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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: atti79


Bewertungen

Insgesamt 5 Bewertungen
Bewertung vom 21.09.2019
Der Kastanienmann
Sveistrup, Søren

Der Kastanienmann


ausgezeichnet

Nervenaufreibend spannend!

Mich hat bei diesem Buch sofort das düstere Cover fasziniert. Und klar, bei einem Kastanienmännchen denkt man natürlich sofort an Kinder, was die Stimmung vorab noch bedrohlicher macht. Entsprechend war das Lesevergnügen auch über weite Strecken extrem spannend und beklemmend. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Hierzu trug auch bei, dass ich eben nicht wie so oft gleich schon den richtigen Täter im Verdacht hatte. Die Ausgangsidee ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr gelungen, dass der Täter bei einem aktuellen Mord eben diese Kastanienmännchen zurücklässt, die über Fingerabdrücke auf frühere Verbrechen verweisen und diese somit in Beziehung setzen. Das Verwirrende ist nur: der damalige Täter ist bereits gefasst.
Ich fand die Handlung und auch die Kapitelabschnitte äußerst geschickt angelegt. Oftmals konnte ich kaum die Seite schnell genug umblättern. Das Ermittlerteam Naia und Mark kommt sehr sympathisch rüber, wobei es natürlich die obligatorischen Anfangsschwierigkeiten gibt. Auch, dass nicht alles glatt läuft auf der Karriereleiter, scheint wohl zum guten Ton zu gehören. Aber genau das macht ja auch den Reiz außerhalb des eigentlichen Krimis aus. Ich könnte wetten, dass es noch weitere Fälle geben wird. Da mich das Buch so mitgerissen hat, wäre ich auf jeden Fall wieder dabei.
Alles in allem ein äußerst gelungener Thriller, der erfreulicherweise nicht gleich durchblicken lässt, wer der Mörder ist. Dazu gerade in der ersten Hälfte aus meiner Sicht nervenaufreibend spannend. Ein super Buch, das absolut volle Punktzahl verdient hat!

Bewertung vom 21.09.2019
Cold Storage - Es tötet
Koepp, David

Cold Storage - Es tötet


ausgezeichnet

So muss perfekte Unterhaltung!

Das Cover mit dem Titel hat mich sofort angesprochen, sodass ich gleich wusste: Das Buch muss ich unbedingt lesen. In Hand und Regal macht das Taschenbuch mit seinem giftgrünen Buchrücken auch richtig was her. Sehr cool!
Inhaltlich bekommt man genau das, was einem versprochen wird. Es geht sofort äußerst rasant los. Vielleicht mag es dem einen oder anderen Leser zu schnell sein. Ich jedenfalls habe es genossen, mich beim Lesen wie in einem Action-Film zu fühlen. Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor Drehbücher verfasst.
Persönlich fand ich das Bedrohungsszenario mit dem Pilz ziemlich realistisch dargestellt. Dennoch schafft es der Autor, eben wie in einem typischen Kinofilm, auch den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen. Es muss halt immer einen geben, der die Sprüche auf Lager hat. Mir hat besonders gefallen, dass die persönlichen Geschichten der Figuren so mit eingebracht werden, dass es zu keiner Zeit langweilig wird. Sehr gelungen fand ich, dass zur Abwechslung auch mal das Unheil eine Stimme bekommt. Auch so ein witziger Einfall. Nicht zuletzt verleihen die gelungenen Wendungen dem Buch einen extrem hohen Unterhaltungswert.
Ich bin eigentlich noch mit anderen Büchern beschäftigt, habe dieses aber allein aus Freude über die Aufmachung und die Neugier zur Hand genommen, angefangen und in einem Rutsch durchgelesen. Ich konnte einfach nicht anders.
So muss perfekte Unterhaltung! Ich freue mich auf das nächste actiongeladene Buch des Autors.

Bewertung vom 21.09.2019
Verratenes Land
Iles, Greg

Verratenes Land


ausgezeichnet

Ein Buch wie ein mitreißender Fluss

Was für ein Wälzer! Ich muss zugeben, dass ich nicht auf die Seitenzahl geachtet habe und dann erst mal etwas erschlagen war. Aber einmal in die Geschichte um Marshall McEwan eingetaucht, der zurück in seine Heimat Mississippi kommt, hatte ich auch schnell die Dicke des Buchs vergessen.
Mir hat es ganz gut gefallen, dass die Geschichte aus der Ich-Sichtweise erzählt wird. McEwan ist Journalist und hat eigentlich familiäre Gründe, nach Bienville zurückzukehren. Doch mit dem Todesfall einer früheren Vaterfigur wird er nach und nach zum Ermittler und nimmt die gewachsenen Strukturen rund um den Poker-Club aufs Korn.
Natürlich bleibt es nicht aus, dass es bei einem Buch dieser Länge auch nicht ganz so rasant zur Sache geht. Mir hat das eigentlich ganz gut gefallen. Die Geschichte bekommt dadurch ein Flair, den wohl gerade auch die Menschen in den Südstaaten pflegen. Und das fand ich ganz interessant, auch wenn ich mitunter bei all den Personen Schwierigkeiten hatte, die immer so zuzusortieren.
Sehr gut haben mir übrigens auch die Familiengeschichten gefallen, die nach und nach auch in Rückblenden erzählt werden. Dadurch war der Roman für mich ziemlich abwechslungsreich.
Insgesamt habe ich genau das bekommen, was mir das Cover versprochen hat. Eine vielleicht eher ruhige, aber dafür düstere Geschichte mit bedrohlicher Atmosphäre. Ein bisschen erinnert mich die Erzählweise an einen trägen Fluss. Und wie im Mississippi gibt es auch hier einige Untiefen, überraschende Strudel und gefährliche Überraschungen.

