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Benutzername: FranzysBuchsalon
Wohnort: Hessen
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Bewertungen

Insgesamt 54 Bewertungen
Bewertung vom 23.09.2019
Lesbische Liebe   Erotische Geschichten
Rose, Holly

Lesbische Liebe Erotische Geschichten


schlecht

Positiv
Eigentlich kann ich leider nur eine Sache positiv werten: In allen Geschichten werden die Sexszenen sehr gut beschrieben.

Negativ
Leider konnte ich mehr negative Punkte finden, als positive.
Wenn ich Bücher mit einzelnen Geschichten lese, mache ich mir immer zu jeder Geschichte gesondert Notizen. So ist es für mich einfacher die positiven und negativen Aspekte genauer beschreiben zu können. Außerdem hatte ich es nun schon öfter, dass mir eine Geschichte gar nicht gefiel, eine andere aber dafür umso mehr. Um dann nicht am Ende hier zu sitzen und vielleicht schlechter zu bewerten, da ich eine nicht ganz so gute Geschichte im Kopf verankert habe, gehe ich mit meinen Notizen dann nochmal jede Geschichte durch. Bei diesem Buch sind die Notizen allerdings bei jeder Geschichte gleich. Unrealistisch. Blödes Ende. Immer wieder das gleiche Vorgehen. Immer wieder das Wort Möse, das ich gar nicht leiden kann. Diese Punkte haben mir dann leider das gesamte Buch madig gemacht. Es war öde und langweilig - man wusste eh wie der Sex ablaufen wird. Wie in der Geschichte davor und in der davor und davor...

Fazit
Ich kann mir vorstellen, dass diese Geschichten bei einigen Lesern positiv ankommen. Bei mir leider nicht. Vielleicht hätte ich zwischen jeder Geschichte eine Woche vergehen lassen sollen, dann wäre mir womöglich nicht aufgefallen, dass die Sexszenen immer gleich sind. Wobei dann ja trotzdem noch die Punkte der mangelnden Realität und den blöden Enden bliebe.
Ich persönlich würde das Buch nicht empfehlen, aber auch nicht davon abraten. In diesem Fall zeigt sich mal wieder, dass die Geschmäcker eben doch verschieden sind.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.09.2019
Die sexuellen Gefälligkeiten der Lady Julie   Erotischer Roman
Söllner, Johanna

Die sexuellen Gefälligkeiten der Lady Julie Erotischer Roman


gut

Positiv
Ein erotischer Roman steht und fällt mit seiner Wortwahl und den Beschreibungen. Die sexuellen Akte empfand ich in dieser Geschichte als wirklich gut beschrieben. Das kann tatsächlich nicht jeder so einfach - ich habe selbst mal etwas mit einer erotischen Handlung geschrieben, ich weiß wovon ich rede ^^ Frau Söllner aber macht das gut. Die Szenen sind erotisch, aber nicht zu platt.
Gut gefallen hat mir auch, dass sie einen Mix aus Umschreibungen und klaren Benennungen genutzt hat. So ist es mal die Liebesgrotte, aber dann auch wieder die F-tze. Ich bin prinzipiell eher dafür die Dinge beim Namen zu nennen, aber es passt leider nicht immer in dem Moment in die Story. Allerdings bin ich auch dagegen nur sehr fantasievolle und oftmals lächerliche Umschreibungen zu nutzen. Die Mischung macht's.
Auch wenn der erste Sex nicht lange aUf sich warten lässt und es (natürlich) immer mal wieder dazu kommt, hat dieses Buch eine Handlung, die von vorne bis hinten durchgezogen wird.

