weiß sondern jede Menge Grautöne gibt und die Guten nicht nur Gutes tun aber immer noch besser sind als die vermeintlich Bösen, der ist hier genau richtig. Le Carré ist sicherlich nicht mehr der Jüngst, soviel ich weiß. Aber die Altersweisheit und die Ruhe tuen diesem Genre wirklich gut.
Volle Punktzahl von mir.

Bewertung vom 20.11.2015
Der Fluch des Sündenbuchs
Maly, Beate

Der Fluch des Sündenbuchs


ausgezeichnet

Ich habe leider den Vorgänger dieses Buches nicht gelesen. Vieles wird im Buch nochmals erwähnt aber ich liebäugle damit, es mir nachträglich noch zu besorgen, weil mir dieser zweite Teil so gut gefallen hat.

Eigentlich ist die Quintessenz dieses Buches eine abenteuerliche Schatzsuche, die die dreiHauptaktuere Jana, Conrad und Richard nach Südamerika führt, wor das sagenumwobene El Dorado liegen soll. Zwei Schatzkarten sollen den richtigen Weg weisen.Man vermutet dort unglaublich viel Gold und andere Schätze. Beide Parteien sind mit Eifer bei der Sache, haben mal Glück mal Pech. Das erinnert etwas an Indiana Jones oder die eigene Kindheit. Aber es hat Spaß gemacht dabei zu sein, wenn Piraten Janas Schiff überfallen und sie entführen, wenn Conrad mit Hilfe eines Sklaven fliehen kann, wenn die Liebenden sich widerfinden und gemeinsam durch den Dschungel und in neue gefährliche Situationen tappen. Kirchliche Verfolger gibt es auch - wie immer ist die Kirche für ein paar ekelhafte Gestalten und Szenen - auch mit den Eingeborenen zu haben. Überhaupt gibt es einige Klischees und konventionelle Geschehnisse, wie in vielen Histos. Aber mich stört so was nicht wirklich, denn die Leute waren mir gleich sehr symphathisch und Beate Maly schreibt mit lockerem Plauderton und sehr angenehm zu lesen.

Vom Ende will ich nichts verraten, denn die Schnitzeljagd hat noch ein zwei Höhepunkte, die richtig Spaß gemacht haben. Ich habe das Buch wirklich sehr schnell ausgelesen, was immer ein gutes Zeichen ist.

Bewertung vom 26.10.2015
Die Burg der Könige
Pötzsch, Oliver

Die Burg der Könige


ausgezeichnet

1524. Rund um den Trifels war alles schon mal besser. Hier wohnten schon Könige und dem Volk ging es gut. Doch nach strengen Wintern, schlechten Sommern und dank der gierigen Obrigkeit, die die niederen Stände zu schröpfen versteht, hungert die Menschen und immer mehr werden in den hochherrschaftlichen Wäldern erwischt, wie sie durch Wildern an Nahrung kommen wollen. Zwangsläufig kommt es bald zum öffentlich geäußerten Unmut und dann zu den Bauernkriegen.
In diese Kämpfe und Zwistigkeiten werden auch Agnes und Mathis verwickelt. Zwei, die sich schon von Jugend an kennen und inzwischen auch lieben obwohl sie eigentlich durch Standesunterschiede getrennt sein sollten. Doch so einfach macht es der Autor den beiden natürlich nicht. Die Ereignisse reissen die zwei erst mal auseinander und es dauert eine Weile, bis sie wieder gemeinsam nach einer Lösung aller Probleme suchen dürfen.
In Pötzsch` neuem Roman wird wieder geliebt und gestorben, geflucht und gefrotzelt, gefochten und versöhnt was das Zeug hält. Eingewoben in historische Fakten und Daten wird eine lebendige und spannende Geschichte, in der einige Rätsel zu lösen und einige Feinde zu besiegen sind. Nicht alles ist so wie es erst scheint und nicht wenige sind vor allem Agnes schlecht gesonnen.
Nach 900 Seiten habe ich das Buch zufrieden und um einige interessante Geschichteserkenntnis reicher geschlossen. Weiter so Herr Pötzsch.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.10.2015
Die Champagnerkönigin / Jahrhundertwind-Trilogie Bd.2
Durst-Benning, Petra

