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Benutzername: Sunny_Brooks
Wohnort: Würzburg
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Bewertungen

Insgesamt 4 Bewertungen
Bewertung vom 07.10.2019
Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9
Buchholz, Simone

Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9


sehr gut

Überzeugender Krimi mit dem gewissen „Etwas“

Wie man schon an der Überschrift erraten kann, hat es mir „Hotel Cartagena“ von Simone Buchholz sehr angetan. Vorher hatte ich schon „Mexikoring“ gelesen. Auch hier hatte mich schon der ganz besondere Schreibstil von Simone Buchholz fasziniert, aber mich hatte die Story nicht ganz so gepackt. Das war bei diesem Buch jetzt komplett anders. Die Geschichte war am Anfang etwas undurchsichtig, aber schon nach ein wenig mehr Seiten war klar um was es geht und ich war im Lesefieber.

Chastity Riley ist mal wieder an der falschen Stelle zur falschen Zeit, gemeinsam mit mehreren Kollegen von der Polizei wird sie als Geisel genommen. Als wäre das noch nicht alles entzündet sich auch noch ausgerechnet ein böser Schnitt von Riley und schon bald kann sie dank der Blutvergiftung nicht mehr ganz klar denken. Zwischendurch gewährt uns die Autorin immer wieder Einblicke, wie es zu dieser Situation eigentlich kommen konnte.

Das Buch wechselt so immer zwischen der Vergangenheit des Geiselnehmers und der Gegenwart der Geiselnahme ab. Gerade die Geschichte von Henning nimmt einen mit.
Simone Buchholz bringt die Gedanken und Einblicke in die Charaktere mit ihren Schreibstil ganz besonders zur Geltung. Gerade auch Chastitys immer wirrer werdenden Gedanken mit dem steigenden Fieber der Blutvergiftung kamen so sehr gut zur Geltung.
Das Ende ist stimmig, kommt aber fast etwas abrupt. Genau das passt aber zum Stil der Autorin.

Eine klare Leseempfehlung kann ich hier gar nicht aussprechen, man muss diesen Stil einfach mögen. Wer einen klassischen Krimi erwartet wird sicherlich enttäuscht sein, aber wer schon andere Bücher der Autorin gelesen und geliebt hat wird mit „Hotel Cartagena“ voll auf seine Kosten kommen.

Bewertung vom 17.09.2019
Bis ihr sie findet / DCI Jonah Sheens Bd.1
Lodge, Gytha

Bis ihr sie findet / DCI Jonah Sheens Bd.1


sehr gut

Gytha Lodge hat mit „Bis ihr Sie findet“ ein sehr starkes Erstlingswerk hingelegt. Die Geschichte fesselte mich von Anfang an und die Frage, was damals passiert ist trieb mich durch das ganze Buch. Gytha Lodge schaffte es mich immer wieder zum Zweifeln zu bringen, wer jetzt der wahre Mörder ist und die Auflösung war somit für mich bis zum Schluss spannend. Besonders gefallen haben mir auch ihre Charaktere, jeder davon wirkte absolut lebendigt.

Die Geschichte an sich ist eigentlich ein nicht zu ungewöhnlicher Plott und ein typisches „Who-did-it“ Szenario. Vielleicht hat es mir gerade deshalb gefallen, derzeit übertrumpfen sich moderne Krimis mit neuen Ideen und Grausamkeiten. Die Rückkehr zu den klassischen Wurzeln gefällt mir umso mehr.

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von zwei Seiten. Einmal von Jonah Sheen der 30 Jahre nach dem Mord erfährt das Auroras Leiche endlich gefunden wurde und aus der Sicht Auroras die 30 Jahre zuvor mit den sechs Freunden auf einen Zeltausflug fährt. Dieses Doppelte hat mir besonders gut gefallen, man fiebert genauso bei Jonah Sheens suche nach dem Mörder mit wie bei Auroras Erlebnisse die sie schlussendlich als Leiche in einem Loch enden lassen. Die Autorin spielt geradezu mit den Möglichkeiten was passiert sein könnte, was einem wie vorher schon erwähnt auch als Leser ständig schwanken lässt wer jetzt der wirkliche Mörder ist. Alle sechs Freunde sind spannende Charaktere, viele davon haben sich im Lauf der Zeit verändert und sind komplett anders wie damals, andere noch sehr gleich und dann gibt es noch den der noch nie sein wahres Gesicht gezeigt hat.

Zwischendurch kommt auch noch einen neue Figur in das Verdächtigen Sextett, auch hier bleibt lange unklar was die wirklichen Bewegründe sind, doch Jonah Sheens bringt alles ans Licht. Das Ende wird dann noch mal sehr rasant und spannend, ein würdiger Abschluss eines wirklich gelungenen Krimis.