Negativ
Leider wurde ich mit Julie nicht so richtig warm. Auf der einen Seite war sie so abgeklärt und intelligent, aber auf der anderen Seite auch naiv und arrogant. So wandert sie zum Beispiel mit wehendem rotem Haar in Jerusalem auf den Tempelberg. Sie wurde noch gewarnt und eigentlich hätte ihr klar sein müssen, dass das Konsequenzen nach sich ziehen wird, doch sie macht es trotzdem ohne Rücksicht auf Verluste. Im 19. Jahrhundert hatten Frauen sowieso nicht so viel zu melden und dann auch noch wie eine Prinzessin auf ein Heiligtum zu spazieren - wie kommt man bitte auf so eine Idee? Sie kann dann auch nicht so recht begreifen, dass eine Gruppe Männer dafür ihren Tod fordert.
Zwischendrin fand ich die Wortwahl vor dem historischen Hintergrund ein bisschen unpassend. Ich bezweifle doch stark, dass 1871 bereits von einer "Shopping-Tour" gesprochen wurde - um mal ein Beispiel zu nennen.
Wie immer bei erotischen Geschichten, kann es passieren, dass man mit den Bezeichnungen nicht immer den Geschmack jedes Lesers trifft. Manche Worte mochte ich einfach nicht, andere fand ich richtiggehend eklig (und ich bin wirklich nicht prüde).

Fazit
Ein ganz netter erotischer Roman, den man gelesen haben kann, aber nicht zwingend muss.

Bewertung vom 22.09.2019
Duo Dominant - wie werde ich eine Domina?   Erotischer SM-Roman
Fox, Carrie

Duo Dominant - wie werde ich eine Domina? Erotischer SM-Roman


sehr gut

Positiv
Wirklich gut gefallen hat mir, dass sich die Protagonistin Emma selbst hinterfragt und sich ändern möchte. Viel zu häufig werden die Charaktere als zu perfekt und zu rund dargestellt. Da fehlen Ecken und Kanten um diese fiktiven Personen etwas realistischer wirken zu lassen. Emma weiß, dass sie so nicht auf Dauer weitermachen kann. Eine Bekanntschaft nach der anderen, bei der es nur um Sex geht. Keine Namen, keine Gesichter, einfach nur der Akt an sich. Das geht mal eine Weile, aber es ist eben einfach nicht die Erfüllung.
Ich habe schon einige erotische Romane gelesen, die in Richtung SM gingen. Oftmals wird dabei ein gewisses Maß an "Erfahrung" (zumindest theoretisch) vorausgesetzt. Hier aber wird dem Leser alles ganz genau erklärt und gesagt warum dieses oder jenes so gehandhabt wird und warum es für jemanden zum Beispiel erotisch sein kann, eine Maske zu tragen. Für mich persönlich hätte es das nicht gebraucht, aber für "Neueinsteiger" in dieses Genre ist das sicherlich sehr aufschlussreich und dadurch auch um einiges verständlicher.

Negativ
Habe ich eben noch Emmas Ecken und Kanten gelobt, muss ich mir hier nun quasi widersprechen. Was die sexuellen Handlungen betrifft, ist sie mir nämlich leider etwas zu toll und perfekt. ALLE Männer wollen sie und sie weiß natürlich ganz genau was sie machen, wie sie sich bewegen oder schauen muss, damit alle direkt schon eine Errektion haben. Das war mir dann doch etwas zu viel des Guten.
Ein weiterer Negativpunkt ist für mich das Ende. Da hätte ich mir einfach etwas anderes gewünscht.

Besonderheit
Ich kritisiere bei erotischen Romanen ganz oft, dass leider kein Wert auf Safer Sex gelegt wird. Oftmals wird das dann mit der mangelnden Erotik begründet - Tripper (oder schlimmere Krankheiten) oder eine Schwangerschaft nach Gruppensex fände ich persönlich dann doch etwas unerotischer als ein Kondom.
Aus diesem Grund möchte ich hier als Besonderheit betonen, dass ganz selbstverständlich Kondome benutzt werden ohne viel Aufhebens darum zu machen. Da fließt dann einfach ganz nebenbei ein, dass ein Kondom gewechselt oder entfernt wird und fertig. Kein Tam-Tam, keine zerstörte Erotik, aber Schutz vor allen Eventualitäten. Super!

Bewertung vom 10.02.2019
Sinful Queen / Sinful Trilogie Bd.2
March, Meghan

Sinful Queen / Sinful Trilogie Bd.2


sehr gut

Wer nach dem ersten Teil so schlau war direkt die Leseprobe von Band 2 zu lesen um den Cliffhanger vom Vorgänger zu umgehen, wird schnell gemerkt haben, dass es leider nicht direkt anknüpft. Das war nämlich auch meine Taktik - die ging nur leider nicht ganz auf.