Die Champagnerkönigin / Jahrhundertwind-Trilogie Bd.2


sehr gut

Ich habe auch den Vorgängerroman gelesen, in dem es neben der Entwicklung dreier junger Mädchen vor allem um den Aufbruch in die neue Zeit des Fortschritts und die Anfänge des Fahrrads ging.
Im Zweiten Band kommt das Rad auch noch vor, da Isabelles erster Mann Leon ein leidenschaftlicher Radsportler ist und auch dort bei einem Unfall ums Leben kommt.
Aber vor allem geht es um Isabells Entwicklung zur selbstständigen jungen Frau und Unternehmerin und um ein Weingut in der Champagne und alles was darum herum zu tun und lassen ist.
Der Roman lässt sich flüssig und schnell lesen. Gefallen hat mir vor allem, dass es jede Menge geschichtliche Infos und Hintergrundwissen gibt.
Manchmal fand ich den Roman etwas vorhersehbar bzw. die Schicksalsschläge für die Protagonistin klischeehaft. Z.B. Gerade als sie schwanger ist und ihrem Mann davon erzählen will, hat dieser einen tödlichen Unfall. Aber Isabell war mir symphatisch, so habe ich darüber gerne hinweg gelesen. Ihr Entwicklung vom naiven Frauchen zur tuffen Geschäftsfrau hat Spaß gemacht mitzuerleben und war durchaus glaubwürdig.
Betonen möchte ich auch, wie toll ich das Cover wieder finde. So schön wie das vom ersten Teil HC.

Bewertung vom 26.10.2015
Ronin. Das Buch der Vergeltung (eBook, ePUB)
Kirk, David

Ronin. Das Buch der Vergeltung (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

IN dem Buch Ronin wird von Leben des Samurai Munisai erzählt und seinem klugen ehrenvollen Charakter, der ihn zum fähigen Heerführer aber auch zum treuen Gefolgsmann macht, der im Dienen und in der Ehre des Samuari seine höchsten Fähigkeiten sieht. Die Beschreibung des freiwilligen Selbstmordes eines Kindes, dessen Vater eine Schlacht verloren hat ist erschütternd aber auch hochinteressant, da sie sofort einen tiefen Blick in die verzwickten Ehrbegriffe der Samurai-Kaste gibt und erkennen lässt, wie fremd und stringent das Denken in dieser Kultur doch ist. Leider macht Munisai sich einen Fürstensohn zum Feind. Weit entfernt von all dem wartet seit vielen Jahren sein halbwüchsiger Sohn auf seine Rückkehr. Der Sohn fürchtet den Vater, der Vater verachtet den Sohn. .
Als Munisai später stellvertretend für seinen Sohn sterben muss schwört dieser Rache.

Das Buch ist sehr gehaltvoll, macht großen Spaß zu lesen und vermittelt dabei eindringlich das Leben der damaligen Samurai mit ihrer komplizierten Kultur und ihrem hohen Ehrenkodex. Der anspruchsvollen Schreibstil und das spannende Thema Samurai, welches mich schon immer sehr interessiert, tuen ihr übriges. Gute Bücher in diesem Genre sind dünn gesät und deshalb habe ich mich doppelt gefreut gewonnen zu haben und dann von der Leseprobe nicht getäuscht worden zu sein. Bennosuke ist mir mit seiner fremden Denkweise ans Herz gewachsen, ich habe interessiert seine Ausbildung verfolgt und mit ihm gebangt und gezürnt. Ein schönes Buch für Interessierte dieses exotischen Genres.