Ich freue mich definitiv schon auf das nächste Werk dieser Autorin und ein Wiedersehen mit Jonah Sheens.

Bewertung vom 17.09.2019
Cold Storage - Es tötet
Koepp, David

Cold Storage - Es tötet


sehr gut

1987: Roberto Diaz und seine Partnerin Trini sind mit Dr. Hero Martins auf einem ungewöhnlichen Einsatz – vor Jahren viel ein Sauerstoff Tank vom Skylab aus dem Weltraum zurück zur Erde, jetzt ist etwas aus diesem Tank gekrochen. Das Team soll die Proben sichern, doch als sie ankommen sind alle Bewohner tot, ein Pilz ist für die Verehrung verantwortlich. Auch Dr. Hero Martins muss leidvoll erfahren, wie gefährlich und intelligent dieser Pilz ist. Roberto und Trini gelingt es eine Epidemie einzudämmen und nur noch eine Probe des Pilzes überlebt und wird gesichert. Jahre später erinnert sich fast niemand mehr an diesem Vorfall und vor allem nicht an die Gefahr die von diesem Pilz ausgeht.

32 Jahre später erwacht durch die globale Erderwärmung wieder das, was für immer schlafen sollte. Die alte Militärmine ist jetzt ein Lagerhaus und ausgerechnet Teacake und Naomi schieben in dieser verhängnisvollen Nacht ihren Dienst, als ein Piepton sie dazu veranlasst nachzuschauen was im Untergeschoss des Lagerhaues lauert. Währenddessen ist der Pilz aber schon längst frei und treibt sein Unwesen. Roberto Diaz der schon längst im Ruhestand ist wird wieder aktiv: Können die drei den tödlichen Pilz aufhalten?

Ich gebe zu, dass Cover und auch die Inhaltsbeschreibung haben mich nicht sofort angesprochen, denn alles klang nach einem dieser schlechten Katastrophen Filme und ein bisschen merkt man den Buch auch an, das es von einem Drehbuchautor geschrieben wurde. Es hat irgendwie den typischen „Buch zum Film Charme“.

Doch die Leseprobe hat mich trotzdem angesprochen, die Charaktere haben mir von Anfang an gefallen und der Schreibstil ist schnell, rasant und Action reich und dabei trotzdem mit einem gewissen Anspruch. Besonders hat mir auch die Annährung von Teacake und Naomi gefallen und deren Geschichten man im Laufe des Buches erfährt. Der Autor schafft es, dass gerade diese Zwischenmenschlichen Spiele das Buch nicht ausbremsen, sondern es noch interessanter und lebendiger machen. Definitiv ein Page Turner und ich hätte gerne mehr davon.

Bewertung vom 17.09.2019
Messer / Harry Hole Bd.12
Nesbø, Jo

Messer / Harry Hole Bd.12


sehr gut

Jo Nesbo ist mir natürlich ein Begriff, zwei – drei Bücher habe ich bereits von ihm gelesen und jedes Mal konnten sie mich fesseln, doch „Messer“ liegt noch mal eine Schippe drauf.
Die Hauptfigur Harry Hole ist mir natürlich auch schon wohl bekannt, schon immer tanzt er etwas am Abgrund, nimmt Regeln nicht zu ernst, hat seine eigenen Methoden und kämpft mit seiner Alkoholsucht. Als ihn nun seine Frau Rakel verlässt, landet er endgültig im Alkoholsumpf. Nur noch zu Büroarbeiten verdammt gehen die Tage an Harry Hole im Dunklen Nebel unter. Bis er unsanft aus eben diesem gerissen wird: Ausgerechnet Rakel wird ermordet aufgefunden. Harry verdächtig gleich einen alten Bekannten, nämlich Svein Finne, der erst seit kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde und sofort da weiter macht wo er aufhörte. Ein Motiv findet Harry Hole auch bald, nur ihm sind als Angehöriger von Rakel die Hände gebunden, offiziell ist er nicht mit den Fall vertraut, deswegen spielt er ein gefährliches Spiel als er sich trotzdem in die Ermittlungen stürzt. Alte Bekannte sind hier natürlich auch wieder mit von der Partie, allerdings stört es nicht, wenn man wie ich ein paar der Bücher ausgelassen hat.

Für mich ein absolut packender und fesselnder Thriller, Jo Nesbo führ einen als Leser immer wieder auf falsche Fährten und der Autor schafft es nur allzu gut seinen Protagonisten am Abgrund tanzen zu lassen.
Definitiv eine Leseempfehlung.