Der Start des neuen Bandes spielt sich nämlich 30 Jahre in der Vegangenheit ab. Ziemlich schnell wird klar, dass nun Lachlans Leben aufgerollt wird und wir nun endlich mehr über ihn erfahren, nachdem der erste Teil fast ausschließlich Keira gewidmet wurde.

Ich durfte sowohl den ersten, als auch den zweiten Teil vorab in einer Leserunde lesen. Zu Band 1 wurden sehr viele Theorien und Vermutungen geäußert, die ich stellenweise als etwas merkwürdig und abghoben empfunden habe. Eine der Theorien stimmte aber, wie man noch in ersten Teil festestellen konnte. Keiras toter Mann Brett ist gar nicht so tot und steht plötzlich vor ihrer Tür. Dieser Gedanke war für mich einfach zu abgespaced, aber die anderen Damen hatten eben doch recht. Die Geschichte um Bretts nicht ganz so endgültigen Tod wurde aber leider sehr schnell abgehandelt. Hier hätte man so viel mehr rausholen können! Da wäre locker flockig Stoff für zusätzliche 30 Seiten gewesen (wenn nicht mehr). Ich weiß nicht, ob es der Autorin nicht so wichtig war, da es ihr mehr um Keira und Lachlan ging, oder ob möglicherweise der Originalverlag weniger Seiten wollte und sie es kürzen musste. Es ist aber definitiv schade, dass nicht mehr draus gemacht wurde.

Ich bin kein guter Mann. Meine Seele ist schwarz. Mein Herz aus Stein. Mein Ruf ist keine Legende und kein Mythos, sondern eine Ansammlung von Tatsachen.
(Seite 21)

In Teil 1 hat sie mich schon irgendwie genervt und in diesem Buch ist sie fast vollständig verschwunden. Magnolia. Aus einem Nebencharakter wurde eine Randfigur mit nur noch 2 (?) Auftritten - ich weiß die Anzahl schon gar nicht mehr genau. Ich persönlich bräuchte sie im dritten Band dann nicht mehr. Von mir aus kann sie einfach ganz weg bleiben...eine Freundin ist sie Keira sowieso nicht.

Wem Sinful King zu sexlastig war, der kann sich freuen. Dieses Buch enthält deutlich weniger davon und insgesamt wird es gefühlvoller. Das finde ich ziemlich schade muss ich gestehen. Ich hatte ja zu Beginn der Trilogie drauf gehofft, dass es mehr Sex und weniger Gefühl ist, beziehungsweise es eben um Körperlichkeiten und nicht so viel Herz geht. Was das betrifft wurde ich aber schnell enttäuscht. Eine Mitstreiterin der Leserunde und ich waren uns einig...Wenn sie zum Schluss heiraten sollten und ein Baby machen, brechen wir ins Buch.

Auch das Ende lässt den Leser wieder mit einem Cliffhanger zurück. Irgendwie war es klar, dass es zu so einem Ende kommt, aber ich hätte mir irgendwie doch etwas anderes gewünscht. Nun warte ich ganz gespannt auf den finalen Band, denn auch wenn ich nicht immer mit allem so zufrieden war, will ich doch wissen wie es ausgeht.

Fazit
Auch dieser Teil ist wie sein Vorgänger recht genretypisch kitschig und klischeehaft. Das muss aber nichts schlechtes sein. Wem der Sex zu viel und die Gefühle zu wenig waren, kommt im zweiten Band definitiv auf seine Kosten!

Bewertung vom 06.01.2019
Sinful King / Sinful Trilogie Bd.1
March, Meghan

Sinful King / Sinful Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Ich weiß gar nicht wo genau ich anfangen soll...bei dem irrsinnig guten Schreibstil, der den Leser durch die Seiten zieht? Den gekonnt ausgewählten Figuren, die alle auf ihre Weise in die Geschichte passen? Oder bei den wirklich heißen erotischen Passagen, durch die das Buch fast Feuer fängt?

Ich mochte Keira sehr gerne. Sie ist eine starke unabhängige Frau, die alles tut um ihr Familienerbe zu erhalten und zu neuer Größe zu verhelfen. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck und trägt es auch manchmal auf der Zunge, was die ein oder andere Situation wirklich sehr amüsant gestaltet. Auch die von ihr durchgemachte Wandlung finde ich sehr realistisch beschrieben und gut auf den Punkt gebracht.