Bewertung vom 21.09.2019
Fünf Lieben lang
Aciman, André

Fünf Lieben lang


ausgezeichnet

Ein poetisches, sinnliches und einfühlsames Buch

Der Autor beschreibt anhand von Lieben in Ausschnitten das jeweilige Leben der Hauptfigur. Die gewählte Sprache ist poetisch, aber jederzeit gut zu lesen. Die erste Geschichte hat mir besonders deshalb gut gefallen, weil die Hauptfigur in den Ort seiner Kindheit zurückkehrt. Hier hat er sich zum ersten Mal verliebt in einen erwachsenen Mann. Ich fand den Kontrast besonders toll von den sommerlichen Bildern voller bunter Erinnerungen im Vergleich zur Suche als Erwachsener nach der Liebe von einst. Geschickt wird hier das Heranwachsen mit eingearbeitet, das sexuelle Erwachen und die Verzweiflung, die das allmähliche Erwachsenwerden mit sich bringt. Genau das ist es aber auch, was den gesamten Roman so wunderbar macht. Der Überschwang der Liebe ist überall zu spüren und bekommt auch gleich immer den Dämpfer der Realität. Es ist ein gefühlsmäßig enthusiastisches Vorpreschen und zugleich ein schmerzhaftes Zurückwinden. Und auch wenn das Buch selbstredend keine Spannungslektüre ist, war ich spätestens nach der ersten Wendung auch auf die anderen Ausschnitte gespannt, immer das Besondere erwartend. Das hat für mich ebenfalls das Besondere an diesem Buch ausgemacht, dass es immer einen Kniff gab, mit dem ich so nicht unbedingt gerechnet habe.
Der Satz dieses Hardcovers ist angenehm zu lesen, die Schrift hat eine gute Größe.

Bewertung vom 21.09.2019
Verrückt nach Karten

Verrückt nach Karten


ausgezeichnet

Eine wunderbare Reise in die Welt der Karten

Die Ausstattung des Buchs ist wie erwartet grandios. Vom Format her ist es ein Bildband, sodass die abgebildeten Karten in entsprechender Größe bewundert werden können. Selbstverständlich gibt es hier bei manchen mehr zu entdecken, bei anderen weniger.
Da ich persönlich bei solchen Büchern eben auch sehr auf die Verarbeitung achte, ist mir gleich die angenehme Haptik aufgefallen. Der Einband ist dick und fest und matt kaschiert, was sich sehr schön anfühlt. Die Seiten selbst sind ebenfalls matt bedruckt. Mich hat der Umstand nicht gestört, obwohl meine Bildbände ansonsten glattes Papier haben, wodurch die Bilder natürlich anders wirken. Der Text, von dem es reichlich gibt, lässt sich aber meiner Meinung nach angenehmer lesen.
Inhaltlich bietet das Kartenbuch eine wunderbare Reise durch die Fantasie. Eigentlich genau das, was ich erwartet habe. Man erfährt viel über die Entstehungsgeschichte und mir hat es Spaß gemacht, den jeweiligen Kartenliebhabern zu folgen. Zumindest bei mir hat sich ein angenehm nostalgisches Gefühl eingestellt, da ich selbst seit meiner Kindheit immer mal wieder teils auch komplexe Karten erstellt habe. Als Grundlage für Inspiration zu eigenen Ideen ist das vorliegende Buch hervorragend geeignet. Man taucht ab in fremde Welten und hat irgendwann Lust, selbst wieder kreativ zu werden. Insofern lohnt sich die Anschaffung nicht nur für interessierte Leser.
Als Kritikpunkt könnte ich anführen, dass der Teil „Karten erstellen“ nicht wirklich praktische Anleitungen bietet, wie ich anhand des Inhaltsverzeichnisses geglaubt habe. Auch dieser Teil besteht aus Berichten, wie die jeweiligen Karten entstanden und ihre Weltenbauer an die Erschaffung herangegangen sind. Dieses Missverständnis kann ich allerdings dem Buch nicht anlasten, zumal es eben wie gesagt mehr als genug Inspiration bietet und vor allem Lust auf eigenes Schaffen macht. Und das ist noch immer das wichtigste.
Ich werde dieses Buch gewiss noch oft zur Hand nehmen und durchsehen. Auf jeden Fall ist es eine Zierde fürs Bücherregal und verdient einen besonderen Platz.