Bewertung vom 26.10.2015
Die dunklen Gassen des Himmels / Bobby Dollar Bd.1
Williams, Tad

Die dunklen Gassen des Himmels / Bobby Dollar Bd.1


sehr gut

Bobby Dollar ist ein ganzer Kerl, er trinkt und flucht, er macht gallige Witze auch in gefährlichen Situationen, er ist schlau und gewitzt und entkommt auch den ärgsten Verfolger immer wieder im letzten Augenblick. Bobby könnte ein symphatischer Gauner sein, oder ein Privatschnüffler vom alten Schlag. Aber nein. Bobby ist eines jener Wesen, die man bis jetzt für ätherisch, wunderschön und rein hielt. Bobby ist ein Engel. Aber einer von der neuen coolen Sorte. Einer, der versucht, als Adokat der Toten die Seelen vor der Hölle zu bewahren. Ein anstrengender Job, den er in seinem menschlichen Leihkörper ziemlich gut bewältigt, bis plötzlich seltsame Dinge zwischen Himmel und Hölle passieren. Seelen verschwinden, Dämonen jagen ihn und ein Unsterblicher wird getötet. Also eine neue und durchaus spannende Geschichte.
Aber - mich hat der flapsige Ton schon etwas gestört. Ich bin da etwas eigen. Mag auch keine lustigen Krimis. Manchmal hat es mich also genervt, wenn wieder ein dummer Spruch kam - ja wenn ich sogar direkt von Bobby angesprochen wurde - als Leser. Das fand ich unpassend für einen solchen Roman, aber der Autor wollte wohl in mehrerlei Hinsicht einen neuen Ton finden.
Positiv fand ich, dass auch die Nebencharakter gut beschrieben und interessant waren und dass der Plot relativ abgeschlossen ist, man muss also den nächsten Band nicht unbedingt lesen, weil einen ein Cliffhanger quält. Wenn ich eine günstige Gelegenheit bekomme, werde ich aber auch die Fortsetzung sicherlich lesen. Allerdings hat es meinen Geschmack nicht zu 100 % getroffen

Bewertung vom 26.10.2015
Allerheiligen / Kommissar Bernward Bd.1
Dübell, Richard

Allerheiligen / Kommissar Bernward Bd.1


ausgezeichnet

Es handelt sich hier um den ersten Teil einer neuen Krimireihe angesiedelt im bayerischen Landshut und erzählt vom bisher durch Histo-Romane bekannten Autor Richard Dübell. Da ich seine Histo-Krimis teilweise gelesen habe, fand ich es charmant, dass der neue Kommissar ein Nachfolger des historischen "Ermittlers" ist, auch wenn er diesen natürlich nicht kennt und seinem Vater nicht ganz glauben will, dass es ihn in dieser Form tatsächlich gab. So ist dieser kleine Kniff im Setting ein kleines Zuckerl für Kenner von Dübellromanen und macht den Helden gleich symphatisch. Überhaupt ist dies das hervorstechendste Merkmal dieses Regional-Krimis - die durchgängig liebenswerten Charaktere der Hauptdarsteller und ihr freundschaftlich-witziger Umgangston, der mich einige Male zum Schmunzeln brachte.
Es war also kein Krimi zum Nägelkauen auch wenn durchaus spannende kinoreif erzählte Szenen vorkamen, sondern einer zum Entspannen und Zurücklehnen. Die geschichtlichen Elemente waren mal was anderes wie in anderen Krimis, der Rahmen war nicht aufdringlich Regional - bis auf die Dame von drüben rüber und ihr Dialekt.
Für meinen Geschmack hätte er dramaturgisch ruhig noch ein bisserl anziehen dürfen - wenn man bedenkt, dass der Anfang des Buches mit der blutigen Geiselnahme schon recht gut war ist hier ja das nötige erzählerische Potential vorhanden.
Das Buch hat großen Spaß gemacht zu lesen und Dübell braucht sich wirklich nicht vor den anderen deutschen Krimiautoren zu verstecken.