Über Lachlan Mount erfährt man im ersten Band noch nicht so arg viel. Aber er sieht gut aus, ist mysteriös, böse und verdammt sexy. Mehr muss ich wohl nicht dazu sagen - ich bin sein Fan!

Dieses Buch sollte nur von Menschen gelesen werden, die richtige SM/BDSM-Geschichten vertragen. Auch wenn immer wieder Vergleiche damit gezogen werden, hat dieses Buch nichts mit 50 Shades of Grey zu tun! Wer Romantik und die große Liebe sucht, sollte sich lieber einen Liebesroman kaufen und einen Bogen um erotische Romane machen. Bücher schlecht zu bewerten, weil man sich selbst das falsche Genre ausgesucht hat, ist nicht fair.


Meine vollständige Rezension findet ihr auf: www.franzysbuchsalon.blogspot.com

Bewertung vom 13.12.2018
Eine sinnliche Lady (eBook, ePUB)
Bergström, Paula

Eine sinnliche Lady (eBook, ePUB)


weniger gut

Angelockt wurde ich von dem Cover - was ich wirklich entzückend finde - und auch der Klappentext klang vielversprechend. Ehrlich gesagt, habe ich mich sonst nicht weiter über das Buch informiert...vermutlich hätte ich mich dann nicht drum beworben. Sowohl die sehr geringe Seitenanzahl und die ersten Sätze der Leseprobe hätten mich sicherlich "abgeschreckt".
Damit man mich nicht falsch versteht, ich lese gerne mal dünne Bücher oder kurze Geschichten. Es müssen nicht immer dicke Wälzer sein. Aber bei der Story, die im Klappentext angekündigt wurde, hätte ich doch mehr Seiten (um die 300 vielleicht) erwartet. Die Grundidee bietet so viele Möglichkeiten. Doch das Leben ist kein Wunschkonzert und ich musste nehmen, was ich bekam.

Es hat mich nicht gestört, dass die ganze Sache fast 1:1 vorhersehbar ist. Das ist es bei Liebesromanen häufig und sollte jedem klar sein, der solch ein Buch zur Hand nimmt. Aber dass sich einfach alles überschlägt und die Handlung mit einem Wimpernschlag durch ist - das ist nicht so ganz mein Fall.
Es gab einfach Momente, in denen ich mir ein bisschen mehr Informationen gewünscht hätte. Mit ein paar Extraseiten hätten Übergänge geschaffen werden können, um das ganze etwas echter wirken zu lassen und den Leser nicht vor Tatsachen zu setzen ohne zu wissen wie es im Endeffekt dazu kam oder wodurch es ausgelöst wurde.

Fazit
Diese Geschichte ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Mit ein paar mehr Seiten hätte eine tolle Story gesponnen werden können, denn die Möglichkeiten waren absolut vorhanden.

Für eine zu überbrückende Zug- oder Busfahrt kann es genau das Richtige sein, wenn man nicht zu viel erwartet. Die Geschichte ist schnell gelesen, aber auch schnell wieder vergessen.

Bewertung vom 01.12.2017
Die Ausersehene / The Chosen One Bd.1 (eBook, ePUB)
May, Isabell

Die Ausersehene / The Chosen One Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Ich habe dieses Jahr die Reihe "Das Juwel" von Amy Ewing gelesen, welche ich wirklich fabelhaft fand. Die Beschreibung der Reihe von Isabell May erinnerte mich an diese Geschichte und ich begann mit großem Elan. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass man schnell voran kommt und die Seiten zügig weiterblättert. Allerdings ist der Schreibstil in meinen Augen noch nicht gänzlich ausgereift. Die Dopplungen und Wiederholungen (stellenweise innerhalb eines Satzes), stören mich persönlich beim Lesen einfach. Um ein Beispiel dafür zu geben, habe ich ein Zitat rausgesucht.

"Es gib doch auch keinen Grund, warum wir uns für mehr interessieren sollten, nicht wahr? Wir haben hier doch alles, was wir brauchen. Und es hat doch auch einen guten Grund, warum man nicht in ferne Länder reisen darf. Niemand soll Krankheiten aus fernen Ländern einschleppen, damit nie wieder so etwas geschieht wie damals." (Position 463-465)

Zu Beginn mochte ich Skadi. Auch wenn andere Teilnehmer der Leserunde sie sofort als naiv und weltfremd abstempelten, gefiel mir ihre nette, freundliche Art und dafür, dass sie so lange im "goldenen Käfig" gelebt hat, fand ich sie doch recht selbstständig und auch vorausschauend. Dies änderte sich allerdings im Laufe der Geschichte. Für meinen Geschmack hat sie mit der Zeit einige Schritte zurück gemacht. Plötzlich war sie ständig in Gefahren, aus denen sie sich nicht selbst heraushelfen konnte, musste dauernd "gerettet" werden und wurde von Seite zu Seite (dann auch für mich) naiver und unselbstständiger. Ich weiß nicht, warum die Autorin aus einer selbstbestimmenden jungen Frau eine dümmliche, unfähige Trulla machen musste, die ohne "Männer" nicht mehr hätte überleben können.
Damit wäre ich an einem Punkt, der mir ebenfalls nicht so gut gefallen hat. Im Klappentext erfährt man, dass Skadi 17 Jahre alt ist. Ich muss gesetehen, dass ich nicht mehr weiß, ob es nicht gesagt wurde oder ich es übersehen/vergessen habe, wie alt die anderen Charaktere sind. Ganz besonders geht es mir dabei um die "Männer" Finn und Jaro. Während Finn oftmals wirkt wie kurz vor der Pubertät und dem Stimmbruch, hatte ich häufig den Eindruck, dass Jaro um die 30 (oder älter) sein könnte. Da aber beide romantische Gefühle für Skadi entwickeln, finde ich das etwas unpassend.

"Das rote Kleid, die wahnsinnig langen Haare, und...Nimm es mir nicht übel, aber ein wenig weltfremd wirkst du auch. Du bist doch nicht etwa eine Ausersehene?" (Position 995-996)

Nachdem mir Skadi dann nicht mehr so sympathisch war, gab es eigentlich nur einen Charakter, der mich interessierte. Jaro. Wahrscheinlich lag es allerdings daran, dass er um seine Person, seine Vergangenheit und allem was dazugehört ein riesen Geheimnis macht. Er erfüllt dieses typische Klischee von einem einsamen Wolf, der für sein Rudel nur das Beste will, aber sich nichts anderes gönnt als Selbstgeißelung. So etwas macht automatisch interessant und zieht die Frauen an ^^

Viele Charaktere bleiben sehr blass und wirken dadurch schnell uninteressant. Da es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, hat sich die Autorin einige Informationen vielleicht für die folgenden Bände aufgehoben. Allerdings reicht das nicht um mich zu ködern, weswegen ich weitere Teile vermutlich nicht lesen werde.

Isabell May begleitete die Leserunde und sagte, dass sie (sinngemäß) relativ unsortiert und ungeplant an diese Geschichte rangegangen sei. Meiner Meinung nach merkt man das deutlich. Es gibt einige Stellen, die sicher besser gewesen wären, wenn man sie infach noch ein paar Mal gedanklich durchgespielt und anders geplant hätte.

Insgesamt kam die Spannung leider etwas zu kurz und eher unwichtige Geschichten wurden unnötig künstlich in die Länge gezogen.

Bewertung vom 09.10.2017
Love & Gelato
Welch, Jenna Evans

Love & Gelato


ausgezeichnet

Anfang
Ihr hattet doch auch schon mal schlechte Tage, oder? Ihr wisst schon, solche, an denen der Wecker nicht funktioniert, der Toast praktisch Feuer fängt und euch viel zu spät einfällt, dass eue Klamotten alle triefnass in der Waschmaschine liegen.

Meine Meinung
Lina steht vor einem Scherbenhaufen, der sich ihr Leben nennt. Ihre Mutter ist schwer krank und beide wissen: Sie wird bald sterben. Plötzlich beginnt sie von einem ominösen Freund aus der Vergangenheit zu erzählen, von dem Lina noch nie gehört hat. Howard. Ein Amerikaner, der seit Ewigkeiten in Italien lebt und mit dem Linas Mutter scheinbar den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht hat. Bevor Linas Mutter stirbt, nimmt sie ihrer Tochter noch ein Versprechen ab. Sie wird zu Howard fahren um ebenfalls die Chance auf einen ganz besonderen Sommer mit Love & Gelato zu bekommen.

Dieses Buch ist einfach nur wunderschön!

Aufgrund des Covers und des Titels habe ich eine kleine, feine Teenager-First Love-Schnulze erwartet, die etwas zu zuckrig, aber genau richtig für den Sommer ist. Bekommen habe ich etwas völlig anderes, was aber absolut von Vorteil war! Dieses Buch hat viel mehr Tiefe, als ich ihm zu Beginn zugetraut hätte.

Lina ist kein typisches US-Cheerleader-Highschool-Mädchen, das nach Italien reist, sich Hals über Kopf verliebt und dann den halben Tag Eis schleckt. Sie kommt in Italien an und bringt ein großes Päckchen an Emotionen mit. Auch wenn sie nicht introvertiert oder schüchtern ist, verschließt sie sich und will zu Beginn nicht zu viel preisgeben. Und obwohl sie sich vornimmt Italien doof zu finden und so schnell wie möglich wieder in die USA zu reisen, findet sie Freunde und einen Vater, den sie nie gekannt hat.

Die Idee, das Tagebuch der Mutter in die Geschichte einzubauen, hat mir sehr gut gefallen. Durch diese kleinen Flashbacks erhält der Leser einen guten Eindruck davon, was vor so vielen Jahren in Italien passiert ist. Die Erlebnisse ihrer Mutter sind es auch, die Lina immer weiter vorantreiben. Auch sie will die geheime Bäckerei finden oder dem Porcellino an der Schnauze reiben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und man kommt schnell und gut voran. Was man auf jeden Fall auch will! Die Dialoge zwischen Lina und Ren sind oftmals zum Schießen, dann und wann aber auch melancholisch und wirklich gehaltvoll.

Textstellen
"Du siehst toll aus. Wir tragen die gleichen Sachen."
"Schon, aber du siehst..."
"Was denn?"
"Cooler aus."
Er neigte den Kopf ein bisschen zu mir, sodass unsere Helme aneinanderstießen. "Danke."
(Seite 116)

Also...italienisches Gelato. Man nehme die Köstlichkeit von normalem Eis in einer Waffel, potenziere sie mit einer Million und streue noch etwas Einhornstaub darüber.
(Seite 169)

"Weißt du, die Leute kommen aus allen möglichen Gründen nach Italien. Aber wenn sie bleiben, dann sind es immer die gleichen zwei."
"Und zwar?"
"Love and Gelato."
(Seite 319)

Anscheinend gibt es einen guten Grund dafür, warum "sich verlieben" auf Englisch to fall in love heißt. Nämlich weil es sich, wenn es passiert - wenn es wirklich passiert - genauso anfühlt. Da gibt es kein Machen oder Versuchen, man lässt sich einfach fallen und hofft, dass da jemand ist und einen aufängt. Wenn nicht, tut man sich ganz schön weh. Ich weiß, wovon ich rede.
(Seite 371)

Fazit
Dieses Buch ist so viel mehr als "nur" ein schöner Sommerroman!
Es behandelt Liebe und Eifersucht, Geborgenheit und Einsamkeit, große Fehler und tolle Entscheidungen. Es zeigt, dass der gleiche Weg nicht immer dieselben Geschichten beinhaltet, sich Mutter und Tochter aber ähnlicher sein können, als vielleicht vermutet.

Wahrscheinlich werde ich dieses Buch nun jedes Jahr im Sommer erneut lesen um in diese ganz besondere Stimmung zu kommen, die die Geschichte vermittelt. Sollten euch die Orte und Sehenswürdigkeiten aus dem Buch nichts sagen, empfehle ich sie auf jeden Fall zu googlen! Das erhöht einfach dieses La dolce vita-Gefühl ♥

Bewertung vom 28.09.2017
Der stille Feind
Calden, Saskia

Der stille Feind


ausgezeichnet

Erster Satz
Die Ziffern auf dem Radiowecker zeigen 5:28. Marc ist schon seit einer halben Stunde weg, und doch könnte ich schwören, ihn gehört zu haben.

Meine Meinung
Ich war überrascht, als ich eine Mail der Autorin in meinem Postfach fand. Nicht, dass ich eine Mail mit der Bitte um Rezension erhalten habe (das ist nichts Ungewöhnliches mehr) war überraschend, sondern von wem sie kam. Der Name sagte mir nichts, doch wir sind uns nicht unebkannt. Bereits in einer Leserunde durfte ich einen erotischen Roman von ihr lesen, dort allerdings unter einem Pseudonym. Nun ist sie da. Als Saskia und hat ihren ersten Thriller im Gepäck.

Ich kann es nicht oft genug betonen: Ich liebeliebeliebe Psychothriller!

Thriller sind absolut mein Ding, besser noch Psychothriller. Aber gut müssen sie sein! Ein guter Thriller mus nicht literweise Blut vergießen und auch nocht physisch brutal sein. Er muss dich in den richtigen Momenten in dunkle Ecken ziehen und dich mit deinen Urängsten konfrontieren. Und genau das macht die Autorin.

Auch wenn ich selbst (noch) keine Mutter bin, kann ich mir vorstellen, das dies wohl das Schlimmste ist, was Eltern passieren kann. Das eigene Kind ist verschwunden und für tot erklärt. Bevor du es nochmal sehen konntest, wurde es bereits beerdigt. Das klingt so unwirklich, dass es kein Wunder ist, dass Anika das nicht glauben kann und will.

Ich würde gerne so viel zu diesem Buch sagen, aber ich will der Geschichte nicht vorweggreifen - man muss sie ungespoilert lesen um sie komplett genießen zu können!

Dieses Buch hat meine Erwartungen noch übertroffen!

Als ich mit diesem Buch begonnen habe, war mir klar, dass ich nicht gänzlich enttäuscht werden würde. Ich wusste ja, dass Saskia schreiben kann. Allerdings bin ich mit Thrillern auch schon ein paar Mal auf die Nase gefallen, weil leider nicht überall Thriller drin steckt wo es draufsteht. Wenn dann auch noch ein "Psycho" dabei ist, ist die ganze Sache noch etwas verzwickter. Oft empfinde ich die Geschichte dann nicht als so fürchterlich oder spektakulär, wie es sich der Autor erhofft. Hier hatte ich mal wieder Glück!

Hätte ich die Zeit gehabt, häte ich dieses Buch gerne in einem Rutsch durchgelesen. Wenn es erstmal begonnen ist, will man es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Allein die Geschichte um Sebastians Verschwinden und seinen Tod ist so fürchterlich, dass man es selbst nicht glauben kann und voll hinter Anika steht. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem der Leser zweifelt. An sich, an Anika, an der ganzen "Verschwörungstheorie" - und man ist geneigt allen anderen zu glauben und die Protagonistin als Verrückte abzustempeln. Doch ist sie das? Muss sie ja. Niemand beerdigt ein Kind und macht den Eltern klar, dass es sich dabei um das eigene handelt. Oder?

Das Buch lebt absolut von dem Gedanken seinen Verstand zu verlieren und zwischen den Lagern 'Anika' und 'der Rest der Welt' zu schwanken. Vieles klingt so logisch und im nächsten Moment ist es wieder verpufft. Ich hatte beim Lesen oft den 'Ja na was denn nun?'-Gedanken im Kopf, der von 'Ist nicht dein Ernst?!' zum Ende hin abgelöst wurde.

Textstelle
Leise tappe ich über die morschen Dielen, fühle mich in einen dieser Horrorfilme versetzt, in denen ich mich über die Dummheit der Protagonistin ärgere, die durch den dunklen Keller streift, obwohl sie doch wissen muss, dass dort der Mörder lauert. [...] Und jetzt bin ich selbst die dumme Nuss, die trotz lauernder Gefahr in die dunkelste Ecke schleicht.
(Seite 63)

Fazit
Dieses Debüt ist ganz klar gelungen!
Ein Psychothriller, der diese Bezeichnung auf jeden Fall verdient. Ich hoffe, dass die Autorin in Zukunft noch mehr solcher Schocker bringen wird, bei denen man mitbangt und dazu geneigt ist an sich selbst zu zweifeln!

Das perfekte Buch für verregnete Herbsttage (und -nächte), an denen es nicht so richtig hell werden will und der Nebel wie ein weißer Schleier über der Stadt hängt.